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Kitabı oku: «Waldröschen III. Matavese, der Fürst des Felsens. Teil 1», sayfa 7

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»Inwiefern der Hauptspitzbube?« fragte der Kranke. – »Er hat den richtigen Sohn des alten Grafen vertauscht und seinen eigenen Bankert an dessen Stelle geschoben.« – »Alle Teufel!« rief Alfonzo, jetzt noch mehr erschrocken als vorher. – »Ja, nun ist der Sohn dieses Cortejo der junge Graf de Rodriganda, aber Doktor Sternau wird dafür sorgen, daß er es nicht lange bleibt.«

Gerard warf einen Blick auf das Bild und dann auf seinen Herrn, er nickte leise mit dem Kopf, er wußte nun, woran er war; da er seinen Herrn gesehen hatte, bevor er noch bei Papa Terbillon in Paris sein Äußeres verändern ließ, war ihm wohlbekannt, wie ähnlich dieser Marchese dem Gasparino Cortejo war. Die Lehrerin freilich konnte dies nicht erkennen.

»Und hat Ihnen dies alles der Jäger erzählt?« fragte Alfonzo. – »Ja.« – »Von wem weiß er es?« – »Auf Schloß Rheinswalden wissen es alle.« – »Bedientenphantasie«! – »Nein, Wahrheit! Wie der gute Ludwig es erzählte, mußte man es glauben, obgleich es allerdings einen Punkt gab, der lächerlich war. Er sagte nämlich, er kenne das Gift, das Graf und Gräfin bekommen haben.« – »Ah! Welches sollte es sein?« – »Die sogenannte spanische Fliege.« – »Bringt diese etwa Wahnsinn hervor?« – »Möglich, obgleich die Wirkung vorher eine andere ist, aber der Wahnsinn des Grafen und der Gräfin scheint mir nicht derart gewesen zu sein, daß er durch den Genuß von Kanthariden hervorgebracht worden sein könnte.« – »Eine Geschichte, ein Roman«, meinte Alfonzo, indem seine Stimme immer müder wurde. – »Oh, Monsieur, Sie werden ohnmächtig!« rief erschreckt die Lehrerin und wollte beispringen, aber Gerard hielt sie zurück. – »Lassen Sie!« flüsterte er. »Die Ohnmacht wird ihn stärken. Bitte, kommen Sie heraus.«

Damit führte er die Frau leise aus dem Zimmer und fuhr fort: »Madame, wollen Sie mir versprechen, meinem Herrn nichts zu sagen, daß ich dieser Unterredung beigewohnt habe. Ich habe triftige Gründe zu dieser Bitte.« – »Und diese Gründe darf ich nicht erfahren?« – »Jetzt noch nicht, aber später werde ich sie Ihnen mitteilen.« – »Ihr Herr scheint der Familie Rodriganda nicht fernzustehen, vielleicht ist er verwandt mit ihr?« – »Das ist mir nicht wahrscheinlich. Sie sprachen von einem Jäger, von dem Sie das Erzählte erfahren haben, ist er noch in der Nähe?« – »Er wollte erst nächsten Mittag abreisen. Sie wollen mit ihm sprechen in dieser Angelegenheit?« – »Vielleicht« – »Er hat Gevatter gestanden bei dem zweiten Bahnwärter von der Unglücksstätte aufwärts, und dort ist er jedenfalls noch zu finden.« – »Ah, es war auf der Unglücksstelle ein Mann, der Jägeruniform trug. Er kam mit einem Bahnwärter herbei.« – »Das ist er ganz sicher gewesen.« – »So werde ich warten, bis der Arzt hiergewesen ist und dann zu ihm gehen.« – Ich habe nichts dagegen einzuwenden, da ich glaube, Ihren Herrn bis zu Ihrer Rückkehr allein pflegen zu können.«

Als jetzt Gerard wieder in das Zimmer trat, lag Alfonzo mit offenen Augen im Bett. Er hatte einen abwesenden Blick, der aber wieder zu sich kam, als er auf den Diener fiel.

»Gerard?« fragte Alfonzo leise. – »Monsieur!« – »Warst du fort?« »Ja.« – »War die Wirtin jetzt bei mir?« —, Ja.« – »Hast du gehört, was ich mit ihr gesprochen habe?« – »Sie sehen ja, daß ich nicht hiergewesen bin.« – »Hm! Gib mir einmal deinen Taschenspiegel her!«

Gerard griff in die Tasche und gab ihm das Verlangte hin. Als Alfonzo nun sich sehr aufmerksam in dem Spiegel betrachtete, dachte sein Diener bei sich: Jetzt will er sehen, ob bei dem Zusammenprall die Toilettenkünste gelitten haben.

Der Graf schien das Resultat seiner Forschung für ein befriedigendes zu halten, denn er gab den Spiegel zurück und meinte:

»Ich sehe nicht so leidend aus, als ich glaubte. Hast du schon einmal ein Glied gebrochen oder einer deiner Bekannten? Das Einrichten muß sehr weh tun …« – »Hm! Jacques Guijard, mein Meister, brach einst den Arm. Und als der Arzt denselben zurechtgezogen hatte, meinte er, das hätte nicht weher getan, als ob einen ein Floh sticht.« – »Das war ein Schmied?« – »Ja.« – »Aber kein Marchese. Du hättest das viel besser ausgehalten als ich. Warum mußte doch mein Wagen umstürzen und nicht der deinige! Du bist ja auch ein Schmied.« – »Sie fuhren erster Klasse und ich dritter, Monsieur, und der gute Gott scheint der dritten günstiger zu sein als der ersten.«

Das lange Gespräch mit der Wirtin hatte die Kräfte des Grafen doch zu sehr angestrengt. Er fiel wieder in seine Apathie zurück. Es war dieses Mal keine wirkliche Ohnmacht, sondern eine Stumpfheit, eine Unempfänglichkeit gegen äußere Eindrücke.

Erst gegen Morgen kam der Arzt. Auch er sah außerordentlich angegriffen aus, er hatte sich über seine Kräfte anstrengen müssen und kam nun doch noch zu dem entfernten Patienten, dem er seine Hilfe versprochen hatte, und zwar in Begleitung des Lehrers, der bis jetzt an der Unglücksstätte mitgearbeitet hatte, um den Verunglückten die erste Hilfe zu bringen.

Die Lehrerin empfing sie.

»Wie steht es?« fragte sie. »Ist das Unglück groß?« – »Es sind der Opfer weit mehr, als wir erwarteten«, antwortete Wilhelmi. »Wie geht es unserem Marchese?« – »Er fällt aus einer Ohnmacht in die andere.« – »So sind edle Teile verletzt«, sagte der Arzt. »Wir haben glücklicherweise alles bei uns, was wir brauchen. Kommen Sie, Wilhelmi!« – »Soll ich mit?« fragte die Frau. – »Nein, das ist nichts für Sie.«

Die beiden Männer gingen nach oben, und bald hörte die lauschende Lehrerin das laute Wimmern des Patienten, der nicht die Kraft besaß, seiner Schmerzen Herr zu werden.

Nach langer Zeit kamen die Herren wieder herab. Gerard war bei ihnen.

»Das war ein böser Akt«, sagte der Arzt »So ein feiner Herr hat keine Widerstandsfähigkeit. Er wird aufopfernder Pflege bedürfen.« – »Daran soll es nicht fehlen«, erwiderte die Lehrerin. »Ist die Einrichtung des Armes gelungen?« – »Ich glaube. Aber sein Kopf macht mir Sorgen, er hat eine mehr als kräftige Kontusion erlitten. Wir müssen unausgesetzt Eisumschläge machen. Haben Sie Eis?« – Ja«, entgegnete der Lehrer. Im Wald draußen gibt es trotz des milden Wetters dessen mehr als genug. Wir haben da Schluchten, wohin keine Sonne dringen kann. Ich werde mir sogleich welches holen lassen.« – »Darf ich jetzt einmal fort?« fragte Gerard. – »Ja«, versetzte der Arzt. »Ihr Herr ist so angegriffen, daß er vor einigen Stunden sicher nicht erwachen wird.« – »Bis dahin bin ich zurück.« – »Ich werde mich seiner in Ihrer Abwesenheit annehmen«, meinte die brave Lehrerin.

Gerard ging. Es war Tag geworden, so daß er den Weg finden konnte. Je mehr er sich der Bahn näherte, desto deutlicher sah er, welche Verwüstung der Fluß angerichtet hatte. Der fürchterliche Aufprall der Wogen hatte den Bahndamm gerade in dem Augenblick zerrissen, in dem der Zug an die gefährliche Stelle kam. Jetzt waren zahlreiche Arbeiter beschäftigt den Durchbruch zu verstopfen. Das war bei der Macht, mit der sich die Fluten hindurchdrängten, eine sehr schwierige Arbeit. Man rollte schwere Baumstämme hinab, die sich vor die Dammöffnung legten und so dem Wasser Halt geboten. Darauf warf man riesige Quaderstücke, die die Kraft des Wassers zum großen Teil brachen und nun durch Steinschutt verbunden wurden, der die Wogen vollends zur Seite lenkte, so daß man zur Ausfüllung durch Erde schreiten konnte. Oben auf dem Damm war man bereits beschäftigt die beschädigten Schienen zu entfernen und durch neue zu ersetzen.

Das sah Gerard, als er kam. Am Fuß des Dammes standen die Herren der Kommission, die gekommen waren, den Sachverhalt zu untersuchen und zu ermitteln, wen die Schuld treffe. Es hatte sich bereits herausgestellt daß der Wärter, auf dessen Strecke das Unglück geschehen war, seine Pflicht getan habe. Die Hauptzeugen waren sein Kollege und der Jäger Ludwig, der auch vernommen worden war. Beide konnten beschwören, daß der Betreffende vor der Ankunft des Zuges seine Strecke besichtigt habe. Die einzige Ursache bildete der Fluß, der seine Ufer durchbrochen und sich nun mit aller Macht gegen den Bahndamm geworfen hatte.

Aus fernen Maschinen Werkstätten waren kräftige Eisenarbeiter herbeigeeilt, die mit ihren schweren Werkzeugen unter den Wagentrümmern aufräumten. Ihnen sah Gerard eine Weile zu, bis er bemerkte, daß der Jäger sich einmal allein befand und nun zu sprechen sei, dann trat er zu ihm und sagte höflich:

»Erlauben Sie, daß ich mich bei Ihnen bedanke!« – »Warum?« fragte Ludwig, aber er besann sich sofort und fügte hinzu. »Ah, ich habe Sie heute nacht bereits gesehen.«

»Ja, Sie kamen sofort, nachdem das Unglück geschehen war, um uns zu helfen.« – »Sie sind unverletzt hier?« »Ja, Gott sei Dank. Aber mein Herr hat den Arm zweimal gebrochen und auch eine Kontusion am Kopf.« – »Das ist schlimm dahier! Wo liegt er?« – »Drüben im Dorf Genheim, beim Lehrer Wilhelmi.« – »Da ist er an einem guten Ort.« – »Sie kennen diese braven Leute?« fragte Gerard. – »Sehr gut. Sie sind ja mit meiner Herrschaft daher verwandt. Ich war gestern dort.« – »Mit Ihrer Herrschaft? Darf ich fragen, wer das ist?« – »Jawohl. Ich stehe da drüben in Rheinswalden beim Oberförster Hauptmann von Rodenstein in Dienst. Er ist verwitwet, und seinem Haus steht eine Frau Sternau vor, die mit dem Lehrer Wilhelmi verwandt ist.« – »Diese Dame ist nicht verheiratet?« – »Nein, sie ist Witwe dahier.« – »Sternau, Sternau …!« sagte Gerard nachdenklich. – »Ist dieser Name Ihnen bekannt?« – »Ja, von Paris her.« – »Ah! Möglich!« – »Ich kannte dort einen Doktor Sternau, der ein Deutscher war.« – »Vielleicht ist dies der Sohn unserer Frau Sternau.« – »Er war bei Professor Letourbier…« – »Das stimmt, das stimmt dahier! Der junge Herr war bei diesem Professor.« – »Ah! Wo befindet er sich jetzt?« – »In Rheinswalden, bei uns.« – »Er hat eine Dame aus Spanien bei sich?« – »Ja. Er hat sie von einer fürchterlichen Fliege geheilt dahier.« – »Und einen Spanier nebst einer Spanierin als Dienerschaft?« – »Ja, das ist unser Alimpo und unsere Elvira. Woher wissen Sie das?«

Gerard durfte nicht zu viel sagen, er antwortete also:

»Ich erfuhr es ganz zufällig. Ich sprach mit einer Dienerin des Professors, die mir es im Lauf des Gesprächs erzählte.« – »So sind Sie ein Franzose dahier?« – »Ja.« – »Und Ihr Herr auch?« – »Nein; er ist ein Italiener, ein Marchese d‘Acrozza.« – »Ein Marchese? Das ist so viel wie ein Marquis dahier?« – »Ja.« – »So freut es mich, daß er sich in so guten Händen befindet. Bei Wilhelmis ist er so gut aufgehoben, daß er gewiß zufrieden sein wird dahier. Ich denke, daß er sich …«

Der Jäger wurde unterbrochen.

Droben auf dem Damm war eine Schiene gesprungen, und die eine Hälfte derselben stürzte herab, gerade in der Richtung, in der die beiden Sprechenden standen.

»Vorsicht! Weg da unten!« rief es von oben.

Es war bereits zu spät. Sie sprangen zwar beide zur Seite, aber das Schienenstück traf auf einen Stein auf, dadurch wurde die Richtung seines Falls verändert und es schlug mit seiner ganzen Schwere auf Gerard hernieder, der augenblicklich zusammenbrach.

»Mein Gott, den hat es erschlagen dahier!« rief Ludwig erschrocken.

In der Zeit von einer Minute waren alle Anwesenden um den Bewußtlosen versammelt

»Es ist ein Diener. Wer kennt ihn?« fragte ein Herr der Untersuchungskommission. – »Ich«, sagte der Jägerbursche. – »Nun?« – »Er steht bei einem italienischen Marchese in Diensten, der heute nacht mit verunglückt ist.« – »Und wo befindet sich dieser Herr?« – »Drüben in Genheim beim Lehrer Wilhelmi.«

Der Herr bog sich nieder und untersuchte den Verletzten.

»Er ist nicht tot«, sagte er, »er atmet noch. Der Schlag hat ihn auf die Schulter getroffen. Welch eine Unvorsichtigkeit, sich hierher zu stellen!«

Ein anderer Herr schnitt den Livreerock auf und untersuchte die Schulter.

»Die Knochen dieses Mannes müssen von Panzerstahl geschmiedet sein. Ich glaube, daß nur das Schlüsselbein verletzt ist«, sagte er.

Die Schmerzen dieser etwas derben Untersuchung erweckten Gerard aus seiner Betäubung, er schlug die Augen auf und blickte sich im Kreis um.

»Wie befinden Sie sich?« fragte ihn der Herr, der ihn zuletzt untersucht hatte.

Gerard machte sehr erstaunte Augen, besann sich aber, erhob sich und fühlte nach seiner Schulter.

»Donnerwetter, die Clavicula ist kaputt!« sagte er. – »Die Clavicula? Was ist das dahier?« fragte Ludwig. – »Das Schlüsselbein«, antwortete der Schmied gleichmütig.

Dann bückte er sich nieder, faßte die Schiene mit der Hand der unverletzten Seite, hob sie empor, wog sie prüfend, blickte forschend an dem Damm empor und sagte:

»Ein Wunder ist es nicht. Wenn ein solches Stück sieben Meter hoch herunterstürzt, so mag der Teufel ein ganzes Schlüsselbein behalten!«

Die Anwesenden blickten sich ganz erstaunt an, dann begann einer zu lächeln, nachher zu lachen, die anderen stimmten ein. Und so ernsthaft die Situation eigentlich war, es erschallte rundum ein lautes Gelächter, das erst verstummte, als einer der Herren rief:

»Aber Mensch, ich denke, es muß Sie totgeschlagen haben!« – »Pah! Das müßte anders kommen!« – »Ich wollte Sie eben aufladen und nach Genheim schaffen lassen.« – »Danke sehr, Monsieur! Ich gehe selbst.«

Gerard machte in der Tat Miene, den Platz zu verlassen.

»Aber so warten Sie doch!« warnte man ihn jedoch da. »Nehmen Sie wenigstens jemand mit. Sie werden unterwegs umfallen!« – »Keine Sorge, meine Herren!« sagte er. »An einem Schlüsselbeinbruch fällt man nicht um, der heilt unter Umständen sogar von selbst. Besten Dank, und adieu!«

Damit ging er. Die Leute blickten ihm nach, so lange sie ihn sehen konnten, aber sie bemerkten nicht das leiseste Zittern an ihm. Er war ein Garotteur, seine Nerven waren von Eisen, seine Flechsen von Stahl und seine Knochen von einer Materie, die einen Bruch wohl auszuhalten vermag.

10. Kapitel

Auf das außerordentlich milde Wetter folgte plötzlich eine ganz ungewöhnliche Kälte, die die übergetretenen Gewässer zu Eis erstarren ließ und in Feld und Wald alles Leben zu ertöten schien.

Das war eine böse, schwere Zeit für die armen Heimgesuchten, deren Obdach von den Fluten der Überschwemmung zerstört worden war. Sie litten am meisten, wenn auch nicht allein. Die Armut getraute sich nicht in die grimmige Kälte hinaus, um ein Bündel Leseholz für die kalte Stube zu holen, die Sperlinge fielen von den Dächern, und das Wild kam in die unmittelbare Nähe der Menschen, um bei ihnen Hilfe gegen Frost und Hunger zu suchen.

Aber nicht bloß Frost und Hunger drohte den Bewohnern des Waldes, es gab noch andere, gefährlichere Feinde, die der Frost aus den Höhen der Gebirge herbeigezogen hatte.

Der Hauptmann von Rodenstein saß in seiner Arbeitsstube, qualmte seine Morgenpfeife und brachte allerlei Rechnungen zu Papier, was nicht gerade seine Lieblingsbeschäftigung war. Daher lag seine Stirn in Falten, und sein Auge warf grimmige Blicke auf die Ziffern, die er aneinanderreihen mußte, wie die Soldaten einer Kompanie. Da klopfte es.

»Herrrein!« rief er.

Die Tür ward geöffnet, und der kleine Kurt Helmers trat ein.

»Guten Morgen, Herr Hauptmann!« grüßte er. – »Morgen!« brummte der Alte, indem er weiterschrieb.

Erst nach längerer Zeit warf er einen forschenden Blick auf den Knaben, der noch immer in militärischer Haltung an der Tür stand.

»Donnerwetter!« rief er da. »Wo hast du deine Pelzjacke, Junge?« – »Im Kleiderschrank.« – »Im Kleiderschrank! So!«

Der Hauptmann warf die Feder von sich und erhob sich mit drohender Gebärde.

»Sage einmal, wozu du die Jacke hast, Bube!« – »Zum Anziehen, Herr Hauptmann!« antwortete Kurt furchtlos. – »Gut, zum Anziehen. Im Sommer oder im Winter, he?« – »Im Winter.« – »Was ist denn jetzt? Etwa Sommer?« – »Es ist Winter, Herr Hauptmann.« – »Na, warum ziehst du sie denn nicht an, he?« – »Der Vater hat‘s verboten.« – »Der Va…! Ah, den soll der Teufel reiten! Warum hat er es verboten, he?« – »Er sagt, ich würde eine alte Frau, wenn ich mich so einmummele.« – »So, so! Hm, hm! Eine alte Frau. Jetzt, bei zweiundzwanzig Grad Kälte! Sage einmal, wer hat da drüben auf dem Vorwerk die Herrschaft?« – »Der Vater.« – »Und hier im Schloß?« – »Der Herr Hauptmann von Rodenstein.« – »Und wo bist du jetzt?« – »Auf dem Schloß.« – »Wem hast du also zu gehorchen?« – »Dem Herrn Hauptmann.« – »Gut Ja. Also. Jetzt packst du dich hinüber, ziehst die Pelzjacke an, setzt die Pelzmütze auf die Ohren und kommst wieder!« – »Und wenn es der Vater nicht leiden will?« – »So sagst du ihm, daß ich hinüberkomme und ihm einige Pfund Rehposten auf den Pelz brenne. Basta! Abgemacht! Rechtsum kehrt! Marsch!«

Der Knabe hatte bis jetzt in Achtung gestanden. Nun machte er kehrt und stampfte mit militärischem Schritt zur Tür hinaus.

Der Hauptmann konnte bei diesem Anblick ein Lächeln nicht unterdrücken.

»Wetterjunge!« brummte er. »Ist mir weiß Gott ans Herz gewachsen, wie das Kraut an den Strunk!«

Er dachte keineswegs daran, daß dieser Vergleich für ihn nicht schmeichelhaft sei, sondern setzte sich wieder nieder, nahm die Feder zur Hand und schrieb Ziffern. Aber schon nach wenigen Minuten wurde er von neuem gestört. Es klopfte abermals.

»Herrrein!« rief er.

Kurt war es wieder, aber in Pelzjacke und einer gewaltigen Fuchsmütze, unter der seine Augen hell und lustig in die Welt blickten.

»Guten Morgen, Herr Hauptmann!« grüßte er zum zweiten Mal. – »Morgen!« brummte der Alte.

Erst nach einer ganzen Weile warf er einen Blick auf den Knaben, dann aber erheiterte sich sein Gesicht, er warf die Feder abermals fort und sagte:

»Na, ist das nicht etwas anderes, Junge?« – »Ja, wärmer, Herr Hauptmann!« – »Versteht sich! Du sollst mir keine alte Frau werden, aber bei dieser Kälte fährt man in die Federn oder in den Pelz. Wie steht es mit deiner Aufgabe?« – »Fertig!« – »Her damit!« – »Hier!«

Kurt griff in die Tasche und zog eine Papierrolle hervor, die er dem Oberförster überreichte. Dieser machte sie auf und sagte: »Rührt euch!«

Auf dieses Kommandowort nahm der Knabe eine bequemere Stellung an. Der Alte aber betrachtete mit leuchtenden Augen die Figuren, die auf das Papier gezeichnet waren. Es waren die Fährten der verschiedensten jagdbaren Tiere. Der Junge mußte seine Sache sehr gut gemacht haben. Plötzlich aber verfinsterte sich das Gesicht des Oberförsters, er fuhr den Knaben an:

»Wer hat geholfen?« – »Niemand, Herr Hauptmann.« – »Lüge nicht, Kerl!«

Da blitzten die Augen des Knaben zornig auf; er trat schnell an den Schreibtisch, zog einen leeren Bogen herbei, ergriff einen Bleistift und sagte:

»Probieren!«

Er sprach nur dies eine Wort, aber auf seinem jugendlichen Gesicht lag und aus dem Ton seiner Stimme klang eine solche Zuversicht, daß der grimmige Alte einsehen mußte, daß er ihm unrecht getan habe.

»Papperlapapp!« meinte er. »Wozu probieren! Also du hast das wirklich ganz allein gemacht?« – »Ja.« – »Auch niemand gefragt oder es ihm gezeigt?« – »Nein.« – »Na, das ist Gott Strambach alles, was nur möglich ist! Zeichnet dieser Bube die Fährten so richtig und genau, daß ich es nicht besser machen könnte. Komm her, Schlingel; ich muß dir einen Schmatz geben, und zwar einen ordentlichen.«

Gerade als der Hauptmann seine bärtigen Lippen auf den jugendlichen Mund drückte, klopfte es abermals an die Tür.

»Herrrein!« rief er.

Der Bursche Ludwig trat ein.

»Guten Morgen, Herr Hauptmann!« – »Morgen. Was gibt es?« – »Kaffee oder Warmbier?« – »Warmbier. Zweiundzwanzig Grad Reaumur.«

Der Bursche drehte sich um, trat hinaus, nahm dem draußen stehenden Mädchen eines der beiden Services ab, die es in den Händen hatte, und setzte es dem Oberförster vor. Es enthielt Warmbier.

»Schön«, sagte der Alte. »Abtreten!«

Aber Ludwig ging nicht, sondern blieb stehen.

»Na, warum nicht?« fragte der Hauptmann. »Was gibt es noch?«

– »Etwas Außerordentliches dahier, Herr Hauptmann!« – »Ah, was denn?« – »War heute im Wald und habe eine Spur gesehen.«

Da griff der Alte nach der Zeichnung des Knaben, reckte sie dem Burschen hin und fragte:

»Welche von diesen?«

Ludwig blickte die Zeichnung durch und rief erstaunt: »Donnerwetter! Prachtvoll gemacht! Gewiß eine Arbeit des Herrn Hauptmann, noch von der Akademie aus, dahier.«

Der Alte machte ein sauersüßes Gesicht.

»Dummheit, Akademie«, sagte er, »der Junge da hat es gemacht«

– »Der da, der Kurt?« fragte der Bursche ganz erstaunt. – »Ja. Hörst wohl schwer?« – »Da fahre doch das Wetter drein! Der Kerl hat sogar mich über dahier!«

Jetzt lachte der Alte vergnügt.

»Dazu gehört nicht viel«, sagte er, während des Knaben Augen vor Genugtuung leuchteten. »Aber welche Fährte von diesen hast du heute gesehen?« – »Sie ist hier nicht mit dabei.« – »Dann ist‘s was ganz Außerordentliches!« – »Allerdings.« – »Nun?« – »Darf ich sie hinzumalen, Herr Hauptmann?« – »Ja.«

Ludwig ergriff den Bleistift und zeichnete. Er hatte den dritten Tapfen noch nicht fertig, so sprang der Hauptmann auf und rief:

»Ist‘s wahr! Ein Wolf!« – »Ja, Herr Hauptmann, ein Wolf, und was für einer. Er war am Forellenbach.« – »Donnerwetter! Mach dich fertig; wir holen ihn.« – »Wer noch mit?« – »Die andern alle und die Hunde. Ich will erst frühstücken und die Rechnungen fertig machen. In einer halben Stunde geht es fort.«

Der Hauptmann hatte diese Befehle im Ton der Begeisterung gegeben, denn ein Wolf war hier eine Seltenheit.

»Darf ich mit, Herr Hauptmann?« fragte da der Knabe. – »Du? Bist du gescheit? Der Wolf würde dich fressen.« – »Mich?« fragte Kurt, indem seine Augen zornig blitzten. – »Ja. Das ist nichts für Knaben. Ein Wolf ist in solcher Kälte ein gefährliches Tier.« – »Ich habe ja meine Doppelbüchse.« – »Papperlapapp! Habe jetzt keine Zeit! Packt euch!«

Der Hauptmann schob alle beide zur Tür hinaus. Draußen blieb der Knabe stehen und flüsterte:

»Ludwig, geht es wirklich nicht?« – »Nein, mein Junge; er hat es einmal gesagt.« – »Gib du ihm doch gute Worte.« – »Ich werde mich hüten. Dieser Wolf ist ein ganz außerordentlicher Kerl dahier; so groß wie ein richtiges Kalb. Da wärst du verloren.«

Damit ließ Ludwig den Knaben stehen und eilte davon.

Kurt verweilte einen Augenblick ganz betrübt an derselben Stelle; dann erhellte sich plötzlich sein Gesicht und er eilte davon, zur Treppe hinunter, zum Hof hinaus und nach dem Vorwerk hinüber.

»Warte, nun grade, nun grade!« räsonierte er unterwegs. »Mich soll kein Wolf fressen, mich nicht, mich nicht!«

Im Vorwerk angekommen, ging er nach der Stube. Dort saß sein Vater, der Steuermann, über verschiedenen Seekarten, die vor ihm auf dem Tisch lagen. Er sah, daß der Junge nach seinem Hinterlader griff und Patronen einsteckte.

»Wohin?« fragte er. – »Krähen schießen, Papa.« – »Gut, aber nicht lange; es ist zu kalt.«

Es kam täglich vor, daß Kurt zu seiner Übung Krähen schoß, darum fiel es nicht auf. Der Junge steckte also unbemerkt ein kleines Weidmesser und eine feste Leine zu sich; dann ging er. Draußen hinter dem Vorwerk blieb er überlegend stehen.

»Am Forellenbach soll der Wolf gewesen sein!« murmelte er vor sich hin. »Hm, sie dürfen nicht sehen, daß ich vor ihnen hinaus bin. Ich mache einen Umweg, gehe durch die Erlen und dann hinüber nach dem Eichberg; da habe ich auch die Luft für mich.«

Also die Richtung des Windes hatte er doch schon, und zwar ganz unwillkürlich gesichert. Der mutige Knabe hatte gar keine Ahnung, welcher Gefahr er entgegenging.

Er huschte auf die Straße hinüber, eilte eine Strecke auf derselben hin und trat dann in einen Erlenschlag ein, der sich links hinüberzog. Hier schritt er unbesorgt wohl zehn Minuten lang zwischen den Büschen hin, bis ein trockenerer Boden kam, der mit hohen Eichen bestanden war. Er hatte wohl noch eine halbe Stunde bis zum Forellenbach zu gehen, nahm aber doch sein scharf geladenes Doppelgewehr, das er vom Hauptmann geschenkt erhalten hatte, von der Schulter und hielt es schußgerecht im Arm.

Er fühlte nichts von der grimmigen Kälte; der Gedanke, einen Wolf zu sehen, erwärmte ihn. Er dachte nicht daran, daß das Tier erst gesucht werden müsse, daß es zwar am Forellenbach seine Fährte gezeichnet habe, jetzt aber bereits stundenweit davon entfernt sein könne. Er schritt nur immer weiter, dem Bach zu.

Da krachte im Forst ein Baum. Ganz unwillkürlich wandte Kurt das Auge nach der Richtung, aus der der Schall gekommen war, und sofort blieb er stehen.

»Ein Hund!« flüsterte er. »Ein fürchterlich großer Hund! Oder ist das der Wolf?«

Rasch trat er hinter die nächste Eiche. Nicht dreißig Schritt von ihm entfernt stand die Gestalt eines hundeähnlichen Tieres, das auch nach der Richtung äugte, in der der Baum gekracht hatte. Die spitzen Ohren waren horchend emporgerichtet und der buschige Schwanz steckte zwischen den hinteren Beinen. Es war ein großes, mächtiges, aber sehr mageres Tier; es mußte der Wolf sein.

Er mochte sich beruhigt haben und kam im Trottelschritt näher. Jetzt war er kaum noch zwanzig Schritt entfernt. Die Luft stand gut.

Da hob Kurt sein Gewehr, und nicht im geringsten zitternd, da er ja zwei Schüsse hatte, zielte er gerade auf die Brust des Tieres und drückte ab. Der Schuß krachte, das Tier fuhr auf die Hinterbeine zurück, tat einen halben Sprung vorwärts, brach zusammen, wollte sich wieder aufraffen, stieß ein halbes, abgebrochenes Heulen aus und lag verendet am Boden.

Zunächst lud Kurt den abgeschossenen Lauf wieder, dann trat er zu dem Tier; es bot einen so ekelhaften Anblick, daß der Knabe sofort im stillen meinte: Das ist kein Hund, sondern der Wolf. Vor Freude glühend, stand er da.

»Was tue ich?« fragte er sich. »Schaffe ich ihn heim? Nein. Sie werden seiner Fährte folgen und ihn bereits erlegt finden. Dann sehen sie auch meine Fußtapfen. Welch ein großer, großer Ärger für sie! Ich gehe fort und lasse ihn liegen.«

Und das tat er auch wirklich. Aber er befand sich nun einmal im Wald und wollte nicht gleich wieder nach Hause gehen, darum schritt er langsam durch den Schnee, immer weiter in den Eichwald hinein, in der Hoffnung, vielleicht noch auf irgendein kleines Wild zum Schuß zu kommen.

So suchte und suchte er, bis er fühlte, daß er ermüdet sei. Es gab da eine umgebrochene Blutbuche, auf deren Stamm er sich setzen konnte, und er tat dies, um ein wenig auszuruhen.

Hier saß er wohl eine Viertelstunde lang, als er auf einen ganz eigentümlichen Laut aufmerksam wurde. Es klang, als ob ein Eichkätzchen da oben in den Eichen seine Kletterversuche mache, aber viel lauter und kräftiger. Er blickte nach der Richtung, aus welcher dieses Geräusch kam, empor und duckte sich im Nu unter den Stamm nieder, auf dem er gesessen hatte.

»Eine Katze, eine wilde Katze gewiß«, flüsterte er. »Aber was für ein Vieh!«

Es war allerdings ein katzenähnliches Tier, das er erblickte, aber von ganz bedeutender Größe. Es bewegte sich nicht am Boden, sondern oben in den Zweigen von einem Baum zum anderen. Es war über einen und einen halben Meter lang, sah oben fuchsrot und unten weiß aus und hatte einen schwarzgeringelten Schwanz. Es machte Sprünge von bedeutender Weite und duckte sich, von einem Baum auf dem anderen angekommen, immer erst tief und eng auf dem Ast nieder, um zu gewahren, ob es sicher sei.

»Nein, eine Wildkatze ist es nicht«, sagte Kurt. »Aber was sonst? Ah, mag es sein, was es will, ich schieße!«

Das mußte aber schnell geschehen, denn das Tier nahm seine Richtung nach seitwärts hinüber. Eben schlich es sich nach dem vorderen Teil eines starken Astes und erhob sich, um einen Sprung zu tun, da legte der mutige Knabe sein Gewehr an. Das Tier gab ihm in seiner gegenwärtigen Stellung ein schönes Ziel. Nur einen einzigen Augenblick zielte er, dann krachte der Schuß. Da sprang das Tier nach einem Ast des nächsten Baumes, erreichte diesen aber nicht, sondern stürzte, sich in der Luft zweimal wendend, zu Boden herab. Nun aber richtete es sich empor und starrte nach der Richtung, aus der der Schuß gefallen war. Seine Augen glühten wie Feuer.

»Noch einmal!«

Diese Worte rief Kurt ganz laut. Das Tier bot ihm jetzt gerade die vordere Brust. Rasch drückte er den zweiten Lauf ab, und im nächsten Augenblick prallte das Tier gegen den Stamm, hinter dem er lag. Es krallte seine Klauen in denselben ein, aber es kam nicht hinüber; es war tödlich getroffen. Ein eigentümliches Fauchen und Knurren erscholl; dann ertönte ein Schrei, und nun war es still.

Der Knabe hatte nach dem zweiten Schuß die Büchse fortgelegt und das Messer gezogen. Er wußte, daß es so richtig sei. Er hatte auch in kniender Stellung das Messer zum Stoß bereitgehalten, falls das Tier über den Stamm herüberkommen würde, aber was wäre er in diesem Fall gegen ein solches Raubzeug gewesen!

Jetzt erhob er sich, lud sein Gewehr wieder und betrachtete sich das Tier. Er erschrak.

»Oh, was ist das!« rief er vor Schreck ganz laut »Das Vieh hat Ohrpinsel; das ist ein Luchs!«

Es schien ihm ganz unglaublich, ein solches Tier erlegt zu haben; aber er erhielt keine Zeit, darüber nachzudenken, denn er vernahm von weitem her ein Geräusch und drehte sich nach demselben um. Er brauchte nicht lange zu waren, so erschien ein Mann aus dem nächsten Dorf mit einem Holzschlitten. Er war arm und trotz der Kälte in den Wald gegangen, um sich Fallholz aufzulesen, was ja erlaubt war. Beide kannten einander.

»Wer ist denn das?« sagte der Mann. »Mosjeh Kurt! Guten Morgen!« – »Guten Morgen, Klaus!« entgegnete der Kleine hocherfreut. »Höre, Klaus, willst du dir einen Taler verdienen?«

Der Mann schlug die Hände zusammen.

»Einen Taler? Oh, wie gern! Aber wie?« – »Du sollst mir einen Luchs und einen Wolf nach dem Schloß fahren.« – »Einen Luchs und einen Wolf? Die gibt es ja hier bei uns nicht« – »Nicht?« lachte der Knabe fröhlich. »Wollen wir wetten?« – »Ich bin arm; ich habe; nichts zu verwetten.« – »So schau einmal hierher!«

Kurt deutete hinter den Stamm, und der Mann sah sich das erlegte Tier an.

»Herrgott, das ist wirklich ein Luchs!« rief er. »Wer hat den geschossen?«

»Ich natürlich.« – »Sie, Mosjeh Kurt? Das ist unmöglich!« – »Hast du die Schüsse nicht gehört, und siehst du andere Tapfen als die meinigen?«

Der Mann blickte sich aufmerksam um.

»Es ist bei Gott wahr!« rief er erfreut. »Sie sind es gewesen! Aber, Mosjeh Kurt, da hat Sie der liebe Gott beschützt!« – »Ja, aber mache schnell! Der Luchs und der Wolf müssen aufgeladen werden, ehe der Hauptmann kommt. Er will den Wolf schießen.« – »Denselben?« – »Denselben«, nickte der Knabe lachend. »Ich wollte mit, aber ich durfte nicht, denn der Herr Hauptmann dachte, daß der Wolf mich fressen würde.« – »Und da sind Sie allein gegangen?« – »Ja.« – »Welch ein Wagnis!« rief der Mann ganz entsetzt. – »Oh, nun kann ich den Wolf essen, und den Luchs dazu! Aber nun schnell, lade auf!«

Yaş sınırı:
12+
Litres'teki yayın tarihi:
30 ağustos 2016
Hacim:
440 s. 1 illüstrasyon
Telif hakkı:
Public Domain
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