Kitabı oku: «Der Arzt und ich: Erotische Novelle»

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B. J. Hermansson

Der Arzt und ich: Erotische Novelle

Lust

Der Arzt und ich: Erotische Novelle ÜbersetztGesa Füßle Original Läkaren och jag - erotisk novellCopyright © 2019, 2019 B. J. Hermansson und LUSTAll rights reservedISBN: 9788726229684

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

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Der Arzt und ich

- Allgemeinzustand. Gut und unbeeinflusst. Guter formaler und emotionaler Kontakt. Guter Augenkontakt. Beantwortet Fragen adäquat. Behält den roten Faden. Guter Blickkontakt. Guter Krankheitsinstinkt. Zeigt sich hilfesuchend.

Ich höre mir an, was er zu sagen hat. Schreibe die Sätze zu verschiedenen Suchwörtern im Tagebuch. Manchmal verschiebe ich einen Satz, manchmal streiche ich eine Wiederholung. Ich mache meine Arbeit. Als medizinische Sekretärin im Krankenhaus höre ich ständig seine Stimme und seinen Atem. Stelle mir seine Gedanken vor. Ich höre seine Selbstsicherheit. Bemerke seine Eigenheiten, Wörter, die er immer benutzt, Sätze, die immer wieder vorkommen. Eine Art. Eine Person. Dazwischen höre ich, wie er Kaugummi kaut oder schluckt. Wie er Luft holt, ein- und ausatmet. Und nachdenkt. Nicht lange, nicht wie andere. Ich habe gelernt, es zu deuten, genau zu verstehen, was er tut und was es bedeutet. Die Stille bedeutet, dass er eine Anmerkung liest. Ein Wort, das zum Ende hin länger wird, zeugt von einem Gedanken.

Durch meine Arbeit bin ich ihm nah. Drehe ich die Lautstärke in meinen Kopfhörern auf, was ich automatisch tue, wenn ich sein Diktat schreibe, komme ich ihm sehr nahe. Ich höre wirklich alles. Und ich glaube, tief in mir drin, dass er das auch versteht. Ich befinde mich sehr, sehr nah an ihm dran. Dicht. Fast drin.

Er hat eine tiefe Stimme. Tief in ihrem Umfang. Freundlich, nicht hart, aber sicher und ohne Zweifel. Er spricht schnell, manchmal verhaken sich die Wörter miteinander. In jedem Wort, das er äußert, kann man deutlich seine Selbstsicherheit spüren, die wie ein Mantra über seinem Wortschatz ruht.

Natürlich ist es unlogisch zu behaupten, dass ich ihn wirklich kenne, das tue ich nicht. Ich bin weit davon entfernt. Wer die Person hinter der selbstsicheren und professionellen Fassade auf der Arbeit ist, der Arzt, weiß ich kaum. Ich kenne seinen Namen und seinen Beruf und seine Art, mit seinen Mitarbeitenden umzugehen. Im Übrigen kann ich mich nur auf meine Beurteilungen und die der anderen stützen, die manchmal in der Teeküche geäußert werden.

Insgesamt ist er ein Fremder für mich. Und ich für ihn.

Aber die Stimme. Über die Stimme kommen wir einander doch näher. Über seine Stimme kann ich den allerkleinsten Laut betrachten, aufsaugen, registrieren und verstehen. In dem Moment verbindet uns etwas. Ansonsten – viel zu weit weg. Habe ich jemals mit ihm gesprochen? Zu einigen, nicht vielen, vielleicht einer Handvoll Anlässen, haben wir einander zugenickt. Mehr nicht. Niemals mehr. Als ich neu an der Aufnahme war, war er der Einzige, der mir nicht die Hand zum Gruß entgegenstreckte. Aber er hält nicht viel vom Grüßen, bei niemandem, das rede ich mir ein, um seine Art zu rechtfertigen, die mich irgendwie erregt.

- Planung … hm …

Er überlegt. Sein Laut. Ich werde neugierig. Ich bringe ihn sofort und ohne Zweifel in einen anderen Zusammenhang. Unpassend. Den Laut. Das Atmen. Die Lippen. Wie würde sein Kuss schmecken?

- Der Patient wird auf die Warteliste für einen erneuten Besuch in drei Monaten gesetzt.

Viele reden von seiner Selbstsicherheit. Seine selbstverständliche Art, seine Autorität, mit der er selbst genauso einverstanden ist wie alle anderen. Und er hat seinen Titel, den kann ihm niemand wegnehmen, genauso wenig wie die Tatsache, dass er seine Arbeit mit der größtmöglichen Eleganz erledigt. Ich bewundere ihn. Sehe zu seinem Wissen, seiner Weisheit und seiner Selbstsicherheit auf. Er grübelt nicht, fragt nicht um Rat, wie es die anderen tun. Denn er weiß, was er tut.

Und er weiß es, ohne zu zweifeln.

Einige finden, vielleicht zu Recht, dass seine Art ein bisschen peinlich ist. Dass er keinerlei Bescheidenheit zeigt. Wenn man sich seiner Sache und seiner Person sicher ist, heißt das dann automatisch, dass man nicht schüchtern und bescheiden sein kann? Wieder stelle ich mich auf seine Seite.

Ich stelle mir vor, wie sein Kuss schmecken würde. Ist er allein? Hat er Familie? Ich stelle mir seine Bewegungen vor, wenn er mit einer Frau schläft. Wie er sie behandelt. Wie er sie mal sanft, mal intensiv voller Konzentration befriedigt. Höchstwahrscheinlich sehr sicher in seinen Bewegungen.

- Träumst du schon wieder?

Die Stimme kenne ich. Ein Kollege. Und er hat natürlich Recht. Ich wende mich wieder meiner Arbeit zu. Mache weiter mit einem Diktat von jemand anderem. Schreibe. Arbeite.

Das Dilemma bleibt. Ich wage mich nicht in seine Nähe. In mir wächst ein Wille. Aber ich bin niemand, der von Natur aus ein Risiko eingeht. Teils wegen des Risikos, abgewiesen zu werden, egal von wem, teils, weil wir uns den Arbeitsplatz teilen. Es fühlt sich alles andere als gut an, sollte es sich als Fehler erweisen. Trotzdem hat er etwas an sich, wodurch ich nicht aufhören kann, von ihm fasziniert zu sein. Denn fasziniert bin ich von ihm. Ich beeile mich, sobald ich sehe, dass eins seiner Diktate mit auf der Liste steht. Ich klicke es an und schreibe auf, was er erzählt und was von dem Besuch eines Patienten handelt. Er geht durch, was sie getan haben und welche Schlüsse er daraus zieht.

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