Kitabı oku: «Tristan und Isolde», sayfa 10

Yazı tipi:

Da seine Heilung, seine Reise

Sattsam belacht war in dem Kreise,

Da waren sie zu wißen

Auch von Isot beflißen.

Er sprach: »Isot ist eine Magd,

Was alle Welt von Schönheit sagt

Ist gegen sie nur eitel Wind.

Isot, die lichte, ist ein Kind

So schön von Leib und von Geberden,

Kein Maid noch Knabe wird je werden

So lieblich und so auserkoren,

Und ward auch nimmer noch geboren;

Die lichte, lautere Isold

Ist lauter wie arabisch Gold.

Wenn ich zu wähnen mich vermaß,

Weil ich es in den Büchern las,

Die ihr zu Lob geschrieben sind,

Aurorens Tochter und ihr Kind,

Tyndarides, die hehre,

An ihr alleine wäre

Die Schönheit aller Frauen

In einem Kranz zu schauen,

Von dem Wahn bin ich gekommen:

Isot hat mir den Wahn benommen.

Ich muß ab von dem Glauben stehn,

Die Sonne komme von Mycen:

Der Schönheit Füll ertagte nie

In Griechenland, sie tagte hie.

Aller Männer Sinnen sollen

Nur nach Irland schauen wollen:

Da finden Augen Wonne,

Sehn sie die neue Sonne

Nach ihrem Morgenrothe,

Isote nach Isote

Sich von Develin erheben

Und allen Herzen Freude geben.

Die lichte, wonnereiche,

Erleuchtet alle Reiche.

Was sie da Lob von Frauen sagen,

Von Frauen sich mit Mären tragen,

Gilt Alles vor Isolden nicht.

Wer Isolden schaut ins Angesicht,

Der fühlt geläutert Herz und Muth

Wie die Glut dem Golde thut:

Ihm wird erst werth das Leben.

Beschämt wird Keine neben

Isolden und vernichtet,

Wie Mancher falsch berichtet:

Ihre Schöne verschönt,

Mit ihren Tugenden krönt

Sie den Namen aller Frauen;

Man soll nicht neidisch nach ihr schauen.

XII. Brautwerbung.

Was da Tristan gesagt

Hatte von der schönen Magd,

Der wonnigen auf Irenland,

Wie er es selber empfand –

Wer da in dem Kreise saß

Und in sein Herz die Worte las,

Dem versüßt' es sein Gemüthe

Wie des Maien Thau die Blüthe:

Sie gewannen Alle frohen Muth.

Tristan, der Jüngling wohlgemuth,

Begann nun wieder aufzuleben:

Das Leben war ihm neu gegeben,

Er war ein neugeborner Mann.

Er fieng erst zu genießen an,

Man sah ihn freudig immerdar.

Der Hof und auch der König war

Zu seinem Willen bereit,

Bis sich der verworfne Neid,

Der geschäftig immer sinnt

Wie er neue Tücke spinnt,

An den Herrn begann zu üben

Und Vielen zu trüben

Den Muth und auch die Sitten,

Daß sie es ungern litten

Wie der Hof ihn ehrte

Und seine Ehre mehrte

Zugleich mit Land und Leuten.

Sie begannen zu missdeuten

Sein Glück in allen Dingen,

Ihn ins Geschrei zu bringen,

Als ob er Zauber triebe.

Wie er dem Land zu Liebe

Morolden, ihren Feind, bezwang,

Wie dann in Irland ihm gelang,

Das Alles, gab man zu verstehen,

Sei durch Zauber geschehen.

»Seht selber«, hieß es, »all sein Wesen:

Wie mocht er jemals genesen

Vor dem starken Morold?

Wie betrog er Isold,

Jene weise Königin,

Seine Todfeindin,

Daß sie in den Büchern las

Bis er durch ihre Hand genas?

Seht das Wunder, schauet an,

Der Betrüger, wie er kann

Sehende Augen blenden

Und Alles glücklich enden

Was er nur zu enden hat!«

Am Ende giengen sie zu Rath

Als König Markes Räthe,

Daß sie ihm früh und späte

Mit Bitten anlagen,

Daß er in alten Tagen

Noch ein Weib sich nähme,

Von der er Erben bekäme,

Eine Tochter oder einen Sohn.

Marke sprach: »Gott hatt uns schon

Guten Erben gegeben:

Laße Gott ihn lange leben,

Tristan: so lang der leben soll,

So lange kommt, das wißt ihr wohl,

Nimmer Frau noch Königin

An diesen Hof: das ist mein Sinn.«

Hiemit ward noch des Haßes mehr

Und mehr des Neides denn vorher,

Den sie zu Tristan trugen,

Daß bald die Flammen schlugen

Hervor aus Manchem lichterloh.

Sie mochten es nicht länger so

Bergen in der Heimlichkeit

Und boten ihm zu mancher Zeit

Solche Worte und Geberden,

Daß ihm bangte vor Gefährden,

Denn er muste stäts besorgen,

Daß sie heut oder morgen

Den Rath zusammen trügen,

Wie sie ihn mordlich schlügen.

Da bat er seinen Oheim sehr,

Daß er der Landesherrn Begehr

Endlich nur vollbrächte

Und Gott zu Lieb bedächte

Seine Angst und seine Noth:

Er wiße nicht, wann es sein Tod

Noch und sein Ende wäre.«

Da sprach auf solche Märe

Sein Oheim: »Neffe Tristan,

Schweig, ich denke nicht daran:

Zum Erben will ich dich allein.

Du sollst auch ohne Sorgen sein

Um deinen Tod und um dein Leben:

Ich will dir guten Frieden geben.

All ihr Neiden, all ihr Haß,

Lieber Gott, was schadet das?

Haßen und Neiden

Muß der Biedre leiden.

Es erhöht des Mannes Werth,

Wenn der Haß sich auf ihn kehrt.

Werth und Neid, die beiden sind

Wie die Mutter und ihr Kind,

Denn der Werth gebiert allzeit

Und führt mit sich Haß und Neid.

Wen fallt der Haß auch lieber an

Als einen würdigen Mann?

»Leb immer und erstrebe, daß

Du Einen Tag seist ohne Haß,

Du erstrebst doch nimmer, daß

Du leben mögest ohne Haß.

»Doch willst du, daß dir wohl geschieht

Von Bösen, so sing ihr Lied

Und sei du auch ein Bösewicht,

So haßen sie dich fürder nicht.

Tristan, was man dir auch thu,

Richte du dich nur dazu,

Daß du hohen Muthes seist,

Und bedenke das zumeist

Was dir Heil und Ehre bringe;

Doch rathe mir nicht Dinge,

Davon dir Schade muß geschehn.

Hierin, was Reden auch geschehn,

Folg ich ihnen nicht noch dir.«

»Herr König, so gebietet mir,

Denn ich will von Hofe fahren:

Ich kann mich nicht vor ihnen wahren.

Soll ich das Ziel des Haßes sein,

So kann ich nimmer gedeihn.

Eh ich mit der Gefährde

Alle Reiche der Erde

Haben wollt in meiner Hand,

Eh blieb ich ewig ohne Land.«

Als Marke seinen Ernst ersah,

»Neffe, schweig«, begann er da,

»Denn wie gern ich allezeit

Dir Treue hielt' und Stätigkeit,

So läßest du es nicht geschehn.

Was nun auch hieraus mag entstehn,

Ich habe keine Schuld daran.

Sprich, wie ich dir willfahren kann,

Du findest mich bereit dazu;

Sag an, was willst du, daß ich thu?«

»So besendet euern Herrenrath,

Der euch hierzu gerathen hat,

Und höret eines Jeden Muth.

Fragt sie, wie sie dünke gut,

Daß ihr euch hierin verhaltet.

Wenn ihr nach ihrem Willen schaltet,

So mags mit Ehren wohl ergehn.«

Nun, das war alsbald geschehn:

Die Herren wurden all besandt.

Die riethen Marken allzuhand,

Und allein zu Tristans Noth,

Zu der schönen Isot:

Die ziem ihm, möcht es sein, zum Weib

Nach Zucht, Geburt und schönem Leib;

Und faßten den Beschluß zumal.

Vor Mark denn giengen sie im Saal,

Und Einer, der es wohl verstund,

Trat vor und sprach aus Einem Mund

Ihr Aller Willen, Sinn und Muth.

»Herr«, hub er an, »uns dünket gut,

Isot die schöne von Irlanden,

Wie das bekannt ist allen Landen,

Die uns und ihr benachbart sind,

Ist eine Magd, und ist ein Kind,

Der weibliche Seligkeit

Jede Zierde lieh, die eine Maid

Jemals wohl auf Erden trug,

Wie ihr das selber oft genug

Schon habt von ihr vernommen.

Die ist selig und vollkommen

Fürwahr an Leben und Leib,

Und soll euch diese zum Weib

Und uns zur Herrin werden,

So kann uns auf der Erden

An keiner Frau so wohl geschehn.«

Der König sprach: »Herr, laßt uns sehn,

Wenn ich die haben wollte,

Wie das geschehen sollte.

Habt ihrs vergeßen ganz und gar,

Wie es nun seit manchem Jahr

Zwischen uns und ihnen stand?

Wie uns haßen Leut und Land

Und wie mir Gurmun herzlich grollt;

Mit Recht: ich bin ihm auch nicht hold.

Wer brächte jemals mit uns Zwein

So große Freundschaft überein?«

»Herr«, sprachen aber Jene da,

»Oft fügt sichs, wie es hier geschah,

Daß zwei Lande sich bestreiten;

So sollen sie von beiden Seiten

Rath suchen und erdenken,

Wie sie' s zur Sühne lenken

Für ihrer Kinder Zeiten.

Aus gehäßigem Streiten

Ward große Freundschaft schon gemacht:

Herr, hierauf seid Ihr bedacht.

Ihr erlebt wohl noch den Tag,

Daß Irland euer werden mag.

Mit Isolden wird es euch verliehn,

Da König und Königin

Ohne andre Erben sind:

Sie ist ihr einziges Kind.«

Antwort gab der König hehr:

»In Gedanken hat mich sehr

Wohl Tristan schon an sie gebracht;

Ich habe viel an sie gedacht,

Seit er sie so gepriesen hat.

Ich bin in meines Herzens Rath

Vor den andern Frauen allen

So sehr auf sie verfallen,

Sie möge mir denn werden,

So wird auf dieser Erden

Keine andre jemals mein;

Der Himmel soll mir Zeuge sein.«

Den Eid doch that er nicht so sehr

Weil sein Gemüth ihm irgend mehr

Nach Ihr stünd als nach andrer Maid,

Er schwur nur so aus Schlauigkeit,

Denn er konnte sich nicht denken,

Sie würdens je zum Ziele lenken.

Die Räthe sprachen da vergnügt:

»Herr, wenn ihr es also fügt,

Daß mein Herr Tristan, der hier steht,

Und des Hofs Geheimniss hat erspäht,

Dort eure Botschaft werben will,

So wird es Alles wohl zum Ziel

Und zu gutem Schluß gebracht.

Der ist weis und wohlbedacht

Und hat Glück in allen Dingen:

Er mag es wohl zu Ende bringen;

Er kann des Landes Sprache wohl

Und endet was er enden soll.«

»Ihr rathet übel«, Marke sprach:

»Zu sehr stellt ihr Tristanden nach

Und fleißt euch aller seiner Noth.

Er ist nun doch schon einmal todt

Für euch und eure Erben;

Nun wollt ihr ihn noch sterben

Gar zu einem andern Mal.

Nein, ihr Herrn von Cornewal,

Ihr müßet selber dahin;

Rathet mir nicht mehr auf ihn.«

»Herr«, sprach aber Tristan,

»Nicht übel reden sie hieran.

Es wäre wohl gefüge,

Wozu der Muth euch trüge,

Griff' Ich das eifriger an

Und bereiter als ein andrer Mann.

Es ist wohl recht, daß ich es thu.

Herr, ich bin der Mann dazu,

Ihr mögt auf beßre nicht verfallen.

Gebietet nur den Herren allen,

Daß sie selber mit mir fahren,

Euer Frommen da mit mir zu wahren

Und eure Ehre hin und her.«

»Nein, du kommst mir nicht mehr

In ihre Macht und ihre Hand:

Gott hat dich einmal heimgesandt.«

»Doch, Herr, es muß fürwahr so sein:

Ob sie da sterben, ob gedeihn,

Wie Ihnen muß auch Mir geschehn.

Ich will sie selber laßen sehn,

Bleibt dieß Land des Erben frei,

Ob das von meinen Schulden sei.

Heißt sie sich bereiten:

Ich will den Kiel leiten

Und führen mit der eignen Hand

In das selge Irenland,

Und nach Develin hinein

Zu dem schönen Sonnenschein,

Der allen Herzen spendet Wonne:

Vielleicht wird uns die schöne Sonne.

Herr, wird euch zu Theil Isot,

Lägen wir dann Alle todt,

Geringer Schade wär es ja.«

Als Herrn Markes Räthe da

Hörten, welchen Weg es gienge,

Da gereute sie so sehr der Dinge,

Daß sie in allen ihren Jahren

Niemals noch so traurig waren.

Nun must es so und sollt es sein.

Tristan las aus des Hofes Reihn

Die des Königs Rauner waren,

Zwanzig Ritter kampferfahren

Und zu der Noth die besten;

Vom Land und von den Gästen

Gewann er sechzig um den Sold;

Der Räthe hatt er ohne Gold

Zwanzig Landbarone:

So war der Compagnone

Gerade hundert und nicht mehr;

Mit diesen fuhr er über Meer.

So stands um die Genoßenschaft.

So viel Vorrath war auch beigeschafft

An Kleidern und an Speise

Und Schiffsbedarf zur Reise,

Daß so viel Leuten noch zur Fahrt

Nie ein Kiel so wohl berathen ward.

Man liest wohl von Tristanden:

Aus Cornwal gen Irlanden

Sei eine Schwalbe gekommen

Und hab ein Frauenhaar genommen

Da zu ihres Nestes Bau

(Wie wuste sies da so genau?)

Und sei damit über See.

Wo nistet eine Schwalbe je

Mit solcher Beschwerde,

Daß sie, die Stroh und Erde

Daheim genug zum Neste fand,

Ueber Meer in fremdes Land

Nach ihrem Baugeräthe strich?

Weiß Gott, hier stößt die Märe sich,

Hier hinkt das Lied, hier lahmt der Leich.

Auch sieht es nicht der Wahrheit gleich,

Sagt man, daß Tristan über Meer

Blindlings geschifft wär mit dem Heer

Und hätte nicht gewust wohin,

Wie lang er fahren müst und ziehn,

Nicht einmal, Wer sie sei die Maid.

Was that dem wohl das Buch zu Leid,

Der dieß schreiben ließ und lesen?

Ein Narre wär er wohl gewesen,

Der König, der seine Räthe

Ins Blaue zu fahren bäte;

Und waren nicht die Boten Tröpfe,

Wie setzt' ers ihnen in die Köpfe?

Nun, auf der Reise war Tristan

Und schiffte immerfort voran,

Er mit der Genoßenschaft.

Ein Theil war in der Sorgen Haft,

Ich meine die Barone,

Die zwanzig Compagnone,

Des Königs Rath von Cornewal:

Die standen alle zumal

In Ängsten und in großer Noth;

Sie sahn vor Augen schon den Tod.

Sie fluchten der Stunde

Mit dem Herzen und dem Munde,

Da der Irländschen Reise

Gedacht ward laut und leise.

Sie wusten um ihr eigen Leben

Sich selber keinen Rath zu geben.

Sie riethen hin, sie riethen her

Und wusten sich doch nimmermehr

Zu rathen, was zu Frommen

Und Nutzen möchte kommen;

Und war das auch kein Wunder.

Er war einmal jetzunder

Kein Rath mehr, sollten sie gedeihn,

Brachte Eines von den Zwein

Nicht noch ihrem Leben Frist:

Abenteuer oder List.

List war da aber theuer:

So war auch Abenteuer

Nicht zu erwarten leider:

Sie waren ledig beider.

Doch sprach der Rathsherrn Innung:

»Weisheit und Ersinnung

Ist wunderviel in diesem Mann:

Gönnt Gott, daß es geschehen kann,

Wir möchten wohl mit ihm genesen,

Setzt' er dem vermeßnen Wesen,

Der blinden Kühnheit nur ein Ziel:

Deren ist an ihm zu viel

Er ist zu frech und zu voll Muth.

Er weiß noch heut nicht was er thut

Und gäbe nicht ein halbes Brot

Um unsern noch um seinen Tod.

Doch muß auf seinem Wohlergehn

Unsre beste Hoffnung stehn:

Sein Witz nur kann uns Lehre geben,

Wie uns zu fristen sei das Leben.«

Als sie nach Irland kamen,

Ihr Angelände nahmen,

Da hörten sie die Märe,

Gurmun der König wäre

Vor der Stadt zu Weisefort.

Da ließ den Anker über Bord

Tristan so ferne von dem Hafen,

Daß sie mit keinem Bogen trafen

Aus der Stadt zu ihnen hin.

Seine Landbarone baten ihn,

Daß er sie unterweise,

In welcher Art und Weise

Er werben wolle um das Weib.

Es gieng' an Leben und Leib,

Darum bedäuchte sie es gut,

Daß er ihnen sagte seinen Muth.

Tristan sprach: »So thut nur Eins,

Habt nur Acht, daß euer Keins

Den Leuten kommt vors Angesicht:

Bleibt alle drin und zeigt euch nicht.

Die Schiffer und die Knechte nur

Forschen nach der Märe Spur

Auf der Brücke vor des Schiffes Thür;

Doch euer Keiner komm herfür.

Schweigt und duckt euch still hinein.

Ich selber nur will außen sein,

Weil ich die Landessprache kann.

Nicht lang, so dringen hier heran

Die Bürger und beschweren

Uns mit übeln Mären.

Denen muß ich lügen all den Tag

Soviel ich ihnen lügen mag.

Haltet Ihr euch drinne,

Denn wird man euer inne

Ihr habt den Tod an der Hand,

Denn uns besteht das ganze Land.

Dieweil ich morgen außen bin

(Denn ein Ritt liegt mir im Sinn

Auf Abenteur im Morgenlicht

Ob mir gelingen will ob nicht),

So halte Curvenal davor

Und Andre mit ihm an dem Thor,

Die die Sprache fertig sprechen.

Und Eins noch müßt ihr mir versprechen:

Wenn ich unterweges wär

Drei Tage oder mehr,

So harret mein nicht länger hier:

Über Meer entrinnet ihr

Und rettet Leben und Leib.

Ich habe dann allein das Weib

Vergolten mit dem Leibe:

Dem Herrn zu einem Weibe

Rathet wie euch dünke gut:

Das ist mein Rath und auch mein Muth.«

Der Marschall von Irland,

In des Gewalt und dessen Hand

Der König Stadt und Hafen gab,

Ritt ans Meer in jähem Trab,

Gewaffnet und zum Kampf bereit

Mit gewaltigem Geleit

Von Bürgern und der Bürger Boten.

Denn ihnen war ja geboten

Von Hofe, wie die Märe sagt,

Wenn ihr sie weiter oben fragt,

Wer auf Gestad da stieße,

Daß man den sahen ließe

Bis man sicher hätt erkannt,

Ob er käm aus Markes Land

Oder seiner Leute brächte.

Diese selben Henkersknechte,

Die leiden Mordrangen,

Die manchen Mord begangen

Hatten an der Unschuld

Nur um ihres Herren Huld,

In den Hafen kamen sie gezogen

Mit Armbrüsten und mit Bogen

Und mit anderer Wehr

Nicht anders wie ein Räuberheer.

Des Kieles Meister Tristan

Zog einen Reisemantel an,

Daß er sich nicht gäbe kund:

Aus keinem anderen Grund.

Auch ließ er einen Napf hertragen

Aus rothem Golde geschlagen

Und gewirkt zu seltnem Preise

Nach englischer Weise.

So trat er in ein Schifflein,

Nahm mit auch Curvenal hinein,

Fuhr heran zum Hafenmund

Und mit Geberden wie mit Mund

Entbot er ihnen Grüße

So gut er mocht und süße.

Sein Grüßen all doch nicht verschlug:

Der Bürger waren genug,

Die zu dem Schifflein liefen

Und vom Gestade riefen:

»Stoß ans Land, stoß ans Land.«

In den Hafen stieß er da zuhand.

»Ihr Herren«, sprach er, » saget mir,

Wie kommt ihr so? Was denket ihr

Mit so ungehäbgem Dräun?

Ihr seht ja aus, man sollt euch scheun.

Ich weiß nicht was ich denken soll.

Um Gotteswillen thut so wohl,

Wenn Einer hier am Hafen weilt,

Dem das Land Gewalt hat zugetheilt,

Der höre und vernehme mich.«

»Ja«, sprach der Marschall, »das bin ich.

Mein Gebahren und mein Dräun

Habt ihr allerdings zu scheun,

Indem ich gründlich will erfahren

Eur Gewerb und eur Gebahren.«

»Gewiss, Herr«, sprach Tristan in Ruh,

» Ihr findet mich bereit dazu.

Wenn ihr die Andern schweigen hießt,

Aber mich zur Sprache ließt,

So wollt ich selber gerne bitten,

Daß man mit gütlichen Sitten

Und so mein Wort vernehmen möchte,

Wie es dem Lande Ehre brächte.«

Eine Stille ward ihm da gegeben.

»Herr«, sprach Tristan, »unser Leben,

Unsre Geburt und unser Land,

Damit ist es so bewandt

Wie ich es euch bedeute.

Wir sind Handelsleute;

Keine Schande bringt uns wohl der Stand.

Kaufleute werden wir genannt,

Ich und meine Compagnie,

Und sind wir von der Normandie.

Weib und Kinder blieben dort;

Wir selber ziehn von Ort zu Ort,

Von Land zu Land und kaufen ein

Und verkaufen hinterdrein,

Daß wir den Unterhalt erjagen.

In den letzten dreißig Tagen

Fuhren wir der Heimat fern,

Ich und zwei andre Kaufherrn.

Wir dachten mit Geleit und Waaren

Nach Hibernien zu fahren:

Da wurden wir mit unsern Schiffen

Des Morgens früh vom Wind ergriffen

(Ich denk es sind acht Tage nun)

Und wie die Winde gerne thun,

Daß sie Gesellen scheiden,

So schied er mich von Beiden.

Weiß nicht wie sie gefahren sein;

Doch sei der Himmel mit den Zwein

Ob sie am Leben sind ob todt.

Ich selber ward mit vieler Noth

Manchen übeln Weg geschlagen

In diesen schweren acht Tagen

Bis gestern, als der Mittag kam,

Der wilde Sturm ein Ende nahm.

Da sah ich Berg und Land vor mir.

Zu ruhen ankerten wir

Und ruhten aus von Angst und Sorgen.

Aber heut am frühen Morgen,

Als wir den Tag erscheinen sahn,

Griff ich die Fahrt von Neuem an

Und fuhr hieher gen Weisefort:

Nun geht es schlimmer hier denn dort.

Ich bin hier, scheints, noch ungeborgen

Und schien geborgen mir vor Sorgen,

Da mir die Stadt nicht unkund ist,

Denn ich bin wohl öfter, wie ihr wißt,

Mit Kaufleuten hier gewesen.

Drum wähnt ich mich genesen

Und dachte Gnade hier zu finden:

Nun bin ich Sturmwinden

Recht erst in die Hand gefahren.

Doch mag mich Gott noch wohl bewahren:

Denn soll mir hier nicht Frieden

Und Ruhe sein beschieden,

So kehr ich wieder auf das Meer:

Da find ich volle Gegenwehr

Und Streitkraft sattsam in der Flucht.

Geruht ihr aber eurer Zucht

Und eurer Ehre zu gedenken,

So viel ich Gutes mag verschenken,

Das geb ich euch von Herzen gern,

Und will nichts weiter von euch Herrn,

Als daß ihr meinem Gut und mir

Frieden schafft im Hafen hier,

Bis ich erkund und sehe

Ob mir das Heil geschehe,

Daß ich mein Landgesinde

Hier im Lande wiederfinde.

Und soll mir das gestattet werden,

So schafft auch Frieden vor Gefährden:

Sie dringen dort gewaltsam her,

Ich weiß nicht welche oder Wer,

In ihrem kleinen Schifflein dort;

Sonst fahr ich zu den Meinen fort

Und fürcht euch keinen Strohhalm mehr.«

Der Marschall dräute Jenen schwer

Und hieß sie kehren in das Land.

Dann sprach er, zu dem Gast gewandt:

»Was wollt ihr unserm König geben,

Daß er das Gut euch und das Leben

Bewahr in seinem Königreich?«

Der Gast entgegnete sogleich:

»Herr, ich geb ihm Tag für Tag

Sofern ich es gewinnen mag,

Eine Mark von rothem Golde:

Ihr aber nehmt zum Solde

Diesen Becher von mir an,

Wenn ich auf euch vertrauen kann.«

Die Andern riefen allzuhand:

»Ja, Marschall ist er hier im Land.«

Der Marschall seine Gabe nahm;

Sie deucht' ihn reich und wonnesam,

Und hieß ihn in den Hafen fahren:

Er woll' ihm Leib und Gut bewahren

Durch sein Geheiß und Machtgebot.

Da waren beide reich und roth,

Den Zins mein ich und den Sold:

Reich und roth des Königs Gold,

Des Boten Sold auch roth und reich:

Sie waren preislich beide gleich.

Das half ihm, daß er Frieden fand

Und Gemach in Feindesland.

XIII. Der Drachenkampf.

Zu Frieden ist Tristan gekommen;

Doch hat noch Niemand vernommen,

Wie er die Braut gedenkt zu holen:

Das bleibt euch länger nicht verhohlen

Eh euch die Geduld gebricht.

Diese Märe sagt und spricht

Von einem Serpande,

Der damals haust' im Lande.

Diese leide Teufelsschlange

Hatte Land und Leute lange

Mit so schädlichem Schaden

So schädlich überladen,

Daß der König einen Eid

Bei königlicher Sicherheit

Geschworen hatte, wer das Leben

Ihm nahm, sein Kind woll er ihm geben

Wär er von ritterlichem Stand.

Als dieß Verheißen ward bekannt,

Verloren Tausende den Leib

Um das wonnigliche Weib,

Die hin zum Kampfe kamen

Und da ihr Ende nahmen;

Der Märe war ganz Irland voll.

Auch unser Tristan wust es wohl:

Das gab ihm Muth und trieb ihn an,

Daß er diese Fahrt begann:

Darauf stand seine Zuversicht;

Andre Hoffnung hatt er nicht.

So wäre Zeit denn, daß ers wagte.

Des andern Morgens, als es tagte,

Waffnet' er sich also wohl,

Als ein Mann in Nöthen soll.

Ein starkes Ross bestieg er leicht;

Darauf ward ihm ein Sper gereicht,

Der groß war und feste,

Der stärkste und der beste,

Den man in dem Kiele fand.

Dann ritt er seines Wegs durchs Land

Über Feld und Gefilde

Und nahm in der Wilde

Manchen Weg durch Berg und Thal.

Als heißer ward der Sonnenstral,

Trieb er das Ross mit Sporen an

Und ritt ins Thal Enfer ginant,

Das heißt zu deutsch im Höllenspalt:

Da war des Drachen Aufenthalt.

Dem nahend sah er schnell hindann

Vier gewaffnete Mann

Über Stock und über Stein,

Über Hals und Kopf wohl obendrein,

Fliehend galoppieren.

Der Eine von den Vieren,

Der Truchsäß wars der Königin

Der deuchte sich in seinem Sinn

Der jungen Königin Amis,

Obwohl sie selbst ihn so nicht hieß;

Und wenn die Mannheit Einen trieb,

Der verheißnen Braut zu Lieb

Den grimmen Drachen zu bestehn,

So ließ sich auch der Truchsäß sehn,

Nur daß man von ihm sage,

Daß er sich auch hinwage,

Wo man auf Abenteuer reite.

Das war das Lange und das Breite,

Denn er ersah den Drachen kaum,

So floh er mit verhängtem Zaum.

Tristan ward gar wohl gewahr

An der fliehenden Schar,

Der Drache wär nicht weit von dort.

Da ritt er seines Weges fort

Und ritt nicht lange bis er da

Seiner Augen Ungemach ersah,

Den scheuslichen Drachen;

Der warf aus seinem Rachen

Rauch und Flammen, glühen Wind,

Recht so wie des Teufels Kind,

Und fuhr gerad auf ihn daher.

Tristan senkte seinen Sper,

Das Ross er mit den Sporen nahm,

Indem er hergeschoßen kam

Und mit dem Spere nach ihm stach,

Daß der ihm durch den Rachen brach

Und bis aufs Herz hernieder schoß,

Dieweil er selber mit dem Ross

So heftig auf den Drachen stieß,

Daß er das Ross todt liegen ließ

Und Er lebendig kaum entrann.

Der Drache fiel es wieder an

Mit Schnauben und mit Feuer,

Daß es das Ungeheuer

Bis an den Sattel hin verzehrte.

Der Sper jedoch, der ihn versehrte,

Ängstigte den Drachen so,

Daß er von dem Rosse floh

Und in ein Steingeklüfte glitt.

Tristan, sein Kampfgeselle, ritt

Ihm hurtig nach auf seiner Spur,

Indes voraus sein Opfer fuhr

Und so im Unmuth brüllte,

Daß es den Wald erfüllte

Mit grauenvoller Stimme

Und Büsche viel im Grimme

Verbrannt' und aus der Erde schlug.

Das trieb er lange genug,

Bis der Schmerz ihn überwand,

Daß er unter einer Felsenwand

Sich in der Nähe drückte.

Tristan das Schwert erzückte

Und wähnt', er wär zum Tod verletzt:

Nein, er ward furchtbarer jetzt,

Denn er zuvor gewesen.

Doch hofft' er zu genesen

Und griff den Drachen wieder an;

Der Drache wiederum den Mann,

Und bracht ihn in so große Noth,

Er wähnte schon, er wäre todt.

Er ließ zu keiner Wehr ihn kommen:

Er hatt ihm ganz und gar benommen

So die Streiche wie die Wehr.

Er war ihm an sich selbst ein Heer:

Er führte mit sich in den Kampf

Ja den Rauch und den Dampf

Nebst andrer Hülf und Steuer

An Streichen und an Feuer,

An Zähnen und an Griffen;

Die waren wohlgeschliffen

Und schnitten wohl noch beßer

Als das allerschärfste Meßer.

Mit diesen trieb er quer und krumm

In großer Noth ihn um und um.

Er wich von Baum zu Busche

Nur daß er sich vertusche

Und hüte seines Lebens;

Denn Kampf war hier vergebens.

Und doch hatt er ihn so sehr

Versucht mit Kehr und Wiederkehr,

Daß ihm der Schild vor der Hand

Schier zu Kohlen war verbrannt;

Denn mit Feuer griff der Feind ihn an,

Daß er kaum vor ihm entrann.

Doch währt' es nicht mehr lange,

Die mordliche Schlange

Muste wider Willen dran,

Daß sie zu taumeln begann

Denn so schmerzte sie der Spieß,

Daß sie sich wieder niederließ

Und wand sich angst und bange.

Tristan verzog nicht lange,

Im Fluge ritt er daher

Und stach das Schwert zu dem Sper

Ihm ins Herz bis an die Hand.

Da stieß der leide Serpant

Einen Schrei so donnerstimmig,

So greulich und so grimmig

Aus seinem schnöden Schlunde,

Als gieng' die Welt zu Grunde;

Daß von dem mordlichen Schall

Das Thal erdröhnt' im Widerhall

Und Tristan selber sehr erschrak.

Als nun das Scheusal vor ihm lag

Und er sah, es wäre todt,

Den Schlund erbrach er mit Noth

Und großer Müh dem Drachen,

Und schnitt ihm aus dem Rachen

Die Zunge mit dem Schwerte

So tief er sie begehrte.

In seinen Busen er sie stieß,

Den Schlund sich wieder schließen ließ.

Da eilt' er nach der Wildniss hin

Und hatte dieß dabei im Sinn:

Sich verbergen wollt er dort,

Tagüber ruhn am stillen Ort,

Und kehrt' ihm seines Leibes Macht,

So wollt er beim Beginn der Nacht

Zu seinen Landgesellen wieder.

Allein die Hitze zog ihn nieder,

Die ihn von des Kampfes Hast

Und von des Drachen Glut erfaßt:

Die macht' ihn so zu Schanden,

Daß ihm die Kräfte schwanden

Und er kaum noch mochte leben.

Nun sah er eine Lache schweben,

Schmal und auch nur mäßig lang,

In die aus einem Felsen sprang

Ein kühles klares Brünnelein.

Er fiel in voller Wehr hinein

Und senkte sich bis auf den Grund,

Daß nur außen blieb der Mund.

Den Tag da lag er und die Nacht;

Ihm benahm des Leibes Macht

Die leide Zunge, die er trug:

Denn ihr Dunst, der an ihn schlug,

Der macht ihn ganz allein so gar

Der Kräfte und der Farbe bar,

Daß er nicht aus der Lache kam

Bis ihn hervor die Köngin nahm.

Der Truchsäß, der, wie schon gesagt,

Isot der seligen Magd

Freund und Ritter gerne wär,

Dem begannen die Gedanken sehr

Sich zu blähn und anzufüllen

Von des Drachen Brüllen,

Als das so laut und grausenvoll

Über Wald und Feld erscholl.

Er las es all in seinen Sinn

Was sich begeben bis dahin

Und dachte: »Er ist wahrlich todt,

Oder doch in so großer Noth,

Daß Ich es mag vollbringen,

Ihn völlig zu bezwingen.«

Von jenen Dreien er sich stahl,

Ritt eine Hald im Schritt zu Thal,

Und eilte sich dahin zu kommen,

Von wo er jenen Schrei vernommen:

Und als er sah das Ross da todt,

Da war ihm eine Ruhe Noth.

Er hielt sich bei ihm lange

Kleinmüthig auf und bange,

Denn schon die kurze Strecke

Füllt' ihn mit Angst und Schrecke.

Als ihm gelang die Furcht zu stillen,

Ritt er, nicht ganz mit freiem Willen,

Erschrocken und in großer Noth

Dahin, wo sich der Anblick bot,

Daß das Gras und das Laub

Versengt war als des Feuers Raub.

Nicht lang mehr dauert' es da,

So stieß er, eh er sichs versah,

Auf den Drachen, da er lag,

Und er, der Truchsäß, erschrak

Davon so entsetzlich:

Er hätte schier plötzlich

Einen Schuß zur Erde genommen,

Weil er an den Ort gekommen

Und ihm so nah geritten war.

Doch jetzt bestand er die Gefahr

Und warf so schnell herum das Ross,

Daß es mit ihm zu Boden schoß,

Auf Einen Haufen Ross und Mann.

Als er sich erhob alsdann,

Ich meine von der Erden,

Mocht ihm die Kraft nicht werden

Vor Schrecken, der ihn plagte,

Daß er nur so viel wagte,

Daß er zu Pferde säße.

Der leide Truchsäße

Ließ das Ross stehn und entwich.

Doch merkt' er Niemand hinter sich:

Da stand er still und schlich herwieder,

Griff nach dem Sper zur Erde nieder;

Das Rösslein zog er bei dem Zaum

Zu einem windgefällten Baum,

Von dem er bald zu Rosse saß

Und seines Schadens vergaß.

Schon sprengt' er dort von fern heran

Und sah den Drachen wieder an

Und blickt' ihm dreist ins Angesicht,

Ob er lebte oder nicht.

Als er ihn verendet sah,

»Heil, so Gott will!« sprach er da,

»Aventür ist hier gefunden:

Ich kam zu guter Stunden

Und mir zum Heile hieher.«

Hiermit so neigt' er den Sper

Und den Zügel verhängend,

Sein gutes Ross ersprengend

Begann er zu punieren,

Punierend zu croijieren:

»Chevalier, Demoisele,

Ma blonde Isot, ma bele!«

Er stach auf ihn mit solcher Kraft,

Daß der starke Eschenschaft

Flugs ihm durch die Finger glitt.

Daß er jedoch nicht weiter stritt,

Das geschah allein aus dieser List:

»Wenn er am Leben«, dacht er, »ist,

Der diesen Drachen hat erschlagen,

So kann mirs keine Früchte tragen

Was ich hier will beginnen.«

Da wandt er sich von hinnen

Und ritt suchend her und hin

In der Absicht, wenn er ihn

Finden möcht an einer Statt

So verwundet oder matt,

Daß er ohne Gefährde

Des Feinds erledigt werde,

So wollt er ihn erschlagen haben,

Den Erschlagenen begraben.

Als er ihn aber nirgend fand,

»Laß fahren«, dacht er zuhand,

»Erstarb er oder lebt er noch,

Den ersten Anspruch hab ich doch:

Wer wiese mich von dannen?

Ich habe Freund und Mannen

Und bin so werth und so genehm,

Wer auch mir in die Quere kam,

Er hätte doch das Spiel verloren.«

Er ritt und gab dem Pferd die Sporen

Zu seinem Widersacher wieder

Und sprang vor ihm zur Erde nieder.

Er fieng da wieder an den Streit,

Wo er ihn ließ vor kurzer Zeit:

Mit dem Schwerte, das er trug,

So lange pickt' er und schlug

Bald hier, bald da den Widerpart,

Bis der hier und da verschunden ward.

Er versucht' es an dem Kragen:

Den hätt er gern ihm abgeschlagen;

Doch fand er ihn so hart und dick,

Ihn verdroß der Müh im Augenblick.

Da zerbrach er seinen Sper in Eil

Und steckte das vordre Theil

Dem Drachen zu der Gurgel ein:

So schien es ein Tiost zu sein.

Den Spaniol bestieg er drauf,

Frohgemuth in vollem Lauf

Gen Weisefort zu reiten.

Da hieß er sich bereiten

Einen viergeschirrten Doppelwagen,

Der das Haupt sollte tragen,

Und lief und sagte Märe,

Wie ihm gelungen wäre

Und was er Ängste hab erlitten

Und welchen kühnen Kampf gestritten.

»Ja all die Welt, wie groß sie wär,

Sie biete nur die Ohren her,

Und komm und seh das Wunder an,

Was Alles der beherzte Mann

Und der unerschrockne Muth

Um liebes Weibes Willen thut.

Daß ich der Noth, in der ich war,

Entronnen bin und der Gefahr,

Das wundert und das wundert mich,

Und weiß dabei auch sicherlich,

Wär ich wie Andre sanft gewesen,

Ich wäre nimmermehr genesen.

Wie er auch hieß, der arme Gauch,

Ein Abenteurer, der auch

Aus auf Abenteuer ritt,

Der war, bevor ich mit ihm stritt,

Zu seinem Unglück hingekommen

Und hat sein Ende da genommen.

Gott hatte sein vergeßen.

Alle beide sind gefreßen,

Ross und Mann ist Alles mort.

Das Ross liegt noch zur Hälfte dort,

Versengt und zerbißen.

Was braucht ihr mehr zu wißen?

Mehr Noth erlitt ich hieran,

Als je um Frauen litt ein Mann.«

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Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
12 kasım 2025
Hacim:
901 s. 2 illüstrasyon
ISBN:
9783969870617
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
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