Kitabı oku: «Lieblingsplätze von Koblenz zu Rhein und Mosel», sayfa 2

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3 Rheinische Fröhlichkeit
Koblenz: Weindorf am Rhein

Das Weindorf ist ein Treffpunkt für traditionsbewusste Einheimische und Touristen. Hier findet man sie noch manchmal, die sprichwörtlich bekannte rheinische Fröhlichkeit. Bei der Criminale 2006, dem größten deutschen Krimifestival, war das Weindorf die Zentrale des Syndikats. Das ist kein Mafia-Clan, sondern die Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren (Jacques Berndorf, Nina George, Ingrid Noll, Sebastian Fitzek, Frank Schätzing, Arno Strobel u. v. a.).

Im Koblenzer Weindorf haben die Krimiautorinnen und Krimiautoren unter den alten Bäumen der Innenterrasse das besondere Flair und unsere heitere Lebensart genossen. Hier können Sie im Schatten der hohen Kastanien einen guten Riesling von Rhein oder Mosel trinken, und den Tag mit Musik und Tanz ausklingen lassen. Die Gebäude des Weindorfs wurden 1925 für die Reichsausstellung Deutscher Wein gebaut und weckten bereits damals das Interesse von Autoren und Journalisten an der Stadt und den an Rhein und Mosel angebauten Weinen. Reichspräsident von Hindenburg schickte ein Glückwunschtelegramm zur Eröffnung, und die Welt entdeckte damals die Koblenzer Kellereien. Da sich das Weindorf während der Ausstellung großer Beliebtheit erfreute, betrieb man die Gastronomie weiter. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden die Häuser in den 50er-Jahren wiederaufgebaut.

Hinter dem Weindorf wird auf einem Schuttberg Wein angebaut, der sogenannte Schnorbach Riesling. Josef Schnorbach war der erste Oberbürgermeister von Koblenz. Der schattige Weindorf-Innenhof wird von vier typischen Winzerhäusern aus verschiedenen Weinanbauregionen eingegrenzt. Hier können Touristen als Abschluss eines Ko­blenz-Besuchs bei einem deftigen Abendessen (etwa einem Rheinischen Sauerbraten) einen guten Tropfen Wein genießen.

Auf der BUGA war die ständige Ausstellung mit ihren Gärten eine der Hauptattraktionen. Hinter dem Weindorf erhebt sich die Rhein-Mosel-Halle, die 2012 nach jahrelangen Bauarbeiten neu eröffnet wurde.

Ich empfehle Ihnen einen Spaziergang durch die Kaiserin-Augusta-Anlagen über die Mozartbrücke und einen Rundgang auf der Insel Oberwerth mit Freibad und alten Villen.

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Weindorf Koblenz

Julius-Wegeler-Straße 2

56068 Koblenz

0261 1337190

www.weindorf-koblenz.de

4 Verliebt in die Stadt
Koblenz: Kaiserin-Augusta-Anlagen am Rhein

Die Koblenzer verdanken Kaiserin Augusta (1811–1890) den nach ihr benannten Abschnitt der Rheinanlagen, den viele als den schönsten zwischen Basel und Rotterdam bezeichnen. Zu Ehren der großzügigen Stifterin der Kaiserin-Augusta-Anlagen wurde bereits 1896 ein Marmor-Monument errichtet: ein großes Rondell, in dessen Mitte die Kaiserin thront, flankiert von Seitenpfeilern, auf denen sich Löwenköpfe und Vögel befinden.

Die etwa dreieinhalb Kilometer lange Promenade am linken Rheinufer unterteilt sich in das Konrad-Adenauer-Ufer (Richtung Deutsches Eck) und die Kaiserin-Augusta-Anlagen (Richtung Oberwerth). Der geniale preußische Gartenbaumeister Peter Lenné gestaltete im Auftrag der Gattin von Kaiser Wilhelm I. diese Anlagen. Die beliebte Regentin lebte von 1850 –1858 im Kurfürstlichen Schloss und »schenkte« der Koblenzer Bevölkerung das Rheinufer. »Es soll dem Volke […] geboten werden, ein Aufenthalt außerhalb der kleinen Wohnung und Gasse für Frau und Kind, des Wirtshauses für den Mann: als ›reine Luft‹ in jedem Sinne, Auf dass die gottgesegnete Gegend auch die Menschen zu erhöhtem und warmen Daseinsgefühle erhöbe.«

An der Uferpromenade entstanden eine Trinkhalle, kleine Tempel, ein Observatorium, Springbrunnen, Pflanzen- und Figurengruppen, Laubengänge und zahlreiche Kunstdenkmäler und Plastiken. Mit der Mischung aus Promenade, Volks- und Vergnügungspark setzte sich die Kaiserin selbst ihr schönstes und dauerhaftestes Denkmal.

Zu Ehren von Kaiserin Augusta feiern die Koblenzer jedes Jahr am ersten Wochenende im Juni das Augusta-Fest. Wenn Frauen und Männer in historischen Gewändern auf der Promenade flanieren, fühlt man sich in die guten alten Zeiten zurückversetzt. Neben Kutschfahrten, Führungen, künstlerischen und musikalischen Darbietungen werden historische Hofspiele, Fechtszenen mit Edelleuten, Schlosstänze, Kindertheater und Märchenerzählungen angeboten.

Kurzer Abstecher Richtung Hauptbahnhof zum Geheimtipp Im Süden – kleine, aber feine mediterrane Küche. Stammkarte mit wechselnde Zusatzgerichten. Feinkosttheke mit eigenen Kreationen und guten Weinen.


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Kaiserin-Augusta-Anlagen

56068 Koblenz

www.koblenz-touristik.de

Im Süden

Markenbildchenweg 30

56068 Koblenz

0261 29670990

www.imsüden-feinkost-kochbar.de

5 Im Glashaus den Rhein genießen
Koblenz: Pegelhaus und Alter Rheinkran

Mit dem Ausbau der Moselwerft verlor der alte Rheinkran aus dem Jahr 1611 zunehmend an Bedeutung. Das markante Gebäude wurde später als Pegelhaus genutzt und ist heute ein Restaurant. Im Jahre 2011 wurde das alte Schieferdach abgerissen und durch ein Glasdach ersetzt. Die Gäste können beim Dinieren in der Glaskuppel nun einen Rheinblick der besonderen Art in alle Himmelsrichtungen genießen.

Wenn uns im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen verwöhnen, sitze ich gerne am hintersten Tisch auf der Terrasse des Pegelhäuschens. Ich hänge den linken Arm über das Geländer, beobachte die Schiffe, und mein Blick wandert bis zur Halbinsel Oberwerth.

Am achteckigen Gebäude des Pegelhäuschens sind die Hochwasserstände der vergangenen Jahre markiert und man gewinnt eine Vorstellung, wie hoch die Stadt überflutet wurde. Direkt neben dem Pegelhäuschen findet sich die Anlegestelle der kleinen Personenfähre nach Ehrenbreitstein. Von 1819 bis 1945 konnte man an dieser Stelle den Rhein über eine Pontonbrücke überqueren und heute noch kann man Überreste der Verankerung erkennen. Die Brückenhäuser werden als Souvenirläden und Imbisse genutzt. Auf der anderen Straßenseite steht das imposante ehemalige preußische Regierungsgebäude, heute Sitz des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), aufgrund einiger Affären auch Bundesamt für Wehrtechnik und Bestechung genannt. Am Prachtgebäude, das in der Epoche der Wilhelminischen Romantik erbaut wurde, sind meisterliche Steinmetzarbeiten zu sehen. Über dem Portal schmücken drei Bronzefiguren die Fassade: Der Mann verkörpert den Fischfang und die Schifffahrt, die Frau Ackerbau und Weinbau. Über beiden thront als Symbol der Macht der heilige Georg, der Drachentöter. Rechts daneben steht der Koblenzer Hof, ein ehemaliges Grandhotel. Dieses Gebäude wurde bis November 2011 vom BWB genutzt, kürzlich umbenannt auf BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Information und Nutzungstechnik der Bundeswehr).

Sehenswert ist die 1887 errichtete blaue Pegeluhr neben dem Gebäude, die nicht die Uhrzeit, sondern den jeweiligen Wasserstand des Rheins anzeigt.


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Pegelhaus

Konrad-Adenauer-Ufer 1

56068 Koblenz

0261 91489644

www.pegelhaus.eu

6 Orte der Stille und inneren Einkehr
Koblenz: Basilika St. Kastor und Paradiesgarten

Nur einen Steinwurf entfernt vom Deutschen Eck steht die älteste Kirche in Koblenz. Die von Papst Johannes Paul II. 1991 zur basilica minor erhobene Kastorkirche ist wegen ihres umfassend erhaltenen romanischen Baubestandes und der zum großen Teil originalen Ausstattung besonders sehenswert. Die Kirche wurde dem heiligen Kastor geweiht, der im 4. Jahrhundert in Karden an der Mosel in der Nähe von Koblenz als Missionar wirkte.

Der Paradiesgarten direkt neben der Basilika St. Kastor ist Tatort im erfolgreichen BUGA-Krimi von Gabriele Keiser. Die Autorin hat während der Bundesgartenschau an Originalschauplätzen Lesungen angeboten. Wollen wir hoffen, dass der Paradiesgarten weiterhin ein friedlicher Ort bleibt, an dem nicht wirklich jemand ermordet wird, und man sich in diese Oase der Stille zurückziehen und die Seele baumeln lassen kann.

»Franca sah auf den Mann, der mit ausgebreiteten Armen und Beinen zu ihren Füßen lag. Wie ein Schneeengel, schoss es ihr durch den Kopf. So haben wir als Kinder früher im Schnee Engel geformt. Nur dass der Mann nackt war und nicht auf einer Schneedecke lag, sondern auf kahler Erde, die sich wie ein abgestorbener Kreis inmitten eines rechteckigen Blumenbeetes abhob, das von niederen Buchsbaumpflanzen eingerahmt war und in dem die Farben Blau und Weiß dominierten. Als Paradiesgarten wurde dieses hübsch angelegte Areal neben der Kastorkirche bezeichnet. Davor befand sich ein lang gezogenes Wasserbecken, in dessen Seitenwände Sprüche und Psalmen eingemeißelt waren. Es war noch kühl an diesem Morgen im April. Zwischen hohen Bäumen zur Rheinseite hin ragte das raupenartige Dach der Talstation der Kabinenseilbahn hervor. Unermüdlich fuhren die Gondeln ein und wieder aus. Dahinter floss der Rhein, auf dem gerade ein Frachter geräuschvoll flussaufwärts tuckerte.« (Gabriele Keiser: Engelskraut, Gmeiner-Verlag).

Vor der Basilika steht der Kastorbrunnen. Die Stabsonnenuhr im Kirchgarten zeigt Uhrzeit und Datum an.

Probieren Sie im Schatten der Winninger Weinstuben einen Rebensaft und/oder auf der Terrasse vom Ankerplatz leckere Burger an der erhöhten Uferpromenade (www.anker-platz.com).


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Basilika St. Kastor

Kastorhof

56068 Koblenz

0261 31550

www.sankt-kastor-koblenz.de

Winninger Weinstuben

Rheinzollstraße 2

56068 Koblenz

0261 38707

winninger-weinstuben.de

7 Zeig mir den großen Daumen
Koblenz: Ludwig-Museum im Blumenhof

Von den Bauten des deutschen Ritterordens ist im romantischen Blumenhof noch das Deutschherrenhaus erhalten. Das historische Gebäude beherbergt heute das Ludwig Museum mit Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst. Das Museum zwischen der Basilika und dem Deutschen Eck ist eines von insgesamt fünf Museen in Deutschland, die das Sammlerehepaar Ludwig durch großzügige Schenkungen gefördert hat.

Der in Koblenz geborene Kunstsammler Peter Ludwig (1925–1996) stattete das nach ihm benannte Museum großzügig mit Leihgaben und Schenkungen aus. Das Museum pflegt enge Beziehungen zur französischen Kunstszene und daher gehören zum Fundus viele französische Kunstwerke. Neben der Dauerausstellung werden Sonderausstellungen für Freunde zeitgenössischer Kunst sowie Programme und Projekte für Kinder angeboten. So haben wir auch im Rahmen der Criminale zahlreiche Lesungen für junge Leseratten durchgeführt.

Im Hof des Ludwigmuseums empfängt ein überdimensionaler Bronzedaumen des Bildhauers César die Besucher; ein Kunstwerk, das bei den Touristen als Fotomotiv sehr beliebt ist.

An der Mauer neben dem westlichen Eingang zum Blumenhof stehen alte, wertvolle Grabplatten, die sich früher auf dem Kirchhof von St. Kastor befanden. In die Mauer zur Moselseite hat der Architekt von Canal geschickt einen modernen Glasbau in Würfelform integriert. Innerhalb des Architektenbüros kann man noch Überreste der alten Bruchsteinmauer erkennen. Besonders reizvoll ist diese Kombination zwischen Historie und Moderne, wenn das Gebäude bei Dunkelheit angestrahlt wird. Gehen Sie auf dem kleinen Weg neben dem Büro in die zweite Etage bis zur Installation der Stätte der Erinnerung und des Vergessens von Anne und Patrick Poirier, die diese Arbeit eigens zur Museumsgründung für diesen Ort entwickelt haben. Von hier oben haben Sie einen selbst Einheimischen oft nicht bekannten Blick rund um das Deutsche Eck.

Verbinden Sie eine Wanderung rund um das Deutsche Eck und den Besuch des Ludwig-Museums mit einem Besuch im Restaurant Gerhards oder im Café Deutsches Eck im Blumenhof.


7

Ludwig-Museum

Danzinger Freiheit 1

56068 Koblenz

0261 3040412

www.ludwigmuseum.org

Gerhards Genussgesellschaft

Danziger Freiheit 3

356068 Koblenz

0261 91499133

www.gerhards-genussgesellschaft.de

8 Die Rückkehr des Kaisers
Koblenz: Deutsches Eck zwischen Rhein und Mosel

»Er radelte am Rhein entlang. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel. Tom hatte das Gefühl, dass nicht er auf Koblenz, sondern die Stadt auf ihn zufuhr. Wie der Bug eines riesigen Dampfers teilt die Spitze des Deutschen Ecks die beiden Flüsse Rhein und Mosel. Über dem Reiterdenkmal glitzerten die spitzen Kirchtürme von St. Florin, Liebfrauen und der Basilika St. Kastor.« (Jörg Schmitt-Kilian: Leichenspuren, Imprimatur-Verlag 2017).

Einer meiner Lieblingsplätze, die sich großer Beliebtheit erfreuen, ist das weltweit bekannte Deutsche Eck. Nach einem kurvenreichen Lauf fließt hier die ruhige Mutter Mosel in den stärker strömenden Vater Rhein. Zwischen den Flüssen breitet sich eine der ältesten Städte Deutschlands aus. Ich erinnere mich noch an das Deutsche Eck ohne »Kaiser Willem«. So nannte mein Opa Jakob ihn, wenn er – mein Opa – in seinen historischen Büchern blätterte, die so schwer waren, dass ich sie nicht tragen konnte. Als Junge war ich fasziniert von den bunten Uniformen und den Bildern der Schlachtfelder. So ändern sich die Zeiten.

Das 1897 zur Erinnerung an die Einigung des Deutschen Reiches errichtete, 350 Zentner schwere Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nur den Kopf des Originals kann man noch vor dem Mittelrheinmuseum besichtigen. Auf dem riesigen Steinsockel stand lange lediglich ein Mast mit der deutschen Fahne, und erst 1993 wurde die Nachbildung auf den Sockel gehoben. Das 37 Meter hohe Denkmal war bis zur Wiedervereinigung Deutschlands als Mahnmal der Deutschen Einheit bekannt und lockt nach wie vor Touristen aus aller Welt an den Zusammenfluss von Rhein und Mosel.

Übrigens liegt das ursprüngliche Deutsche Eck nicht an dieser Stelle, sondern am Eckturm in der Mauer des Blumenhofes. Hier befindet sich das Kreuz des Deutschen Ritterordens, der sich 1216 an dieser Stelle ansiedelte. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts führte ein schmaler Leinpfad an dieser Mauer vorbei. Diese Ecke wurde »Ecke der Teutschen« genannt.

Steigen Sie die 107 Stufen hinauf zum oberen Aussichtsring und genießen Sie den Blick auf die Festung Ehrenbreitstein und das Rheintal bis zur Insel Niederwerth.


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Deutsches Eck

Reiterstandbild Wilhelm I.

Konrad-Adenauer-Ufer

56068 Koblenz

Königsbacher Biergarten am Deutschen Eck

Danziger Freiheit 2

56068 Koblenz

0261 9142323

www.koenigsbacher-biergarten.de

9 Nicht von der Stange
Koblenz: Wasserspielplatz am Deutschen Eck

Für die Bundesgartenschau wurden vier Spielplätze für Kinder verschiedener Altersstufen angelegt. Das Besondere: Koblenzer Kinder konnten die Spielplätze – etwa die Tritt- und Sitzsteine als »Inseln« in der Wasserfläche – mitgestalten. Der Wasserspielplatz am Deutschen Eck gehört zu den Anziehungspunkten für Familien. Die Kleinen planschen und die Eltern sitzen im Biergarten und erfrischen sich auf andere Weise.

Eine besondere Attraktion für Kinder ist der Wasserspielplatz hinter dem Deutschen Eck. Koblenzer Kinder haben ihre Vorstellungen von Wasserwelt vor der Planung miteinbringen können. Der Wasserspielplatz bietet nicht nur reines Plansch-Vergnügen, er soll Kinder auch dazu anregen, mit Wasser zu experimentieren. An sieben Spielstationen erleben Kinder das Element Wasser in ruhigen Wasseroberflächen, kräftigen Springquellen, Stauwehren und Wasserrädern. Zudem können sie die Fließrichtung des Wassers beeinflussen und als Schleusenwärter arbeiten.

Der Spielplatz am Kurfürstlichen Schloss hingegen wurde ganz im Zeichen seiner klassischen Kulisse errichtet. Das Schmuckkästchen der Kaiserin Augusta lädt mit überdimensionalen Spiegeln und Haarnadeln als Schaukel und Wippe zum Spielen ein. Die Skaterbahn auf der anderen Seite durften Koblenzer Jugendliche mitentwerfen. Koblenzer Kinder wachsen quasi mit den Spielplätzen auf: als Kleinkinder auf dem Wasserspielplatz oder im Schmuckkästchen der Kaiserin Augusta, im Grundschulalter auf dem abwechslungsreichen Bleidenberg und später als Jugendliche auf der Skaterbahn.

Ein schöner Fußweg in die Stadt führt an der Mosel entlang zum Deutschen Kaiser. Bis zur Renovierung des Gebäudes spielte ich mit meinen Freunden in der urigen Atmosphäre des alten Gasthauses mit seinen spätgotischen Gewölben regelmäßig Skat. Dann zog es sich aufgrund zahlreicher Differenzen zwischen Eigentümern und Stadt Jahre hin, bis das Gebäude saniert und baulich erweitert wurde. Das traditionsreiche Gebäude aus dem Jahre 1521 in der Form eines Wohnturms hat als einziges Haus in diesem Bereich der Altstadt die Luftangriffe auf die Stadt heil überstanden.

Während Ihre Kinder spielen, entspannen Sie im Biergarten am Rhein oder an der Langen Tafel vor dem Schloss.


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Wasserspielplatz am Deutschen Eck

Danziger Freiheit

56068 Koblenz

Historisches Restaurant Deutscher Kaiser

Kastorstraße 3

56068 Koblenz

0261 91481420

www.restaurant-deutscher-kaiser.de

10 Wer streckt da die Zunge raus?
Koblenz: Florinsmarkt

Manchmal tauchen die Bilder auf: eine laue Sommernacht. Der Mann klettert auf das Gerüst zum Kirchturm der Florinskirche und will sich hinunterstürzen. Ein junger Polizist verfolgt ihn mit schlotternden Knien. Ich weiß nicht, wie ich den Mann überreden konnte. Vermutlich waren es nicht meine Worte, sondern er spürte, wie ich mit jedem Meter stärker zitterte. So nahm der Einsatz für uns beide ein glückliches Ende.

Ebenso die Alarmierung zu einem Einbruch mit dem Verdacht, dass der Täter sich noch in der Wohnung befindet. »Im ersten Stock ist ein Einbrecher«, teilt der Anrufer aufgeregt mit. Als wir durch die unverschlossene Tür die Wohnung in dem Eckhaus am Florinsmarkt betreten, springt uns ein mittelgroßer Affe entgegen. Der Besitzer hatte weder Eingangstür noch Käfig abgeschlossen. Nun muss ich aufhören, in den Erinnerungen zu schwelgen, aber beim Schreiben fallen mir Geschichten ein aus der Zeit, als die heute liebevoll restaurierten Häuser der Altstadt eher abbruchreifen Ruinen glichen.

Der Florinsmarkt wird durch vier prachtvolle Bauten geprägt. Im Bürresheimer Hof war von 1851 bis zur Reichspogromnacht die Synagoge der Koblenzer Juden. Im Alten Kauf- und Danzhaus aus dem 14. Jahrhundert war das Mittelrhein-Museum untergebracht, das 2013 ebenso wie die Stadtbibliothek in das Forum Confluents umgezogen ist. Unter der Uhr auf der Südseite befindet sich die Maske des Raubritters Johann Lutter von Kobern, der »Augenroller«. Der grimmige Ritter verdreht dauernd die Augen. Zur vollen Stunde streckt er entsprechend der Uhrzeit die Zunge heraus, zur halben Stunde nur einmal. Der Raubritter wurde am 14. Oktober 1536 auf dem Plan enthauptet. Vorher soll er den Ratsherren und den zahlreichen Zuschauern die Zunge herausgestreckt und furchtbar mit den Augen gerollt haben. Das für die Stadtschöffen 1528 errichtete Schöffenhaus hat einen Erker auf der Moselseite und vier Ecktürme. Die ehemalige katholische Stiftskirche St. Florin aus dem 12. Jahrhundert wird heute von den Koblenzer Protestanten genutzt.

Kehren Sie am Florinsmarkt im Weinhaus Hubertus (www.weinhaus-hubertus.de) oder in der Burgstraße 7 bei Shay Dwyer im Irish Pub (www.irishpubkoblenz.de) mit Livemusik ein.


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Altes Kauf- und Danzhaus

Florinsmarkt

56068 Koblenz

Weinhaus Hubertus

Florinsmarkt 6

56068 Koblenz

0261 31177

www.weinhaus-hubertus.de

11 Wer die Wahl hat, hat die …?
Koblenz: Mitten in der Altstadt

Beginnen Sie den Tag mit einem Frühstück in einem der gemütlichen Cafés zwischen Münzplatz und Gemüsegasse. Für Nachtschwärmer, Langschläferinnen und Langschläfer bietet das Pfefferminzje sogar bis 17 Uhr ein Frühstück an. Neben den hier genannten Lokalitäten finden Sie in der Altstadt zahlreiche weitere Einkehrmöglichkeiten. Traditionsliebende werden sich im Café Werrmann am Münzplatz wohlfühlen.

An der Ecke zum »Paradies« befindet sich die Koblenzer Antwort auf Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre: die Kaffeewirtschaft von David Richard. Ich musste lange recherchieren, bis ich – mal wieder – von Manni Gniffke erfahren habe, woher der Name »Paradies« stammt: An dieser Stelle befand sich früher ein kleiner Garten, in dem tagsüber die Stadtsoldaten mit Pfeil und Bogen auf runde Zielscheiben schossen, um ihre Treffsicherheit zu verbessern. Außerhalb des Schießtrainings und in den sommerlichen Abendstunden entspannten die Altstadtbewohner in dem Paradiesgärtlein.

Die Kaffeewirtschaft an der Ecke Paradies / Münzplatz ist eine Symbiose aus rheinischer Lebensart und Kaffeehaus. Der besondere Charme des Jugendstilraumes ergibt sich aus einer geglückten architektonischen Verbindung der historischen Substanz mit modernen Bauelementen. Auf der kleinen Bühne haben Alt-Oberbürgermeister Schulte-Wissermann, Manni Gniffke und ich beim Sonntagsfrühstück »Kowelenzer« Geschichten erzählt: eine kleine Talkrunde unter Altstädtern über Lokalpolitik. Unter der geschützten Freiterrasse in dem Arkadengang kann man auch bei schlechtem Wetter – besonders an Markttagen – das Treiben auf dem Münzplatz beobachten.

Bei unserer Freundin Vera im Altstadtlokal Dormonts spiele ich mit meinen ältesten Freunden (seit 40 Jahren!) Skat. Unsere Wanderungen planen wir an einen meiner Lieblingsplätze aus diesem Buch. Das Stadtflair gegenüber ist ebenfalls bei Einheimischen sehr beliebt.

Gehen Sie durch den Torbogen ins »Paradies«, die Treppe an der alten Burg hinunter zum Moselufer und wandern Sie bis zum Reiterstandbild Deutsches Eck.


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Pfefferminzje

Mehlgasse 12

56068 Koblenz

0261 2017777

www.pfefferminzje.de

Dormonts

Gemüsegasse 5

56068 Koblenz

0261 3002110

www.dormonts.de

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Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
26 mayıs 2021
Hacim:
231 s. 170 illüstrasyon
ISBN:
9783839263969
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Telif hakkı:
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