Kitabı oku: «Willkommen bei Kitty: Erotische Novelle»

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Elena Lund

Willkommen bei Kitty: Erotische Novelle

Lust

Willkommen bei Kitty: Erotische Novelle Übersetzt Gesa Füßle Original Välkommen till KittyCoverbild / Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2019 Elena Lund und LUST All rights reserved ISBN: 9788726155488

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Willkommen bei Kitty

Elena Lund

Die Wärme liegt diesen Sommer wie eine Decke über allem in Berlin. Auf dem schwarzen Balkongeländer setzen sich Pollen und Abgase ab. Die gelben Punkte auf dem Metall sind von weitem nicht sichtbar, aber dicht und klebrig, wenn man von nahem hinsieht. Die Fingerspitzen bleiben kurz kleben, wenn man das Geländer anfasst. Auf Fionas Haut liegt eine Schicht von Sonnencreme, Schweiß und verwischter Foundation. Geschmolzen und verklebt. Vermischt und getrocknet, getrocknet und wieder geschmolzen. Sie zieht die Gabel langsam durch die Knoblauchnudeln, ein Tropfen Öl fällt auf ihren Bauch, als sie die überfüllte Gabel in den Mund schiebt. Läuft zum Nabel hinab, vermischt sich mit dem Schweiß und der geschmolzenen Sonnencreme und trocknet, schmilzt und trocknet wieder.

Überall ist diesen Sommer alles von einer Schicht bedeckt. Von Großstadt, von Sommer, von billigem angetrocknetem Wein auf Gartenmöbeln und von trockenen 37 Grad.

Es könnte alles etwas eklig sein. Aber vor allem macht es sie kraftlos. Der Schweiß, der sich in den Kniekehlen sammelt und in kleinen Tropfen am Nacken, fühlt sich reinigend an. Ihr Körper, der ausgestreckt auf dem kleinen Balkon liegt, vibriert und ist überempfindlich von der Wärme. Er glänzt und genießt es, sie ist durch die Sonne wie neugeboren und fühlt sich attraktiv. Sie stellt den Nudelteller weg und zündet sich eine Zigarette an. Der starke Rauchgeschmack legt sich in das Fett auf ihren Lippen. Ihr Höschen ist dunkelgrün, eng und hoch ausgeschnitten. Sie legt das linke Bein auf das Geländer. Inhaliert und atmet über den ganzen Rosenthaler Platz aus.

Im Schatten des Balkonbodens liegt Fionas Handy. Es liegt mit dem Bildschirm nach unten, denn sie weiß, dass sie eine Nachricht bekommen hat. Sie ist da. Nichts kann die Tatsache ändern, dass die Nachricht da ist, und sie muss sie noch nicht beantworten. Es ist egal, ob es nicht so wird wie gedacht, wenn sie noch nicht antwortet. Bisher gibt es nur eine unbeantwortete Nachricht, und das ist manchmal der beste Moment, wenn noch nichts passiert ist. Eine Zigarette in der schwitzigen Sommersonne, etwas beschwipst vom Glas Weißwein und ein ausgetrockneter Körper – und den Samstagabend mit seinen Erwartungen verpackt in eine Tindermitteilung. Sie kann die Erwartungen wie kleine Berührungen auf dem ganzen Körper spüren, das Pulsieren unter der Haut ist der Traum der längsten Nacht des Lebens, und das bringt die Fingerspitzen zum Kribbeln.

Hannah

Hi. Du willst also ein Abenteuer, richtig?

Es ist so einfach auf Tinder, zu etwas ja zu sagen, bei dem Fiona sonst errötend weggucken würde. Wo sie nervös mit den Fingern knacken, die Augen rollen und lachen würde. Auf dem Handy ist es anders, aber vor allem ist es im Ausland anders. Niemand, der sie kennt, kann sie hier sehen. Wie sie nervös und schüchtern wird, still und abgewandt. Niemand kennt jemanden, der jemanden kennt, der sie hier sieht, und dadurch ist sie überhaupt nicht mehr nervös.

Fiona

haha, ja, das hab ich wohl gesagt

Hannah

Hast du es dir anders überlegt?

Fiona

Hätte ich sollen?

Hannah

Deine Entscheidung, darling. Ich gehe heute Abend ins Kit Kat. Wenn du willst, komm doch mit mir mit

Es war drei Uhr, als die letzte Mitteilung ankam. Und damit hatte die Unruhe – am Abend allein in Berlin zu sein, allein an einem Samstag zu sein – nachgelassen. Eine rothaarige Hannah mit perfekten Wangenknochen, die sie darling nennt, fragt Fiona, ob sie mit ihr in einen Sexklub gehen will. Also hatte Fiona sich bis auf die Unterwäsche ausgezogen, ihre Nudeln und eine Flasche Wein auf den aufgeheizten Balkon mitgenommen und mit der ganzen Stadt angestoßen. Das Kribbeln im Bauch behalten und über eine Stunde auf der Nachricht rumüberlegt. Was das alles bedeutet, was das alles werden kann. Aber jetzt kann sie nicht mehr. Das Handy ist warm, als sie es in die Hand nimmt.

Da war ich noch nie.

Das löscht sie. Da wollte ich schon immer mal hin. Nein.

Ja, gern. Nein.

Fiona

Sehr gerne.

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