Kitabı oku: «Hans Fallada – Gesammelte Werke», sayfa 34
VIERTER TEIL – Das Ende
52. Anna Quangel im Verhör
Es war vierzehn Tage nach der Verhaftung bei einem der ersten Verhöre von Anna Quangel, die wieder gesund geworden war, als sich Anna entschlüpfen ließ, dass ihr Sohn Otto einmal mit einer gewissen Trudel Baumann verlobt gewesen war. Zu jener Zeit hatte Anna es noch nicht erfasst, dass jede Namensnennung gefährlich war, gefährlich für den Genannten. Denn mit einer pedantischen Genauigkeit wurde der Bekannten- und Freundeskreis jedes Verhafteten nachgeprüft, jeder Spur wurde nachgegangen, damit »die Eiterbeule auch ganz ausgebrannt« werde.
Der Vernehmende, der Kommissar Laub, der Nachfolger Escherichs, ein kurzer, gedrungener Mann, der es liebte, seine knochigen Finger wie eine Peitsche dem Vernommenen ins Gesicht zu schlagen, war nach seiner Gewohnheit erst über diese Mitteilung, ohne von ihr Notiz zu nehmen, weggegangen. Er fragte Anna Quangel lange und tödlich ermüdend über die Freunde und Arbeitgeber des Sohnes aus, fragte Dinge, die sie nicht wissen konnte, aber wissen sollte, fragte und fragte, und dazwischen peitschte er ihr rasch einmal die Finger ins Gesicht.
Kommissar Laub war ein Meister in der Kunst solcher Vernehmungen, ohne Ablösung hielt er es zehn Stunden aus, so musste es die Vernommene auch aushalten. Anna Quangel schwankte auf ihrem Schemel vor Müdigkeit. Die kaum überstandene Krankheit, die Angst um das Schicksal Ottos, von dem sie nichts wieder gehört hatte, die Schmach, wie ein unaufmerksames Schulkind geschlagen zu werden, all dies machte sie zerstreut, unaufmerksam, und wieder schlug Kommissar Laub zu.
Anna Quangel ächzte leise und bedeckte ihr Gesicht mit den Händen.
»Nehmen Sie die Hände runter!«, rief der Kommissar. »Sehen Sie mich an! Na, wird’s bald?«
Sie tat es, sie sah ihn an mit einem Blick, in dem Angst war. Aber nicht vor ihm, sondern Angst, sie könne schwach werden.
»Wann haben Sie diese sogenannte Braut Ihres Sohnes zum letzten Male gesehen?«
»Das ist sehr lange her. Ich weiß doch nicht. Schon seit wir die Karten schreiben. Über zwei Jahre … Oh, schlagen Sie nicht schon wieder! Denken Sie an Ihre eigene Mutter! Sie möchten auch nicht, dass Ihre Mutter geschlagen wird.«
Zwei, drei Schläge trafen sie kurz nacheinander.
»Meine Mutter ist kein hochverräterisches Aas wie Sie! Nennen Sie noch einmal meine Mutter, und ich werde Ihnen zeigen, wie ich schlagen kann! Wo hat dies Mädchen gewohnt?«
»Ich weiß doch nicht! Mein Mann hat mir mal gesagt, sie hat seitdem geheiratet! Sie wird sicher weggezogen sein.«
»So, Ihr Mann hat sie also gesehen? Wann war das?«
»Ich weiß nicht mehr! Da schrieben wir schon die Karten.«
»Und sie hat mitgemacht, was? Hat dabei geholfen?«
»Nein! Nein!«, rief Frau Quangel. Mit Schrecken sah sie, was sie angerichtet hatte. »Mein Mann«, sagte sie eilig, »hat die Trudel bloß auf der Straße getroffen. Da hat sie ihm erzählt, dass sie geheiratet hat und nicht mehr in die Fabrik geht.«
»Na – und weiter? In welche Fabrik ist sie denn gegangen?«
Frau Quangel nannte die Adresse der Uniformfabrik.
»Und weiter?«
»Das ist alles. Das ist wirklich alles, was ich weiß. Bestimmt, Herr Kommissar!«
»Finden Sie das nicht ein bisschen komisch, dass die Braut vom Sohn nicht einmal mehr zu den Schwiegereltern kommt, nicht mal nach dem Tode des Bräutigams?«
»Aber mein Mann war doch so! Wir haben schon nie Verkehr gehabt, und seit wir die Karten schrieben, hat er überhaupt alles abgebrochen.«
»Da lügen Sie schon wieder! Mit den Heffkes haben Sie erst beim Kartenschreiben den Verkehr angefangen!«
»Ja, das ist wahr! Das hatte ich vergessen. Aber Otto war es auch gar nicht recht, er hat’s nur erlaubt, weil es mein Bruder war. Und wie hat er immer auf die Verwandtschaft geschimpft!« Sie sah den Kommissar traurig an. Sie sagte schüchtern: »Darf ich jetzt auch was fragen, Herr Kommissar?«
Kommissar Laub knurrte: »Fragen Sie nur! Wer viel fragt, kriegt viel Antwort.«
»Stimmt es …« Sie unterbrach sich. »Ich glaube, ich habe meine Schwägerin gestern Morgen unten auf dem Flur gesehen … Stimmt es, dass Heffkes auch verhaftet sind?«
»Das lügen Sie wieder!« Ein scharfer Schlag. Und noch einer. »Die Frau Heffke, die ist ganz woanders. Die können Sie gar nicht gesehen haben. Das hat Ihnen eine verpfiffen. Wer hat Ihnen das verpfiffen?«
Aber Frau Quangel schüttelte den Kopf. »Nein, keiner hat’s. Ich hab die Schwägerin von Weitem gesehen. Ich war nicht mal sicher, dass sie’s war.« Sie seufzte. »Nun sitzen die Heffkes also auch und haben gar nichts getan und von nichts gewusst. Die armen Menschen!«
»Die armen Menschen!«, höhnte der Kommissar Laub. »Von nischt nischt gewusst! Das sagt ihr alle! Aber ihr seid alle Verbrecher, und so wahr ich der Kommissar Laub bin, ich leire euch die Gedärme aus dem Leib, bis ihr die Wahrheit sagt! Wer liegt bei Ihnen mit auf der Zelle?«
»Ich weiß nicht, wie die Frau heißt. Ich sage einfach Berta zu ihr.«
»Wie lange liegt die Berta bei Ihnen auf der Zelle?«
»Seit gestern Abend.«
»Also die hat’s Ihnen verpfiffen, das mit den Heffkes. Gestehen Sie es nur ein, Frau Quangel, sonst hole ich die Berta rauf und schlage sie in Ihrem Beisein so lange, bis sie gesteht.«
Frau Anna Quangel schüttelte wieder den Kopf. »Ob ich nun ja oder nein sage, Herr Kommissar«, sagte sie, »Sie holen die Berta doch rauf und schlagen sie. Ich kann nur sagen, ich habe die Frau Heffke unten auf dem Flur gesehen …«
Kommissar Laub drehte sich rasch um und ließ der Frau Anna Quangel einen knallenden Furz ins Gesicht fahren. Dann drehte er sich wieder um und sah ihr höhnisch grinsend ins Gesicht. »Das riechen Sie man auf«, sagt er, »von der Sorte habe ich noch mehr, wenn sie zu schlau sind!« Und plötzlich schreiend: »Mist seid ihr! Mist seid ihr alle! Scheißdreck seid ihr alle! Und ich ruhe nicht eher, bis ihr als Mist unter der Erde liegt! Alle müsst ihr hin werden! Alle! Ordonnanz, bringen Sie die Berta Kuppke herauf!«
Eine Stunde verbrachte er damit, die beiden Frauen zu ängstigen und zu schlagen, trotzdem Frau Berta Kuppke sofort zugab, der Frau Quangel von Frau Heffke erzählt zu haben. Sie hatte bisher mit Frau Heffke auf einer Zelle gelegen. Aber das genügte dem Kommissar Laub nicht. Er wollte genau jedes Wort wissen, was zwischen den beiden gesprochen war, und sie hatten einander doch nur ihr Leid geklagt, wie es Frauen gerne tun. Er aber witterte überall Verschwörung und Hochverrat und ließ nicht ab mit Schlagen und Fragen.
Schließlich war die heulende Kuppke in den Keller abgeschoben worden und Anna Quangel wieder das alleinige Opfer des Kommissars Laub. Sie war jetzt so müde, dass sie seine Stimme nur noch wie aus weiter Ferne hörte, seine Gestalt verschwamm vor ihren Blicken, und die Schläge schmerzten sie nicht mehr.
»Was ist also vorgefallen, dass die sogenannte Braut Ihres Sohnes nicht mehr zu Ihnen gekommen ist?«
»Nichts ist vorgefallen. Mein Mann mochte keine Besuche.«
»Sie haben doch gestanden, dass er mit dem Besuch der Heffkes einverstanden war.«
»Die Heffkes waren eine Ausnahme, weil der Ulrich mein Bruder ist.«
»Und warum ist die Trudel nicht mehr ins Haus gekommen?«
»Weil mein Mann es nicht wollte.«
»Wann hatte er es ihr denn gesagt?«
»Ich weiß doch nicht! Herr Kommissar, ich kann nicht mehr. Lassen Sie mir eine halbe Stunde Ruhe. Eine Viertelstunde!«
»Erst wenn du’s gesagt hast. Wann hat Ihr Mann dem Mädchen das Haus verboten?«
»Wie mein Sohn gefallen war.«
»Na also! Und wo ist das geschehen?«
»Bei uns in der Wohnung.«
»Und was hatte er als Grund gesagt?«
»Weil er keinen Verkehr mehr will. Herr Kommissar, ich kann wirklich nicht mehr. Nur zehn Minuten!«
»Na schön. In zehn Minuten werden wir eine Pause machen. Was hat denn Ihr Mann als Grund gesagt, dass die Trudel nicht mehr kommen soll?«
»Weil er keinen Verkehr mehr haben wollte. Da hatten wir das mit den Postkarten doch schon vor.«
»Da hat er ihr also als Grund gesagt, dass er das mit den Postkarten vorhat?«
»Nein, darüber hat er nie mit einem Menschen gesprochen.«
»Was hat er ihr denn als Grund gesagt?«
»Dass er keinen Verkehr mehr will. Oh, Herr Kommissar!«
»Wenn Sie mir den wirklichen Grund sagen, mache ich für heute sofort Schluss!«
»Aber das ist der wirkliche Grund!«
»Nein, das ist er nicht! Ich sehe doch, dass Sie lügen. Wenn Sie mir nicht die Wahrheit sagen, so vernehme ich Sie noch zehn Stunden. Was hat er also gesagt? Wiederholen Sie mir die Worte, die er zu der Trudel Baumann gesagt hat.«
»Die weiß ich nicht mehr. Er war so wütend.«
»Warum war er denn so wütend?«
»Weil ich die Trudel Baumann bei mir habe schlafen lassen.«
»Aber er hat’s ihr doch erst hinterher verboten, oder hat er sie gleich weggeschickt?«
»Nein, erst am Morgen.«
»Und am Morgen hat er es ihr verboten?«
»Ja.«
»Warum war er denn so wütend?«
Frau Anna Quangel gab sich einen Stoß. »Ich will es Ihnen sagen, Herr Kommissar. Ich tue keinem einen Schaden mehr damit. Ich habe auch die alte Jüdin, die Rosenthal, die sich nachher aus einem Fenster totgesprungen hat, in der Nacht heimlich bei mir versteckt gehabt. Darüber war er so wütend, und da hat er die Trudel gleich mit rausgeschmissen.«
»Warum hat sich denn die Rosenthal bei Ihnen versteckt?«
»Weil sie Angst gehabt hat so allein in ihrer Wohnung. Die hat über uns gewohnt. Der haben sie den Mann weggeholt. Da hat sie Angst gehabt. Herr Kommissar, Sie haben mir versprochen …«
»Gleich. Gleich sind wir so weit. Also die Trudel hat gewusst, dass Sie eine Jüdin bei sich versteckt hatten?«
»Aber das war doch nicht verboten.«
»Natürlich war das verboten! Ein anständiger Arier nimmt keine Judensau auf, und ein anständiges Mädchen geht hin und meldet so was der Polizei. Was hat denn die Trudel dazu gesagt, dass die Jüdsche in eurer Wohnung war?«
»Herr Kommissar, jetzt sage ich nichts mehr aus. Jedes Wort verdrehen Sie mir. Die Trudel hat nichts verbrochen, sie hat von nichts was gewusst!«
»Aber dass eine Jüdin bei euch geschlafen hat, das hat sie doch gewusst!«
»Das war nichts Schlechtes!«
»Da denken wir anders darüber. Morgen werde ich mir mal die Trudel vorknöpfen.«
»Oh, lieber Gott, was habe ich da wieder angerichtet!«, weinte Frau Quangel los. »Nun habe ich auch die Trudel ins Unglück gestürzt. Herr Kommissar, der Trudel dürfen Sie nichts tun, die ist jetzt in anderen Umständen!«
»Ach nee, das wissen Sie plötzlich doch, wo Sie die Trudel angeblich zwei Jahre nicht gesehen haben! Woher wissen Sie denn das?«
»Aber das habe ich Ihnen doch gesagt, Herr Kommissar, dass mein Mann sie noch mal auf der Straße getroffen hat.«
»Wann war denn das?«
»Das wird ein paar Wochen her sein. Herr Kommissar, Sie haben mir eine kleine Pause versprochen. Nur eine kleine Pause, bitte. Ich kann wirklich nicht mehr.«
»Nur noch einen Augenblick! Gleich sind wir so weit. Wer hat denn angefangen zu sprechen, die Trudel oder Ihr Mann, wo sie doch beide miteinander verkracht waren?«
»Sie waren doch nicht verkracht, Herr Kommissar.«
»Wo ihr dein Mann das Haus verboten hat!«
»Das hat die Trudel ihm doch nicht übelgenommen, die kennt doch meinen Mann!«
»Wo haben sie sich denn getroffen?«
»Ich glaube, in der Kleinen Alexanderstraße.«
»Was hat denn dein Mann in der Kleinen Alexanderstraße gemacht? Sie haben doch gesagt, er ist immer nur zur Fabrik und zurückgegangen.«
»Das ist auch so.«
»Und was hat er in der Kleinen Alexanderstraße zu tun? Wohl ’ne Postkarte wegbringen, was, Frau Quangel?«
»Nein, nein!«, rief sie angstvoll und erbleichte plötzlich.
»Die Postkarten habe ich immer verteilt! Immer ich allein, er nie!«
»Warum sind Sie denn eben so blass geworden, Frau Quangel?«
»Ich bin doch nicht blass geworden. Doch, ich bin. Weil mir nämlich schlecht ist. Sie wollten doch eine Pause machen, Herr Kommissar!«
»Gleich, sobald wir das klar haben. Also, Ihr Mann hat eine Postkarte weggebracht und hat dabei die Trudel Baumann getroffen? Was hat die denn zu den Karten gesagt?«
»Aber sie hat doch gar nichts davon gewusst!«
»Hat Ihr Mann denn, als er die Trudel sah, die Karte noch in der Tasche gehabt, oder hatte er sie schon abgelegt?«
»Die hatte er schon abgelegt.«
»Sehen Sie, Frau Quangel, jetzt kommen wir der Sache schon näher. Nun sagen Sie mir nur noch, was die Trudel Baumann zu der Karte gesagt hat, und wir machen für heute Schluss.«
»Aber sie kann doch nichts gesagt haben, er hatte die Karte doch schon vorher abgelegt.«
»Überlegen Sie sich das man noch mal! Ich sehe Ihnen doch an, dass Sie lügen. Wenn Sie dabei bleiben, werden Sie morgen früh noch hier sitzen. Warum wollen Sie sich denn unnötig so quälen? Ich sage es ja morgen doch der Trudel Baumann auf den Kopf zu, dass sie von den Postkarten gewusst hat, und die wird’s auch gleich zugeben. Warum wollen Sie sich also Schwierigkeiten machen, Frau Quangel? Sie werden auch froh sein, wenn Sie auf Ihre Pritsche kriechen dürfen. Also, wie steht’s, Frau Quangel? Was hat die Trudel Baumann zu den Postkarten gesagt?«
»Nein! Nein! Nein!«, schrie Frau Quangel, verzweifelt aufspringend. »Ich sage kein Wort mehr! Ich verrate niemanden! Sie können sagen, was Sie wollen, Sie können mich totschlagen: ich rede nichts mehr!«
»Setzen Sie sich nur ruhig wieder hin«, sagte der Kommissar Laub und versetzte der Verzweifelten ein paar Schläge. »Wann Sie aufstehen dürfen, bestimme ich. Und wann das Verhör zu Ende ist, das bestimme ich auch. Jetzt wollen wir erst mal die Sache mit der Trudel Baumann zu Ende bequatschen. Nachdem Sie mir eben gestanden haben, dass sie Hochverrat begangen hat …«
»Das habe ich nicht gestanden!«, rief die gequälte, verzweifelte Frau.
»Sie haben gesagt, Sie wollen die Trudel nicht verraten«, sagte der Kommissar gleichmütig. »Und nun lass ich nicht eher nach, bis Sie mir gesagt haben, was es da zu verraten gibt.«
»Nie sage ich das, nie!«
»Na also! Sehen Sie, Frau Quangel, Sie sind dumm. Sie müssen sich doch selbst sagen, dass ich das, was ich wissen will, morgen in fünf Minuten der Trudel Baumann glatt und bequem aus der Nase ziehe. So ’ne schwangere Frau, die hält doch solch Verhör nicht lange aus. Wenn ich der ein paar runterhaue …«
»Sie dürfen die Trudel nicht schlagen! Sie dürfen das nicht! Oh, lieber Gott, hätte ich doch nie ihren Namen genannt!«
»Sie haben ihn aber genannt! Und Sie machen es Ihrer Trudel viel leichter, wenn Sie alles gestehen! Nun, wie ist es, Frau Quangel? Was hat die Trudel zu den Karten gesagt?«
Und später: »Ich könnt’s von der Trudel erfahren, aber grade will ich, dass Sie es mir jetzt sagen. Ich lass nicht eher nach! Sie sollen’s lernen, dass Sie einfach ein Dreck sind vor mir. Sie sollen’s lernen, dass alle Ihre Vorsätze, den Mund zu halten, Mist sind vor mir. Sie sollen lernen, dass Sie gar nichts wert sind, Sie mit all Ihrem Gerede von Treue und Nichtverratenwollen. Nichts sind Sie! Nun, Frau Quangel, wetten, dass ich zwischen jetzt und einer Stunde aus Ihrem Munde höre, was die Trudel mit den Postkarten zu tun hat?! Wetten?«
»Nein! Nein! Nie!«
Aber natürlich erfuhr es der Kommissar Laub, und es dauerte nicht mal eine Stunde.
53. Die betrübten Hergesells
Hergesells machten ihren ersten Spaziergang nach Trudels Fehlgeburt. Sie gingen die Straße nach Grünheide hinaus, bogen dann aber links in den Frankenweg ein und wanderten am Ufer des Flakensees auf Woltersdorfer Schleuse zu.
Sie gingen sehr langsam, ab und zu warf Karl einen raschen Blick auf Trudel, die mit gesenktem Blick neben ihm ging.
»Es ist schön im Walde«, sagte er.
»Ja, es ist schön«, antwortete sie.
Ein wenig später rief er: »Sieh dort die Schwäne auf dem See!«
»Ja«, antwortete sie. »Schwäne …« Und nichts mehr.
»Trudel«, sagte er besorgt, »warum sprichst du nicht? Warum freut dich nichts mehr?«
»Ich muss immer an mein totes Kind denken«, flüsterte sie.
»Ach, Trudel«, sagte er. »Wir werden noch viele Kinder haben!«
Sie schüttelte den Kopf. »Ich werde nie mehr ein Kind haben.«
Er fragte ängstlich: »Hat der Doktor dir das gesagt?«
»Nein, nicht der Doktor. Aber ich fühle es.«
»Nein«, sagte er. »So darfst du nicht denken, Trudel. Wir sind doch jung, wir können noch so viele Kinder haben.«
Wieder schüttelte sie den Kopf. »Ich denke manchmal, das jetzt war meine Strafe.«
»Eine Strafe! Wofür denn, Trudel? Was haben wir denn verbrochen, dass wir so gestraft werden? Nein, es war ein Zufall, bloß ein blinder, gemeiner Zufall!«
»Es war kein Zufall, es war eine Strafe«, sagte sie hartnäckig. »Wir sollen kein Kind haben. Ich muss immer daran denken, was aus dem Klaus geworden wäre, wenn er älter geworden wäre. Jungvolk und HJ, SA oder SS …«
»Aber, Trudel!«, rief er, ganz verblüfft von den schwarzen Gedanken, mit denen seine Frau sich plagte, »wenn der Klaus größer geworden wäre, dann wäre es ja längst mit der ganzen Hitlerei vorbei gewesen. Die dauert nicht mehr lange, verlass dich drauf!«
»Ja«, sagte sie, »und was haben wir dazu getan, dass die Zukunft besser wird? Gar nichts! Schlimmer als nichts: wir haben die gute Sache verlassen. Ich muss jetzt so viel an Grigoleit und den Säugling denken … deswegen sind wir bestraft …«
»Ach, dieser elende Grigoleit!«, sagte er ärgerlich.
Er hatte einen schweren Zorn auf Grigoleit, der immer noch nicht seinen Koffer geholt hatte.
Schon ein paarmal hatte Hergesell den Einlieferungsschein erneuern müssen.
»Ich denke«, sagte er, »der Grigoleit sitzt längst. Man hätte sonst wohl wieder etwas von ihm gehört.«
»Wenn er sitzt«, beharrte sie, »sind wir mit daran schuld. Wir haben ihn im Stich gelassen.«
»Trudel!«, rief er ärgerlich. »Ich verbiete dir, solch einen Unsinn auch nur zu denken! Wir haben nicht das Zeug zu Verschwörern. Für uns war es das einzig Richtige, damit aufzuhören.«
»Ja«, sagte sie bitter, »aber wir haben das Zeug zu Drückebergern, zu Feiglingen! Du sagst, der Klaus hätte nicht mehr in die HJ gemusst. Aber wenn er es nicht gemusst hätte, wenn er seine Eltern hätte achten und lieben dürfen – was haben wir dazu getan? Was haben wir für eine bessere Zukunft getan? Nichts!«
»Es können nicht alle Verschwörer spielen, Trudel!«
»Nein. Aber man hätte anderes tun können. Wenn sogar ein Mann wie mein früherer Schwiegervater, der Otto Quangel …« Sie brach ab.
»Nun, was ist mit dem Quangel? Was weißt du von ihm?«
»Nein, ich sage dir das lieber nicht. Ich habe es ihm auch versprochen. Aber wenn sogar ein alter Mann wie der Otto Quangel gegen diesen Staat arbeitet, so finde ich es schmählich, dass wir die Hände in den Schoß legen!«
»Aber was können wir denn tun, Trudel? Nichts! Denk an alle Macht, die der Hitler hat, und wir beide sind reine gar nichts! Nichts können wir tun!«
»Wenn alle so dächten wie du, würde Hitler ewig die Macht behalten. Einer muss gegen ihn zu kämpfen anfangen.«
»Aber was können wir tun?«
»Was? Alles! Wir könnten Aufrufe schreiben und an die Bäume hängen! Du arbeitest in der chemischen Fabrik, kommst als Elektriker in jeden Werkraum. Du brauchst nur einen Hahn anders zu stellen, die Schraube an einer Maschine zu lockern, und das Ergebnis von vielen Tagewerken ist kaputt. Wenn du so was tust, und noch ein paar hundert andere, der Hitler würde sich schön umsehen, wo sein Kriegsmaterial bleibt.«
»Ja, und nach dem zweiten Mal schon hätten sie mich beim Schlips, und ab mit mir zur Hinrichtung!«
»Das ist es ja, was ich immer sage: wir sind feige. Wir denken nur an das, was mit uns geschehen wird, nie an das, was den anderen geschieht. Sieh mal, Karli, du bist von der Wehrmacht freigestellt. Aber wenn du Soldat sein müsstest, wärest du ja auch jeden Tag in Lebensgefahr und fändest es sogar selbstverständlich.«
»Ach, bei den Preußen würde ich auch schon einen Druckposten kriegen!«
»Und würdest andere für dich sterben lassen! Alles, wie ich es sage. Feige sind wir, zu nichts taugen wir!«
»Diese verdammte Treppe!«, brach er los. »Wenn das mit deiner Fehlgeburt nicht gekommen wäre, wir hätten so glücklich weitergelebt!«
»Nein, es wäre kein Glück gewesen, kein richtiges, Karli! Schon seit ich mit dem Klaus ging, habe ich immer daran denken müssen, was aus dem Jungen wird. Ich hätte es nicht ertragen, wenn er den rechten Arm zum Heil Hitler ausgestreckt hätte, ich hätte ihn nicht im braunen Hemd sehen mögen. Wenn wieder einmal ein Sieg gefeiert wäre, hätte er erlebt, wie seine Eltern fein artig die Hakenkreuzfahne aushängten, und er hätte gewusst, dass wir Lügner sind. Nun, das wenigstens ist uns erspart geblieben. Wir haben den Klaus nicht haben sollen, Karli!«
Er ging eine Weile in finsterem Schweigen neben ihr. Sie waren jetzt auf dem Rückweg, aber sie sahen weder See noch Wald.
Schließlich fragte er: »Du meinst also wirklich, wir sollten so etwas anfangen? Ich soll in der Fabrik etwas aufstellen?«
»Gewiss«, sagte sie. »Wir müssen etwas tun, Karli, damit wir uns nicht so sehr schämen müssen.«
Er überlegte eine Weile, dann sagte er: »Ich kann mir nicht helfen, Trudel, wenn ich mir das so vorstelle, wie ich in der Fabrik herumschleiche und Maschinen verderbe, es passt nicht zu mir.«
»So überlege dir, was zu dir passt! Es wird dir schon einfallen. Es muss ja nicht gleich sein.«
»Und hast du dir schon überlegt, was du tun willst?«
»Ja«, sagte sie. »Ich weiß eine Jüdin, die sich versteckt hält. Sie hat schon abtransportiert werden sollen. Aber sie ist bei schlechten Leuten und fürchtet jeden Tag Verrat. Die werde ich zu uns nehmen.«
»Nein!«, sagte er. »Nein. Das tu nicht, Trudel! So belauert, wie wir sind, kommt es sofort raus. Und dann denk an die Lebensmittelkarten! Die hat doch bestimmt keine! Wir können doch nicht noch einen Menschen von unseren beiden Karten ernähren!«
»Können wir das nicht? Können wir wirklich nicht ein bisschen hungern, wenn dadurch ein Mensch vom Tode errettet wird? Ach, Karli, wenn das so ist, dann hat es der Hitler wirklich leicht. Dann sind wir alle bloß Dreck, und es geschieht uns ganz recht!«
»Aber man wird sie bei uns sehen! In unserer kleinen Wohnung lässt sich niemand verstecken. Nein, das erlaube ich nicht!«
»Ich glaube nicht, Karli, dass du mir was zu erlauben hast. Es ist ebenso meine wie deine Wohnung.«
Sie gerieten in einen lebhaften Streit darüber, in den ersten wirklichen Streit ihrer Ehe. Sie sagte, sie würde die Frau, während er auf Arbeit wäre, einfach ins Haus bringen, und er verkündete, er würde sie auf der Stelle rausschmeißen.
»Dann schmeiß mich nur gleich mit raus!«
So weit gingen sie. Beide waren zornig, gereizt, böse. Sie legten die Sache nicht bei, hier gab es keinen Kompromiss. Sie wollte durchaus etwas tun, gegen den Hitler, gegen den Krieg. Prinzipiell wollte er auch etwas tun, aber es durfte kein Risiko dabei sein, nicht das geringste bisschen Gefahr wollte er laufen. Das mit der Jüdin war einfach Wahnsinn. Nie würde er es erlauben!
Sie gingen schweigend durch die Straßen Erkners nach Hause. Sie schwiegen so intensiv, dass es immer schwerer schien, dies Schweigen noch zu brechen. Sie hatten sich nicht mehr untergefasst, ohne Berührung gingen sie nebeneinander. Als sich einmal zufällig die Hände streiften, zog jedes eilig die eigene zurück, und sie vergrößerten den Abstand voneinander.
Sie achteten nicht darauf, dass vor ihrer Tür ein großes, geschlossenes Auto hielt. Sie stiegen die Treppe hinauf und merkten nicht, dass sie aus jeder Tür neugierig oder ängstlich angesehen wurden. Karl Hergesell schloss die Wohnungstür auf und ließ die Trudel vor sich her eintreten. Noch auf dem Flur merkten sie nichts. Erst als sie in der Stube den kleinen, untersetzten Mann in einer grünen Joppe sahen, schreckten sie zusammen.
»Nanu?«, sagte Hergesell empört. »Was machen Sie denn hier in meiner Wohnung?«
»Kriminalkommissar Laub von der Gestapo, Berlin«, stellte sich der Mann in der grünen Joppe vor. Er hatte das Jägerhütchen mit dem Rasierpinsel darauf auch in der Stube auf dem Kopf.
»Herr Hergesell, nicht wahr? Frau Gertrud Hergesell, geborene Baumann, genannt Trudel? Schön! Ich hätte gern einmal ein paar Worte mit Ihrer Frau gesprochen, Herr Hergesell. Vielleicht warten Sie solange in der Küche?«
Sie sahen einander angstvoll in die blass gewordenen Gesichter. Dann lächelte Trudel plötzlich. »Also auf Wiedersehen, Karli!«, sagte sie und umschlang ihn. »Auf ein gutes Wiedersehen! Wie dumm es war, uns zu streiten! Es kommt doch immer anders, als man denkt!«
Der Kommissar Laub räusperte sich mahnend. Sie küssten sich. Hergesell ging.
»Sie haben von Ihrem Mann eben Abschied genommen, Frau Hergesell?«
»Ich habe mich mit ihm versöhnt, wir hatten einen Streit miteinander.«
»Worüber hatten sie denn gestritten?«
»Über den Besuch einer Tante von mir. Er war dagegen, ich dafür.«
»Und mein Anblick hat Sie dazu bestimmt, nachzugeben? Merkwürdig, sehr sauber scheint Ihr Gewissen nicht zu sein. Augenblick mal! Sie bleiben hier!«
Sie hörte ihn in der Küche mit Karli reden. Wahrscheinlich würde Karli eine andere Ursache des Streites angeben, diese Sache lief vom ersten Anfang an falsch. Sie hatte sofort an Quangel gedacht. Aber eigentlich sah es Quangel wenig ähnlich, einen Menschen zu verraten …
Der Kommissar kam zurück. Er sagte, sich zufrieden die Hände reibend: »Ihr Mann erklärt, Sie hätten sich darüber gestritten, ob Sie ein Kind adoptieren wollten oder nicht. Das ist die erste Lüge, bei der ich Sie ertappt habe. Keine Angst, in einer halben Stunde werden eine Masse Lügen von Ihnen dazugekommen sein, und bei allen werde ich Sie ertappen! Sie haben eine Fehlgeburt gehabt?«
»Ja.«
»Ein bisschen nachgeholfen, was? Damit der Führer keine Soldaten mehr kriegt, wie?«
»Jetzt haben aber Sie gelogen! Wenn ich so was gewollt hätte, hätte ich wohl kaum bis zum fünften Monat gewartet!«
Ein Mann kam herein, einen Zettel in der Hand.
»Herr Kommissar, den hat Herr Hergesell eben in der Küche verbrennen wollen.«
»Was ist das? Ein Hinterlegungsschein? Frau Hergesell, was ist das für ein Koffer, den Ihr Mann auf dem Bahnhof Alexanderplatz hinterlegt hat?«
»Ein Koffer? Ich habe keine Ahnung, mir hat mein Mann nie ein Wort davon gesagt.«
»Holen Sie den Hergesell rein! Ein Mann soll sofort mit dem Auto zum Alexanderplatz fahren und den Koffer holen!« Ein dritter Mann führte Karl Hergesell herein. Die ganze Wohnung steckte also voll Polizei, sie waren blind hineingetappt.
»Was ist das für ein Koffer, Herr Hergesell, den Sie da auf dem Alexanderplatz hinterlegt haben?«
»Ich weiß nicht, was drin ist, ich habe nie hineingesehen. Er gehört einem Bekannten. Er sagte, es ist Wäsche und Kleidung darin.«
»Sehr wahrscheinlich! Darum wollten Sie ja auch den Schein verbrennen, als Sie merkten, dass Polizei in der Wohnung ist!«
Hergesell zögerte, dann sagte er mit einem raschen Blick auf seine Frau: »Das habe ich getan, weil ich dem Bekannten nicht ganz traue. Es könnte ja auch etwas anderes darin sein. Der Koffer ist sehr schwer.«
»Und was könnte Ihrer Ansicht nach wohl in dem Koffer drin sein?«
»Vielleicht Druckschriften. Ich habe mir immer Mühe gegeben, nicht daran zu denken.«
»Was ist denn das für ein komischer Bekannter, der seinen Koffer nicht selbst zur Aufbewahrung geben kann? Heißt er vielleicht Karl Hergesell?«
»Nein, er heißt Schmidt, Heinrich Schmidt.«
»Und woher kennen Sie ihn, diesen sogenannten Heinrich Schmidt?«
»Ach, den kenne ich schon lange, schon mindestens zehn Jahre.«
»Und wie kamen Sie auf den Gedanken, dass es Druckschriften sein könnten? Was war denn dieser Emil Schulz?«
»Heinrich Schmidt. Der war Sozialdemokrat oder auch Kommunist. Darum bin ich ja auf den Gedanken gekommen, dass da Druckschriften drin sind.«
»Wo sind Sie denn eigentlich geboren, Herr Hergesell?«
»Ich? Hier in Berlin. In Berlin-Moabit.«
»Und wann?«
»Am 10. April 1920.«
»So, und den Heinrich Schmidt wollen Sie seit mindestens zehn Jahren kennen und über seine politische Einstellung Bescheid wissen! Da dürften Sie also elf Jahre alt gewesen sein, Herr Hergesell! Zu dumm dürfen Sie mich auch nicht ansohlen, dann werde ich nämlich ungemütlich, und wenn ich ungemütlich werde, dann tut Ihnen gleich was weh!«
»Ich habe nicht gelogen! Alles, was ich gesagt habe, ist wahr.«
»Name Heinrich Schmidt: erste Lüge! Inhalt des Koffers nie gesehen: zweite Lüge! Grund des Aufbewahrens: dritte Lüge! Nee, mein lieber Herr Hergesell, jeder Satz, den Sie gesagt haben, ist gelogen!«
»Nein, es ist alles wahr. Der Heinrich Schmidt wollte nach Königsberg fahren, und weil ihm der Koffer zu schwer war und er ihn auf der Reise nicht brauchte, hat er mich gebeten, ihn abzugeben. Das ist die ganze Geschichte!«
»Und macht sich die Mühe, nach Erkner zu fahren und sich den Schein bei Ihnen abzuholen, wo er ihn bei sich in der Tasche tragen kann! Sehr wahrscheinlich, Ihre ganze Geschichte, Herr Hergesell! Na, wir wollen jetzt erst mal diese Sache auf sich beruhen lassen. Wir werden uns wohl noch öfter darüber unterhalten, ich denke, Sie werden so freundlich sein und mich ein bisschen auf die Gestapo begleiten. Was nun Ihre Frau angeht …«
»Meine Frau weiß von der ganzen Koffergeschichte nichts!«
»Das sagt sie auch. Aber was sie weiß und was sie nicht weiß, das werde ich alles schon noch erfahren. Aber da ich euch beide hübschen Schätzchen jetzt so nett beisammen habe – ihr kennt euch doch seit eurer Arbeit in der Uniformfabrik?«
»Ja …«, sagten sie.
»Na, wie ist denn das da gewesen, was habt ihr denn da so angestellt?«
»Ich war dort Elektriker …«
»Ich habe Waffenröcke zugeschnitten …«
»Sehr schön, sehr gut, fleißige Menschen seid ihr. Aber wenn ihr grade nicht Stoff geschnippelt und Draht gezogen habt – was habt ihr dann gemacht, meine kleinen Hübschen? Habt ihr da vielleicht so ’ne kleine hübsche kommunistische Zelle gebildet, ihr beiden, und ein gewisser Jensch, Säugling genannt, und ein Grigoleit?«
Sie sahen ihn, blass geworden, an. Wie konnte der Mann das wissen? Sie tauschten einen ratlosen Blick.
»Jaha!«, lachte Laub spöttisch. »Nun seid ihr ziemlich verdattert, was? Ihr habt da nämlich unter Beobachtung gestanden, ihr vier, und wenn ihr euch nicht so schnell getrennt hättet, würde ich eure Bekanntschaft schon ein bisschen früher gemacht haben. Sie stehen ja jetzt noch immer in Ihrer Fabrik hier unter Beobachtung, Hergesell!«
Sie waren so verwirrt, dass sie gar nicht daran dachten, dem Mann da zu widersprechen.
Er betrachtete sie nachdenklich, und plötzlich kam dem Kommissar ein Gedanke. »Wem hat denn nun der bewusste Koffer gehört, Herr Hergesell?«, fragte er. »Dem Grigoleit oder dem Säugling?«