Kitabı oku: «"Ich"»

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KARL MAY’S GESAMMELTE WERKE BAND 34
„ICH“

KARL MAYS LEBEN

UND WERK

43. Auflage 2014

Herausgegeben von Bernhard Schmid

1. Auflage 1916 bis 20. Auflage 1942 herausgegeben von Dr. E. A. Schmid

ab 21. Auflage 1958 herausgegeben von Roland Schmid

ab 38. Auflage 1992 herausgegeben von Lothar Schmid

42. Auflage 2009 herausgegeben von Lothar und Bernhard Schmid

© 1958, 1963, 1968, 1975, 1991, 1992,

1995, 2000, 2002, 2009 Karl-May-Verlag

ISBN 978-3-7802-1534-5

KARL-MAY-VERLAG

BAMBERG • RADEBEUL

Euchar Albrecht Schmid: Vorwort zur ersten Auflage

Euchar Albrecht Schmid: Vorwort zur zwanzigsten Auflage

Roland Schmid: Vorworte zur 21. bis 37. Auflage (Auszug)

Heinz Stolte: Vorwort zur 38. Auflage 1991

Bernhard Schmid: Vorwort zur 42. Auflage 2009 und 43. Auflage 2014

Karl May: Meine Beichte

Fassung vom 28.5.1908

Faksimile der Fassung vom 1.7.1908

Karl May: Mein Leben und Streben

1 Das Märchen von Sitara

2 Meine Kindheit

3 Keine Jugend

4 Seminar- und Lehrerzeit

5 Im Abgrund

6 Bei der Kolportage

7 Meine Werke

8 Meine Prozesse

9 Letztes Streben

Nachwort des Verlages

Anhang

Karl May: Empor ins Reich der Edelmenschen!

Adolf Gelber / Wilhelm Nhil / Paul Wilhelm Robert Müller: Karl May in Wien

1 Letzte Interviews

2 Das Drama Karl Mays

3 Nachruf auf Karl May

Euchar Albrecht Schmid: Karl Mays Tod und Nachlass

1 Mein Weg zu Karl May

2 Des Dichters Heimgang

3 Das Erbe

4 Die Prozesse

5 Außereuropäische Reisen

6 Einkommen und Vermögen

7 Karl Mays Testament

8 Die Karl-May-Stiftung

9 Gedenkstätten

10 Klara Mays Testament

Euchar Albrecht Schmid: Gestalt und Idee

1 Die Erscheinungsjahre von Mays Werken

2 Nachlassschriften

3 Die Gesammelten Werke

4 Verfälschte Handschriften

5 Wahrheit und Dichtung

6 Das ‚Ich‘

7 ‚Symbolik‘

8 Nachschöpfungen

9 Übersetzungen

Ludwig Gurlitt: Gerechtigkeit für Karl May!

1 Nekrolog auf Karl May

2 Kritik des Nekrologs

3 Streiflichter

4 Mays Leben in der feindlichen Kritik

5 Die Selbstbekenntnisse

6 Der Schriftsteller Karl May

7 Bedeutung und Zukunft

8 Der „Verbrecher als Erzieher“

9 Bilanz

Claus Roxin: Karl May, das Strafrecht und die Literatur

Quellenhinweise

Vorwort zur ersten Auflage

Das vorliegende Werk, das der Unterzeichnete in seiner Eigenschaft als Leiter des Karl-May-Verlags und Verwalter von Karl Mays literarischem Nachlass herausgibt, verfolgt verschiedene Zwecke: Es soll die unvollendet gebliebene Selbstbiografie Mays zu einem vorläufigen Abschluss bringen und dadurch denjenigen Kritikern, die zu einer verständigen und gerechten Nachprüfung von Mays Werdegang und Mays Schöpfungen bereit sind, die notwendigen Unterlagen bieten. Es soll ferner einen Einblick und zugleich eine Übersicht über des Dichters letzte Werke und letzte Pläne ermöglichen, indem es deren wesentliche Leitsätze und Gesichtspunkte an der Hand von Nachlassaufzeichnungen zusammenstellt. Endlich soll es die vielfachen Anfragen aus Karl Mays großem Leserkreis, soweit angängig, beantworten.

Mays literarischer Nachlass ist sehr umfangreich, und die Nachforschungen über den Dichter und seine Schriften können noch lange nicht als abgeschlossen gelten. Weitere ergänzende Mitteilungen müssen späteren Jahren und späteren Bänden vorbehalten bleiben.

Für die Richtigkeit der Angaben im erläuternden Teil übernimmt der Herausgeber die volle Verantwortung; soweit er selber auf Mutmaßungen und Teilergebnisse angewiesen war, ist dies jeweils ausdrücklich bemerkt.

Radebeul, Weihnachten 1916

Dr. E. A. Schmid

Vorwort zur zwanzigsten Auflage

Die Gesamtauflage dieser biografischen Aufzeichnungen über den Volksschriftsteller, die gerade im Jahr der hundertsten Wiederkehr seines Geburtstages die stattliche Höhe von 100 Tausend erreicht, ist ein unanfechtbarer Beweis dafür, dass nicht nur sein Werk lebt, sondern dass man sich mehr und mehr auch mit dem Menschen Karl May befasst, um ihm gerechte Beurteilung angedeihen zu lassen.

Wie schon die vorherigen Auflagen unterscheidet sich die neueste von der ersten durch wesentliche Änderungen. Wiederum wurden die Abschnitte des Buches sorgsam geprüft und durch viele Einzelheiten ergänzt, eine Maßnahme, die auch bei weiteren Auflagen erfolgen wird.

Ich verweise ferner auf das im Laufe der Jahre entstandene aufschlussreiche Schrifttum über Karl May, womit sich ein besonderer Abschnitt beschäftigt.

Die Schar der Mitarbeiter, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht, ist seit Gründung des Verlags immer weiter angewachsen. Aus der Reihe derer, die sich mit dem vorliegenden Band eingehend befassten, nenne ich Ministerialdirektor Dr. Richard Jahnke (Berlin), Franz Kandolf (München), Kunstmaler Wilhelm Koch (Reichenberg, Sud.), Johannes Nixdorf (Breslau), Felix Ozlberger (Meran), Amand v. Ozoróczy (Wien), Dipl.-Ing. Ludwig Patsch (Wien), Studienrat Fritz Prüfer (Dessau) und Lehrer und Stadtbibliothekar Hans Zesewitz (Hohenstein-Ernstthal). Herrn Zesewitz möchte ich auch an dieser Stelle ganz besonders für seine Mithilfe danken, denn fast alle auf des Dichters Abkunft und seine frühen Jahre bezüglichen Zeitangaben wie auch die urkundliche Feststellung des Geburtshauses fußen auf seinen Ermittlungen. Ferner gelang es seinen unentwegten Bemühungen, dass die Stadt Hohenstein-Ernstthal im Jahre 1929 an diesem Geburtshaus eine Gedenktafel anbringen ließ sowie eine Karl-May-Straße schuf zur bleibenden Erinnerung an den Heimatdichter.

Radebeul, 25. Februar 1942

100. Wiederkehr von Karl Mays Geburtstag

Dr. E. A. Schmid

Vorworte zur 21. bis 37. Auflage (Auszug)

Eine lange Zeit war seit der zwanzigsten Auflage dieses Buches vergangen – eine Zeit, begleitet von Umbrüchen und Katastrophen, die vieles mühsam Erbaute zunichtemachten –, bis im Herbst 1958 die einundzwanzigste Auflage veröffentlicht werden konnte. Es galt damals, überall neu zu beginnen, auch mit der Arbeit am Werke Karl Mays. Die Forschung war unterdessen unermüdlich beschäftigt, weitere Quellen ausfindig zu machen und zu klären; so konnten zahlreiche Erkenntnisse gewonnen und in der stark erweiterten Ausgabe dieses Buches der Öffentlichkeit vorgelegt werden.

Nach vieljährigen Bemühungen gelang es 1960, den Firmensitz von Radebeul nach Bamberg zu verlegen. Im Rahmen dieser Übersiedlung war es obendrein möglich, einen großen Teil von Karl Mays Nachlass nach Bamberg zu verbringen, insbesondere auch seine umfangreiche Bibliothek und die Einrichtung seines Arbeitszimmers. Zusammen mit wertvollen völkerkundlichen Stücken und einer großen Zahl von Dokumenten und Bildern zur Lebensgeschichte und zum Werk Karl Mays werden diese Gegenstände in Form einer neuen Gedenkstätte in Bamberg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Während der langjährigen Vorbereitung zur ersten Auflage nach dem Zweiten Weltkrieg ist Dr. Euchar Albrecht Schmid (* 29.8.1884) am 15. Juli 1951 völlig unerwartet verstorben. Seine Witwe Katharina Schmid (* 1.9.1898), die seit 1959 bei ihren Söhnen in Bamberg, der Heimat ihres Mannes, wohnte und hier unermüdlich weiterwirkte, verstarb am 29. Dezember 1974.

Dem Andenken meiner Eltern ist die Neuausgabe dieses Buches gewidmet.

Bamberg, 1958 – 1989

Roland Schmid

Vorwort zur 38. Auflage 1991

Ein Werk wie das hier vorliegende wird niemals in einem endgültigen Sinne „fertig“ sein. Schon im Vorwort zur ersten Auflage hat der Gestalter und Herausgeber, Dr. Euchar Albrecht Schmid, betont, dass notwendige „Ergänzungen späteren Jahren vorbehalten bleiben“ müssten. Dieser Band 34 der Gesammelten Werke, der Einsicht in Leben und Persönlichkeit Karl Mays vermitteln soll, enthält ja außer den vom Autor selbst stammenden biografischen Texten auch das, was nach jeweiliger Kenntnislage spätere Forschung an zusätzlichen Fakten hat erbringen können; nicht ohne auch das Für und Wider der Kritik um Karl May wenigstens andeutend widerzuspiegeln, welches alles ja mit den biografischen Besonderheiten dieses Schriftstellers unlöslich verbunden ist.

Ganz in diesem Sinne hat E. A. Schmid das von ihm gestaltete Buch bis zur 20. Auflage 1942 betreut, nach seinem Tode (1951) ist diese Aufgabe Roland Schmid, einem der vier Söhne des Verlagsgründers, zugefallen. Roland Schmid hat den Band „ICH“ von der 21. Auflage im Jahre 1958 an herausgegeben. Mehr als dreißig Jahre lang, von der 21. bis zur 37. Auflage des Buches, lag die Gestaltung des Werkes in seinen Händen, und er hatte bereits damit begonnen, diese hier nun im Druck erscheinende Ausgabe zu redigieren, als ihn – für alle ganz erschreckend unerwartet – der Tod aus all seinen Arbeiten und Plänen herausriss. Roland Schmid verstarb am 4. Januar 1990, nicht lange vor Vollendung seines 60. Lebensjahres. Während der Arbeiten daran, dieses Buch druckfertig zu machen, wurde besonders deutlich, welchen Verlust an Fachwissen und Engagement die Forschung infolge seines Todes zu beklagen hat. Seiner Verdienste als Verleger, Herausgeber und Forscher sei daher an dieser Stelle dankbar gedacht.

Sein Leben, so kann man sagen, war immer ein Leben mit Karl May. Schon als Knabe war er ein exzellenter Kenner des Gesamtwerks dieses Hausautors, und ein jugendlicher Kopf, der zur präzisen Speicherung von Buchinhalten bis in kleinste Details hervorragend geeignet war, befähigte ihn später, als einer der drei Inhaber des Karl-May-Verlages die Leitung des Lektorats zu übernehmen, was in diesem Falle die Bereiche Literatur, Herstellung und spezielle Karl-May-Forschung umfasst. Schon der Einundzwanzigjährige musste in dieses Amt einspringen, nach kurzem literaturwissenschaftlichem Studium in Jena, weil der Neuanfang des Verlages in Bamberg (unter dem Druck der Kriegsfolgen, die im östlichen Teil Deutschlands May ein Totalverbot der SED-Zensur eingebracht hatten) alle Kräfte der Verlegerfamilie forderte.

Nach diesem Beginn unter schwersten Bedingungen haben dann freilich die folgenden Jahrzehnte für Roland Schmid in dreierlei Beziehung erstaunliche Entwicklungen erbracht, denen er sich zu stellen und denen er gerecht zu werden hatte. Als Erstes gab es für Karl May jene verwunderliche Renaissance beim lesenden Publikum, die einen Millionenausstoß an Büchern und eine unermessliche Popularisierung mittels aller Formen der Medien zur weiteren Folge hatte. Die zweite und wohl bedeutendste Entwicklung, hiermit im Zusammenhang, war es, dass sich in dem seit fast einem Jahrhundert währenden Streit um Wert oder Unwert des Schriftstellers May, in der seit langem so genannten „Karl-May-Frage“, eine entscheidende Wendung vollzog. Sie betraf freilich ganz und gar nicht die ohnehin getreuliche Lesergemeinde, wohl aber den Bereich der Literaturwissenschaft, wo darüber geurteilt wird, was „Literatur“ oder gar „Dichtung“ zu sein hat, und wo – mit Ausnahme einer Dissertation in den Dreißigerjahren – Karl May als Forschungsobjekt überhaupt nicht existierte.

Das hat sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte aufs Entschiedenste verändert. Im Zuge der Anerkennung eines Begriffs von Literatur, der über den engsten Kreis einer Elite hinaus die Gesamtheit der das gesellschaftliche Leben durchwirkenden „Belletristik“ ins Gesichtsfeld der Forschung brachte, wurde Karl May gewissermaßen entdeckt: als Mammutobjekt für schier uferlose wissenschaftliche Erforschung, sei es mit soziologischer, psychologischer, poetologischer oder kulturhistorischer Zielsetzung. Die im Jahre 1969 gegründete wissenschaftliche Karl-May-Gesellschaft, die heute zur viertgrößten unter den ähnlichen Institutionen in Deutschland geworden ist, dürfte mit ihrer ungewöhnlichen Rührigkeit das entscheidende Verdienst an dieser erfreulichen Entwicklung erworben haben.

Dass wissenschaftliche Forschung zum „Problem Karl May“ danach verlangt, philologisch verwertbare Urfassungen, Erstausgaben, Brieftexte und Nachlassmaterialien in ausreichender Menge verfügbar zu haben, brachte für Roland Schmid eine neue Aufgabe, der er sich in den letzten Jahren als einer Ehrenverpflichtung des Verlages ganz besonders gewidmet hat. Aus der Fülle der von ihm mit bedeutender Sorgfalt herausgegebenen Texte seien hier z. B. die drei Bände „Prozessschriften“ genannt, darunter Mays bis dahin unveröffentlichtes, zur Abrundung seiner Biografie aber zentral wichtiges Werk „Frau Pollmer, eine psychologische Studie“: Sie ergänzen und illustrieren unmittelbar die in dem hier vorliegenden Band „ICH“ enthaltene Autobiografie „Mein Leben und Streben“. In den Bereich seiner Bemühungen zur Wiederverfügbarmachung der alten Textausgaben gehört aber vor allem seine von ihm ausführlich kommentierte Edition der „Freiburger Erstausgaben“ aus den Jahren 1892 bis 1910 im Reprint. Die Wiederherstellung dieses 33-bändigen Sammelwerkes, einst noch von der Hand Mays redigiert, ist das wichtigste Dokument, das uns Roland Schmid aus der Arbeit seines Lebens hinterlassen hat.

Die dritte große „Wende“, die für den Verlag und speziell für den Inhalt des Bandes „ICH“ von Bedeutung gewesen ist, hat Roland Schmid noch erlebt, nachdem schon Jahre vorher die Ächtung Karl Mays in der DDR unter dem Druck der Volksstimmung hatte aufgehoben werden müssen. Die daraufhin auch in diesem Teil Deutschlands vehement ausbrechende Karl-May-Renaissance war, wie wir heute wissen, ein kleines Vorspiel zu größeren Ereignissen: der politischen Wiedervereinigung Deutschlands.

Es bedarf keiner langen Erörterung, um zu begründen, dass auch die hier vorgelegte Neuausgabe des Bandes „ICH“ gegenüber der vorigen Auflage Änderungen aufweist. Diejenigen Texte, die Euchar Albrecht Schmid zu den Karl May und die Geschichte des Verlages betreffenden Fragen beigesteuert hatte, „Karl Mays Tod und Nachlass“ sowie „Gestalt und Idee“, wurden abermals gemäß den inzwischen angefallenen Forschungsergebnissen auf neuesten Stand gebracht. Auch erforderte es die von Grund auf veränderte Situation infolge der Wiedervereinigung, die Chronik des Verlages bis in die Gegenwart fortzuführen. Zur Abrundung der Biografie wurden drei Texte neu aufgenommen: „Letzte Interviews“, „Das Drama Karl Mays“ und „Nachruf auf Karl May“.

Alles in allem kann man sagen, dass dieser Band „ICH“ – anders als in früheren Jahrzehnten – heute in eine weithin entspannte geistige Atmosphäre hinausgeht. Sinn und Tendenz des Buches haben sich dementsprechend gewandelt. Wenn es ursprünglich in der Hauptsache als eine Schutzschrift gedacht war, die den von so vielen Seiten angefeindeten und auch verleumdeten Schriftsteller verteidigen und ihn als eine ernstzunehmende Gestalt der deutschen Literaturgeschichte erst einmal vorstellen sollte, so ist, was dieses betrifft, die apologetische Absicht nunmehr in den Hintergrund getreten. Noch kann man sie, als an einem historischen Dokument, an der hier wiederum aufgenommenen Streitschrift „Gerechtigkeit für Karl May“ von Ludwig Gurlitt ablesen. Man wird die noch heute frisch-lebendig wirkende Diktion des temperamentvollen Begründers der modernen „Reformpädagogik“ ebenso zu würdigen haben wie den Mut zu seinem entschiedenen Engagement, den aufzubringen in den Jahren 1918/19 keineswegs selbstverständlich war.

Nachdem indessen Werk und Gestalt Karl Mays nicht nur als ein erstaunliches Phänomen der deutschen Literaturgeschichte allgemein anerkannt worden ist, sondern darüber hinaus die wissenschaftliche Forschung seit mehr als einem Jahrzehnt in einer Fülle von Dissertationen und anderen akademischen Abhandlungen, Tagungen und Jahrbüchern fast überschwänglich sich mit ihm beschäftigt hat, die Sekundärliteratur über ihn kaum noch überschaubar ist, kann der Band „ICH“ seinerseits sine ira et studio, das heißt: in aller Gelassenheit, Ergebnisse der neuesten Forschung dokumentieren. Nicht Verteidigung, sondern Analyse, Erklärung, Erläuterung sind gefragt. Fünf kleinere Aufsätze, die in früheren Auflagen dieses Buches zu finden waren, sind diesmal weggefallen. Statt ihrer findet der Leser als Abschluss einen Essay, der einen der Höhepunkte der heutigen Karl-May-Forschung darstellt: „Karl May, das Strafrecht und die Literatur“. Sein Verfasser, Prof. Dr. Dres. h.c. Claus Roxin, Ordinarius für Strafrecht, Prozessrecht und Allgemeine Rechtstheorie an der Universität München, ist seit zwei Jahrzehnten zugleich der Vorsitzende der Karl-May-Gesellschaft und hat in beiden seiner Eigenschaften, als Strafrechtler und als Leiter einer literarischen Vereinigung, dem Thema Karl May sein Interesse zugewandt. Die Aufmerksamkeit, die Karl May heute, wie erwähnt, im Bereich akademischer Forschung gefunden hat, ist nicht zum Wenigsten seinem ermunternden Beispiel zuzuschreiben. Seine hier aufgenommene Abhandlung trifft so genau den Kern dessen, was in Mays eigener Lebensbeschreibung nur ahnungsweise erscheint, dass wir dankbar dafür sind, mit Prof. Roxins klärendem Wort dieses Buch abschließen zu können.

Bamberg, im April 1991

Prof. Dr. Heinz Stolte

Vorwort zur 42. Auflage 2009 und 43. Auflage 2014

Was mein Großvater Dr. Euchar Albrecht Schmid 1916 im Vorwort zur ersten Auflage dieses Bandes festgehalten hat und was Prof. Dr. Heinz Stolte 1991 in seinem Vorwort zur 38. Auflage wiederholte, stimmt auch heute noch: Die Nachforschungen über den Dichter und seine Schriften sind längst nicht abgeschlossen. Die Karl-May-Forschung hat sich im Lauf der Jahrzehnte weiterentwickelt. Ein Meilenstein waren ab 1918 die ersten Karl-May-Jahrbücher; 1963 bis 68 gab es die Arbeitsgemeinschaft Karl-May-Biographie, mit der Gründung der Karl-May-Gesellschaft 1969 wurde die Forschung weiter intensiviert. Erfreulicherweise hat Karl May in viele Universitäten Einzug gehalten und wurde zum Thema wissenschaftlicher Arbeiten. Auch der Karl-May-Verlag hat große Schritte unternommen. Insbesondere durch die Arbeit des leider viel zu früh verstorbenen Dr. Dieter Sudhoff – in Zusammenarbeit mit Hans-Dieter Steinmetz – wurde der Nachlass bzw. das Archiv erstmals weitgehend gesichtet und teilweise ausgewertet.

Als Ergebnis sind vor allem die „Karl-May-Chronik“ in fünf Bänden von 2005/06 und die bisher vorliegenden vier Briefbände 91–94 (2007–2013) hervorzuheben. Die Biografie „Winnetous Blutsbruder“ und der umfangreiche Bildband „Karl May und seine Zeit“ ergänzen hervorragend diese Bücher und Mays Autobiografie „Mein Leben und Streben“. Auch viele Untersuchungen zu Teilaspekten von Karl Mays Leben und rund um das Karl-May-Universum bereichern heute das Buchangebot. Ein Ende ist noch lange nicht abzusehen.

Die 42. Auflage 2009 und die jetzt erscheinende 43. Auflage 2014 des Karl-May-Bandes „Ich“ (streng genommen bereits die 48. Druckauflage) sind in einigen Bereichen umgestaltet sowie durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergänzt worden.

2012 wurde zum 100. Todestag Karl Mays das große Karl-May-Jahr mit riesigem Presseecho gefeiert. Der Karl-May-Verlag beging 2013 sein 100-jähriges Firmenjubiläum und dankt allen seinen Mitarbeitern, Autoren und Herausgebern, stellvertretend seien genannt:

Prof. Dr. Siegfried Augustin †, Andreas Barth (Kuhschnappel), Fritz Barthel †, Ekkehard Bartsch (Bad Segeberg), Dr. Rudolf Beissel †, Prof. Dr. Wilhelm Brauneder (Wien), Carl-Heinz Dömken †, Karlheinz Eckardt †, Otto Eicke †, Max Finke †, Nicolas Finke (München), Jenny Florstedt (Leipzig), Otto Forst-Battaglia †, Hans-Henning Gerlach †, Dr. Albrecht Götz von Olenhusen (Freiburg), Otto Gottstein †, Ludwig Gurlitt †, Reinhard Gusky (Naumburg), Anton Haider †, Wolfgang Hainsch (Dresden), Hansotto Hatzig †, Roderich Haug (Bamberg), Dr. Christian Heermann (Leipzig), Wolfgang Hermesmeier (Berlin), Thomas Jeier (Puchheim), Franz Kandolf †, Jörg Kastner (Hannover), Gerhard Klußmeier (Rosengarten), Hartmut Kühne (Hamburg), Prof. Dr. Holger Kuße (Dresden), Werner Legère †, Prof. Dr. Christoph F. Lorenz (Köln), Katharina Maier (Augsburg), Reinhard Marheinecke (Hamburg), Fritz Maschke †, Heinz Mees †, Uwe Neßler (Friedrichshafen), André Neubert (Hohenstein-Ernstthal), Johannes Nixdorf †, Willi Olbrich †, Ludwig Patsch †, Michael Petzel (Göttingen), Dr. Hainer Plaul (Lommatzsch), Jens Pompe (Glauchau), Fritz Prüfer †, Hans-Gerd Röder (Dreieich), Prof. Dr. Claus Roxin (München), Dr. Florian Schleburg (Sinzing), Prof. Dr. Stefan Schmatz (Göttingen), Hartmut Schmidt (Berlin), Jürgen Seul (Bad Neuenahr), Friedhelm Spürkel (Düsseldorf), Christiane Starck (Dreieich), Adolf Stärz †, Hans-Dieter Steinmetz (Dresden), Prof. Dr. Heinz Stolte †, Adalbert Stütz †, Kurt Streller †, Dr. Dieter Sudhoff †, Marie Versini (La Celle-Saint-Cloud), Dr. Wilhelm Vinzenz (Maisach), Adolf Volck †, Prof. Dr. Hartmut Vollmer (Paderborn), Dr. Jürgen Wehnert (Göttingen), Max Weiß †, Dr. Hans Wollschläger † und Hans Zesewitz †.

Bamberg, im Februar 2009 bzw. Mai 2014

Bernhard Schmid

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9783780215345
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