Kitabı oku: «Die Seidenstraße – gestern - heute - morgen», sayfa 7
LAWRENCE OF ARABIA
Der vielfach Oscar prämierte Film von 1962 basiert auf einem modernen Alexander. Thomas Edward Lawrence, 1888 in England geboren, war ein britischer Archäologe, Offizier der Armee, Diplomat und Autor. Er begann seine Notizen 1919 bei der Friedenskonferenz in Paris (wo er ein Treffen mit Weizman, Israel und König Faisal, Saudi-Arabien, das die Franzosen ruinierten, organisierte) und schrieb diese, als er zurück in Ägypten war, weiter. Seine fast zehn Bücher oder 250.000 Worte ließ er in einem Bahnhof liegen, sie wurden nie wiedergefunden. 1920 schrieb er das Buch mit 400.000 Worten neu. Aus dem Titel Die arabische Revolte wurde später Die sieben Säulen der Weisheit. Der Film entstand 1962.
1911 reiste Lawrence mit 22 zum ersten Mal auf der Seidenstraße nach Cachemish, die wichtige antike Hauptstadt in Nord-Syrien, wo 5000 v. Chr. bereits Bronze gefunden wurde, um die Hethiter-Kultur zu verstehen. Es war der Anfang seiner Faszination für den Mittleren Osten und die Seidenstraße.
Er studierte in Oxford die Kreuzzüge und ihre Burgen, insbesondere die Zitadelle der Festung von 1031 n. Chr. in Syrien, 30 km von Homs, wichtiger Handels- und militärischer Umschlagplatz vom Landesinnern an die Küste.
Er begab sich auf einer 1000-Kilometer-Wanderung auf und neben der Seidenstraße in Dörfer, die nie zuvor einen Fremden gesehen hatten, er wurde zum Araber, er lebte ihr Leben; nie als Lehrer, sondern immer als Zuhörer und Lernender. Nach vier Jahren in Caschemish brach der 1. Weltkrieg aus. Er kannte die Geschichte des Mittleren Ostens besser als jeder Westler und wurde nach Ägypten entsandt. Dort entwickelte er sich zum Rebellen für die arabische Mission und schwor sich, dafür zu kämpfen. Faisal und Hussain verstanden, dass er auf ihrer Seite kämpfte.
Lawrence war ein uneheliches Kind aus guter Familie, was zur damaligen Zeit nicht sein Vorteil war. Sein Einsatz für die Araber entstand aus seinem Bedürfnis für Gerechtigkeit. Rebell, Krieger, Pilot der Airforce, General und militärisch exzellent ausgebildet, attackierte er die Türken für England und wurde zum profiliertesten Offizier. Er bombardierte 79 Brücken und zahlreiche Bahnlinien, die die Osmanen wieder aufbauten, ehe Lawrence erneut zuschlug, und von denen noch zahlreiche verrostend in der Wüste liegen. Lawrence ist vergessen, die Bahnverbindungen werden vermisst, nur wenige blieben.
Viele seiner Kenntnisse hatte er sich 1914 in der Negev angeeignet, wohin ihn die britische Armee und der Palestine Exploration Fund als Archäologe und Forscher entsandten, weil hier die Osmanen auf dem Weg nach Ägypten vorbeikamen. Lawrence, offensichtlich fasziniert von der Seidenstraße, besuchte und studierte diese von Akaba und Petra bis Mesopotamien und Syrien. Er interessierte sich für die Wasserversorgung in der Wüste und die Einheimischen. Zu Beginn der britisch-türkisch-arabischen Auseinandersetzungen wurde er als Hauptkommandeur nach Kairo versetzt. Er versuchte immer, sein Gewissen zwischen Briten, Arabern und türkischen Freunden im Gleichgewicht zu halten.
In den osmanischen Gebieten entwickelten sich nationalistische arabische Bewegungen. Der Emir von Mekka, Hussein, bot den Briten seine Hilfe gegen ein unabhängiges Territorium oder Arabien bis Mesopotamien und Syrien an. Frankreich und Indien protestierten, Hussein drohte auf die Seite des Osmanen zu wechseln. Die Briten waren gewillt, ihm ein Stück Land am Mittelmeer zu überlassen. Lawrence wollte einen freien, unabhängigen Staat.
1916 kämpfte Lawrence mit den Arabern bei Kut (Bagdad) während in London Russen, Briten, Franzosen und Italiener die Einflussgebiete gegen die Osmanen diskutierten, ohne Lawrence davon in Kairo zu informieren. Für einen arabischen Staat müssten diese erst Damaskus, Homs, Hama und Aleppo erobern. Auch Lawrence berichtete nicht alles aus Kairo nach London.
Lawrence beschreibt seinen Einsatz von mehreren militärischen Einsätzen während der arabischen Revolte. Die Araber wurden 1916 von den Osmanen bedroht, diese bewegten sich entlang des Roten Meeres, um Mekka einzunehmen. König Faisal erhielt die Unterstützung der Briten und in Erwartung deren Truppen wurde Lawrence’ permanenter Einsatz mit Faisal bestätigt. Januar 1917 attackierten sie Hejaz, drei Monate später die Bahnlinie in Aba el Naam und weitere drei Monate danach die Brücke von Ras Baalbek.
Faisal und Lawrence erreichten Akaba im Juli 1917, wo sie die Osmanen erfolgreich schlugen. Es folgten im selben Jahr die Bahnattacken in Mudawar und Amman.
1918 folgten zahlreiche Attacken in der Nähe des Toten Meeres. Lawrence wurde militärisch befördert. Mit der Ankunft britischer Waffen gelangen Zerstörungen von immer mehr Brücken und Bahnlinien. Die Zivilbevölkerung wurde, wenn möglich verschont.
Ende 1918 schlug Lawrence die Osmanen und die Deutschen, die die Dorfbewohner bei Tafas massakrierten und ein Blutbad anrichteten. Er setzte sich in der Kampagne gegen das Ottomanische Reich im 1. Weltkrieg für die Araber, Sinai und Palästina ein. Sein Buch Die sieben Säulen der Weisheit beschreibt seinen Einsatz bei mehreren militärischen Überfällen während der arabischen Revolte. 1916 war er in Kairo für die Briten stationiert, befreundete sich mit dem Anführer der arabischen Revolte, Emir oder Prinz Faisal.
Lawrence schrieb, dass die arabischen Beduinen-Kämpfer nicht in eine Armee eingeordnet werden konnten, da sie den Feind mit ihren eigenen Strategien angriffen. Feindliche Beduinen-Stämme mussten erst verstehen lernen, um, welche Interessen es ging.
Lawrence traf sich überall mit arabischen Nationalisten und unterstütze Faisals Truppen, indem er eine veritable Guerilla-Aktivität entstehen ließ. Die Briten honorierten sein militärisches Wissen erneut.
Lawrence griff seine Ziele an, so auch Medina, ohne sie zu zerstören, damit ermüdete er die schon isolierten Islamisten, die sich mit dem Wiederaufbau beschäftigten, als Lawrence und die Beduinen wieder zuschlugen. Ähnlich der damaligen Krieger der Seidenstraße entwickelte er eine der Situation angepassten Strategie, instruierte seine Soldaten aller Ethnien und übernahm das Kommando. Er kämpfte für die Araber, an der Front und sein Leben riskierend.
Es ging 1916 um die Einflusszonen und Kontrolle oder Teilung des Ottomanischen Reiches zwischen den Briten und Frankreich, das vom Russischen Reich akzeptiert wurde. Das Abkommen teilte das Ottomanische Reich in französische und britische Zonen. Israel, Palästina, Jordanien, Südirak, Haifa und Acre gingen an die Briten. Südost-Türkei, Nord-Irak und Syrien sowie Libanon gingen an die Franzosen. Russland erhielt West-Armenien, Konstantinopel, Italien Süd-Anatolien. Ein kleiner Teil Palästinas fiel unter internationale Administration.
Die Araber hofften, dass die Briten ihnen die versprochene Heimat zugestehen würden, im Austausch für deren Beistand im Krieg gegen die Türken. Die Briten hatten den Kuchen aber schon verteilt, die Araber wurden vergessen und die Türken jubelten, weil die Kurden damit keinen eigenen Staat erhielten. Diese komplexe Situation hat sich zu einem modernen globalen Terrorkrieg entwickelt.
Danach arbeitete Lawrence für das Auslandsministerium, die Royal Air Force, schrieb Bücher und kam 1935 bei einem Motorradunfall um Leben. Er war 46. Sein Ziel, ein freies Arabien, nicht erreicht zu haben, bedrückte ihn zutiefst.
Die Vermischung von Buch, Tatsachen und britischen Dokumenten ist verführerisch. Lawrence of Arabia geht als mutiger Kriegsheld daraus hervor. Lawrence war ein Denker, Philosoph, Rebell und Krieger. Churchill beschrieb ihn als eines der größten Wesen unserer Zeit: »Ich fürchte, was auch immer wir brauchen, so wie er wird keiner sein.«
WINTERREISE
Es war eine Winterreise: Südostasien, von Ost nach West, China, Schanghai, Xian nach Italien, Venedig, Rom. Ich kenne und liebe Schanghai und Venedig. Was dazwischen liegt, suchte ich auf der Karte. Exotische Namen in 40 Ländern, die neugierig machen. 8.897 km oder weit mehr mit Abstechern in alle Richtungen. Man kann im Zug, auf dem Schiff oder im Flugzeug, per Bus, Auto oder Rad oder per pedes seine Ziele erreichen. Kamele, Pferde und Maulesel stehen für kurze Distanzen zur Verfügung und werden ausgetauscht. Man kann eilig oder langsam reisen, jeder hat seine eigenen Vorstellungen. Eine Reise für Neugierige, die sich gerne überraschen lassen und das Staunen nicht verlernt haben. Eine Reise für Aussteiger, Mutige, die etwas anderes suchen, die Unzufriedenheit in Humor wandeln können. Die sich nicht in Politik, von der sie nichts verstehen, einmischen und nie versuchen, Menschen eines Besseren zu belehren.
Sechs Monate Balkanländer, Ex-Sowjetunion, Belarus, die Stan-Länder, Zentral- und Vorderasien, Osteuropa, Westeuropa, Eurasia mit Abstechern nach Vorderasien, Russland und dem Mittleren Osten. Es gibt viele Wege von Osten nach Westen, ein ganzes Netzwerk, auf dem seit Tausenden Jahren gehandelt, getauscht, verkauft wird. Vom Sklaven zu Chinas Seide, von der die ganze Welt träumte. Von Hard- zu Software.
Eine Reise ohne präzisen Plan, vielen Stopovers in alle Richtungen, mit viel Zeit und einem Ziel: Go west or East. Ohne Guides, dafür Spürnase, den Einwohnern zuhörend und ähnlich den Reisenden vor Tausenden Jahren den Handel im Kopf. Eine kleine Gruppe von wilden Reportern, die schreiben, filmen, YouTuber, TikToker, Filmer, Fotografen, Erzähler. Keine Crews. Keine Gruppenreise. Meist allein unterwegs, weil jeder seine eigenen Ideen realisieren und diese nicht teilen will. Man reist allein anders als zu zweit. Man wird angesprochen und ich höre gerne zu, was Menschen fernab erzählen. Singen. Kochen. Tun. Sind. Wünschen. Leben. Handel. – Politik von fremden Ländern versteht man nicht, Geschichte aber schon. Man reist als Diplomat.
Der Begleiter hieß COVID, er hatte sich still verbreitet und niemand wusste davon.
1000 MILLIARDEN FÜR EINEN WEG
Es ist Zeit, dass wir die Welt auf den Kopf stellen. China zementiert nicht seine Vormacht, aber hatte die Idee der Neuen Seidenstraße. Chinas Investitionen ziehen weitere Ideen an. Es handelt sich nicht um ein Fantasieprojekt; China und alle Beteiligten haben eine präzise Blaupause, die zum Erfolg führen soll. Chinesen sind ein Geschenk des Himmels, hörte ich immer wieder. Henry Kissinger sagte es richtig: »Kritiker kennen und verstehen die Kultur Chinas nicht.«
Beim mehr als eine Trillion teuren Seidenstraße-Projekt von Anfang an mit dabei zu sein, bedeutet Mitspracherecht und Verständnis. Große und auch kleine Firmen sind dabei. Viele Firmennamen kennt man nicht, selbst die Großen bleiben still. Aus einer Idee wurde Realität, die in viele Richtungen still wächst und Erfolg und Verlust verspricht. Wie im Leben. Verlierer gewinnen an Erfahrungen. Die Seidenstraße nach Tausenden von Jahren wieder zu beleben ist ein Abenteuer, an dem jeder teilnehmen kann. Kritiker, Vorsichtige, Enthusiasten. Umweltschützer, Financiers, Demokraten, Sozialisten, Aufbauer und Zerstörer. Investieren vor gewinnen, riskieren, abwarten, arbeiten. Westliche Modelle anpassen und nicht kopieren. Kommunizieren.
Gewinner gibt es schon heute viele, sie reden nicht davon. Die Seidenstraße ist ein Unternehmen in die Zukunft. Verlierer fangen neu an. Die Seidenstraße ist ein Projekt für big and small Business, für die, die daran glauben und überzeugt sind, dass sie gewinnen werden, wie Dschingis, Alexander oder Attila. Mutige Investoren, die daran glauben, dass die Welt neuen Input braucht.
Kein Weg der Welt verbindet so viele Länder und Völker, so viel Geschichte, so viel Unbekanntes, Spannendes und Faszinierendes. So viel, was wir nicht kennen. Drei Viertel der Welt. So viel Zukunft.
ATTILA
Outsider, gefürchteter Bogenschütze, Schwertwerfer, Schildhalter, Krieger, Reiter. Barbar, intelligent und freundlich, wenn es ihm passte. In der Mongolei 400 v. Chr. zu Pferd geboren, auf dem Pferd lebend, ohne stabile Armee mit ihm untergebenen Hunnen, Alemannen, Burgundern, Ostrogoten, Skythen oder Xiongnu und allen Nomaden, die sich ihm entlang der Seidenstraße anschlossen kämpfend. Sein Leben war erobern, überleben, gewinnen. Von Westrom bis und mit China.
Beutelust oder Nahrung? Er zerstörte, was ihm im Weg stand, tötete, hinterließ Steine und Knochen. Seine neue Reiterkampftechnik brachte den Feind außer Kontrolle, diese spielte bis ins 5. Jahrhundert eine bedeutende Rolle.
Attila attackierte unerwartet und verschwand nach gewonnener Schlacht mit der Beute. Er schlug die Goten, die Gallier, Italiener, Griechen. Er jagte die Germanen nach Westrom, wo sie zu dessen Untergang beitrugen. Hunnen und Visigoten schlugen die Römer 378 n. Chr., bis keiner von ihnen mehr aufstand, und plünderten Westrom. China vertrieb Attilas Todesreiter, als sie über die große Mauer klettern wollten, und beschreibt sie als Dämonen. Die Mongolen schafften die Mauer ein Jahrtausend später.
Die Hunnen fielen 375 in Europa ein und wurden zu den gefürchtetsten Feinden. Attilas persönlicher Umgang mit seiner Armee stand in großem Kontrast zu den Römern, die dieses Reich nicht zusammenhalten konnten.
Attila kam aus einer Familie, die ihm und seinem Bruder Bleda Lateinisch und Griechisch, die Kriegskunst, den Umgang mit Pferden und hohen Besuchern beigebracht hatte. Aus welchem Nomadenstamm er kam, ist unbekannt. Kräftige Statur, eher klein, großer Kopf, kleine Augen, flache Nase, braun gebrannt und Bart. Nie ansässig, immer unterwegs, in chinesischer Seiden-Jurte seine Nächte verbringend, die Seidenstraße nach Westen erkämpfend, heimatlos die Welt erobernd. Seine Armee rekrutierte er aus Männern vieler ethnischen Gruppen und machte sich zum Herrscher aller Hunnen. Sie zogen mit Familien, Tieren und Zelten durch die Steppe; bei Angriffen blieben diese zurück. Später etablierte sich Attila zwischen den Feldzügen in einem Holzhaus in Ungarn. Er hatte den Reichtum der Seidenstraße bis Rom erobert. Der Mythos vom ungewaschenen Mann ist falsch und wenn er selten fürstlich Gäste empfing, trank er Wasser aus einem Holzbecher und aß wenig.
Seine Soldaten trugen schwer eingefettete Lederuniformen gegen den Regen, Stahleinlagen schützten vor Pfeilen und Schwertwerfern. Die eingefetteten Lederstiefel waren weich, eben zum Reiten, zum Gehen ungeeignet – man lebte auf dem Pferd.
Sein Vater, König Rugila, starb während des Anschlags auf Konstantinopel. Attila wurde König mit seinem Bruder und einer gigantischen Armee, die Ostrom immer wieder für deren Schutz vor Angreifern in gutem Gold bezahlte. Attila brach den Vertrag mehrmals freundschaftlich. Es ließ seinen Bruder ermorden, um die ganze Macht an sich zu reißen, weil er nur so sein Ziel erreichen konnte. Attila und seine Vandalen waren Roms gefürchtetste und unberechenbarste Feinde. Seine Reiternomaden aus Nord- und Osteuropa waren wild und stark. Attila brachte Ordnung in die Armee und das Leben der Nomaden, das er durchorganisierte. Er kaufte landwirtschaftliche Produkte, Pferde-, Schaf- und andere Tierherden für seine Armee und Familien, was wiederum das Einkommen der sesshaften Bevölkerung bereicherte.
War Attila so grausam, wie man ihn beschreibt? Die US-Armee könnte viel von ihm zu lernen: Attila hat selbst bei Vertragsbrüchen am Ende Wort gehalten, loyal gehandelt, Plünderungen unter das Volk verteilt, seinen Sohn umarmt und war an Reichtum nicht interessiert.
Manche Hunnen kämpften auch für die Römer gegen Gold und wurden reich. Hielten die Römer Tribut-Verträge nicht ein, wurden Städte in Brand gesteckt, ganze Regionen verwüstet. Attila und die Hunnen regierten den florierenden Handel der Seidenstraße, begegneten römischer und griechischer Hochkultur; in ihren Gräbern fand man chinesische Opfergefäße und bronzene Spiegel, Gold und Waffen, Schmuck, Plünderungsgüter der Seidenstraße.
Naturkräfte waren göttlich. Man wusch sich nie, denn das heilige Wasser durfte nicht verunreinigt werden.
Attila starb 453 in der Hochzeitsnacht unter mysteriösen Umständen, niemand weiß, wo er begraben liegt Er hinterließ ein gigantisches Reich, das bald zerfiel. Seine Krieger verteilten sich zurück in ihre Steppen Zentralasiens bis China oder blieben in Europa. Die Hunnen verschwanden mit ihrer Sprache. Attila bleibt im Nibelungenlied erhalten.
Es folgte das westliche Imperium auf dem Boden Attilas und der Hunnen, germanisch-romanische Reiche, die die Kultur des Mittelalters prägten. Attila hinterließ Spuren: Noch heute tauft man Jungen in Ungarn Attila und vergleicht ihn mit Cäsar, den Khan-Dynastien oder Alexander.
Damit waren es viele Stämme und Ethnien, Nomaden und Steppenvölker, genannt Attilas Hunnen, die das weströmische Reich 476 zu Ende brachten. Will man einen Deutschen beleidigen, nennt man ihn einen Hunnen.
Alexander, Attila, Spartakus sind nur einige der großen Krieger, die die Welt auf der Seidenstraße veränderten, die selber auf dem Pferd saßen und die Kunst des Krieges beherrschten. Heute sind es militärische Politiker in Büros, die Soldaten für Geld kämpfen lassen.
Herzblut, Heldentaten, das Gewinnen einer Schlacht, den Feind zu schlagen, seine Kräfte zu messen, all das gibt es heute nicht mehr – außer bei Godzilla, dem ersten Kampfspiel basierend auf den japanischen Samurai oder Blutkriegern, gefolgt von Martial Arts, Karate, Kung Fu, Taekwondo, Judo, Kickboxing, Jiu-jitsu … Sie alle entstanden auf der Seidenstraße in China, Korea, Japan.
Boudica, Keltin, trainierte gegen alle Kultur und Gesellschaft in Kriegskunst, Waffen und Reiten. Als ihr Vater, König Prautagas, 60 n. Chr. in England starb, hinterließ er ihr das Zepter. Die Römer aber annektierten das Königreich, vergewaltigten Boudica und ihre zwei Töchter. Empörte Nomadenstämme zogen gegen die Römer los. Sie töteten 70.000 Römer und massakrierten, was darum herum war.
DIE SEIDENRAUPE
Sie spielt die Hauptrolle auf der nach ihr benannten Straße. War es Chinas Urkaiser Shennong, König der Bauern genannt, in der chinesischen Mythologie ein Kulturheld, der 2727 v. Chr. den Menschen Ackerbau, Tee und Medizin, Wurzeln und Kräuter, das Guqin-Instrument sowie die Seidenraupen-Kultur beigebracht hat? Oder war es ein anderer Urkaiser, dessen Frau die Fäden weit früher entdeckte?
Sein Nachfolger Kaiser Fu Xi führte alle Arbeiten des Urkaisers weiter und nutzte die Seidenraupenfäden zur Seidenproduktion. Noch heute wird die Kultur des Urkaisers in China, Vietnam und den umliegenden Ländern studiert.
Kaiser Fu Xi soll auf die Idee gekommen sein, Seidenraupen-Fäden für Kleider zu nutzen. So wurden aus den Kokons der Seidenraupe oder deren Larve, (vor dem Schmetterling) hauchdünne Fasern gewonnen. Es ist die Einzige in der Natur vorkommende endlose Faser, die die Raupen aus dem Maul (die Raupe ernährt sich von Maulbeerbäumen) bis zu 300.000-mal um sich herumwickeln. Im Heißwasserdampf werden die Raupen getötet, um den Kokon nicht zu beschädigen. Man braucht 3000 Kokons, etwa ein Kilo, um 250 Gramm Seidenfaden zu erhalten, der auf einem Webstuhl geflochten wird. Tierschützer verlangen artgerechte Behandlung der Raupen. Gandhi machte Seidenversuche aus wilden Raupen, ohne diese zu töten, denn mit der Seide sterben Milliarden Schmetterlinge, die nicht ausschlüpfen können.
Aserbaidschan gehört wie China zu den ältesten Seidenproduzenten. 1100 wurde Seide in Russland sehr geschätzt. Bis 1800 war Aserbaidschan der wichtigste Nahost-Seidenexporteur. 1970–1980 exportierte das Land fünf bis sechs Tonnen nasse Kokons und 400 Tonnen rohe Seide in die Sowjetunion und Usbekistan und beschäftigte 150.000 Leute. 1990 gab es eine weltweite Rezession in der aserbaidschanischen Seidenindustrie, Tausende verloren ihren Job. Neue Technologien zeigten der Seide neue Wege. Zusammen mit China entstanden Maschinen, die auch der Baumwollindustrie dienten.
Indien und China produzierten seit 2800 v. Chr. wilde Raupen-Seide. Heute gibt es nur noch die domestizierten Seidenspinner. Allerdings sollen schon die Bewohner von Jianhu, China, 8500 Jahre v. Chr. Seidenkleider mit ins Grab genommen haben. Um 2000 v. Chr. wurde Seide vielerorts aus gestohlenen Kokons produziert, der Export aus China war verboten, Könige und Kaiser aber bestanden auf Chinas Allerfeinster, die der Straße von China nach Italien den Namen gab.
Von China nach Italien oder Timbuktu – der deutsche Geograf von Richthofen gab dem Netzwerk offiziell den Namen Seidenstraße.
Aus China gestohlene Kokons gelangten 12 n. Chr. nach Byzanz, dort wurden sie während des 2. Kreuzzuges geraubt und nach Italien gebracht.
Um 1500 wurden die Raupen auf der Seidenstraße bis Afrika gehandelt. Man bezahlte in Seide, kleidete alle Tempel in Seide, Könige und Kaiser trugen nur Seide … Es wurden Maulbeerbäume über Kilometer angebaut, es gab immer größere Fabriken, aber auch kleine Ateliers, die Seide produzierten. Dabei entstanden etwa 50 Sorten mit weiterer Unterteilung, von höchster zu weniger guter, aber oft für Designer spannender Qualität. Gewicht, Feinheit, Knitterfestigkeit, Isolation, Glanz, Temperaturempfindlichkeit oder Struktur nach dem Färben sind dabei nur einige der Kriterien.
Die Mongolen behaupteten, ihr militärischer Erfolg käme von den schützenden Seidenkleidern unter Leder und Armatur. Seidenpulver endet noch heute in der Kosmetik.
Die Muschelseide wurde aus den Fußdrüsen von einem Meter langen Muscheln gewonnen, deren Sekret Byssus erzeugt, die zu Fäden vereinigt werden. Andere Muscheln produzieren anderen Byssus und werden zu Baumwoll- oder Flachserzeugnissen. Der Brauch stammt aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Heute ist das Handwerk ausgestorben, auch die weltweit größten Muscheln gibt es nicht mehr. Auf der sardinischen Insel Sant Antioco stehen das letzte Atelier und ein Museum.
Thailand war einst ein wichtiger Seidenproduzent und hatte in Zusammenarbeit mit Japan gute Erfolge erzielt. Jim Thompson importierte Seide nach dem 2. Weltkrieg als populären Stoff aus China und es entstand die kommerzielle versus die alte Seidenproduktion. Jim Thompson machte aus den fetten faulen Seidenwürmern, wie er sie nannte, Arbeitstiere und den Beginn der Thaiseide. (Jim Thompson verschwand auf unerklärliche, nie aufgeklärte Weise.) Die Thais interessierten sich nicht besonders für die Seide. Seide blieb ein unwichtiges Exportprodukt, reserviert für Touristen, die sie in kleinen Shops kauften. Zu teuer und zu warm im heißen Land blieb Seide damit in Thailand die Ausnahme.
80 % der Weltseide stammte aus China und es war die Frau des gelben Kaisers, Lady Li Hsi-Ling-Shih, die 2500 v. Chr. die Kunst der Seide und deren viele Anwendungen, das Färben und die Blumen sowie berühmte Vogelstickereien animierte.
Seide wurde zur gigantischen Schmuggelware. Sie reiste auf komplizierten See und Landwegen auf Kamel, Pferd oder Eselsrücken. Erst nach der Revolution 1911 durfte das Volk in China Seide tragen.
Einer der feinsten und teuersten Seidenproduzenten ist noch heute Italien. Halbseiden nennt man Leute, die diese tragen, ohne zur Bourgeoisie zu gehören. Und wer keine Raupen kochen will und Schmetterlinge liebt, der kauft Kunst-, Soja-, Agaven- oder Bambusseide, bei denen man beim Berühren keinen Unterschied fühlt.
Heute erzeugen China und Indien über 60 % der Weltproduktion.
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