Kitabı oku: «Das Schwimmbad – Erotische Novelle»
Chleo
Das Schwimmbad - Erotische Novelle
Übersezt von Anja Wahnig
Lust
Das Schwimmbad - Erotische Novelle
Übersezt von Anja Wahnig
Titel der Originalausgabe: Badhus
Originalsprache: Schwedischen
Coverbild/Illustration: Shutterstock
Copyright © 0, 2021 Chleo und LUST
Alle Rechte vorbehalten
ISBN: 9788726662160
1. E-Book-Ausgabe
Format: EPUB 3.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit der Zustimmung vom Verlag gestattet.
Warum sollte ich mich darum kümmern, pünktlich zu sein? Klar habe ich während der Jahre einige irritierte Blicke zugeworfen bekommen, wenn ich mal mehr, mal weniger später als alle anderen in Vorstands-, Bank-, Jahres-, Budget- oder was auch immer für Meetings geplatzt bin.
Während der wenigen Jahre, die seit meinem Abschluss an der Handelsschule vergangen sind, hat nicht eine einzige kleine Seele es gewagt, mich zurechtzuweisen, obwohl ich stets die Jüngste im Team bin. Wenn ich zu spät komme, setze ich einfach ein blendendes, unschuldiges Lächeln auf und dann kann das Meeting beginnen. Sie fangen nie an, bevor ich da bin. Ich bin ein geborenes Alpha-Weibchen.
Aber es ist nicht mein Berufsleben, mit dem ich jetzt prahlen werde. Nein, diese Geschichte handelt stattdessen von einem Abend, anders als alle anderen Abende. An dem Abend, von dem ich rede, an dem das Unglaubliche geschah, war ich auf einer Konferenz in Göteborg. Die Firma hatte eine Nacht in meinem Lieblingshotel Dorsia gebucht. Nach einem langen Tag voller Meetings, Reden und Gesprächen, gönnte ich mir eine Trainingseinheit im Hagabad, einem exklusiven Fitnesscenter mit Spa und Schwimmbad. Es war kein Zufall, dass ich dorthin ging. Nach dem Schwimmen sollte das letzte, na, nennen wir es mal „Meeting“, beginnen. Und zwar nicht irgendein Meeting.
Einmal im Jahr, seit fünf Jahren, nehme ich an einer Art „Treffen“ der ganz besonderen Art teil. Es geht um das Außergewöhnliche an diesem Treffen, von dem ich jetzt berichten möchte.
Wir waren insgesamt zu fünft, die jedes Jahr Zeit, Ort, Charaktere und was wir gerne machen wollten, bestimmten. Was wir für einander tun wollten. Es war eine Art Improvisationstheater, oder improvisiertes Rollenspiel, ohne einstudierte Texte. Wir waren durch eine Dating-Website miteinander in Kontakt gekommen, auf der sich Gleichgesinnte und Sexhungrige trafen und ihre Perversionen und heiklen Gelüste befriedigen konnten. Ich meldete mich bereits vor langer Zeit auf dieser Seite an, da ich an der Teilnahme an Orgien interessiert war. Also an Gruppensex, vereinfacht gesagt. Nach Jahren voller Online-Dating, Partys und BDSM-Clubs, hatte ich mir eine loyale Beziehung zu vier Personen aufgebaut. Das waren Matilda, Ricky, Michael und Juan. In den vergangenen fünf Jahren hatten wir uns also an verschiedenen Orten getroffen, in verschiedenen Verkleidungen, hatten geschauspielert und uns vergnügt.
Michael war der Chef des Hagabads in Göteborg und er war es auch, der vorschlug, dass wir uns dieses Jahr dort treffen sollten. Im vergangenen Jahr waren wir in einem luxuriösen Hotelzimmer, das meine Firma bezahlt hatte.
Der Zugang zu den Lokalitäten des Hagabads war sehr exklusiv. Heute Abend sollten Michael und die drei anderen Angestellte unterschiedlicher Berufskategorien des Hallenbads spielen. Sie sollten aufgegeilte, gute Freunde darstellen, die es mochten, zu quatschen und zu feiern. Ich, für meinen Teil, würde in vielerlei Hinsicht mich selbst spielen. Eine junge, geschäftlich reisende „Touristin“ aus Stockholm.
Mein Wunsch für das diesjährige Treffen war es, vollkommen devot zu sein und „benutzt“ zu werden. Ja, sexuell gesehen. Wir hatten vereinbart, dass „rot“ unser Safeword war.
Ich hatte meine vier Spielkameraden gebeten so zu tun, als würde ich erwischt werden, wie ich mich selbst auf deren Arbeitsplatz befriedigte, der natürlich genau im Schwimmbad war. Und dass sie mich dafür sexuell „bestrafen“ sollten.
Es war bereits kurz vor acht, als ich schweißgebadet und keuchend vom Laufband auf der Empore über dem Schwimmbecken stieg.
Als ich ins Fitnessstudio kam, waren nur wenige Besucher da, aber jetzt war ich als Einzige übrig. Ich hatte nichts dagegen, ich war den gesamten Tag über von sehr vielen Menschen umgeben gewesen. Ich nutzte die Gelegenheit, meinen Körper in dem großen Wandspiegel zu mustern. Die Haarsträhnen, die aus dem straffen Zopf herausragten, lagen wie ein klebriger Rahmen um mein rot angelaufenes Gesicht. Schweißperlen glänzten auf meinem Schlüsselbein, der weiße Sport-BH hatte einen Fleck zwischen den Brüsten. Ich drehte den Kopf und warf einen strengen Blick auf meinen Hintern: noch immer anerkennend genehmigt. Die schwarzen Leggings verliehen ihm eine extra vorteilhafte Silhouette.
Für gewöhnlich beklage ich mich bei meinen Freunden darüber, dass die Männer im Fitnessstudio und im Schwimmbad mich gierig anstarren. Ich werde fast pausenlos beobachtet, während ich auf dem Crosstrainer schwitze. Und es gibt immer einen Idioten, der auf meinen Hintern starrt oder von meinen Brüsten hypnotisiert ist, wenn ich seilspringe. Es ist vorgekommen, dass mein Personal Trainer so tat, als würde ich das Gerät nicht beherrschen, um die Chance zu bekommen, mir zu helfen – mit einer Hand auf meinem Hintern.
Aber auch, wenn ich mich darüber beschwere, ist die heimliche Wahrheit doch, dass ich die Bewunderung dieser Schafsköpfe liebe. Ich verleibe mir deren Aufmerksamkeit ein, wie Kinder ein Eis, das an ihren kleinen Händen hinunterläuft. Ich werde von der Begierde der Männer angespornt, davon erregt, dass ich sie beschäme und dass sie rot werden, wenn ich sie irritiert anstarre.
Ich sehe mich in dem verlassenen Raum um. Das Schwimmbad hat gerade geschlossen. Jetzt würden nur noch ich und meine Freunde hier sein. Wir hatten beschlossen, dass unser Spiel beginnen sollte, wenn der letzte Gast gegangen war und dies war jetzt der Fall. Ich lief zu der leeren Umkleide und zog meinen schwarzen Badeanzug an.
Ich sprang in das warme Schwimmbecken und ließ mich mit geschlossenen Augen treiben. Alles wurde still, ich war allein im Universum. Die Erinnerung an all die traurigen Büroratten, von denen ich während des Tages umgeben war, verschwand. Ich war die Königin des Hagabads. Ein Kribbeln und Vorfreude durchströmten mich. Ruhe, Action. Lasset die Vorstellung beginnen.
Vorhang.
Bilder und Fantasien begannen sich zu formieren, wie sie es tun, wenn ich schlafen gehe. Ich sah Haremsfrauen und Diener vor mir, die mich wuschen. Geil, untertänig und ehrfürchtig. Große Schwänze von kräftigen Männern streiften mein Gesicht und meine Schenkel, aber ich hatte nichts zu befürchten: Ich war diejenige, die den Ton angab.
Ich führte die Hand zwischen meine Beine und presste sie gegen mein Geschlecht, stellte mir vor, dass es die Zunge eines jungen Sklaven war, fantasierte davon, dass er zeitgleich von einigen Dienerinnen mit dünnen Schleiern einen geblasen bekam. Die Zeit verging, ich weiß nicht, wie lange ich in dem sanften, nach Chlor riechenden Wasser herumtrieb und meine Fantasien und die mächtige Geilheit genoss.
Plötzlich wurde ich von einer scharfen Stimme brutal aus meinen Gedanken gerissen. Ich schaute auf. Am Beckenrand stand ein kräftiger Mann mit Latzhose und einem weißen T-Shirt. Es war mein lieber Freund Ricke. Um den Hals hingen ein paar Kopfhörer, aus denen Musik ertönte, Elektrogitarren, sicherlich Hardrock. Er spielte die Reinigungskraft heute Abend, obwohl er in Wirklichkeit Barkeeper war. Ricke, oder besser gesagt der Putzmann, stand über einen Wischmopp gebeugt und kaute Kaugummi wie ein Teenager, obwohl er bereits etwas über 30 war. Er sah wirklich überzeugend aus. Ich habe ihn kaum wiedererkannt. Ich fühlte mich in die Situation ein. Der Putzkerl rief mit lauter Stimme:
„Bist du taub, Süße? Wir haben den Laden schon vor einer halben Stunde geschlossen!“
Ich balanciere mit den Zehen auf den blauen Fliesen im Becken, streckte die Arme im Wasser aus und schob die Brust heraus. Er musterte mich eiskalt von oben bis unten, nicht im Geringsten beeindruckt. Ich lächelte.
„Ihr müsst doch bestimmt trotzdem einen zahlenden Kunden noch in Ruhe duschen lassen, oder?“
Ich war nie ein Naturtalent gewesen, was die Schauspielerei angeht. Nervosität durchströmte mich. Aber ich werde bald in die Rolle finden. Er verdrehte die Augen. Ricke blieb seinem Pokerface und seiner Rolle treu.
„Duschen kannst du ja wohl zu Hause, hoch jetzt und raus hier, Kleine“, sagte er mit seinem Göteborger Dialekt.
Als ich in die Umkleide ging, dachte ich frech: „Ich werde duschen, wann ich will, du verdammter Göteborger“ und drehte eine der zehn Duschen in der Damenumkleide auf. Meine teuren Hautpflegeprodukte lagen in meinem Kulturbeutel auf der Bank, welche den Raum in zwei Bereiche trennte, mit fünf Duschkabinen auf jeder Seite. Sicherheitshalber behielt ich den Badeanzug an.
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