Kitabı oku: «Heimwerken in der Fotografie»

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Cyrill Harnischmacher, Jahrgang 1963, studierte Freie Kunst und arbeitet als selbstständiger Graphiker für regionale und überregionale Kunden. Für Verlage ist er außerdem als Buchgestalter und Autor tätig. Er hat zahlreiche Fotofachbücher verfasst sowie herausgegeben und schreibt Artikel für Foto- und Computer-fachmagazine wie c’t Digitale Fotografie. Er ist Autor des legendären »lowbudget-shooting«. Beim dpunkt.verlag veröffentlichte er als Herausgeber »Die Wilde Seite der Fotografie« (zwei Bände) sowie als Autor das Buch »Makrofotografie«. www.chgrafik.de


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Cyrill Harnischmacher

Heimwerken in der Fotografie

Kameras selber bauen – Objektive adaptieren


Cyrill Harnischmacher

www.chgrafik.de

Lektorat: Rudolf Krahm

Lektoratsassistenz: Julia Griebel

Copy-Editing: Sandra Petrowitz

Satz: Cyrill Harnischmacher

Herstellung: Stefanie Weidner, Frank Heidt

Umschlaggestaltung: Helmut Kraus, www.exclam.de

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN:

Print978-3-86490-800-2

PDF978-3-96910-087-5

ePub978-3-96910-088-2

mobi978-3-96910-089-9

1. Auflage 2021

Copyright © 2021 dpunkt.verlag GmbH

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Für Urte, Tabea und Jona


Sich Zeit nehmen

Zeit ist ein existenzieller Bestandteil der Fotografie. Nicht allein im physikalischen Sinne, also der Dauer der Belichtung, in der das Licht auf den Sensor oder den Film trifft, um dort seine Spuren zu hinterlassen. Es ist schön, sich Zeit zu nehmen und den Umgang mit der Technik, aber auch die kreative Auseinandersetzung mit dem Motiv zu genießen. Und mal ehrlich, wer will schon, dass einem die Kamera den Spaß am Fotografieren auf wenige Sekundenbruchteile reduziert?

Zeit bedeutet aber auch Erinnerung an die Vergangenheit. Ich bin mit Kodak Retinette, Agfamatic und Revueflex aufgewachsen. Das Arbeiten mit alten Kameras, das Aussehen und die Haptik analoger Fotoapparate wecken bei mir Erinnerungen an meine ersten eigenen fotografischen Schritte.

Eine Zeitreise bis zu den Anfängen der Fotografie ist die in diesem Buch vorgestellte Cyanotypie-Kamera. Sie versetzt uns in eine Ära, als das Arbeiten mit einer Kamera noch experimentell war, und sorgt mit Belichtungszeiten von einer Stunde und mehr für eine deutliche Entschleunigung.

Nehmen Sie sich daher die Zeit und verwirklichen Sie Ihre eigenen Ideen zu Adaptionen, Modifikationen oder Eigenbauten.

Cyrill Harnischmacher

im Oktober 2020

Inhalt

Die Welt durch eine andere Brille sehen

01 Optik-Know-how

Allgemeine Grundlagen

Lichtspektrum

Linsen

Brennpunkt

Brennweite

Bildentstehung

Blende

Schärfentiefe und Zerstreuungskreise

Bokeh

Aufnahmeformate

Bildkreis

Formatfaktor

Auflagemaß

02 Von Aluprofil bis Zwischenring

Werkzeug und Material

Ein paar Worte zur Sicherheit

Das richtige Werkzeug

Baumaterialien

Sauber arbeiten

DIY und Ästhetik

Geeignete Kameras und Objektive

Die Gewissensfrage

Bildqualität alter Objektive

Platzbedarf ermitteln

Adapter und Verbindungen

M42 als universelle Schnittstelle

Geklebte Verbindungen

03 Basisarbeiten

Tipps und Tricks

Mittelpunkt bestimmen

Schablone zum Zuschneiden verwenden

Gleich große Teile anzeichnen

Gleichmäßige Streifen schneiden

Profilleisten herstellen

Objektivdeckel exakt kürzen

Lichtlecks erkennen und beseitigen

Einen Balgen selber herstellen

Balgen konstruieren

Finalen Balgen falten

Konisch zulaufender Balgen

Fehler vermeiden

04 Balgenkameras der 30er- bis 50er-Jahre

Balgenkamera-Objektive adaptieren

Geeignete Basiskameras

Objektiv ausbauen

Der Aufbau des Adapters

Unterschiedliche Aufnahmetechniken

05 Sucherkameras der 50er- bis 70er-Jahre

Sucherkamera-Objektive adaptieren

High-End oder 70er-Jahre-Look

Kodak Retinette 1A

Agfa Silette LK sensor

Altix-N

Minox

Voigtländer Vitoret LR

06 Multishot-Kameras

Tilt-/Shift-Laufbodenkamera mit digitalem Rückteil

Holzarbeiten

Winkelschienen anpassen

Der Kamerabalgen

Das Objektiv

Digitales Rückteil

Das Mattscheibenmodul

Die Mattscheibe

Die Laufbodenkamera im Einsatz

Modulare Tilt-/Shift-Balgenkamera

Einsatzgebiete

Geeignete Objektive

Kameragestell bauen

Schlitten befestigen

Die Kamerabefestigung

Standarten anfertigen

Weitwinkelbalgen nähen

Endmontage

Alternative Varianten

Aufnahmen vorbereiten

Technische und kreative Möglichkeiten

Der Einsatz von Kleinbild-Objektiven

Standarte und Balgen

Vorteile und Einschränkungen

Panoramabox

Objektiv und Kamera auswählen

Das Gehäuse bauen

Die Rückwand

Der Schiebemechanismus

Die Montage der Kamera

Aufnahmen

Um 360 Grad drehbares Shift-Objektiv

Das Basisobjektiv

Objektivaufbau

Das Shift-Objektiv im Einsatz

Drehbares Weitwinkel-Shift-Objektiv für APS-C

Shift-Experimente

Multishot-Aufnahmen erstellen und stitchen

Aufnahmen erstellen

Stitchen

Automatisieren

Photoshop

Affinity Photo

Autostitch

07 Lochkameras

Rasierklingenblenden- und Multi-Lochkameras

Lochkamera-Fassungen und Kamera-Anschluss

Lochkamera mit Rasierklingenblenden

Schlitzkamera mit Rasierklingenblenden

Multiple Lochkameras

Flexible Lochkamera aus Super-8-Objektiv

Lochkamera-Aufnahmen

08 Spezielle Aufnahmetechniken

Um 360 Grad drehbares Tilt-Objektiv

Drehbarer Adapter

Tilt-Aufnahmen

Janpol-Color-Farbmischobjektiv

Individuell filtern

Mehrfachobjektive

Geteiltes Bild ist doppeltes Bild

Die Vierfach-Variante

Kreativer Spielraum

Digitale Slit-Kamera

Geeignete Kameras

Schiebevorrichtung mit Schlitzblende

Objektivhalterung und Kamera-Anschluss

Einstellschlitten mit Kurbelantrieb

Erste Aufnahmen

Effekte

Cyanotypie-Kamera

UV-Fotografie

Das richtige Objektiv finden

Die Kamera bauen

Sandwich-Bodenplatte

Aufnahmekassette und Mattscheibe

Die Standartenverstellung

Farbiger Balgen

Objektiv und Frontplatte

Abschließende Arbeiten

Cyanotypie-Aufnahmen

Digitale Entwicklung

09 Linsenexperimente

Mit und ohne Linsen experimentieren

Einzelne Linsen adaptieren

Lichtleck-Objektiv

Fresnellinse als Objektiv

Einzellinsen mit Blende versehen

Intuitives Tilt-Objektiv mit Nahlinse

Drehbare Effektblenden vor dem Objektiv

Drehbare Effektblenden hinter dem Objektiv

Projektor-Objektiv als Nahlinse

Freestyle

10 Einkaufstipps und Objektivtests

Einkaufstipps

Materialkauf

Kamerakauf

Objektivtests

Schlusswort


Die Welt durch eine andere Brille sehen

Seit der Einführung der spiegellosen Systemkameras, die über ein deutlich geringeres Auflagemaß als herkömmliche Spiegelreflexkameras verfügen, hat sich ein großer Markt für Adapter entwickelt. Es gibt daher kaum ein Wechselobjektiv, das sich nicht an einem der spiegellosen Systeme nutzen lässt.

In diesem Buch möchte ich noch einen Schritt weiter gehen und auch die Adaption von Objektiven aus den frühen Zeiten der Fotografie beschreiben, als Blende und Fokus noch per Hand eingestellt wurden und man den Verschluss manuell spannen musste. Darüber hinaus bieten auch viele Objektive aus Projektoren, Vergrößerern und sogar einzelne Linsen die Möglichkeit, die Vorteile digitaler Technik kreativ mit analoger Fototechnik zu verbinden – sei es über einen selbst gefertigten Adapter oder über eigens dafür gebaute Kameragehäuse. Dabei geht es nicht immer darum, Höchstleistungen aus den adaptierten Optiken herauszuholen. Auch das Unvollkommene hat einen besonderen Reiz und trifft die Stimmung, die man ausdrücken möchte, manchmal besser, als es mit modernen Objektiven möglich ist.

Ich hoffe, Sie haben Spaß beim Lesen dieses Buches und werden mit den eigenen Projekten, die Sie verwirklichen wollen, noch viel kreative Zeit verbringen. Es ist ein schönes Gefühl, eine Kamera in den Händen zu halten, die man selber gebaut hat, über die man viel nachgedacht hat und bei deren Entstehung man sich auch durch ein paar Probleme hindurchgekämpft hat.

High-Tech und Low-Tech miteinander verbinden, um etwas Eigenes und Persönliches zu schaffen, sich nicht nur auf das Konsumieren beschränken, sondern Hand anlegen und Dinge selbst gestalten: Auch das ist es, was ich mit diesem Buch vermitteln möchte.


01
Optik-Know-how

Objektive berechnen und Kameras konstruieren ist nur etwas für High-Tech-Unternehmen – sollte man meinen. Doch angefangen hat alles mit Beobachtungen und Experimenten. Heute können wir auf das damals erarbeitete Wissen zurückgreifen und uns voll und ganz auf die kreativen Aspekte der Fotografie konzentrieren.

Allgemeine Grundlagen

Auch wenn dies in erster Linie ein Do-it-yourself-Buch ist, ein wenig Theorie muss sein. Es soll aber nicht um komplizierte Berechnungen von Objektiven gehen, sondern ich möchte an dieser Stelle kurz die Basisinformationen zu den in diesem Buch beschriebenen Projekten vermitteln.

Lichtspektrum

Das Spektrum des sichtbaren Lichts ist nur ein kleiner Teil der elektromagnetischen Strahlung, die auch Bereiche wie Gamma- und Röntgenstrahlung, UV- und Infrarotstrahlung, Radar und Rundfunkwellen umfasst. Der für die Fotografie relevante Teil, also der Teilbereich, der vom Sensor erfasst und in Bilddaten umgesetzt werden kann, entspricht in etwa dem für das menschliche Auge erfassbaren Bereich. Die Empfindlichkeit des Sensors einer Digitalkamera geht zwar im Prinzip auch in Teilbereiche des nahen Infrarot- und des UV-Lichts, diese Bereiche werden aber durch vorgeschaltete Filter in der Kamera ausgeblendet, da sie die Wiedergabe des Bildes im sichtbaren Bereich des Lichts ungünstig beeinflussen können.


Schickt man das weiße Tageslicht durch ein Prisma, wird es in die Spektralfarben zerlegt.

Linsen

Linsen sind ein fast unverzichtbarer Bestandteil der Bilderzeugung in der Fotografie. Sie bestehen aus lichtdurchlässigen Materialien wie beispielsweise Glas oder Kunststoff. Unterschieden wird zwischen Sammellinsen und Zerstreuungslinsen. Sammellinsen sind in ihrer Mitte dicker als im Randbereich, Zerstreuungslinsen sind hingegen in der Mitte dünner. Dafür muss mindestens eine Oberfläche gewölbt sein. In der Fotografie eingesetzte Linsen sind in der Regel sphärische Linsen, das bedeutet, die Krümmung der Oberfläche entspricht dem Teil eines Kreises. Bei der Konstruktion von Objektiven werden oft mehrere Linsen miteinander kombiniert, um Abbildungsfehler zu vermeiden.

Brennpunkt

Der Brennpunkt einer Sammellinse ist der Punkt, an dem sich die von der Linse gebündelten Lichtstrahlen auf der optischen Achse schneiden.


Schematische Darstellung unterschiedlicher sphärischer Linsenformen. Sammellinsen: (1) bikonvex, (2) plankonvex, (3) konkavkonvex Zerstreuungslinsen: (4) bikonkav, (5) plankonkav, (6) konvexkonkav


Sammellinse (plankonvex): Parallel einfallende Lichtstrahlen werden an einem Punkt (Brennpunkt) gebündelt. Foto: Jonas Hiestand


Zerstreuungslinse (plankonkav): Parallel einfallende Lichtstrahlen werden gestreut. Foto: Jonas Hiestand

Brennweite

Der Abstand zwischen der Hauptebene einer Linse und dem Brennpunkt wird als Brennweite bezeichnet. Die Hauptebene kann bei einzelnen Linsen mit der Linsenmitte zusammenfallen.


Die Brennweite beschreibt die Entfernung zwischen der Hauptebene und dem Brennpunkt.

Bildentstehung

Die vom Motiv reflektierten Lichtstrahlen werden durch die Linse gebrochen und so auf die Bildebene, also den Film oder Sensor projiziert. Dort erzeugen sie im Brennpunkt ein spiegelverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Abbild.

Blende

Die Blende eines Objektivs ist im Prinzip eine variable Öffnung, mit der sich die einfallende Lichtmenge steuern lässt. Dabei ist es zunächst einmal egal, welche Form die Blende besitzt. Die Blende beeinflusst zum einen die erreichbare Schärfentiefe, zum anderen durch ihre Form auch das Bokeh. In einem Objektiv besteht die Blende in der Regel aus mehreren Blendenlamellen, die sich ringförmig schließen lassen. Es gibt aber auch einfache Steckblenden, die gegeneinander ausgetauscht werden können, oder Blenden, die ihre Öffnung verändern, indem zwei Formen zueinander verschoben werden.


Das Bild des Motivs erscheint spiegelverkehrt und auf dem Kopf stehend auf dem Sensor bzw. dem Film.

Steckblenden haben den Vorteil, dass sie tatsächlich kreisförmig sein können, während eine variable Blende immer nur eine Annäherung an die ideale Kreisform ist.

Blenden, die durch das Verdrehen oder Verschieben zweier Formen zueinander funktionieren, sind einfach zu bauen, und man hat die Möglichkeit, durch unterschiedliche Grundformen Bildeffekte zu erzielen und somit das Bokeh zu beeinflussen.

Die Blende kann berechnet werden, indem man die Brennweite des Objektivs durch den Durchmesser der Öffnung teilt. Bei nicht kreisförmigen Blenden kann das natürlich nur eine Annäherung sein.

Schärfentiefe und Zerstreuungskreise

Wird ein Objekt scharf gestellt, werden diejenigen Punkte des Motivs auch als Punkte auf dem Sensor abgebildet, die exakt auf der Fokusebene liegen. Alle anderen Punkte des Motivs werden nicht punktförmig, sondern als mehr oder weniger große Scheiben dargestellt, sogenannte Zerstreuungskreise. Unser Sehvermögen nimmt diese zunehmend größer werdenden Scheibchen bis zu einem gewissen Grad noch als punktförmig und daher scharf wahr. Überschreitet die Größe des Zerstreuungskreises einen bestimmten Wert, werden die Bildpunkte vom Betrachter als unscharf interpretiert. Die Größe der maximal zulässigen Zerstreuungskreise hängt von der Größe des Aufnahmeformats ab.


Blenden lassen sich auf unterschiedliche Weise in der Größe verändern.(1) Einlegen unterschiedlich großer Blenden, (2) Verdrehen zweier Öffnungen gegeneinander, (3) Irisblende, Verdrehen mehrerer Segmente zueinander, (4) Verschieben zweier Formen gegeneinander


Je weiter die Blende geöffnet ist, umso kleiner ist der durch die Größe der Zerstreuungskreise bestimmte wahrnehmbare Schärfentiefebereich.


Die Form der Zerstreuungskreise wird von der Anzahl der Lamellen und dem Aufbau der Blende bestimmt.

Bokeh

Die Form der Zerstreuungskreise hat zwar keinen Einfluss auf die Schärfentiefe, aber dennoch auf die Ästhetik der Aufnahme. Ihre Form wird von der Blendenform und der Anzahl der Blendenlamellen bestimmt. Bei vielen Objektiven sind Zersteuungskreise sechs- oder achteckig oder wie zum Beispiel bei Spiegeltele-Objektiven ringförmig. Im Idealfall sind sie kreisrund. Diese eher subjektive Qualitätseinschätzung wird als Bokeh bezeichnet und bestimmt die Art des Übergangs zwischen den scharfen und den unscharfen Bereichen in einer Aufnahme. Das Bokeh ist mittlerweile auch ein Maßstab für die Abbildungsgüte eines Objektivs.

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
19 mayıs 2025
Hacim:
373 s. 339 illüstrasyon
ISBN:
9783969100882
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Telif hakkı:
Bookwire
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