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2. CHICAGO RIVER: PADDELTOUR MIT DEM KAJAK
Langsam zieht Chicagos weltberühmte Skyline an einem vorbei, Schlag um Schlag. Gemächlich lässt es sich über den Chicago River paddeln. Und von hier unten, direkt auf der Wasserlinie und aus einem Kajak heraus, wirken die beeindruckenden Wolkenkratzer nochmals imposanter. Denn die weltweit berühmtesten Architekten wie beispielsweise Mies van der Rohe haben die Metropole am Lake Michigan zu einem echten Schmuckstück gemacht – vor allem rund um den Chicago River gruppieren sich die Meisterwerke. Somit genießen Besucher den schönsten Blick vom Wasser aus. Und eine geführte Kajaktour ist da eine gute Alternative zu den populären Fahrten mit einem der motorisierten Ausflugsschiffe.

Die Skyline wirkt vom Kajak aus noch imposanter.
Die 90-minütigen Ausflüge von Urban Kayaks starten nur wenige Meter vom Lake Michigan entfernt. Gemütlich paddelt die Gruppe Richtung Innenstadt, passiert rechter Hand den Apple Store und erreicht schnell das erste Highlight: das Wrigley Building, einst Hauptsitz des gleichnamigen Kaugummi-Herstellers. Das Gebäude (am rechten Ufer) mit seinem Stilmix aus französischer Renaissance und spanischer Kolonialzeit steht fotogen im Kontrast zum angrenzenden Trump Tower, dem zweithöchsten Wolkenkratzer Chicagos. Beides sind schöne Fotomotive. Linker Hand folgen nun einige Restaurants und Cafés am Chicago Riverwalk, wie die weitläufige Promenade offiziell genannt wird. An der Marina Plaza lässt es sich bequem ankern und ein Getränk „To Paddle“ holen – doch so kurz nach dem Ablegen am Pier von Urban Kayaks paddelt die Gruppe lieber weiter. Vielleicht ist es eine Option für den Rückweg, der ohnehin beschwerlicher werden wird?

Sightseeingtour auf dem Wasser
Zudem lohnen viele weitere sehenswerte Bauten kurze Fotostopps während der Paddeltour. Imposant erscheint beispielsweise auch das Reid, Murdoch & Co. Building aus dem Jahr 1914, in dem heute beispielsweise der Flagship-Store des Haushaltsgeräteherstellers Whirlpool zu finden ist, sowie das altehrwürdige Kaufhaus Merchandise Mart. Auch hier weiß der Guide von Urban Kayaks viel über die Bauten und die Geschichte der Stadt zu berichten. Nach der nunmehr neunten Straßenbrücke gabelt sich der Chicago River – für die Gruppe heißt es rechts in Richtung der Chicago & Northwestern Railway Bridge abbiegen. Hier geht es nun deutlich beschaulicher zu, weniger Ausflugsboote und Schiffe sind hier auf diesem Abschnitt unterwegs.

Die Kajaktouren starten ...

... mitten in der Innenstadt.
Es ist nun Zeit zum Umdrehen. Denn der Rückweg fällt beschwerlicher aus – jetzt gilt es, gegen den Strom anzupaddeln. Denn das Wasser des Chicago River fließt seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr in den Lake Michigan: Um die Wasserqualität von See und Fluss zu verbessern, wurde die Fließrichtung mittels eines komplexen Schleusensystems umgedreht. Seine markante grünliche Färbung verdankt der Chicago River übrigens dem Installateursverband, der seit 1962 immer am St. Patrick‘s Day den Fluss künstlich einfärbt. Nach knapp 90 Minuten ist schließlich wieder die Station von Urban Kayaks erreicht. Doch vorher erwartet die sportlichen Besucher noch eine kurze Abkühlung: Alle 60 Minuten schießt der Centennial Fountain eine mächtige Fontäne über den Fluss. Wagemutige paddeln darunter durch!
INFO
Lage: Die Station von Urban Kayaks liegt fünf Fußminuten von der William P. Fahey Bridge, N Columbus Drive, entfernt, 435 E Chicago Riverwalk, Chicago, IL 60601
Anfahrt: Zur Metro-Station State/Lake sind es zu Fuß rund 15 Minuten.
Touren:
Die 90-minütigen Touren (plus 20 Minuten Einweisung an Land) kosten 50 USD pro Person und finden sowohl mittags um 12 Uhr als auch um 18 Uhr zum Sonnenuntergang statt. Überdies werden einstündige Touren für 40 USD pro Person angeboten. Sowohl Einzel- als auch Doppelkajaks sind verfügbar. Wer nur ein Kajak mieten möchte, zahlt pro Person und Stunde 30 USD.
Mittlerweile werden auch Kajaktouren auf dem Lake Michigan angeboten. Die 90-minütigen Fahrten starten im Monroe Harbor, südlich des Columbia Yacht Club, 45 USD pro Person. Dabei genießen die Teilnehmer einen schönen Blick auf den Grant Park, die Skyline, das berühmte Navy Pier und den Museum Campus. Alternativ zur Paddeltour im Kajak können auch geführte Touren fürs Stand-up-Paddling (SUP) gebucht werden, ebenso Einführungskurse für die Trendsportart.
Website: urbankayaks.com
3. KUNST IM FREIEN: STADTSPAZIERGANG DER ANDEREN ART
Das Cloud Gate im Millennium Park ist nicht nur eine von Chicagos beliebtesten Attraktionen – die ovale Skulptur, genannt „The Bean“, ist zugleich das bekannteste Kunstobjekt im öffentlichen Raum der Metropole. Doch Besucher können weit mehr Kunstwerke und Installationen im Freien entdecken, beispielsweise Objekte von Miró und Picasso. Zwei Stunden sollten Besucher für diesen gut 1,8 Meilen (rund drei Kilometer) langen, kulturreichen Spaziergang einplanen.

Crown Fountain
Nur wenige Meter südlich von der 2006 errichteten Skulptur lockt der Crown Fountain: Die 15 Meter hohe Installation mit Wasserfall und Videowand zeigt im steten Wechsel die Gesichter von Chicagoer Bürgern. Die Aufnahmen spiegeln sich fotogen im Wasser, in dem die Kinder fröhlich planschen.

The Lions of Michigan Avenue
Nochmals nur wenige Meter weiter treffen Besucher auf wohl Chicagos ältestes öffentliches Kunstwerk, im Englischen Public Art genannt: die beiden bronzenen Löwen. Geschaffen 1894 von Edward Kemeys (siehe auch Seite 112, Tipp 21) markieren sie den Eingang zum Art Institute of Chicago.
Jetzt lohnt es sich, den Spaziergang gen Lake Michigan fortzusetzen. Nächstes Highlight ist der Buckigham Fountain im Grant Park. Der Brunnen im französischen Barockstil entstand 1927 und hatte sich schnell als ein Symbol von Chicago etabliert – und ist auch stets zu Beginn des Vorspanns der Fernsehserie „Eine schrecklich nette Familie“ aus den 1980er- und 1990er-Jahren zu sehen. Bei den stündlichen Wasserspielen schießt die Fontäne bis zu 50 Meter hoch. Auf dem Weg hierher passieren Spaziergänger überdies ein Meisterwerk aus Terrakotta: den Chicago Stock Exchange Arch der früheren Wertpapierbörse.

Tagsüber wie abends ein beliebtes Fotomotiv: der Buckigham Fountain im Grant Park
Die nächsten überdimensionalen Skulpturen liegen nur einige Gehminuten weiter westlich: Wie ein Farbklecks inmitten dunkler Verwaltungsbauten erstrahlt die rote Stahlkonstruktion namens Flamingo. Sie wurde 1974 auf der Federal Center Plaza errichtet. Nur vier Blocks weiter steht das farbenfrohe Mosaik „Four Seasons“ im schrillen Kontrast zur Umgebung. Das Konstrukt des französisch-russischen Künstlers Marc Chagall beschreibt die Stadt in den vier Jahreszeiten und veredelt seit 1974 den Chase Tower.
Gleich zwei Meisterwerke machen den Daley Plaza zu einem Hotspot: Auf der einen Straßenseite lässt eine gut 15 Meter hohe Statue von Pablo Picasso aus dem Jahr 1967 erstaunen. Mangels Titulierung durch den Künstler als „Untitled“ oder „The Picasso“ bekannt, wurde die 162 Tonnen schwere Stahlkonstruktion zunächst von den Chicagoern verschmäht – doch diese Zeiten sind längst passé. Auf der anderen Straßenseite wiederum hat sich Joan Miró mit dem schmalen, aber rund zwölf Meter hohen Kunstwerk „Miró’s Chicago“ verewigt. Zwei Jahre vor seinem Tod 1983 entstand die Plastik mit rotem Mosaik am Fuße.

Skulptur „Untitled by Picasso“
Einen Block weiter nördlich können Reisende die zehn Tonnen schwere Skulptur „Monument with Standing Beast“ durchstreifen. Das Werk steht seit 1984 vor dem von Stararchitekt Helmut Jahn entworfenen Thompson Center.

Lichtershow am Merchandise Mart
Zum Abschluss des Stadtspaziergangs der anderen Art darf ein Abstecher zum Chicago River nicht fehlen: Der imposante Merchandise Mart auf der nördlichen Flussseite erstrahlt regelmäßig in den Abendstunden als weltweit größte digitale Kunstinstallation, bekannt auch als „Art on theMart“. 34 Projektoren bringen die Gebäudefront mit Videoinstallationen zum Leuchten.
INFO
Cloud Gate und Crown Fountain: täglich von 6 bis 23 Uhr zugänglich (entsprechend der Öffnungszeiten des Millennium Park), zwischen Mai und Oktober in Betrieb; 201 E Randolph Street, Chicago, IL 60601, chicago.gov/city/en/depts/dca/supp_info/millennium_park.html
Buckingham Fountain: zwischen Anfang Mai bis Mitte Oktober in Betrieb, täglich von 8 bis 23 Uhr; 301 S Columbus Drive, Chicago, IL 60605, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/clarence-f-buckingham-memorial-fountain
Four Seasons: Seit 1994 schützt eine Glaskonstruktion das gut 20 Meter breite und jederzeit zu bewundernde Werk; 10 S Dearborn Street, Chicago, IL 60603
Miró's Chicago: 69 W Washington Street, Chicago, IL 60602
The Picasso at Daley Plaza: 1967 das erste offensichtliche öffentliche Kunstwerk Chicagos, jederzeit zu besuchen; 50 W Washington Street, Chicago, IL 60602, thedaleycenter.com
Monument with Standing Beast: Die Skulptur komprimiert vier Elemente, darunter ein Tier und einen Baum, zu einem großen Ganzen; 100 W Randolph Street, Chicago, IL 60601, chicago.gov/city/en/depts/dca/supp_info/chicago_s_publicartjeandubuffetsmonumentwithstandingbeast.html
Art on theMart: Die Projektionen sind im Regelfall mittwochs bis sonntags zu sehen und starten etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang, im Winter teils außer Betrieb; 278-294 W Wacker Drive, Chicago, IL 60606, artonthemart.com
4. LAKE MICHIGAN: SEHENSWERTE SEE-FAHRT
Eine Bootsfahrt zu den architektonischen Meisterwerken entlang des Chicago River zählt gefühlt zum Pflichtprogramm. Und in der Tat: Kaum eine Tour verschafft Besuchern einen besseren Überblick über die vielleicht schönste Skyline der Vereinigten Staaten als eine River Cruise. Ebenso spannend: eine Fahrt mit einem Ausflugsschiff über den Lake Michigan, einen der fünf Great Lakes an der Grenze zwischen den USA und Kanada.

Lake Michigan, drittgrößter der fünf Great Lakes, wirkt zuweilen wie ein Meer.
Ausgangspunkt für die sehenswerte See-Fahrt ist das populäre Navy Pier. Mehrfach täglich legen hier die Schiffe von Shoreline Sightseeing – unterhalb des weithin sichtbaren Riesenrades – ab. Entsprechend fotogen präsentiert sich nun das Navy Pier. Schließlich nimmt der Kapitän Kurs gen Süden und steuert in Richtung Museum Campus mit dem bekannten Adler Planetarium direkt am Seeufer. Während der Fahrt eröffnet sich ein unvergesslicher Blick auf die weiten Grünanlagen, umgeben von zahlreichen Hochhäusern. Auch der 442 Meter hohe Willis Tower lässt sich erspähen. In die andere Richtung, also gen Osten, wirkt der Lake Michigan indes nicht mehr wie ein See, sondern erscheint als Meer. Kein Wunder: Der See ist fast eineinhalbmal so groß wie die ganze Schweiz, der Bodensee würde gar mehr als hundertmal hineinpassen.

Blick vom Lake Michigan auf die berühmte Skyline
Schließlich fährt das Ausflugsschiff eine 180-Grad-Kehre und nimmt Kurs auf das nördliche Chicago – also zur anderen Seite des Navy Pier. Nachdem erneut die etwa eine halbe Meile lange Vergnügungsmeile auf dem ehemaligen Marine-Areal passiert ist, fällt der Blick vor allem auf die schönen Strände (siehe auch Seite 50, Tipp 9). Oak Street Beach und Ohio Street Beach lassen für einen Moment vergessen, dass man sich gerade in einer knapp drei Millionen Einwohner zählenden Metropole befindet. Nach 40 Minuten ist schließlich wieder der Anleger erreicht. Ein kurzer Ausflug – aber mit dem Potenzial für viele unvergessliche Skyline-Fotos. Zudem lässt sich die Fahrt mit einem Bummel durch die Geschäfte, Museen und Fahrgeschäfte am Navy Pier verbinden.

Die Bootstouren starten am Navy Pier.
Gut zu wissen: Die Bootsfahrten werden auch passend zum Feuerwerk angeboten, das in den Sommermonaten jeden Mittwoch und Samstag den Küstenstreifen und das Navy Pier erleuchtet.
INFO
Lage: Die Boote für die Ausflugsfahrt über den See legen am Navy Pier ab.
Anfahrt: Wer nicht zu Fuß unterwegs ist, erreicht die Seebrücke mit den CTA-Bussen 2, 29, 65, 66 und 124, alternativ per Taxi oder Mitfahrdienst. Außerdem verkehren Wassertaxis (shorelinesightseeing.com/tours-taxis/taxis) zwischen Navy Pier und Willis Tower bzw. Museum Campus, Preis: je nach Strecke und Wochentag zwischen 6 und 10 USD pro Fahrt, Kinder 3 bis 5 USD. Wer mit dem Auto anreist, zahlt für bis zu sechs Stunden Parken 37 USD, zwei Stunden Parkzeit kosten 32 USD.
Aktivitäten:
Die beschriebene Bootstour von Shoreline Sightseeing dauert rund 40 Minuten und kostet pro Person 23 USD, Kinder 8 USD. Die Fahrten zum Feuerwerk dauern zwischen 75 und 90 Minuten und kosten ab 38 USD für Erwachsene, Kinder ab 18 USD; shorelinesightseeing.com
Mystic Blue Dinner Cruises wiederum organisiert längere Bootsfahrten als Brunch-, Lunch- oder Dinnertouren. Die zwei- bis dreistündige Dinner-Fahrt wird ab 80 USD pro Person angeboten; mysticbluecruises.com/chicago
Wer hingegen einen Viermaster bevorzugt, steigt auf ein Segelschiff von Tall Ship Windy Chicago. Die 75-minütigen Touren kosten ab 37 USD für Erwachsene, Kinder ab 14 USD. Die 90-minütigen Segeltörns zum Feuerwerk kosten ab 43 USD für Erwachsene, Kinder ab 24 USD; tallshipwindy.com
Hinweis: Alle Fahrten werden nicht im Winter angeboten.
5. ANDERSONVILLE, PILSEN UND BUCKTOWN: CHICAGOS MULTIKULTI-MIX
Die Millionenmetropole bietet mehr als nur Hochhäuser, Museen und öffentliche Kunstwerke in der Stadt: Wer Downtown verlässt und Stadtteile wie Andersonville, Pilsen und Bucktown besucht, erlebt internationales Flair – von schwedisch bis mexikanisch.

Andersonville ist schwedisch geprägt.
Zu den charmantesten Stadtteilen Chicagos zählt zweifelsohne das nördlich gelegene Andersonville. Das schwedische Lokalkolorit geht so weit, dass hier alljährlich im Juni die Sonnenwende gefeiert wird. Ganzjährig verschafft das Swedish American Museum einen Überblick zur Geschichte der Einwanderer. Aber nicht nur angesichts des nordischen Einschlags lohnt ein Besuch: Hier in Andersonville ist Amerikas Alltag zu Hause, sind noch viele lokale Geschäfte und Restaurants jenseits der bekannten weltumspannenden Ketten zu finden. Zwischendrin liegt gern auch einmal eine Bäckerei mit typisch skandinavischen Backwaren. Überdies ist der Stadtteil mittlerweile eine der beliebtesten Wohngegenden der lokalen LGBTQ-Szene, die für ein ganz eigenes, von Freiheit geprägtes Lebensflair sorgt. Ein Besuch in Andersonville lässt sich auch gut mit einem Abstecher an den Strand verbinden – der Montrose Beach (siehe Seite 46, Tipp 9) liegt nicht weit entfernt. Und abends bietet sich eine Visite der angeblich früher von Al Capone betriebenen Jazzbar Green Mill (siehe Seite 42, Tipp 7) an.

Restaurant im Andersonville

Farbenfrohes Mural im Stadtteil Pilsen
Ganz anders präsentiert sich hingegen der Stadtteil Pilsen, südwestlich des Zentrums. Auf den ersten Blick fühlen sich Besucher in eine europäische Altstadt versetzt. Wenig überraschend, schließlich wurde die Gegend im späten 19. Jahrhundert verstärkt von tschechischen Einwanderern bevölkert. Aber auch andere Immigranten aus Osteuropa zog es hierher. Sie verdrängten Deutsche und Iren, die sich zuvor in dem Stadtteil niedergelassen hatten. Heute hingegen dominiert mexikanischer Lifestyle. Schon 1970 überstieg die Zahl der Einwanderer aus Mexiko sowie weiteren lateinamerikanischen Ländern die tschechische Gemeinde. Entsprechend genießen Urlauber heute einen bunten, entspannten Alltag. Restaurants und Bars bieten authentische Küche und Musik. Hinzu kommt eine pulsierende Kunstszene, schon von Weitem dank großer Wandmalereien zu erkennen. Boutiquen und Galerien zeigen ganz andere Waren und Exponate, als man sie eigentlich in einer nordamerikanischen Metropole erwarten würde. Beliebt ist auch das National Museum of Mexican Art, die größte Schau für lateinamerikanische Kunst in den USA. Kein Wunder, dass Pilsen schon vom Magazin Forbes als eines der „12 coolsten Viertel der Welt“ gewürdigt wurde.

Wicker Park gilt als aufstrebendes Viertel.
Zu den dynamischsten Vierteln Chicagos zählt indes Bucktown, das viele mit New Yorks Stadtteilen Williamsburg und Greenpoint vergleichen. Schick, aber nicht versnobt, und Heimat vieler junger Künstler und Designer. Auch neue Restaurants, Cafés und Nachtclubs etablieren sich schnell. Am besten erkundet man den Stadtteil bei einem gemütlichen Spaziergang, der nachmittags beginnt und spät in die Nacht endet. An Bucktown grenzen der ebenfalls hippe Stadtteil Wicker Park sowie das ukrainische Viertel Ukrainian Village mit vielen typischen Restaurants, kreativen Galerien und eindrucksvollen Kirchen.

Bucktown lockt mit kreativer Kultur- und Restaurantszene.
INFO
Andersonville: Der nördliche Stadtteil lässt sich gut mit der Red Line (Station Bryn Mawr) erreichen. Das Swedish American Museum ist täglich von 10 bis 16 Uhr (am Wochenende erst ab 11 Uhr) geöffnet. Erwachsene zahlen 6 USD Eintritt pro Person, Kinder 4 USD; 5211 N Clark Street, Chicago, IL 60640, swedishamericanmuseum.org
Pilsen: Mit Taxi oder Mitfahrdienst etwa 15 Minuten vom Navy Pier entfernt. Ansonsten mit der Red Line (Station Cermak-Chinatown) oder Buslinie 60. Das National Museum of Mexican Art ist täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist kostenlos; 1852 W 19th Street, Chicago, IL 60608, nationalmuseumofmexicanart.org
Bucktown: Im Westen der Stadt gelegen und am besten mit der Blue Line (Stationen Damen oder Western) erreichbar.
6. MUSIK AUS CHICAGO: BLUES, HOUSE & MORE
In erster Linie ist die drittgrößte Stadt der USA als Geburtsstätte des elektrischen Blues bekannt. Aber Chicago hat die weltweite Musikszene noch weiter geprägt: Auch der House wurde hier erfunden. Livemusik bis hin zu klassischer Musik lässt sich an vielen Orten genießen.

Der Blues wurde in Chicago weltberühmt.
Seit den 1930er-Jahren ist die Stadt am Lake Michigan aus der Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken. Seinerzeit strömten viele afroamerikanische Musiker aus dem Süden gen Norden, um neue Spielorte und zusätzliche Jobs zu suchen. Und gerade in Chicago wurden sie fündig: Hier konnten sie ihrer Leidenschaft nachgehen und parallel einen Arbeitsplatz für ein sicheres Einkommen finden. Was sie mitbrachten, war der Rhythmus des Südens: der Blues. Doch erst hier in der Windy City entwickelte sich der Stil weiter und erreichte nach Ansicht von Musikexperten das Massenpublikum. Die Musiker verwendeten erstmals elektrische Gitarren und Verstärker – und setzten damit neue Maßstäbe. Zu den Pionieren und schließlich zu den Stars des neuen Musikstils zählte insbesondere Muddy Waters, der die Blues-Szene revolutionierte.

Das „House of Blues“ ist ...

... eine beliebte Kette und auch in anderen Städten vertreten.
Bis heute lassen sich Blues (und Jazz) in vielen Bars und Clubs in Chicago genießen. Zu den beliebtesten Adressen zählen beispielsweise The Bassment und der Club Buddy Guy’s Legends, der schon mehrfach als beste Blues-Location ausgezeichnet wurde. Populär ist auch das am Chicago River gelegene House of Blues, wo ebenfalls allabendlich Musiker auftreten. Bis spät nachts lässt sich in der örtlichen Filiale der bekannten Restaurant-Kette (weitere Filialen gibt es beispielsweise in Boston und Houston) Blues, Gospel und mehr genießen – zu guten Cocktails und Südstaatenküche. Bekannt ist das Restaurant auch für seinen sonntäglichen Brunch mit Gospel-Musik. Wer hingegen mehr auf Jazz steht, steuert beispielsweise Winter‘s Jazz Club an – eine angesagte, vergleichsweise neue Adresse. In dem kleinen Klub finden gerade einmal hundert Zuschauer Platz. Als weitere populäre Location gilt Andy‘s Jazz Club.
Nach dem Blues in den 1930er-, 1940er- und 1950er-Jahren schrieb Chicago Ende der 1970er-Jahre erneut Musikgeschichte: Als Erfinder des sogenannten Chicago House machte sich DJ Frankie Knuckles einen Namen. Im legendären Warehouse mixte er populären Disco-Pop mit Elementen des Soul – getrieben von der Erfindung der elektronischen Musik wie dem Drumcomputer. Von Illinois verbreitete sich der neue Stil schnell weltweit.

Kingston Mines: Blues-Club mit Livemusik – täglich auf zwei Bühnen
Aber auch für Freunde klassischer Musik lohnt ein Abstecher nach Chicago: Das Chicago Symphony Orchestra (CSO) zählt zu den herausragenden Sinfonieorchestern der USA. Seit den 1950er-Jahren gilt das 1891 gegründete Ensemble als eines der sogenannten Big-Five-Orchester des Landes – gemeinsam mit Boston, New York, Philadelphia und Cleveland. Wobei sich mittlerweile auch in weiteren Städten wie Dallas und Los Angeles bedeutende Orchester etabliert haben. Das CSO hat seine Heimat im 1904 errichteten Symphony Center, wo auch weitere Musikeinrichtungen ansässig sind. Der Bau umfasst beispielsweise den Orchestersaal mit 2522 Sitzen, dessen Klangqualität indes bei Umbauten gelitten haben soll.
Und von Chicago ist es schließlich auch nicht weit zum Ravinia Festival in der Kleinstadt Highland Park. Es gilt als ältestes Open-Air-Musikevent der USA und wurde 1904 erstmals organisiert. Zusätzlich finden im Winter auch Konzerte in der Bennett Gordon Hall statt. Der schmucke Ort liegt etwa 45 Minuten nördlich von Chicago und ist gut per Auto bzw. Zug erreichbar.
INFO
Clubs:
The Bassment: 353 W Hubbard Street, Chicago, IL 60654, thebassmentchicago.com
Buddy Guy’s Legends: 700 S Wabash Avenue, Chicago, IL 60605, buddyguy.com
House of Blues: 329 N Dearborn Street, Chicago, IL 60654, houseofblues.com/chicago
Winter‘s Jazz Club: 465 N McClurg Court, Chicago, IL 60611, wintersjazzclub.com
Andy’s Jazz Club: 11 E. Hubbard Street, Chicago, IL 60611, andysjazzclub.com
Chicago Symphony Orchestra: 220 S. Michigan Avenue, Chicago, IL 60604,cso.org
Ravinia Festival: 201 St Johns Avenue, Highland Park, IL 60035, ravinia.org
Blue Chicago: 536 N Clark Street, Chicago, IL 60654, bluechicago.com
Rosa’s Lounge: 3420 W Armitage Avenue, Chicago, IL 60647, rosaslounge.com
Kingston Mines: 2548 N Halsted Street, Chicago, IL 60614, kingstonmines.com
Shopping-Tipp:
Wer gute und ausgefallene Blues- und Jazz-Aufnahmen sucht und persönliche Beratung schätzt, wird bei Bob’s Blues & Jazz Mart mit einer riesigen Auswahl an CDs, Vinyl-Schallplatten und sogar Musikkassetten sowie besonderer Raritäten fündig; 3419 Irving Park Road, Chicago, IL 60618, bluesandjazzmart.com