Kitabı oku: «Gefährliche Lust - Erotische Novelle»

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Elena Lund

Gefährliche Lust - Erotische Novelle

Lust

Gefährliche Lust - Erotische Novelle ÜbersetztGertrud Schwarz Original Farligt beggarCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2020 Elena Lund und LUST All rights reserved ISBN: 9788726312706

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 3.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Sie kam nicht überraschend – die Anziehung. Aber ehrlich gesagt kam es unerwartet, dass sie so schnell so intensiv wurde. Ludvig hat eine „Wenn es passiert, passiert es“-Einstellung. Cool bis ins Letzte, durchaus auch spannend, aber die Einstellung ist eher die eines experimentierfreudigen Fünfzehnjährigen. Er hätte nie gedacht, dass es sich so anfühlen könnte.

Es ist 3 Uhr 20. Er steht in der Küche. Seine Hände liegen weit auseinander auf dem Küchentresen. Sie sind verschwitzt und zittern ein wenig, aber Ludvig drückt sie fester auf die Marmoroberfläche und atmet tief durch. Es ist dunkel. Die ganze Wohnung ist dunkel, bis auf die Schlafzimmerlampe, die das Zimmer hinter ihm erleuchtet. Im Fenster sieht er seine Umrisse – breite Schultern, den Kopf mit den kurzen Haaren nach unten gebeugt. Der Weg draußen liegt verlassen und dunkel. Feiner Regen fällt langsam vor dem Fenster. Wie in Zeitlupe fällt er langsam, alles ist so langsam. Ludvigs Puls ist doppelt so schnell wie die Küchenuhr. Das hier wird sein Tod. Nicht der Lauf in einer Weile, sondern das hier. Er hat irgendwann auf dem Discovery Channel gelernt, dass alle lebendigen Wesen eine bestimmte Anzahl von Herzschlägen haben und dass Tiere mit schnellerem Puls ganz einfach kürzer leben. Wenn das stimmt, hat er vielleicht noch ein Jahr. Sein Herz schlägt sich selber zugrunde.

„Chill“, flüstert er sich selber zu. „Chill verdammt noch mal.“

Gegen Mitternacht liegt er auf dem Sofa, als sein Handy vibriert.

Ich fahre heute Abend. Falls du mit willst. Kann gegen halb vier bei dir sein.

Auf einer Party mit seinem Kumpel Erik vor zwei Wochen hat es angefangen. Ehrlich gesagt wollte Ludvig im Bishops bleiben. Aber Erik fand das nicht gut, da seine Ex auf der Party auftauchen sollte. Nein, nicht Ex. „Beziehungspause“, wie Erik recht aggressiv mitteilte und einen Großteil seines Biers verschüttete.

„Wir haben deutlich gesagt, und das denke ich mir nicht aus, wir haben Pause gesagt“, sagte er. Er machte eine Geste zu Samir und Ludvig. „Glaubt ihr mir nicht, oder was?“

Ludvig glaubte ihm kein Stück, sagte aber: „Klar glauben wir dir“, und Samir nickte.

„Ich finde also, dass wir hingehen sollten“, fuhr Erik fort.

Ludvig seufzte kaum hörbar, aber offenbar nicht leise genug.

„Was? Verdammt noch mal, Ludvig, du bist so verdammt lahm. Was sollen wir denn machen, hier sitzen, Bier trinken und uns über Game of Thrones unterhalten?“

„Ja und, warum nicht?“

„Warum nicht? Weil ihr mich zu Tode langweilt! Wir können doch vielleicht mal was anderes machen?“

„Ich gehe auf die Party“, sagte Samir. Erik schlug mit den Armen aus und schrie: „Victory!“, sodass die Gruppe hinter ihnen sich umdrehte. Dann zeigte er mit der ganzen Hand auf Ludvig.

„Die Party ist bei Kalle, kennst du Kalle? Er kennt jedenfalls alle heißen Bräute, die auf die TH gehen.“

Ludvig lachte. „Alle?“

„Alle! Ich schwör dir. Es ist krank, aber wahr. Ich weiß, dass du die eine geil findest, wie heißt sie noch? Linnea?“

„Aber Linnea findet mich zu hundert Prozent ungeil“, sagte Ludvig und wischte sich mit den Händen über den Kopf. Sein Kurzhaarschnitt war noch recht neu, und wenn er nicht wusste, wohin mit den Händen, fuhr er sich über die raspelkurzen Haare.

„Stimmt gar nicht!“, rief Erik. „Vielleicht zu siebzig oder achtzig Prozent, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Er hob das inzwischen halbleere Bierglas. „Wenn es nicht Linnea ist, dann gibt es dort mindestens noch zwanzig andere Frauen, das verspreche ich dir.“ Er hielt noch immer sein Bierglas in die Luft. Ludvig hob seins hoch und stieß mit ihm an.

Es stellte sich heraus, dass Kalle zwar nicht alle Frauen an der TH kannte, aber doch fast alle. Die Party fand in seiner Dreizimmerwohnung statt, die aus allen Nähen platzte. Erik sah so überdreht aus, als würde er sich gleich einkacken. Sie hatten kurz bei ihm angehalten, um Wodka und Gras zu holen, und Ludvig fühlte sich gut. Linnea war nicht da, aber eigentlich war sie ohnehin zu jung für ihn. Außerdem stand da Fatima in der weltengsten Jeans und redete mit ein paar Typen, die aussahen, als würden sie Wirtschaft studieren.

Er ging zu ihr und legte ihr die Hand auf den unteren Rücken. Als sie sich umdrehte, sagte er lächelnd: „Hallo Fatima“. Er sah süß aus, wenn er lächelte, das wusste er. Sie umarmte ihn. Ihre langen Haare rochen gut. Er begrüßte die anderen, blieb aber dicht bei ihr stehen. Ihr schien es egal zu sein und sie sah ihn an, wenn sie lachte. Sie sprachen über die letzte Staffel von Hochzeit auf den ersten Blick und es war überhaupt nicht interessant, aber Fatima fand es lustig, dass er keine Folge gesehen hatte und erzählte alle Intrigen für ihn nach. Ludvig lächelte und sah sich verstohlen in der Wohnung um. Fatima redete weiter, aber Ludvig hörte nicht mehr zu.

Hinten im Zimmer stand ein dunkelhaariger Typ an die Wand gelehnt. Er sah Ludvig mit eisblauen Augen an. Kurzzeitig hielt er den Augenkontakt und lächelte. Ein schiefes, flüchtiges Lächeln, dann sah er fort. Ludvigs Magen zog sich zusammen, als wäre er geschlagen worden. Erst redete er sich ein, dass es Unbehagen war, aber es war tatsächlich eine Anziehung. Der Typ war zweifellos der hübscheste, den Ludvig je gesehen hatte. Vielleicht nicht objektiv – er sah scharfkantig und fast böse aus, wie ein Wolf. Er sah aus, als hätte er sich irgendwann mal die Nase gebrochen.

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