Kitabı oku: «Das Märchen vom Witzenspitzel»
Clemens Brentano
Das Märchen vom Witzenspitzel
Saga
Das Märchen vom WitzenspitzelCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2020, 2020 Clemens Brentano und SAGA Egmont All rights reserved ISBN: 9788726703030
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 3.0
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Witzenspitzel
Es war einmal ein König von Rundumherum, der hatte unter seinen vielen andern Dienern einen Edelknaben, der hiess Witzenspitzel, und er liebte ihn über alles und überhäufte ihn mit tausend Gnaden und Geschenken, weil Witzenspitzel ungemein klug und artig war und alles, was ihm der König zu verrichten gab, mit ausserordentlicher Geschicklichkeit ausrichtete. Wegen dieser grossen Gunst des Königs waren alle die andern Hofdiener sehr neidisch und bös auf Witzenspitzel;
Denn wurde seine Klugheit belohnt mit Gelde,
So wurde ihre Dummheit bestraft mit Schelte;
Und erhielt Witzenspitzel vom König grossen Dank,
So erhielten sie von ihm grossen Zank;
Kriegte Witzenspitzel einen neuen Rock,
So zerschlug der König auf ihnen einen neuen Stock;
Durfte Witzenspitzel des Königs Hand küssen,
So traktierte der König sie mit Kopfnüssen.
Darüber wurden sie nun gewaltig zornig auf Witzenspitzel und brummten und zischelten den ganzen Tag und steckten überall die Köpfe zusammen und überlegten, wie sie den Witzenspitzel sollten um die Liebe des Königs bringen. Der eine streute Erbsen auf den Thron, damit Witzenspitzel stolpern und den gläsernen Zepter zerbrechen sollte, den er dem König immer reichen musste; der andere nagelte ihm Melonenschalen unter die Schuhe, damit er ausgleiten sollte und dein König den Rock begiessen, wann er ihm die Suppe brachte; der dritte setzte allerlei garstige Mücken in einen Strohhalm und blies sie dem König in die Perücke, wenn Witzenspitzel sie frisierte; der vierte tat wieder etwas anders, und so versuchte jeder etwas, den Witzenspitzel um die Liebe des Königs zu bringen. Witzenspitzel aber war so klug und behutsam und vorsichtig, dass alles umsonst war und er alle Befehle des Königs glücklich zu Ende brachte.
Da nun alle ihre Anschläge nichts fruchten wollten, versuchten sie etwas anderes. Der König hatte einen Feind, mit dem er nie fertig werden konnte, und der ihm alles zum Possen tat. Das war ein Riese, der hiess Labelang und wohnte auf einem ungeheuren Berg, wo er in einem dicken, dunkeln Wald in einem prächtigen Schloss hauste, und hatte ausser seiner Frau, die Dickedull hiess, niemand bei sich als einen Löwen Hahnenbang und einen Bären Honigbart und einen Wolf Lämmerfrass und einen erschrecklichen Hund Hasenschreck; das waren seine Diener. Ausserdem hatte er auch ein Pferd im Stall, Flügelbein genannt.
Nun wohnte in der Gegend von Rundumherum eine sehr schöne Königin, Frau Flugs, die hatte eine Tochter, Fräulein Flink, und der König Rundumherum, der gern alle andern Länder um sein Land herum auch gehabt hätte, hätte die Königin Frau Flugs gern zu seiner Gemahlin gehabt. Sie liess ihm aber sagen, dass noch viele andere Könige sie auch gern zur Gemahlin hätten, dass sie aber keinen nehmen wolle als den allergeschwindesten, und dass der, welcher am nächsten Montag, morgens um halb zehn Uhr, wenn sie in die Kirche gehe, zuerst bei ihr wäre, sie zur Gemahlin und mit ihr das ganze Land haben sollte.
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