Kitabı oku: «Mittsommernacht: Erotische Novelle»
Katja Slonawski
Mittsommernacht: Erotische Novelle
Lust
Mittsommernacht: Erotische Novelle ÜbersetztGesa Fuße Original Midsommarnatt - erotisk novellCoverbild / Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2019 Katja Slonawski und LUST All rights reserved ISBN: 9788726206197
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
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Mittsommernacht
Katja Slonawski
Eine wohlbekannte Melodie erklang aus den Autolautsprechern und erinnerte Alicia an das Ende des Sommerurlaubs vor vielen Jahren. Alex summte eine Weile mit und verstummte dann, um stattdessen im falschen Takt auf das Lenkrad zu trommeln. Es war warm im Auto, obwohl sie beide Fenster für den Durchzug geöffnet hatten: Es war zu wenig Wind, um einen Unterschied zu machen. Die Autoschlange zum Fähranleger war ziemlich lang, obwohl sie bereits gegen neun losgefahren waren. An der ganzen Küste entlang brachten die Leute ihre Boote in den Schärengarten, um Mittsommer zu feiern. Wer kein eigenes Boot hatte, fuhr mit der Autofähre, die nur eine begrenzte Anzahl Autos pro Fahrt mitnehmen konnte, was ewig dauerte. Sie hatten sich ab und zu ein bisschen unterhalten und Alex hatte sich dem Elefanten im Zimmer vorsichtig genähert, sich dann aber doch nie getraut, das Thema anzusprechen. Man merkte, dass er helfen wollte, aber nicht wusste, wie.
„Aber das wird ja wohl lustig, Mittsommer auf einer echten Schäreninsel zu feiern?“, sagte er zerstreut, als erwarte er keinerlei Antwort.
Alicia machte ein zustimmendes Geräusch und öffnete zum drölfzigsten Mal an diesem Tag Instagram auf ihrem Handy. Sie suchte nach Marcos‘ Seite und scrollte, ebenfalls zum drölfzigsten Mal an diesem Tag. Alex schielte zu ihr herüber und rümpfte die Nase.
„Meinst du nicht, dass es jetzt langsam reicht?“, fragte er.
„Nein“, schnappte Alicia, schloss aber die App.
„Also, ich bin da, wenn du reden willst“, sagte Alex wenig überzeugend.
„Ich weiß“, antworte Alicia säuerlich.
Sie waren es bereits durchgegangen. Alicia hatte Schluss gemacht, nicht Marcos. Sie sollte nach einem Monat über ihn hinweg sein, das wusste sie, aber sie wusste nicht, wohin mit sich selbst. Sie fühlte sich neu und unberührt, obwohl sie erwachsen war, und der sogenannte Singlemarkt war riesig geworden in den Jahren, in denen sie in einer Beziehung gewesen war. Sie wusste einfach nicht, wo sie anfangen sollte. Das konnte Alex nicht nachvollziehen. Er war Single gewesen, seit sie befreundet waren, bis jetzt. Seine neue Freundin Sabine musste wirklich etwas Besonderes sein, wenn sie Alex dazu gebracht hatte, sich zu binden, dachte Alicia. Sie würde Sabine zum ersten Mal auf der Mittsommerfeier treffen, die Sabines Freunde organisierten. Sabine war bereits dort und half bei den Vorbereitungen fürs Fest. Alicia wusste nicht viel über sie, außer, dass Alex sehr verliebt war und daran überhaupt nicht gewöhnt. Alicia hätte ihn damit aufziehen können, aber sie ließ es bleiben. Er würde nur sauer werden.
„Ich glaube, dass du ein bisschen vögeln musst“, sagte Alex plötzlich, und warf Alicia einen nervösen Blick zu.
Alicia lachte auf.
„Und mit wem soll ich mit diesem verängstigten Deppengesicht vögeln? Ich kann keinen Sex, der nicht mit Marcos zu tun hat, und ich habe keine Ahnung, wie man datet.“
Alicia sah ein, dass ihre Worte, die als Witz gemeint waren, schmerzlich wahr waren.
„Hör auf, du bist doch megahot“, sagte Alex, aber diesmal blicke er nicht zu ihr, sondern hielt das Lenkrad fest und sah zum Kai heraus.
Alicia sah, dass Alex rote Flecken am Hals bekam, wie immer, wenn er gestresst war. Schon komisch. Wenn sie nicht so lange schon Freunde gewesen wären, hätte sie geglaubt, dass er sie angrub.
„Okay“, sagte sie und lachte auf eine Art, die eigentlich kein richtiges Lachen war.
Eine Weile saßen sie stumm da, und Alicia konnte sehen, dass Alex Mut sammelte, um etwas zu sagen.
„Du … eine Sache über die Party …“, setzte er an. „Ich hätte das vielleicht früher sagen sollen, aber …“
„Alex“, unterbrach ihn Alicia, „das mit Sabine ist keine große Sache. Sie ist bestimmt total nett, wir kommen bestimmt miteinander klar und alles ist gut. Okay? Ich kann mich jetzt nicht unterhalten, die Hitze macht mich irre.“
Alex verstummte und sah aus dem Fenster. Alicia sagte, dass sie ein wenig schlafen wolle und schloss die Augen. In einem Zustand geistiger Umnachtung zwischen Wachen und Schlafen begann Alicia darüber zu fantasieren, wie es mit Alex wäre. Natürlich würde das nie passieren und ihre Gedanken waren kaum bewusst gesteuert, aber trotzdem … Er war echt heiß. Alicia hatte Alex schon häufig mit nacktem Oberkörper gesehen und seine Muskeln imponierten ihr immer wieder. Das war ja wohl auch der Sinn dieser Muskeln, auch wenn es nicht sie war, der er damit imponieren wollte. Obwohl es zwischen ihnen immer etwas gegeben hatte und häufig etwas hätte passieren können, waren sie immer nur Kumpel und nie etwas anderes gewesen. Alicia war es lieber so. Sie brauchte einen Freund wie Alex. Aber was in ihrem eigenen Kopf vorging, brauchte er ja nicht zu wissen. Alicia stellte sich vor, wie sexy sonnengebräunt Alex am Ende des Sommers wäre, und wie seine hübschen Brustmuskeln sich an ihrer Brust anfühlen würden. Sie vergaß die Autoschlange und die Hitze und sah vor ihrem inneren Auge, wie Alex sich und ihr das T-Shirt vom Leib riss und sie gegen den Sitz presste. Alicia kniff unmerklich die Muskeln in Unterleib und Po zusammen, und da sie nichts anderes tun konnte, fantasierte sie weiter über Alex‘ warmen Körper an ihrem. Es fühlte sich verboten und schmutzig an, und gleichzeitig wunderbar rebellisch.
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