Kitabı oku: «Natürlich gesund mit Weihrauch», sayfa 2

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Was die Inhaltsstoffe angeht, so gelten die Aussagen zu B. carteri (s.o.).

Zuletzt noch die

Boswellia serrata

oder auch

B. glabra

oder

B. thurifera

und auch noch

Libanus thuriferus

, auch genannt

Salai-Baum

.

In Indien nennt man ihn

Sálaigugul

(daher auch Salai-Baum hierzulande) oder

Gúgal

oder

salai

und auf Sanskrit heißt er

Sallaki

. Im arabischen Raum kennt man ihn als

kundur

. Auf Spanisch wird er genannt

arbol del incensio

; auf Englisch

Indian olibanum (tree)

oder

incense tree

oder

salai tree

und im Französischen

arbre à incens

.

Der Name

Indian Olibanum

verrät seine Heimat & Herkunft: Indien. Dort wächst er in weit-ausgedehnten Wildbeständen.

Zur

Botanik

:

Der Salai-Baum stellt einen mittelgroßen Baum mit flach ausgebreiteter Krone dar. Die 9- bis 14paarig gefiederten Blätter sind am Rande kerbig gesägt oder fast ganz-randig. Auffallend ist die Dicke der Rinde des Stammes mit ca. 1,2 cm; sie ist grünlich-aschfarben und schält sich in papierartigen dünnen, glatten Stückchen ab. Die jungen Triebe und Blätter sind in der Wuchsphase mit einfachen Haaren besetzt.

Diese Weihrauchart ist hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe am besten untersucht und erforscht.

So enthält diese Boswellia neben dem Weihrauch-Harz noch etliche weitere und wichtige Inhaltsstoffe. Doch dazu und darüber später mehr.

Verbreitet ist die B. serrata in Indien und zwar in den niederen Ge-birgen entlang des Himalayas und auch im nördlichen und mittleren Teil Indiens, also insbesondere in Ost-Indien.

Soweit bisher bekannt, erfolgt die Drogengewinnung auch hier nicht in speziellem Anbau (Weihrauch-Kulturen), sondern aus dem reichlichen Wildwuchs.

Zuletz soll noch eine absolute „Weihrauch-Baum-Rarietät“ kurz genannt sein: Es handelt sich dabei um

Boswellia ameero

, auch genannt nach seinem einzigen Vorkommen als

Jemen-Weihrauch

.

Dieser Weihrauchbaum ist auch heute noch zu finden auf der Insel Sokotra im Jemen. Die Blumen/ Blüten (s. Abb.) variieren: in einigen Populationen sind sie leuchtend rosa, in anderen blass-rosa. Das Harz findet nur noch selten Anwendung.

Weihrauch: Weit mehr als „Rauch“!

D

er Weihrauchbaum ist die eine Seite - quasi der Lieferant und die Verpackung zugleich -. Der Weihrauch selbst - oder korrekt: das Weihrauch-Harz und die übrigen Inhaltsstoffe der Droge - ist die andere und für die An- & Verwendung wichtigere Seite.

Das Weihrauch-Harz heißt in der botanischen Fachsprache

Olibanum

; hinzukommen dann lediglich noch Zusätze je nach Herkunft des Harzes bzw. der Boswellia-Spezies.

Bei uns hierzulande sind einzig gebräuchlich die Harze von Boswellia carteri und frereana sowie in immer größeren Umfang die von Boswellia serrata.

Z

uerst das

Weihrauch-Harz

von

Boswellia carterii

:

Es wird allgemein mit

Olibanum

(Weihrauch)

bezeichnet. Synonyme sind

Gummiresina Olibanum

und auch noch mit deutschem Namen

Gummi, Kirchenharz

und

Kirchenrauch

sowie

Weißer Wirk

.

Weihrauch ist nicht gleich Weihrauch, was die Qualität angeht. In den Erzeugerländern werden drei

„beeyo-Qualitäten“

unterschieden bei Weihrauch von Boswellia carteri. Der europäische Handel seinerseits unterscheidet zwischen

Olibanum electum

- dies ist Weihrauchharz, das direkt vom Baum abgelöst worden war; es handelt sich also um „reines Harz“ - und

Olibanum in sortis

- dies stellt „unreines Harz“ dar, welches vom Boden aufgesammelt wurde -. Letztere Unterscheidung gilt natürlich auch für den Indischen Weihrauch (s.u.).

Bitte Vorsicht!

Hauptverfälschungsmittel des echten Weihrauch-Harzes sind

Kolophonium

(d.i. der Rückstand aus Kiefern-Harz nach dem Ab-Destillieren des Terpentin-Öls). Kolophonium ist zumindest den Streichinstru-menten-Spielern unter Ihnen bekannt als Hilfsmittel zur Erhöhung der Reibung der Bogenhaare; K. wird aber auch viel verwendet für Firnisse, Kitte und Pflaster.

Vorsicht ist aber geboten gegenüber dem

„gemeinen Weihrauch“

, auch genannt

„Wilder Weihrauch“

bzw.

„Olibanum silvestre“

. Eigentlich kein Weihrauch; es handelt sich vielmehr um

Fichten-Harz

, welches in einem Ameisenhaufen gesammelt wurde. Man erkennt es an der Rotfärbung.

Eine dritte Fälschung stellt der

„Russische Weihrauch“

dar. Dies ist das Harz der Schwarzkiefer (Pinus nigra).

Daher mein Rat:

Nicht überall, wo Weihrauch draufsteht,

ist auch der echte und reine Weihrauch drinnen!

Daher:

Stets nachfragen und erklären lassen!

Das Weihrauch-Harz als naturbelassene und nicht verarbeitete Ganzdroge von Boswellia carteri hat einen nur ganz schwachen Eigengeruch; auf glühende Holzkohle (oder Kohle, Holz etc.) gestreut, dann aber einen angenehmen aromatischen Geruch. Der Geruch ist bitter-aromatisch.

Weihrauch bildet - nach dem Austritt aus der Baumrinde - fast kugelige, erbsen- bis zu walnuß-große, tränenförmige Körner daher

auch der Name

Weihrauch-Tränen

oder

Olibanum in lacrimae

(vgl. vorne das Weihrauch-Rezept Nr.3 nach Rody) - in Arabien und dem alten Ägypten auch geheißen

„Tränen der Götter“

! - oder auch „stalaktiten-artige“ Massen, die gelblich, gelb-rötlich oder auch bräunlich eingefärbt sind und außen weiß bestäubt und dabei nur gering durchsichtig sind. Das verfestigte Harz ist leicht zerbrechlich und auffallend glänzend wie Wachs am muscheligen Bruch; in dünnen Harz-Splittern ist es meist durchsichtig und klar.

Beim Kauen des Weihrauch-Harzes (dies haben wir als Buben in der Sakristei oder während längerer Messfeiern und besonders von Prozessionen immer wieder als „Kaugummi-Ersatz gerne genommen) weicht das Harz rasch auf und zerfließt im Munde und hat dann die Konsistenz von Honig und dabei ist der Geschmack angenehm aromatisch.

B

evor ich nun zu den Inhaltsstoffen zu sprechen komme, müssen eigentlich einige Stoff- & Wirkungsgruppen besprochen sein.

Dies lesen Sie bitte bei Interesse in einem eigenen Kapitel am Ende des Buches nach („Das sollten Sie wissen …“). Das hat auch seine Gül-tigkeit für die nachgehend noch zu besprechenden beiden Boswellia-Spezies:

B. frereana

und

B. serrata

.

Noch ein Hinweis:

Für die arzneiliche Aufbereitung kann und darf nur und einzig das reine Harz -

Olibanum electum

- verwendet werden. Für die Verwendung zu Räucherzwecken oder zur Aroma-Therapie tut es natürlich auch das (billigere) „unreine Harz“, das

Olibanum in sortis.

N

un endlich zu den

Inhaltsstoffen in Boswellia carteri

:

An erster Stelle zu nennen das

ätherische Weihrauch-Öl,

Oleum Olibani carteri [electum in lacrimae]

. Es kommt mit einem Anteil von zwischen 5 bis 9% im Harz vor und hat eine - von Boswellia-Art zu Art leicht differierende - „arten-abhängige“ Zusammensetzung. Dabei lassen sich hier mindestens 42 (!) Komponenten analysieren. So findet sich mit einem 60%-Anteil

1-Octyl-acetat

und mit 12,7%

1-Octanol

. Die beiden machen also den „Löwenanteil“ der Inhaltsstoffe im ätherischen Öl aus. Weitere charakteristische Komponenten sind u.a.

Cembren

mit 1,4%,

Incensol

mit 2,7%,

Isocembren

mit 1,8%,

Iso-Incensol

mit 0,8% und mit 3,5%

alpha-Pinen

.

Weiter kommen noch vor:

Borneol, Cadinen, Camphen, Carvon-Hydrat, p-Cymol, Dipenten, Phellandren, beta-Pinen, Verbenol

und

Verbenon

.

Im

Reinharz

- es macht mit ca. 68% den Hauptanteil aus - finden sich die wichtigen

alpha-

und

beta-Boswellia-Säuren

, dann weitere Boswellia-Säuren wie die

11-Hydroxy-beta-Boswellia-Säure

, die

11-Keto-beta-Boswellia-Säure

und die Methylester der

3-Acetyl-11-Hydroxy-beta-Boswellia-Säure

und diese letzte ist der Hauptbestandteil aller Boswellia-Säuren im Harz. Bis heute konnten 14 verschiedene Boswellinsäuren(-Derivate) nachgewiesen und isoliert werden.

Bevor die beiden anderen Weihrauch-Spezies besprochen werden, ein wichtiger Hinweis:

Die Bedeutung und auch die wichtigsten Wirkungen dieser Inhaltsstoffe im ätherischen Öl und im Harz werden nachgehend für alle Boswellia-Arten gemeinsam abgehandelt.

N

un zu den

Inhaltsstoffen in Boswellia frereana

:

Gesichert ist hier die Zusammensetzung des

Gummiharzes

, welche weitgehend übereinstimmt mit jener für Boswellia carteri.

Was das

ätherische Öl

-

Oleum Olibani frereanae

- angeht, so finden sich - gesichert anhand zahlreicher Analysen -

Cembren, alpha-Cubeben, p-Cymen, Limonen, Mycren, alpha-Pinen, alpha-Terpinen, Terpinen-4-ol

.

Z

uletzt noch zu der - dies im Vorgriff auf spätere Angaben - heute wohl für medizinisch-therapeutische Anwendungen wichtigsten und bedeutendsten Boswellia-Art, zu

Boswellia serrata

und damit zum Lieferanten des

Indischen Weihrauchs

.

Was das

Gummiharz

angeht, so finden sich auch hier zu und mit den übrigen Boswellia-Arten Übereinstimmungen in höchsten Maßen. Dennoch sollen - insbesondere wegen deren Bedeutung in der Medizin - noch einmal die wichtigsten Inhaltsstoffe genannt werden:

Dies sind vor allem die beiden Triterpensäure-Gruppen. Einmal handelt es sich dabei um die

Pentacyclischen Triterpensäuren

-

Acetyl-beta-Boswellia-Säure, beta-Boswellia-Säure

und

11-Keto-Boswellia-Säure

- und die

Tetracyclischen Triterpensäuren

(Tirucallensäure) -

3-alpha-Acetoxy-tirucall-8,24-dien-21-säure

, sowie

3-alpha-Hydroxytirucall-8,24-dien-21-säure

, dann

3-beta-Hydroxytirucall-8,24-dien-21-säure

.

Ferner findet sich im Harz noch der

Diterpen-Alkohol „Seratol“

.

In der

Rinde des Indischen Weihrauchbaumes

,

Cortex Olibani serratae

, finden sich

Catechin-Gerbstoffe, Harzsäuren

(Resino-Säuren),

Phlobaphene

und das wichtige

ß-Sitosterol

[u.a. angewendet zur Behandlung einer gutartigen Prostata-Vergrößerung].

Im sehr fetthaltigen

Samen

,

Semen Olibani serratae

, lassen sich nachweisen: 8,7% gelbes

fettes Öl

, mit 6,2%

Linolen-

, 13,3%

Olein-

, 15,3%

Palmitin-

und 9,5%

Stearin-Säure

.

Aus den

Blättern des Weihrauchbaumes

,

Folia Olibani serratae

, konnte ein

ätherisches Weihrauch-Öl

(Oleum Folia Olibani serratae) isoliert werden mit den Wirksubstanzen

Bornyl-acetat

mit 20%,

beta-Terpineol

mit 13,6%,

alpha-Thujen

mit 32% und in geringeren Konzentrationen auch noch

p-Cymen, Limonen, Terpinolen, alpha-Phellandren

und

alpha-Pinen

.

Zugegeben:

Reichlich viel „Fachchinesisch“ und auch reichlich viel „Theorie“!

Die wichtigsten Wirkstoffe und deren Bedeutung in der Heilkunde und für die therapeutische Anwendung darf ich Ihnen nunmehr nachfolgend - dies im Sinne der Alltags-Praxis - in Kurzform mit auf den Weg und zur Hand geben.

Wobei ich noch einmal darauf hinweise, dass zu diesem wirklich komplexen Thema weitere Ausführungen nachzulesen sind am Ende des Buches in einem eigenen Kapitel („Das sollten Sie wissen …“).

E

rlauben Sie mir einen „kleinen Schwenk“:

Beim Räuchern schlägt Weihrauch eine Brücke von der materiellen zur spirituellen Welt.

Mit und durch den Rauch tritt man in Verbindung mit der göttlichen Kraft und - so auch heute noch in vielen Naturreligionen - setzt sich in „religiöse Verzückung“. Er öffnet die Seele, vermittelt Verstehen für die Lebensgesetze und fördert die Meditation. Er galt & gilt an okkulten Schulen als bestes Mittel für Weihe, Segnung, Reinigung und Schutz.

Weihrauch reinigt nicht nur von Keimen und unangenehmen Gerüchen, sondern er ist einer der stärksten atmosphärischen Reiniger.

Wenn in Räumen gestritten wurde, wenn dicke Luft sich ausbreitet, wenn in Krankenzimmern, Warte- und Prüfungsräumen viele Menschen ihre Sorgen hängen gelassen haben wie Mäntel an einer Garderobe, dann kann eine

Weihrauchräucherung für eine gereinigte, klare Atmosphäre sorgen

.

Sein Rauch soll auch

Wohlstand und Erfolg

herbeiführen können. Für uns heute eignet sich der Weihrauch be-sonders gut als begleitender Duft bei Gebet, Meditation und innerer Sammlung. Er reinigt unsere ‚inneren Räume‘, die feinen Energieka-näle, um uns empfänglich zu machen für heilende, geistige und kos-mische Schwingungsmuster.

Weihrauch ist ein sehr wirksames Anti-Stress-Mittel.

Er kann erhöhten Muskeltonus beruhigen und so ein Gefühl angenehmer Wärme und Schwere erzeugen.

Neben Myrrhe besitzt kaum ein anderes duftspendendes Harz eine so ehrwürdige Geschichte. Bereits von den Ägyptern wurde es für kultische Zwecke, als Räuchermittel, in Salben zum Einbalsamieren sowie als Parfüm-Zusatz benutzt. Obwohl Weihrauch im eigentlichen Sinne die Bezeichnung für einen geweihten Rauch ist, der bei der Verbrennung von Kräutern, Hölzern und Harzen entsteht, wird das Harz landläufig als Weihrauch verstanden.

Zur psychischen Ebene des Weihrauchs nur soviel:

Sein männlicher Charakter stärkt das Selbstbewusstsein, die Willensstärke und das physische wie seelische und geistige Leistungsvermögen!

Zur physischen Ebene:

Weihrauch (be-)reinigt und entspannt und stärkt!

Bevor nun über die Wirkungen der einzelnen Inhalts- bzw. Wirkstoffe und in toto und somit zu den An- & Verwendungen des Weihrauchs näher eingegangen werden soll, sollten Sie sich etwas „verschnaufen“ …

Götter, Götzen & Gelehrte …

W

eihrauch zählte schon in grauer Urzeit zu den

„Tempel-Schätzen“

, so nachzulesen im Buch

Nehemia

(Altes Testament; 13,5), wo es heißt:

… „

er war verwandt mit Tobija und hatte darum für dieses eine große Kammer einrichten lassen. Dort bewahrte man früher das Opfermahl und den

Weihrauch

auf sowie die Behälter und den Zehnten von Getreide, Wein und Öl, der den Leviten, Sängern und Torwächtern gesetzlich zukam; außerdem die Abgaben für die Priester“ …

Doch war Weihrauch schon viel früher nicht nur bekannt, sondern hoch geschätzt und die „Kulturgeschichte“ des Weihrauchs reicht weit zurück.

Schon im 4. oder sogar im 5. Jahrtausend vor Christus wurde Weihrauch - und damals auch schon in etlichen Mischungen - zu Ehren orientalischer Götter geopfert; Weihrauch war - mit Myrrhe -unverzichtbares Ingredienz für „kultische Räucherungen“.

So schreibt der große und berühmte griechische Historiker

Herodot

(484-424 v.Chr.) - er ist Verfasser der

„Historien“,

die als maßgebende Quellen für die Epoche der Perser-Kriege (d.s. die Kriege zwischen Griechen und Persern zwischen 500-479 v.Chr., die zur Gründung des Attischen See-Bundes führten und letztlich die Unabhängigkeit Griechenlands sicherten) -, dass die Babylonier zu Ehren des von ihnen verehrten Gottes

„Baal“

(der Name ist Hebräisch und bedeutet eigentlich „Gott“) jährlich für 1000 Talente (Talent = altgriech. Geld- und Gewichts-Einheit) Weihrauch verbrannt haben.

Schon im 4. Jahrtausend v.Chr. verbrannten die alten Ägypter Weihrauch in ihren Tempeln. Der schwere und zugleich warme und harmonisierende Duft des aufsteigenden Weihrauchs stand - nicht nur bei den Ägyptern - für „göttlichen Wohlgeruch“ und auch für „göttliche Nähe“.

Bei den alten Ägyptern war der Weihrauch neben der Bedeutung als Räuchergabe viel angewendet als Heilmittel und besonders auch zum Einbalsamieren der Toten. Ihnen war bereits damals die konservierende und antiseptische Wirkung des Weihrauchs bestens bekannt. Außerdem: der für die Götter angenehme Duft des Weihrauchharzes sollte den damit einbalsamierten Leichnam insbesondere auch auf seine Wiedergeburt vorbereiten.

Der griechische Schriftsteller

Plutarch

(46-120 n.Chr.), berühmt ob seiner populär-philosophischen Abhandlungen

„Moralia“

und vergleichender Biographien u.a. zu Caesar und Alexander dem Großen, berichtet, dass der Sonne morgens, mittags und abends ein Weihrauch-Opfer dargebracht wurde.

Verschiedene Weihraucharten bildeten einen wesentlichen Bestandteil des

„Kyphi“

(oder Kyphy): es war ein im alten Ägypten gebräuchliches Räuchermittel aus 16 verschiedenen Ingredienzien.

Plutarch

schrieb dazu, dass dieses Kyphy bei Sonnenuntergang verbrannt wurde. Die

Sphinxen von Heliopolis

hielten in ihren Vordertatzen Rauchgefäße, in denen das kostbare Kyphi verbrannt wurde. Im berühmten

Papyrus Ebers

thewatchers.adorraeli.comthewatchers.adorraeli.comthewatchers.adorraeli.com

und auch beim 1. Militärarzt in der Geschichte,

Pedianos Diskurides

(er lebte in der Zeit der Herrschaft des römischen Kaisers Nero, also in der Mitte des 1. Jahrhunderts n.Chr.), sind präzise Anweisungen zur Herstellung von Kyphi nachzulesen. Er vertrat allerdings die Ansicht, dass die arabischen Weihrauch-Harze die besseren wären (Nebenbei: diese Ansicht hat sich scheinbar bis in unsere Tage gehalten; obwohl Qualität; Inhaltsstoffe, Geruch der indischen Weihrauch-Harze den Handelsprodukten „Aden“ und „Somalia“ ebenbürtig ist, wie Dr.

Dieter Martinetz

, Leipzig, in seinem Buch

„Weihrauch & Myrrhe“

herausstellt).

Ein detailliert beschriebenes Rezept aus der

Ptolemäer-Zeit

(Anmerkung: die Ptolemäer oder Lagiden waren eine makedonische Dynastie, welche nach dem Tode

Alexander d. Großen

- also in der Zeit 323-30 v.Chr. - in Ägypten herrschte) ist aufgetragen auf die Wände des Tempels in Edfu.

Ein dem Kyphi ähnliches Räuchermittel wird im

Alten Testament

(im 2. Buch Mose „Exodus“ - 30,34-35 -) beschrieben, wo es heißt:

… „

Weiter spricht der Herr zu Mose: Nimm dir Duftstoffe, Stakte-Tropfen, Räucherklaue, Galbanum, Gewürzkräuter und

reinen Weihrauch

, von jedem gleich viel, und mach Räucherwerk daraus, ein Würzgemisch, wie es der Salbenmischer herstellt, gesalzen, rein und heilig!“ …

Die steigende Nachfrage nach Weihrauch - und auch anderen „aromatischen Harzen - führte die Ägypter bereits sehr früh in fremde Länder zu regelrechten „Einkauf-Expeditionen“: Echten Weihrauch bezogen die Ägypter sowohl auf dem Land- wie auch auf dem Seeweg aus dem sagen-umwobenen

„Punt“

.

Punt - wahrscheinlich handelte es sich dabei um das heutige

„Eritrea“

- findet sich auf vielen ägyptischen Inschriften als ein Land an der afrikanischen Somali-Küste. In dieses Land hatten die alten Ägypter schon im 3. Jahrtausend v.Chr. und besonders unter

Mentuhotep II

Handelsfahrten unternommen, um Weihrauch, Harze und Edelhölzer zu holen. So ließ Königin

Hatschepsut

(1504-1482 v.Chr.) ihre Expedition im Tempel von Deir-el-Bahari an der Wand der Pfeilerhalle, der

„Punt-Halle“

, aufzeichnen.

Von ebensolchen Weihrauch-Handelsfahrten unter König

Ramses III.

berichtet der

Große Papyrus Harris

. Auch König

Salomon

betrieb Handel mit Punt. Die oben schon genannte Königin

Hatschepsut

ließ sogar aus Punt bzw. der umliegenden Region

„31 ausgesuchte Weihrauch-Bäume“

für die oberste Terrasse ihres Grabtempels in

Deir-al-Bahari

kommen; es war dies die erste und belegte Handelsreise, bei der „grünende Weihrauchbäume“ und nicht nur wie bislang das Harz mitgebracht wurden. Im Grabtempel der Pharaonin

Hatschepsut

selbst sind Weihrauchbäume am Eingang zur Grabstätte an den Wänden eingemeißelt.

Wenn wir schon im alten Ägypten sind und waren, hier noch eine Ergänzung: Es waren die Harze des Weihrauchs, die im Altertum eine herausragende Rolle bei der Götter- & GötzenVerehrung gespielt haben und daneben aber immer - dies muss hier bereits deutlich betont sein - auch eine wichtige Bedeutung hatten in der Kosmetik und der Heilkunde und die den ägyptischen König

Sahure

(ca. 2455-2443 v.Chr. * 5. Dynastie) zu Schiffsexpeditionen in dieses sagenhafte Land „Punt“ veranlasst hatten.

Weihrauch bildete den Reichtum der in Süd-Arabien ansäs-sigen

Sabäer

und

Minäer

.

Die Tempelinschriften zu

Edfu

(oder Idfu; das war ein angesehenes Zentrum im alten Ägypten und zwar in Ober-Ägypten) nennen ausdrücklich 14 verschiedene Weihrauch-Arten.

Zusammen mit anderen wertvollen und teuren Gütern wurde Weihrauch von den

Phöniziern

(oder Phönikiern * Anmerkung: dies war ein Volk in der Antike, welches die Landschaft an der mittel-syrischen Küste vom Karmel bis Arodos besiedelte und eine bedeutende Handelsnation jener Zeit war; bedeutende Handelsstädte in diesem Land waren Byblos, Tyros, Sidon; außerdem gründeten sie Handelskolonien im Mittelmeer-Raum wie Gades und Karthago; sie verehrten besonders die Gottheiten Adonis, Eschmun und besonders Baal) über die berühmte

„Gewürz-Route“

durch Süd-Arabien und von einigen ost-afrikanischen Häfen aus nach Israel (dem Staate Juda) gebracht. Daneben bestand eine Karawanen-Straße für Importe von Weihrauch aus Indien.

D

ie Weihrauch-Harze waren mit das wichtigste Handelsgut überhaupt auf der antiken

„Weihrauch-Strasse“

von Süd-Arabien nach den Küsten des Mittelmeeres und sogar - auf arabisch-osmanischen Segelschiffen - bis hin nach Indien. Hier darf ich erinnern an die Abenteuer-Geschichten unserer Kindheit und frühen Jugendzeit; ich jedenfalls habe mit großer Lust die Romane wie

Sindbad der Seefahrer

geradezu verschlungen.

Übrigens: Den Weihrauch-Harzen galt auch der gescheiterte Feldzug der Römer (24 n.Chr.) unter

Aelius Gallius

in die süd-arabischen Sammelgebiete für Weihrauch.

Auch bei den Juden wurde morgens und abends - neben anderen Spezereien - Weihrauch verbrannt. So heißt es im

2. Buch Mose

(„Exodus“ – 30,7-9):

…“

Aaron soll auf ihm (gemeint der Altar mit der Bundesurkunde) Morgen für Morgen duftendes Räucherwerk verbrennen, wenn er die Lampen herrichtet. Wenn Aaron zur Zeit der Abenddämmerung die Lampen wieder aufsetzt, soll er das Räucherwerk ebenfalls verbrennen; es soll ein im-merwährendes Rauchopfer vor dem Herrn sein von Generation zu Gene-ration.“ …

Der hebräische Name für Weihrauch ist

levonah

und im arabischen heißt er

luban

. Beide Namen tauchen in frühen jüdisch-religiösen Schriften immer wieder auf. Erst in der

Babylonischen Gefangenschaft

lernten die Juden den Weihrauch als Attribut des Baal-Kultes verachten! Und dennoch brach die Tradition nicht ab.

So viele Kriege gerade um Glaubensgrundsätze geführt wur-den und werden, in den Opfergaben herrschte erstaunliche Einigkeit: man gab eben vom Besten, um die Götter gnädig zu stimmen.

V

on den Juden zum Christentum:

Im

Neuen Testament

finden sich mehrere Hinweise über die Bedeutung des Weihrauchs in jener Zeit zu Christi Geburt. So erzählt der Evangelist

Matthäus

(2,10-11) von den kostbaren Gaben der

Drei Weisen aus dem Morgenland

(oder auch die Heiligen Drei Könige):

…“

Als sie den Stern sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold,

Weihrauch

und Myrrhe als Gaben dar“ …

Der Evangelist

Lukas

(1,8-10) schreibt:

…“

Als seine Priesterklasse wieder einmal an der Reihe war und beim Gottesdienst mitwirken musste, wurde, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los geworfen und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des Herrn das Rauchopfer darzubringen. Während er opferte, stand das ganze Volk draußen und betete.“ …

In der Synagoge selbst und auch in der frühen christlichen Kirche war hingegen die Verwendung des Weihrauchs unbekannt. Erst im 4. und 5. Jahrhundert n.Chr. bürgerte sich der Gebrauch von Weihrauch auch in der Kirche und im christlichen Gottesdienst ein und zwar über den ‚Umweg’ des antiken Kaiser-Zeremoniells und wurde dann später symbolisch auf das Gebet „Räucherung“ (um-) gedeutet.

Zurück noch einmal in die

Kultur des frühen bzw. alten Ägyptens

. An Ketten geschwungene Weihrauch-Räucherpfannen (in der katholischen Kirche auch heute noch erhalten in den „Weihrauch-Fässchen“) - wie diese im orientalischen Kultus verwendet wurden und üblich waren (und von diesem orientalischen Ritus dann übernommen wurden und Eingang gefunden haben im christlichen Ritus „Inzensation“) - sind in alt-ägyptischen Tempeln dargestellt und auch bei Ausgrabungen in

Pompeji

gefunden worden.

In der

griechischen

und auch der

römischen Kultur

wurde der Weihrauch im Götter-Kult gebraucht; aber auch zu Begräbnissen, Feiern, dann bei Gastmählern, Triumphzügen und außerdem war er ein wichtiges Ingredienz von Kosmetika und wurde zudem noch benötigt als Arzneimittel und ganz besonders zur Desinfektion.

Über die Weihrauch-Gewinnung, aber auch über Handel, Sorten, Preise, Verfälschungen und Verwendungen berichten antike Schrift-steller ausführlich und beredt, dabei zum Teil in märchenhafter und blumiger Ausschmückung.

Alexander der Große

(356-323 v.Chr.) - König von Makedonien; er war von den beiden großen Gelehrten

Aristoteles

und

Leonides

erzogen worden; er ist Gründer der sagenumwobenen Stadt

Alexandria

- schickte seinem Erzieher

Leonides

als Geschenk eine Schiffsladung Weihrauch; dies war für die damalige Zeit ein höchst kostbares wie auch kostspieliges Geschenk.

Der griechische Geschichtsschreiber

Flavius Arrian(us)

(95-175 n.Chr.) - er ist Verfasser des Feldzug-Berichtes

„Anabasis“

der Feldzüge

Alexander d. Gr.

- hielt fest, dass bei der Beerdigung der

Poppaea

Sabina

der römische Kaiser (Claudius Drusus Germanicus)

Nero

(37-68 n.Chr.) mehr Weihrauch verbrennen ließ, als Arabien in einem Jahr erzeugte.

In besonders hohem Ansehen stand der Weihrauch zu Riten und Ritualen in den Tempeln der altgriechischen Stadt

Delphi

und dabei vor allem auch zur Weissagung der Götter, dem

„Orakel von Delphi“

.

Aber auch auf dem

asiatischen Kontinent

war der Weihrauch zu Riten unverzichtbar. Zu Opfern und Leichenbegräbnissen wurde er im

alten China

verwendet. Nach China war der Weihrauch ab dem 10. Jahrhundert n.Chr. durch die Araber gekommen.

In

Indien

wird seit dem frühesten Altertum Weihrauch - und zwar der einheimische

„Indische Weihrauch“

von Boswellia serrata - bei Gottesdiensten als Brand- und Rauchopfer verwendet, so nachzulesen im

Ayurveda des Susruta

(um 500 n.Chr.).

Diesen

„Indischen Weihrauch“

haben mit hoher Wahrscheinlichkeit schon die Griechen auf den Feldzügen

Alexander d. Gr.

im heutigen

Pandschab

in Indien kennen gelernt.

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