Kitabı oku: «Tiroler Skitouren Handbuch»

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1 Kaltenberg

2 Knödelkopf, Peischlkopf, Wirt

3 Vordere Rendlspitze

4 Sulzspitze

5 Bleispitze (Pleisspitze)

6 Namloser Wetterspitze

7 Galtjoch

8 Kleines Pfuitjöchle

9 Roter Stein

10 Muttekopf, Scharnitzsattel

11 Simmering, Grünberg

12 Grünstein-Umfahrung, Hinterer Tajakopf

13 Wankspitze

14 Leutascher Dreitorspitze

15 Pleisenspitze, Larchetkarspitze

16 Zäunlkopf

17 Schafreuter

18 Eppzirler Scharte

19 Großer Solstein

20 Hochglückscharte

21 Vorderunutz

22 Juifen, Hochplatte

23 Stuhljöchl

24 Sonnwendjoch

25 Vordere Jamspitze, Schnapfenspitze

26 Pezinerspitze

27 Hohe Köpfe

28 Furgler

29 Weißseespitze

30 Hochjoch, Lahnkopf, Frudiger

31 K2, Rostizkogel, Wurmtaler Kopf

32 Ötztaler Wildspitze, Hinterer Brochkogel

33 Linker Fernerkogel, Rechter Fernerkogel

34 Murmentenkarspitze

35 Eiskögele, Mittlerer Seelenkogel

36 Breiter Grieskogel

37 Hohe Wasserfalle, Hochreichkopf

38 Brand

39 Kuhscheibe, Windacher Daunkogel

40 Pirchkogel

41 Schöllekogel, Kraspesspitze, Weitkarspitze

42 Samerschlag, Gleirscher Fernerkogel

43 Lampsenspitze

44 Zischgeles

45 Schöntalspitze

46 Lüsenser Fernerkogel

47 Hoher Seeblaskogel, Westl. Seeblaskogel

48 Fotscher Windegg

49 Gallwieser Mittergrat

50 Archbrandkopf, Brechten

51 Jochkreuz

52 Nockspitze

Top Ten

Tirol hat – wie Sie in diesem Handbuch sehen – besonders attractive Skitouren zu bieten. Um Ihnen die Qual der Wahl zu erleichtern, haben wir hier für Sie unsere Top Ten zusammengestellt. Diese Auswahl ist naturgemäß subjektiv und abhängig von den Verhältnissen. Bei strahlendem Wetter im stäubenden Pulverschnee oder rauschendem Firn wird jede Skitour zum Erlebnis und umgekehrt im Bruchharsch und Nebel der schönste Skihang zur Plage.

Vordere Rendlspitze – eine Skitour am Arlberg mit Klettersteig. Klingt ganz schön extrem, ist aber für in diesem Metier geübte Bergsteiger relativ leicht machbar. Man steigt vom Lift und schon klinkt der Karabiner in das Drahtseil ein. Die Skier kommen auf den Rucksack, denn nach der Gipfelüberschreitung wartet eine tolle Abfahrt. Tour 3

Vorderunutz – ein unscheinbarer Berg in der hinteren Kette des Rofangebirges. Seine riesige Latschenflanke verlangt aber immer eine satte Schneelage und die ist in dem als "Schneeloch“ bekannten Steinbergtal meist reichlich gegeben. Nur die äußersten Pinsel der Zwergkiefern sollten aus der dicken Schneedecke hervorlugen. Der Tiefblick zum Achensee und der Guffert sind die landschaftlichen Höhepunkte. Tour 21


Sonnwendjoch – das Berggasthaus am Rosskopf oberhalb von Kramsach hält seinen Winterschlaf. Der Lift ist eingestellt, wodurch den Tourengehern traumhafte Skihänge im ehemaligen Pistengelände zurückgegeben wurden. Wichtig ist nur, dass die Schneedecke bis ins Inntal herunterreicht. Dann aber nichts wie hin. Tour 24

Murmentenkarspitze – hinter dem Skigebiet von Jerzens. Eine Skitour für höhere Ansprüche an Kondition und skifahrerisches Können, die uns auf einen der nördlichsten Ausläufer des Geigenkamms und damit in ein fast unberührtes Skitourengebiet bringt. Mit der Hochzeigerbahn lässt sich der Anstieg etwas verkürzen, dafür kann man sich 2000 Höhenmeter Abfahrt einhandeln. Tour 34

K2 – ein ehemaliger Geheimtipp, der es geschafft hat, zum großen Renner zu werden. Nur ein Vermessungspunkt in den Landkar ten, verdanken die Skitourengeher seine Entdeckung dem Bundesheer der Imster Kaserne. Idealtour schlechthin – der spaltenlose Mittlere Löcherferner hat Platz für ganze Kompanien. Tour 31

Nockspitze – das glattgebügelte "Leintuch“ ist wohl der idealste Skihang, den man sich vorstellen kann. Schade, dass das exzellente Skivergnügen so schnell vorbei ist, aber die Tour geht ja noch weiter. Auch die Abfahrt von der Schneiderspitze ins Lizumer Kar kann noch ganz toll sein. Tour 52

Fischers Napf – noch vor Kurzem der absolute Geheim- tipp im Schmirntal, gehört diese Tour schon zum Standard und ist auch fast immer angespurt. Nach etwas verzwicktem Beginn erreicht man lange und wunderschöne Pulverhänge. Tour 71

Maurerspitze – gar nicht so selten kommt es vor, dass die Schneelage südlich des Brenners besser ist als in Nordtirol. Vor allem das nahe Pflerschtal kann dann oft mit den idealen Verhältnissen aufwarten. Und es sind wahre Leckerbissen, die der trainierte Skitourengeher hier in den südlichen Stubaier Bergen vorfindet. Gehört die Maurerspitze zum Standardprogramm, so ist die Ellesspitze eher als elitär zu bezeichnen. Tour 80

Gabler – ein Prachtgipfel über dem Wildgerlostal, wenn die Verhältnisse passen. Lange Gehstrecke, viele Höhenmeter, eine richtige Monstertour für das fortgeschrittene Frühjahr. Immerhin brauchten wir für diese Tour drei Anläufe – dann aber hat es endlich geklappt. Die Schneegrenze sollte noch bis 1500 m Seehöhe herunterreichen. Tour 99


Lämpersberg – von den Kitzbüheler Bergen eine Skitour besonders hervorzuheben, grenzt fast schon an Landesverrat. Bei diesem Berg in der Wildschönau hat sich bei den Tourengehern die ostseitige und – auf die Lawinenverhältnisse bezogen – nicht ganz ungefährliche Steilabfahrt eingebürgert. Ganz toll, aber nur bei niedrigster Gefahrenstufe. Tour 106

Tiroler Skitouren — Übersicht

Vorwort

Basisablaufschema im Lawinennotfall

Übersichtskarte

Top Ten

1 Kaltenberg

2 Knödelkopf, Peischlkopf, Wirt

3 Vordere Rendlspitze

4 Sulzspitze

5 Bleispitze (Pleisspitze)

6 Namloser Wetterspitze

7 Galtjoch

8 Kleines Pfuitjöchle

9 Roter Stein

10 Muttekopf, Scharnitzsattel

11 Simmering, Grünberg

12 Grünstein-Umfahrung Hinterer Tajakopf

13 Wankspitze

14 Leutascher Dreitorspitze

15 Pleisenspitze, Larchetkarspitze

16 Zäunlkopf

17 Schafreuter

18 Eppzirler Scharte

19 Großer Solstein

20 Hochglückscharte

21 Vorderunutz

22 Juifen, Hochplatte

23 Stuhljöchl

24 Sonnwendjoch

25 Vordere Jamspitze, Schnapfenspitze

26 Pezinerspitze

27 Hohe Köpfe

28 Furgler

29 Weißseespitze

30 Hochjoch, Lahnkopf, Frudiger

31 K2, Rostizkogel, Wurmtaler Kopf

32 Ötztaler Wildspitze Hinterer Brochkogel

33 Linker Fernerkogel, Rechter Fernerkogel

34 Murmentenkarspitze

35 Eiskögele, Mittlerer Seelenkogel

36 Breiter Grieskogel

37 Hohe Wasserfalle, Hochreichkopf

38 Brand

39 Kuhscheibe, Windacher Daunkogel

40 Pirchkogel

41 Schöllekogel, Kraspesspitze, Weitkarspitze

42 Samerschlag, Gleirscher Fernerkogel

43 Lampsenspitze

44 Zischgeles

45 Schöntalspitze

46 Lüsenser Fernerkogel

47 Hoher Seeblaskogel, Westl. Seeblaskogel

48 Fotscher Windegg

49 Gallwieser Mittergrat

50 Archbrandkopf, Brechten

51 Jochkreuz

52 Nockspitze

53 Waldraster Jöchl

54 Serles

55 Seblasspitze

56 Wildes Hinterbergl

57 Wilder Freiger

58 Hinterer Daunkopf

59 Zuckerhütl

60 Nößlachjoch

61 Weiße Wand

62 Kesselspitze

63 Padasterkogel

64 Muttenkopf

65 Hoher Lorenzen, Allerleigrubenspitze

66 Morgenkogel

67 Seeblesspitze

68 Pfoner Kreuzjöchl, Naviser Kreuzjöchl

69 Kleiner Kaserer, Höllscharte

70 Hohe Warte, Naviser Kreuzjöchl

71 Fischers Napf

72 Leiten, Ottenspitze, Windbichl

73 Alpeiner Scharte

74 Sumpfschartl

75 Sattelberg

76 Kraxentrager

77 Wolfendorn

78 Flatschspitze

79 Amthorspitze

80 Maurerspitze, Ellesspitze

81 Glungezer

82 Largoz

83 Rosenjoch, Malgrübler

84 Eiskarspitze

85 Geier

86 Halslspitze, Hobarjoch

87 Proxenstand

88 Kellerjoch, Kreuzjoch (1)

89 Kellerjoch (2)

90 Gilfert (1)

91 Gilfert (2)

92 Kleiner Gilfert

93 Sonntagsköpfl

94 Rosskopf

95 Rastkogel

96 Torhelm, Brandberger Seespitze

97 Kirchspitze

98 Hoher Riffler

99 Gabler, Wildkarspitze

100 Loderstein, Wiedersberger Horn

101 Hochstand, Sagtaler Spitze

102 Großer Galtenberg

103 Schatzberg, Joel, Saupanzen

104 Sonnenjoch

105 Breiteggspitze, Wildkarspitze, Breiteggern

106 Lämpersberg

107 Kastenwendenkopf, Pallspitze

108 Sonnenjoch, Niederjochkogel

109 Stanglhöhe

110 Tristkopf, Schafsiedel

111 Steinberg

112 Brechhorn, Floch

113 Kuhkaser

114 Weißkopfkogel, Sonnspitze

115 Ellmauer Tor


Vorwort
Liebe
Skitourenfreunde!

Erfreulicherweise kommt das Tiroler Skitouren Handbuch gut 20 Jahre nach seinem ersten Erscheinen noch immer so gut an, dass eine weitere Auflage notwendig wurde. Ganz einfach unverändert nachdrucken wollten wir es aber nicht, denn mit den Wintern, die ins Land gezogen sind, haben sich auch wesentliche Neuerungen ergeben, die berücksichtigt sein wollen.

2008 mussten wir uns von unserem langjährigen Freund und Bergkameraden Franz Hüttl Abschied nehmen. Ich denke oft an die gemeinsame Zeit zurück, deren Erlebnisse in diesem und anderen Büchern gebündelt sind. Aus gesundheitlichen Gründen war es mir leider nicht möglich, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen und die Tiroler Berge auszukundschaften.

Deshalb sind eine Wintersaison lang schneehungrige junge Skitourenprofis (Dank an Matthias Holzer, Andrea Mayer, Moritz Oberrauch, Lukas Riedlsperger und Leonhard Schweiger) losgezogen, um die Routen in diesem Handbuch zu erkunden, die Franz Hüttl und ich vor Jahren gesammelt haben. Der Fokus lag dabei darauf, altbekannte Skitouren zu überprüfen. Die Berge sind dieselben geblieben, aber gerade in Bezug auf Parkplätze und Seilbahnunterstützungen gibt es doch einige Änderungen. Angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten fällt die Tourenwahl manches Mal schwer! Die passenden Verhältnisse immer im Blick und allen Widrigkeiten zum Trotz wurden am Ende die wichtigsten und schönsten Routen in allen Tourengebieten Tirols – vom Arlberg bis zum Pass Thurn und ein klein wenig über die Landesgrenzen hinaus – auf den aktuellen Stand gebracht.

Die Tiroler Bergwelt unterteilt sich in 17 Berggruppen und nicht alle sind gleichermaßen prädestiniert als Skitourengebiete. Darum werden sich die Tourengeher im Hochwinter häufig in den Tuxer und den Kitzbüheler Bergen treffen, die mit ihrer sanfteren Struktur das ideale Gelände bieten. Die Hochtouren führen uns in die Zillertaler, Stubaier und Ötztaler Alpen sowie in die Silvrettaberge. Große weiße Flecken in unserer Skitourenlandkarte gibt es naturgemäß in den Lechtaler Alpen, im Karwendel und Wetterstein, wo sich aber – bei günstigen Verhältnissen – überraschend schöne Skitouren finden. Besonderes Augenmerk haben wir darauf gelegt, Touren für die Saison zu beschreiben. Schwerpunkt sind altbekannte und immer wieder gerne begangene Skianstiege. Daneben stellen wir auch eine Reihe fordernder Anstiege für ausdauernde Skialpinisten vor, für die alle Voraussetzungen genau passen müssen. Beherzigen Sie bitte immer die Anmerkungen zu den Lawinenverhältnissen und stimmen Sie Ihre Planung mit dem aktuellen Lagebericht (www.lawine.at) ab!

War das Skitourengehen früher eher eine elitäre Sache, so ist es mittlerweile zu einem wahren Breitensport geworden. Vieles ist dadurch einfacher geworden: An den Ausgangspunkten der beliebten und viel begangenen Standardtouren kann man oft mit eigenen Parkplätzen für Tourengeher und praktischen Aufstiegsrouten direkt vom Parkplatz aus rechnen. Dass sie meist mit Geldschluckautomaten versehen sind, muss man einsehen oder wenigstens zähneknirschend in Kauf nehmen. Auch die vielfach kritisierten Forstwege lernen Skitourengeher zu schätzen, erleichtern sie doch die Überwindung der engen Waldpassagen und verschonen Jungwald und Aufforstungsgebiete.

Völlig Unbekanntes dürfen Sie sich nicht erwarten, aber viele Varianten und Alternativen, mit denen sich das Standardprogramm erweitern lässt. Ab und zu taucht auch eine Skitour auf, die früher ein streng gehüteter Geheimtipp war, heute aber vermehrt besucht wird. Mit der Tatsache, dass man nicht mehr alleine unterwegs ist, muss man sich abfinden. Wer eine einsame Skispur durch die frisch verschneiten Hänge ziehen will, muss schon früh aufstehen. Aber sehen Sie es positiv: Man trifft viele Gleichgesinnte, man marschiert in einer festen Spur und rasch ausgefahrene Naturpisten erleichtern die Abfahrten auch bei schlechten Schneeverhältnissen.

Bis in den Sommer verlängern kann man die Skitourensaison in den hohen Regionen der Gletscherskigebiete, wo sich abseits des Pistenbetriebs noch einige besonders schöne Skianstiege finden. Durch die Lifterschließung sind die Top-of-Tyrol-Berge wie Wildspitze, Zuckerhütl, Weißseespitze und manch andere Gletschergipfel ohne großen Aufwand mit kurzem Aufstieg und einer Riesenabfahrt möglich.

Immer noch allgegenwärtig bleibt die Lawinengefahr – trotz aller technischen Errungenschaften eine permanente Bedrohung abseits der Piste. Gute Ausrüstung kann zwar das Risiko vermindern, soll aber beileibe nicht als Lebensversicherung betrachtet werden. Die vielen Verunglückten, alle Jahre wieder, sollen uns eine Warnung sein. Lesen Sie daher bitte aufmerksam die Hinweise der Lawinenexperten Harry Riedl und Walter Würtl – und beherzigen Sie ihre Ratschläge!

Viel Freude auf allen Skitouren wünscht Kurt Pokos


Expertentipps von Harald Riedl und Walter Würtl
Basisablaufschema im Lawinennotfall
Allgemeines

Jeder, der sich beruflich oder privat in den winterlichen Bergen bewegt, muss sich die Frage stellen, was im Falle eines Lawinenunfalles zu tun ist. Nach Auswertungen des Kuratoriums für Alpine Sicherheit und der Alpinpolizei müssen sich jede Wintersaison rund 200 Personen konkret dieser Situation stellen, da sie in Lawinenunfälle verwickelt sind. Wahrscheinlich ist die Zahl sogar noch höher, da es eine nicht zu unterschätzende Dunkelziffer gibt.

Charakteristisch für eine Notsituation ist, dass man mehr oder weniger unvorbereitet und plötzlich mit einer außerordentlichen Lage konfrontiert ist und dabei zumeist nur über beschränkte Ressourcen (Rettungsmittel) verfügt. Um trotzdem handlungsfähig zu bleiben, empfiehlt es sich, nach einem bestimmten Schema vorzugehen, mit dem man sich idealerweise schon vorher vertraut gemacht hat.

Checklisten oder individuelle Vorgehensweise?

Checklisten oder Notfallalgorithmen für den Lawinenunfall haben den Vorteil, dass selbst Ersthelfer ohne viel Erfahrung zu guten Ergebnissen in der Lawinenrettung kommen und auch in komplexen Situationen handlungsfähig bleiben. Standardmäßig werden alle wichtigen Punkte erfasst – eine Grundlage für effiziente und gleichzeitig sichere Einsätze. Der Nachteil von festgelegten Checklisten ist, dass der Spielraum für situativ angepasste (variable) Lösungen wesentlich kleiner ist.

Profis mit viel Erfahrung und großem Know-how können dieses natürlich jederzeit einsetzen und von den Vorgaben der Checklisten abweichen. Die Praxis bei Lawineneinsätzen zeigt jedoch, dass es nur sehr wenige Personen gibt, die tatsächlich über so etwas wie „Routine“ bei Lawineneinsätzen verfügen. Wenn man als Bergführer, der nicht auch hauptberuflich als Bergretter tätig ist, schon wirklich viel Erfahrung mit Lawinenunfällen gesammelt hat, sollte man sich das eigene Risikomanagement überhaupt noch einmal überlegen.

Ablaufschema
1) Ruhe bewahren!

Noch bevor man mit der Rettung beginnt, ist es wichtig, einmal tief durchzuatmen und möglichst Ruhe zu bewahren. Auch wenn es schwierig ist, gilt es, möglichst „cool“ zu bleiben und keine Hektik aufkommen zu lassen. Nur wer nicht in Panik gerät, kann auch effizient helfen! Leute, die den richtigen Ablauf im Lawinennotfall schon oft geübt haben, zeigen auch im Ernstfall eine bessere Performance.

2) Überblick verschaffen!

Zuallererst gilt es, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Gibt es weitere Gefahren, beispielsweise Absturzgefahr, ist überlegtes Handeln wichtig, damit die Situation sich nicht noch durch einen weiteren Zwischenfall verschärft. Außerdem gilt hier die Grundregel: Die Sicherheit des Retters steht an oberster Stelle!

Hat man den Lawinenabgang beobachtet, ist es wichtig, den Verschwindepunkt (Punkt, an dem der Verschüttete zuletzt an der Oberfläche gesehen wurde) festzuhalten. Dieser Punkt bestimmt nämlich in weiterer Folge den primären Suchraum, also den Bereich, in dem man die Verschüttetensuche beginnt – es ist jener Bereich, in dem der Verschüttete wahrscheinlich liegt: Er befindet sich unterhalb des Verschwindepunktes in Fließrichtung der Lawine.

Der primäre Suchraum umfasst häufig auch Staubereiche bei Steinen, Bäumen oder Geländestufen. Nachdem er abgesucht wurde, geht man zu den Rändern der Lawine über.

Weiters sind noch die Fragen nach der Anzahl der Verschütteten und der verwendeten Notfallausrüstung zu beantworten. Beide Punkte haben nämlich eine wichtige Auswirkung auf die weitere Vorgehensweise.

3) Notruf

Der richtige Zeitpunkt, um den Notruf abzusetzen, hängt in erster Linie von den Umständen ab. Sofort nachdem man sich einen Überblick verschafft hat, setzt man einen kurzen Notruf ab – wenn eine der folgenden Situationen gegeben ist:

Professionelle Rettung ist rasch zu erwarten (Handyempfang, Flugwetter, Pistennähe, …).

Es sind genügend Retter vor Ort, sodass jemand den Notruf übernehmen kann, ohne dass in der Verschüttetensuche eine Zeitverzögerung entsteht.

Die rasche Kameradenrettung hat wenig Erfolgschancen, da der Verschüttete oder die „Retter“ keine Notfallausrüstung mitführen bzw. nicht wissen, wie man damit umgeht.

Ist man als Retter alleine oder sind professionelle Rettungskräfte aufgrund von fehlendem Handyempfang oder schlechten Witterungsbedingungen innerhalb eines kurzen Zeitraumes nicht zu erwarten, beginnt man gleich mit der Verschüttetensuche und setzt den Notruf später – nach erfolgter Erster Hilfe – ab.

Hat man Handyempfang, wählt man den Alpinnotruf 140. Hat man mit dem eigenen Netz keinen, jedoch Zugriff auf das Mobilfunknetz eines anderen Netzbetreibers, wählt man die Nummer 112. Über diesen Euronotruf kommt man in die nächstgelegene Polizei-Leitstelle, von der aus der Einsatz dann koordiniert wird.

Für Bergführer ist es jedenfalls überlegenswert, sich ein alternatives System zur Alarmierung (z.B. Satelliten-Handy) anzuschaffen.

Rasch gilt es die folgenden Fragen zu beantworten:

Wo ist es passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Personen sind betroffen?

Wie sind die Wetter- und Sichtbedingungen?

Stets ist dabei den Anweisungen der Leitstelle zu folgen, ihre Fragen sind zu beantworten. Nachdem die Leitstelle das Gespräch beendet hat, sollte man erreichbar bleiben (Mobiltelefon eingeschaltet lassen).

Bei der Ortsangabe ist es hilfreich, wenn man die Koordinaten des Unfallorts kennt. Diese können entweder der Karte entnommen (braucht Zeit) oder vom GPS-Gerät bzw. einem Smartphone mit GPS-Funktion abgelesen werden. Sogenannte Notruf-Apps können in diesem Zusammenhang wertvolle Hilfestellung geben, wenngleich man mit einer klassischen Ortsangabe („Wir sind ca. 100 Hm oberhalb der XY-Alm“) immer noch am schnellsten ist.

Auch wenn ein kurzer Notruf abgesetzt wurde, empfiehlt es sich, nach Freilegen der Atemwege des Verschütteten bzw. nach erfolgter Erster Hilfe nochmals anzurufen, um sich zu vergewissern, dass ein Einsatz bereits angelaufen ist und es keine Missverständnisse gegeben hat.

Hat man keinen Empfang und ist die Verschüttetensuche erfolglos, muss man notfalls den Unfallort verlassen, um Hilfe zu holen bzw. um einen Notruf abzusetzen.

Yaş sınırı:
0+
Hacim:
506 s. 345 illüstrasyon
ISBN:
9783710767845
Telif hakkı:
Bookwire
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