Kitabı oku: «Johann Wolfgang von Goethe: Gesammelte Dramen», sayfa 9
GRAF. Die Gaben sind verschieden ausgeteilt; keiner von uns darf sagen: er sei der größte.
RITTER. Ist denn der Zirkel dieser großen Männer geschlossen, oder ist es möglich, darin aufgenommen zu werden?
GRAF. Vielen wäre es möglich; wenigen gelingt es. Die Hindernisse sind zu groß.
DOMHERR. Wenn uns deine Erscheinung nicht unglücklicher machen soll, als wir bisher waren, so gib uns wenigstens einen Wink, wohin wir unsere Aufmerksamkeit, unser Bestreben richten sollen?
GRAF. Das ist mein Vorsatz. – Nach allen Prüfungen, die ihr ausgestanden habt, ist es billig, daß ich euch einen Schritt weiter führe, daß ich euch gleichsam eine Magnetnadel in die Hand gebe, die euch zeige, wohin ihr eure Fahrt zu richten habt. Vernehmt! –
DOMHERR. Ich bin ganz Ohr!
RITTER. Meine Aufmerksamkeit kann nicht höher gespannt werden!
MARQUIS beiseite. Ich bin äußerst neugierig!
MARQUISE beiseite. Was wird er vorbringen?
GRAF. Wenn der Mensch, mit seinen natürlichen Kräften nicht zufrieden, etwas Besseres ahnet, etwas Höheres begehrt; wenn er sich eine unverwüstliche Gesundheit, ein dauerhaftes Leben, einen unerschöpflichen Reichtum, die Neigung der Menschen, den Gehorsam der Tiere, ja sogar Gewalt über Elemente und Geister stufenweise zu verschaffen denkt: so kann es nicht ohne tiefe Kenntnis der Natur geschehen. Hierzu eröffne ich euch die Pforte. – – Die größten Geheimnisse, Kräfte und Wirkungen liegen verborgen – – in verbis, herbis et lapidibus.
ALLE. Wie?
GRAF. In Worten, Kräutern und Steinen.
Pause.
MARQUISE für sich. In Steinen? Wenn er die meint, die ich in der Tasche habe, so hat er vollkommen recht.
MARQUIS. In Kräutern? Man sagt, es sei kein Kraut gewachsen, das unser bestimmtes Lebensziel verlängern könne; und doch muß Ihnen ein solches Kraut bekannt sein, da Sie Ihr Leben nicht allein hoch gebracht, sondern auch Ihre Kräfte, Ihr äußeres Ansehen so lange erhalten haben.
GRAF. Die Unsterblichkeit ist nicht jedermanns Sache.
DOMHERR. In Worten? Hier ahne ich das meiste, erhabner Lehrer. Gewiß habt Ihr eine Sprache, eine Schrift, wodurch ganz andere Dinge bezeichnet werden als mit unsern armseligen Lauten, wodurch wir nur die gemeinsten Dinge auszudrücken imstande sind. Gewiß besitzest du die geheimnisvollen Zeichen, mit denen Salomon die Geister bezwang?
GRAF. Alle diese, ja die sonderbarsten Charaktere, die man jemals gesehen hat, Worte, die eine menschliche Lippe kaum auszusprechen vermag.
RITTER. O lehre sie uns nach und nach buchstabieren.
GRAF. Vor allen Dingen müßt ihr erkennen, daß es nicht auf die Lippen ankommt, nicht auf die Silben, die ausgesprochen werden, sondern auf das Herz, das diese Worte nach den Lippen sendet. Ihr sollt erfahren, was eine unschuldige Seele für Gewalt über die Geister hat.
NICHTE für sich. Ach Gott! Nun wird er mich vorrufen; ich zittre und bebe! Wie schlecht werde ich meine Rolle spielen! Ich wollte, ich wäre weit von hier, ich hätte diesen Menschen niemals gesehen.
GRAF. Tritt herbei, schönes unschuldiges Kind! Ohne Furcht, ohne Sorge, tritt näher, mit einer holden Freude, daß du zu dem Glück auserlesen bist, wornach so viele sich sehnen.
DOMHERR. Was soll das geben?
RITTER. Was haben Sie vor?
GRAF. Wartet und merket auf!
Musik. Der Graf gibt ein Zeichen. Ein Dreifuß steigt aus dem Boden, auf welchem eine erleuchtete Kugel befestigt ist. Der Graf winkt der Nichte und hängt ihr den Schleier über, der ihn vorher bedeckt hat, doch so, daß ihr Gesicht frei bleibt; sie tritt hinter den Dreifuß. Bei dieser Pantomime legt der Graf sein gebieterisches Wesen ab; er zeigt sich sehr artig und gefällig, gewissermaßen ehrerbietig gegen sie. Die Kinder mit den Rauchfässern treten neben den Dreifuß. Der Graf steht zunächst der Nichte, die übrigen gruppieren sich mit Verstand. Die
Jünglinge stehen ganz vorn. Die Nichte sieht auf die Kugel, die Gesellschaft auf sie, mit der größten Aufmerksamkeit. Sie scheint einige Worte auszusprechen, sieht wieder auf die Kugel und biegt sich dann erstaunt, wie jemand, der was Unerwartetes sieht, zurück und bleibt in der Stellung stehen. Die Musik hört auf.
GRAF. Was siehst du, geliebte Tochter? Erschrick nicht, fasse dich! Wir sind bei dir, mein Kind!
RITTER. Was kann sie sehen? Was wird sie sagen?
DOMHERR. Still, sie spricht!
Nichte spricht einige Worte, aber leise, daß man sie nicht verstehen kann.
GRAF. Laut, meine Tochter, lauter, daß wir es alle verstehen!
NICHTE. Ich sehe Kerzen, helle brennende Kerzen in einem prächtigen Zimmer. Jetzt unterscheide ich chinesische Tapeten, vergoldetes Schnitzwerk, einen Kronleuchter. Viele Lichter blenden mich.
GRAF. Gewöhne dein Auge, sieh starr hin; was siehst du weiter? Ist niemand im Zimmer?
NICHTE. Hier! – Laßt mir Zeit – hier in dem Schimmer beim Kerzenlichte – am Tische sitzend – erblick ich eine Dame; sie schreibt, sie liest.
DOMHERR. Sag, kannst du sie erkennen? Wie sieht sie aus? Wer ist's? Verschweige nichts!
NICHTE. Ihr Gesicht kann ich nicht sehen; die ganze Gestalt schwankt vor meinen Augen wie ein Bild auf bewegtem Wasser.
MARQUISE für sich. Ganz vortrefflich spielt das gute Kind uns ihre Lektion vor.
MARQUIS für sich. Ich bewundere die Verstellung. Liebe Natur, wozu bist du nicht fähig!
NICHTE. Jetzt! jetzt! Ihr Kleid kann ich deutlicher sehen; himmelblau fällt es um ihren Sessel, und wie der Himmel ist es mit silbernen Sternen besät.
DOMHERR zur Marquise. Nun werde ich ganz glücklich! Es ist die geliebte Fürstin. Man sagte mir von diesem Kleide, blau mit silbernen Muschen, die den Augen des Kindes als Sterne erscheinen. Horch!
NICHTE. Was seh ich! Großer Meister, erhabener Kophta, entlaß mich! Ich sehe fürchterliche Dinge.
GRAF. Bleibe getrost und sprich: was siehst du?
NICHTE. Ich sehe zwei Geister hinter dem Stuhle; sie flüstern einer um den andern der Dame zu.
GRAF. Sind sie häßlich?
NICHTE. Sie sind nicht häßlich, aber mich schaudert's.
GRAF zum Domherrn. Diese Geister sprechen zum Vorteil eines Freundes. Kannst du die Dame erkennen? Kennst du den Freund?
DOMHERR ihm die Hand küssend. Du bist ewig meiner Dankbarkeit versichert!
NICHTE. Sie wird unruhig; das Flüstern der Geister hindert sie am Lesen, hindert sie am Schreiben; ungeduldig steht sie auf; die Geister sind weg. Sie wendet ihr Gesicht ab. Laßt mich einen Augenblick.
GRAF. Nur gelassen, meine Tochter! Wenn du wüßtest, unter welchem Schutze du stehst! Er unterstützt sie.
RITTER für sich. O wie sie liebenswürdig ist! Wie reizend in ihrer Unschuld! Nie hat mich ein Mädchen so gerührt. Nie hab ich eine solche Neigung empfunden! Wie sorge ich für das gute Kind! Gewiß, der Domherr, die Tante – das himmlische Wesen ahnet nicht, in welcher Gefahr sie schwebt! O wie gern möcht ich sie aufmerksam machen, sie retten, wenn ich mich auch ganz dabei vergessen sollte.
GRAF. Nimm dich zusammen, meine Taube, sieh hin; gewiß, du hast uns noch mehr zu offenbaren!
NICHTE auf die Kugel blickend. Sie tritt ans Kamin, sie blickt in den Spiegel! Ahi!
GRAF. Was ist dir?
NICHTE. Ahi!
MARQUISE. Was hast du?
NICHTE. Ach, in dem Spiegel steht der Domherr.
DOMHERR. Welche Glückseligkeit! Meister – ich – wie soll ich dir danken! Das tust du alles für mich!
NICHTE. Sie sieht hinein, sie lächelt; weg ist der Domherr, sie sieht sich selbst.
RITTER. Welche Wunderkraft! Welche Gaben!
NICHTE mit einem gefühlvollen freudigen Ausdruck. Ja nun! – Ich sehe alles nun deutlich, ich sehe die herrliche Schönheit, das liebenswürdige Gesicht. Wie ihm die Traurigkeit so schön steht, die sich über alle Züge verbreitet.
DOMHERR der bisher die Hände des Grafen gehalten und sie öfters geküßt. Unaussprechlich, unbeschreiblich beglückst du deinen Knecht!
NICHTE. Sie wird unruhig, das Zimmer scheint ihr zu enge, sie geht nach der Glastüre, sie will hinaus. Ach! Ach! –
GRAF. Ermanne dich! Nur noch einen Augenblick! Sieh noch einmal hin!
NICHTE verwirrt. Die Geister stehn ihr zur Seite. Sie öffnen die Türe, draußen ist's dunkel.
MARQUISE zum Domherrn. Sie geht dir entgegen.
DOMHERR. Ist's möglich!
MARQUISE. Du wirst's erfahren.
NICHTE. Ach! Sie fällt in Ohnmacht.
RITTER. O Gott! Helft ihr! Schont sie! Es ist unverzeihlich, daß Ihr sie nicht eher entlassen habt!
MARQUISE. Hier ist Salz.
Die Hauptpersonen drängen sich zu ihr, die Jünglinge treten aus dem Proscenio ins Theater, die Kinder furchtsam zu ihnen. Es macht alles eine schöne, aber wilde Gruppe.
GRAF. Überlaßt sie mir! Nur durch himmlischen Balsam kann sie erquickt werden.
Der Vorhang fällt.
Vierter Aufzug
Erster Auftritt
Zimmer der Nichte.
Die Nichte. Ein Mädchen.
NICHTE bei der Toilette. Ein Mädchen hilft ihr sich ankleiden und geht sodann in die Garderobe; sie kommt mit einem Bündel zurück und geht über das Theater. Was trägst du da? Was ist in dem Bündel?
MÄDCHEN. Es ist das Kleid, das Sie mir befahlen zum Schneider zu schaffen.
NICHTE. Gut. Daß ich es, wo möglich, morgen oder übermorgen wiederhabe.
Mädchen geht ab.
NICHTE. Nun bin ich angezogen, wie es meine Tante befohlen hat. – Was mag diese neue Mummerei bedeuten? – Wenn ich bedenke, was mir heute begegnet ist, so habe ich alles zu befürchten. Kaum erhole ich mich von jener schauderhaften Szene, so mutet man mir zu, mich umzukleiden, und wenn ich mich recht ansehe, so ist daß ungefähr, wie ich die Prinzessin beschrieben habe. Der Domherr liebt die Fürstin, und ich soll sie wohl gar vorstellen? In welche Hände bin ich geraten! Was hab ich zu erwarten? Welchen grausamen Gebrauch macht meine Tante von dem Vertrauen, das ich ihr zu voreilig hingab! Wehe mir! Ich sehe niemanden, an den ich mich wenden könnte. Die Gesinnungen des Marquis werden mir nun deutlicher. Es ist ein eitler, frecher, leichtsinniger Mann, der mich unglücklich gemacht hat und bald in mein Verderben willigen wird, um mich nur loszuwerden. Der Domherr ist ebenso gefährlich. Der Graf ein Betrüger. – – Ach, nur der Ritter wäre der Mann, an den ich mich wenden könnte. Seine Gestalt, sein Betragen, seine Gesinnungen zeichneten mir ihn im ersten Augenblicke als einen rechtschaffenen, einen zuverlässigen tätigen Jüngling; und wenn ich mich nicht irre, war ich ihm nicht gleichgültig. – Aber ach! betrogen durch die unverschämte Mummerei der Geisterszene, hält er mich für ein Geschöpf, das der größten Verehrung wert ist. Was soll ich ihm bekennen? Was soll ich ihm vertrauen? – – Es komme, wie es wolle, ich will es wagen! Was hab ich zu verlieren? Und bin ich nicht schon in diesen wenigen Stunden der Verzweiflung nahe gebracht? – Es entstehe, was wolle, ich muß ihm schreiben. Ich werde ihn sehen, mich ihm vertrauen; der edle Mann kann mich verdammen, aber nicht verstoßen! Er wird einen Schutzort für mich finden. Jedes Kloster, jede Pension soll mir ein angenehmer Aufenthalt werden. Sie spricht und schreibt.
»Ein unglückliches Mädchen, das Ihrer Hülfe bedarf und von dem Sie nicht übler denken müssen, weil sie Ihnen vertraut, bittet Sie morgen früh um eine Viertelstunde Gehör. Halten Sie sich in der Nähe, ich lasse Ihnen sagen, wenn ich allein bin. Die traurige Lage, in der ich mich befinde, nötigt mich zu diesem zweideutigen Schritt.«
So mag es sein! – – Der kleine Jäck ist mir wohl ein sichrer Bote. Sie geht an die Türe und ruft. Jäck!
Zweiter Auftritt
Nichte. Jäck.
NICHTE. Kleiner! weißt du des Ritters Greville Wohnung?
JÄCK. Ich bin oft dort gewesen.
NICHTE. Willst du mir wohl gleich ein Billett an ihn bestellen? Aber daß es niemand erfährt!
JÄCK. Recht gern! Was hab ich davon?
NICHTE indem sie ihm Geld reicht. Einen Laubtaler!
JÄCK der sich auf einem Fuß einigemal herumdreht. Ich habe Flügel.
NICHTE indem sie ihm das Billett gibt. Hier!
JÄCK. Das Geld wird bald verdient sein. Wahrscheinlich ist er in der Nähe. Um diese Zeit pflegt er in das Kaffeehaus an der Ecke zu kommen.
NICHTE. Das wäre schön. Nur vorsichtig!
JÄCK. Geben Sie nur. Verlassen Sie sich auf mich.
NICHTE. Du bist ein durchtriebener Schelm!
JÄCK. Ich bin zu brauchen, das weiß Ihre Tante.
Dritter Auftritt
NICHTE allein. Wie frech dieser Knabe ist! Wie abgerichtet! So sollt ich auch werden; und wäre sie langsamer zu Werke gegangen, sie hätte mich Schritt vor Schritt ins Verderben geführt. Glücklicherweise werd ich es gewahr und fühle noch soviel Kraft, mich zu retten. Geist meiner Mutter, steh mir bei! Ein Fehler riß mich aus dem gleichgültigen Zustande, in welchem ich sonst zwischen Tugend und Laster schlummerte. O möge dieser Fehler der erste Schritt zur Tugend sein!
Vierter Auftritt
Nichte. Marquise.
MARQUISE. Lassen Sie sehen, Nichte, wie finden Sie sich in das neue Kleid?
NICHTE. Nicht eben so ganz, als wenn es mein eigen wäre.
MARQUISE. Nun, nun, es geht schon! Es kleidet Sie alles.
NICHTE. Auch der Betrug, wie Sie heute gesehen haben.
MARQUISE. Wer wird solche Worte brauchen! Etwas an ihr zurechtrückend. So! es muß mehr an den Leib geschlossen sein, und diese Falte muß reicher fallen. Der Wagen wird bald kommen, und wir fahren heute noch aufs Land.
NICHTE. Noch heute?
MARQUISE. Ja, und Sie haben heute noch eine Rolle zu spielen.
NICHTE. Noch eine? Sie sind unbarmherzig, Tante. Die erste hat mir schon so viel Mühe gekostet, daß Sie mich mit der zweiten verschonen sollten.
MARQUISE. Eben deswegen, mein Kind. Noch diese und dann die dritte und vierte, und es wird Ihnen keine Mühe mehr kosten.
NICHTE. Ich fürchte, Sie finden mich nicht halb so fähig, als Sie glauben.
MARQUISE. Es kommt auf einen Versuch an. Diese Nacht werden Sie eine sehr geringe Rolle zu spielen haben.
NICHTE. In diesem prächtigen Kleide?
MARQUISE. Dem Inhalte nach, meine ich. Sie haben eine halb stumme Liebhaberin vorzustellen.
NICHTE. Wie verstehn Sie das?
MARQUISE. Ich bringe Sie in einen Garten, führe Sie in eine Laube, gebe Ihnen eine Rose, und Sie verweilen einen Augenblick. Es kommt ein Kavalier auf Sie zu, er wirft sich Ihnen zu Füßen, er bittet Sie um Vergebung, Sie geben einen unvernehmlichen Laut von sich: »Mein Herr!« – oder was Sie wollen; – er fährt fort, um Verzeihung zu bitten. »Stehn Sie auf!« versetzen Sie leise; er bittet um Ihre Hand als um ein Zeichen des Friedens. Sie reichen ihm Ihre Hand; er bedeckt sie mit tausend Küssen. »Stehn Sie auf!« sagen Sie alsdann, »entfernen Sie sich, man könnte uns überraschen!« Er zaudert; Sie stehen vom Sitze auf: »Entfernen Sie sich!« sagen Sie dringend und drücken ihm die Rose in die Hand. Er will Sie aufhalten. »Es kommt jemand!« lispeln Sie und eilen aus der Laube. Er will zum Abschiede einen Kuß wagen; Sie halten ihn zurück, drücken ihm die Hand und sagen sanft: »Wir sehn uns wieder!« und machen sich von ihm los.
NICHTE. Liebe Tante, verzeihen Sie mir, es ist eine schwere, eine gefährliche Aufgabe. Wer ist der Mann? Wen soll ich vorstellen? Wird die Nacht, werden die Umstände ihn nicht verwegner machen? Können Sie mich so aussetzen?
MARQUISE. Du bist sicher, mein Kind. Ich bin in der Nähe und werde nicht einen Augenblick verweilen, wenn ich diese letzten Worte höre. Ich trete herbei und verscheuche ihn.
NICHTE. Wie soll ich meine Rolle recht spielen, da ich nicht weiß, wen ich vorstelle?
MARQUISE. Betragen Sie sich edel, sprechen Sie leise; das übrige wird die Nacht tun.
NICHTE. Welch einen Argwohn erregt mir das blaue Kleid, diese silbernen Muschen!
MARQUISE. Nun gut, wenn Sie es denn vermuten, wenn Sie es erraten. Sie stellen die Prinzessin vor, und der Kavalier wird der Domherr sein.
NICHTE. Liebe Tante, wie können Sie einem unglücklichen verlassenen Mädchen solch eine sonderbare Unternehmung zumuten! Ich begreife den Zusammenhang nicht, ich sehe nicht, was es Ihnen nutzen kann; aber bedenken Sie, daß es kein Scherz ist. Wie hart würde einer gestraft, der die Hand des Fürsten in irgendeiner Unterschrift nachahmte, der das Bild seines Königes auf ein unechtes Metall zu prägen sich unterfinge? Und ich soll, wissentlich, mein armseliges Selbst für die geheiligte Person einer Fürstin geben, soll mit erlogenen Zügen, durch erborgte Kleider die äußere Gestalt jener erhabenen Person nachäffen und durch mein Betragen in ebendem Augenblick die edle Sittlichkeit schänden, die den Charakter dieser großen Fürstin macht? Ich schelte mich selbst, ich bin zu bestrafen, bin zu verdammen. Haben Sie Mitleid mit mir! denn Sie werden mich nicht retten, wenn man mich verurteilt. Wollen Sie mich zu einer Verbrecherin machen, weil ich Ihnen einen Fehler eingestand?
MARQUISE. Es ist nicht zu ändern.
NICHTE bittend. Meine Tante!
MARQUISE gebieterisch. Meine Nichte! – Sobald der Wagen da ist, erfahren Sie es; werfen Sie dann Ihren Mantel um und folgen Sie mir.
NICHTE. Ich wünschte –
MARQUISE. Sie wissen, was zu tun ist; es kann nichts abgeändert werden.
Fünfter Auftritt
Nichte, nachher Jäck.
NICHTE. So war mein Argwohn auf dem rechten Wege! Es ist gewiß, was ich fürchtete. Sie will mich dem Domherrn auf eine oder die andere Weise in die Hände liefern, und vielleicht ist der Marquis selbst mit ihr einig. Von solchen Menschen läßt sich alles erwarten, und desto besser habe ich getan, mich an den Ritter zu wenden. Ich werde mich heute schon zu betragen wissen, und morgen, wenn ich mich in ihm nicht betrogen habe –
JÄCK in der Türe. Ist sie weg?
NICHTE. Nur herein!
JÄCK. Wie gesagt, so getan!
NICHTE. Was bringst du?
JÄCK. Hier ein Blättchen! Indem er ihr ein Billett gibt und sich dann im Sprunge herumdreht. Und noch einen Laubtaler vom Ritter für meine Mühe. Brauchen Sie mich ferner zum Kurier.
NICHTE. Wo hast du ihn angetroffen?
JÄCK. Im Kaffeehause gegenüber, wie ich sagte.
NICHTE. Sagte er was zu dir?
JÄCK. Er fragte, ob Sie zu Hause, ob Sie allein seien? – Ich muß sehen, was es gibt; ich höre, die gnädige Frau fährt aus.
Sechster Auftritt
Nichte, nachher der Ritter.
NICHTE das Billett lesend. »Ich weiß Ihr Vertrauen zu schätzen und freue mich unendlich darüber. Schon habe ich Sie im stillen beklagt; in wenig Minuten bin ich bei Ihnen« –
O Gott, was will das heißen?
»Bis morgen früh kann ich meiner Ungeduld nicht gebieten. In Ihrem Quartier hab ich eine Zeitlang gewohnt und besitze noch durch einen Zufall den Hauptschlüssel. Ich eile nach Ihrer Garderobe; sein Sie ohne Sorgen, es soll mich niemand entdecken, und verlassen Sie sich in jedem Sinn auf meine Diskretion.«
Ich bin in der entsetzlichsten Verlegenheit! Er wird mich in diesen Kleidern finden! Was soll ich sagen?
RITTER der aus der Garderobe tritt. Sie verzeihen, daß ich eile; wie hätt ich diese Nacht ruhig schlafen können?
NICHTE. Mein Herr –
RITTER sie scharf ansehend. Wie find ich Sie verändert? Welcher Aufputz! Welche sonderbare Kleidung! Was soll ich dazu sagen?
NICHTE. O mein Herr! ich hatte Sie jetzt nicht vermutet. Entfernen Sie sich, eilen Sie! Meine Tante erwartet mich diesen Augenblick. Morgen früh –
RITTER. Morgen früh wollen Sie mir vertrauen, und heute nicht?
NICHTE. Ich höre jemand kommen, man wird mich rufen.
RITTER. Ich gehe, sagen Sie nur: was stellt das Kleid vor?
NICHTE. O Gott!
RITTER. Was kann das für ein Vertrauen sein, wenn Sie mir diese Kleinigkeit verschweigen?
NICHTE. Alles Vertrauen hab ich zu Ihnen, nur – das ist nicht mein Geheimnis. Dieses Kleid –
RITTER. Dieses Kleid ist mir merkwürdig genug. Einigemal hat sich die Prinzessin in einem solchen Kleide sehen lassen. Selbst heute haben Ihnen die Geister die Fürstin in diesem Kleide gezeigt, und nun find ich Sie –
NICHTE. Rechnen Sie mir diese Maskerade nicht zu.
RITTER. Welche entsetzliche Vermutungen?
NICHTE. Sie sind wahr.
RITTER. Die Geisterszene?
NICHTE. War Betrug.
RITTER. Die Erscheinungen?
NICHTE. Abgeredet.
RITTER. O ich Unglücklicher! O hätten Sie mir ewig geschwiegen! Hätten Sie mir den süßen Irrtum gelassen! Sie zerstören mir den angenehmsten Wahn meines Lebens!
NICHTE. Ich habe Sie nicht berufen, Ihnen zu schmeicheln, sondern Sie als einen edeln Mann um Rettung und Hülfe anzuflehn. Eilen Sie, entfernen Sie sich! Wir sehen uns morgen wieder. Verschmähen Sie nicht ein unglückliches Geschöpf, das nach Ihnen wie nach einem Schutzgott hinaufsieht!
RITTER. Ich bin verloren! Auf ewig zugrunde gerichtet! Wüßten Sie, was Sie in diesem Augenblick mir geraubt haben, so würden Sie zittern; Sie würden mich nicht um Mitleid anflehn. Ich habe kein Mitleid mehr! Den Glauben an mich selbst und an andre, an Tugend, Unschuld, an jede Größe und Liebenswürdigkeit haben Sie mir entrissen. Ich habe kein Interesse mehr, und Sie verlangen, daß ich es an Ihnen nehmen soll? Meine Zutraulichkeit ist auf das schändlichste mißhandelt worden, und Sie wollen, daß ich Ihnen trauen soll? Ihnen, einer doppelten, dreifachen Schauspielerin? Welch ein Glück, daß ich diesen Abend hieher kam und Ihnen nicht Zeit ließ, sich vorzubereiten, die Maske anzulegen, mit der Sie auch mich zu hintergehen dachten!
NICHTE. Ich bin ganz unglücklich! Eilen Sie! Entfernen Sie sich! Man kommt!
RITTER. Ich gehe, Sie nie wiederzusehen!
Siebenter Auftritt
Die Nichte. Der Marquis.
MARQUIS halb in der Türe. Sind Sie allein, Nichte? Nur ein Wort!
NICHTE indem der Marquis wieder zur Tür hinaussieht, betrachtet sie sich geschwind im Spiegel. Ich sehe verweint, verworren aus! Was werd ich sagen?
MARQUIS sie umarmend und fest an sich drückend. Süßes, holdes Geschöpf!
NICHTE ihn zurückhaltend. Um Gottes willen, Marquis!
MARQUIS. Wir sind allein, fürchten Sie nichts!
NICHTE sich von ihm losmachend. Die Marquise erwartet mich.
Beiseite. Wenn der Ritter noch da wäre!
MARQUIS. Was haben Sie? Sie sehen ganz verstört aus.
NICHTE. Ach Gott! Die Zumutungen meiner Tante –
MARQUIS. Du dauerst mich, liebes Kind; aber ich will dich retten.
NICHTE. Sie wissen doch, heute nacht soll ich die Rolle der Prinzessin spielen. Es ist erschrecklich! Kommen Sie! Sie sieht sich inzwischen furchtsam nach der Garderobetür um.
MARQUIS. Bleiben Sie, bleiben Sie, eben deswegen bin ich hier! Spielen Sie heute nacht Ihre Rolle nur gut, Sie haben nichts zu besorgen.
NICHTE. So lassen Sie uns gehen.
MARQUIS. Nein doch; ich wollte Ihnen sagen –
NICHTE. Dazu ist's morgen Zeit.
MARQUIS. Keineswegs! Sie scheinen diese Abenteuer weniger zu fürchten, als Sie sollten.
NICHTE wie oben. Ich bin in der größten Verlegenheit!
MARQUIS. Es steht Ihnen noch etwas Seltsames diese Nacht bevor, an das Sie nicht denken.
NICHTE. Was denn? Sie erschrecken mich!
MARQUIS. Daß Sie mit mir wegreisen werden.
NICHTE. Mit Ihnen?
MARQUIS. Und das sagen Sie mit einer Art von Widerwillen?
NICHTE. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
MARQUIS. Ich werde Sie leicht aufklären. Die Maskerade, zu der Sie angezogen sind, ist nicht ein bloßer Scherz. Meine Frau hat im Namen der Prinzessin den Domherrn um einen wichtigen Dienst ersucht, und Sie sollen die Dankbarkeit der Fürstin gegen den betrogenen Mann ausdrücken.
NICHTE wie oben in Verlegenheit. Ich soll ihm eine Rose geben.
MARQUIS. Eine würdige Belohnung für einen solchen Dienst! Denn zu nichts Geringerem hat sich die blinde Leidenschaft des Domherrn bereden lassen, als das schöne Halsband von den Hofjuwelieren zu kaufen.
NICHTE. Das Halsband?
MARQUIS. Das wir gestern so sehr bewunderten, als wir diesen Ring kauften.
NICHTE. Es ist nicht möglich!
MARQUIS. So gewiß, daß ich schon einen Teil davon in der Tasche habe.
NICHTE. Sie? Was soll das heißen? – Man könnte horchen.
MARQUIS. So treten Sie hieher! Er nähert sich der Garderobe. Ja, mein Kind! Der Domherr besaß es kaum eine Viertelstunde; gleich war es in den Händen meiner Frau, um es der Prinzessin noch heute abend zu überliefern. Wie glücklich war das Weib in diesem Augenblick, und ich nicht weniger! Unbarmherzig brach sie die schöne Arbeit voneinander; es tat mir im Herzen weh, den kostbaren Schmuck so zerstört zu sehen, und ich konnte nur durch das herrliche Paketchen getröstet werden, das sie mir zu meiner Reise zubereitete. Ich habe wenigstens für hunderttausend Livres Steine in der Tasche. Ich geh noch heute nach England ab, mache dort alles zu Gelde, schaffe Silbergeschirr und Kostbarkeiten in Menge.
NICHTE welche bisher die größte Verlegenheit verborgen. Welche gefährliche Unternehmung!
MARQUIS. Wir müssen jetzt nicht sorgen, sondern wagen.
NICHTE. Ich wünsche Ihnen Glück!
MARQUIS. Nein, du sollst es mir bringen! Du sollst und mußt meine Reisegefährtin sein.
NICHTE. Sie wollen mich dieser Gefahr aussetzen?
MARQUIS. Die Gefahr ist weit größer, wenn du zurückbleibst. Meine Frau ist verwegen genug, das Märchen, solang es nur gehen will, durchzuspielen. – Bis der erste Zahlungstermin kommt, ja noch weiter, ist sie ziemlich sicher. Indes kann ich dich nicht hier lassen.
NICHTE. Bedenken Sie –
MARQUIS. Ich weiß nicht, wie ich dein Betragen erklären soll. Wär es möglich, daß man mir schon dein Herz entwendet hätte? – Nein, es ist nicht möglich! Du bist verlegen, aber nicht verändert. Laß dich nicht etwa den anscheinenden Reichtum des Domherrn blenden; wir sind jetzt reicher als er, der in kurzem sich in der größten Verlegenheit sehen wird. Ich habe alles genau berechnet. Du magst heute nacht die Person der Prinzessin noch vorstellen. – Es ist die Absicht meiner Frau, daß ich euch hinausbegleiten und dann gleich weiterfahren soll. Ich nehme deswegen einen besondern Wagen. Ist die Szene vorbei, so erkläre ich der Marquise kurz und gut, daß du mich begleitest. Du magst ein wenig widerstehen, ich führe dich mit Gewalt weg. Lärm darf sie nicht machen, aus Furcht, daß alles verraten wird. – Du hörst nicht zu; was ist dir?
NICHTE. Verzeihen Sie mir – dieser Vorschlag – Ich bin verwirrt – ich verstumme! Bedenken Sie, in welcher Lage wir die Tante zurücklassen!
MARQUIS. Sie wird sich schon helfen, sie ist klug genug. Sie hat diese Sache so weit gebracht, und wir verderben ihr nichts an ihrem Plan. Genug, ich will, ich kann dich nicht entbehren, und wenn du je an meiner Liebe zweifeltest, so siehst du nun, wie heftig sie ist. Ich werde dich nicht hier lassen, so vielen Nachstellungen, so vielen Gefahren ausgesetzt; nicht acht Tage, so hab ich dich verloren. Die unsinnige Leidenschaft des Domherrn zur Fürstin hält ihn nicht von andern Liebeshändeln zurück. Nur wenige Tage, und du wirst unter dem Schleier seine Gebieterin und ohne Schleier sein gehorsamstes Liebchen sein. Komm! – So hab ich es beschlossen, und davon laß ich nicht ab. Er umarmt sie. Du bist mein geworden, und niemand soll dich mir rauben! Meine Frau war mir niemals hinderlich, und wenn sie die Steine glücklich davonbringt, wird sie uns gern verzeihen. – Wie ist dir? Du bist nicht bei dir!
NICHTE. Es ist um mich geschehen! Führen Sie mich, wohin Sie wollen.
MARQUIS. Wisse nur, es ist schon alles richtig. Unter einem andern Vorwande habe ich von deinem Kammermädchen nur das Notwendigste zusammenpacken lassen. Es kommt auf wenige Tage an, so sind wir neu und besser als jemals gekleidet. Wir wollen uns nicht mit alter Trödelware beschweren. Er führt die Nichte ab, die ihm trostlos folgt und nochmals zurück nach der Garderobetür sieht.
Achter Auftritt
DER RITTER der aus dem Kabinett hervorgeht. Was hab ich gehört, und in welchen Abgrund von Verräterei und Nichtswürdigkeit hab ich hineingeblickt! Niemals konnte ich diese Menschen achten, mit denen ich leben mußte! Oft waren sie mir verdächtig; aber wenn man sie bei mir solcher verruchten Handlungen wegen angeklagt hätte, ich hätte sie gegen jedermann in Schutz genommen. Nun versteh ich dich, schöne Verführerin, warum du mich erst morgen früh sehen wolltest! Gewiß war es ihr bekannt, daß der Marquis heute nacht verreisen solle; aber daß er sie zwingen würde, mit ihm zu gehen, dachte sie nicht. Sie glaubte gewiß, seine Neigung zu ihr sei erschöpft, wie ihre Neigung zu ihm. O die Abscheuliche! Diese Unschuld zu heucheln! – Wie ein himmlischer Geist stand sie vor uns, und die reinsten Wesen schienen durch ihren Mund zu sprechen, indes sie, eines Liebhabers überdrüssig, sich nach andern umsieht und über die Zauberkugel weg nach den betrogenen Männern schielt, die sie als ein himmlisches Wesen anbeten. Wie soll ich das alles zurechtlegen, was ich gehört habe? Was soll ich tun? Der Graf und die Marquise spinnen den unerhörtesten Betrug an. Um ihren ungeheuern Plan durchzuführen, wagen sie es, den Namen einer vortrefflichen Fürstin zu mißbrauchen, ja sogar ihre Gestalt in einem schändlichen Possenspiel nachzuäffen. Früher oder später wird sich's entdecken, und die Sache endige sich, wie sie wolle, so muß sie dem Fürsten und der Fürstin höchst unangenehm sein. Es leidet keinen Aufschub. – Soll ich hingehen und dem betrogenen Domherrn die Augen eröffnen? Noch wäre es möglich, ihn zu retten! Das Halsband ist zerstückt; aber noch ist der Marquis hier, man kann sie festhalten, ihnen den Schmuck abnehmen, die Betrüger beschämen und sie in der Stille verjagen. – Gut, ich gehe. – Doch halt! Das tu ich um des kalten, eigennützigen Weltmannes willen? Er wird mir danken und für die Rettung aus der ungeheuren Gefahr mir seine Protektion versprechen, mir eine ansehnliche Charge zusichern, sobald er sich wieder würde in Gunst gesetzt haben. Diese Erfahrung macht ihn nicht klug; er wird dem ersten besten Betrüger sich wieder in die Hände geben, sich immer leidenschaftlich, ohne Sinn, Verstand und ohne Folge betragen; wird mich als einen Schmarotzer in seinem Hause dulden; wird bekennen, daß er mir Verbindlichkeiten habe, und ich werde vergebens auf eine reelle Unterstützung warten, da es ihm, ungeachtet seiner schönen Einnahme, immer an barem Gelde fehlt. – – Geht nachdenkend auf und nieder. Törichter, beschränkter Mensch! Und du siehst nicht ein, daß sich hier der Weg zu deinem Glücke öffnet, den du so oft vergebens gesucht hast? Mit Recht hat dich heute der Domherr als einen Schüler verlacht, mit Recht der Graf deine Gutmütigkeit auf eine verruchte Weise mißbraucht! Du verdientest jene Lektion, da du nicht einmal durch sie klüger geworden bist. – Sie glaubten nicht, dich zu ihrem Verderben zu unterrichten. – Wohl, so soll es sein! Ich eile zu dem Minister. Er ist eben auf dem Landhause, wohin diese Betrüger zusammen in die Falle gehen. Sie sind keiner Schonung wert! Es ist eine Wohltat fürs menschliche Geschlecht, wenn sie nach Verdienst gestraft werden, wenn man sie außerstand setzt, ihre Künste weiter fort zu treiben. Ich eile; der Moment ist entscheidend! Werden sie über der Tat ergriffen, so ist alles bewiesen. Die Steine, die der Marquis in der Tasche hat, zeugen wider ihn; es hängt von dem Fürsten ab, die Schuldigen zu behandeln, wie es ihm recht dünkt, und ich werde mit leeren Versprechungen gewiß nicht hingehalten. Ich sehe mein Glück mit dem Anbruche des Tages hervortreten! Hier ist nicht ein Augenblick zu säumen! Fort! Fort!