Kitabı oku: «Suchtfaktor Liebe», sayfa 3
Habe ich das jetzt verstanden? Hoffentlich. Voraussetzung dafür ist aber, dass ich es verstehen will. Und ob ich das will wird sich erst noch herausstellen – vielleicht ist es ja so unwichtig, dass ich es durchlasse. Vorgegaukelte Leichtigkeit? Aber warum sollte das so sein, wenn ich es doch verstanden habe. Es ist wohl immer noch das mangelnde Selbstvertrauen in das eigene tiefe Wissen, welches uns daran hindert diese Leichtigkeit wirklich zu leben.
Mangelndes Selbstvertrauen – geht’s noch? Da strotzt man vor Eigensinn und Egoismus und dann heißt es mangelndes Selbstvertrauen. Ein Paradoxon in sich. Es könnte natürlich sein, dass der Egoismus und der dem Starrsinn gleichende Eigensinn Vorboten unserer Unsicherheit sind, die uns sagen möchten – Stopp, lass mich in Ruhe lernen und mach mir keinen Druck. Da wir uns den Druck schließlich immer selber machen, wäre das eher ein Selbstgespräch das wir unsinniger Weise mit jemand anderem führen – mit Dir. Aber da hat es nichts zu suchen, denn da finde ich auch nur mich selbst in Form Deines Drucks, den ich mir selbst verweigere. Es ist ziemlich leicht jemand anderem vorzuwerfen, er würde mir die Freude nehmen. Ich finde es alles andere als leicht, aber es soll in unserer Spezies Exemplare geben, die das so praktizieren und es ihnen tatsächlich damit besser zu gehen scheint, als eigenverantwortlich sich selbst Druck zu machen oder ihn abzustellen. Ich persönlich bevorzuge die Eigenverantwortung, die allerdings oft unbemerkt sich ausweitet und Themen anderer integriert.
Es ist doch so egal wie ich’s mache, ich sollte mich daran erfreuen, dass ich’s überhaupt kann. Mehr zu verantworten als für mich gut ist, oder weniger zu verantworten was für Dich ungut ist. Dann leidest doch besser Du als ich, oder? Es fällt natürlich nicht auf mich zurück, nein, keinesfalls. Druck von außen oder innen – am besten beides, damit ich nicht nur ex- sondern auch noch implodiere. Tolle Vorstellung – ich platze und keiner kriegt es mit, weil es denen genauso geht. Aber wo ist denn nur die Freude geblieben? Geplatzt, zerplatzt wie eine Seifenblase. Träume, die ausgeträumt sind. Wie oben so unten, links oder rechts, innen oder außen – entscheide Dich für eine Seite und Du bist verloren, manipuliert das Gegenteil Deiner Wahl anzuziehen. Na dann viel Spaß und Freude damit.
Ich persönlich möchte das nicht… Es ist der beste Weg, mich und Dich unglücklich zu machen. Ich will gut sein und mich freuen und am liebsten ausschließlich. Der Preis hierfür ist hoch, zu hoch um Glück zu bescheren. Ich verkrafte es nicht mehr mich permanent im Griff haben zu müssen aufgrund meiner Ambition gut zu sein. Habe ich doch meine Ansprüche abgelegt und verstanden, was uns frei macht. Versuchen wir doch weiter auf Biegen und Brechen Freude zu erschaffen füreinander – weit gefehlt. Wenn es mir nicht gut geht, dann ist das eben mal so. Das geht vorbei. Schlimm wird es nur, wenn ich versuche dem entgegen zu wirken, mich nicht mehr schlecht zu fühlen, mich und meine Energie zu manipulieren entgegen dem, was ich eigentlich brauche. Wenn ich gerade mal keine Freude in mir habe – was ist denn daran eigentlich so unerträglich? Die Erinnerung an bessere Zeiten, jüngeres Aussehen und vieles mehr ist verantwortlich für unser Empfinden des Mangels an Freude. Aber sind es nicht meine Erinnerungen aus der Vergangenheit? Die haben hier in diesem Moment nun wirklich nichts zu suchen und vor allem – der Vergleich macht unfreudig. Zumal wir in der Erinnerung nicht mehr die gesamte komplett andersartige vergangene Situation im Blick haben.
Sexualität
Ich brauche Lust und Leidenschaft, der Weg über den Körper, um mich und Dich auf legitime Weise zu spüren, ohne Ärger zu verursachen. Die Voraussetzung hierfür ist aber die Freude, die unzertrennlich mit unserer Liebesfähigkeit verbunden ist. Anders kann Sexualität nicht wirklich funktionieren, zumindest nicht langfristig befriedigend. Männer erzählen uns oftmals andere Geschichten hierüber. Aufschneider, als glaubten sie selber daran, als gäbe es wirkliche Lust ohne Liebe. Wirklich Freude daran hat man doch nur, wenn der Partner auch Glück empfindet, oder etwa nicht? Richtig, ich vergaß, es reicht völlig aus, wenn ich glücklich bin und Lust empfinde. Kenne ich gut, von meinem Gegenüber. Könnte einen ja frustrieren auf Dauer, wenn es nicht so traurig wäre. Als lebendige Gummipuppe zu fungieren war schon immer mein Traum. Wunscherfüllung pur – also doch keine zerplatzten Seifenblasen?
Bleibt noch zu klären, ob unsere Partnerwahl im körperlichen Bereich gleichzusetzen ist mit unserer emotionalen Welt. Wenn nicht, dann setzten wir unterschiedliche Prioritäten und versuchten künstlich herzustellen, was auf natürliche Weise nicht funktioniert: Wir trennen beide Ebenen. Die Triebfeder hierfür ist die Angst vor Nähe. Aber die bekomme ich doch nur geschenkt, wenn ich mir die Freude am Leben verweigere. Wie kann ich dann mutig für Neues sein? Betrachte ich dann nicht automatisch sämtliche Facetten meines Daseins einzeln, weil ich glaube sie dann besser im Griff zu haben, ohne Gefahr zu laufen verletzt zu werden? Ach hört sich das alles schrecklich an – Angst – Verweigerung – Verletzung.
Voller Unfreude am Leben kann ich doch keine Befriedigung erlangen und vor allem mir nichts Recht machen. Und dann hast Du natürlich auch keine Chance bei mir. Aber für ein wenig Sex reicht es. Das ist der größte Witz aller Zeiten. Das Ego wird auf den Körper verlagert und hierdurch befriedigt ohne über Konsequenzen nachzudenken. Sexualität ist mehr. Mehr von allem, eine Vereinigung aller Sinne und da kann ich ums Verrecken doch nicht erwarten, dass ich meine Fühler veröde, nur damit ich keine Emotionen ins Herz fließen lasse. Ausschalten funktioniert, allerdings nur temporär. Der sogenannte Schisser geht von Blume zu Blume und vermeidet so das wieder Anschalten. Insofern ist Sexualität ohne Liebe machbar, aber eben nur machbar. Toll gemacht, erledigt und abgeschossen.
Ich möchte das nicht. Dann lieber gar keinen Sex mehr. Oh Mann, ist das anstrengend ohne unsere Selbstachtung. Ich kann doch nicht ernsthaft behaupten sie zu besitzen, wenn ich mich so unreif benehme. Wer oder was bin ich denn, ein etwas, dass sich nur reproduzieren möchte? Nein, noch nicht mal das Dank Verhütung. Wofür sollte Sexualität dann nütze sein, wenn nicht für unser Ego, zum Aufpolieren des Selbstwertes? Es könnte eine einfache Ergänzung unserer Liebesfähigkeit sein, aber nein, siehe da, was wir daraus machen. Einen Abklatsch von Begierde, die zweckgebunden und getrieben ist von der Sucht nach Selbstbestätigung. Suchtfaktor Liebe. Wenn es denn welche wäre. Das wäre auch nicht besser. Begierde ohne Liebe ist der Weg der Sucht nach Liebe.
Denn eigentlich will alles geliebt sein. Wieso also sollte ich mir einen Partner wünschen, der nur mit mir schläft anstatt mich lieben zu wollen. Oder umgekehrt, warum sollte ich mit jemandem schlafen wollen ohne die Bereitschaft mich zu verlieben? Was für einen Sinn könnte das haben? Ich befriedige meine Lust ohne Verpflichtung und Verantwortung. Also ist Sexualität degradiert und instrumentalisiert worden im Sinne unserer Verantwortungs-losigkeit ohne wirkliche Nähe herstellen zu müssen. Wie schade! Ihr wisst gar nicht, was ihr versäumt, solltet ihr euer Single-Dasein mit austauschbaren one-night-stands einer wirklich tiefgehenden Beziehung vorziehen.
Wie kann ich nur bevorzugen Spaß im Bett zu haben, anstatt in Partnerschaft Konflikte zu lösen? Das ist es – ich setze einfach Beziehung mit Spaß und Befriedigung gleich (beinhaltet dann auch Sexualität), wohingegen Sexualität alleine als problematisch angesehen wird. Es ist alles von beidem. Ich entscheide, aus welcher Warte ich es sehen will und was mir in der Folge Probleme bereiten wird. Und Probleme wird es geben, denn durch sie können wir lernen und wachsen. Will ich mit Sexualität OHNE Liebe leben oder mit Sexualität UND Liebe? Am frustrierendsten aber ist, wenn ich mit Sexualität OHNE Liebe leben will und kriege das Gegenteil – Sexualität UND Liebe. Oder umgekehrt. Ich ziehe nun mal das Gegenteil an, solange ich nicht kapiere, was ich zu leben habe.
Und wer will mir eigentlich vorschreiben, was ich leben und lernen soll! Das bestimme immer noch ich. Sicher, wer es glaubt wird selig. Wir werden nicht geführt, es gibt kein Schicksal, alles reiner Zufall und vor allem ausschließliche Selbstbestimmung. Das Leben soll also ein Wunschkonzert sein. Stimmt genau, allerdings für Marionetten. Wir spielen ein Stück, solange bis wir den Sinn verstanden haben. Dann können wir ein anders Stück spielen, auch eine andere Rolle. Oder wir suchen uns immer wieder dieselben Rollen in den unterschiedlichen Stücken aus. Wir haben die Wahl keine Wahl zu haben. Hat den Vorteil, dass wir nicht verantwortlich sind für unser Tun. Wir sind schließlich fremdbestimmt und haben so wenig mit unserem eigenen Leben zu tun wie sonst nur wer. Alles um uns herum ist rein zufällig vom Himmel gefallen und wir müssen irgendwie damit klarkommen. Und das Wichtigste: Wir können ja überhaupt nichts dafür.
Das ist mir jetzt echt zu blöd. Wir alle haben ein Schicksal, jedes mit dem des anderen verwoben und verbunden, sozusagen ein gemeinsames Schicksal. Und wir sind Marionetten, die das tun was notwendig ist. Beides zu gleicher Zeit. Und was soll das bringen? Ausgewogenheit der Kräfte, die innere Harmonie herstellen soll, damit wir alle Facetten unseres Lebens genießen können. Auch und vor allem unsere Sexualität. Das gelingt aber nur durch unsere eigene Offenheit der Liebe begegnen zu wollen. Das sollen reicht nicht aus, wenn wir lernen wollen. Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen. Ich glaube schon – denn wenn etwas sein soll, gibt es kein Wenn und Aber. Mit dem Unterschied, dass ich dieses Glück unter Druck nicht als solches Erkennen werde. Es sollte so sein, sollte so kommen – schön und gut, aber wenn ich es doch nicht so sehe, weil mein Ego dieses Glück nicht will?
Die Sinne schärfen, auch die körperlichen Empfindungen, denn Sexualität fühlt sich nicht immer gleich an. Und das liegt nicht an den unterschiedlichen Partnern, sondern an uns und dem, was wir durch unseren Grad der Offenheit und Durchlässigkeit zulassen können oder wollen. Spüren wir unseren Körper genau, beobachten wir ihn und wir brauchen keinen Sex mehr. Zumindest nicht um zu erkennen, ob mich jemand erotisch anspricht. Das kann bereits ein Blick klären, der mich durchdringt. Sexualität in der Endfassung ist völlig überbewertet und fängt viel früher an als die Körperlichkeit. Denn Sexualität ist nicht ausschließlich dem fleischlichen Körper zugeschrieben, Erotik wird emotional und ebenfalls mit allen anderen Sinnen empfunden. Liebe geht durch den Magen. Klammern wir diese Dinge aus, also auch die Liebe und unser Glück, und reduzieren die Sexualität bewusst auf unseren Körper – sprich reiner Sex – sind wir nichts anderes als eine rudimentäre hoffentlich aussterbende Rasse emotionsgestörter Egoisten mit Hang zur Selbstüberschätzung und Selbstboykott. Sicherlich kannst Du mir vieles beibringen – vor allem aber zu erkennen, was ich nicht will. Und ich soll es auch nicht wollen – ich bin eben zu gut für diese Welt und für körperliche Belustigungen nicht unter allen Umständen und jeder Voraussetzung zu haben. Ich gehe ins Kloster und verschreibe mich den wirklich wichtigen Dingen – das muss es auch geben, damit wir erkennen was geht und was nicht und, dass es individuell unterschiedlich sein kann. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, ich will also bin ich? Werde ich nur geliebt, weil ich jung, schön, attraktiv, begehrenswert, erotisch bin und Humor habe? Oder auch weil ich gut kochen kann, Fröhlichkeit ausstrahle und geniale dufte? Bin ich denn eine Glücksfee?
Klar, wünschst Du Dir mein Ich genauso. Aber ich muss Dich enttäuschen, mein eigener Anspruch ist ein anderer – sicherlich erstrebenswert, was mich Vollkommen machen würde. Aber der kannst DU nicht gerecht werden, weil Du es niemals so gut hinkriegst wie ich. Somit habe ich es mir selbst zuzuschreiben, dass „Trautes Heim, Glück allein“ das höchste der Gefühle sein wird. Hat was. Wenn man aber in einer Millionenstadt lebt, die unglaublich viel im Angebot hat, konkurrieren die Massen miteinander. Man schießt sich doch selber ins Aus, wenn man versucht die Mutterliebe auf die Frau zu übertragen. Natürlich ist Mutti die Beste, wenn Sie es einigermaßen hingekriegt hat. Aber Frau ist nicht Mutti und soll und darf es auch nicht sein und insofern ist man auch nicht Papa.
Wie könnte eine Partnerschaft jeden unerreichten Status von Eltern-Kind-Beziehung auch nur ankratzen – und, mal ehrlich, wer möchte das denn wirklich? Ich bin eine Mama und ich wünsche meinem Sohn keine Frau wie mich. Sie soll sein wie er. Was habe ich dort verloren, vielmehr, was hat er im ich zu suchen? Da haben wir es wieder. Natürlich bin ich seine erste große Liebe, genauso wie mein Vater die meinige ist. Orientierung ja. Kopie, niemals. Will ich nicht, hatte ich selbst schon. Da wird alles Unverarbeitete, unser familiäres Erbe, gelebt. Hatte ich schon und es ist schrecklich. Alles was ich über die Beziehung zwischen meinen Eltern nicht kapiert habe erlebte ich dann am eigenen Leib. Braucht kein Mensch. Mit Abstand gesehen ist es die geniale Schule wirklich zu erkennen, woher ich komme und wohin ich nie wieder zurück will.
Was ist die gleichgeschlechtliche Orientierung anderes als eine Potenzierung des Ich-Bedürfnisses im Du? Sich zusätzlich noch körperlich ähneln. Oder ist es genetisch vorbelastet, Protest oder Ausdruck persönlicher Freiheit? Gibt es da überhaupt einen Unterschied? All das als Schicksal? Ist es diskutabel und wählbar, oder ist es einfach nur wie es ist? Darf ich auch darüber lachen und darf es mir Freude machen und mich belustigen, da es Teil unserer Gesellschaft ist? Ja, unbedingt! Alles andere würde doch erst eine Ausgrenzung bedeuten.
Alles was ich ignoriere, verleugne oder totschweige, das grenze ich aus. Wir reden darüber.
Warum grenzt du dich selber aus, indem Du eine Homo-Disco brauchst, einen eigenen Karneval und einen eigenen Schwulen und Lesben Weihnachtsmarkt? Schützt dich das wirklich vor der Wirklichkeit, mit der du und ich uns auseinandersetzen sollen? So dämlich kann ja kein Hetero sein, dass er nicht merken würde unerwünscht zu sein. Wer grenzt hier eigentlich wen aus und sich selber dazu! Wie kann ich Vorurteilen vorbeugen und was muss ich selber tun, damit ich mich wohl fühle? Als Exot oder Besonderheit kann keine Integration stattfinden. Andersartigkeit lässt sich nicht integrieren – es steckt in der Schublade „Anders“!
Blond ist in der Schublade „schön“ manchmal auch „dumm“ wiederzufinden – ganz individuell. Es geht jedem gleich, weil wir alle anders sind. Wir tragen uns zur Schau in unserer geglaubten Andersartigkeit, was hervorragend ist, aber hieraus Ablehnung wegen Andersartigkeit abzuleiten halte ich für fragwürdig und eigentlich belustigend. Dazu brauche ich nicht homosexuell zu sein – fett sein reicht absolut aus. Auch der Dicke wird oft als Provokation empfunden. Was hast Du eigentlich damit zu tun? Ist es Deine Baustelle, geht es Dich etwas an und hättest Du nicht genug mit Dir selbst zu tun und vor Deiner eigenen Türe zu kehren! Derjenige, der sich provoziert fühlt ist dafür selbst verantwortlich. Oft gehe auch ich in die Offensive, weil ich besser damit klar komme mich mit allen Sinnen auseinander zu setzen, als defensiv zurückzunehmen was aufgelöst gehört. Auch hier sind alle gleich – daran ändert auch keine sexuelle Orientierung etwas. Ich will gar nicht sein, was ich nicht bin. Und was ich bin, das kann jeder sehen.
Als Beispiel, was aufzeigen möchten, wie sehr wir uns ähneln:
Was ist das eventuell tuntenhafte Benehmen eines homosexuellen Mannes im Rahmen von gleichgeschlechtlicher Partnerschaft anderes, als der Zickenalarm unter Frauen? Was ist die manchmal maskuline Ausstrahlung homosexueller Frauen anderes als das machohafte Kumpelgehabe in der Kneipe? Ist das wirklich verdreht? Ich finde es genau richtig so. Es ist gut, dass es uns Impulse gibt, an denen wir uns reiben können und letztlich daran wachsen – es ist richtig, dass es alles gibt was es gibt… Selbst gewollt und gewählt oder Schicksal und Marionette – oder Beides? Und wen interessiert es überhaupt wer mit wem was macht? Was geht es mich an, mit wem Du Spaß hast? Mit wem Du Sexualität lebst? Aber bitte, dann lass auch mich in Ruhe – nicht mit dem was und wie Du es tust, sondern mit dem was ich leben möchte. Geschieht Abgrenzung mit mir, durch mich oder aus mir heraus? Und warum sollte es dafür andere Gründe, Regeln und Gesetze geben als für den Rest der Welt?
Intoleranz ist etwas was dem entgegenschlägt und mit der ich ein Problem habe und in Resonanz gehe, wenn ich diese Eigenschaft selbst in mir trage. Oder ich bin selbst super tolerant, dann lache ich doch über die mir begegnende Intoleranz.
Wenn du einen Weg gehst, der dich geballt mit einem bestimmten Thema auseinander setzen lässt, dann geh davon aus, es ist Dein zentrales Lebensthema. Meines auch, wenn ich es anstößig finde. Übe Dich darin und schließe Frieden mit Dir und bitte auch mit mir. Ich weiß es doch auch nicht besser.
Würde ich Frauen lieben, wäre sicher alles einfacher. Sie sind genau wie ich, Frau eben, aber wahrscheinlich würde ich mich mit den absoluten Zicken einlassen – gleich und gleich gesellt sich halt gern. Sorry Mädels, aber ich liebe Männer. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Selber schuld? Weiß nicht, ist einfach so. Und wir entwickeln uns ja weiter, hoffentlich.
Entwicklung heißt ja nicht, dass ich zwingend alles über Bord werfen muss, was mich bisher ausgemacht hat. Es bedeutet mich selbst wahrzunehmen mit dem was ich bin und das Beste daraus zu machen. Und das beurteile ich ganz alleine für mich. Du hast mir hier gar nichts zu sagen. Vor allem nicht, wie ich zu leben und wen ich zu lieben habe, was ich tun oder lassen sollte, was von allem was in mir steckt ich ausleben darf oder nicht. Ich bin verantwortlich, oder wischst Du hinterher den Dreck weg, den ich gemacht habe? Und am besten muss ich Deinen Müll dann auch entsorgen. Sehe ich gar nicht ein. Ist das erwachsen sein oder einfach nur dumm? Und ist das die Grundlage für gute Sexualität? Man munkelt ja, denn es steckt eine gehörige Portion Aggression und Widerstand dahinter und das wird oft als reizvoll empfunden – der Eroberungsdrang! Das ganze Gegenteil von Offenheit und Nähe, aber klar erkennbar ist das starke Bedürfnis danach und rechtfertigt diese Spielchen.
Haben Fetische einen Sinn und wenn ja welchen? Warum fragen sich so viele, woher das kommt und kennen die Antwort nicht? Würden sie die Antwort kennen, könnten sie es dann noch leben oder hätte sich die Neigung im gleichen Atemzug erledigt? Und was ist diese besondere Abgrenzung anderes als sich nur mit Menschen auseinanderzusetzen, die sich intensiv über weite Strecken ihres gesamten Lebenswegs diesem Thema widmen wollen?
Beide Geschlechter lieben zu können, das wäre es doch. Das ist die ultimative Offenheit! Ein Hoch auf die 70er. Eine riesige Spielwiese! Was ist daran schon Verwerfliches zu leben und zu lieben was in mir steckt, oder in dir. Ich finde es noch nicht mal wichtig das alles selbst zu erleben, sondern vielmehr die Gedanken offen und öffentlich schweifen lassen zu dürfen – das ist meine Form von Offenheit.
Meine Priorität liegt eben woanders – in diesem Buch zum Beispiel. Was ist dagegen schon Sexualität. Schreiben macht irrsinnig viel Spaß! Und ich werde sogar dafür bezahlt durch jedes verkaufte Buch. Nicht, dass es das in der Sexualität nicht gäbe – im professionellen Bereich ist es sogar zwingend erforderlich die Sexualität ausschließlich auf der körperlichen Ebene stattfinden zu lassen. Professionell eben!
Genau wie eine Prostituierte verlagere ich sozusagen meine Lust und Leidenschaft auf andere Bereiche als Beziehung. Was für den einen der Freier, das ist für mich der Leser. So kann ich wundervoll die intensive Kraft nutzen die mangels Wahrnehmung der Möglichkeiten gerade nicht ausgelebt wird. Und du hast auch was davon. Partizipieren – spannen sozusagen. Was ist ein Leser anderes als ein Voyeur? Zusehen hat dieselbe Wirkung wie Lesen nur auf einer anderen Ebene – ich partizipiere von dem was ein anderer getan hat, beschreibt oder phantasiert. Was ich dann selber nicht mehr tun muss, obwohl es mich interessiert und mir eventuell sogar gefällt oder Spaß bereitet. Das kann jeder, denn das Geheimnis ist jetzt gelüftet. Das Kanalisieren und Verlagern der sozusagen freien nicht genutzten oder nicht ausgelebten Energie ist das Geheimnis der Kreativität. Irgendwo muss sie ja herkommen. Und Sexualität kann äußerst kreativ sein. Einen Lustgewinn erziele ich auch, wenn Du dieses Buch liest. Ob ich Deine Seele mit meinen Worten berühre oder mit meinen Händen ist letztlich dasselbe – die richtigen Worte können mehr Nähe herstellen als eine Berührung es vermag. Was für ein Wortwitz.
Spaß beiseite - eine falsche Berührung hingegen kann Dich für Jahrzehnte verschließen. Eine Herausforderung, die nicht wirklich witzig ist, jedoch Freude bereiten kann, wenn wir das Thema erlöst haben.
Jede körperliche Thematik, das Gewicht, Aussehen und das Alter eingeschlossen, ist immer sehr nah dran an unseren Emotionen, weil es Themen sind die uns direkt berühren, die im außen sichtbar sind, oftmals schwer zu ändern, unaufhaltsam bis hin zur Unabänderlichkeit. Damit muss man erst mal klarkommen. Und doch sind meine großen Ohren oder Dein Übergewicht oftmals Stein des Anstoßes, die viele Menschen bis ins Erwachsenenalter belustigend finden. Ich altere ob ich will oder nicht. Und Du auch. Darüber lacht dann keiner, denn jeder muss lernen damit zu leben. Warum lachen wir eigentlich nicht über unsere Falten oder Fettpölsterchen? Was daran ist so tragisch, dass hierfür sogar Tränen vergossen werden? Wir leben doch, oder etwa nicht. Was mehr können wir vom Leben erwarten – ich von mir selber schon. Nämlich, dass ich es endlich sein lasse mich selber zu kasteien. Ich sollte mich einfach weiterhin gehen lassen – dann kann ich mich in Talkshows setzen und mich einreihen in die Riege derjenigen, die ohne permanentes Gemecker nicht können. Bin ich besser als die, die das öffentlich tun? Ich tue es doch auch im kleinen Kreise und durch meine eigene Ausstrahlung eigentlich permanent, im Supermarkt und überall, wo es mich schließlich gibt. Nein, ich bin genau wie Du und das ist ja mein Problem. Ich will eben nicht sein wie Du, wie sollte ich auch, ich will ja noch nicht einmal ich sein. So wie ich bin.
Ich glaube, ich spinne. Geht’s noch? Ich bin ich und ich kriege schließlich niemand anderes, keinen anderen Körper oder Charakter, nichts von dem was nicht in mir ist. Wie, Du entdeckst in Dir schlummernde nicht gekannte Eigenschaften? Raus damit, lebe sie. Das ist die einzige Form der Veränderung, die Dir gegönnt ist. Ansonsten finde Dich damit ab – Du bist fett oder dumm – irgendetwas musst ja schließlich auch DU sein. So ein Nichts zu sein, das ist ja auch nichts. Aber genau da entwickle ich mich ja hin, wenn ich alles an Erfahrungen meines Lebens für bare Münze nehme und mich damit identifiziere und ausschließlich versuche aus meinen Erfahrungen zu lernen. Was ich aus Erfahrungen lernen kann? Nichts, rein gar nichts, denn dazu sind sie fehlgeleitet gar nicht gemacht worden. Wir sollen auch gar nichts aus ihnen lernen, wir sollen sie nur machen, um ein Thema komplett zu begreifen. Das Thema zu sehen, zu leben und zu verstehen, das ist die Herausforderung und nicht das dünner werden oder „extrem schön“ zu sein. Die Dünnen und Schönen sind auch nicht glücklicher als ich. Und wer sagt eigentlich, dass ich es nicht bin?
Jung ist schon mal schön, alt nicht, oder was? Und was macht das mit unserer Sexualität – kannst Du offen sein für Deine Bedürfnisse, oder lagert sich hier dieses Thema vor, dass dich in die eine oder andere Richtung blockieren soll… Jetzt haben wir, ich zumindest, lange nicht mehr herzhaft gelacht – was soll ich sagen, dazu fällt mir nicht wirklich etwas Witziges ein, was ich zur Belustigung beitragen könnte. Es ist ja auch schon traurig was aus uns wird, wenn wir jenseits der vierzig agieren. Irgendwann müssen wir uns damit abfinden – auch die Mitten-im-Leben-Krise macht genau das, was sie soll. Sie schickt uns in die richtige Richtung. Denn spätestens jetzt gehen wir nochmal auf die Suche nach unseren wirklichen Werten. Na super – da dachte ich, ich bin da durch und kann mich jetzt entspannt zurücklehnen und offen und durchlässig sein, da kommt dieses unabänderliche unumkehrbare Thema des Alterns unweigerlich um die Ecke. Will ich das?
Brauche ich das? Warum werde ich hier nicht gefragt? Ich werde kein größeres Problem damit haben, wenn ich mit mir relativ weit gekommen und überwiegend mit mir im Reinen bin und meine Entwicklung so weit vorangetrieben habe, dass dieser neue Lebenszeitraum auch seinen gebührenden Platz hat. Seinen Platz bei mir und in mir.
Entwicklung heißt: Das ganze Wollknäuel wahrzunehmen, dass sich über die Jahre der Jugend hinweg ins Erwachsenenalter bis zum Zeitpunkt des Erwachens aufgewickelt hat, um es dann wieder sukzessive zu ent-wickeln. Ich brösele sozusagen meine gesamte Erfahrungswelt auf, erkenne den hoffentlich roten Faden, der sich durch mein Leben zieht und gebe meiner Zukunft, also Dir, die Chance mit mir gemeinsam neue Erfahrungen zu machen. Wir sind eben nicht die Summe unserer Erfahrungen – diese Summe umgibt uns, was sehr oft schmerzlich empfunden wird, doch mit genügend Abstand oftmals unserer Belustigung dient. Wenn es doch so schrecklich ist in der Situation selbst, wie kann es dann später so lustig sein? Weil ich es nicht mehr nötig habe mich ausschließlich mit meinen Erlebnissen zu identifizieren und das bemerke ich erst, wenn ein gewisser zeitlicher Abstand zur Situation herrscht. Erst dann glaube ich innerlich ebenfalls Abstand davon genommen zu haben. Schon komisch, ich muss also gar keinen Abstand von Dir nehmen, um mich mit Dir und der Situation auszusöhnen?
Wir streben nach Glück – die Desillusionierten verneinen sogar das, Glück gibt es nicht und Zufriedenheit reicht aus. Blödsinn, Glück satt und reichlich müsste es heißen. Ich wüsste nur nicht genau, was ich damit anfangen sollte, denn ich bin es nicht gewohnt. Sich glücklich fühlen ist das eine, das gefühlte Glück auch zu leben eine ganz andere Sache. Wie drücke ich mich aus und vor allen Dingen wem gegenüber? Die Qual der Wahl. Reden, bekunden, beteuern, berühren, beschenken, bekochen, belustigen, bedienen… So weit kommt das noch. Da drücke ich mich doch lieber ganz. Ich kann aber langfristig keine wirklich Distanz zu mir selber herstellen die es ermöglicht, dass ich meinem Streben nach Glück nicht wieder verfalle. Also mache ich mich doch besser auf den Weg in die Nähe zu mir selbst, damit ich lerne mit meinem Glück gemeinsam mit Dir klarzukommen. Nenne es auch innerer Schweinehund, wenn es denn Unglück ist. Glück mit mir oder Dir oder Unglück mit beiden? Es ist egal – Sexualität findet auch hier statt.
Eigentlich eine Schande, dass unsere eigene Sexualität mit uns selbst immer noch ein Tabuthema zu sein scheint – jeder tut es, aber keiner redet darüber. Eine Masse Singles, die ihre innere Harmonie mit sich herstellt, indem sie selbst Hand anlegt. Paare, die aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse mit sich selbst ihr Glück probieren, damit Beziehung und vorhandene Sexualität mit dem Partner ausreicht. Fetisch durch Voyeurismus desselben. Jeder tut es und alle brauchen es.
Es gleicht einen gefühlten Mangel aus, der ansonsten erst entsteht oder sich destruktiv auf anderen Ebenen der Partnerschaft oder in der Beziehung zu sich und dem Umfeld ausdrücken würde.
Der Seitensprung ist eine Form des Ausdrucks unserer inneren Disharmonie. Er hat nichts mit dem Partner zu tun, denn ein Seitensprung bezieht sich nicht auf die Beziehung zum anderen. Ich gehe nicht jemand anderem fremd, sondern immer nur mir selbst. Ich begehe in dem Moment einen Seitensprung, wenn ich mich mit jemandem einlasse, der nicht zu meinem gewählten Weg gehört. Ich entferne mich soweit von meiner seinerzeit getroffenen Entscheidung und den Konsequenzen, die daraus unweigerlich resultieren, dass ich eine Kurskorrektur nicht hinzubekommen glaube. Die Richtung, die ich einst einschlug scheint mir nicht mehr mit meinen inneren Werten überein zu stimmen, so dass ich aus dem Gleichgewicht gerate. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie sehr ich Dich geliebt habe…
Seitensprung als Orientierung, um wieder auf meinen Weg zurück zu finden, ist eigentlich eine allseits aufrüttelnde Methode, mit der wir nur vermeintlich anderen Schaden zufügen. Du kannst mir nicht erzählen, dass Du nicht gespürt hast, dass ich liiert bin, eine Frau habe – und Du, Frau, merkst Du nicht, wie sehr ich mich entferne?
Es ist alles allen bekannt und doch unausgesprochen. Alles ist gut, wenn ich nicht den Fehler mache es auf mich zu beziehen. Keiner ist schuld, wir leben nur einen anderen Teil unserer Sexualität aus – innerhalb einer Beziehung mit einer dritten Person, als Single mit dem one-night-stand. Wobei ein Seitensprung auch dann einer ist, wenn er nicht vollzogen wird. Keine ernsthaften Absichten, nur dann, wenn der Rest meines Lebens durch diesen Seitensprung ins Wasser fällt, oder ich es schaffe, meine Probleme jetzt besser mit Dir, Du Neuer, zu lösen, als mit mir selbst oder dem aktuellen Mann. Ist eigentlich logisch, aber oftmals ein gelebtes Drama, weil es keinen Effekt hätte, würden wir es in der Situation direkt durchschauen. Die betrogene Frau, der Fremdgänger, die Schlampe, der arme Mann, das Flittchen von einem zum anderen, der stramme Kerl, der jede kriegt…
