Kitabı oku: «Teamarbeit und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit»

Die Autoren

Werner Fleischer, Dipl.-Pädagoge mit den Schwerpunkten Erwachsenenbildung und Psychologie ist deutschlandweit als selbstständiger Berater, Coach und Moderator seit 1998 in Kliniken und Krankenhäusern tätig und seit 2004 allein auf diesen Bereich spezialisiert. Er begleitet klinische Leitungskräfte bei Führungs- und Veränderungsprozessen, bei der Konfliktlösung sowie bei Fragen des Selbstmanagements und der Karriereentwicklung.

Benedikt Fleischer, B. Sc. in Wirtschaftspsychologie, M. A. in Kulturwissenschaften, ist zertifizierter Moderator und Trainer für DISG-Verhaltens- und Arbeitsplatzprofile und seit 2016 als Coach und Berater im Pflegebereich tätig. Er begleitet Personalauswahl- und Personalentwicklungsprozesse durch die Vermittlung eignungsdiagnostischer Tools, moderiert Team-Supervisionen und Arbeitsgruppen zum Thema Prozessoptimierung und vermittelt Führungsgrundlagen an Führungskräfte.

Martin Monninger ist seit 1996 in der Anästhesie, Intensiv- und Notfallpflege tätig.
Davon ist er seit über 10 Jahren verantwortlich für die Notaufnahme der Kreiskliniken in Reutlingen. Dabei hat er umfassende Erfahrungen in der effizienten Organisation von Strukturen und Prozessen gesammelt, sowie Führungs- und Management-Kompetenzen erworben.
Werner Fleischer/Benedikt Fleischer/ Martin Monninger
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1. Auflage 2021
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-035773-0
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-035774-7
epub: ISBN 978-3-17-035775-4
mobi: ISBN 978-3-17-035776-1
Inhalt
1 Vorwort
2 1 Einleitung: So tickt eine gute Teamleitung – Grundsätzliches
3 2 Theorien und Modelle
4 2.1 Gruppe oder Team: Definition
5 2.1.1 Grundbedingungen von Teams
6 2.1.2 Teamentwicklung
7 2.1.3 Phasen der Teambildung
8 2.1.4 Teambildung
9 2.1.5 Anforderungen an den Teamleiter
10 2.1.6 Teamkoordination
11 2.1.7 Teammoderation
12 2.1.8 Sind wirklich alle gleich?
13 2.1.9 So wird aus einem Team ein Top-Team
14 2.2 Riskante Teamdynamiken
15 2.2.1 Das unerfahrene Team
16 2.2.2 Das depressive Team
17 2.2.3 Die mauernden Teams
18 2.2.4 Das fraktionierte Team
19 3 Das Team im Blick – Analyse-Tools
20 3.1 Die Bindungsanalyse
21 3.2 Um wen muss sich die Leitungskraft nun zuerst kümmern?
22 3.3 Das Soziogramm
23 4 Teamführung im Klinikalltag
24 4.1 Fortbildungen
25 4.2 Supervision
26 4.3 Die Führungs-Supervision
27 4.4 Psycho-Hygiene – Achtsamkeit – Selbst-Management
28 4.5 Nähe und Distanz
29 4.6 Mitarbeiterbesprechung
30 4.7 Schnittstellen zwischen Teams
31 5 Berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit
32 5.1 Was macht sie so schwer?
33 5.2 Der Klassiker: Die Silo-Struktur
34 5.3 Aufgaben werden delegiert
35 6 Herausforderungen für Teams
36 6.1 Teamfunktion bei der Burn-out-Prävention
37 6.2 Konflikte erkennen und lösen
38 6.3 Erste Hilfe bei Konflikten in Teams
39 6.4 Déformation professionnelle
40 7 Mehr Pflegekräfte per Gesetz – Chancen und Risiken
41 Und zum Schluss …
42 Literatur
43 Stichwortverzeichnis

Vorwort
Herzlich willkommen zum 3. Band der Buchreihe »Wirksam führen | Pflege«. Im ersten Band haben wir ausführlich über die Grundlagen der Mitarbeiterführung informiert und einen praxisorientierten Leitfaden vorgelegt; mit solidem Grundlagenwissen und schnellen Hilfestellungen bei akuten Herausforderungen und Spannungen – lösungsorientiert, einfach und souverän. Anhand theoretischer Grundlagen und praktischer Alltagstipps haben wir gezeigt, wie herausfordernd es ist, eine Führungsposition zu gestalten und auszufüllen. Aber auch, wo Fallstricke lauern und wie viel ehrliches Engagement von einer Führungskraft erwartet wird.
• Band 1 bildet damit die Basis für alle folgenden Bände.
• Band 2 beschäftigt sich intensiv mit moderner Gesprächsführung entlang der Grundregel: Führen geht nur über das Gespräch. Hier werden Mechanismen mit ihren theoretischen Hintergründen aufgezeigt, die zwischen Menschen im Gespräch wirken. Die Vielzahl der Führungsgespräche im Klinikalltag mit ihren eigenen Zielen und Inhalten ist übersichtlich dargestellt und für die persönliche Vorbereitung umfassend als Nachschlagewerk aufbereitet. Jede pflegerische Leitungskraft hat somit die Möglichkeit, sich mit diesem Band in ihrer Gesprächsführung weiterzuentwickeln. Checklisten zur Vor- und Nachbereitung von Gesprächen runden diesen Band ab.
• Der vorliegende Band 3 zeigt auf, wie Teams gebildet werden, wo Konfliktpotenzial liegt, was die Stärken von gut aufeinander eingespielten Top-Teams sind und wie die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Ärzt*innen und Pflegekräften im täglichen Umgang funktionieren kann.
In einer Welt mit einem hohen Grad an Spezialisierungen können komplexe Aufgaben oft nur gemeinsam gelöst werden. In Krankenhäusern ist das perfekte Zusammenspiel im Team, sei es in der Pflege oder zwischen ärtzlichem Personal und Pflegekräften, mehr als nur Beigabe, es ist unter Umständen sogar überlebenswichtig. Die Arbeit sollte zügig und reibungslos im Zusammenspiel der unterschiedlichen Berufsgruppen funktionieren. Jeder muss sich auf den anderen verlassen können und alle sollten dasselbe Ziel haben: die schnelle und professionelle medizinische und pflegerische Versorgung der Patientinnen und Patienten. Doch ein Team entsteht nicht nur, weil mehrere Individuen zusammenarbeiten. Es bedarf der Teambildung und entsprechender Maßnahmen, damit aus Fachkräften mit unterschiedlichen Qualifikationen eine gut funktionierende Einheit wird, für die eine professionelle Zusammenarbeit selbstverständlich ist. Wir geben Ihnen mit dem vorliegenden Band das nötige Werkzeug an die Hand, um aus einer Gruppe ein Team und schließlich ein Top-Team zu formen – mit Spaß, Engagement und Überzeugungskraft.
Die weiteren Bände dieser Reihe haben folgende Inhalte:
• Band 4: Rollen- und Verhaltensprofile, Konflikte konstruktiv lösen
• Band 5: Ziel-, Zeit- und Selbstmanagement
• Band 6: Change-Management
Insgesamt stellt die gesamte Reihe ein Nachschlagewerk »aus der Praxis für die Praxis« dar.
Die Autoren möchten mit dieser Reihe Pflegeleitungen praktische und theoretische Hilfestellungen und Tipps geben, um jederzeit selbstbestimmt und vorausschauend handeln zu können und das fordernde Aufgabenspektrum, die Bedürfnisse der Mitarbeiter, die täglich neuen Herausforderungen und den Klinikalltag zu bewältigen und bestenfalls selber mitzugestalten.
Ein besonderer Dank der Autoren bei Entstehung dieser Buchreihe gilt Martina Conradt für ihre unermüdliche Recherche, ihren sprachlichen Schliff sowie ihre kritischen und konstruktiven Anmerkungen.
| Werner Fleischer | Benedikt Fleischer | Martin Monninger |
Hinweis zur Gendergerechtigkeit:
Wir bemühen uns, alle Texte nach modernen Richtlinien zu gendern. Sollte es in manchen Fällen wegen der besseren Lesbarkeit nicht möglich sein, sind dennoch immer alle Menschen angesprochen. Feststehende Bergriffe, wie beispielsweise »Ärztekammer«, »Mitarbeiterführung«, »Chefarztwechsel« oder »Mitarbeiterjahresgespräch« bleiben unverändert.
1 Einleitung: So tickt eine gute Teamleitung – Grundsätzliches
»Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile«
Aristoteles (384–322 v. Chr.)
Oberste Priorität für eine Teamleitung bei der Bildung eines Teams ist ein Überblick, was jede*r Einzelne der Gruppe an Kompetenzen und positiven beruflichen Erfahrungen mitbringt, um die geforderten Aufgaben zu erfüllen. Das beginnt für die Pflegeleitung oft mit einer Fleißarbeit: Wenn eine Leitungskraft ein Pflegeteam übernimmt, macht es Sinn, mit Unterstützung der Personalabteilung, Akten, Zeugnisse, Weiterbildungsnachweise und eventuell auch die vereinbarten Ziele aus den Mitarbeiter-Jahresgesprächen jedes Teammitgliedes zu lesen. Schon hier sind gelegentlich Informationen erkennbar, die im täglichen Umgang untergehen. Sie sind ein wertvoller Schatz für die Integration des Mitarbeiters in das Team: Welche Einsatzbereiche in anderen Kliniken und bei vorangegangenen Arbeitnehmern sind erkennbar? Wie werden das Leistungs- und Sozialverhalten aus vorangegangenen Stellen bewertet? In welchen Projekten hat er oder sie sich besonders hervorgetan? Gibt es persönliche Interessen, die auch in der aktuellen Tätigkeit förderlich sind?
Wer wissen will, wie fit seine Mitarbeitenden fachlich, mental und körperlich sind, sollte sie hin und wieder bei der Arbeit begleiten und auch regelmäßig unterstützen. Denn nur so ist zu erkennen, wie eine Pflegekraft im Umgang mit anvertrauten Menschen agiert, ob sie in der Lage ist, die erforderlichen Tätigkeiten präzise und souverän auszuüben bei gleichzeitiger Patientenorientierung und ob sie motiviert bei der Sache ist. Erkennt die Führungskraft Mängel, gibt es immer Möglichkeiten, entgegen zu wirken: durch Anleitung, Hospitation, Coaching, Fortbildungen – entweder für einzelne Mitarbeitende oder das ganze Team. Mitarbeitervisiten sind zusätzlich eine gute Gelegenheit, Pflegequalität zu überprüfen, Feedback zu geben und den allgemeinen Austausch über Vorgehensweisen und Prozesse voranzutreiben.

Machen Sie die Augen auf, beobachten Sie und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter und deren Werdegänge. Sammeln Sie Eindrücke und investieren Sie Zeit, Aufmerksamkeit und Interesse für die Kolleginnen und Kollegen. Das sind wichtige Voraussetzungen, um aus einzelnen Individuen eine Mannschaft zu formen. Das ist zwar eine anspruchsvolle Herausforderung, aber sie ist zielführend und macht Spaß.
Eine Pflegeleitung muss, auch über mehrere Stationen hinweg, immer alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Blick haben:
• Wo kann wer am effektivsten eingesetzt werden?
• Wer wäre an einem anderen Einsatzort eventuell zufriedener und damit effizienter?
• Wo liegen die individuellen Stärken und Schwächen?
• Gibt es augenscheinliche psychische Blockaden?
• Was könnte unterstützend dabei wirken, alle Potenziale bestmöglich zu entwickeln und einzubringen?
Ein Team zu bilden und zu pflegen kostet Zeit und fordert Engagement. Wer jedoch die Chancen, Bedürfnisse und Potenziale einzelner nicht nutzt, vergrößert mittelfristig sogar seine persönliche Belastung. Wer alle im Team über einen Kamm schert, wird nicht erfolgreich sein. Eine gute Teamleitung setzt sich differenziert mit jeder*m Einzelnen auseinander, kennt die Reifegrade bzgl. der Schlüsselaufgaben und sorgt so dafür, dass sich einzelne Teammitglieder gegenseitig unterstützen, fördern, aneinander wachsen und gemeinsam stärker werden. Auf der anderen Seite wird die Pflegeleitung durch ein gut funktionierendes Team entlastet, weil sie an einigen Stellen Aufgaben an andere Spitzenkönner delegieren kann – immer in der Gewissheit, dass alle Aufgaben dann auch zur vollkommenden Zufriedenheit erfüllt werden. Eine gute Analyse und die Umsetzung der Erkenntnis daraus, machen die Arbeit effizienter und damit für die Pflegeleitung leichter.
Das Ziel sollte es sein, ein Top-Team zu schaffen, das am Ende in der Lage ist, sich selbst zu supervidieren, zu analysieren, eigene Regeln zu finden und sich auch daran zu halten. Wer als Pflegeleitung ein Team verantwortet, das selbstständig lösungsorientiert agiert, Prozesse und Strukturen im Blick hat und selbst Verantwortung übernimmt, entlastet sich erheblich.
Ein gutes Beispiel hierfür sind häufig Hebammen, die aufgrund ihrer Abgrenzung zu anderen Berufsgruppen, die in einer Klinik tätig sind, gelernt haben, in eine hohe Eigenverantwortung zu gehen. Sie pflegen ihre Teamzusammengehörigkeit, oft sehr intensiv und erfolgreich. Sehr ähnlich verhält es sich auch auf Intensivstationen und in Notaufnahmen und auf Intensivstationen. Dort sind gute Teams keine Seltenheit, da sie aufgrund der hohen beruflichen Belastung und Anspannung gelernt haben, sich aufeinander zu verlassen, sich zu vertrauen und so effizient und effektiv gemeinsam zu arbeiten. Insuffizienz kann auf solchen Stationen Menschenleben in Gefahr bringen. Auch hier kann es zwar zu Konflikten kommen, aber auf der anderen Seite sind diese Teams auch in der Lage, schneller und konstruktiver Lösungen zu finden.
Zusammengefasst heißt das: Die Leitungskraft muss, bezogen auf die anstehenden Aufgaben,
• das Wissen der Mitarbeitenden kennen,
• ihre Erfahrungen und übertragbaren Leistungen im Blick haben,
• die Motiovation, Initiative und Ziele der Mitarbeitenden kennen
• wie viel Selbstvertrauen ein*e Mitarbeitende*r hat.
Im Mittelpunkt der Beobachtungen bei der Entwicklung zum Team steht das Leistungsverhalten. Leistung ist jedoch mehr als lediglich die Erfüllung der Aufgaben. Weitere Parameter sind die Zeit: schafft ein*e Mitabeitende*r die erforderlichen Arbeiten auch in der dafür festgesetzten Zeit und in dem erwarteten hohen pflegerischen Qualitätsstandard. Auch das Sozialverhalten während der Schicht im Umgang mit Kolleg*innen, Patient*innen, das Feedback-Verhalten, die gegenseitige Unterstützung usw. spielen eine große Rolle in der Analyse des Teamzustandes.
Eine Pflegeleitung ist dann gut in ihrem Job, wenn es gelingt, ein Team zu formen, in dem sie von jedem Mitglied in 80 % der Zeit weiß, wie es um ihn oder sie in Bezug auf Wissen, Erfahrung, Motivation, Selbstvertrauen und Belastung steht – alles natürlich im beruflichen Kontext.
»Warum über die Dunkelheit jammern, wenn man eine Kerze anzünden kann«
Chinesisches Sprichwort

Es gibt immer noch Pflegebereiche, in denen es katastrophal läuft – mit hohem Krankenstand, schlechter Führung, mieser Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten und genereller Unzufriedenheit. Daraus resultieren noch mehr Unzufriedenheit und damit verbunden auch mangelnde Sorgfalt bei der Versorgung der Patient*innen. Gleichzeitig sind viele Dinge im Gesundheitsbereich im Wandel und werden aktiv – durch Gesetzgebung oder Ambitionen von Klinikleitungen – verändert. Sehen Sie diese Veränderungen als Chance und nicht als eine weitere Bedrohung. Noch nie wurde über Pflege, den Beruf im Allgemeinen, die Ausbildung, die Belastungen und die gesellschaftliche Anerkennung so intensiv gesprochen und debattiert wie zurzeit. Zwar kann niemand garantieren, dass sofort alles besser wird. Aber Mitarbeitende in der Pflege haben jetzt die Möglichkeit, sich aktiv in die Veränderungsprozesse einzubringen, Vorschläge zu machen, sich von Missständen abzugrenzen und die Veränderungsprozesse bewusst mitzugestalten. Nicht meckern, dass es jetzt beispielsweise eine Pflegekammer geben soll, sondern die Chancen sehen und nutzen. Lernen Sie wieder, von Ihrem Berufsstand mit Achtung und Respekt zu sprechen. Dann können Sie ihn auch anderen gegenüber und in der Öffentlichkeit selbstbewusst verteidigen. Seien Sie Gestalter der Zukunft ihres Berufsstandes.
Leider übernehmen immer noch Pflegekräfte die Leitung einer Station, die zwar fit in ihrem Beruf, engagiert und fleißig sind, aber oftmals noch keine systematische Qualifizierung durchlaufen haben, in der sie gelernt haben, Leitungsvoraussetzungen zu schaffen und Teamführung professionell zu praktizieren. Das ist ein grober Managementfehler, da so durchaus hervorragendes Potenzial einfach verschlissen wird. Denn Leitung muss gelernt werden. Nur dann sind Leitungskräfte auch in der Lage, einen zusammengewürfelten Haufen an Menschen zu einem Team zu entwickeln, in dem sie Zeit investieren, Kenntnisse und Erfahrungen vermitteln, in Jahresgesprächen Ziele vereinbaren, in Talentdialogen Potenziale erkennen und weiterentwickeln sowie in Feedback- und/oder Kritikgesprächen mangelhaftes Leistungs- und Sozialverhalten ansprechen und Verbesserung fordern.
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