Kitabı oku: «Lernen durch Videomodellierung»

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Der Autor

Dr. Christos K. Nikopoulos ist Direktor und Gründer von Autism Consultancy Services Ltd, London, UK, und Autor zahlreicher Fachpublikationen.

Die Übersetzerin

Andra Bernard ist Mediengestalterin, die mehrere Bücher illustriert hat, u. a. »Vera Bernard-Opitz, Lernziel: Positives Sozial- und Kommunikationsverhalten. Soziale Cartoons für Kinder im Grundschulalter«, Kohlhammer 2020.

Christos K. Nikopoulos

Mayuraki,

»we will do it all… everything… on our own« (SP)

Gewidmet meiner geliebten Frau

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1. Auflage 2021

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-030151-1

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-030152-8

epub: ISBN 978-3-17-030153-5

Vorwort zur Reihe »Autismus Konkret«

Das afrikanische Sprichwort »It takes a village to raise a child«/Deutsch: »Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen« gilt sicherlich auch für Kinder und Jugendliche mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Und vielleicht braucht es sogar mehr als ein Dorf: nämlich das Wissen von Spezialisten in verschiedenen Ländern, die sich Autismus Spektrum Störungen auf ihre Fahnen geschrieben haben. Ziel unserer Reihe »Autismus Konkret« ist es daher, das Wissen internationaler Experten zu relevanten Themen zu bündeln und Eltern, Therapeuten, Lehrer und anderen Fachkräften dieses Wissen in leicht verständlicher Form und so konkret wie möglich zur Verfügung zu stellen.

Oft ist es nicht einfach, Betroffenen mit ASS zu helfen. Eltern und Fachkräfte wissen, dass Zeit besonders kostbar ist, wenn es darum geht, effektiv Veränderungen zu bewirken. Daher sollten Erklärungsmodelle und Hilfen bewährt und wissenschaftlich anerkannt sein. Wir haben daher Kollegen in Deutschland, Österreich, England und den USA gebeten, ihr Spezialwissen über bestimmte evidenzbasierte und praxiserprobte Therapiemethoden in kurzer, konkreter Form mit unseren Lesern zu teilen.

Hierbei wird ein Einblick in folgende Themen gegeben: Lernen durch ABA und AVT (Applied Behavior Analysis und Autismusspezifische Verhaltenstherapie), Anders denken lernen – Kognitive Verhaltenstherapie zum Abbau von Frustration und Ängsten und zum Aufbau von sozialen Fähigkeiten, Lernen von positiven Alternativen zu Verhaltensproblemen, Lernen im Alltag – Natürliches Lernen, Lernen im Sekundentakt – Präzisionslernen, Lernen durch Apps, Lernen durch visuelle Hilfen, Lernen durch Videomodellierung, Lernen von Spiel und Beziehungen zu Gleichaltrigen: Integrierte Spielgruppen, Lernen im inklusiven schulischen Setting, Medikamentöse Hilfe und die Suche nach den Ursachen von Autismus-Spektrum-Störungen.

Wir hoffen, dass die Bände unserer Reihe »Autismus Konkret« Eltern und Kollegen helfen, Ursachen besser zu verstehen und wissenschaftlich anerkannte Therapiemethoden kennenzulernen. Hierbei wünschen wir, dass jeder Praxisband der Serie einen Beitrag leistet, therapeutische Hilfen für Betroffene mit ASS konkreter zu machen und Kindern und Jugendlichen mit ASS eine echte Chance zu geben, sich so zu entwickeln, dass eine Teilhabe am Leben der Gemeinschaft auch tatsächlich möglich wird. Und dazu braucht es sicher »Mehr als ein Dorf«.

Dr. Vera Bernard-Opitz, Herausgeberin der Reihe, Irvine,

September 2021

Geleitwort zu diesem Band

Videomodellierung (VM) ist eine der evidenz-basierten Methoden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Autismus, die in den letzten Jahren an Popularität deutlich zugenommen hat. Sie passt zu den Interessen der Betroffenen mit ASS, da Fernsehen, Filme und Apps oft zu ihren wichtigsten Freizeitinteressen gehören und Handys es sehr einfach machen, Filme zu erstellen. Es gibt kaum etwas, das nicht durch VM gelernt werden kann, seien es nicht-verbale oder sprachliche Äußerungen, schulische Fähigkeiten, angemessenes Spiel und Sozialverhalten oder Tätigkeiten zur Selbstversorgung. Auch Verhaltensprobleme können nach einem Verständnis seiner Funktionen gezielt durch VM abgebaut werden.

Christos Nikopoulos ist BCBA mit langjähriger Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen mit ASS und anerkannter Spezialist für diese Methode. Er beschreibt die Vielzahl der Lern- und Verhaltensziele, die mit VM erreicht werden können.

Interessanterweise wird aus der Forschung deutlich, dass verschiedene Methoden, Modellfilme zu erstellen, effektiv sind.

Mit diesem Praxisbuch erhalten Eltern, Lehrer und Therapeuten einen Einblick in strukturiertes, kleinschrittig angelegtes Lernen, das helfen kann, Menschen mit ASS komplexes Verhalten systematisch beizubringen. Auch wenn im Idealfall eine Ausbildung als Verhaltenstherapeut oder BCBA für diese Methode sinnvoll ist, können viele der folgenden Anregungen auch mit etwas technischem Geschick und Eindenken in die Fähigkeiten und Interessen der Betreffenden sinnvoll eingesetzt werden.

Vera Bernard-Opitz, BCBA-D und Herausgeberin der Reihe »Autismus Konkret«, Irvine, September 2021

Inhalt

1  Vorwort zur Reihe »Autismus Konkret«

2  Geleitwort zu diesem Band

3  Einführung

4  1 Definition der Videomodellierung (VM)

5  2 Arten von Videomodellierung

6  2.1 Videomodellierung einer dritten Person

7  2.2 Point-of-view (POV)-Videomodellierung

8  2.3 Videomodellierung mit Anleitung

9  2.4 Video-Aufforderung

10  2.5 »Priming«-Videomodellierung

11  2.6 Video-Selbstmodellierung (VSM)

12  3 Videomodellierung in der Praxis: Wie man Videomodellierung im Unterricht anwendet

13  3.1 Akademische Fähigkeiten

14  3.2 Selbsthilfefähigkeiten

15  3.3 Kommunikation und Konversation

16  3.4 Spielfähigkeiten/Soziale Fähigkeiten

17  4 Videomodellierung in der Praxis: Wie Videomodellierung einige Verhaltensauffälligkeiten verringert

18  4.1 Herausforderndes Verhalten

19  5 Videomodellierung und Training für Therapeuten

20  5.1 Richtlinien für den Entwurf von Videomodellierungsentwürfen

21  5.2 Ausblenden der Verwendung von Videomodellierung

22  5.3 Empfohlene Ressourcen

23  Schlussfolgerung

24  Literatur

Einführung

Um Kindern mit ASS (Abk.: Autismus-Spektrum-Störungen) das Lernen zu erleichtern, hat man in den vergangenen Jahren vermehrt visuelle Hilfen statt sprachunterstützter Instruktion eingesetzt (Bondy & Frost, 2001). Es hat sich gezeigt, dass Kinder mit ASS gegenüber gleichartigen Kontrollgruppen verbesserte Fähigkeiten bei visuellen Diskriminationsaufgaben zeigten (Mottron, 2011; Shipley-Benamou et al., 2002). So ist es verständlich, dass die meisten aktuellen Lernprogramme für Kinder mit ASS visuelle Hilfen durch Bilder, Aktivitätspläne und Videos einsetzen (Rao & Gagie, 2006).

Aufgrund der Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnologie wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche innovative Anwendungen für Personen mit ASS und anderen neurologischen Entwicklungsstörungen entwickelt. Dieser Trend hat zur Entwicklung von effektiven technologiebasierten Interventionen geführt, die eine Vielzahl von visuellen Unterstützungen enthalten (Doughty et al., 2007). Videomodellierung (VM) wurde von vielen Autoren als effektive und hilfreiche Methode für Kinder mit ASS beschrieben. Durch VM werden zahlreiche Fähigkeiten für Kinder mit ASS angebahnt (Bellini & Akullian, 2007; Kagohara, 2010; Nikopoulos & Keenan, 2006; Tereshko et al., 2010; Wang, Cui, & Parrila, 2011). In den folgenden Kapiteln werden mehrere VM-Methoden beschrieben, die wichtigsten Forschungsergebnisse zusammengefasst sowie Empfehlungen für die Praxis vorgestellt. Das Buch konzentriert sich dabei auf VM-Anwendungen bei Kindern mit ASS, auch da die meisten Forschungsarbeiten sich auf diese klinische Population konzentriert haben. Da deutlich ist, dass viele Kinder mit ASS gerne Videos sehen (Wang & Koyama, 2014), stellt VM ein effektives Mittel zum Selbstlernen dar. Darüber hinaus gehören Videos zu eigenständigen Freizeitaktivitäten von Kindern. Wie angedeutet, ist VM allerdings nicht nur für Kinder mit ASS eine wirksame Lernstrategie.

1 Definition der Videomodellierung (VM)

Um die Bedeutung von VM zu verstehen, müssen wir uns mit dem Lernen am Modell befassen, denn hierauf beruht diese Methode. Beim Modellernen wird ein bestimmtes Verhalten des Kindes dargestellt und das Verhalten des Beobachters anschließend danach beurteilt, ob es vergleichbares Verhalten wie das Modell zeigt oder nicht (Martin & Pear, 2017). Modellernen findet statt, wenn der Beobachter das Verhalten des Modells nachahmt. Theoretisch gesehen kann die Modellvorgabe als Auslöser betrachtet werden, mit der Stimuluskontrolle über das Verhalten des Beobachters ausgeübt wird. Da das Verhalten des Beobachters schon nach einer einzigen Modellvorgabe verändert werden kann (Deguchi, 1984), kann dies ein wirkungsvolles Mittel sein, um sowohl neue Verhaltensweisen zu erlernen wie auch bereits erworbene zu verbessern. Eine einfache Definition von VM ist die folgende: Ein Kind-Beobachter verändert sein Verhalten entsprechend der Vorgabe eines Modells auf einem Video. Darüber hinaus »bietet VM einen Anstoß und eine Vorbereitung für eine zukünftige Aktivität oder Aufgabe des Beobachters« (Wang & Koyama, 2014, S. 747). Andere Autoren haben betont, dass »VM eine Instruktionstechnik ist, bei der Individuen ein kurzes Video eines Modells (z. B. Erwachsener, Gleichaltriger, Selbst) ansehen, das eine Abfolge von Schritten eines bestimmten Zielverhaltens ausführt. Anschließend wird es angewiesen, die beobachteten Schritte selbst auszuführen« (Gardner & Wolfe, 2013, S. 74). Bei der VM werden verschiedene Medien eingesetzt, wie z. B. Fernsehbildschirme (Shipley-Benamou et al., 2002), Computer (Ayres & Langone, 2007), Videospiele (Blum-Dimaya et al., 2010), DVD-Spieler (Mechling, Gast & Fields, 2008) und persönliche digitale Assistenten (PDAs) (Mechling & Ayres, 2012). Durch die leichte Verfügbarkeit verschiedener Darbietungsformen ist VM für viele Nutzer attraktiv und entwickelt sich zunehmend zu einem beliebten Lernmittel. Modell beim VM kann eine gleichaltrige Person, ein Geschwisterteil oder ein Elternteil sein (z. B. Sani-Bozkurt & Ozen, 2015). Daneben kann sich eine Einzelperson bei der Video-Selbstmodellierung (VSM) selbst dabei beobachten, wie sie ein bestimmtes Verhalten oder eine Aufgabe ausführt, die über ihr aktuelles Funktionsniveau hinausgeht (Gelbar et al., 2012; Bellini & Akullian, 2007).

Unter den vielen Vorteilen scheint VM im Vergleich zur In-vivo-Modellierung weniger zeitaufwendig zu sein (Rayner, Denholm & Sigafoos, 2009). Es zeigte sich auch, dass VM im Vergleich zu anderen Therapiestrategien weniger Erfahrung bei der Umsetzung erfordert und kostengünstiger ist. Darüber hinaus beschleunigt es den Erwerb von Fähigkeiten bei Kindern mit ASS (Sigafoos, O’Reilly & De La Cruz, 2007).

Nachdem ein Videomodell einmal erstellt wurde, kann es mehrfach eingesetzt werden. So können die Übungsmöglichkeiten eines Kindes verbessert und eine größere Selbständigkeit angebahnt werden. Hierdurch wird die kontinuierliche Beaufsichtigung durch einen Therapeuten verringert (Wang & Koyama, 2014).

Wenn man VM in der Therapie mit autistischen Kindern einsetzt, sollte man, wie schon von Nikopoulos und Keenan (2006) ausgeführt, die folgenden fünf Voraussetzungen berücksichtigen:

Erstens kann der Beobachter das Verhalten des Modells nur dann erfolgreich imitieren, wenn dieses neue Verhalten dem aktuellen Wissensstand des Beobachters um ein oder zwei Schritte voraus ist. Wenn das Verhalten eines Modells ihm demgegenüber mehrere Schritte voraus ist, ist es weniger wahrscheinlich, dass der Beobachter ein ähnliches Verhalten erfolgreich durchführen kann (Baldwin & Baldwin, 1986).

Zweitens muss der Beobachter in der Lage sein, das Verhalten des Modells zu beobachten, um dasselbe oder ein ähnliches Verhalten zu zeigen (Miltenberger, 2015). So kann es in einer Therapiesitzung sinnvoll sein, dass das Kind sitzen bleibt, aufmerksam ist und den Therapeuten ansieht, wenn es gerufen wird. Das Kind sollte auch die gezeigten Gegenstände ansehen.

Drittens ist es wahrscheinlicher, dass der Beobachter die modellierte Reaktion imitiert, wenn er sieht, welche Konsequenzen auf die Modellvorgabe folgen. Die Konsequenz auf ein Modellverhalten kann auch für spätere Imitationen des Beobachters als diskriminativer Hinweis dienen. Wenn zum Beispiel ein bestimmtes Verhalten zu unterschiedlichen Konsequenzen für das Modell und den Beobachter führt, ist es wahrscheinlich, dass der Beobachter das Modell weniger nachahmt. Generell gilt, dass man dazu neigt, das zu tun, was für einen selbst am besten ist, unabhängig von dem, was für das Modell galt (Deguchi, 1984).

Viertens muss das gezeigte Modellverhalten mit der aktuellen Kompetenz des Beobachters übereinstimmen. Wenn der Beobachter ein ziemlich komplexes Verhalten nachahmen muss, das Fähigkeiten erfordert, über die er nicht verfügt, ist es wahrscheinlich, dass der Beobachter das Modell nicht beachtet (Kazdin, 2001).

Schließlich erhöht eine frühere Verstärkung für die Imitation eines bestimmten Modells die Wahrscheinlichkeit, das modellierte Verhalten auszuführen, wenn diskriminierende Stimuli und Kontexte den früheren Settings ähnlich sind (Nikopoulos & Keenan, 2006).

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Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
24 ekim 2025
Hacim:
84 s. 7 illüstrasyon
ISBN:
9783170301535
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