Kitabı oku: «Nikolai Roerich: Kunst, Macht und Okkultismus», sayfa 10

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Kapitel 4
Die Eroberung der Neuen Welt

Das Wunder hatte einen Namen und hieß Louis Horch. Louis Horch wurde 1888 in New Orleans als Sohn eines jüdischen Einwanderers aus Elsass-Lothringen geboren und trug ursprünglich, wie sein Vater, den Namen Levy. Doch dieser starb bald nach der Geburt, und die Mutter heiratete einen Deutschen mit Nachnamen Horch und zog mit ihm und dem kleinen Louis nach Mannheim. Der Namenswechsel von Levy zu Horch wäre an sich bedeutungslos, hätten seine Feinde diesen Namenswechsel nicht später als »typisch jüdische« Camouflage ausgelegt und ihn gehässig nur bei seinem »wahren Namen«, nämlich Levy, genannt. Doch der Namenswechsel sollte erst Jahrzehnte später Bedeutung erlangen. Seine Verbindung nach Deutschland dagegen viel früher.

Als Louis Horch 18 Jahre alt war, kehrte er in die USA zurück und begann an der Wall Street zu arbeiten. Die Wall Street wurde zu dieser Zeit von Bankiers angelsächsischer Herkunft beherrscht, an deren Spitze das legendäre House of Morgan stand. In der zweiten Reihe, aber kräftig nachdrängend, standen Bankiers deutsch-jüdischer Herkunft, mit Kuhn & Loeb als wichtigstem Institut. Die Sphären waren streng getrennt. An den Eliteuniversitäten Harvard und Princeton, aus denen die Wall Street ihren Nachwuchs rekrutierte, gab es eine Quote für jüdische Studenten, die nicht überschritten werden durfte, und die exklusiven Clubs in Manhattan, in denen viele der wichtigsten Deals ausgehandelt wurden, nahmen Juden erst gar nicht auf.

Doch dafür unterhielten Kuhn & Loeb, sowie die anderen jüdischen Banken, hervorragende Beziehungen zur deutschen Industrie, die vor dem Ersten Weltkrieg gerade dabei war, die Märkte der Welt zu erobern. Nicht zu vergessen auch die zahlreiche deutsche Diaspora in den USA mit ihren deutschen Schulen, Zeitungen und Wohlfahrtseinrichtungen. Louis Horch, der akzentfrei Deutsch sprach, stieg in dieser deutsch-jüdischen Bankwelt rasch auf und wurde Teilinhaber einer auf Devisen spezialisierten Maklerfirma.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam es zu einem heftigen Tauziehen zwischen der angelsächsischen Fraktion, mit der Morgan Bank an der Spitze, und den deutschfreundlichen Bankern, die von Kuhn & Loeb angeführt wurden. Die Morgan Bank, die mit ihrer Filiale Morgan Grenfell auch am Londoner Finanzplatz bestens repräsentiert war, trat von Anfang an für den Kriegseintritt der USA ein und finanzierte Rüstungseinkäufe der Briten. Kuhn & Loeb dagegen arbeitete eng mit deutschen Vertretern zusammen, half dem Deutschen Reich wichtige Rohstoffe über Drittstaaten zu importieren und versuchte alles, um die USA neutral zu halten.

Als die USA dann 1917 doch in den Krieg eintraten, erlitt nicht nur das deutsche Vereins- und Schulwesen einen Rückschlag, von dem es sich nie mehr vollständig erholen sollte, auch die deutschfreundliche Fraktion an der Wall Street geriet schwer unter Druck.

Es gab Untersuchungen gegen Kuhn & Loeb, die das Bankhaus stark in Bedrängnis brachten und erst nachließen, als sich ihr Leiter, der in Mannheim geborene Otto Kahn, zur alliierten Sache bekehrte. Vermutlich derselbe Otto Kahn, der 1921 Nikolai Roerich einen jener Kredite gab, die der Künstler dann nicht zurückzahlen konnte. Das ist umso wahrscheinlicher, als Otto Kahn auch ein bekannter Philanthrop und Mäzen der Metropolitan Opera war.160

Andere Financiers hatten nicht so viel Glück wie die Gesellschafter des einflussreichen Bankhauses und wanderten wegen »Kollaboration mit dem Feind« ins Gefängnis.

Louis Horch war mit den Gesellschaftern von Kuhn & Loeb, wie auch mit anderen jüdischen Bankiers, die in den umstrittenen Geschäften mit Deutschland eine Rolle gespielt hatten, gut bekannt und teilweise sogar geschäftlich verbunden. Das geht aus den umfangreichen Untersuchungen des State Department in Washington hervor, das sich in den zwanziger Jahren mehrmals auf die Fährte eines weiteren Angehörigen einer »Feindnation« begeben sollte, mit dem sich Louis Horch aufs Engste verbunden hatte. Auf die Nikolai Roerichs nämlich, wobei ein »Special Agent« der Frage nachging, woher der russische Maler auf einmal so viel Geld bekommen hatte. Obgleich das State Department einige Energie darauf verwendete, dem Makler entweder eine nebulöse Verschwörung mit deutschfreundlichen Blockadebrechern aus dem Ersten Weltkrieg oder russischen Kommunisten nachzuweisen, musste man schließlich einräumen, dass es vermutlich wirklich Horch und er allein war, der den großen Geldbedarf des »Propheten der Kunst und Kultur« gestillt hatte.

Die Untersuchungen Washingtons blieben dem mehrmals befragten Louis Horch nicht verborgen, und möglicherweise auch nicht der antisemitische Tenor, der in den Unterlagen deutlich spürbar ist.161 Kein Wunder, dass Louis Horch, aus dem Ersten Weltkrieg vorgewarnt, sich in Zukunft zur strengen Konspiration bereit zeigte, was die Abenteuer seines baldigen Gurus und dessen Gemahlin anging, und es verwundert auch nicht, dass er äußerst empfindlich reagierte, als er ein Jahrzehnt später durch eben diese Abenteuer in Gefahr geriet, das Schicksal einiger seiner früheren Geschäftspartner zu teilen.

Dass Louis Horch überhaupt unter den Einfluss der Roerichs kam, ist auf den ersten Blick erstaunlich. In den Tagebüchern, die er später auf Wunsch der Mahatmas führte, erscheint er als jeglicher Fantasie abholder, grundnüchterner Zahlenmensch, der jede Ausgabe und jede Einnahme pedantisch auf den Cent registrierte. Das Einzige, was an dem großgewachsenen, dunkelhaarigen Makler originell war, war sein Gesicht. In der Stirn sah man deutlich eine Einbuchtung, die eine Schädeloperation hinterlassen hatte.

Ganz anders dagegen seine zehn Jahre jüngere Frau Nettie, die auf Louis einen ähnlichen Einfluss hatte wie Helena auf Nikolai. Sie war zwar studierte Chemikerin, aber stark an Kunst und Kultur und allem Übersinnlichem interessiert. Eine große Rolle dabei spielte der tragische Umstand, dass sie, als sie 1922 die Roerichs kennenlernte, bereits ein Kind verloren hatte und auch ihr jetziges Kind stark zum Kränkeln neigte. Für dieses wie auch die folgenden beiden Kinder sollten die Roerichs und vor allem Helena zahlreiche, aber nicht immer erfolgreiche »Zeremonien« abhalten, bei denen alle Anwesenden ihre Gedanken »konzentrierten«.

1921 gerieten die Horchs in eine Krise. Welcher Natur sie genau und was der Anlass war, vielleicht der Tod ihres ersten Kindes, lässt sich im Einzelnen nicht mehr nachvollziehen. Auf jeden Fall begann Louis Horch, vermutlich unter dem Einfluss seiner Frau, mit dem Gedanken zu spielen, die Finanzgeschäfte sein zu lassen und sein Leben sinnvoller als mit dem Anhäufen weiterer Reichtümer zu verbringen. Wie wohlhabend Louis Horch zu diesem Zeitpunkt war, ist schwer zu sagen, zu der Liga der Rockefellers oder auch nur Otto Kahns gehörte er nicht, aber er verfügte auf jeden Fall über genug Geld, um in seinem Leben nie wieder einen Finger heben zu müssen. Und auch genug, um in einem neuen Bereich tätig zu werden, der auf irgendeine Weise mit Kultur zu tun haben sollte.

Auf genauso ein Gottesgeschenk wie den neuerlich kulturbeflissenen Louis Horch hatten Helena und Nikolai Roerich sehnlichst gewartet. Bekannt wurden sie mit ihm durch Frances Grant, eine junge Musikjournalistin, die den Mitautor von »Frühlingsopfer« noch vor der Grenzkontrolle im New Yorker Hafen interviewt hatte und seitdem zum erweiterten Kreis der Roerichs gehörte.

Das erste Mal taucht der Name Horch in den Aufzeichnungen Moryas am 29. April 1922 auf. Recht unvermittelt und zusammenhanglos findet sich der Satz: »Das Gebet hilft Nettie Horch.«

Doch dann, sieben Tage später, lief Morya zu Höchstform auf. Am 6. Mai, abends um halb neun, meldete er sich in noch nie dagewesener Dringlichkeit: »Versteht zu erkennen, versteht zu erkennen, versteht zu erkennen, versteht zu erkennen, versteht zu erkennen, versteht zu er kennen, versteht zu erkennen, versteht zu erkennen, versteht zu erkennen. [Sic! Neunmalige Wiederholung im Original]. Ich fühle, er kommt, der Fang ist nötig – lasst ihn nicht aus. Ich fühle, man soll ihn auch einweihen, ich fühle, Mein Schild ist nützlich. [Wenn sie sich auf Morya bezogen, wurden besitzanzeigende Fürwörter immer großgeschrieben.] Über den Mann von Nettie Horch kann man den Weg zum Wesentlichen finden. Über den Mann von Nettie Horch kann man den Weg zum Wesentlichen finden. [Sic! Im Original zweimal]«

Irgendetwas war dem vorausgegangen. Hatte Helena Roerich durch Frances Grant von den Absichten der Horchs gehört, ihr Leben fürderhin der Kultur zu widmen? Der Ratschlag Moryas wurde jedenfalls befolgt. Wie der »Fang« eingeholt und der »Weg zum Wesentlichen«, also zum Geld von Louis Horch, gefunden wurde, auch das spiegelt sich in den Worten Moryas.

Am 6. Juli verkündete Morya selbstsicher: »Ich verbürge mich für den Erfolg. Ich verbürge mich für den Erfolg. [Im Original zweimal]. Meine Gesandten, weicht nicht vom hohen Weg ab. Es wird das Nötige kommen und es wird nicht wunderbarer sein, als das Auftauchen der Horchs.«

Das »Wunderbare«, auf das Morya hier anspielt, waren vermutlich die $2700, die Louis Horch für den Kauf zweier Bilder von Nikolai Roerich ausgegeben hatte. Die finanzielle Lage des Künstlers war so angespannt, dass er keinen Scheck, sondern das Geld gleich bar auf die Hand hatte haben wollen. Nebenbei bemerkt ein reichlich überteuerter Kauf. Zwei Jahre später erwarb Horch zwei weitere, ähnlich »bedeutende Bilder« für $375 das Stück.162

Die Beziehung der Horchs zu Morya und den Roerichs vertiefte sich. Am 13. Juli teilte der Mahatma mit, Horch solle ruhig arbeiten, es werde hundertfach vergolten werden und er habe dadurch ein besseres Schicksal in Amerika zu erwarten. Das bezog sich vermutlich auf die Absicht der Horchs, das »Master Institute of United Arts« zu unterstützen. Und auch in dieser Sache gab es Fortschritte, wie man aus dem Tagebuch von Sinaida Lichtmann erfährt. Am 22. Juli notierte sie, man hätte fünf Stunden über die Schule gesprochen und die Horchs würden Geld für die Reklame und für Zwischenwände geben. Und am 25. Juli war alles klar. Sinaida Lichtmann schrieb: »Horch gibt siebeneinhalbtausend für die Schule. Erstaunlich, wie aktiv sie und Grant sich der Sache angenommen haben, und verblüffend ihre Liebe zu der Schule. In allem ist die Hand von M., seine Liebe und Sorge um die Schule. Und wie rührend die Roerichs diese Unterstützung aufnehmen. Sie nehmen das wie ein Geschenk, das M. für seine Sache geschickt hat. Das ist keine Freude über das Geld, aber eine Verbeugung vor der Macht von M., der neue Leute für seine Schule herbeigeführt hat.«

Auch Morya wusste die Großzügigkeit der Horchs zu schätzen. Bereits am nächsten Tag wandte er sich mit einer persönlichen Ansprache an den Makler: »Du, der du ein Ohr hast! Du, der du ein offenes Auge hast! Du, der du mich erkannt hast! Heil dir! Mein Name sei dir ein eiserner Talisman! Und die Tiefen des Himmels werden dir dankbar sein! Heil dir! – Dies ist mein Wort an Horch! Schärfe den Blick, wie ein Falke, in die Ferne! – Das ist mein Rat an Horch. Ihr, meine Schüler, seid mannhaft! Seid kühn. Träumt von der Zukunft. Arbeitet und ihr werdet die Wiedergeburt der Welt erleben. Vergesst nicht das Mitleid in eurem Kampf. Versteht mich.« Und Morya sprach nicht nur durch Helena. Auch Nikolai Roerich gab er einen »automatischen« Brief ein. Und damit die Worte Moryas nicht erst mühsam übersetzt werden mussten, äußerte sich der Mahatma ausnahmsweise auf Englisch: »Denkt daran, die Kunst ist das einzige lebenswichtige Medium der kommenden Kultur.«

Am 6. August verkündete Morya, er habe Nettie Horch den esoterischen Namen Poruma gegeben, und gab noch folgende Einzelheit über die »karmische« Beziehung zu Helena Roerich preis: »Du [Helena Roerich] hast ihr das Leben gerettet, indem du sie nach der Eroberung von Putjali an die Brust genommen hast.«

Knapp zehn Tage später, am 15. August, lieh Louis Horch das erste Mal Geld an Nikolai Roerich. Immerhin $ 8000, eine Summe, die man mindestens mit zehn multiplizieren muss, damit sie der heutigen Kaufkraft entspricht. Ein Krankenhausarzt bekam damals in New York ein Gehalt von durchschnittlich 500 $ im Monat.

Die Belohnung seiner Großzügigkeit ließ nicht lange auf sich warten. Am 27. August verlieh Morya Horch den esoterischen Name Logvan und teilte weiter mit, in einer früheren Inkarnation sei er ein Sohn des ersten chinesischen Kaisers gewesen. Etwa Fujama Tsin Taos, jenes chinesischen Kaisers aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, der eine der Inkarnationen Nikolai Roerichs war? Die Zeit könnte passen, denn bekanntlich wurde das chinesische Kaiserreich zu dieser Zeit gegründet. Aber deutlicher wurde Morya nicht, und zum Glück, so muss man sagen. Denn vermutlich hätte es sich irgendwann auch in New York herumgesprochen, dass der erste Kaiser Chinas eine der blutrünstigsten Figuren der chinesischen Geschichte war, der unter anderem die lästigen konfuzianischen Gelehrten allesamt hatte lebendig begraben lassen.

Eine weitere »Offenbarung« Moryas, die zwar nicht direkt an Louis Horch gerichtet, aber wahrscheinlich für den Liebhaber der Kunst Nikolai Roerichs gedacht war, betraf die Gemälde des Meisters. »Ich möchte den Bildern von Roerich, mit Ausnahme der Zeichnungen von Kostümen und Bühnenbildern, die Gabe der Heilung von Krankheiten geben. Vorsichtig behandelt die Bilder, die heute gemalt wurden. Das Wunder offenbare nicht, außer meinem Kreis. Urusvati, du kannst beruhigt nach New York fahren. Genug.«

Mit »genug« pflegte Morya das Gespräch zu beenden. Aber an diesem Tag muss noch einmal nachgefragt worden sein, denn die Eintragung endet mit folgenden klärenden Sätzen: »Die Bilder wirken desinfizierend. Im Falle einer gefährlichen Krankheit soll man konzentriert und lange das Auge in das Bild vertiefen.«

Am 7. September, also gleich am nächsten Tag, löste Louis Horch das dringendste Problem Nikolai Roerichs. Er bezahlte den Kredit, den die 5th Avenue Bank dem Künstler gewährt hatte, und verhinderte so die Versteigerung der Bilder, die dieser der Bank zur Sicherheit hatte übergeben müssen. Und lieh dem Auserwählten Moryas gleich noch $2500.

War das der Grund gewesen, warum Morya Urusvati versichert hatte, jetzt könne sie »beruhigt nach New York« fahren?

Was die Heilkraft der Bilder anging, so kann man nur vermuten, dass die Tochter der Horchs noch zu klein war, um ihr Auge lange »in das Bild zu vertiefen«. Und auch sonstige Ratschläge Moryas, der zwei Tage später, am 8. September, zu einem halben Teelöffel Milchpulver täglich riet, nützten nichts. Und schon gar nicht seine Diagnose, das Kind leide an einer neuen Form der Grippe, die am 10. Februar 1923 erfolgte. Drei Tage später war die Kleine tot.

Morya hatte tröstende Worte. Wie immer etwas nebulös und gewunden teilte er am nächsten Tag mit: »Meine Kinder, wenn ihr an das Entzücken des befreiten Geistes ohne Bitterkeit denken könntet, würdet ihr euch freuen und nicht weinen! Der von Bitterkeit beschwerte Geist kann sich nicht erheben. Aber das befreite Gute fliegt in den Schein des Lichts. Ich werde Schorak [Name der Tochter] 100 Tage in der Wiege bewahren. Nach der Erholung in den Saphiren des Dokiud wird Schwester Oriola einen neuen, für Poruma gedachten Kelch bewahren. Poruma ist wahrlich meines Zeichens würdig!«

Poruma und Logvan, die beide zu diesem Zeitpunkt längst über ein Bild Mahatma Moryas verfügten, das Nikolai Roerich »automatisch« eingegeben worden war, ließen sich tatsächlich trösten. Eine Woche später teilte Morya Logvan mit, dass die weiße Bruderschaft stolz auf ihn sei, und Poruma erfuhr, sie könne sich »über den Sieg freuen«. Mit dem Sieg war vermutlich die gute Aufnahme der verstorbenen Tochter im Dokiud, einer Art Jenseits der Mahatmas, gemeint.

Kapitel 5
Das Märchen und der Kreis

Nikolai Roerich jubilierte. Sein Vertrauen in Morya war belohnt worden und alle Zweifel verflogen. Die Voraussagen Moryas hatten sich bewahrheitet. Die ganze zweite Hälfte des Jahres 1922 war er in Hochstimmung. Am 5. Oktober schrieb er an seinen Sohn Juri, der inzwischen in Paris an der Sorbonne studierte: »Wir leben in einem verwickelten Märchen. Alles wächst! Jeder Tag ein Wunder!«163

Am 10. Oktober teilte er nach Paris mit, sie seien in eine Wohnung gezogen, deren Ausmaße der »Lehrer« vorgegeben habe, und wie glücklich er sei, dass er »Mama« endlich eine gute Wohnung und eine Dienstbotin bieten könne. »Überhaupt umgibt uns eine fantastische Kraft und alles ergibt sich wie im Wunder.« Verständlich, dass er nun jeden kleinen Ratschlag des »Lehrers« sehr ernst nahm. Im zweiten Teil des Briefes teilte er seinem Sohn noch mit, er habe sich erkältet, weil er nicht auf die Ratschläge des »Lehrers« gehört habe. Das bezog sich offensichtlich auf die Tagebucheintragung vom 6. Oktober. Wörtlich hatte der »Lehrer« mitgeteilt: »Ich habe bereits wegen der Gesundheit gemahnt. Heute habe ich [Roerich] vor einer Lungenentzündung gerettet.«

Am 23. April, kurz bevor er selbst nach Paris reisen sollte, schrieb er an seinen Sohn: »Hier ist es jetzt unsäglich schwer, Geld zu verdienen. Das sieht man an Muromzew, Seliwanow, Dymow, Derjuschinski und anderen. Alles was mit uns passiert, ist das reinste Wunder.«

Nicht nur Nikolai Roerich war in Hochstimmung und hatte das Gefühl, in einem »Märchen« zu leben. Das galt für den gesamten Kreis, den die Roerichs um sich bildeten.

Der Kreis, das waren, ganz wie in Märchen der Brüder Grimm, sieben Personen. Sieben Menschen, die in den nächsten Jahren all ihre Kräfte für die immer grandioseren und unwahrscheinlicheren Pläne Moryas einsetzen sollten.

Im Einzelnen waren das die beiden Horchs sowie Sinaida und Morris Lichtmann. Dazu kam Morris’ Schwester Esther Lichtmann, die seit der Jahrhundertwende in Deutschland Musik studiert, dort Krieg und Revolution erlebt hatte und erst 1921 mit Hilfe ihres Bruders in die USA gekommen war, und schließlich noch Sofie Shafran, die Mutter von Sinaida Lichtmann. Alle übrigens Juden, was nicht unbedingt zur Vergangenheit Nikolai Roerichs passte. Doch laut Morya hatte das durchaus seine Richtigkeit. Schon am 28. März 1922 hatte er mitgeteilt, dass Roerich recht habe, man müsse sich den Juden annähern, und schließlich, am 3. Oktober, verkündete er sogar, er rufe die Juden zu seiner Sache.

Die einzige Nichtjüdin im Kreis der Sieben war Frances Grant. Die gelernte Journalistin, sie hatte an der Columbia University in Manhattan studiert, stammte aus einer wohlhabenden angelsächsischen Familie, ein Onkel war Gesellschafter des Konzerns General Sugar, der zu dieser Zeit Kuba beherrschte. Sie war in Arizona aufgewachsen, wo sie perfekt Spanisch gelernt hatte. Sie war neben Nettie Horch auch die Einzige, die Englisch fehlerfrei schreiben konnte, wodurch ihr in den kommenden Jahren die Rolle der Lektorin von Nikolai Roerichs Veröffentlichungen und der Chef-Propagandistin der Sache Moryas zukam. Sie war eine energische und fähige Journalistin, aber auch so schwierig wie empfindlich. Mit ihrem vorstehenden Kinn und der untersetzten Figur war sie nicht gerade eine Schönheit. Sie blieb immer unverheiratet und setzte alle ihre Kräfte für die Roerichs ein.

Kam Grant die Vertretung Moryas und der Roerichs nach außen zu, so übernahm Sinaida Lichtmann die Vertretung nach innen. Sie war die besondere Vertraute der Roerichs und im Zweifelsfall Interpretin ihrer Worte gegenüber den Horchs, die kein Russisch sprachen. Unterstützt wurde sie in dieser Rolle durch ihre Mutter Sofie Shafran, die häufig Visionen hatte, die die Standpunkte ihrer Tochter immer wieder aufs Erstaunlichste bestätigten. Da Helena Roerich die Visionen der Sofie Shafran als von der »richtigen Quelle« kommend bekräftigt hatte, war es indirekt sie, die in Abwesenheit der Roerichs das Regiment führte.

Das Märchen, die Wunder, von denen Nikolai Roerich in dem Brief an seinen Sohn geschrieben hatte, bestanden nicht nur in dem plötzlichen materiellen Aufschwung der Familie. Es spielten sich tatsächlich Dinge ab, die geeignet waren, auch den größten Skeptiker umzustimmen. Hier kommen wir zum schlechthin Unerklärlichen, dem wirklichen Rätsel der Wirkung Moryas. Nicht seine Prophezeiungen und weisen Worte.

Es ist das, was bei den Séancen geschah, die der Kreis ab dem Sommer 1922 abhielt. Im Tagebuch von Sinaida Lichtmann kann man nachlesen, wie vorsichtig die Roerichs nunmehr mit der Zulassung neuer Teilnehmer waren. Offensichtlich sollte ein weiteres Fiasko, wie mit den emigrierten Russen, vermieden werden. Doch dann passierten Dinge, die tatsächlich jenseits allen menschlichen Verständnisses waren und die Anwesenden, aber vor allem den nüchternen Louis Horch, zutiefst beeindruckten. Nicht nur einmal, sondern immer wieder.

Als ein herausragendes Beispiel von mehreren, die man dem Tagebuch von Sinaida Lichtmann entnehmen kann, sei eine Séance genannt, die am Abend des 6. Dezember 1922 in der Wohnung der Horchs stattfand.

Sie begann reichlich konventionell damit, das Nikolai Roerich automatisch zu zeichnen begann. Vermutlich genauso oder ähnlich, wie es Schibajew aus London beschrieben hat. Der Künstler »drehte den Kopf zur Seite, bedeckte das Gesicht mit der linken Hand, hielt mit der rechten Hand den Bleistift über dem Papier und begann zu zeichnen«.

Doch weiter mit der Tagebucheintragung von Sinaida Lichtmann: »NK zeichnete einen Kelch, Schlangen und einen Ring in einem Kreis. Eine erstaunlich schöne Zeichnung und voller Bedeutung, denn uns wurde befohlen, daraus für uns alle acht Ringe zu machen und 170 Abdrücke auf Pergament mit diesem Zeichen zu bestellen und sie an Menschen weiterzugeben, die uns noch aufgezeigt werden würden. Dieses Zeichen ist dazu gedacht, Mitglieder in anderen Ländern zu erkennen.«

Dann kamen die anderen Teilnehmer der Séance an die Reihe und begannen gleichfalls automatisch zu schreiben. Als auch dieser Teil schließlich beendet war, da fing es an: »Nachdem wir alle geschrieben hatten, saßen wir in der Dunkelheit und der Tisch begann sich sehr schnell zu drehen. Als uns befohlen wurde aufzustehen, machten wir das Licht an und erblickten eine bemerkenswerte Erscheinung. Der Tisch, um den wir gesessen hatten, drehte sich mit hoher Geschwindigkeit und blieb nirgendwo hängen, obgleich er zur Hälfte auf einem Teppich stand. Als wir dann selbst versuchten, ihn zu drehen, gelang es um keinen Preis, denn der Teppich störte.«

Man könnte die Tagebucheintragungen von Sinaida Lichtmann abtun, wäre da nicht auch das Zeugnis von Louis Horch. In seinem Nachlass im College von Amherst, Massachusetts, findet man den Satz: »›Botschaften‹ kamen bei den Séancen durch das Klopfen der Buchstaben des Alphabets. Ich war bei Séancen anwesend, bei denen es zu physischen Erscheinungen kam, wie ein schwerer Tisch [im Original unterstrichen], der durch die Luft (weit über dem Boden) flog.«164

Ebenfalls in Amherst, in einem kleinen, typisch amerikanischen Familienhaus, das Oreole Feshbach, der nunmehr achtzig Jahre alten Tochter der Horchs, gehört, steht ein massiver, kaum anzuhebender Mahagonischreibtisch, an dem Louis Horch Anfang der zwanziger Jahre seine Korrespondenz erledigte. Als Oreole irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Vater fragte, wie er so fest an die Roerichs habe glauben können, zeigte der ehemalige Makler auf diesen Tisch und erklärte, er habe mit eigenen Augen gesehen, wie dieser durch die Luft geflogen sei. Danach habe er begonnen, an die Roerichs zu glauben.165

Ähnlich unerklärliche Phänomene sind nicht nur von Louis Horch und Sinaida Lichtmann und nicht nur vom Anfang der zwanziger Jahre überliefert. Im Tagebuch von Esther Lichtmann, das sie von 1929 bis 1934 führte, findet man gleichfalls eine Reihe von außerordentlichen, völlig unerklärlichen Begebenheiten. So am 12. April 1929, als sich der Tisch aus dem Zimmer in das nächste bewegte und schließlich sich sogar umdrehte, so dass die Füße nach oben standen.

Diese Phänomene gingen mit einer Atmosphäre freudiger Erwartung einher. Morya verkündete, die Bruderschaft werde die Herrschaft in Russland übernehmen und Nikolai und Helena Roerich seien auserwählt, bei der kommenden Transformation des Landes, ja der ganzen Welt, eine entscheidende Rolle zu spielen. Die Zeit sei gekommen, da die Bruderschaft mittels des Künstlers und seiner Frau ein neues Zeitalter einleiten würde.

Als Esther und Morris Lichtmann fragten, ob man nicht die alten Eltern aus der Ukraine holen sollte, teilte Morya am 18. Januar 1923 mit, die Eltern sollten bleiben, wo sie seien. »Ich selbst werde allen die Staatsbürgerschaft geben. 24 – Ich habe die Frist gesetzt. Schreibt dem Vater, dass Russland bald ein besserer Ort sein wird.«

Morris Lichtmann, ein gläubiger Jude und genauer Kenner des Talmud und der Kabbala, glaubte Morya aufs Wort. 1923 verfasste er eine Schrift, in dem er das baldige Kommen des Messias voraussagte. Als sie erschien, wurde der Mahatma von den Roerichs, die sich gerade in Frankreich befanden, nach seiner Meinung gefragt. Doch Morya hatte nichts einzuwenden. »›Verurteilt nicht Avirach [esoterischer Name von Morris Lichtmann], der Nutzen des Artikels überwiegt den Schaden.‹ (Erhielten den Artikel über den Messias, und wir erschraken uns ein wenig – ist er denn nicht vielleicht zu früh geschrieben worden?) Ich sah Menschen, die ihn mit Tränen gelesen haben. Besser wegen der Tränen die Schmälerung ertragen. Urusvati versteht die Heldentat. Den Gois soll man den Namen nicht zeigen, aber den Wartenden, denke ich, kann man.«166

Der ganze Kreis, und auch der anfangs eher zurückhaltende Louis Horch, teilte die Hochstimmung, die Heilserwartung, die Morris Lichtmann in seiner Schrift ausgedrückt hatte. Ab Mitte September 1922 – Frances Grant zusammen mit Nettie Horch sogar noch zwei Monate früher – begannen alle Teilnehmer der Séancen oder, wie es im Kreis hieß, der »Gespräche« mit Morya, automatisch zu schreiben. Frances Grant und die Horchs auf Englisch, das Ehepaar Lichtmann und Sofie Shafran auf Russisch und Esther Lichtmann auf Deutsch. Diese Niederschriften, die den Jüngern der Roerichs als heilig galten, sind sämtlich noch vorhanden. Verblüffend ist, wie sehr sie sich – und egal in welcher Sprache – untereinander ähneln und wie sehr sie in Duktus und Inhalt den automatischen Schreiben Nikolai Roerichs und den durch Helena übermittelten Botschaften Moryas entsprechen. Man findet hier dieselbe Verwendung biblischer Ausdrücke, den feierlichen Ton und sogar die gleichen konkreten, aber völlig utopischen und irrealen Prophezeiungen.

Den Anfang machte Frances Grant. Am 7. Juli 1922 schrieb sie: »M. hört deine Pläne und billigt sie. K.H. und M. sind einverstanden. Sei unbeirrt in deiner Hingebung, viele sind gescheitert. M. wird deinen Plänen helfen. Die Zukunft wird die Ergebnisse deiner Hingebung zeigen. M. und K.H. vergessen nicht. […] Meine Krieger tragen das Banner des Erzengels Michael. Und sie werden die Dunkelheit aus den Seelen der Menschen verbannen.«

Die Nächste war Nettie Horch, der M.M. (Master Morya) folgende Sätze eingab: »Die Liebe sei dein Leitfaden. […] Deine Worte kommen von mir. Hab Vertrauen in Mich [im Original großgeschrieben]. Zwischen den Arbeitern soll Einigkeit sein. [Gemeint sind die Mitglieder des Kreises]. Sei freundlich zu allen. Du wirst deine Aufgabe in der Zukunft bekommen. Habe Geduld.«167

Ab dem 19. September schrieben dann alle, die bei den Sitzungen mit Morya anwesend waren, welche mindestens einmal die Woche und manchmal auch öfter stattfanden. Besonderen Reiz haben die Botschaften, die Esther Lichtmann auf Deutsch bekam, da in ihnen noch die Ausdrucksweise der zwanziger Jahre mitklingt. Auch hatte Esther Lichtmann eine poetische Ader. Während sich M.M. bei Nettie und Louis Horch mit eher nüchterner Prosa ausdrückte, fand er bei Esther zu schwärmerischer Höchstform.

»Und die Decke zu niedrig und nicht genug Raum für alle Suchenden. 1924. Die Übergangsstufe wird zum Tempel führen und hoch wird der Tempel sein. Du Roerich [im Original das Monogramm Roerichs], der Auserkorene, der überall Licht ausstrahlt, wirst der Menschheit das Tor zum ewigen Licht öffnen und gedeihen wird Deine Arbeit. Es ist sein Wille. Deine Seele ist groß und groß ist der Zweck Deines Daseins. Deine Erben sollen weiter schaffen. Erwachen beginnt. Unser Schild wird stets über Euch schweben. Segen den Versammelten.«168

Es ist vielleicht kein Zufall, dass man in den Niederschriften Esther Lichtmanns, die wie ihr Bruder Morris und ihre Schwägerin aus dem tiefgläubigen Ostjudentum stammte, immer wieder den Begriff des Tempels findet:

»Heil Euch [im Original großgeschrieben]. Heil dem Tempel. Heil den Leitern. Kein Wort soll aus deren Geiste verloren gehen. Lernt, lernt, lernt in Inbrunst und in Liebe. Unser Schild ist über Euch.«169

Und die Erwartung des Messias, dessen Kommen ihr Bruder später beschrieb, sie findet man auch in den Botschaften, die Esther Lichtmann bekam: »An die sechs Schüler. Vom Osten wird die Verkündigung des Heils der Menschheit kommen, aber das ist nicht die Gegenwart – das wird in Zukunft geschehen. In Gegenwart seien Eure Lehrer Urusvati und Fujama, die Verkünder der Wahrheit, Schönheit und wahren Kunst. Die höhere Lehre genießt. Macht Euch bereit zum Empfang derer, die zur Verkündigung des großen Loses der Welt und Befreiung des armen Menschentums gewählt sind. Machtlos werden die Verräter des Großen sein, denn der zerstörende Geist den heiligen Bau nicht zu vernichten vermag.«170

Es wäre ein Wunder gewesen, wäre Nikolai Roerich, der von Natur aus nicht zur Bescheidenheit neigte, von der Anbetung seiner Anhänger unbeeindruckt geblieben. Als Ende 1922 Pläne auftauchten, ein Museum mit seinen Werken zu eröffnen, schrieb er an seinen Sohn in Paris, dies werde das einzige Museum in den USA werden, das einem einzigen Künstler gewidmet sei.171 So wie das Museum für Rodin in Frankreich.

Tatsächlich wurde das Roerich-Museum 1923 eröffnet. Und auch noch die »Master School of Arts« und »Corona Mundi«, die zu dem bereits existierenden »Cor Ardens« hinzukamen. Das war der Anfang eines Wildwuchses an Gesellschaften, der Außenstehenden, so dem State Department und dem britischen Geheimdienst, noch einige Rätsel aufgeben sollte. Im Tagebuch der getreuen Sinaida Lichtmann liest sich die Genese so: »Die Idee und die Bezeichnung Corona Mundi sind auf erstaunliche Weise ins Leben gerufen worden. Den Gedanken einer solchen Gesellschaft hatte NK den ganzen Winter mit sich getragen, und eines Tages im Mai erzählte er EI beim Aufwachen von dem Namen und dem ganzen Plan, der ihm zweifellos von den Lehrern geschickt worden ist. Cor Ardens, ›das flammende Herz‹ – das Herz soll entflammen, als einziger Weg. ›Master School of United Arts‹ – nachdem das Herz entflammt ist, entsteht die Schule des Meisters. Corona Mundi – als Resultat dieser Schule entsteht Corona Mundi, wie das bereits MM gesagt hat: ›Ich habe die Krone gegeben. Die kosmische Schöpfung ist in allem logisch, in allem einfach.‹«

160.Zu den antisemitisch gefärbten Spannungen zwischen den Bankiers angelsächsischer Herkunft und ihren deutsch-jüdischen Konkurrenten siehe: Ron Chernow, The House of Morgan, New York 2001, S. 196, 197, 199, 215.
161.Zu Louis Horch und den Untersuchungen gegen ihn siehe: NAW R59, General Records of the Department of State, Special Agent, 000–2401 / 000–2490, Entry 535, Box 22.
162.Amherst Important Background Data. June 1924 Acquired from Malinoff.
163.Briefe zwischen Juri und seinen Eltern 1923/24 sind sämtlich, falls nicht anders ausgewiesen, in Faksimile von der Webseite des Roerich Museums in New York kopiert und dann in Ulan Bator von Viktoria Perebojewa Schulgina in russische Druckschrift transkribiert worden. Daten werden nur ausgewiesen, wenn sie nicht im Text erscheinen.
164.Amherst, handschriftlich undatiert.
165.Interview mit dem Autor, März 2008.
166.22. 6. 1923.
167.19. 8. 1922.
168.Zit. n. Elena Rerix, Listy Dnevnika 1920–1923, Moskau 2009, S. 492, undatiert.
169.Ebd., S. 496, undatiert.
170.Ebd., S. 498, undatiert.
171.19. 2. 1923.

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