Kitabı oku: «Der Prophet», sayfa 4

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Ebene 1: Gelegentliche inspirierende Prophetien

Alle Gläubigen, nicht nur diejenigen, die als „Propheten“ betrachtet werden, können prophezeien. Wusstest du das? Erinnere dich an das, was Petrus am Pfingsttag sagte, als er den Propheten Joel zitierte:

Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott,

dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch,

und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen,

und eure jungen Männer werden Gesichte sehen,

und eure Ältesten werden in Träumen Visionen haben;

und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde

werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen,

und sie werden weissagen.

Und ich werde Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf der Erde … (Apg 2,17-19).

Mit anderen Worten: Jeder Gläubige ist in der Lage, etwas auszusprechen, was Gott ihm in den Sinn bringt. Darüber hinaus fordert uns die Heilige Schrift, wie ich oben erwähnt habe, dazu auf, die Gabe der Prophetie zu suchen (vgl. 1 Kor 14,5).

Gelegentliche inspirierende Prophetie kann die Form beiläufiger (aber inspirierter) Worte der Ermutigung annehmen, die anderen Menschen angeboten werden. Sie können wirklich kurz und bündig sein, wie z. B.: „Ja.“ Wenn es das ist, was Gott dir in den Sinn gebracht hat, ist es ein kleines prophetisches Wort. Du hast vielleicht den Eindruck, dass Gott es etwas stärker betont, oder du weißt, dass es etwas ist, an das du normalerweise nicht denken würdest, wenn du es aus dir heraus sagen würdest.

Man „bringt nur den Eindruck zum Ausdruck“, um einen Satz zu entlehnen, den ich gehört habe. Du stellst fest, dass dein Herz im Takt mit Gottes Herz der Liebe und seines ermutigenden Trostes schlägt.

Meistens handelt es sich dabei einfach um Begriffe, Gedanken oder Ideen, die Gott in den Sinn bringt, obwohl Menschen auf dieser Ebene gelegentlich auch Visionen, mentale Bilder oder prophetische Träume erhalten. Es ist zwar das Potenzial vorhanden, tatsächlich Gottes Worte auszusprechen, doch benutzen diese Menschen in erster Linie ihre eigenen Worte, um einen Gedanken auszudrücken, der ihnen in den Sinn gekommen ist.

Solche Worte sollten nicht öffentlich vor großem Publikum verkündet werden, sondern sind eher in Kleingruppen oder im Einzelgespräch angebracht, und alle Beteiligten sollten bereit sein, sie zu prüfen (vgl. 1 Kor 14,29-33).

Ebene 2: Beständige prophetische Gabe

Das Schlüsselwort hier ist „beständig“. Propheten auf dieser Ebene erleben einen beständigen Fluss an Worten, offenen Visionen, Bildern und Träumen, und sie sind oft in der Lage, sie treffend weiterzugeben, zu interpretieren und anzuwenden. Ihr prophetischer Output beschränkt sich immer noch in erster Linie auf aufbauende Worte, aber sie empfangen auch Worte, auf denen eine größere Autorität liegt. Oft interessieren sich Menschen auf dieser Ebene der Begabung stark für das Fürbittegebet und sind treu darin. Das macht Sinn, denn während Propheten die Wünsche Gottes den Menschen bekannt machen, machen Fürbitter die Wünsche der Menschen Gott bekannt, insbesondere wenn sie sich bemühen, nach dem Willen Gottes zu beten.

Nicht jeder empfängt prophetische Worte auf die gleiche Weise. Man kann anfangen zu verstehen, wie jemand Worte empfängt, indem man ihm zuhört. Einige werden mit: „Ich fühle …“ oder „Ich spüre, dass …“ beginnen, während andere berichten: „Ich habe die Stimme des Herrn im Traum gehört“ oder: „Ich bekomme ein Bild von …“ Andere haben vielleicht „offene Visionen“ (eine Theophanie), in denen sie die hörbare Stimme des Herrn hören können. (Eine Theophanie ist manchmal ein Hinweis auf eine Berufung über den prophetischen Dienst hinaus in das Amt des Propheten).

In jeder Gemeinde wird es eine Reihe von Personen geben, die von den Mitbrüdern und Leitern gleichermaßen als prophetisch begabt anerkannt werden. Mit der Zeit könnte jemand mit einer beständigen prophetischen Gabe eingeladen werden, öffentlich in der Gemeinde zu dienen (wiederum in Übereinstimmung mit 1. Korinther 14,29-33). Dies geschieht normalerweise im Zusammenhang mit einer Ortsgemeinde, die unser Ausbildungsort für den Dienst an der Welt insgesamt ist. Diese Menschen sind insofern begabt, als sie ein ungewöhnliches Maß an Offenbarung haben, aber sie müssen nicht nur darin geschult werden, dem Protokoll des Hauses zu folgen, sondern auch darin, wie sie charakterlich reifer werden und in Bezug auf Gottes Absichten für die Gemeinde wachsen können.

Richtungsweisende oder korrigierende Worte sollten nicht öffentlich bzw. „ungefiltert“ ausgesprochen werden. Sie sollten zunächst der Leitung schriftlich vorgelegt werden, damit sie später, wenn es angebracht erscheint, öffentlich weitergegeben werden können.

Prophetische Menschen entdecken, dass das Niveau ihrer Autorität mit ihrer Erfahrung steigt. Darüber musste ich eine Menge lernen. Ich konnte mir anfangs nicht erklären, warum es niemand überhaupt zu hören schien, wenn ich ein Wort vortrug, aber wenn dann jemand anderes ein fast identisches Wort weitergab, wurde es gut aufgenommen. Das liegt daran, dass Offenbarung und Autorität nicht dasselbe sind. Deine Autorität nimmt zu, wenn sie von anderen anerkannt wird, und das geschieht nicht, wenn du dich mit deiner Gabe in den Vordergrund drängst. Es hängt davon ab, wo und wie du dienst und wie viel Vertrauen du im Lauf der Zeit aufgebaut hast.

Ebene 3: Bewährter prophetischer Dienst

Menschen mit einem bewährten prophetischen Dienst haben im Lauf der Zeit bewiesen, dass sie einen reifen Charakter besitzen und die Absichten Gottes für sein Volk verstehen. Zumindest gelegentlich wird ihre prophetische Gabe mit „Zeichen und Wunder“-Gaben wie Heilung, Wunder oder Befreiung einhergehen, und sie werden sich den Respekt und die Autorität erworben haben, um Korrekturen und möglicherweise auch Zurechtweisungen aussprechen zu dürfen. Wie alle von Gott empfangenen Worte müssen auch ihre von Zeugen bestätigt und von anderen Propheten beurteilt werden, aber sie werden außergewöhnlich genau und erbaulich sein.

Gleichzeitig sind sie nicht zu feurigen „So spricht der Herr“-Propheten geworden. Vielmehr können sie eher schwach als stark erscheinen und mit einem zerbrochenen und demütigen Geist sprechen (vgl. 2 Kor 13,7-9). Daher können sie leicht missverstanden werden. Neben bedeutender Stärkung und Ermutigung besteht ihre Funktion darin, einfühlsame Wegweisung und Korrektur zu geben und dabei zu helfen, besondere Wahrheiten oder Lehren zu erhellen und zu artikulieren, die der Herr den Gliedern des Leibes mitteilen möchte.

Propheten der dritten Ebene können von ihrer Ortsgemeinde oder ihrem apostolischen Netzwerk anerkannt und beauftragt werden, nicht nur innerhalb der Ortsversammlung, sondern auch außerhalb zu dienen, so wie Gott führt. Oft sind sie in der Lage, detaillierte Informationen über diejenigen zu erhalten, denen sie dienen, einschließlich Namen, Gesichtern, zukünftigen Ereignissen und Terminen. Diesen Propheten werden offene Visionen nicht fremd sein, und sie können auch Worte überbringen, in denen sie die symbolischen Bedeutungen dessen, was sie sehen, erklären. Sie werden Worte, Träume oder Visionen in einem spontanen, inspirierten Fluss erhalten – wenn nicht täglich, so doch zumindest sehr regelmäßig.

Ebene Vier – Das Amt eines Propheten

Eine Person, die das neutestamentliche Amt eines Propheten innehat, hat dennoch weniger Autorität als diejenigen, die die Schrift geschrieben haben, auch wenn sie Gottes Worte kraftvoll ausspricht (vgl. Eph 4,11-12). Ich fordere Menschen, die das Amt eines Propheten anstreben, mit den Worten heraus: „Wenn du nicht die Fähigkeit hast, zuzurüsten und zu multiplizieren, bist du kein Prophet, der ein Amt hat.“ Diese Ebene der Prophetie geht weit über den Rahmen einer Inspirationsgabe hinaus, und sie wird am häufigsten dazu verwendet, Ermutigung, aber auch Wegweisung und Korrektur, Zurüstung und Beauftragung weiterzugeben.

Dass jemand das Amt eines Propheten hat, kann schon bei der Geburt – z. B. durch eine übernatürliche Geburt oder einen Engelsbesuch – sichtbar werden. Der Prophet wird vielleicht viele Jahre lang nicht erkannt, aber im Nachhinein wäre dies eines der Zeichen. So war es auch beim Propheten Samuel, der von einer unfruchtbaren Mutter namens Hanna geboren wurde, die ihn dem Herrn versprochen hatte (vgl. 1 Sam 1). Meine eigene Mutter, die keine Hanna war, hatte am 3. Juli 1951 eine Fehlgeburt, und sie betete: „Herr, wenn du mir noch einen Sohn schenkst, so will ich ihn dem Dienst Christi weihen.“ Und ich wurde auf den Tag genau ein Jahr später geboren!

Diejenigen, die das Amt eines Propheten innehaben, haben sich in jahrelangem Dienst bewährt, und sie erhalten einen ungewöhnlich fruchtbaren Strom an Offenbarungsinformationen. Manchmal scheinen sie mehr im Himmel als auf Erden zu Hause zu sein, besonders wenn sie von einer offenen Vision berichten, indem sie verkünden: „Ich war dort …“ Zweifellos tragen ihre Worte viel Autorität in sich, da sie mit großer Genauigkeit und Kraft sprechen und häufig auch Zeichen und Wunder wirken. Häufiger als andere Propheten haben sie Ablehnung und Missverständnisse erlebt. Ich sage, dass sie manchmal ein wenig wie Jakob sind, weil sie humpeln.

Durch ihre Gaben geben sie Leitern in der Gemeinde und oft auch Führungskräften in der säkularen Welt Worte der Erbauung, Bestätigung, Orientierung und Korrektur weiter. Sie bestimmen, artikulieren und betonen, was der Heilige Geist gerne hervorheben möchte. Darüber hinaus können sie auch zukünftige Ereignisse genau vorhersagen, um dem Leib Christi zu helfen, in seiner Position in der Welt voranzukommen. Wenn sich diese Vorhersagen erfüllen, werden sie dazu benutzt, unbekehrte Menschen in Erstaunen zu versetzen und aufzuwecken, sodass sie selbst Gott begegnen wollen.

Dazu kann auch die Vorhersage „ungeistlicher“ Ereignisse gehören, wie z. B. Wettermuster und Naturerscheinungen (Stürme, Dürren, Erdbeben), internationale politische Veränderungen und so weiter. Ihre Genauigkeit verschafft ihnen Anerkennung auf breiter Ebene, und sie werden verwendet, um einflussreiche Menschen in der säkularen Welt sowie Einzelpersonen, Gemeinden und Strömungen innerhalb des Leibes Christi anzusprechen.

Ich bin schon eingeladen worden, für Milliardäre, den obersten Richter des höchsten Gerichts von Korea, einen NASA-Direktor und andere zu beten und zu prophezeien. Ich verrate nichts über unsere Treffen, da sie privat sind. Darüber hinaus habe ich, da ich in Nashville lebe, für mehr berühmte Musiker gebetet, als ich je erwartet hätte.

Und dann war da noch die Dame, die ich vor nicht allzu langer Zeit im Foyer eines Gebäudes sah. Sie war überhaupt nicht berühmt oder reich, aber was geschah, war ein Wunder. Als ich gerade das Gebäude verlassen wollte, sprach der Heilige Geist zu mir und sagte, ich solle das Geld aus meiner Brieftasche herausnehmen. Normalerweise habe ich kein Bargeld bei mir, aber er sagte: „Du hast einen Hundertdollarschein in deiner Brieftasche. Ich sah nach, und tatsächlich war es so. Dann sagte er: „Wenn du auf dem Weg nach draußen bist, wird eine Dame im Foyer sitzen, und ich möchte, dass du ihr die hundert Dollar gibst.“ In meinem Kopf sah ich das Bild einer halb zahnlosen Frau.

Ich fing an zu gehen, und rate mal, was passierte? Da saß eine alte Dame, die halb zahnlos war. Ich blieb stehen, schaute sie direkt an und ließ sie ihre Hand öffnen. Ich sagte: „Hier, meine Liebe, das ist für Sie. Das ist von Gott.“ Ich küsste ihre Hand.

Sie war fast sprachlos, aber sie sagte: „Sie meinen also, das sei für mich?“

„Ja, es ist für Sie, weil Gott möchte, dass Sie wissen, dass er sich um Sie sorgt. Er liebt Sie mit einer ewigen Liebe. Das tut er wirklich.“ Und ich ging weiter meines Weges.

Ich fand dann heraus, dass sie in ihrem Leben noch nie in einer Kirche gewesen war, nicht ein einziges Mal, aber am nächsten Tag kam sie. Sie erkannte mich und sagte: „Sie sind doch der Mann, der mir die hundert Dollar gegeben hat. Kein Mann hat mich je so angerührt, wie Sie.“ Sie erzählte mir, dass sie gerade aus dem Gefängnis entlassen worden war, wo sie die letzten zwanzig Jahre verbracht hatte, weil sie jemanden ermordet hatte. (Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich wahrscheinlich zur Hintertür hinausgerannt!)

Ich sagte ihr: „Meine Liebe, da ist jemand, der Sie berühren möchte, und sein Name ist Jesus. Er wird Sie in den Tiefen Ihres Herzens berühren, und sie werden es nie vergessen.“ Und sie übergab auf der Stelle ihr Leben Jesus Christus.

Für mich ist das genauso großartig, wie für einen König oder einen Präsidenten zu prophezeien.

Die Gabe der Prophetie und das Amt eines Propheten

Jede der vier Wirkungsebenen kommt vom selben Herrn und Geist und sie überschneiden sich in vielerlei Hinsicht. Das bedeutet aber nicht, dass wir ihre Unterschiede ignorieren könnten. Vielmehr müssen wir die Unterschiede anerkennen, um bei der Ausübung der Gabe nicht anmaßend zu handeln. Dies wird besonders wichtig, wenn wir die höheren Ebenen des Wirkens in Betracht ziehen.

Hier habe ich elf der wichtigsten Unterscheide zwischen der Gabe der Prophetie und dem Amt eines Propheten aufgelistet, damit wir sie vergleichen können:


Das Prophetenamt bringt einen Zuwachs an Offenbarung und Autorität mit sich, der nur durch lange Erfahrung, aufmerksame Schulung und Anerkennung (oder auch Beauftragung) von anderen erreicht werden kann.

Einfach halten

Unser guter Vater lädt jeden von uns ein, von ihm zu lernen und zur nächsten Ebene zu reifen. Alles, was von uns verlangt wird, ist ein williges Herz, das sich nach mehr vom Herrn selbst sehnt. Halte dich klein in deinen eigenen Augen, und Gott wird dir mehr geben, als du erbitten oder erdenken könntest (vgl. Eph 3,20). Halte es einfach und lass immer seine außerordentliche Liebe durch dich strömen. Denke daran, dass der Geist der Prophetie das Zeugnis Jesu ist.

Mögest du die Ausdauer und Geduld haben, in den übernatürlichen Wegen Gottes zu wachsen. Bete jetzt mit mir:

Gebet

Vater, in dem großen Namen Jesu erklären wir, dass wir das wollen, was du willst. Das bedeutet, dass wir unserem Teil des Leibes Christi und allen, die du zu uns führst, Erbauung, Ermahnung und Trost bringen wollen. Wir entscheiden uns dafür, dich zu suchen und uns in deine Liebe zu versenken, damit wir in der Gnade, die du uns so reichlich schenkst, wachsen und reifen können. Gib uns die Weisheit, das gegenwärtige Niveau unserer Gaben richtig zu erkennen und anzuwenden, und lass uns gleichzeitig danach trachten, in deinem Sohn Jesus eine größere Reife zu erlangen. Gewähre uns zunehmende Weisheit, Offenbarung und Autorität bei jedem prophetischen Vorhaben, das wir in den kommenden Jahren unternehmen werden. Vielen Dank dafür! Amen.

TEIL 2: PROPHETISCHE ENTWICKLUNG

Kapitel 4: Die Gabe der Prophetie empfangen und freisetzen

Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber darum, dass ihr prophetisch redet!

1. Korinther 14,1 (LUT)

Während ich dieses Kapitel vorbereitete, kam mir eine Erinnerung an meine Kindheit in den Sinn. Ich sah meine Urgroßmutter Hall, die Mutter der Mutter meines Vaters. Sie saß in ihrem Schaukelstuhl in einem sehr armen Bauernhaus im ländlichen Missouri. Auf dem Boden waren Zeitungen ausgebreitet worden, damit wir Enkel und Urenkel uns daraufsetzen konnten, wenn wir unser Essen bekamen. Ich war auch dabei.

Plötzlich hörte sie auf zu schaukeln, schaute mich direkt an und sagte: „Du wirst ein Prediger sein.“ Damals und dort prophezeite sie. Ich war etwa drei oder vier Jahre alt, als das geschah, und habe viele Jahre lang kaum darüber nachgedacht.

Ähnliches passierte, als ich die achte Klasse in Little Cowgill, Missouri, abschloss. Ich mochte Frau Pickering, meine Lehrerin in der siebten und achten Klasse. Sie war einfach eine dieser Menschen, die einem viel bedeuten. Ich stand kurz davor, in Braymer, der nächsten Stadt, die etwas größer war als Cowgill, die High School zu besuchen.

Frau Pickering sagte zu mir: „Du wirst die Abschiedsrede deiner Klasse halten, wenn du die High School abschließt.“

„Ich werde was tun?“ Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt wusste, was eine Abschiedsrede war.

„Das bedeutet, dass du als Klassenbester abschließen wirst.“ Und dann fügte sie hinzu: „Du wirst entweder Anwalt oder Prediger werden, weil du so stur bist; du kannst mit einem Zaunpfahl argumentieren und gewinnen.“

Ich denke, sie und meine Urgroßmutter hatten beide recht. Sie wussten es damals nicht, aber sie prophezeiten, und ich wurde berufen, ein predigender Prophet zu werden, wenn ich einmal erwachsen sein würde.

Was ist die Gabe der Prophetie?

Prophetie ist keine erlernte Fähigkeit, obwohl man etwas darüber lernen kann. Sie ist eine Gabe Gottes, die es einer Person ermöglicht, der Gemeinde die Botschaft Gottes zum Zweck der Erbauung zu verkünden. Man braucht keine gute Ausbildung, um ein Prophet zu sein. Es ist keine Eignung oder Begabung. Es ist eine Befähigung, eine Gabe, und sie wirkt nur, wenn der Geist etwas zu sagen hat. Ist die Botschaft beendet, hört sie bis zum nächsten Mal auf zu wirken.

Ich würde sagen, dass Prophetie die zum Ausdruck gebrachten Gedanken Gottes sind, und zwar mit Worten, die kein Mensch jemals selber ausdenken könnte. Inhalt und Wesen der Prophetie überschreiten die Grenzen dessen, was der natürliche Verstand sich vorstellen kann. Wir dürfen nie vergessen: „… meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR“ (Jes 55,8).

Die Gabe der Prophetie kommt durch den Mund eines Menschen, aber sie hat ihren Ursprung in den Gedanken Gottes. In Wirklichkeit ist sie ja nicht darauf beschränkt, nur durch den Mund und in Worten zu kommen, nicht wahr? Manchmal hören wir Gottes prophetisches Wort durch Instrumentalmusik, durch Gemälde und andere Arten von Kunstwerken und durch das Schreiben, einschließlich Poesie; denke nur an die Propheten des Alten Testaments wie Jesaja.

In jedem Fall ist Prophetie das Überströmen eines Herzens, das mit dem Wort Gottes erfüllt ist. Wenn der Wind des Geistes über den Logos, das geschriebene Wort, weht, wird es zu einem Rhema, einem unmittelbaren Wort, das in viele Situationen hinein freigesetzt werden kann. Naba ist der hebräische Wortstamm, der gemeinhin mit dem Verb „prophezeien“ übersetzt wird, und suggeriert, dass Wasser wie aus einem Brunnen fließt. Deshalb spreche ich manchmal von „Naba-Worten“, wenn ich von Prophetien rede.

Das griechische Wort propheteia bedeutet, „den Verstand und den Rat Gottes aussprechen“1. Eine Prophetie wird also zu einer unmittelbaren Botschaft Gottes an die Zuhörer, zu einer göttlich gesalbten Äußerung, die denjenigen Leben einhaucht, die Ohren haben, um zu hören. „Prophetie ist die Stimme Christi selbst, die in der Gemeinde spricht“2

Um also Propheten zu definieren, würden man sagen, dass Propheten diejenigen sind, die gelernt haben, eine „übernatürlich verliehene Fähigkeit zu entwickeln, die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und Gottes Rat weiterzugeben – nicht nur an eine versammelte Gruppe von Gläubigen, sondern auch an Einzelpersonen“3, alles mit dem Ziel, die Zuhörer aufzubauen. Auf diese Weise hilft uns die Prophetie, wie Derek Prince es ausdrückte, „zwei der größten und am häufigsten verwendeten Waffen Satans gegen Gottes Volk zu bekämpfen … Verdammnis und Entmutigung“.4

Die Gabe der Prophetie hängt, wie jede andere Gabe des Heiligen Geistes, nicht von der Persönlichkeit oder natürlichen Gaben ab. Ja, manchmal scheint es so zu sein, dass Gott jemanden auswählt, der z. B. schwach ist, was verbale Kommunikation oder Kühnheit angeht. Das macht noch deutlicher, dass Prophetie eine reine Gabe ist. Die Hingabe einer Person ist das, was am meisten zählt, nicht ihre persönlichen Fähigkeiten.

Obwohl die Gabe der Prophetie durch einen menschlichen Sprecher zum Ausdruck kommt, entspringt sie Gottes Gedanken. Paulus fasste es so zusammen:

… sondern wie geschrieben steht: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ Uns aber hat Gott es offenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch niemand erkannt, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind. Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deuten. Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird. Der geistliche Mensch dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt. Denn „wer hat den Sinn des Herrn erkannt, dass er ihn unterweisen könnte?" Wir aber haben Christi Sinn (1 Kor 2,9-16).

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18+
Litres'teki yayın tarihi:
25 mayıs 2021
Hacim:
255 s. 26 illüstrasyon
ISBN:
9783955784829
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