Kitabı oku: «Das Reisebuch Europa»

INHALTSVERZEICHNIS
Übersichtskarte
EUROPAS MITTE
1Das Wattenmeer – Voller Leben
2Berlin – Die hippste Stadt der Welt
3HIMMLISCHES SACHSEN-ANHALT Auf den Spuren der Sternensucher
4Kölner Dom – Auf der ewigen Baustelle
5Der Harz – Rund um den Brocken
CHURFRANKEN Glücksmomente in der Genussregion
6Mittleres Rheintal – Das Zuhause der Loreley
7DIE DEUTSCHE ALPENSTRASSE Auf und Ab am Alpennordrand
8Zugspitze – Ziel für Gipfelstürmer
9Amsterdam – Charmante Metropole im Wasser
10Texel – Windzersaust und meergeküsst
11Brüssel – Zentrum der Lebensart
12Luxemburg – Malerisches Machtzentrum
GROSSHERZOGTUM LUXEMBURG Kulinarik im Land der Genießer
13Warschau – Geliebte Widersprüche
14DAS NÖRDLICHE POLEN Mit dem Wohnmobil nach Podlachien
15Krakau – Alte Seele mit jungem Flair
16Polens Ostseeküste – Feiner Sand und stolze Städte
POLEN AUS KLEINER PERSPEKTIVE Zwergenaufstand in Breslau
17Prag – Die unterschätzte Schöne
18Niedere Tatra – Archaische Landschaft
19Budapest – Die Zukunft kann kommen
20Ljubljana – Das kleine Prachtstück
21Wien – Lebensqualität und Lifestyle
22IMPERIALES NIEDERÖSTERREICH Most, Wein, Wald und Wasser
23Salzkammergut – Landschaft im Gleichklang
24DIE GLOCKNERSTRASSE Die berühmteste Alpenstraße Österreichs
25Vaduz – Genuss auf kleinem Raum
26Eiger, Mönch und Jungfrau – Top of Europe
27Rhätische Bahn – Lang ersehnte Verbindung
EUROPAS SÜDEN
28Bozen – Viel mehr als nur Südtirols Hauptstadt
29Drei Zinnen – Der berühmteste Dreizack der Alpen
30Venedig – La Serenissima
31Florenz – Im Zeichen der Kuppel
32San Marino – Europas älteste Republik
33Roms Petersdom – Mittelpunkt der Christenheit
34Siziliens Piazza Armerina – Eine der großen Sehenswürdigkeiten
35Malta – Geheimnisvolle Megalithkultur
GESCHICHTSTRÄCHTIGES MALTA Wenn es glänzt und knattert in Mdina …
36Monaco – Glanz und Gloria
37Paris – Mon Amour
38Versailles – Absolutistischer Prunk
39Champagne – Edle Tropfen
40VOM FLUSS ZUM MEER Entlang Saône und Rhône in den Süden
41Lourdes und die Pyrenäen – Auf Jakobs Spuren
42Camargue – Geschütztes Naturparadies
43Andorra – In schöner Abgeschiedenheit
44Santiago de Compostela – Am (irdischen) Ziel
45Barcelonas Sagrada Família – Gaudís Meisterstück
46Madrid – Wo Spaniens Herz schlägt
47Bergromantik auf Mallorca – Valldemossa
48Granadas Alhambra – Im Garten Allahs
49GENUSSVOLLES SPANIEN Auf der Straße der Schinken
50Menorca – Spröde Schönheit
51La Palma – Grüner Felsen im Atlantik
52Lissabons Castelo – Wo alles begann
53Grutas de Mira de Aire – Uralte Formationen
54Mosteiro de Alcobaça – Des Königs Siegpreis
55Serra da Estrela – Portugals Wander- und Skiparadies
EUROPAS WESTEN UND NORDEN
56Dartmoor – Geheimnisvolle Landschaft
GÄRTEN, PARKS, HERRENHÄUSER Anmutiges Flair in Großbritanniens Natur
57Stonehenge – Mystischer Steinkreis
58London – Die schönen Dinge des Lebens
59VON LONDON NACH YORK Durch Englands Mitte in den Norden
60Liverpool – Trendstadt am Mersey
61York – Englands ewige Stadt
62Edinburgh – Athen des Nordens
63SCHOTTISCHE HIGHLANDS Eine Winterreise in den Westen
64Callanish – Mystische Standing Stones
65AB DURCH DIE MITTE Durch Irlands »Hidden Heartlands«
66Dublin – Metropole am Liffey
BÜCHERLAND IRLAND Die irische Liebe zur Literatur
67Giant’s Causeway – Ein wahres Wunder
68CAUSEWAY COASTAL ROUTE Kleine Dörfer, einsame Glens und Castles
NORDIRLAND Auf den Spuren des heiligen Patrick
69Þingvellir-Nationalpark – Von Europa nach Amerika
70Reykjavík – Stadt zwischen Feuer und Eis
71Laki-Krater – Schiere Naturgewalt
72Askja – Königin der Lavawüste
SERMEQ KUJALLEQ Ein Gletscher der Superlative
73Kopenhagen – Geschichte trifft Moderne
74Bornholm – Die Sonneninsel
DIE MUSEUMSHALBINSEL BYGDØY Von Wikingern und Polarforschern
75Die Hurtigruten
76WANDERUNG ÜBER DEN BESSEGGEN-GRAT Grandiose Bergszenerie
DIE WIKINGER AUF DEN LOFOTEN Archäologische Schätze
77DIE INSEL MAGERØY Rundtour mit dem Auto
78Stockholm – Eine grüne Metropole auf 14 Inseln
79Gamla Uppsala & Birka – Zeitreise zu den alten Herrschern
80Die Felsritzungen von Tanum – Kunst für die Ewigkeit
81Götakanal – Romantische Landschaft, historische Dampfer
82Helsinki – Die junge finnische Hauptstadt
83Åland-Inseln – Mosaik aus Land und Wasser
84RUNDTOUR DURCH DAS SEENLAND Viel mehr als nur Wasser
85Karelien – Russisches Erbe
86Lappland – Reich der Samen und Rentiere
EUROPAS OSTEN
87Tallinn – Der Hansetradition treu
88Riga – Da ist Musik drin
89Klaipeda und die Kurische Nehrung – Eine glanzvolle Vergangenheit
90St. Petersburg – Weiße Nächte
91Moskau und der Kreml – Schaltzentrale russischer Macht
92Das Wolgadelta – Grandioses Finale eines gigantischen Stromes
93Kaukasus – Natürliche Barriere zwischen zwei Lebenswelten
94Transsilvanien – Unbekannt und berüchtigt
EUROPAS SÜDOSTEN
95Istanbuls Hagia Sophia – Ewig schön
96Nikosia – Letzte geteilte Hauptstadt der Welt
97Epirus – Griechenlands wilder Westen
98Attika – Ein göttliches Vergnügen
99Kreta – Wiege der abendländischen Kultur
100Santorin – Traum in Weiß und Blau
101Tirana – Stadt im Wandel
102Ohridsee – Mazedoniens »Meer«
103Sofia – Schmelztiegel der Kulturen
104Nessebar und die Küste – Schwarzes Meer, weißer Strand
105Montenegros Adriaküste – Ein Fjord im Mittelmeer
106Belgrad – Städtetrip für Neugierige
107Mostar und Višegrad – Zeugen der Zeit
108Istrien – Zauberhafte Küste
109Dubrovnik – Perle der dalmatinischen Küste
Straßenkarten
Register
Die Autoren
Text-/Bildnachweis
Impressum

Die Mosaiken zur Bergpredigt in der über 70 m hohen Kuppel des Berliner Doms. Vorbei an Drei- und Viertausendern mit der Schynige-Platte-Bahn im Berner Oberland. Wie im Bilderbuch: im Oldtimer durch die Toskana. Die Bar »La Torre del Oro« in Madrid bietet Tapas und Wein. Brunnenfiguren im Lustschloss Versailles. Ponys grasen auf den saftigen Weiden im südenglischen Dartmoor (v.l.n.r.).

Papageitaucher kommen von April bis November zum Brüten auf die Shetlandinseln. Nyhavn zählt zu den beliebtesten Vierteln von Kopenhagen. Smögen: Inselidylle im Skagerrak. Die Auferstehungskirche in St. Petersburg ist ein wahrer Blickfang. Die Gergetier-Dreifaltigkeitskirche steht abseits in der georgischen Berglandschaft des Qasbegi. Abendessen in Dubrovniks Altstadt (v.l.n.r.).


Der Lofotenort Reine ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und ausgiebige Spaziergänge.

Die Burg Vianden in Luxemburg war einst Wohnsitz mächtiger Grafen.
EUROPAS MITTE
Zwischen Nordsee und Alpen

Traumhaft goldener Glanz über Polens Kreidefelsenküste bei Sonnenaufgang.

Wohnwelten an der Prinsengracht in Amsterdam.

Fischerbastei in Budapest: Sieben spitze Türme erinnern an die Stammesführer der Ungarn.
DAS WATTENMEER – VOLLER LEBEN
Ein grenzübergreifendes Naturerbe

Die Nordsee steht seit 2011 unter dem Schutz vor Eingriffen in ihre Wattlandschaft, die sich von der holländischen Küste entlang der gesamten deutschen Nordseeküste bis zum südwestlichen Dänemark erstreckt. Vor 20 Jahren noch nannte man das Wattenmeer »bedrohtes Paradies«. Und sicher vor Gefährdungen ist es auch heute nicht, aber noch nie war die öffentliche Aufmerksamkeit dafür größer.

Blick auf die Hallig Hooge.
Gleich drei Bundesländer haben sich zusammengetan und daraus entstand eine der am dichtesten besiedelten Naturerbe-Regionen Deutschlands. Schleswig-Holstein und Niedersachsen brachten die Küsten beiderseits der Elbmündung mit ihren maritimen Nationalparks zusammen. 2009 wurden diese von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Zwei Jahre später nahm das UNESCO-Komitee auch den Hamburgischen Nationalpark mit in die heiß begehrte Erbeliste auf.
Seine Einzigartigkeit und zugleich seine Größe faszinieren nicht nur die Nordseebesucher, sondern auch deren Anwohner immer wieder am Wattenmeer. Nimmt man den niederländischen Bereich der Nordsee, der ebenfalls zum Wattenmeer-Welterbe gehört, hinzu, so sind es rund 10 000 Quadratkilometer. Man stelle sich vor: ein Biosphärenreservat, viermal so groß wie der Staat Luxemburg, also von einem riesigen Flächenausmaß! Es befindet sich von Ebbe zu Flut und von Flut zu Ebbe in unaufhörlicher Bewegung. Hier wird Naturschutz im Großformat betrieben.

Selten scheu, eher neugierig sind die Seehunde der Nordsee.
Die bewohnten Inseln und Halligen gehören zwar nicht zu diesem Welterbe-Ökosystem, wohl aber die Randgebiete zwischen den Deichen und dem Vorland. Auf den Salzwiesen weiden die Schafe zu Tausenden – zumindest so lange, bis wieder ein Sturm für die Überflutung dieser Grenzareale sorgt. Auch hier gedeiht eine artenreiche Pflanzenwelt.
Eines der weltweit größten Feuchtgebiete
Wer das Wattenmeer zum ersten Mal besucht, glaubt vielleicht, die Verwaltungen der drei Nationalparks würden dreist übertreiben mit ihrer amtlichen Einstufung des Wattenmeeres als einer der dichtest besiedelten Naturerbe-Regionen Deutschlands. Tatsächlich sind die Vogelscharen zahlreicher als an anderen Küsten. Allerdings handelt es sich »lediglich« um Millionen von Zugvögeln, die auf der Durchreise von Kanada oder Sibirien nach Südafrika sind.
Aber nicht allein die unzähligen Zugvögel, die alljährlich hier ihre Brutstätte und Überwinterungsmöglichkeit finden, bevölkern das Wattenmeer, daneben haben noch Milliarden von kleinen und kleinsten Lebewesen im Wattenmeer ihren Lebensraum: beispielsweise winzige Krebse, Schnecken, Faden- und Strudelwürmer, auch vielerlei Muschelarten, insgesamt rund 10 000. Biologen haben nachgeforscht, gezählt und gerechnet. Sie sind für einen einzigen Quadratmeter auf 200 000 und mehr Lebewesen gekommen. Das ist ein reich gedeckter Tisch für die Fische der Nordsee, für die Schollen, Flundern, Seezungen und Aale, die mit jeder Flut ins Watt schwimmen, aber auch für zahlreiche dauerhaft hier lebende Watvögel.
Grandioses Erlebnis
Bei Wattexkursionen kann man jedoch oft auch größere Tiere sehen, Säugetiere wie Seehunde, Kegelrobben oder die Gewöhnlichen Schweinswale. Zu diesen nur knapp über einen Meter großen Kleinwalen gehören auch die Delfine.
Wer nicht immer nur zu Fuß während der Ebbezeit durch Sand und Schlick die sich immerfort wandelnde Landschaft erkunden möchte, kann dies auch heute noch mit der Pferdekutsche tun.
Blickt man einmal nicht auf die endlos mäandernden Wasserläufe, so erlebt man ringsum und über sich eine grandiose Weite und vielfältig strukturierte Wolken, Himmelshöhe und Lichtherrlichkeit.
Das Wort Watt ist übrigens mit dem althochdeutschen watan (wandern, waten) verwandt.
TOP
ERLEBNISSE
WATTENMEER BESUCHERZENTRUM
Das Wattenmeer Besucherzentrum in Cuxhaven an der Elbemündung lässt seine Gäste aktiv werden, macht sie mit Meeresringelwürmern (Wattwürmern) bekannt und gibt beim Mikroskopieren Einblicke in die Lebensgewohnheiten von Muscheln. Interessant sind außerdem das Wattbodenmodell mit seinen typischen Bewohnern und das flutbare Tidemodell, das den Gezeitenwechsel aufzeigt. Wer fasziniert ist vom Wattenmeer, kann hier ein Praktikum oder ein Ökologisches Jahr absolvieren, sich auf das Universitätsstudium vorbereiten oder Wattführer werden. www.cuxhaven.de
SCHUTZSTATION WATTENMEER
Sie wollen raus in die Natur oder einen Vortrag mit eindrucksvollen Bildern sehen? Von Vogelexkursionen über Wattwanderungen bis zu Vorträgen über die Säuger im Wattenmeer, die Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer hat alles im Programm. Informieren Sie sich hier über das Angebot des gemeinnützigen Naturschutzvereins: www.schutzstation-wattenmeer.de/veranstaltungen/
WEITERE INFORMATIONEN
www.nationalparkwattenmeer.de

Wattwanderungen sicherheitshalber nur mit Führung unternehmen.
BERLIN – DIE HIPPSTE STADT DER WELT
Weltbühne Berlin

Berlin ist »in«. Die Deutsche Hauptstadt, früher als Machtzentrale des Deutschen Reiches und als geteilte Stadt mit gemischten Gefühlen betrachtet, gehört heute weltweit zu den Städten mit dem höchsten Sympathiefaktor. Dynamische Entwicklung, spannende Architektur, ein reiches kulturelles Erbe, dazu eine avantgardistische Kulturszene und Spitzengastronomie: Berlin ist aufregend.

Berlin leuchtet: Beim »Festival of Lights« werden jedes Jahr Gebäude der Hauptstadt von Lichtkünstlern illuminiert. Im Herbst 2020 erstrahlte die Staatsoper Unter den Linden am Bebelplatz im neuen Licht.
Am Beginn standen zwei Dörfer namens Cölln und Berlin, die sich 1307 ein gemeinsames Rathaus teilten. Gut 700 Jahre später ist daraus eine Metropole von rund 3,4 Millionen Einwohnern in den Stadtgrenzen und sechs Millionen Menschen in der Metropolregion geworden. Eine Weltstadt mit repräsentativer und experimenteller Architektur, in der es altägyptische neben Avantgardekunst gibt, die Berliner Philharmoniker neben experimenteller Musik, internationale Festspiele neben Kiezevents. Eine europäische Großstadt, in der vor 75 Jahren antisemitischer Terror herrschte und heute die Weltoffenheit regiert, mit einer Gedenkstätte Berliner Mauer und einer Graffiti-Galerie auf dem längsten noch erhaltenen Stück der Mauer in der Mühlenstraße. Nach dem 1999 umgesetzten Beschluss des Bundestages, Regierung und Parlament nach Berlin zu verlegen, hat sich Berlin von einer »Frontstadt« an der Schnittstelle zweier konträrer Gesellschaftssysteme zu einer aufregenden Mischung von Kulturen und Ansichten entwickelt. Eine Metropole, die nicht ohne Probleme, aber immer sehr produktiv ist.
Die neue Mitte
Nach der Vereinigung von Ost- und West-Berlin hat die Stadt ihre alte Mitte neu gefunden. Das Regierungsviertel mit Ministerien, dem Kanzleramt, dem Bundestag im früheren Reichstagsgebäude und vielen Botschaften gruppiert sich um das Brandenburger Tor. Gleich dahinter erinnert das Holocaust-Mahnmal, ein begehbares Stelenfeld von Peter Eisenman (geb. 1932), an die furchtbaren Verbrechen des Nazi-Staates. Das Brandenburger Tor hat preußische Militärparaden, Aufmärsche von SA-Kolonnen und den Bombenregen des Zweiten Weltkrieges erlebt. In der Nachkriegszeit markierte es die Grenze zwischen den Weltanschauungen. Heute können Spaziergänger wieder durch das Brandenburger Tor flanieren.
Vor dem Reichstagsgebäude auf der anderen Seite des Tors wartet meist eine lange Schlange von Besuchern, die den Sitz des Deutschen Bundestages mit seiner transparenten und begehbaren Kuppel besichtigen wollen. Das monumentale moderne Kanzleramt, auch als »Angies Waschmaschine« bespöttelt, liegt in Sichtweite des Parlaments am Spreebogenpark. Nördlich davon spiegelt sich die Sonne in den Glasfronten des 2006 eröffneten Hauptbahnhofs.
Viele halten den Gendarmenmarkt im Stadtviertel Friedrichstadt für einen der schönsten Plätze Berlins. Ihn rahmen das Konzerthaus, ein Schinkelbau und die beiden nahezu identischen Kirchen des Deutschen und des Französischen Doms ein, die 1785 noch ohne die hohen Kuppeltürme eröffnet wurden.
Die Friedrichstraße macht mit der Galerie Lafayette ihrem einstigen Ruf als elegantluxuriöse Einkaufsmeile wieder alle Ehre. Der S-Bahnhof Friedrichstraße war zu DDR-Zeiten Übergangsstelle zum Westen. Heute hat die Gegend alles Düstere verloren: Im Süden erinnert der Checkpoint Charlie, ein alliierter Grenzübertritt, an die Zeit, als eine Mauer die Stadt teilte. Das nicht weit entfernt gelegene Jüdische Museum dokumentiert in einem beeindruckenden und bedrückenden Bau von Daniel Libeskind (geb. 1946) die Geschichte des Judentums in Deutschland, seinen kulturellen Reichtum und die fast komplette Vernichtung jüdischer Mitbürger. Der Prachtboulevard Unter den Linden zieht sich vom Brandenburger Tor bis zur Spreeinsel, flankiert von der Staatsbibliothek, der Humboldt-Universität und dem Reiterdenkmal Friedrichs II., vom Bebelplatz, von Deutscher Staatsoper und Kronprinzenpalais sowie der Neuen Wache, die seit 1990 als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft dient. Das zum Deutschen Historischen Museum umgestaltete Zeughaus schließt sich an, es ist das älteste erhaltene Gebäude Unter den Linden.
Die Schatzinsel
Die Museumsinsel, seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe, birgt kulturelle Schätze aus mehreren Jahrtausenden, die im Pergamonmuseum, im Bodemuseum, in der James-Simon-Galerie, in der Alten Nationalgalerie, im Neuen und im Alten Museum ausgestellt sind. Der grandiose Figurenfries des Pergamonaltars und die Büste der ägyptischen Königin Nofretete im Neuen Museum sind die unbestrittenen Besuchermagneten.

Das Brandenburger Tor ist das bekannteste Wahrzeichen Berlins.

Ein Stelenfeld gedenkt der Millionen Opfer des Holocaust.
Das bunte Mauerstück »East Side Gallery« gehört zu Berlins neuen Ikonen.

Abendszenerie im Sony-Center beim Potsdamer Platz.
Noch auf der Spreeinsel entfaltet der 1894 errichtete Berliner Dom seine repräsentative Pracht. Auf dem Schlossplatz gleich jenseits der Spreebrücke standen bis zur Sprengung 1950 die Überreste des Stadtschlosses der Hohenzollern. In den 1970er-Jahren ließ die DDR-Führung hier den »Palast der Republik« errichten, nun soll hier ein Humboldt-Forum in der Optik des früheren Schlosses entstehen.
Das Nikolaiviertel mit der gleichnamigen Kirche gehört zum Ältesten, was Berlin zu bieten hat. Der wegen seiner Backsteinfassade Rotes Rathaus genannte Sitz des Senats und des Regierenden Bürgermeisters von Berlin ist seit rund 150 Jahren die Zentrale der Berliner Stadtverwaltung. Während der Teilung der Stadt tagte der Westberliner Senat im Rathaus von Schöneberg.
Der Grundstein für die frei stehende Marienkirche vis-à-vis wurde schon 1270 gelegt. Gleich hinter der Kirche ragt der 1969 eingeweihte, 368 Meter hohe Fernsehturm in den Himmel über Berlin.
Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz war schon zu DDR-Zeiten ein beliebter Treffpunkt. Hier endet die 125 Meter breite Karl-Marx-Allee, seinerzeit beliebt für Militär- und andere Paraden.