Kitabı oku: «Skin Secrets»

Yazı tipi:

Elna-Margret zu Bentheim und Steinfurt


Elna-Margret zu Bentheim und Steinfurt


Haut & Haar pflegen

mit Essenzen & Ölen aus der Küche


Originalausgabe

1. Auflage 2017

© Verlag Komplett-Media GmbH

2017, München/Grünwald

www.komplett-media.de

ISBN E-Book: 978-3-8312-5799-7

Hinweis: Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autoren noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

Umschlaggestaltung: X-Design München

Lektorat: Julia Feldbaum, Augsburg

Satz und Layout: Daniel Förster, Belgern

Foto Titelseite: © Christian Geisselmann – http://christiangeisselmann.com

eBook-Herstellung und Auslieferung:

Brockhaus Commission, Kornwestheim

www.brocom.de

Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrecht zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.

Inhalt

Warum Naturkosmetik?

Wie alles anfing

Rezepte aus alten Zeiten

Rätselraten auf dem Etikett

Do it yourself!

Glamour kann so grün sein!

Basiswissen

Hygiene

Die Rohstoffe

Konsistenzgeber

Feuchtigkeitsspender

Konservierungsstoffe

Beauty’s Little Helpers

Das ABC der Schönheit

Aloe-vera-Gel

Ananas

Aprikosenkernöl

Avocado

Avocadoöl

Banane

Beerenwachs

Bienenwachs

Bimsstein

Blaubeere

Buttermilch

C-Kons

Ei

Epsom-Salz (Bittersalz)

Erdbeere

Gesichtsbürste

Gurke

Hefe

Heilerde

Honig

Jojobaöl

Kaffee

Kakaobutter

Kamillenblüte/Kamilleöl

Kokosöl

Lanolin/Wollfett/Wollwachs

Lavendel

Mandel/Mandelöl

Mangobutter

Milchpulver

Natron

Olivenöl

Papaya

Quark

Rizinusöl

Sheabutter

Tonerde

Totes-Meer-Salz

Traubenkernöl

Trockenbürste

Vitamin E

Weingeist

Zitronensäure

Beauty-Rezepte

Das sollten Sie beachten

Körper

Gesicht

Haare

Hände & Füße

Specials

Drei-Tage-Kur für strahlende Schönheit

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Über die Autorin

Bildnachweis


Warum

Naturkosmetik?

Wie alles anfing

Als ich klein war, war ich ein richtiges Oma-Kind. Ich liebte es, nach der Schule zu ihr zu fahren und ihr bei den diversen Arbeiten im Haus zu helfen. Meistens irgendetwas in der Küche. Dann kochten wir zum Beispiel Obst aus dem eigenen Garten ein oder vakuumierten Lebensmittel für die Gefriertruhe. Oder sie backte was Feines, und ich durfte Vorkoster sein.

Am Tollsten fand ich es aber, wenn sie den Speicher des alten Hauses aufräumte und ich dann überall herumstöbern durfte. Aus Kindersicht ist der Dachboden ein wahrer Fundus: Kleider aus alten Zeiten, Schuhe und vergilbte Bücher. Überhaupt war das immer eine kleine Zeitreise in Omas Jugend. Ich weiß noch, wie ich für eine Schulaufführung Omas altes Hochzeitskleid trug, um einen Engel zu spielen. Da stapfte ich in dem viel zu großen Kleid mit den viel zu großen Pumps auf und ab und fand es herrlich!

Eines Tages entdeckte ich hinter einer alten Spielzeugkiste eine ganze Ladung verstaubter Bücher. Als ich sie mir genau ansah, war da eines dabei, worauf ich das Wort »Kosmetik« lesen konnte. Mein Herz fing sofort an schneller zu schlagen, und meine Neugier war geweckt.

Das Buch war groß und ziemlich dick und in einen hellblauen Leinenstoff gebunden. Das Jahr, 1935, konnte man auch noch ganz gut darauf lesen. Ich schlug das Buch auf und sah lauter Texte mit Zeichnungen. Bei genauerem Hinsehen waren es alles Rezepte für die Schönheit. Das fand ich natürlich interessant!

Ich – ganz das junge Mädchen – griff es mir und trug es zu meiner Oma nach unten. Sie schnibbelte gerade Gemüse fürs Mittagessen.

Als ich sie fragte, was das für ein Buch sei, lachte sie und sagte, das wäre in ihrer Jugend die »Bibel der Schönheit« gewesen. So hätte sie gelernt, wie man sich pflegt und hübsch zurechtmacht und worauf es nun mal ankäme, wenn man dem anderen Geschlecht gefallen wolle.

Ich nahm das Buch mit nach Hause. Und was soll ich Ihnen sagen? In diesem Buch standen die tollsten Tipps über Pflege und Schönheit drin, die ich jemals gehört hatte!

Ich lernte, dass Rizinusöl die Wimpern wachsen lässt und Tonerde gegen unreine Haut hilft. Dass man mit Zitronensaft helle Strähnen ins Haar zaubern kann und dass Quark ein toller Haut-Allrounder ist.

Rezepte aus alten Zeiten

Gut, ich war damals zwölf Jahre alt! Aber ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie sehr ich mich darüber freute, dass ich all die Zutaten für die Schönheitsrezepte praktisch in unserer Küche fand! Außer das Rizinusöl – das musste meine Mutter in der Apotheke bestellen.

Ich weiß gar nicht, ob es Bücher in dieser Form heute noch gibt, aber hier waren die kompletten Abläufe weiblicher Hygiene und Schönheitsrituale aufgeschrieben. Vom Augenbrauenzupfen bis zum wöchentlichen Milchbad. Für mich ein wahrer Schatz. Zwar kamen die Inhalte aus einer anderen Zeit, aber ich lernte viel und musste nicht (ganz peinlich) meine Mutter fragen. Es war mein Einstieg in die Kosmetikwelt – und das Fundament für mein Wissen heute.

Meine erste Quarkmaske machte ich also mit zwölf Jahren –, immer sonntags nach einem Milchbad – so wie es in dem alten Schinken geschrieben stand! Diese Prozedur wurde zu einer Art Ritual und einem festen Bestandteil dieses Wochentags.

Bis heute habe ich die genialen Rezepte aus Omas Tagen nicht vergessen und ziehe sie so manchem Hightechprodukt vor. Und ich werde immer wieder auf meine schöne Haut angesprochen!

Nachdem mein erstes Buch, Anti Aging Food, so erfolgreich angelaufen war und mir der Verlag ein zweites Projekt anbot, war das Thema »Hautgeheimnisse« mein erster Gedanke.

Die Rezepte mit Ihnen zu teilen und Sie darauf aufmerksam zu machen, dass wir viele tolle Helferlein zum Greifen nah im Küchenschrank haben … das war mein Wunsch!

Ich dachte ja immer, dass jede Frau ihr ganz eigenes Naturrezept-Repertoire hat – dem ist aber nicht so. Bei der Umfrage im eigenen Bekannten- und Freundeskreis musste ich mit Entsetzen feststellen, dass kaum eine Freundin je eine Quarkmaske gemacht hatte! Dabei ist sie doch der absolute Knaller für unser Gesicht!!

Im Gegenteil. Alle winkten ab: Das sei alles viiiiiel zu wollsockig!

Hier geht es mir in keinster Weise darum, Sie in der Hinsicht zu bekehren, dass Sie ab sofort nur noch in der Küche stehen, um irgendetwas zusammenzubrauen und zu mixen, und nie wieder Kosmetik einkaufen. Nein, ich möchte nur den Staub von etwas herunterpusten, was schon immer da war, nur leider in Vergessenheit geraten ist – in unserer »Ich-nehme-für-alles-’ne-Pille-Gesellschaft«.

Sehen Sie es als bereicherndes Wissen. Es bleibt Ihre ganz persönliche Wahl, ob und wann Sie etwas für sich und Ihr Wohlbefinden verwenden. Ich möchte nicht, dass Sie »entweder oder« sagen müssen. »Mischen« ist das Zauberwort. Damit meine ich eine Kombination aus Hightechpflegeserien und Naturkosmetik. Es funktioniert! Und ich bin das beste Beispiel dafür!

Es geht mir darum, eine Bewusstsein für die Vielseitigkeit, die uns unsere moderne Zeit ermöglicht, zu entwickeln.

Was die Ernährung angeht, so hat sich in den letzten Jahren viel getan. Es scheint doch so, als würden auf einmal alle nur noch Bioprodukte einkaufen und einmal in der Woche einen veganen Tag einlegen, oder?

Aber was ist mit unserem größten Organ, der Haut? Da schauen wir ganz genau, was wir essen, machen uns aber kaum die Mühe, einmal zu hinterfragen, was eigentlich in den Produkten drin ist, die wir uns tagtäglich auf die Haut schmieren.

Bestimmte Inhaltsstoffe, wie Silikone, Parabene und Erdölerzeugnisse in konventionellen Produkten, sind durchaus gesundheitsschädlich und werden sogar mit Krebs, Asthma und anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Dazu kommt, dass wir unsere Körperhaut unter Chemikalien ersticken, die die Wäsche weicher, duftender und glatter machen. Und das alles Tag für Tag. Und was ist mit Tierversuchen? Hätten die Labore Glaswände, wäre es in mancher Parfümerie menschenleer …

Nun, ich weiß, das ist ein großes Thema. Und daran möchte ich mich gar nicht versuchen. Das überlasse ich den Profis.


Was ich aber kann, ist, Ihnen auf den nachfolgenden Seiten meine besten, selbst getesteten und heiß geliebten »Skin Secrets« zu verraten. Wenn Sie die kennen, werden Sie beim nächsten Einkauf in der Drogerie vielleicht daran denken, dass Sie das ein oder andere auch ganz einfach selbst zaubern können. Zum Teil sogar mit Resten aus Ihrer ganz alltäglichen Nahrung!

Rätselraten auf dem Etikett

In der Research-Phase meines ersten Buchs, was ja von gesunder Ernährung handelt, stand ich ewig in den Supermärkten und Bioläden herum, um genau zu studieren, was auf den Produktetiketten stand. Ich wollte alles wissen: Herkunft, Anbau, Produktion und Lagerung. Wenn ein Produkt mehr als fünf Zutaten hatte, lehnte ich es schon ab. Wenn etwas draufstand, was ich nicht kannte, kaufte ich es nicht. Ich betrieb und betreibe schlicht viel Aufwand, um so »clean« wie möglich zu essen, und ich liebe es. So weit, so gut.

Irgendwann kam da automatisch der Gedanke daran, was eigentlich alles in den Kosmetika drin ist, die ich oft benutze. Ich glaube, es war beim Zähneputzen: Ich schaute mich in unserem Badezimmer um. Tiegel, Dosen, Fläschchen, wohin das Auge reichte. Diese Produkte hatte ich noch nie genau gecheckt!

Die schönen Verpackungen und ihre Werbeversprechen verführen uns zum Kauf. Doch sollten wir uns nicht vielmehr für deren Inhalte und die einzelnen Bestandteile interessieren?

Wenn man hinten draufschaut, versteht man als Otto Normalbürger nur Bahnhof. Meine Ingredienzienregel konnte ich da wohl vergessen! Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir bis dahin nie wirklich Gedanken über die Inhaltsstoffe meiner Pflegeprodukte gemacht hatte – was also genau drin ist in den Dingen, die ich tagtäglich benutze. Duschgel, Shampoo, Conditioner, Haarspray, Bodylotion, Zahnpasta, Parfüm, Creme, Deo, Make-up, Glättungsspray, Haarfarbe und vieles mehr. Ich war so mit meiner Ernährung beschäftigt, dass ich gar nicht darauf geachtet hatte, wie viel Bedenkliches wir auch über die Haut in den Körper schleusen – unbewusst natürlich.

Ich dachte wie die meisten von Ihnen: Man kauft ein Markenprodukt, gibt also viel Geld aus, und dann wird es schon gut sein!

Die Zutatenlisten vieler Produkte im Handel (und in auch meinem Bad) lesen sich wie Chemiewörterbücher. Ich habe ein paar Begriffe gegoogelt und mit Erschrecken festgestellt, dass viele dieser Stoffe als krebserregend gelten und sogar hormonähnliche Eigenschaften aufweisen.

Zwar sind die Dosen jeweils gering, aber wenn man bedenkt, dass man ja nicht nur das Duschgel benutzt, sondern danach auch noch die Lotion und das Deo, dann dämmert einem, was für ein absurder Cocktail da jeden Tag über die Haut in den Körper gelangt.

Und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem. Diese Minidosierungen, die in den einzelnen Produkten drin sind, sind völlig legal! Die Hersteller werden dafür nicht bestraft. Schließlich machen die »bösen« Stoffe haltbar, parfumieren ein Produkt oder geben die richtige Konsistenz.

Umgekehrt ist es so, dass man als Naturkosmetikhersteller die hochwertigsten und nachhaltigsten Produkte nur dann unbegrenzt verkaufen kann, wenn eine bestimmte Zertifizierung vorliegt. Und diese ist so teuer, dass sich das kaum ein junges Unternehmen leisten kann.

Diese Vorstellung gab mir kein gutes Gefühl, und ich begriff, dass es längst nicht nur um die Ernährung ging. Schließlich ist die Haut unsere größtes Organ!

Man sollte also gar nicht mehr über »Clean Eating« sprechen, sondern über »Clean Living«.

Das Thema arbeitete in mir. Ich erinnerte mich an früher, an Gespräche mit meiner Oma und an Tipps von sämtlichen weiblichen (älteren) Familienmitgliedern in Sachen Schönheit. Jede hatte ihr ganz eigenes Geheimnis und das »beste Rezept«. Und alles bestand aus Produkten, die man auch hätte essen können.

Wo ist das ganze Wissen geblieben? Klar, es gibt mittlerweile auch viele Naturkosmetikmarken. Mit dem wachsenden Interesse an Gesundheit und Nachhaltigkeit ist auch die Nachfrage nach »Biokosmetik« gestiegen. Aber auch hier: Wenn man die Etiketten checkt, kommen doch bei manchen Anbietern und Produkten Fragen auf, wie natürlich das Produkt wirklich ist. Die Werbeversprechen sind groß und schillernd. Aber wie viel Natur steht dahinter? Wir sind ja nicht dabei, wenn die Produkte gemischt werden, oder?

Während meiner Recherche für das Buch bin ich leider auf zahlreiche Artikel gestoßen, die genau das infrage stellen. In echter Naturkosmetik dürfen letztlich nur Inhaltsstoffe enthalten sein, die auf pflanzlicher Basis hergestellt sind. Um sich dessen wirklich hundertprozentig sicher zu sein, scheint mir nur eine Lösung plausibel: Kosmetik selbst herstellen!

Do it yourself!

Ich dachte weiter. Was ist Naturkosmetik eigentlich? Ich recherchierte und fand nichts Genaues. Denn der Begriff ist nicht geschützt. Da beißt sich die Katze in den Schwanz!

Nur gut, dass es da bereits eine große Community gab, wo man sich inspirieren lassen konnte und man ermuntert wurde, alle möglichen tolle Produkte selbst zu machen. Ich habe es ausprobiert. Und bin begeistert!

Es ist ein so wunderbares Gefühl, genau zu wissen, was in der Creme, dem Balsam oder der Maske drin ist. Eine magische Transparenz hat Einzug in mein Leben gefunden. Zwar benutze ich immer noch einige gekaufte Produkte, aber es sind solche, die nicht direkt mit der gesamten Haut in Berührung kommen. Seitdem ich keine Bodylotions mit schädlichen Konservierungsmitteln, Parabenen, synthetischen Duftstoffen etc. mehr benutze, ist meine Haut förmlich erblüht. Außerdem ist das wie mit dem Start in die gesunde Ernährung – ein kleiner Schritt oder eine geringe Maßnahme ist besser als nichts!

Zudem ist Naturkosmetik so unglaublich einfach herzustellen! Ich glaube, das realisieren die wenigsten Menschen. Mit ein paar Zutaten kann man schon viele Pflegeprodukte für sich und die Familie selbst machen. Denken Sie auch an die Möglichkeit des Verschenkens! Das kommt richtig gut an.

Ein weiteres wichtiges Argument für DIY-Kosmetik ist die Frische der Produkte. Wenn man die Tiegel im Handeln kauft, weiß man ja nie, wann die Creme eigentlich hergestellt wurde.


Da sich die Haut während des Lebens konstant verändert, hat man mit der selbst gemachten Skincare stetig die Chance, direkt darauf zu reagieren. Wenn ich gestresst bin, mache ich eine andere Maske als nach einem Langstreckenflug …Außerdem eignet sich die selbst hergestellte Kosmetik, abgefüllt in schönen Behältnissen, wunderbar zum Verschenken. Meine selbst gemachten Badekugeln sind der absolute Renner und das ideale Mitbringsel für Freunde und Familie. Und sogar mein Sohn ist ganz heiß auf die sprudelnden Wunderkugeln.

Glamour kann so grün sein!

Ich selbst finde das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig – wir alle tragen Verantwortung für die Welt von morgen. Ich benutze für meine selbst gemachten Produkte immer wieder Glasbehälter und Tiegel, die ich viele Male verwenden kann, es fällt auch kein Verpackungsmüll an wie beim Kaufen. Dies ist ein kleiner Schritt. Aber wenn wir alle kleine Schritte machen, bedeutet das einen großen Fußabdruck für die Umwelt. Apropos Verpackung: Ist Ihnen aufgefallen, dass Bio-Skincare immer recht unscheinbar daherkommt? Nun, tolle Tiegel und Flakons designen zu lassen ist teuer, eine Werbekampagne auch – bei vielen Industrieprodukten, die wir aus der Drogerie kennen, ist das Marketing teurer als die Herstellung des Produkts selbst. Müsste es nicht umgekehrt sein?

Dann ist DIY auch ein günstiges und sehr befriedigendes Hobby. Einmal eingekauft, reichen Öle, Butter und Wachse für sehr viele schöne Dinge, und es macht mir jedes Mal großen Spaß, in der Küche herumzuexperimentieren und mit meinen Händen zu arbeiten – und am Ende das tolle Ergebnis zu spüren und zu riechen.


Zu guter Letzt noch zu meinem Lieblingsstichwort »Green Glamour« – schauen Sie sich mein Buch an. Ist das etwa wollsockig? Meinen Sie, ich bin eine langweilige Tante im Filzlook? Nein – alles nur Vorurteile! Denn wie Sie sehen, kann »Do it yourself« sexy und glamourös daherkommen. Sie können sich kreativ ausleben und die Verpackungen Ihrer Produkte selbst liebevoll gestalten und sogar den Duft festlegen – am Ende spricht die Wirkung dann für sich!

Sie sehen, es gibt viele tolle Argumente für »Do it yourself« in Sachen Skincare. Ich hoffe, ich habe Sie so richtig angefixt mit dem Thema! Legen Sie los mit dem Ausprobieren! Wer sich als kompletter Themenneuling noch nicht so ganz traut, fängt am besten mit den einfachsten Rezepten an. Sie werden sehr schnell ein Gefühl dafür bekommen.

Ich bin mir sicher, das ein oder andere Produkt aus dem Handel kommt nicht mehr in Ihre Einkaufstasche!

Viele Wohlfühlmomente, neue Hauterfahrungen und inneres Leuchten mit »Skin Secrets« wünscht Ihnen


PS: Über Anregungen, Feedback und konstruktive Kritik freue ich mich immer: www.elna-margret-zu-bentheim.com.



Basiswissen

Hygiene

Der Ort, an dem Sie Ihre eigenen Produkte herstellen, wird wohl Ihre Küche sein Stellen Sie sicher, dass der Arbeitsbereich und alle Werkzeuge, Schüsseln und Utensilien sauber sind. Hygiene ist sehr wichtig, da wir kaum Konservierungsmittel verwenden. Deshalb müssen Sie so keimarm wie möglich arbeiten Tun Sie das nicht, werden Sie merken, dass Ihre Produkte schneller verderben, ranzig werden und zu oxidieren beginnen.

Hierzu einige Tipps:

❃ Wischen Sie die Arbeitsfläche, Schneidebretter oder Ähnliches vor Beginn mit 70-prozentigem Ethanol ab. Das gibt es in Apotheken.

❃ Töpfe und Spatel können ebenfalls damit besprüht werden.

❃ Da Sie viele Glasbehältnisse mehrmals benutzen werden, rate ich Ihnen, diese nach der normalen Reinigung in der Spülmaschine vor jeder Neubefüllung im Backofen bei 120 °C für 15 Minuten zu sterilisieren.

❃ Waschen Sie Ihre Hände gründlich!

❃ Legen Sie sich vorab alle Dinge bereit, die Sie benötigen.

❃ Halten Sie immer einen frischen Lappen und Küchentücher parat.

Da selbst gemachte Kosmetik nur begrenzt haltbar ist, hier meine Tipps für den optimalen Umgang damit und die Lagerung:

❃ Stellen Sie immer kleine Mengen frisch her. In meinen Rezepten finden Sie häufig Angaben über die Haltbarkeit.

❃ Benutzen Sie jeweils die kleinstmöglichen Gefäße (Glas eignet sich eigentlich am besten) – so bleibt wenig Platz für Luft.

❃ Schließen Sie das Gefäß sofort nach Gebrauch wieder. Geöffnet können Keime eindringen.

❃ Lagern Sie die Produkte möglichst kühl. Also nicht auf der Fensterbank bei Sonnenbestrahlung oder gar in der Nähe der Heizung!

❃ Entnehmen Sie Creme nur mithilfe eines sauberen Spatels (gilt generell für jede Kosmetik!) – das erhöht die Lebens- und Frischedauer enorm.

❃ Sollte etwas komisch riechen oder seine Konsistenz verändern, gilt: Weg damit und neu herstellen!


Die Rohstoffe

Das Tolle an selbst gemachter Naturkosmetik ist, dass man es nur mit Zutaten zu tun hat, die man auch essen könnte!

Basisöle

Basisöle sind sogenannte Trägeröle, also eine Art Fundament des jeweiligen Rezepts. Sie sind in den von mir genannten bzw. empfohlenen Onlineshops erhältlich – in nativer, kalt gepresster Variante oder in raffinierter. Das kalt gepresste Öl ist immer naturreiner, geruchsintensiver, und es sind noch alle wertvollen Stoffe enthalten. Es ist aber wesentlich kürzer haltbar. Sie sollten es deshalb zunächst in kleinen Mengen bestellen, um zu sehen, ob es Ihnen zusagt. Die raffinierten Öle werden mittlerweile schonender erhitzt und verlieren nur wenig an Wirkstoffen, sind dafür aber länger haltbar. Ich würde sagen, da scheiden sich am Ende die Geister, und Sie sollten die Öle wählen, mit denen Sie am besten klarkommen.

Wichtig: Bitte erwärmen Sie die Öle immer nur schonend über dem Wasserbad. Niemals in der Mikrowelle oder direkt erhitzen!

❃ Aprikosenkernöl: Es ist geeignet für sensible, empfindliche und trockene Haut und für die Babypflege.

❃ Arganöl (bitte ungeröstetes nehmen): Arganöl weist von allen Ölen den höchsten Anteil an Vitamin E auf. Toll für Anti-Falten-Cremes, bei reifer, trockener Haut, Schuppenflechte, aber auch bei Hautproblemen wie Neurodermitis und Akne. Es hat einen sehr speziellen Eigengeruch.

❃ Avocadoöl: Es ist für alle Hauttypen gut verträglich, hat einen hohen Biotingehalt, erleichtert anderen Wirkstoffen das pflegende Eindringen in die Haut und erhöht so die Wirksamkeit eines Rezepts; das kalt gepresste Öl hat allerdings einen starken Eigengeruch, den viele als unangenehm empfinden.

❃ Distelöl: Das Öl enthält viele Vitamine, hat einen hohen Anteil (80 Prozent) an Linolsäure – heilt somit gerade entzündete Haut, zieht schnell ein und glänzt nicht, ist für fettige und Mischhaut sehr geeignet.

❃ Jojobaöl: Es ist eigentlich ein Wachs, verdirbt deshalb nicht wie Öle, ist gut verträglich, dringt tief in die Haut ein und beugt Faltenbildung vor.

❃ Kokosöl: Das Öl zieht schnell ein, ist feuchtigkeitsspendend, fettet gut nach und eignet sich gut für angegriffene Haut. Es ist das Multitalent unter den Basisölen.

❃ Mandelöl: Das Öl ist eines der wertvollsten Pflanzenöle, voller B-Vitamine, für jeden Hauttyp, auch für Säuglinge geeignet; es wirkt stark hautberuhigend.

❃ Olivenöl: Es ist toll bei rauer, schuppiger Haut und zieht nur langsam ein.

❃ Sesamöl (bitte das ungeröstete nehmen): Es wirkt entschlackend, ist als Massageöl geeignet, steckt voll mit Antioxidantien, ist durchblutungsfördernd und ein echtes Detox-Öl.

❃ Traubenkernöl: Das Öl wirkt leicht konservierend, ist reich an Antioxidantien, reguliert den Talgfluss, fettet nicht, zieht schnell ein und ist für reife und für Mischhaut geeignet.

❃ Weizenkeimöl: Es ist reichhaltig, pflegt intensiv, festigt das Gewebe, hält elastisch, ist für Schwangere wunderbar geeignet, wirkt hautverfeinernd – es hat einen starken Eigengeruch.

Ätherische Öle

Ätherische Öle werden auch als »Seele der Pflanzen« bezeichnet, da in ihnen die Essenz ihrer aktiven Wirkstoffe steckt. Gewonnen werden sie mittels Wasserdampfdestillation aus den Blüten und Blättern, Schalen oder Wurzeln der Pflanzen. Ätherische Öle wirken einerseits über ihren Duft auf das limbische System des Gehirns und können dort z. B. die Stimmung und die Gefühle beeinflussen. Auf die Haut oder Schleimhäute aufgetragen, können ätherische Öle die Hautschichten durchdringen und sowohl auf der Haut als auch im Körper ihre Wirkung entfalten. Je nach Sorte wirken ätherische Öle z. B. antibakteriell, antiseptisch, antiallergisch, antiviral oder antimikrobiell. Sie helfen gegen Pilze, sind entzündungshemmend, zellregenerierend oder schmerzstillend, fördern die Wundheilungsprozesse und lösen Blutergüsse auf.

Wichtig ist beim Einsatz der ätherischen Öle, dass man sie nicht zu heiß verwendet und immer erst in der Abkühlphase, quasi als Letztes, dazugibt – und sparsam dosiert!

❃ Grapefruitöl: Es duftet herrlich frisch und eignet sich sehr gut als Waffe gegen Cellulite, weil es straffend wirkt. Man kann es auch sehr gut bei Hautunreinheiten einsetzen.

❃ Lavendelöl: Es schenkt schnelle Entspannung, wenn der Alltagsstress wieder einmal überhandnimmt. Dazu einfach ein paar Tropfen Lavendelöl auf die Schläfen reiben. Wer abends schlecht einschlafen kann, sollte ebenfalls auf dieses ätherische Öl setzen. Im Idealfall als Badezusatz kurz vor dem Schlafengehen oder als Duftlampe neben dem Bett.

❃ Lemongras- und Orangenöl: Im Kampf gegen Cellulite und unschöne Dehnungsstreifen sind sie die perfekten Helfer. Beide haben eine stark durchblutungsfördernde Wirkung auf das Bindegewebe und straffen nachweislich die Haut. Das Öl am besten morgens direkt nach der Dusche auf die noch feuchte Haut einmassieren. Diese Extraminuten lohnen sich.

❃ Pfefferminzöl: Gerade in der kalten Jahreszeit erwischt es jeden früher oder später mit einer fiesen Erkältung. Das Pfefferminzöl ist das perfekte Hausmittel: Wer damit einmal täglich inhaliert, befreit die Atemwege und erleichtert das Abhusten. Und die Erkältung ist so schnell wieder weg, wie sie gekommen ist.

❃ Rosenöl: Das zarte Öl hat einen herrlichen Duft und wirkt regenerierend und harmonisierend.

❃ Rosmarinöl: Haarausfall ist ein ganz natürlicher Prozess, denn das Haar erneuert sich regelmäßig. Wenn es jedoch deutlich dünner wird und kaum noch nachwächst, sollte man auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung (absolutes No-Go sind Crashdiäten) achten und auch die Schilddrüse untersuchen lassen. Als effektives Heilmittel eignet sich hier vor allem Rosmarinöl – es stärkt das Haar und stellt seine natürliche Balance wieder her.

❃ Teebaumöl: Bei Pickeln und anderen Hautentzündungen hat sich Teebaumöl bewährt, da es eine stark entzündungshemmende, wundheilende und desinfizierende Wirkung hat. Um Hautirritationen vorzubeugen, sollte die Konzentration des Teebaumöls allerdings erst nach und nach erhöht werden – ein Tropfen auf die entzündete Stelle genügt. Falls Sie zu empfindlicher Haut neigen, sollten Sie Teebaumöl mit einem Trägeröl wie etwa Kokos- oder Mandelöl mischen. Das macht es noch verträglicher.

❃ Vanilleöl: Ätherische Öle können auch beim Detoxen (Entgiften) und Abnehmen helfen. Vanilleöl etwa wirkt wie ein natürlicher Appetitzügler. Außerdem führt der süße Duft zur vermehrten Ausschüttung des Glückshormons Serotonin. Da kann man sich ab jetzt die ein oder andere Tafel Schokolade – ohne drohende Entzugserscheinung – ganz leicht sparen!

Konsistenzgeber

Konsistenzgeber sind die Fette und Wachse, die Cremes, Balsam und Lotions andicken und sie schön streichfähig machen:

❃ Beerenwachs: Es ist die vegane Alternative zu Bienenwachs. Das Produktergebnis ist streichfähiger und weicher als mit derselben Menge Bienenwachs – und es hinterlässt keinen Film auf der Haut.

❃ Bienenwachs: Das Stoffwechselprodukt der Honigbiene bildet einen zarten Schutzfilm über der Haut und schützt sie so vor Witterungsbedingungen. Das Wachs führt spröder, trockener Haut wieder Feuchtigkeit zu.

❃ Mangobutter: Sie wird aus Mangokernen gewonnen und wird oft als Alternative zu Sheabutter verwendet, ist aber etwas leichter in der Konsistenz – für alle Hauttypen geeignet.

❃ Kakaobutter: Die Kakaobutter ist eine Pflanzenbutter, pflegt sehr intensiv und ist gut für trockene, gereizte und auch rissige Haut.

❃ Sheabutter: Sie wird aus der Nuss des Karité-Baums gewonnen. Die unraffinierte Butter hat einen starken Eigengeruch, die raffinierte Version hingegen nicht. Deshalb empfehle ich Ihnen, beide einmal auszuprobieren. Sie kann pur verwendet werden und hinterlässt eine wunderbar weiche Haut. In Cremes und Lotions wirkt sie als guter Konsistenzgeber. Kann auch bei Problemhaut eingesetzt werden.

Feuchtigkeitsspender

❃ Aloe vera: Sie ist ein toller Zusatz in Körperlotionen und kann auch pur verwendet werden. Wirkt kühlend, antibakteriell und repariert Zellschäden.

❃ Glyzerin: Es ist im Wesentlichen ein Zuckeralkohol, der Wasser in den Zellen bindet und so in der Haut behält. Hat eine leichte Konservierungsfunktion. Verwenden Sie Bioqualität!

❃ Honig: Er kommt oft in Gesichtsmasken und in der Lippenpflege zum Einsatz – Veganer ersetzen ihn durch Glyzerin.

❃ Ton und Heilerden: Die beiden bilden eine perfekte Basis für alle Reinigungsprodukte. Es gibt sie in diversen Ausführungen und Farben.

Konservierungsstoffe

Konservierung an sich ist manchmal notwendig, wenn man mit frischen Zutaten arbeitet. Ein sorgsam und sparsam eingesetztes Konservierungsmittel ist auf jeden Fall besser als ein mit Keimen und Schimmel durchzogenes Produkt.

❃ Vitamin E: Es wirkt antioxidativ, macht Öle haltbarer.

❃ Weingeist: Er unterdrückt zuverlässig die Keimbildung.


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