Kitabı oku: «Däumelinchen»

Yazı tipi:

Hans Christian Andersen

Däumelinchen

Saga

Däumelinchen ÜbersetztJulius Reuscher Coverbild / Illustration: Shutterstock Copyright © 1835, 2019 Hans Christian Andersen und SAGA Egmont All rights reserved ISBN: 9788726379891

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

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Däumelinchen.

Es war einmal eine Frau, die sich sehr nach einem kleinen Kinde sehnte, aber sie wusste nicht, woher sie es bekommen sollte. Da ging sie zu einer alten Hexe und sagte zu ihr: „Ich möchte herzlich gern ein kleines Kind haben, willst du mir nicht sagen, woher ich das bekommen kann?“

„Ja, damit wollen wir schon fertig werden!“ sagte die Hexe. „Da hast du ein Gerstenkorn; das ist gar nicht von der Art, wie sie auf dem Felde des Landmanns wachsen, oder wie sie die Hühner zu fressen bekommen; lege das in einen Blumentopf, so wirst du etwas zu sehen bekommen!“

„Ich danke dir!“ sagte die Frau und gab der Hexe fünf Groschen, ging dann nach Hause und pflanzte das Gerstenkorn, Sogleich wuchs da eine herrliche, grosse Blume, die sah aus wie eine Tulpe, aber die Blätter schlossen sich fest zusammen, gerade als ob sie noch in der Knospe wären.

„Das ist eine niedliche Blume!“ sagte die Frau und küsste sie auf die roten und gelben Blätter, aber gerade wie sie darauf küsste, öffnete sich die Blume mit einem Knall. Es war eine wirkliche Tulpe, wie man nun sehen konnte, aber mitten in der Blume sass auf dem grünen Samengriffel ein ganz kleines Mädchen fein und niedlich; es war kaum einen Daumen breit und lang, deshalb wurde es Däumelinchen genannt.

Eine niedliche, lackierte Walnussschale bekam Däumelinchen zur Wiege, blaue Veilchenblätter waren ihre Matratze und ein Rosenblatt ihr Deckbett. Da schlief sie bei Nacht, aber am Tage spielte sie auf dem Tisch, wo die Frau einen Teller hingestellt, um den sie einen ganzen Kranz von Blumen gelegt hatte, deren Stengel im Wasser standen; hier schwamm ein grosses Tulpenblatt, und auf diesem konnte Däumelinchen sitzen, und von der einen Seite des Tellers nach der andern fahren; sie hatte zwei weisse Pferdehaare zum Rudern. Das sah ganz allerliebst aus. Sie konnte auch singen, und zwar so fein und lieblich, wie man es noch nie gehört hatte.

Einmal nachts, als sie in ihrem schönen Bette lag, kam eine Kröte durch das Fenster hereingehüpft, wo eine Scheibe entzwei war. Die Kröte war hässlich, gross und nass, sie hüpfte gerade auf den Tisch herunter, wo Däumelinchen lag und unter dem roten Rosenblatt schlief.

„Das wäre eine schöne Frau für meinen Sohn!“ sagte die Kröte, und da nahm sie die Walnussschale, worin Däumelinchen schlief, und hüpfte mit ihr durch die zerbrochene Scheibe fort, in den Garten hinunter.

Da floss ein grosser, breiter Fluss; aber gerade am Ufer war es sumpfig und morastig; hier wohnte die Kröte mit ihrem Sohne. Hu, war der hässlich und garstig und glich ganz seiner Mutter! „Kroax, kroax, brekkerekekex!“ Das war alles, was er sagen konnte, als er das niedliche, kleine Mädchen in der Walnussschale erblickte.

„Sprich nicht so laut, denn sonst erwacht sie!“ sagte die alte Kröte. „Sie könnte und noch entlaufen, denn sie ist so leicht wie ein Schwanenflaum! Wir wollen sie auf eins der breiten Seerosenblätter in den Fluss hinaussetzen, das ist für sie, die so leicht und klein ist, gerade wie eine Insel; da kann sie nicht davonlaufen, während wir die Staatsstube unten unter dem Morast, wo ihr wohnen und hausen sollt, instand setzen.“

Draussen in dem Flusse wuchsen viele Seerosen mit den breiten grünen Blättern, welche aussahen, als schwämmen sie oben auf dem Wasser; das Blatt, welches am weitesten hinauslag, war auch das allergrösste; da schwamm die alte Kröte hinaus und setzte die Walnussschale mit Däumelinchen darauf.

Das kleine Wesen erwachte früh morgens, und da sie sah, wo sie war, fing sie recht bitterlich an zu weinen; denn es war Wasser auf allen Seiten des grossen grünen Blattes, und sie konnte gar nicht an das Land kommen.

Die alte Kröte sass unten im Morast und putzte ihre Stube mit Schilf und gelben Fischblattblumen aus — es sollte da recht hübsch für die neue Schwiegertochter werden — und schwamm dann mit dem hässlichen Sohne zu dem Blatte hinaus, wo Däumelinchen stand. Sie wollten ihr hübsches Bett holen, das sollte in das Brautgemach gestellt werden, bevor sie es selbst betrat. Die alte Kröte verneigte sich tief im Wasser vor ihr und sagte: „Hier siehst du meinen Sohn; er wird dein Mann sein, und ihr werdet recht prächtig unten im Morast wohnen!“

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