Kitabı oku: «Brauner Zucker», sayfa 4

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Langsam und mit Hingabe streifte er den Träger des Kleides von der rechten Schulter. Ging um sie herum. Von hinten streifte er den von der anderen Schulter ab. Das weiße Kleid sank ihr bis zur Taille hinunter.

Fasste mit beiden Händen an die Seite der Schultern. Küsste diese, die linke und auch die rechte. Liebkoste ihren Nacken und ließ eine Hand vorsichtig an ihre Brust gleiten, mit der anderen drängte er nach ihrem Intimbereich.

Ein halterloser weißer BH bedeckte die Brüste. Zärtlich behielt er mit den Fingern Körperkontakt. Trat wieder vor sie hin. Ihre Augen waren auf den Fußboden gerichtet. Die geöffnete rechte Hand, unter ihrem Kinn haltend, hob sanft ihren Kopf an. Jean wollte in ihre Augen blicken können. Sie hob ihre Augenlider. Es waren schöne große, dunkle Augen in die er sah. Ihr unsicherer Blick starrte in sein prüfendes Gesicht dem sie nur kurz standhielt. Sie senkte wieder die Augenlider.

Jean ging um sie halb herum. Legte seine warmen Hände auf ihre nackten Schultern. Sanft streiften seine Fingerkuppen über ihren Rücken hinab, bis die Finger an den Verschluss ihres BH` s kamen.

Als die Exotin seine Hände spürte, die sich bemühten den Verschluss zu öffnen, hoben sich automatisch die Arme, die sie leicht an ihre Brust drückte und so sein runterfallen verhinderte.

Tiefer fuhren seine Hände hinab. Öffnete den Reißverschluss des Kleides, das es noch um die Taille hielt, und jetzt zu Boden fiel. Sie trug einen weißen Tangaslip und Strapse mit Strumpfbändern, an denen die ebenso weißen Strümpfe befestigt waren. Diese waren rautenförmig und gaben ihr eine sexy Ausstrahlung.

Erneut trat er vor sie. Sah auf ihre Arme, die den BH an ihre Brüste drückte, dann in ihr Gesicht. Hob seine eigenen Hände und legte sie auf die ihrigen. Worauf sie ihren Kopf unmerklich anhob und in seine begehrenden Augen sah. Langsam ließ sie ihre Arme sinken und der Büstenhalter fiel zu Boden. Ein leiser dumpfer Ton entstand. Danach herrschte wieder Stille im Raum.

Er spürte seine sexuelle Erregung im Lendenbereich und sein Puls raste. Er trat zwei Schritte zurück. Begutachtete ihren Körper. Umrundete sie dabei, wie ein Raubtier seine Beute, das jederzeit bereit ist den todbringenden Sprung auf seinen Fang zu wagen.

Ein Hauch von Wärme durchströmte ihren Körper und spannte ihre zarte Haut; die strammen runden Brüste, deren Brustwarzen sich in erregten zustand befanden.

Sie war wie eine Knospe in ihrer schönsten Blüte. Jung und rein. Makellos von aller Verderbnis, erschien sie ihm, so wie sie vor ihm stand. Jugendhaft, fast noch wie ein Kind sah sie aus. Doch sie war eine junge reizvolle Frau. War sicher kaum älter als ein- vielleicht zweiundzwanzig. ‚Ob sie noch Jungfrau war‘? Sicherlich hatte sie bereits ihre sexuellen Erfahrungen mit gleichaltrigen Jungs‘? Fragte er sich. Es fiel ihm schwer dies zu beurteilen. Aber so wie sie sich gab, war das letztere wohl eher der Fall. Sicherlich war die Reihe ihrer potenziellen Verehrer lang.

Jäh wurde er aus seinem Gedankengang gerissen.

*

…. Vorlesen. Vicki frühstückte. Danach begab sie sich ins Bad, machte die morgendliche Toilette.

Nachher ging sie in ihr Zimmer und kleidete sich an. Als Vicki damit fertig war, rief sie ihre beste Freundin an. Verabredete sich für später mit ihr. Nach dem Telefonat mit der Freundin eilte sie in den Wohnbereich hinunter. Sie hörte die Haustür in den Türrahmen fallen. Dies müsste Carmen sein, das Dienstmädchen.

„Bist du es Carmen.“ rief sie durch den Raum.

Sie war nur einige Jahre älter als Vicki und farbig.

„Ja.“ Vernahm sie Carmens Antwort.

Nachdem das Hausmädchen die Putzarbeiten im Haus erledigt hatte, begab sie sich in die Küche. Die Zeit schritt nämlich auf Mittag zu. Die Haushalthilfe beschäftigte sich damit, das Mittagessen vorzubereiten. Vicki hatte sich in der Zwischenzeit wieder in ihr Zimmer zurückgezogen und saß hinter den Büchern um für die bevorstehende Abschlussprüfung zu lernen. Es war ihr letztes Schuljahr, bevor sie sich in das Berufsleben stürzen, oder womöglich weiter studieren würde. Sie war sich noch nicht sicher, für was sie sich nach diesem Schuljahr entscheiden würde.

Nach dem Essen verschwand sie wieder in ihrem Zimmer um weiter zu pauken. Als es an der Zeit war sagte sie Carmen Bescheid, dass sie zu ihrer Freundin ging.

Es war kurz vor halb drei Uhr als sie am Haus ihrer Freundin klingelte. ----

*

Zu diesem Zeitpunkt konnte Jean natürlich nicht erahnen, dass diese Frau es sein würde, die sein zukünftiges Leben grundlegende Veränderungen zufügen wird. Veränderungen die seine schlummernden Ängste nach und nach aus ihrem Schlaf erweckte. Ängste die noch tief verborgen in ihm ruhten. Ängste dessen er nicht einmal bewusst war, in sich zu tragen. Dass diese Schönheit es sein wird, die diese Grauen aus seinem tiefsten inneren, Stück um Stück an die Oberfläche seiner Erkenntnis holen wird. Die wachsen und gedeihen werden. So sehr, dass er ihrer nicht mehr gewachsen sein wird.

*

…. Vorlesen. „Heute ist ein besonderer Tag.“ Sagte Vicki zu ihrer Freundin.

„Ich weiß schon. Dein Geburtstag. Ich habe dir schließlich gratuliert.“ Ihre Stimme klang etwas überschwänglich.

„Nicht nur deshalb.“

„Was willst du damit sagen?“

„Ich werde es tun.“ Rückte sie sehr zaghaft mit der Sprache heraus.

„Du meinst …, du wirst ...“ Sie sprach es nicht aus. Vicki wusste auch ohne Worte, was sie sagen wollte.

„Ja, heute werde ich meine Unschuld verlieren. Mein erstes Mal.“ Ihre Stimme klang jetzt selbstsicherer als vorhin.

Die Neugierde von Loreen, Vickis Freundin, war geweckt.

„Du hast einen Freund und hast mir nichts gesagt! Ich müsste eigentlich böse auf dich sein.“

Vicki ließ sie ihm Glauben, dass sie einen Freund hatte. Auch wenn es nicht der Wahrheit entsprach.

„Du willst es wirklich tun! Wer ist es! Einer von der Schule! Wie heißt er?“

„Hey!“ und schubste sie leicht an die Schulter.

„Ist dir nicht mulmig zumute bei diesem Gedanken.“

„Doch, schon.“

„Erzähl mir von ihm. Wie ist er so?“

„Er ist groß, breite Schultern, muskulös und sieht sehr scharf aus.“ Schwärmte sie von ihm. „Und er hat eine sexy Stimme.“ Beide lachten.

„Kenn ich ihn?“

„Du hast ihn schon ein paarmal gesehen.“

„Wo denn?“

„Bei mir zuhause.“

„Du meinst doch nicht etwa…“ Loreen erinnerte sich, wie sie beide damals zusammen tuschelten und heimlich lachten. Verstohlen zum Freund von Vickis Mutter sahen. Ihn anhimmelten, weil er so sexy aussah und ihnen sehr gefiel.

Vicki wurde knallrot. „Ja.“

„Und du willst das wirklich durchziehen, mit dem Freund deiner Mutter!“ Gab sie ihr zu bedenken.“

„Du wirst niemandem etwas verraten. Verstanden!“ Sagte sie, mit einem Ton in der Stimme die keinen Wiederspruch duldete.

„Und deine Mutter?“

„Sie wird es nie erfahren!“

„Ich meine, wird sie nicht zuhause sein, heute Abend.“

„Mir fällt schon noch was ein, dass ich mit ihm allein sein werde.“ Doch guter Rat war teuer, da sie noch keine brauchbare Idee hatte, wie sie es anstellen soll mit ihm allein zu sein. --

*

War es nun Fügung oder reiner Zufall. Wie man es auch immer nennen mag. Die Mühlen des Schicksals hatten bereits begonnen sich zu drehen. Nicht erst jetzt begann sein Schicksal Realität anzunehmen. Nein schon damals, als er an seinem vorherigen Buch >Isabell< arbeitete, hatten sich die Fäden seines Schicksals ihren Weg gebahnt. Ein Schicksal, das sie beide eng verbinden sollte. In einer Art und Weise, die erst die Zeit mit sich bringen würde.

Aber heute, am Tag der Präsentation zu seinem Buch, begann der erste Tag seines zukünftigen Schicksals und der Angst, der er sich zu stellen hatte. Einer Angst dessen Samen bereits damals in ihm gesät worden war, aber erst heute begannen die Wurzeln dieser Furcht zu gedeihen, die bald schon nach ihn zu greifen werden. Tag um Tag der vergeht, wird die Frucht der Angst in ihm wachsen und Form annehmen. Bis zu dem Tag, an dem sie groß genug sein wird, sich seiner zu bemächtigen.

*

…. Vorlesen. Das Sonnenlicht wich der anbrechenden Dunkelheit. Vicki verabschiedete sich von ihrer Freundin.

Mit ihren Gedanken war sie bereits daheim, bei der Feier zu ihrem Geburtstag und an ihn. Und dem Problem, das es noch zu bewältigen gab. Mutter! Sie hatte noch keine Lösung gefunden dies zu umgehen.

Sie schlenderte die Straße entlang heimwärts. War weiterhin in Gedanken vertieft. Ein Auto fuhr langsam an ihr vorbei.

Erik erkannte Vicki, die Tochter seiner Freundin. Er hielt an. Fuhr die Fensterscheibe herunter und rief ihr zu. Vicki kam näher ans Auto. „Hay.“

„Willst du einsteigen?“ fragte er sie.

„Ich geh das kleine Stück zu Fuß. Danke trotzdem.“ Sie musste sich noch mit einigen Gedanken befassen und dies konnte sie nicht, wenn sie neben ihm saß.

„Na gut. Bis nachher.“

Als sie zu Hause ankam, hatte sie noch keinen Einfall; wie sie es anstellen konnte mit Erik allein zu sein. Sie stieg die Treppe hoch und wollte in ihr Zimmer gehen. Dazu musste sie am Badezimmer vorbei gehen. Gerade in diesen Moment öffnete sich die Tür und Erik kam heraus. Sie stießen zusammen. Er sah Vicki nicht kommen, da er mit dem Handtuch sich die nassen Haare trockenrieb. Das Badetuch das er um die Hüfte trug löste sich und fiel zu Boden. Einen Bademantel hatte er sich nicht angezogen.

Sie sahen sich an. Unweigerlich sah Vicki seine Mannespracht und wurde daraufhin knallrot. Auch Erik war für kurze Zeit wie gelähmt, da er Vicki noch nicht daheim erwartet hatte.

Ihm machte es anscheinend weniger aus, dass Vicki ihn nackt sah, als ihr selber. Die schleunigst in ihr Zimmer verschwand. Und sich auf das frisch bezogene Bett warf.

>Wie peinlich. < Sie verspürte ein flaues Gefühl bei dem Gedanken an sein großes Ding, das sie soeben sah. Und in sie einführen wird, wenn sie gemeinsam Sex haben werden. Ein kleiner Funken von Bedenken entsprang ihrem Gewissen.

In der Zwischenzeit hatte Erik das Badetuch vom Boden aufgehoben. Band es sich wieder um die Hüften und begab sich ins Elterliche Schlafzimmer. Trocknete sein noch teils nassen Oberkörper und kleidete sich sauber an. Ging ins Bad zurück, föhnte sein halblanges dunkles Haar.

Nachher ging er zu seinem Auto, nahm das Geburtstaggeschenk das er für Vicki besorgt hatte und wollte wieder ins Haus gehen. Noch bevor er die Haustüre erreicht hatte, parkte seine Freundin, Vickis Mutter ihren Wagen vor der Garage. Er wartete auf sie. Gingen nach einem Begrüßungskuss gemeinsam hinein. Auch Vickis Mutter hatte ein Geschenk für ihre Tochter besorgt. --

*

Ein Zeitpunkt, der noch in der Ferne lag, doch der kommen wird, dass sich Jeans Schicksal erfüllen wird. Wie dieses Schicksal aussehen wird, lag für Jean noch in der Dunkelheit der fernen Zukunft die, die braune Venus mitbestimmen wird, die dort ganz hinten sitzt. War sich Jean dessen bewusst! Eines wusste er auf jeden Fall. Dass er sie begehrte, diesen braunen Zauber von Schönheit. Er wollte sie. Sei es auch nur für eine einzige Nacht.

Und Blanka? Spürte auch sie sein Verlangen, sein Begehr nach ihrem Körper, von diesem eklatanten Mann, der da vorne neben der Leserin sitzt. Auf jeden Fall hatte der Mann, da am Lesetisch, ihr Interesse an ihm geweckt. Er war schön, schien sehr gebildet zu sein und er strahlte eine Aura aus, die es ihr angetan hatte. Dies war etwas das sie sich nicht erwartet hatte, als sie den Auftrag annahm Jean Hegena für die Literaturpresse zu interviewen, als sie sich bei dieser für einen Job bewarb.

*

…. Vorlesen. „Ist Vicki da?“

„Sie wird oben in ihrem Zimmer sein.“

„Schätzchen ich bin wieder da. Habe dir auch was mitgebracht.“ Rief sie nach oben.

„Wie war dein Tag?“ fragte Erik.

„Stressig. Und deiner?“

„Anscheinend besser als der deinige. Ich freue mich schon auf heute Abend.“ Schlang seinen Arm um sie. Presste sie an sich und gab ihr einen zärtlichen Kuss. In dem er seine gesamte Sehnsucht nach ihr hineinlegte.

Vicki kam die Treppe herunter gestürmt. Ihre Eile stoppte, als sie ihre Mutter in seinen Armen sah, wie sie sich küssten. Sah verstohlen Erik an.

-Wird er zu mir auch so liebevoll sein wie zu Mutter-, dachte sie in diesem Moment. Da sie, die beiden so eng umschlungen sah. Röte färbte ihr Gesicht.

Ihre Mutter löste sich von ihm. Schloss ihre Tochter in die Arme und küsste sie auf die Wangen. „Nochmals alles Gute zum Geburtstag, mein Schatz. Hier habe ich auch ein Geschenk für dich.“ Und schüttelte leicht das Päckchen vor ihren Augen.

„Darf ich es aufmachen?“

„Noch nicht. Nachher, wenn wir feiern. Hat Carmen die Torte abgeholt?“

„Die müsste im Kühlschrank stehen.“ Gab Vicki zur Antwort.

„Ach übrigens, wir müssen die Feier etwas vorverlegen. Ich muss später noch weg.“

-Wow,- dachte Vicki. –Ohne dass ich mir etwas einfallen lassen musste.- Sie fühlte sich erleichtert und ihr Herz machte einen Luftsprung. Denn bisher hatte sie keinen guten Plan gefunden, wie sie es selber hätte bewerkstelligen können, dass dies geschieht.

Erik sah sie erstaunt an. „Ich hatte gehofft, dass wir den Abend gemeinsam verbringen werden.“

„Tut mir leid mein Schatz. Meine Schwester hat mich angerufen und gebeten ob ich nicht für ein paar Stunden auf ihre Kinder aufpassen kann. Ihre Schwiegermutter liegt im Krankenhaus und es schaut nicht besonders rosig aus. Wir holen den Abend nach, versprochen.“

Während sie sprach war sie in den Küchenbereich gegangen, den Kühlschrank geöffnet und die verpackte Torte herausgenommen um diese zu begutachten.

„Ich hoffe die ist so gut wie sie aussieht.“

Holte ebenso das vorbereitete Essen von Carmen heraus und stellte es zum Wärmen auf den Herd.

„Deckst du bitte den Tisch Vicki und pass auch auf das Essen auf. Ich geh nur schnell unter die Dusche.“ Und stieg bereits die Treppe hoch. --

*

Sein bisheriges Leben gehörte nicht nur einer Frau; dazu sah er sich nicht mehr bestimmt. Nein er wollte mehr. Die Vielfältigkeit der weiblichen Wesen auskosten. Sich ihren unkeuschen Lüsten hingeben und genießen. Sie mit seinem eigenen sexuellen Vorleiben konfrontieren und beglücken. Blümchensex, sowie auch die verschiedensten, lasterhaften Neigungen und Fantasien erleben. Bis auf gewisse Ausnahmen.

Stets waren ihm Aussehen und Status der Frauen, mit denen er sich auf sexueller Basis einließ, wichtig. Es gab nur wenige, bei denen er von seinen Prinzipien eine Ausnahme machte.

Auch wenn Empfindungen für die jeweilige Frau mit der er sich vereinigte da waren, so war es doch nie die vollkommene Liebe die er für sie verspürte.

Er wusste seine sündhafte Leidenschaft zu stillen. War es nun mit Helen seiner Agentin, gelegentliche one Night Stands, oder aber mit Schönheiten wie die, die ihm gegenüber in der letzten Reihe auf dem Stuhl saß, die mittels Körpersprache eindeutige Avancen aussandte. Jean nahm diese an ihr sehr wohl wahr.

Es geschah nicht aus Liebe zu diesen Frauen, dass er mit ihnen Sex hatte, oh nein. Ihm ging es vielmehr um seine sexuellen Fantasien und Bedürfnissen wegen. Eine Lust die Männer wohl stärker beherrscht als Frauen. Mit gewissen Ausnahmen.

Genauso wie mit Helen. Er mochte sie, sehr sogar. Aber eine feste Beziehung. Nein nach dem verlangte es ihn nicht. Genauso wenig wie sie keine mit ihm eingehen wollte. Was sie ihm klipp und klar kundtat, als sie sich über ihr sexuelles Arrangement einigten. Beide begnügten sich mit der Situation, so wie diese zwischen ihnen bestand.

Dieser Vergleich der ihm jetzt durch den Kopf ging, während sie las, ließ ihn innerlich erschrecken. Trotzdem verzog er dabei keine Mine und verhielt sich ruhig. Sah nur kurz Helen von der Seite an. Nichts an ihm verriet seinen derzeitigen Gedankengang. Er gab sich so, als würde er sehr gespannt der Lektüre folgen.

*

…. Vorlesen. -Alleine. Mit ihm. Heute Abend. Was ich mir sehnlichst gewünscht habe.- Sie sprach diese Gedanken nicht verbal aus. Es war ihre innere Göttin, die es zu ihr sagte. Ihr war heiß. Die Beine fühlten sich weich an. Spürte wie sich die Schmetterlinge in ihrem Bauch regten. Das Spannen von Muskeln, von denen sie keine Ahnung hatte, dass sie die besaß. Ihr war schummerig Zumute, bei diesen Gedanken.

Erik saß auf dem Diwan vor dem Fernseher und sog sich die heutigen Nachrichten rein. Vicki hatte den Tisch gedeckt und passte auf, dass die Suppe nicht überkochte. Das restliche Essen befand sich im Backrohr zum Aufwärmen.

Knapp zwanzig Minuten später kam ihre Mutter die Treppe herunter. Geduscht und umgezogen. Trat an den Herd und kostete von der Suppe die leicht dampfte. „Sehr gut.“ Und wagte einen Blick in den Ofen.

„So wir können essen.“ Stellte den Suppentopf auf dem Tisch ab.

„Du bist heute aber still Vicki.“ Bemerkte ihre Mutter nach einiger Zeit. „Ist dir nicht gut? Du isst ja kaum!“

„Ich bin nicht sehr hungrig.“

„Ist etwas geschehen? Hast du dich mit deiner Freundin gestritten?“

„Es ist alles in Ordnung Mutter. Ich habe nur keinen großen Hunger.“ Ihre Stimme klang unruhig und schüchtern. Wagte kaum die Mutter anzusehen. Als wäre sie bei etwas ertappt worden, das eine Strafe mit sich zog.

Nach dem Essen gab es die Geburtstagtorte.

„Wünsch dir etwas.“ Sagte die Mutter zur Tochter.

Ein heimlicher Blick zu ihm, dem Angebeteten. Sie schloss die Augen und blies die Kerze aus, als sie sie wieder öffnete, gratulierten ihr beide und übergaben die Geschenke.

Eine halbe Stunde später.

„Ich muss jetzt leider los. Habt noch einen schönen Abend zusammen.“ Drückte ihre Tochter. „Ich hoffe dein Wunsch geht in Erfüllung.“ Und streifte mit ihrer Hand durch die Haare der Tochter.

-Das ersehne ich mir auch.- und sah insgeheim zu Erik.

Erik stand auf und begleitete Vickis Mutter bis zur Haustür. Sie nahm die Autoschlüssel an sich und küsste ihn zum Abschied. „Tut mir leid, dass ich dir den Abend verdorben habe.“

„Mach dir keine Gedanken darüber.“ Und streichelte mit dem Finger über ihre Wangenknochen. „Fahr vorsichtig.“

„Was hast du heute noch vor Vicki?“ Fragte Erik, als er wieder in den Wohnbereich zurückkam.

„Ich weiß nicht. Wir könnten was spielen.“

„An was hast du dabei gedacht.“

„Wie wäre es mit einem Kartenspiel?“

„Ok. Wieso nicht. Holst du die Karten.“

„Kannst du Pokern?“ fragte sie, als sie mit den Karten wiederkam.

„Möchtest du, dass ich es dir beibringe?“

„Ist es schwer.“

„Wenn man erst die Regeln kennt, nicht mehr.“

„Wir könnten es doch mal probieren.“

„Ich hoffe du spielst es nachher nicht mit deiner Mutter!“

„Wieso?“

„Sie würde es nicht gutheißen, dass ich es dir beigebracht habe.“

„Von mir erfährt sie es bestimmt nicht, Erik.“

Er nahm sie scharf in Augenschein. Nicht weil sie dies sagte, sondern wie sie es sagte. Es erweckte ein Gefühl der Vorsicht in ihm. Sein Instinkt warnte ihn, dass in ihren Worten mehr dahinter verborgen schien, als sie wahrhaftig sagen wollte. Der Klang in ihrer Stimme war sehr rätselhaft. Nicht so, als würde man mit natürlicher Stimme sprechen. Es lag so viel mehr darin, etwas das er noch nicht zu deuten wusste. Er nahm sich vor, sie im Auge zu behalten.

„Es gibt mehrere Spielvarianten des Pokerns. Die lassen wir erst mal beiseite. Das grundlegendste des Spiels sind die Kartenkombinationen. Das heißt: Ein Paar, zwei Paare, drei gleiche, Straße fünf hintereinander folgende Karten verschiedener Farbe, Flush fünf Karten einer Farbe, Full House ist ein Drilling und ein Paar, vier gleiche und eine beliebige Karte, Straight Flush oder Royal Flush ist die Kombination einer Straße und einem Flush. Die höchste Karte ist das Ass, König, Dame, Junge, Zehn bis hinunter zur Zwei. Bei der Straße und dem Straight Flush kann das Ass eine Ausnahme machen. Da sie als eins zählen kann. Sofern man ohne Joker und wilden Karten spielt. Kannst du mir soweit folgen.“

„Ja.“

Bei jeder aufgezählten Kombination zeigte er sie ihr anhand der Karten, damit sie sah was mit den Kombinationen gemeint war.

„Also ich mische mal die Karten. Jeder erhält fünf Karten.“ Er mischte sehr professionell und teilte aus.

„Wichtig, immer nur eine Karte geben und immer die oberste zuerst. Nicht von unten. Wer das tut ist ein Falschspieler. Falschspieler sind meist solche Typen die mit den Karten zu gut umgehen können und man bemerkt es nicht einmal, dass sie falschspielen, wenn man nicht selbst ein geübter Spieler ist.“

„Ok.“

„Der Grundeinsatz erfolgt ohne, dass man vorher die Karten gesehen hat. Dann erst nimmt man die Karten zur Hand. Man prüft sie, ob die Aussicht besteht mit dem Blatt zu gewinnen. Sieh mir zu, wie ich es mache.“ Sie heftete ihre Augen auf seine Hände.

„Sehr gut.“ Als sie es ihm nachmachte.

„Dann wird geboten. Versuch es mal. Was glaubst du ist dein Blatt wert. Am besten ist immer klein anzufangen. Denn du musst wissen, spielt man zu mehreren ist das was man bietet und dann aussteigt verloren. Das heißt du kannst es nicht zurückverlangen.“

„Verstehe.“

„Hier, nehmen wir die Damesteine. Du die weißen, ich die schwarzen. Also einer ist der Grundeinsatz.“ Hob einen hoch und legte ihn hin. Auch Vicki legte einen von ihnen hinzu.

„Wie gesagt: Wie gut das Blatt ist sollte man setzen. Anfangs nicht zu hoch, dass andere Spieler auch mitgehen. Wir sind nur zu zweit da macht es nichts aus. Nur dass du begreifst.“

„Einen.“

„Gut. Also ich setze deinen einen und lege noch einen drauf. Jetzt musst du theoretisch meinen, um den ich erhöht habe um einen ausgleichen.“ Sie warf einen hin.

„Das waren zwei Wettrunden. Es ist nicht immer so, dass nach der ersten Wettrunde bereits Karten gekauft werden. Es hängt davon ab wie viele Spieler erhöhen, wenn mehr als zwei spielen. In der zweiten Wettrunde hättest du wiederum erhöhen können und ich müsste es ausgleichen, um im Spiel zu bleiben. Jetzt kommt man zum Kartenkauf. Hat man mit den fünf Karten eine fünfständige volle Kartenkombination braucht man keine Karten zu Kaufen. Das gilt für die Straße, Flush, Full House, Straight oder Royal Flush.“

„Brauchst du Karten oder genügen dir die, die du in der Hand hast. Kartenkauf gibt es nur einmal im Spiel.“

„Ich weiß nicht.“

„Es ist gleich ob du einen Fehler machst. Die Kombinationen hast du verstanden. Ich kläre dich nachher auf. Versuch es einfach mal.“

„Zwei Karten.“

„Du musst zwei von deinen, die du glaubst nicht gebrauchen zu können verdeckt ablegen.“ Sie machte das. „Diesmal gibt man dem Spieler so viel Karten wie er kauft.“ Er schob ihr die zwei hin.

„Ich nehme nur eine“

„Jetzt kommt die nächste Wettrunde. Das heißt du kannst erhöhen oder das halten was bereits im Pott liegt.“

„Ich halte nur.“

„Um es nicht noch mehr komplizierter zu machen, halte ich auch nur. Theoretisch könnten wir unzählige Wettrunden machen bis einer passt oder sehen will. Passt einer braucht der andere seine Karten nicht sehen zu lassen. Wenn nicht decken beide die Karten auf und das höhere Blatt gewinnt.“

„Verstehe.“

„Dann zeige mir mal deine Karten.“

„Sieh mal einer an, du hast ein Full House.“

„Habe ich gewonnen.“

„Ich fürchte nicht. Ich habe auch ein Full House. Drei Damen und zwei neuner. Meiner ist leider besser. Gegen deine drei zehnen und zwei Jungen. Zeig mal die Karten die du weggelegt hast.“ Sie drehte die Karten um. „Du hattest bereits drei gleiche?“

„Ja.“

„Ein besonders wichtiger Aspekt beim Pokern ist der, die anderen Spieler immer zu beobachten. Wer gut Verhaltungsregeln deuten kann, kann leicht erkennen ob jemand gute Karten hat oder nur zu Bluffen versucht. Es ist nicht leicht sich so gleichgültig wie möglich zu geben, wenn man gute oder schlechte Karten hat. Wenn man selber bluffen will, sollte man wissen wie weit man gehen kann. Er könnte auch nach hinten losgehen.“

Das Telefon klingelte. Vicki sprang hoch und ging ran. „Ja.“

„Hallo mein Schatz, was macht ihr?“

„Wir spielen Karten.“

„Hör mal es könnte länger dauern. Geh nicht all zu spät ins Bett.“

„Werde ich schon nicht.“

„Gibst du mir noch Erik.“

„Mutter möchte dich noch sprechen.“ Und reichte ihm den Hörer, als er bei ihr stand.

„Hallo.“

„Hay… Meine Schwester rief an und bat mich ob ich eventuell über Nacht bleiben kann. Sie möchte ihren Mann in dieser Situation nicht alleine lassen.“

„Verstehe.“

„Tut mir leid.“

„Du kannst ja nichts dafür. Wir kommen schon klar.“

„Wer gewinnt?“

„Was glaubst du wohl! Deine Tochter ist im Kartenspielen unschlagbar.“

„Gib ihr einen Kuss von mir.“

„Werde ich.“

„Machen wir ein Spiel?“ bat Vicki ihn nachdem er den Hörer aufgelegt hatte.

„Dann misch mal die Karten.“

„Grundeinsatz.“ Beide legten einen Damenstein hin. Vicki teilte die Karten aus. Beide hoben ihre Karten auf und prüften sie. Erik beobachte sein gegenüber. Ihm entging nicht ihr leichtes Schmunzeln.

„Ich setze einen.“

„Deinen einen und zwei.“

„Die zwei und noch einen dazu. Wenn du halten willst musst du einen hinlegen.“ Sie tat es.

„Ich nehme drei Karten.“ Und legte drei beiseite. Erhielt dafür drei neue Karten.

„Ich nehme eine.“ Sagte Vicki, zog die oberste ihrer Karten und legte diese ab.

Beide sahen sich die Karten erneut an. Erik zögerte. Nahm Vicki ins Visier. Überlegte. Rieb sich den Daumen und Zeigefinger der rechten Hand.

„Drei setze ich.“ Legte diese zu den anderen und nahm Vicki scharf in Augenschein.

Vicki fühlte sich in einer ungewöhnlichen Weise in die Enge getrieben, von seinem Blick. Verunsichert darüber beließ sie es bei den gesetzten drei und sagte: „Sehen.“

„Hat dich mein Blick eingeschüchtert?“

„Ja schon ein bisschen.“ Gestand sie

„Dies gehört zum Pokern dazu. Obwohl du bessere Karten hast als ich, hast du dich von meinem Blick verunsichern lassen.“

„Woher weißt du das.“

„Das hat mir dein Gesichtsausdruck verraten. Ich habe nur ein Pärchen und du.“

„Drei gleiche.“

„Ich sehe du hast das Spiel verstanden. Du bist eine gelehrige Schülerin.“

Am Rande des Tisches, an der Seite wo Erik saß, befand sich sein noch halbvolles Glas… Vicki bemerkt dies. Ihre Überlegung dauerte nur kurz an. Das war die beste Möglichkeit ihren Plan, die Verführung von Erik einzufädeln. Sie fühlte eine innere Nervosität und Unsicherheit, wie diese an ihrem Gewissen nagten. Doch sie war geneigt dies jetzt durchzuziehen. Sie wollte schließlich nicht als Versagerin vor ihrer Freundin dastehen. Er sollte es sein der ihr die Jungfräulichkeit nahm. Kein anderer!

Sie schritt um den Tisch herum. Und wie aus purem Zufall stieß sie an das Glas, das umkippte und einen Teil des Inhalts auf sein Beinkleid spritzte.

Er griff schnell nach dem Glas, das auf dem Boden zu fallen drohte. Mit seiner Schnelligkeit verhinderte er, dass dies geschah.

„Tut mir leid. Wie ungeschickt von mir.“ Entschuldigte sich Vicki.

Erik wollte aufstehen. Vicki beugte sich vor, und stießen mit ihren Köpfen aneinander. Beide gaben einen Schmerzlaut von sich. Sie sahen sich an, standen dicht beieinander. Das war die Gelegenheit. Vicki hob sich auf die Zehenspitzen und drückte ihm einen kindlichen Kuss auf den Mund.

Dies hatte Erik wahrlich nicht erwartet. Er war verblüfft über Vickis Verhalten. Für einige Sekunden war er sprachlos und sah sie nur an. Fixierte ihr Gesicht. Sie hielt seinem scharfen Blick nicht stand und senkte den Kopf.

Seine Hand bewegte sich wie von selbst. Seine Finger langten nach ihrem Kinn und hoben ihren Kopf sachte an. Sah ihn nur einen kurzen Augenblick in sein Gesicht. Entzog sich schnell seinem Blick, indem sie auf den Boden blickte. Sie wagte nicht ihn anzusehen.

„Bitte, sieh mich an Vicki.“ Seine leise Stimme klang nicht fordernd. Sondern war mild und verständnisvoll. Sie hob die Augenlieder und sah in seine milden Augen. „Weshalb gabst du mir einen Kuss?“ Sie erkannte ein funkeln in seinen Augen.

„Ich …“ brachte jedoch kein weiteres Wort hervor.

„Atme erst mal durch.“ Er vernahm hörbar ihr Atmen. „Hast du je einen Jungen geküsst?“ Fragte er sie.

Sie verneinte nur mit einem Kopfschütteln. Standen weiterhin noch eng beieinander.

Sein Kopf neigte sich näher an den ihren. -Was machte er jetzt.- Dachte sie noch. Im nächsten Moment fühlte sie seine Lippen auf den ihrigen, die sich behutsam auf ihrigen pressten. Sie verspürte seine Zunge an ihren Lippen, an den Zähnen die leicht geöffnet waren. Sie ließ es geschehen, wie seine Zunge weiter in ihren Mund vorstieß. Sich mit ihrer berührte und umschlang.

Die Sekunden verstrichen wie im Nu, doch für Vicky schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Endlich lösten sie sich von dem Kuss. Sie war außer Atem und fühlte sich wie im siebten Himmel. Ihre Beine schwächelten. Die Nervenenden bebten und ihr Körper vibrierte.

Diese körperliche Verbindung blieb auch bei Erik nicht ohne Folgen. Auch Vicki nahm diese Tatsche zur Kenntnis, da sie eng beisammenstanden. Sie vernahm die Härte seines Gliedes, wie dieses an ihre Lende drückte.

Ihr Gesicht wurde auf der Stelle rot und der Puls duplierte sich. Für Sekunden herrschte eine unangenehme Stille zwischen beiden.

Dann sagte Erik: „Deine Mutter hatte mich gebeten, dir einen Kuss von ihr zu geben.“ Und lächelte sie dabei an.

„Aber sicherlich nicht einen wie diesen eben.“ Meinte sie zögerlich und doch mit Freude.

„Nein, mit so einem wäre sie allerdings nicht einverstanden gewesen!“

Für kurze Zeit trat die reinste Stille ein.

„Aber du hast ihn dir gewünscht. Nicht wahr.“

Sie senkte ihren Blick. Wagte nicht ihn anzusehen und spürte wie es ihr wieder die Röte ins Gesicht trieb und heiß wurde.

„Hattest du dir noch etwas anderes zum Geburtstag gewünscht?“ fragte Erik nach.

Sie schwieg darauf. In Gedanken wollte sie sich von ihm abwenden, tat es aber nicht. Eine innere Kraft hielt sie davon ab. Leise drang ihr sinnliches „Ja“, in seine Ohren.

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