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7. AL CAPONE LÄSST GRÜßEN: AUF DEN SPUREN DER PROHIBITION
Als am 28. Oktober 1919 gegen den Willen des damaligen Präsidenten Woodrow Wilson das Alkoholverbot verabschiedet wurde, ahnte wohl niemand, dass ein Sohn italienischer Einwanderer zu einem der größten Profiteure der Prohibition und weltweit bekanntesten Verbrecher avancieren würde: Alphonse Gabriel „Al“ Capone. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren, kontrollierte er mit seinem Mafia-Syndikat Chicago Outfit mehrere Jahre die Unterwelt der Metropole. Auf seinen Spuren können Besucher bis heute die Windy City individuell respektive bei geführten Touren erkunden.

Zwischen 1919 und 1933 galt das Alkoholverbot.
Das wohl bekannteste Relikt aus der Zeit des Volstead Act, wie das Gesetz zum Alkoholverbot auch genannt wurde, ist die Green Mill Cocktail Lounge: Al Capone soll angeblich inoffizieller Inhaber der Bar gewesen sein, die über ein System von Tunneln und Falltüren mit Alkoholgetränken beliefert wurde. Die Jazzbar war regelmäßig Bühne für Musikgrößen wie Billie Holiday – und zählt bis heute zu den angesagten Adressen.
Die Bar in Uptown Chicago war eine der vielen Hundert geheimen respektive verbotenen Bars, den sogenannten Speakeasys, die in den gesamten Vereinigten Staaten entstanden. Hier wurden Mafia-Karrieren geboren oder beendet: Neben Al Capone dominierten beispielsweise Lucky Luciano, Meyer Lansky und Frank Costello den Schwarzmarkt für Hochprozentiges, der mit Korruption und oftmals tödlichen Bandenkriegen einherging. So stieg allein in Chicago – die Boomtown der damaligen Zeit – die Zahl der Morde von 200 auf mehr als 700. Der 18. Verfassungszusatz wurde so ungewollt zum Katalysator der organisierten Kriminalität.
Neben der im Norden der Millionenmetropole gelegenen Green Mill Cocktail Lounge erinnert direkt in der Innenstadt ein weiteres Relikt an die wilde Zeit, bis das Alkoholverbot im Jahr 1933 wieder aufgehoben wurde. Als echte Chicagoer Institution gilt das Berghoff Restaurant & Bar. 1898 eröffnete der deutsche Herrmann Joseph Berghoff seine Kneipe mit Biergarten. Hier wurde vor allem Gerstensaft aus Deutschland ausgeschenkt. Als die Prohibition in Kraft trat, begann der findige Unternehmer damit, das sogenannte Near Beer in Form von Soda-Pops anzubieten. Parallel startete er sein gastronomisches Angebot: Bis heute ist das Restaurant für seine deutsche Küche und selbst gebrautes Bier bekannt. Ebenfalls zur Tradition zählt, dass die Stadtverwaltung dem Familienunternehmen (mittlerweile in der vierten Generation) noch immer als erstem Betrieb die Lizenz zum Alkoholausschank erteilt – so wie seinerzeit zum Ende der Prohibition, als das Berghoff als erster eine Schanklizenz erwerben konnte.

Deutsche Wurzeln: Berghoff Restaurant & Bar

Die Green Mill Cocktail Lounge gehörte einer Legende zufolge Mafiaboss Al Capone.

Jewelers‘ Building
Um eines der schönsten Gebäude der Stadt – das Jewelers‘ Building an der Ecke W Wacker Drive zur N State Street – ranken sich hartnäckig Gerüchte, dass Al Capone hier Betreiber eines Speakeasy gewesen sein soll. Doch lässt sich heute nur noch rekonstruieren, dass der sogenannte Stratosphere Club auf der Spitze des 1927 eröffneten Gebäude erst ab dem Jahr 1937 Gäste empfing – also zu einer Zeit, als der Mafiaboss längst auf der Gefängnisinsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco einsaß. Eine schöne Geschichte und Spekulation ist es gleichwohl. Ein weiteres Gerücht bezieht sich auf den Fahrstuhl für Autos in dem Gebäude: Al Capone soll ihn mehrfach verwendet haben, um zu Schmuckhändlern in dem Gebäude zu fahren und Geschäfte mit ihnen zu machen.
INFO
Bars und Restaurants:
Green Mill Cocktail Lounge: eine der ältesten Bars und heute noch mit täglichem Live-Jazz. Angeblich war sie einst im Besitz von Al Capone, der hier sein eigenes Separee hatte. Die Bar akzeptiert ausschließlich Bargeld und serviert nur Getränke; 4802 N Broadway Avenue, Chicago, IL 60640, greenmilljazz.com. Eine Filiale gibt es mittlerweile auch am Flughafen O'Hare (Terminal 1).
The Berghoff: 1898 gegründetes Restaurant, bis heute für seine alemannische Küche sowie selbst gebrautes Bier (von Bock- bis Altbier) bekannt; 17 W Adams Street, Chicago, IL 60603, theberghoff.com
Ausgeh-Tipp: Heute gibt es wieder viele Bars, die den Speakeasy-Gedanken aufgreifen und schwer zu finden sind. Manchen gewähren sogar nur dann Einlass, wenn der Gast das richtige Kennwort nennt. Beispiele für solche modernen Speakeasys:
The Office: direkt unter der Bar The Aviary; 955 W Fulton Market, Chicago, IL 60607, theaviary.com/the-office
Janitor’s Closet: Zugang liegt im Hotel Fieldhouse Jones hinter einer Tür mit der Aufschrift „Employees Only“; 312 W Chestnut Street, Chicago, IL 60610, fieldhousejones.com
Touren: Verschiedene Speakeay-Bars werden auf dreieinhalbstündigen Touren von Prohibition Tours angesteuert; 45 USD pro Person, Getränke exklusive; prohibitiontours.com
8. BAUHAUS-ARCHITEKTUR: EIN DEUTSCHER VERZAUBERT CHICAGO
Es gibt wohl niemanden, den Chicagos Skyline nicht zum Staunen bringt. Zahlreiche Architekten schufen ein Meisterwerk neben dem nächsten. Und mittendrin: der gebürtige Aachener Mies van der Rohe, der den legendären deutschen Bauhaus-Stil in den USA etablierte.
Zu seinen bekanntesten Werken in Chicago zählt das ehemalige IBM Building direkt am Chicago River. Mit 212 Metern ist dieser Wolkenkratzer das zweithöchste Gebäude, das Mies van der Rohe je entworfen hatte. Allerdings wurde der 52-stöckige Bau, einst im Besitz von IBM und heute unter anderem ein Luxushotel beherbergend, erst nach seinem Tod errichtet.
Seine Karriere in den USA begann 1938, als er aus Berlin übersiedelte. Zuvor war er unter anderem kurzzeitig Direktor der legendären Kunst- und Designschule Bauhaus in Dessau (Sachsen-Anhalt). Formschön, praktisch, schnörkellos – mit dieser scheinbar einfachen Formel wurde das Bauhaus-Design weltweit bekannt. Dabei verfolgten Künstler, Designer und Architekten das Leitbild: Die Form folgt der Funktion.

Marina City (li.) und IBM Building (re.) am Chicago River

S.R. Crown Hall des Illinois Institute of Technology
Mies van der Rohe perfektionierte das Prinzip und gründete in Chicago schließlich 1939 sein Architekturbüro. Parallel lehrte er am Illinois Institute of Technology (IIT) und bekam den Auftrag, den Campus der Hochschule zu planen. Der Gebäudekomplex aus rechtwinkligen Bauten mit sichtbarem Stahlkorsett war einst der erste Campus in den USA. Er gilt bis heute als beispielhafter architektonischer Entwurf. 15 Gebäude des Campus realisierte der Deutsche selbst, darunter 1956 die S.R. Crown Hall, die als eines seiner Meisterwerke in den USA gilt. Mies van der Rohe prägte mit dem Kluczynski Federal Building und dem Dirksen Federal Building – beide an der Federal Plaza – ebenfalls Chicagos Stadtbild. Durch viel Helligkeit zeichnet sich ein von ihm entworfener Wohnkomplex am Lakeshore Drive aus. Überdies stammen beispielsweise das Seagram Building in New York und die Neue Nationalgalerie in Berlin aus seiner Feder.

Haus ohne Wände: Farnsworth House
Wer sich für Design und Bauhaus-Architektur begeistert, wird aber nicht nur in Chicagos Innenstadt fündig: Eine große Leichtigkeit vermittelt das Farnsworth House im Städtchen Plano. Der Glaskasten, der frei in der Landschaft zu schweben scheint, lässt alle Barrieren zwischen innen und außen, zwischen Mensch und Natur verschwinden. Die Villa, scheinbar ohne Außenwände, hatte Mies van der Rohe in den späten 1940-Jahren als Wochenend-Zufluchts-ort für eine vermögende Ärztin entwickelt. Seit 2003 kann das Farnsworth House, das als National Historic Landmark geschützt ist, auf geführten Touren besichtigt werden. Rund 8000 Besucher jährlich zieht das gläserne Schmuckkästchen am Fox Rover, rund 90 Minuten vom Navy Pier entfernt, an.
Angeblich investierte der berühmte Architekt 5000 Stunden in das Design des Hauses. Doch trotz aller Mühen: Der Bauherrin gefiel das Haus nicht. Und wegen der von 40.000 auf 73.000 US-Dollar gestiegenen Baukosten zog sie zudem vor Gericht. Zum Vergleich: Üblicherweise kostete zur damaligen Zeit ein Haus in Illinois rund 5000 US-Dollar. Grund für den Preisanstieg: der stark steigende Stahlpreis infolge des Koreakrieges.
INFO
Geführte Stadtrundgänge:
Das Chicago Architecture Center offeriert geführte Rundgänge. Speziell dem IBM Building sowie der angrenzenden Marina City (entworfen von Bertrand Goldberg, einem Schüler Mies van der Rohes) ist die 75-minütige Tour „Modernist Masterpieces: Marina City and the IBM Building“ gewidmet; architecture.org/tours/detail/modernist-masterpieces-marina-city-and-the-ibm-building
Auch auf weiteren Spaziergängen ist das IBM Buidling ein Stopp, beispielsweise beim 90-minütigen Rundgang „Mid-Century Modern“; 26 USD; architecture.org/tours/detail/mid-century-modern
Auf einer zweistündigen Tour lässt sich der IIT Campuserkunden; 26 USD; architecture.org/tours/detail/mies-and-modernism-the-iit-campus-tour
Architektonische Highlights:
Farnsworth House: Das berühmte Wohnhaus kann ausschließlich auf geführten Touren (davon 20 Minuten im Gebäude) besichtigt werden. Alternativ bietet das Chicago Architecture Center an ausgewählten Tagen auch Bustouren ab Chicago an (58 USD; architecture.org/tours/detail/farnsworth-house-by-bus); 14520 River Road, Gate 1, Plano, IL 60545, farnsworthhouse.org
IBM Plaza (heute AMA Plaza): heute unter anderem Heimat des Luxushotels The Langham; 330 N Wabash Avenue, Chicago, IL 60611 amaplaza.com
Kluczynski Federal Building und Dirksen Federal Building an der Federal Plaza: mit der roten Stahlkonstruktion namens „Flamingo“; S Dearborn Street, Chicago, IL 60604
Illinois Institute of Technology: Der historische Mies (Main) Campus ist als privater Campus nur bedingt zugänglich, weshalb geführte Touren des Chicago Architecture Center empfohlen sind; 10 W 35th Street, Chicago, IL 60616, iit.edu/about/campus-information/mies-campus
9. LIFE IS A BEACH: TIPPS FÜR FÜNF AUSFLÜGE ZUM STRAND
Wer an Strände in einer Metropole denkt, dem fallen sicherlich Sydneys Bondi Beach und die Copacabana in Rio de Janeiro ein, vielleicht auch noch Coney Island in New York. Doch Chicago muss sich nicht verstecken: Bei 26 Stränden fällt Urlaubern die Entscheidung nicht leicht, wo sich am Ufer des Lake Michigan ein paar entspannte Stunden genießen lassen.

Blick auf die Strände vor der Skyline
Leicht geschwungen, mit einem breiten Strand, traumhafter Blick auf den weiten See und zugleich die einzigartige Skyline – so fotogen präsentiert sich der Oak Street Beach, der vom Stadtmagazin Time Out Chicago Magazine gar zum besten Strand der Millionenmetropole gekürt wurde. Die Nähe zu Innenstadt trägt sicherlich dazu bei, dass es Einheimische und Touristen in Scharen hierherzieht: Vom Chicago Riverwalk läuft man gerade einmal gut 20 Minuten hierher, mit dem Auto sind es sogar nur fünf Minuten. Somit lohnt sich auch ein kurzer Abstecher. Für das klassische „Baywatch“-Feeling sorgen derweil Rettungsschwimmer mit ihren markanten Hochsitzen sowie mehrere Beachvolleyball-Felder. Die Möglichkeit, Fahrräder und Wassersportequipment auszuleihen, sowie ein Restaurant runden das Angebot ab. Perfekt für einen Ausflug – kein Wunder, dass das angrenzende Stadtviertel Gold Coast genannt wird!

North Avenue Beach: ideal für Familien
Noch näher an der Innenstadt liegt freilich der Ohio Street Beach: An ihm kommt ein jeder Besucher des Navy Pier – einer der beliebtesten Attraktionen der Stadt – vorbei. Auch hier finden sich alle Annehmlichkeiten von Life Guard bis Wassersport. Zudem ist das Wasser hier besonders ruhig, dafür der Trubel der Stadt näher als bei anderen Stränden.
Gerade Familien steuern indes den North Avenue Beach an, zehn Autominuten von der Innenstadt entfernt. Sanft säuseln hier die Wellen an den langgezogenen Strand, der von einem Wellenbrecher geschützt ist. Neben dem Strand ist hier das Beachhouse in Form eines Ozeandampfers ein echter Blickfang. Wem Sonnenbaden und Planschen im Lake Michigan nicht reicht, kann Kajaks und Jetskis ausleihen. Als besonderen Service finden Badegäste hier auch Schließfächer.

Typisch amerikanisch: Beachvolleyball

Jogger am Strand
Und spätestens am Montrose Beach denken Besucher gar nicht mehr an die quirlige Großstadt: Am längsten Strand Chicagos fühlt es sich fast schon wie am Meer an, wenn der Blick über den scheinbar unendlich großen See schweift. Zum ruhigen Ambiente am dünenartigen Strand trägt auch bei, dass ihn weite Grünflächen von der städtischen Bebauung abschirmen. Gerade wer wirklich eine längere Auszeit vom Sightseeing einlegen möchte, findet hier den perfekten Platz.
Aber auch wer nach einer aufregenden Tour über den Museum Campus nach einer Pause lechzt, hat es nicht weit zum nächsten Strand: Vom legendären Field Museum und dem Shedd Aquarium sind es nur wenige Gehminuten zum sichelförmigen 12th Street Beach. Selbst an diesem kleinen Strand neben dem Adler Planetarium sorgen Rettungsschwimmer für sicheren Badespaß!
INFO
Besucher können sich in Chicago an insgesamt 26 Stränden erfreuen, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/beaches. Die offizielle Beachsaison läuft vom Memorial-Day-Wochenende im Mai bis zum Labor-Day-Wochenende im September. Wenn Rettungsschwimmer an den Stränden vor Ort sind, dann im Regelfall zwischen 11 und 19 Uhr. Die Strände selbst sind meist von 6 bis 23 Uhr geöffnet.
Oak Street Beach: gilt als einer der schönsten und beliebtesten Strände der Stadt, Buslinien 22, 36, 151; 1000 N Lake Shore Drive, Chicago, IL 60611, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/oak-street-beach
Ohio Street Beach: Blick auf Navy Pier und Skyline, gut zum Schwimmen, Buslinien 29, 65, 66, 124; 600 N Lake Shore Drive, Chicago, IL 60611, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/ohio-street-beach
Montrose Beach: Der wohl längste Strand Chicagos schließt sich an den Lincoln Park an, eine der größten und ältesten Grünanlagen der Stadt, Buslinien 78, 81, 151; 4400 N Lake Shore Drive, Chicago, IL 60640, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/montrose-beach
12th Street Beach: direkt am Museum Campus, Buslinie 146; 1200 S Linn White Drive, Chicago, IL 60605, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/12th-street-beach
SPECIAL: 48 STUNDEN IN CHICAGO
Die Metropole am Lake Michigan ist bekannt für sehenswerte Architektur, Kultur und Genuss. Auch an nur an zwei Tagen können Urlauber viele Facetten der drittgrößten US-Metropole erleben.
Tag 1
9:00 Uhr: Traumblick aus über 400 Metern Höhe
Ob Chicago River, Millennium Park oder Lake Michigan: Von der Aussichtsplattform SkyDeck im 103. Stockwerk des zweithöchsten Wolkenkratzers der USA genießen Besucher den besten Blick auf die Millionenmetropole. Wir bekommen sofort Lust, die Hochhausschluchten mit Bauwerken so bedeutender Architekten wie Mies van der Rohe zu erkunden. Ein Besuch des Willis Tower ist wohl der beste Start in einen City-Trip. Und das frühe Aufstehen lohnt sich! Wer gleich morgens kommt, muss weniger Dunst über der Stadt befürchten und sich zugleich mit weniger Touristenmassen um den Platz für den schönsten Blick streiten. Denn insbesondere an den vorgelagerten Glasbalkonen bilden sich schnell lange Schlangen.

Cloud Gate, auch „The Bean“ genannt
10:30 Uhr: Stadtrundfahrt mit dem offenen Doppeldecker
Nach dem Blick aus der Vogelperspektive bietet sich eine Stadtrundfahrt an. Die roten Busse von BigBus Chicago halten praktischerweise direkt am Willis Tower sowie an weiteren elf Haltestellen. Damit lässt sich die Innenstadt, genannt „Loop“, gut erkunden. Eine kurze Pause am Adler Planetarium, direkt am Lake Michigan gelegen, ist eine willkommene Unterbrechung. Hier am Seeufer – samt kleinem Strand – kann die Sightseeing-Seele einmal durchatmen. Wer sich für Astronomie interessiert, besucht Amerikas erste Sternwarte. An der nächsten Haltestelle locken das Field Museum für Naturkunde-Fans und das Aquarium.
13:00 Uhr: Lunch
Kurz bevor der Bus wieder den Willis Tower erreicht, steigen wir aus. Zum Lunch zieht es uns in die Revival Food Hall: Im Erdgeschoss des markanten, im 1907 errichteten Hochhauses The National ist das Angebot der 15 Restaurants und Cafés reichhaltig.
14:00 Uhr: Spaziergang zum Millennium Park
Nach der gut zweistündigen Busfahrt und der Mittagspause lohnt ein Spaziergang entlang der Haupteinkaufsstraße State Street bis zum Millennium Park, der grünen Oase. Mit dem großen Park auf dem ehemaligen Eisenbahngelände hat Chicago nicht nur einen zentralen Platz, beispielsweise für Konzerte, sondern auch erheblich an Lebensqualität gewonnen. Für viele Einheimische bedeutet die Eröffnung des Parks 2004 eine Zeitenwende für die Stadt, die immer wieder wegen hoher Kriminalität in die Schlagzeilen gerät. Ein Fotostopp am Cloud Gate ist für viele Besucher obligatorisch: Die markante, glitzernde Stahlskulptur ist mittlerweile eines der Wahrzeichen der Stadt. Auch als „The Bean“ bekannt, besteht das seinerzeit 23 Millionen Dollar teure Denkmal aus 168 Edelstahlplatten. Wer ein Foto der 100 Tonnen schweren Skulptur ohne andere Touristen mit nach Hause nehmen möchte, kommt am besten zum Sonnenaufgang zurück.
15:30 Uhr: Besuch im Art Institute of Chicago
Zeit für Kultur: Direkt an den Millennium Park grenzt das weltbekannte Art Institute of Chicago, das zweitgrößte Kunstmuseum der USA. Allein das eindrucksvolle Gebäude lohnt einen Abstecher. Zu den bekanntesten Exponaten zählen Werke von Monet, Picasso und Warhol sowie die bunten Fenster „America Windows“ von Chagall. In einer guten Stunde können wir die Highlights entspannt genießen.
17:00 Uhr: Auf in die Luft
Wie lassen sich die zahlreichen Wahrzeichen am besten fotografieren? Richtig, aus dem Helikopter. Rund 20 Minuten Spaß versprechen die Touren, 40 Kilometer lang ist eine Schleife über die Innenstadt mit Chicago River und Co. Alternativ sind hier – anders als in den meisten Städten – auch Flüge bei Nacht möglich, wenn die Wolkenkratzer hell strahlen.
19:00 Uhr: Deep Dish Pizza als lokale Spezialität
Seit den 1940er-Jahren ist die Chicago-Style Pizza typisch für Illinois und den Mittleren Westen. Der knusprige, fünf Zentimeter hohe Rand formt die Pizza wie eine Schale, die dann mit viel Mozzarella, Tomate und Wurst gefüllt wird. Eine gute Anlaufstelle für die Chicagoer Spezialität ist Lou Malnati. Sein Großvater kreierte das erste Rezept mit. Achtung: Deep Dish Pizza ist sehr sättigend!
21:00 Uhr: Auf ins Nachtleben
Neben den Südstaaten wurde auch in Chicago der Jazz entscheidend geprägt und mit dem Chicago Jazz eine eigene Stilrichtung geschaffen. Der Boom am Lake Michigan begann in den 1920er-Jahren: Viele Künstler mussten die Südstaaten verlassen, als das zentrale Unterhaltungsviertel Storyville in New Orleans geschlossen wurde. Gerade schwarze Musiker fanden daraufhin im Norden eine neue Heimat. Uns zieht es in den Winter‘s Jazz Club – eine angesagte Adresse. In dem kleinen Klub finden gerade einmal 100 Zuschauer Platz. Als populäre Location gilt Andy Jazz Club, den wir indes nicht ansteuern. Vielmehr besuchen wir noch das House of Blues, wo ebenfalls allabendlich Musiker auftreten. Bis spät nachts lässt sich hier Blues, Gospel und mehr genießen – zu guten Cocktails und Südstaatenküche.

Abendstimmung

Am Chicago River
Tag 2
9:00 Uhr: Hochhäuser am Fluss bestaunen
Sarah Miller (Name geändert) ist eine von den zahlreichen ehrenamtlichen Stadtführern, Greeters genannt, und wird uns zwei Stunden lang die Highlights am Chicago River zeigen. Wir starten dazu auf der Dachterrasse des Hotels LondonHouse und genießen den vielleicht schönsten Blick auf die Innenstadt. Zu Fuß geht es entlang des Riverwalk, der erst vor einigen Jahren am südlichen Flussufer angelegt wurde.
12:00 Uhr: Lateinamerikanische Spezialitäten
Windy City, so der Spitzname der Stadt, ist auch ein Schmelztiegel der Kulturen. Vor allem Einwanderer aus Osteuropa sind hier anzutreffen – aber natürlich auch aus Mittel- und Südamerika. Und so genießen wir einen Lunch in der Latinicity – einem Food Court inmitten eines Einkaufszentrums mit köstlicher lateinamerikanischer Küche.
13:00 Uhr: Riesenrad am Navy Pier
Mit einem ausgedehnten Spaziergang (alternativ mit dem Bus) ist Chicagos beliebteste Sehenswürdigkeit zu erreichen: der Navy Pier. Auf der etwa 1000 Meter langen Seebrücke liegen neben zahlreichen Geschäften und Restaurants das beliebte Chicago Children‘s Museum sowie das 60 Meter hohe Riesenrad Centennial Wheel. Heute eine gigantische Vergnügungsmeile, diente der Pier ursprünglich der US-Marine als Basis, wo sogar einst der verstorbene US-Präsident George H. W. Bush das Fliegen lernte. Auch die empfehlenswerten Bootsfahrten von Shoreline Sightseeing über den Lake Michigan starten hier.
15:30 Uhr: Ab auf den Fluss
Noch besser aber als eine Fahrt über den See ist eine Tour über den Fluss. Wer es gemütlich mag, steigt ins Schiff des Chicago Architecture Center. Während der folgenden 90 Minuten schippert das Boot an den wichtigsten Gebäuden vorbei, informative Erläuterungen inklusive. Wir aber entscheiden uns für die sportliche Variante: Knapp zwei Stunden paddeln wir mit dem Kajak über den Fluss – auf Höhe der Wasserlinie wirken Marina City und Trump Tower nochmals imposanter. Auch hier weiß unser Guide von Urban Kayaks viel über die Bauten und die Geschichte der Stadt zu berichten. Zum Schluss der Tour paddeln wir schließlich unter dem prasselnden Nass der mächtigen Wasserfontäne durch, die stündlich einen Regenbogen über den Fluss zaubert.

Navy Pier
18:30 Uhr: Dinner with a View
Definitiv mit einem Traumblick wirbt das Restaurant Gibsons Italia: Hier genießen Gäste zu Steak oder Hummer eine fabelhafte Aussicht auf den Chicago River, der sich hier vor der Terrasse gabelt. Nicht günstig, aber seinen Preis wert. Wer es weniger gediegen und dafür kultiger mag, der steuert die Bar Siena an. Sie liegt im Herzen der Restaurantmeile im westlichen Teil des „Loop“ und verspricht ausgefallene, modern interpretierte italienische Küche.
20:00 Uhr: Sonnenuntergang von oben
Nach einem morgendlichen Besuch des SkyDeck lohnt zum Sonnenuntergang ein Abstecher ins John Hancock Center: Mit dem schnellsten Aufzug Nordamerikas rauschen wir in 40 Sekunden hinauf zum 360 Chicago Observation Deck. Hier bietet sich ein unvergesslicher Blick auf die Skyline. Wer einen kleinen Nervenkitzel sucht, nutzt eine neue Attraktion namens „Tilt“: Dabei legen sich Besucher schräg gegen ein Fenster – und dann kippt die Konstruktion nach vorn für einen ungehinderten Blick aus rund 310 Metern. Nichts für Menschen mit Höhenangst – für uns der perfekte Abschluss.
SIGHTSEEING
Mit dem Chicago CITYpass erhalten Besucher bevorzugten Einlass zu mehreren Sehenswürdigkeiten, sparen also Wartezeit, und auch Geld dank der Ermäßigungen auf den regulären Eintrittspreis. Die Ventra Card ist nützlich für Busse und Bahnen; citypass.com/chicago und ventrachicago.com
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