Kitabı oku: «Yacht- und Bootsbau», sayfa 2

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Zeichnung 13: Auf Biegung beanspruchter Stab. – Harmloser Ast.



Zeichnung 14: Stab auf Biegung beansprucht. Äußerst gefährlicher Ast.


Ästigkeit gilt allgemein als Schönheitsfehler, wobei vornehmlich an den Bau naturlackierter Boote und Bauteile gedacht ist. Eine gewisse Moderichtung zieht zur Zeit bei roh gelassenen Fichtenholzmöbeln Äste vor, was nur der Vollständigkeit wegen erwähnt sein soll. Die Äste erschweren sehr das Glätten der Holzoberfläche mit den üblichen Mitteln und sind auch aus diesem Grunde zu fürchten. Da das noch gesunde Holz im Ast eine sehr viel größere Härte besitzt als das ihn umgebende normale Holz (seine Jahresringe stehen auch entsprechend sehr dicht!), können auch Schwierigkeiten mit den bearbeitenden Werkzeugen oder Maschinen auftreten. Es sei noch erwähnt, daß das den Knoten umgebende Holz zumeist ebenfalls sehr dicht gewachsen und bei vielen Baumarten wie das Astholz selbst stark harzig ist.

Die Baumarten variieren sehr in bezug auf ihre Ästigkeit, und die einzelnen Bäume variieren in ihrer Spezies wiederum nach den Bedingungen, unter denen sie haben wachsen können. Als Beispiel sei Fichte im Gegensatz zu Kiefer genannt, beide unter den üblichen forstlichen Bedingungen aufgewachsen. Die abgestorbenen Äste der Fichte haben, wenn man sie nicht künstlich entfernt, eine sehr lange Lebensdauer; sie reichen also im Stamm von dessen Kern bis an die äußerste Schicht und von der Krone herunter bis – je nach Standort – mehr oder minder dicht an den Boden heran. Als Folge muß dieser Baum von oben bis unten ästiges Holz aufweisen, kann aber trotzdem, wenn die Äste gesund und fest eingewachsen sind, für bestimmte Zwecke noch brauchbares Bauholz liefern. Bei der Kiefer hingegen – wächst sie in dichter Nachbarschaft mit gleichaltrigen Kiefern auf – sterben die Äste recht bald ab. So kann also die Neubildung von Holz nach gewisser Zeit, wenn die Astansätze überwachsen sind, am glatten Stamm erfolgen und astfreies Holz hervorbringen. Berühmt in dieser Hinsicht ist übrigens die Douglas-Tanne oder Oregonpine, unter welchem Namen sie bekannter ist.

Naturgemäß stehen die Äste im Baum in radialer Richtung. Wird nun eine Planke ebenfalls radial aus dem Stamm herausgeschnitten, so wird der Ast seinerseits längs aufgeschnitten und unterbricht die Planke im ungünstigsten Falle von der Mitte des Stammes über Kern, Splint und Bast bis zur Rinde. Diese Planke wäre wohl vollkommen unbrauchbar (Zeichnung 12 b). Wird dagegen die Planke tangential aus dem Stamm geschnitten, so trifft der Schnitt den Ast mehr oder minder rechtwinklig in bezug auf die waagerechte Ebene. Aber auch in der senkrechten Ebene wird der Ast mehr oder minder winklig getroffen, abhängig davon, ob der Ast schräg nach oben oder unten oder aber genau waagerecht aus dem Baum herausgewachsen ist. Von dieser Winkligkeit hängt es ab, ob der erhaltene Astquerschnitt rund oder oval geworden ist, und ob der Ast winklig oder schräg durch die Planke läuft (Zeichnung 12 c).


Zeichnung 12 b: Tangential geschnittene Planke mit Ast-Längsschnitt. Die Planke ist wertlos. (Radial geschnittene Planke.)



Zeichnung 12 c: Ast im Querschnitt, nur möglich in einer tangential geschnittenen Planke. Sitzt der Ast auch nach der Trocknung fest, so liegt kein großer technischer Fehler vor.


Wie bereits angedeutet, sind Äste im Holz deshalb unangenehm, weil die Faser des Holzes aus ihrer natürlich geraden Richtung heraus verdreht wurde. Hieraus ergeben sich dann die beim „Drehwuchs“ erörterten Schwierigkeiten, wenn auch nur an diesem einen Punkt im Holz. Durch diese Verdrehung liegen die Fasern aber auch schräg zur Schnittrichtung, die ja parallel der Faser angelegt war, und so kommt es zu einer Unterbrechung der tragenden Fasern und dadurch zu einer Schwächung des Holzes. Liegt indessen der Ast und damit die Unterbrechungsstelle der Holzfasern am Rande eines auf Biegung beanspruchten Holzteiles, so ist die Wirkung noch sehr viel ernster. Einmal tritt eine Kerbwirkung ein, die in ihrer Art als bekannt angenommen werden darf. Zum anderen wird die tragende „Höhe“ des Balkenquerschnitts und damit dessen Widerstandsmoment gegen Biegung vermindert. Im Widerstandsmoment wirkt nun aber die Höhe in der zweiten Potenz. Das bedeutet, daß ein Balken, dessen Höhe (etwa durch einen Ast) halbiert worden ist, nur den vierten Teil des ursprünglichen Balkens tragen kann. Dazu kommt dann noch die bereits erwähnte weiter vermindernde Kerbwirkung, die um so stärker in Erscheinung tritt, je scharfkantiger die Unterbrechungsstelle der Fasern im Holz geformt ist (Zeichnung 14). Schließlich sei noch erwähnt, daß in Astnähe oft verstärkte Harzbildung beobachtet wird (vergleiche „Harzstreifen“ Seite 28).

Frostrisse entstehen bei gewissen frostempfindlichen Bäumen, wie zum Beispiel der Linde, in außergewöhnlich harten Wintern. Diese Risse verlaufen radial und keilförmig von außen nach innen, ähnlich den bereits erwähnten „Windrissen“, die beim Trocknen von ganzen Stämmen auftreten. Sie wachsen später nicht wieder zu, bilden also in einer später geschnittenen Planke eine Unterbrechung, die bei einer radial geschnittenen Planke in voller Breite quer durch die Planke hindurchgehen kann, während der Riß bei einer Tangentialplanke „nur“ hochkant durch diese verläuft. Während der Baum aber weiterwächst, suchen tierische und pflanzliche Schädlinge in den Spalten Schutz vor der Witterung und können von hier aus, also bereits im Innern des Stammes, auf ihre Weise den Stamm angreifen.

Haustellen und Druckstellen sind äußere Beschädigungen des Stammes, die beim Fällen oder beim Abtransport des Baumes aus dem Wald entstanden sind. Sie sind oft leicht erkennbar, besonders bei schwereren Beschädigungen des Holzes. Bei ihnen wird man beim geschnittenen Holz die Verbiegung und sogar Zerstörung der einzelnen Holzfasern erkennen können. Sind aber die Schäden geringer, so muß vielleicht im Schnittholz eine Lupe oder ein Mikroskop zu Hilfe genommen werden. Es wird übrigens empfohlen, bei derartigen Untersuchungen das Licht schräg auf die betreffende Stelle des geschnittenen, möglichst auch geglätteten Holzes fallen zu lassen und die Blickrichtung aus derselben Richtung, aber unter einem etwas größeren Winkel zu wählen.

Harzstreifen und Harznester – streifenförmige oder taschenförmige Ansammlungen von Harz – findet man an sich nur in Nadelhölzern, besonders bei Lärche und Oregonpine. Hinsichtlich der Festigkeitsminderung des Holzes sind die Taschen (Nester) gefährlicher, weil sie parallel zu den Jahresringen verlaufen und hier auf einen gewissen Umfang des Ringes die Verbindung von einem zum anderen Ring durch die flüssig-klebrige Substanz des Harzes unterbrochen ist. Bei den Streifen ist die Unterbrechungsstelle tangential sehr gering, erstreckt sich dagegen etwas mehr in der Längsrichtung der Holzfasern. Der Festigkeitsverlust ist hier im allgemeinen geringer, hängt aber in jedem Falle von der Größe des Streifens oder der Tasche ab.

Es muß noch erwähnt werden, daß die Harzstellen bei Sonnenbestrahlung oder sonstiger Wärme Harz aus dem Holz austreten lassen, was einmal hinsichtlich einer Verleimung unangenehm, außerdem aber in jedem Falle bei Lackierung oder Anstrich sehr peinlich sein kann, da das Harz jeden Lack- oder Farbfilm durchdringt oder ihn vom Holz löst.

Mitunter enthalten Harznester auch noch Reste der Borke des Stammes, während es andererseits echte Borkennester gibt, bei denen das Harz vollständig oder fast vollständig fehlt, trotzdem aber Borkenstückchen in das Holz eingewachsen sind. Hierbei kommt es, ähnlich wie bei den Harznestern, zu mitunter vollständigen Unterbrechungen der Verbindung der einzelnen Jahresring-Holzschichten mit entsprechenden festigkeitsmindernden Folgen. – Ergänzend sei noch erwähnt, daß man in manchen Gegenden von Borkentaschen, Harzgallen und Harztaschen (im Englischen pitch pockets) spricht.

5. Insektenschäden und Fäulnis

Insekten-Schäden, die am wachsenden Stamm oder auch während der Lagerzeit entstanden sind, kann man im allgemeinen leicht erkennen, besonders am geschnittenen Holz. Es handelt sich meist um wurmartige Larven von Käfern, die sich von der Holzsubstanz ernähren und dabei runde Kanäle in das Holz hineinfressen, in denen sie leben und die sie zum Teil mit ihren Abfallstoffen wieder auffüllen. Je nach Zahl und Größe der im Holz vorhandenen Löcher ist dessen Brauchbarkeit als tragender Teil verringert. Wasserdicht kann derartiges Holz in keinem Falle mehr sein. Wichtig ist es zu wissen, ob noch lebende Tiere im Holz stecken und ihr Zerstörungswerk fortsetzen. Mit chemischen Spezialmitteln soll es möglich sein, sie zu vernichten.

Verfärbungen des Holzes können verschiedene Ursachen haben. Wenn man diese Ursachen nicht genau erkennen kann, ist die Verfärbung auf jeden Fall verdächtig, wobei an die technische Seite gedacht ist.

Harmlose Verfärbung tritt ein, wenn sich die Holzfarbe lediglich durch chemische Einflüsse ändert. Man spricht dabei auch von mineralischer Verfärbung. Wir finden sie vornehmlich bei Harthölzern, zum Beispiel bei Eichenholz, das einen gewissen Gehalt an Gerbsäure besitzt. Streut man auf eine frisch geschnittene Planke aus grünem, also saftreichem Eichenholz Eisenfeilspäne, so verfärbt sich das Holz augenblicklich blau und wird wenig später dunkelblau bis schwärzlich. Man denkt, man habe Krümel der Mine eines Kopierbleistiftes auf angefeuchtetes Papier gestreut. Diese Verfärbung mag das Holz für naturlackierte Boote und Möbel unbrauchbar machen, zumal sie sich auch in die Tiefe entwickelt, wenn man genügend Zeit zur Verfügung stellt. Die Festigkeit und die Dauerhaftigkeit des Holzes werden aber nicht oder nicht wesentlich berührt.

Eine Braunverfärbung, die ebenfalls chemischer Natur und deshalb harmlos ist, tritt manchmal bei Nadelhölzern während des Trocknens auf. Da aber braune Verfärbungen außerdem sehr viel häufiger durch das Myzelium (Gewebe) von allerlei Pilzen und Fäulniserregern entstehen, sind hier große Vorsicht und eine sehr genaue Untersuchung am Platze.

Eine ähnliche, mehr gelblich-bräunliche Verfärbung kommt im Kernholz der Eiche vor. Hier ist sie aber sicher die Folge von Pilzbefall. Dabei kann es sich oft lediglich um das Myzelium eines Schimmelpilzes handeln, das die Festigkeit des Holzes kaum beeinflußt; aber auch hier besteht die Gefahr, daß es sich um Fäulnis handelt (siehe „Fäulnis oder Rott“ und Abschnitt 10). Nur ein guter Fachmann wird den Fall beurteilen können.

Blauverfärbung finden wir sodann noch häufiger im Splintholz einiger Nadelhölzern, beispielsweise bei Spruce, aber auch im Kernholz. Die Farbe ähnelt der beim Eichenholz beschriebenen, neigt aber oftmals mehr zu Blau-Braun und Blau-Grau. Auch diese Verfärbung hat keinen großen Einfluß auf die technischen Belange, kann also mehr als Schönheitsfehler gelten.

Fäulnis oder Rott. Wie bereits erwähnt, ist die Erscheinung, die wir mit „Fäulnis“ bezeichnen, das Werk von gewissen Pilzen, deren Myzelium (der Laie würde „Wurzelwerk“ sagen) das Holz durchwuchert und es dabei langsam auffrißt, wenn es nicht gelingt, diese Pilze zu töten. Hiervon wird später unter dem Stichwort „Konservieren“ gesprochen werden (Abschnitt 10).

Die Fäulnis kann bereits am lebenden Baumstamm, während dessen Lagerungszeit oder auch noch nach der Verarbeitung auftreten, also im fertigen Holzbau, wie etwa im Schiff oder Boot. Sämtliche der sehr vielfältigen Fäulnispilze vermögen nur dann im Holz zu wachsen, wenn die Holzfeuchtigkeit, auf die ich noch eingehen werde, mindestens 20 % beträgt. Mit wachsendem Wassergehalt steigert sich das Wachstum oder die Schnelligkeit des Wachsens. Es darf aber nicht vergessen werden, daß die Fäulnispilze eine geringe Menge Luft für ihr Wachstum benötigen. So ist es zu erklären, daß Holz, völlig untergetaucht, nicht fault, sondern nur über Wasser, speziell an der Grenze zwischen Wasser und Luft, was an Rammpfählen in den Häfen sehr gut zu beobachten ist. In die Erde eingegrabene Pfähle halten gut, wenn die Erde luftundurchlässig ist (Lehm, Ton), und faulen sehr schnell in luftdurchlässigem Sand, noch schneller aber, wenn diese Hölzer naß oder grün in den Erdboden gebracht werden.

Die Fäulnispilze erzeugen sehr große Mengen von allerkleinsten Sporen, die wie Samen wirken und durch den Luftzug oder durch Tiere verbreitet werden. Die Pilze breiten sich aber auch durch ihr natürliches Wachstum im bereits befallenen Holz immer weiter aus. Schließlich darf man nicht vergessen, daß im sogenannten Mutterboden, der Gartenerde oder Humus, große Mengen von Fäulnispilzen vorhanden sind, die fortgesetzt ihre Sporen verbreiten, so daß es wohl kaum möglich erscheint, eine ansteckungsfreie Zone auf der Erdoberfläche herzustellen – vielleicht mit Ausnahme gewisser Plätze in der Wüste.

Alle Arten der etwa vierzig verschiedenen Fäulnis-Pilze haben in ihrem Wachstum und in ihrer Wirkung das eine gemeinsam, daß sie die Zellwände des Holzes angreifen und eben hierdurch das Holz selbst zerstören. Was übrigbleibt, ist eine bräunliche, bröcklige, mit vielen Rissen durchsetzte Masse, die an Volumen wie an Gewicht sehr viel geringer ist, als es das ursprüngliche Holz gewesen ist. Die Berliner Bootsbauer nennen in ihrer blumenreichen Sprache diese Reste kurzweg „Pfefferkuchen“, und hinsichtlich Aussehen und Festigkeit mag diese Bezeichnung nicht schlecht gewählt sein.

Als Merkwürdigkeit der Fäulnis sei noch die Tatsache erwähnt, daß die Fäulnispilze bei ihrem Angriff auf lebende Bäume, vor allem bei Hartholz, stets das Kernholz angreifen, während andererseits beim getrockneten und vielleicht bereits verbauten Holz gerade das Kernholz sehr widerstandsfähig gegen Fäulnis ist. Hier wird, wenn vorhanden, unter allen Umständen zuerst das Splintholz angegriffen.

An dieser Stelle will ich vornehmlich die Untersuchung von Holz behandeln, das für den Bau von Booten verwendet werden soll. Es soll dargelegt werden, wie man Fäulnisschäden im Holz vor dessen Verwendung als Bauholz erkennen kann, wobei es ja doch so ist, daß größere Schäden schwerlich, die kleinen, anfänglichen Faulstellen aber leicht übersehen werden können. In manchen Fällen wird nur der Spezialist mit seinem Mikroskop derartige Schadensstellen entdecken können.

Die Fäulnis beginnt im allgemeinen mit einer Verfärbung des Holzes. Die Befallstelle ist dabei mit ihrer Verfärbung nicht scharf abgegrenzt, sondern verläuft ganz allmählich in das gesunde Holz. Wenn man bedenkt, daß einerseits sehr oft der Grad der Verfärbung nur ganz gering ist, andererseits jedes Holz eine mehr oder minder stark wechselnde Färbung zeigt, worin ja doch auch der ästhetische Reiz des Holzes begründet ist, so muß man sagen, daß das Auffinden derartiger Schadensstellen nicht einfach ist.

Solche anfänglichen Faulstellen kann man am Rande ausgewachsener Faulstellen studieren, wo diese sich in das gesunde Holz hinein verbreitern wollen und dabei eine Art Zwischenzone erzeugen. Diese Zwischenzone ist eine anfängliche Faulstelle, wie ich sie hier nennen möchte. Längs der Holzfaser mag sie ½ bis 1 m lang sein.

Speziell bei Nadelhölzern kann im Hirnschnitt die dunklere Verfärbung als Fäulnisfarbe erkannt werden, wenn die Begrenzung des Fleckens nicht genau den Jahresringen folgt, wie es an der Grenze zwischen dem dunkleren Kernholz und dem helleren Splintholz der Fall ist. Liegt allerdings die Farbgrenze parallel zu den Jahresringen, so wird es wahrscheinlich der natürliche Farbunterschied der beiden Holzarten sein; es kann sich aber auch um Fäulnisfarbe handeln.

An grünem, frisch geschnittenem Holz sind die fraglichen Farbunterschiede sehr viel kräftiger sichtbar, weil das frische, gesunde Holz recht hell ist, sich aber unter der Einwirkung von Luft und vornehmlich der Sonne beim Trocknen dunkler färbt. Das durch beginnende Fäulnis bereits dunkler gefärbte Holz dunkelt beim Trocknen aber nicht oder nur sehr wenig nach. Daher ist es günstig, das Holz unmittelbar nach dem Einschnitt genau auf Fäulnis-Verdacht zu untersuchen. Die verfärbten Stellen, die man als anfängliche Faulstellen deklariert hat, müssen nebst einer Schutzzone von mindestens ½ m längs der Faser und 5 bis 10 cm quer zur Faser entfernt werden. Man tut gut, diesen Holzabfall schleunigst aus dem Bereich des gesunden Holzes zu verlagern und am besten zu verbrennen.

Das Erkennen der Schäden an getrocknetem Holz ist, sofern es sich nicht um die weiter vorgeschrittenen Stadien des Fäulniszerfalles handelt, schwierig und soll Fachleuten, das heißt speziellen Kennern der betreffenden Holzarten, überlassen werden. Es ist ja auch so, daß Fäulnis am lebenden Baum, der frisch in der Sägerei zerlegt wird, oftmals eine andere Fäulnis ist und andere Erscheinungsformen aufweist als Fäulnis an älterem, bereits ausgetrocknetem Holz.

Zusammenfassend noch einige Hinweise für das Erkennen beginnender Fäulnis: Jede Verfärbung ist verdächtig, besonders jene, die nicht ihre Grenze genau parallel den Jahresringen findet, die das Aussehen des Holzes matt und leblos zu machen scheint, sowie auch jene Verfärbungen, die scharf begrenzt und durch schmale dunkle oder helle Linien von dem gesunden Holz getrennt sind, was bei einigen Arten der Fäulnispilze vorkommt. Auch rauhe und weiche Oberfläche ist verdächtig, selbst wenn keine Verfärbung zu beobachten ist.

Schutz vor Fäulnis im fertigen Schiff wird später unter dem Kennwort „Konservieren“ behandelt werden (Abschnitt 10). Hier sollen nur Maßnahmen erwähnt werden, die in der Zeit zwischen dem Holzeinschnitt und der Holzverarbeitung, also in der Trocken- und Lagerzeit des Holzes, Rott verhüten. Es war erwähnt worden, daß Fäulnispilze nur dann leben können, wenn die Holzfeuchtigkeit mindestens 20 Prozent beträgt. Damit ergibt sich das einfachste Schutzmittel: Das Holz möglichst schnell bis auf diesen Grenzwert zu trocknen, selbst dann, wenn zu schnelles Trocknen wegen der Gefahr des Reißens nicht besonders gut für das Holz ist (vergleiche auch Abschnitte 9 und 11). Dieses Verfahren bevorzuge man vor allem, wenn das Lagern während der wärmeren Jahreszeiten geschieht, weil Wärme den Pilzen bekömmlich ist. Beim Lagern darf das Holz weder von oben noch von unten neue Feuchtigkeit aufnehmen können. Die Behandlung der Holzoberfläche kann mit speziellen, mehr oder minder giftigen Holzschutzmitteln erfolgen.

6. Quellen und Schwinden des Holzes

Das Quellen und Schwinden des Holzes (auch „Arbeiten“ des Holzes genannt) ist eine Folge wechselnden Wassergehaltes oder wechselnder Feuchtigkeit des Holzes. Etwa proportional seinem Wassergehalt (vergleiche Abschnitt „Holzfeuchtigkeit und Holzgewichte“) ändert das Holz sein Volumen, wobei die Längenänderungen der drei Dimensionen recht verschieden sind. Am geringsten ist die Längenänderung in der Faserrichtung des Holzes, also längs des Baumstammes; der allgemeine Höchstwert vom nassen beziehungsweise grünen zum vollkommen trockenen Holz (ofentrocken = 0 Prozent Feuchtigkeit) beträgt etwa 0,4 %. In radialer Richtung ist die Änderung bedeutend größer, je nach Holzart maximal 3 bis 5 %. Die stärkste Änderung beobachtet man in tangentialer Richtung (des Stammesquerschnittes) mit maximal 6 bis 10 %. Die obere Kurve des Feuchtigkeits-Schrumpfungs-Kurvenblattes zeigt diese Verhältnisse für Mittelwerte von Yellow-Pine (Zeichnung 15 a).


Zeichnung 15 a: Drei Kurven für das Schrumpfen von Holz, abhängig von seiner Feuchtigkeit. Dargestellt für Yellow-Pine.


Nicht mehr lebendes Holz besitzt die Eigenschaft, seine eigene Feuchtigkeit auf diejenige der Luft, in der es sich befindet, einzustellen. Es wird einleuchten, daß bei dem täglichen oder stündlichen unregelmäßigen Wechsel der Luftfeuchtigkeit das Holz mit einer gewissen Phasenverschiebung hinterherhinkt, das heißt, daß es sich nicht so schnell ändern kann, wie sich die Luft ändert. Auch wird sich die Änderung (Zu- oder Abnahme der Feuchtigkeit im Holz) von der Holzoberfläche nach innen abschwächen, wobei die Änderung um so langsamer vor sich geht, je tiefer wir kommen.

Wenn man daher von Feuchtigkeitsgehalt des Holzes spricht, handelt es sich sowohl hinsichtlich der Zeit als der Tiefe im Holz stets um Mittelwerte. Es wird daher einleuchten, daß dünne Planken eher den der Luft entsprechenden Zustand erreichen als dicke.

Die verschiedenen Holzarten quellen und schrumpfen nun recht unterschiedlich, und zwar die leichten Holzarten im allgemeinen weniger als die schweren Holzarten. Auch innerhalb derselben Holzart arbeiten die leichteren Stücke weniger als die schwereren. Da das Arbeiten des Holzes für die meisten, wenn nicht gar alle Teile eines hölzernen Bootes oder Schiffes eine recht unangenehme Eigenschaft ist, wäre es nach dem soeben Gesagten am besten, man würde die Holzarten für den Boots- und Schiffbau nach dem Gewicht aussuchen, also die leichten Hölzer bevorzugen. Da diese aber wieder einige unerwünschte Eigenschaften besitzen, wie etwa geringe Festigkeit und Dauerhaftigkeit, muß man auch hier, wie fast immer im Schiffbau, einen Kompromiß schließen.

Doch es gibt auch unter den Hölzern recht löbliche Ausnahmen, und der untere Teil des Feuchtigkeits-Schrumpfungs-Kurvenblattes (Zeichnung 15 b), der die Tangentialschrumpfungen verschiedener im Schiffbau üblicher Hölzer zeigt, bringt als Hölzer geringster Schrumpfwerte zwei Harthölzer, die auch aus anderen Gründen im Schiffbau hoch angesehen sind: Mahagoni und Teak. Da es jedoch bei Mahagoni wie bei Teak eine ganze Reihe verschiedener Arten gibt, können die gezeigten Werte (wie auch die der anderen Hölzer!) nur immer als Mittelwerte angesehen werden. Wahrscheinlich ist es doch so, daß jedes einzelne Stück Holz, selbst wenn es vom selben Stamm geschnitten ist, andere Werte als sein „Schwesterstück“ zeigt.


Zeichnung 15 b: Das tangentiale Schrumpfen verschiedener Holzarten in Abhängigkeit von ihrer Feuchtigkeit.


Die Zeichnung 15 c zeigt, in welcher Weise der Unterschied der Schrumpfung in radialer und tangentialer Richtung ein Stück Holz – je nachdem, wie es aus dem Stamm geschnitten wurde – verkleinert und sogar verformt. Den günstigsten Eindruck macht offenbar das Stück oben rechts, eine radial geschnittene Planke. Sie ist überhaupt nicht verformt. Ihre Breite hat sich zwar verringert, jedoch nicht so stark wie die Planke, die unten in der Mitte der Zeichnung zu sehen ist und ihre maximale Schrumpfung in ihrer größten Ausdehnung, der Breite, erleiden mußte. Diese untere, tangential geschnittene Planke mußte sich außerdem noch wölben, weil ihre mehr nach außen im Stamm liegende Unterseite feuchter war als ihre Oberseite, mithin also stärker schrumpfen mußte. Die übrigen Stücke zeigen alle den Einfluß der verschiedenartigen Schrumpfung in radialer (geringerer) und tangentialer (stärkster) Schrumpfung und die zum Teil merkwürdigen Querschnitte, wie etwa bei dem Vierkantholz unten links, die sich dadurch ergeben haben.


Zeichnung 15 c: Schrumpfung als Funktion des Einschnittes. Prinzip-Zeichnung.


Die in den beiden Kurvenblättern gegebenen Schrumpfungs- oder Quell-Werte kommen glücklicherweise bei verbauten Hölzern nicht voll zur Geltung. Das hängt damit zusammen, daß Holz im allgemeinen „lufttrocken“ verbaut wird, also in dem Zustand, den es bei längerer Trockenzeit in der freien Atmosphäre erreicht Der zum lufttrockenen Holz gehörige Feuchtigkeitsgehalt schwankt nach Klima, Jahreszeit und anderen Einflüssen recht stark, ist aber für Norddeutschland als „Normalluftfeuchtigkeit“ mit 15 % festgelegt. Wenn solches Holz im verbauten Zustand in trockenere Räume kommt und sich nach gewisser Zeit auf eine neue Trockenheit von zum Beispiel nur 6 % „einstellt“, so schwindet das (in der ersten Kurve dargestellte) Yellowpine-Holz von 2,8 auf 6,0 %, also „nur“ um 3,2 % tangential (das heißt maximal). Der Schrumpfungszustand für 0 % Feuchtigkeit mit entsprechender Schrumpfung auf 8,1 % wird ja nur im Trockenofen und nicht in der freien Natur oder in bewohnten Räumen erreicht werden, nicht einmal in unserer trockensten Jahreszeit, im Mai, bei Ostwind und freier Sonneneinstrahlung. Der Grund hierzu ist die ständige Unterbrechung der Luftverhältnisse des Tages durch die Auswirkungen der Nacht.

Zu den Kurven sei noch bemerkt, daß sie nach links auf den Schrumpfungswert Null gehen, der bei Holz mit vollkommen mit Wasser gefüllten Zellen (mit etwa 30 bis 35 % Feuchtigkeit) erreicht wird. Da dieser Teil der Kurven für uns uninteressant ist, wurde er fortgelassen. (Vergleiche auch Abschnitt 9 „Einschneiden“.)

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Yaş sınırı:
18+
Litres'teki yayın tarihi:
12 aralık 2025
Hacim:
953 s. 573 illüstrasyon
ISBN:
9783667104090
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