Kitabı oku: «Perry Rhodan-Trivid Prolog», sayfa 5
»Nicht wir, Lian«, fiel ihr Rhodan ins Wort. »Das ist gefährlich. Dir fehlt jegliche Erfahrung in solchen Dingen – nehme ich an. Ganz im Unterschied zu mir. Du magst eine großartige Trivid-Künstlerin sein, und wie du die Spur gefunden hast, das war phantastisch. Den Rest erledige ich.«
»Ach ja? Diese Frau kann nicht meine Mutter sein, aber es hat etwas mit mir zu tun, und ich will wissen was! Wie kommt der Kerl an meine Gensequenz?«
»Ich halte dich auf dem Laufenden. Und ich danke dir für deine Unterstützung.« Rhodan deutete zur Tür. »Jetzt dürfen wir keine Zeit mehr verschwenden.«
Lian erhob sich und folgte der Aufforderung. »Ich bin einverstanden. Ich verschwinde. Doch eins muss dir klar sein. Ich bin nicht nur eine großartige Trivid-Künstlerin, sondern auch eine erfolgreiche Trivid-Künstlerin. Ich habe Geld. Und wenn du mich nicht mitnimmst, kaufe ich mir eine Transmitterverbindung und gehe auf eigene Faust zum Mars.«
»Das darfst du nicht.«
»Halt mich davon ab.«
»Ich könnte dich …«
»Vergiss es.«
Rhodan zögerte keine Sekunde länger. »Komm mit. Wir benutzen meine private NEREIDE-Space-Jet. Der Mars liegt ja nur einen Katzensprung entfernt. Aber eine Frage hätte ich noch.«
»Ja?«
»Kannst du mit einem Kampfanzug umgehen?«
Lian ärgerte sich über sich selbst.
Es war ihre eigene Schuld. Sie hatte darauf gedrängt, mitzukommen. Sie musste wissen, was das alles sollte. Wer sie da in was auch immer hineinziehen wollte – und wieso. Warum das Opfer aussah, als wäre es ihre Mutter. Und ungefähr tausend andere Dinge.
Dennoch hasste sie es, Weltraumflüge zu unternehmen. Sie hatte die Erde nie mehr verlassen wollen, zumindest nicht außerhalb von Trivid-Szenarien. Die Menschheit hatte im All nichts verloren, ihrer Meinung nach – obwohl sie damit der allgemeinen Auffassung widersprach.
Garantiert hätten sich Millionen von Leuten darum gerissen, sich von Perry Rhodan höchstpersönlich in dessen Space-Jet zum Mars fliegen zu lassen … ihr gefiel es trotzdem nicht! Auch nicht ausgestattet mit einem SERUN, einem Schutz- und Kampfanzug mit neuester Technologie. Sie kannte sich damit einigermaßen aus, weil sie einmal die Rolle eines Raumlandespezialisten gespielt hatte – in ihrer Privatversion einer actionreichen Trivid-Serie. Dennoch fühlte es sich fremdartig an.
Du bist darin bestens geschützt, wenn wir den Raum stürmen, hatte Rhodan gesagt.
»Du siehst nachdenklich aus«, stellte er fest; er schaute sie vom Pilotensitz aus an. Rhodan steuerte selbst; natürlich tat er das. Er hatte schon ganz andere Raumschiffe bis in die entferntesten Winkel des Universums gesteuert.
»Du etwa nicht? Du hast eben doch etwas durchdacht.«
Er lachte. »Ich habe mich gefragt, wie der Entführer es geschafft hat, sich in mein Trivid-System einzuhacken. Das ist schlicht unmöglich! Die Sicherungen sind zu groß, und meine Servos sind so programmiert, dass sie auf jeden Manipulationsversuch sofort mit einer völligen Abschaltung des Trivids reagieren. Außerdem frage ich mich ungefähr tausend weitere Dinge.«
»Geht mir genauso«, sagte Lian.
»Offenbar sind wir ein perfektes Team. Wenngleich du mich erpresst hast, um ins Team zu kommen.«
»Eine gute Erpressung sieht anders aus.«
In der Sichtscheibe der Space-Jet näherte sich der Rote Planet. Ein imposanter Anblick, das musste Lian zugeben.
Ganz so rot wie in den historischen Aufzeichnungen war der Mars nicht mehr, dreitausend Jahre menschlicher Besiedelung und eine Reihe von komplizierten Veränderungen hatten dazu beigetragen. Lian hatte sich um diese Details nie gekümmert. Für sie war wichtig, dass der Mars eine atembare Sauerstoffatmosphäre und jede Menge Wasser aufwies.
»Warum hast du keinen deiner Freunde mit ihren … legendären Spezialfähigkeiten mitgenommen?«, fragte Lian.
»Mit jeder Person steigt die Gefahr, dass der Entführer aufmerksam wird. Was, wenn er meine Freunde überwachen lässt? Dass wir beide unterwegs sind, ist etwas anderes – wir gehören offenbar zum Spiel.«
Rhodan steuerte den Planeten an, ließ sich vom Leitsystem erfassen und steuerte dann seinen eigenen Kurs. Sie jagten durch eine Wolkendecke, inmitten von Weiß und Grau und prasselndem Regen, und blickten nur noch auf einen winzigen Ausschnitt dieser Welt: auf den Oudeman-Krater mit der Siedlung Valerysion, einer Kleinstadt mit gerade mal 30.000 Einwohnern. Vielleicht inzwischen auch 40.000 Leute. Ein Fliegenschiss im Vergleich zu den fast anderthalb Milliarden Marsbewohnern.
Valerysion war nicht mal schön, sondern bestand aus grässlichen fünf- oder sechsstöckigen Gebäuden, die sich allzu geplant um vier Parks reihten. Rhodans Hausrechner hatte das genaue Haus bestimmt, in dem die Entführte festgehalten wurde; die Halle einer stillgelegten Kleinfabrik.
Ein Piepsen ertönte; Rhodan schaute beiläufig auf sein Armbandkommunikationsgerät. Offenbar war gerade eine Nachricht eingegangen. Er las sie.
»Oh«, hörte Lian.
»Was ist?«, fragte sie.
»Nichts Wichtiges«, meinte er.
»Du lügst«, sagte sie ihm ins Gesicht.
»Stimmt«, gab er zu. »Ich sag es dir später. Ich muss landen.«
Als ob die Routinelandung auf einem ausreichend großen Landefeld am Rand eines der Parks die volle Konzentration des wohl besten Piloten der Menschheit gefordert hätte. Na gut, das war vielleicht etwas übertrieben. Außerdem reichte es mit der Verehrung allmählich.
Sie verließen die Space-Jet, und zum ersten Mal seit neunzehn Jahren atmete Lian wieder die Luft des Mars. Sie schmeckte genauso wie auf der Erde. Nur dass sie dort echt war, während man auf diesem Planeten irgendwann einen künstlichen Prozess angestoßen hatte, um eine Atmosphäre zu erschaffen.
Inmitten des Parks glitzerte ein See in der Sonne. Vögel kreisten darüber und krächzten ihre Rufe. Einige klangen wie das Jammern eines Kindes; die Erinnerung traf Lian fast schmerzhaft intensiv. Daran entsann sie sich nach den neunzehn Jahren genau, und mochte sie damals noch so klein gewesen sein.
Der Gelbschnabel-Sturmtaucher und sein Ruf … diese Vogelart war vor Generationen auf dem Mars angesiedelt worden und hatte sich dort massenhaft verbreitet, während sie auf Terra ausstarb. Verrückt, wie die Erinnerung wiederkam, als sie die Rufe hörte.
Ein paar Familien spazierten um den See, aber viel war nicht los, ebenso wenig in den Straßen, die zu dem Gebäude führten. Ihre SERUNS waren in den sogenannten Mimikry-Modus geschaltet; sie sahen beide aus, als würden sie normale Freizeitkleidung tragen. Rhodans Gesicht erschien darüber hinaus verwandelt; etwas älter, mit einem Zehn-Tage-Bart und schwarzem Haar samt buschigen Augenbrauen.
Niemand beachtete sie, als sie vor ihrem Ziel standen.
Das Haus war flacher als die Nachbargebäude; nur zwei Stockwerke, breit wie eine Halle. Auf dem silbrigen Dach spiegelten sich Lichtreflexe.
Rhodan schaute auf sein Multifunktionsarmband. Es diente unter anderem als Ortungs- und Tastgerät. »Es scheint keiner im Gebäude zu sein. Alles ist energetisch unauffällig.«
»Aber wir sind richtig?«
»Garantiert.«
»Und jetzt?«
»Ortungen können täuschen. Schauen wir nach.«
»Der hehre Mister Rhodan will einen Einbruch begehen.«
»Ich bin schon öfter irgendwo eingebrochen, als du zu Mittag gegessen hast.«
Sie gingen um das Haus, in einen schmalen Durchgang zwischen dem Nachbargebäude. Dort wuchs Moos auf den Wänden, und auf dem Boden lag allerlei Unrat. Sie gingen an einem Berg aus Flaschen vorbei, der Gestank nach vergorener Milch drehte Lian den Magen um. Dahinter lag eine Tür.

