Kitabı oku: «Spritztour - Erotische Novelle»
Julie Jones
Spritztour - Erotische Novelle
Übersetzt
Kirsten Evers
Lust
Spritztour - Erotische Novelle ÜbersetztKirsten Evers Original JoyrideCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2020 Julie Jones und LUST All rights reserved ISBN: 9788726314359
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 3.0
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Er hatte den Shuttle um 8.55 Uhr aus Calais genommen und spürte langsam den kleinen Hunger nagen. Er hätte sich einfach am Terminal eine Kleinigkeit holen sollen, ehe er zum Tunnel fuhr. Aber eine besonders interessante Crossover-Version von einem französischen Popsong und eines seiner eigenen Lieder im Radio hatte ihn abgelenkt. Fast hätte er deswegen den Shuttle verpasst. Dann hatte er bei der Ankunft die Imbisse im Terminal verpasst. Jetzt bog er mit knurrendem Magen von der M20 ab und fuhr an einer Shell-Tankstelle in Westenhanger vor. "Hier geht ja echt die Post ab", murmelte er, während er seinen 911 an einer der Tanksäulen parkte.
Die Tour war nur noch wenige Wochen entfernt, er hätte sich vernünftigerweise für einen Smoothie oder eine Orange oder irgendwas in der Art entscheiden sollen - stattdessen kaufte er Kakao und eine Packung Toblerone. Er brauchte Zucker, wenn er es bis nach London schaffen wollte, ohne einzunicken. Gerade wollte er den kleinen Strohhalm in eines der Tetrapacks stecken, als er es hörte. Er hatte lange genug mit Frauen zu tun gehabt, um die Resignation und Verzweiflung in ihrem Schluchzen zu hören. Er hatte vor allem genug mit ihnen zu tun gehabt um zu wissen, dass er niemals guten Gewissens zu seinem Auto gehen und davon fahren würde können, ohne sich zu vergewissern, dass es ihr gut ging. Egal wer sie war. Verdammt.
Mit einem tiefen Seufzen drehte er sich um und ging auf die zusammengekauerte Gestalt zu, die neben der Kaffeebar auf einem Stuhl hockte. Er wollte ihr gerade eine Hand auf die Schulter legen, als er sie erkannte. Mist. Es war C. Er kannte sie nur zu gut: Sexy Sprüche auf Plakaten bei Konzerten, seine stetig wachsende Sammlung von selbstgehäkelten Peniswärmern (was bei seiner besseren Hälfte nur mäßig gut angekommen war, aber er behielt sie trotzdem), die schmutzigen Tweets, das unendliche Ausmaß an sexy Spitze auf ihren Instagram-Bildern. Sie war sein Lieblings-Fan. Sie faszinierte ihn, unterhielt ihn, und manchmal erregte sie nicht nur sein Interesse, musste er sich eingestehen. Wie könnte er sich auch nicht für sein weibliches Ebenbild interessieren? Und wie könnte er sie hier, auf einem Rasthof mitten im Nirgendwo, zudem Rotz und Wasser heulend, zurücklassen? Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte er so zu tun, als würde er sie nicht erkennen. Dann atmete er tief ein und öffnete den Mund.
"He du, alles okay bei dir?"
Die Reaktion kam in Etappen: zuerst blickten feuchte, blaue Augen zu ihm auf, dann ein verwirrtes Gesicht und schließlich ein helles Quietschen. Also erkannte sie ihn auch.
"Paul!"
"Was ist los, Candice?"
"Oh Gott, Paul, ich seh furchtbar aus!"
Sie verdeckte ihr Gesicht mit den Händen. Er hatte sie bisher immer nur perfekt geschminkt gesehen und nahm deshalb an, dass der Waschbären-Look mit tränenverlaufenem Mascara, die wüste Frisur und verschmierter Lippenstift nicht ihr bevorzugter Style war. Ganz besonders vor ihm. Obwohl... Er schüttelte den Kopf und erstickte den Gedanken im Keim.
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