Kitabı oku: «BŠrrauscht»

Yazı tipi:

Bärrauscht

Bärrauscht Copyright © 2019 by Kayla Gabriel

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mitteln ohne ausdrückliche, schriftliche Erlaubnis der Autorin elektronisch, digital oder analog reproduziert oder übertragen werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Fotokopieren, Aufzeichnen, Scannen oder Verwendung diverser Datenspeicher- und Abrufsysteme.

Veröffentlicht von Kayla Gabriel als KSA Publishing Consultants, Inc.

Gabriel, Kayla: Bärrauscht

Coverdesign: Kayla Gabriel

Foto/Bildnachweis: Photo Credit: Fotolia

Anmerkung des Verlegers: Dieses Buch ist ausschließlich für erwachsene Leser bestimmt. Sexuelle Aktivitäten, wie das Hintern versohlen, die in diesem Buch vorkommen, sind reine Fantasien, die für Erwachsene gedacht sind und die weder von der Autorin noch vom Herausgeber befürwortet oder ermutigt werden.

Inhalt

Schnapp dir ein kostenloses Buch!

Über das Buch

Auszug

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Epilog

Schnapp dir ein kostenloses Buch!

Bücher von Kayla Gabriel

Also by Kayla Gabriel (ENGLISH)

Über den Autor

Schnapp dir ein kostenloses Buch!
Melde dich für meinen Newsletter an und erfahre als Erste(r) von neuen Veröffentlichungen, kostenlosen Büchern, Rabattaktionen und anderen Gewinnspielen.


kostenloseparanormaleromantik.com

Über das Buch

Eine Frau. Zwillingsalphas.

Eine Dreiecksbeziehung, deren Flammen so heiß lodern, dass sie eine Ewigkeit überdauert – wenn sie dabei nicht die Erde verbrennt.

Dr. Serafina Khouri ist überarbeitet, überwältigt und hat ihr mieses Leben einfach über. Als zwei große Alpha Wächter mit knallhartem Auftreten bei ihr in der Notaufnahme auftauchen, wirft sie nur einen Blick auf sie und weiß sofort, dass sich ihre ganze Welt verändert hat. Es ist nicht unbedingt das, was sie sich für ihr Leben oder ihre Zukunft vorgestellt hat, aber einer dieser zwei Bad Boys könnte ihr Seelengefährte sein… das heißt, wenn sie sich zwischen ihnen entscheiden kann.

Kieran und Kellan sind eineiige Zwillinge, Feenprinzen, die eine Rivalität verbindet, die bereits Jahrtausende andauert. Auch das Kennenlernen der klugen Sera bildet da keine Ausnahme – sie sind beide bereit, für ihre Gefährtin zu kämpfen, ganz egal welche Konsequenzen das nach sich ziehen wird. Als sich Sera nicht zwischen ihnen entscheiden zu können scheint, reißen alte Wunden auf und der zerbrechliche Frieden, den sie geschlossen hatten, ist in Gefahr.

In der Zwischenzeit verfolgt ein neues und grausames Böses aus dem Jenseits jeden von Seras Schritten. Während das Trio in seinem eigenen Drama gefangen ist, schmiedet jemand Pläne für die hübsche Ärztin – die Art von Plänen, die zu Seras Tod führen. Ihre vom Schicksal vorherbestimmte Verbindung wird einer Feuerprobe unterzogen – wird es Sera, Kieran und Kellan gelingen, sich zu retten, oder werden sie gemeinsam verbrennen?

Auszug

„Was wenn… was wenn ich euch beide will?“, fragte sie. Ihre Stimme war so leise, dass Kieran sie über den hämmernden Beat der Musik kaum hören konnte. Sie zog den Kopf leicht ein, als würde sie sich für ihr Verlangen schämen.

Kellan blickte für den Bruchteil einer Sekunde zu Kieran, ein Blick, in dem hunderte winziger Gedanken lagen. Kieran nickte nur, weil er wusste, was Kellan dachte.

Sera wäre nicht die erste Frau, die sie auf diese Weise teilten, zur gleichen Zeit…

Kieran zog Sera auf seinen Schoß, obgleich sich Kellan nach vorne beugte, sie tief küsste und seine Finger in ihren Haaren vergrub. Sera versteifte sich ganz kurz auf Kierans Schoß, dann ergab sie sich mit einem Stöhnen. Kieran zog ihre Haare nach hinten und liebkoste ihr Ohrläppchen mit seinen Lippen. Er gluckste, als eine ihrer Hände sein Knie umklammerte und sich ihre Nägel durch die Jeans in seine Haut bohrten.

Ja, die süße kleine Sera war bereits ziemlich perfekt. Als wäre sie gemacht für das, gemacht für sie beide.

Wenn das doch nur möglich wäre…

Prolog
Vor langer, langer Zeit -Das Feenreich

Kellan stand vor dem großen, wild wuchernden Thron seiner Tante Maeve. Seine Brust hob und senkte sich in schnellem Rhythmus aufgrund der Anstrengung, die es ihn kostete, sich nicht auf sie zu stürzen und die neue Königin offen anzugreifen. Sie saß auf dem Thron, ihre eleganten weißblonden Haare hoch auf dem Kopf getürmt, ihr blutrotes Kleid drückte ihre hübschen Brüste nach oben zu ihrem Gesicht, zwei dunkle Kreise Rouge zierten ihre Wangen. Sie betrachtete Kellan einen langen Moment, in dem sie mit der Zunge über ihre dunkle, beerenrote Unterlippe fuhr. Sie war so hübsch, dass man fast vergessen könnte, was sie getan hatte. Oder den silbernen Dolch, den sie in einer Hand hielt, während sie mit einer Fingerspitze über die Klinge strich, die so scharf war wie ihr durchtriebenes Lächeln.

Ihre hellgrünen Augen leuchteten vor Aufregung, was Kellan nur noch wütender machte. Er wollte sie töten. Es schien eine unmögliche Aufgabe – zwei Prinzen im Teenageralter allein gegen die mächtige Feenkönigin, aber er sehnte sich mehr danach, als er jemals würde in Worte fassen können.

Seine Fäuste waren so fest geballt, dass seine Finger beinahe taub waren, während er auf die grünen Gräser und sich schlängelnden Ranken des Königinnenthrons starrte. Er sah sich auf der mondbeschienenen Waldlichtung um, die als Thronsaal diente, und betrachtete die hübschen, schillernden Feen, jede Form, Größe und Nuance verführerischer Anmut, die sich versammelt hatten, um die Ereignisse zu beobachten. Alles, nur damit er nicht direkt in die smaragdgrünen Augen Maeves blicken musste, da er das Funkeln seiner mörderischen Absichten nicht mehr verbergen konnte, das jeder, der ihn gut kannte, in seinen Augen entdecken würde.

Er wusste das, weil sich sein Zwillingsbruder Kieran nur ein Dutzend Schritte entfernt von ihm befand und die gleiche Miene zur Schau stellte, wobei er keinen Versuch unternahm, sie zu verbergen. Die anderen Feen rückten bereits langsam näher, weil sie die Spannung in der Luft wahrnahmen. Kieran, der ewige Dunkle, der ewige Ausgestoßene… er würde Maeves Zorn auf sich lenken, das war allen Anwesenden so klar wie das Läuten einer Glocke.

Die großen, ätherischen Feen des Lichthofes waren wunderschön, aber ihr Aussehen war nur ein Blendwerk, da sie Feenglanz benutzt hatten, um die anderen zu beeindrucken und zu umschmeicheln. Mit ihren wohlgeformten Körpern, dunklen Augen und heller Haut war ihr Aussehen genauso irreführend wie das der dunklen, furchteinflößenden Feen des Dunkelhofes. Beide Feenarten konnten sowohl freundlich als auch bösartig sein.

Und gerade jetzt konnten die Feen des Lichthofes Schwäche wittern. Sie krochen nach vorne und bildeten einen Kreis um Kellan und Kieran, den zwei verbleibenden Prinzen des Lichthofes. Einst hatte es viele Prinzen und Prinzessinnen gegeben… bevor Maeve sie alle umgebracht hatte, so hinterlistig und machthungrig wie sie war. Prinzessinnen waren von rätselhaften Korsetts vergiftet worden, die sie als Geschenk erhalten hatten. Prinzen waren tot aufgefunden worden, in den Fängen der Leidenschaft von einer unbekannten Verführerin erstochen. Kinder waren mit der Aussicht auf ein nettes Picknick in Wälder gelockt worden und irgendwie verloren gegangen, nie wieder zurückgekehrt…

Einen nach dem anderen hatte Maeve sie alle bezaubert und betrogen. Sogar ihre eigene Schwester und Schwager, Kellans Eltern, waren ihrem Zauber zum Opfer gefallen und hatten den Preis bezahlen müssen. Niemand konnte sich der Königin widersetzen, niemand außer Kellan und Kieran.

Also waren sie jetzt hier, bereit, bis zum Tod zu kämpfen. Ihre Eltern, Brüder und Schwestern, ihre Cousins und Cousinen zu rächen. Für all die Toten, die Maeve zu verschulden hatte, würde sie zehnfach büßen müssen. Heute Abend oder erst in eintausend Jahren, das war nicht von Bedeutung. So war der Lauf der Dinge.

Schließlich holte Maeve Luft.

„Wisst ihr, als ihr geboren wurdet, fragten wir uns, wer von euch beiden das Licht und wer die Dunkelheit sein würde“, sagte sie fast, als würde sie laut nachdenken. Natürlich projizierte sie zugleich ihre melodische Stimme weit hinaus in den Wald, um sicherzustellen, dass ihre Anhänger bei Hofe jedes Wort hören konnten. „Wir wussten rein gar nichts, bis ihr jeweils zum ersten Mal eure Magie eingesetzt habt, was Jahre gedauert hat.“

Kellan hob bloß eine Braue, seine Finger zuckten jedoch in dem Wunsch, sein Schwert zu ziehen und es ihr in die Brust zu stoßen. Das alles zu beenden, hier und jetzt. Maeves Lippen kräuselten sich, als würde sie seine Gedanken nur allzu gut kennen und diese sie lediglich amüsieren.

„Diese wundervolle weiße Magie, über die du verfügst, Lichtprinz. Mit der du allem, das du berührst, Leben einhauchst, Dinge wachsen und gedeihen lässt, sie rein machst…“, sagte sie zu Kellan, ehe sie ihren Blick auf Kieran richtete. „Und dann bist da noch du, unser Dunkelprinz. Hätte ich deine Geburt nicht bezeugt, würde ich nicht glauben, dass in dir das gleiche Blut fließt wie in Kellan. Deine Magie ist so dunkel wie die Nacht, lässt alles erfrieren, das sie berührt. Ich erinnere mich an das erste Mal, als du einen hübschen Vogel am Himmel sahst. Du hobst deine Hand, um deinen Bruder auf ihn aufmerksam zu machen. Der Vogel fiel wie ein Stein vom Himmel und landete tot zu deinen Füßen.“

Sie kicherte angesichts der wütenden Röte, die Kierans Wangen zum Glühen brachte, bevor sie weitersprach.

„Ich versuchte meine Schwester an jenem Tag dazu zu überreden, dich zu ertränken. Wusstest du das? Ich sagte ihr, sie solle dich töten oder auf die Erde bringen und gegen einen liebreizenden Menschenjungen austauschen. Du bist ein Wilder, vielleicht hättest du als Wechselbalg überleben können“, erzählte sie, legte den Kopf schief und verengte die Augen. „Dafür ist es jetzt zu spät, schätze ich. Also was soll ich mit dir machen, Schattenprinz?“

Kellan streckte eine Hand nach seinem Bruder aus in dem Versuch, die Antwort zu stoppen, die folgen würde, aber es war zu spät. Kierans berüchtigtes Temperament loderte hell auf und drohte sie beide zu Asche zu verbrennen.

„Was wirst du mit uns machen?“, knurrte Kieran und zog sein Schwert. Der Klang des Schwertes, das aus der Scheide gezogen wurde, hallte in der Luft wieder. Die Endgültigkeit dessen jagte Kellan eine Gänsehaut über den Rücken. „Ich denke, du stellst die falschen Fragen, meine Königin. Vielleicht solltest du fragen, was wir mit dir tun werden. Du hast unsere Eltern im Schlaf ermordet, ihnen in ihrem eigenen Bett die Kehlen durchgeschnitten. Dafür muss ein Preis bezahlt werden, liebste Tante.“

Maeves amüsiertes Lächeln dehnte sich zu einem tödlichen Grinsen aus.

„Und du siehst dich selbst in der Rolle desjenigen, der diesen Preis einfordern wird, Neffe? Wie furchtbar aufregend für uns alle.“

„Du kannst doch nicht wirklich den letzten deiner Familie töten wollen, meine Königin“, mischte sich Kellan ein.

Ihre Brauen hoben sich überrascht.

„So etwas würde ich niemals tun“, protestierte sie und hielt einen Herzschlag inne. „Du wirst immer noch quicklebendig sein, Kellan. Mit dem Lichtprinzen als Gemahl werde ich zahlreiche Erben hervorbringen. Die königliche Lichtblutlinie wird sich vervielfachen und das schnell.“

Das Letzte wurde von einem neckenden, flirtenden Zwinkern begleitet, das Kellan den Magen umdrehte.

„Niemals. Ich werde niemals mit dir schlafen, Tante. Genauso wenig werde ich zulassen, dass du mir meinen Bruder nimmst“, schwor er und sah zu Kieran, der jetzt Kellan wütend anfunkelte. Als hätte Kellan irgendwie schuld an dem Ganzen.

„Du wagst es, mir zu trotzen?“, zischte Maeve, die sich mit dem Dolch in der Faust von ihrem Thron erhob. „Was können zwei Jungs schon gegen die Stärke des Lichthofes ausrichten?“

Sie gestikulierte, hob ihre Hände, um ihre Unterstützer herbeizurufen, die mit einem kollektiven Zischen näher rückten. Es gab viele, die die Königsfamilie beneideten und sich selbst für einen geeigneteren Gemahl und Vertrauten der Königin hielten. Sie können sie ruhig haben, dachte Kellan. Konnten sie nicht sehen, dass dies die wahre Natur der Königin war, dass sie sich in nicht allzu ferner Zukunft in der gleichen Lage wiederfinden würden?

„Letzte Chance“, reizte die Königin sie und hielt Kellan ihren Dolch hin. „Wenn du den Hieb ausführst, das Leben und die Kräfte des Schattenprinzen nimmst, um sie mit deinen eigenen zu vereinen, kannst du alles haben, was du jemals wolltest. Nie wieder wird dich einer mit ihm verwechseln. Du wirst zum Gemahl der Königin aufsteigen und an meiner Seite über die Feenreiche herrschen. Deine Kinder werden Kräfte haben, die jegliche Vorstellungskraft übersteigen…“

Kellan zögerte einen Augenblick, in dem er versuchte, sich eine Welt ohne seinen Zwillingsbruder vorzustellen. In der er allein an die Macht kam, mächtig, respektiert und geliebt wurde. In der sein Schwindler von einem Bruder ihm nie wieder eine Frau aus dem Bett stahl, ihm nie wieder Schuldgefühle einredete, weil er mehr geliebt und bewundert wurde als Kieran, weniger gefürchtet. Diese kurze Pause entlockte Kieran ein Knurren, der sich mit erhobenem Schwert auf die Königin stürzte.

Die Königin hob eine Hand und warf Kieran mit einer unsichtbaren Magiewand zu Boden, so mühelos und beiläufig als würde sie nach einem Insekt schlagen, das um ihren Kopf summte. Kieran taumelte und sein Schwert sackte an seine Seite, als er zusammenbrach. Er fiel zu Boden und bewegte sich nicht mehr.

„Kieran“, flüsterte Kellan atemlos, während er hektisch von der Königin zu seinem Zwillingsbruder sah.

„Tu es!“, drängte ihn die Königin in der Annahme, Kellan wäre versucht, seinen Bruder anzugreifen. Ihr Lächeln war so breit, dass Kellan jeden einzelnen Zahn in ihrem Mund sehen konnte, alle scharf, glänzend und gierig.

Er machte einen Schritt auf Kieran zu, schob seine Hand in seine Hosentasche und zog einen Dolch heraus, der der bösartigen Klinge in der Hand der Königin sehr ähnelte.

„Ja“, zischte sie. „Nur der Lichtprinz kann den Dunkelprinzen töten und die Waage zwischen den Feenreichen ins Ungleichgewicht stürzen. Beende, was ich begonnen habe, mein Prinz, und wir können auf ewig zusammen sein. Stell dir nur vor…“

Kellan sank auf die Knie, um seinen Bruder abzuschirmen, als er den Dolch der Königin entgegen schleuderte. Er verfehlte ihr Herz nur um Zentimeter, grub sich tief in das Fleisch unterhalb ihrer Schulter und entrang ihren Lippen einen langen, hohen Schrei.

„Verräter!“, kreischte sie und Magie flutete ihre Stimme. Kellan wusste, dass sie sie nicht umbringen konnte, wenn ihre Worte der Wahrheit entsprachen,… aber sie konnte sie in eine andere Ebene verbannen. Magie sammelte sich und schimmerte um ihren Körper, während sich ihr Gesicht vor Wut verzog, und er wusste, wie ihre nächsten Worte lauten würden, noch bevor sie sie hinausschrie. „Ihr. Seid. VERBANNT!“

Kieran um die Taille fassend, schloss Kellan die Augen und knirschte mit den Zähnen, als ihn der Zauber aus dem Feenreich riss. Das Wort der Monarchin war Gesetz und unter den Feen bedeutete das, dass sich die gesamte Welt ihrem Willen beugte. Ihre Worte wurden Realität in dem Moment, in dem sie sie aussprach…

Ein Lichtblitz und dann wurden Kellan und Kieran auf eine Art weites, grasiges Moor geworfen. Meilen und Meilen und Meilen nichts weiter als Heidekraut und Gras. Nicht ein Haus oder eine Person oder auch nur ein Baum waren zu sehen. Kellan konnte es nicht mit Sicherheit sagen, aber er hatte die unbestimmte Ahnung, dass die Feenkönigin ihnen sogar einen kleinen Gefallen getan hatte, indem sie sie hierher ins Reich der Menschen befördert hatte und nicht in eine der hundert anderen über alle Maßen unerfreulichen Existenzebenen.

Dennoch war es ein Schock für ihn. Zum ersten Mal in ihrem königlichen Leben waren Kellan und Kieran wahrhaftig allein. So interessant das auch war, war dies kaum der Zeitpunkt, um philosophischen Gedanken über ihre Lage nachzuhängen. Kieran musste geheilt werden und so wie es hier aussah, waren jegliches Essen oder nützliche Medizin weit, weit entfernt.

Seinen Bruder mit einem Grunzen hochhebend, warf sich Kellan Kieran über die Schulter und begann Richtung Norden zu laufen.

Wohin er lief, wusste er nicht…

1
New Orleans, Louisiana - Gegenwart

„Ich hätte dich Maeve überlassen sollen, du hinterhältiger Sohn einer Ziege“, schimpfte Kellan, der Kieran einen finsteren Blick zuwarf, während sie auf dem Weg zum Herrenhaus durch Marginy schlenderten. Sein irischer Akzent trat stets stärker hervor, wenn er wütend oder aufgeregt war, und momentan würde ihn ein vorbeigehender Fremder kaum verstehen.

„Bist du ehrlich so wütend? Sie ist nur ein Mädchen“, sagte Kieran und lachte schnaubend. Sein Zwilling konnte manchmal geradezu melodramatisch sein. „Und noch dazu nicht gerade treu. Wirklich, ich habe dir einen Gefallen getan.“

„Ach, jetzt nennst du es einen Gefallen?“, knurrte Kellan. „Du hast das Mädchen gefickt, mit dem ich mich seit drei Monaten treffe. Ihr zufolge hast du kein Wort gesagt und sie wusste nicht, dass du nicht ich warst.“

Kieran verdrehte die Augen.

„Lügnerin. Sie wusste, dass wir nicht dieselbe Person waren. Sie wollte nur ein kleines Abenteuer erleben. Ganz egal, wie weit wir uns vom Hof entfernen, die Leute scheinen es einfach zu wissen. Genauso wie sich die Frauen, bei denen ich zu landen versuche, immer zu dir hingezogen fühlen und über das Gute in dir und all diesen Quatsch faseln. Es ist beidseitig, weißt du?“

Kellans ausbleibende Antwort reichte Kieran. Sein Bruder würde noch früh genug darüber hinwegkommen.

„Wenigstens war sie nicht deine vom Schicksal vorherbestimmte Frau“, meinte Kieran und schlug Kellan auf die Schulter, als das Herrenhaus in Sicht kam. „Die du nie kennenlernen wirst, wenn wir zu spät zu diesem Meeting kommen. Rhys führt ein sehr strenges Regiment.“

Das stimmte. Kieran und Kellan hatten über tausend Jahre damit verbracht, ein ausgelassenes und ausschweifendes Leben zu führen, dabei der Gefahr häufig knapp zu entgehen und im Allgemeinen alles zu tun, was sie tun wollten – auf der ganzen weiten Welt der Menschen und einigen anderen Ebenen. Ungefähr jedes Jahrhundert hatten sie einen fürchterlichen Streit, woraufhin jeder in eine andere Richtung ging und seine eigenen Abenteuer erlebte. Allerdings zog es sie stets wieder zum anderen.

Zwei Hälften eines Ganzen, wie ihre Mutter zu sagen pflegte. Es konnte stimmen, aber das machte das gesamte Konzept nicht weniger lästig.

Jetzt da sie als Mitglieder der Alpha Wächter rekrutiert worden waren oder gerettet, wie Rhys Macaulay ihre Entführung und kurze Inhaftierung zum Wohl der Stadt nannte… jetzt mussten sie nach Regeln leben. Die Gray Brüder, wie sie sich angewöhnt hatten sich zu nennen, waren nicht gerade gut darin, Regeln zu befolgen.

„Rhys und die Jungs sind bereits draußen“, stellte Kellan fest und nickte zu den Wächtern, die sich auf der Eingangstreppe des Herrenhauses versammelt hatten.

„Und warten auf uns, nehme ich mal an“, murrte Kieran. „Ist ja nicht so, als hätten wir nicht gerade erst zwölf Stunden Patrouille hinter uns…“

„Wir haben dem zugestimmt“, erinnerte Kellan ihn mit einem Achselzucken. „Wir haben die Zeremonie durchgeführt und all das.“

„Die einzige andere Option war, dass wir uns von ihnen im Herrenhaus einsperren lassen, bis sie der Meinung wären, dass die große, böse Gefahr für New Orleans vorüber ist. Das nenne ich nicht, eine Wahl haben.“

Sie marschierten durch den Vorgarten und gesellten sich zu dem Kreis, in dem Rhys, Gabriel, Aeric und Asher standen und die Sachlage diskutierten.

„Was haben wir verpasst?“, erkundigte sich Kieran zur Begrüßung.

„Wird aber auch Zeit, dass ihr endlich kommt“, schimpfte Gabriel.

„Ja, ja“, sagte Kellan beschwichtigend. „Nur weil bei Cassie jederzeit die Wehen einsetzen können und du das reinste Nervenbündel ist, heißt das nicht, dass du uns einfach so runterputzen kannst. Wir haben einen Haufen Trillah Dämonen mitten im Business District aus dem Verkehr gezogen. Mach mal halblang.“

„Wir reden über Pere Mals Verschwinden“, informierte Asher sie, der immer die Stimme der Vernunft war. Der Mann war so stoisch, dass er praktisch ein Roboter war, was witzig war im Vergleich zu Kira, seiner kleinen temperamentvollen Gefährtin. „Wir haben jetzt seit Wochen keinen einzigen Piep aus seinem Lager gehört. Er ist einfach fort.“

„Trotzdem scheint jeder einzelne seiner Lakaien beschäftigter als jemals zuvor zu sein“, merkte Aeric an.

„Ja, aber wenn wir einen der Mistkerle in die Ecke drängen, wirken sie anders. Früher hatten sie irgendwie Spaß an ihren bösen Taten, jetzt wirken sie einfach nur… verängstigt“, beendete Gabriel die Aufzählung.

„Echo hat Gerüchte gehört, dass ein neuer Kerl den Laden schmeißt. Sogar ein ähnlicher Name wie Pere Mal, aber… niemand redet. Ihre üblichen Quellen rennen alle panisch davon und halten sich bedeckt. Ich habe vor ein paar Tagen versucht, mit Ciprian dem Vampir Kontakt aufzunehmen und selbst er wirkte nervös.“

„Das will was heißen“, meinte Aeric stirnrunzelnd. „Ciprian ist einer der arrogantesten Menschen, denen ich jemals begegnet bin. Ich benutze den Begriff Menschen hier sehr weitgefasst.“

„Ich denke trotzdem, dass das auf Cassies Vorhersage über Kieran und Kellan zurückgeführt werden kann“, sagte Gabriel und verschränkte die Arme. „Sie hat prophezeit, dass, wenn Pere Mal sie nicht tötet, jemand Größeres und Gefährlicheres nach ihnen suchen würde.“

„Nicht nach uns“, unterbrach ihn Kieran. „Schieb das nicht uns in die Schuhe. Der große böse Wolf soll angeblich eine Schicksalsgefährtin jagen. Einer von uns soll sich angeblich in eine Frau verlieben und sie wird das Ziel sein, nicht wir.“

„Ja, aber wenn der neue Boss ähnlich wie Pere Mal tickt, wird er euch jagen, um sie zu finden“, wandte Gabriel ein.

„Das ist sowieso alles sinnlos, da sich keiner von uns beiden verliebt hat“, sagte Kellan, dann zog er an Kieran gewandt eine Braue hoch. „Außer natürlich, du hast Gefühle für Emma entwickelt?“

Kieran kniff die Augen zusammen.

„Wen?“, fragte er. Die finstere Miene seines Zwillings machte deutlich, dass Emma das Mädchen war, das Kieran Kellan erst in der vergangenen Nacht ausgespannt hatte. „Ah, ja, an dieser Front gibt es nichts zu befürchten.“

„Offensichtlich nicht“, blaffte Kellan.

„Nun, bei dem Theater, das du veranstaltest, denke ich, dass es offenkundig ist, dass du derjenige sein wirst, der die todgeweihte Dame in Nöten als Schicksalsgefährtin bekommt“, stichelte Kieran, der nicht widerstehen konnte, das Messer noch etwas tiefer zu bohren.

Kellans Wangen röteten sich vor Zorn, aber er konnte kein weiteres Wort vorbringen.

„Tut mir ja leid, diese charmante Diskussion zu unterbrechen“, sagte Asher, „aber wir haben größere Sorgen. Pere Mal und der neue Kerl mögen zwar hinter den Kulissen ihre Fäden ziehen, aber wir haben immer noch andere Aufgaben zu erledigen. Und zwar gibt es ein ziemlich aggressives Nest junger Vampire in Treme und die erweisen sich als recht unangenehme Nachbarn.“

„Sie haben sich gestern Nacht ein Kind geholt und gebissen“, seufzte Rhys. „Und das nach einer Reihe anderer Beschwerden. Wir müssen das ganze Nest räumen und das Haus bis auf die Grundmauern niederbrennen, um sicherzustellen, dass sie nicht zurückkommen. Ihr wisst ja, wie territorial Vampire sein können.“

„Worauf warten wir dann noch?“, wollte Kieran wissen. „Lasst sie uns dem Erdboden gleichmachen.“

Kopfschüttelnd folgte Kieran dem Rest der Wächter zu dem wartenden SUV, bereit, Köpfe rollen zu lassen.


„Mannomann“, fluchte Kieran, während er einen Klumpen blutigen Schleims von seiner Schwerthand schüttelte. „Habe ich schon mal erwähnt, dass Vampire ekelhaft sind? Nicht zu vergessen, ihr schrecklicher Geschmack in Sachen Inneneinrichtung. Das ganze Haus befindet sich in einem Zustand irgendwo zwischen Opiumhöhle und etwas aus einem Anne Rice Roman. Es ist äußerst einfallsreich, nicht wahr?“

Aye, aber wenigstens ist der Job erledigt“, erwiderte Rhys, der den Raum humorlos betrachtete. „Es sieht aus, als hätten wir alle erwischt, was meint ihr?“

Gabriel durchquerte den Raum mit einer Grimasse, wobei er kurz anhielt, um seine Klinge an einem Samtvorhang abzuwischen.

„Von diesem Nest bekomme ich Gänsehaut“, murrte Gabriel. „Ah, gerade zur rechten Zeit, hier kommt der Trupp vom Obergeschoss.“

Aeric kam als Erster die wacklige Treppe hinunter, dann tauchte Asher auf, der Kellan stützte, da dieser ganz eindeutig humpelte.

„Was zum Teufel stimmt mit dir nicht?“, fragte Kieran. Er sprach seine Worte lässig aus, aber das hielt ihn nicht davon ab, durch das Zimmer zu eilen, um nach seinem Bruder zu sehen.

„Verdammter Vampir hat mir ins Bein gebissen!“, ächzte Kellan. „Ins Bein, gottverdammt. Ich schwöre, ich hatte noch nie so viel Spaß dabei, jemanden zu enthaupten.“

„Hat er es geschafft, dich mit seinem Gift zu infizieren?“, erkundigte sich Rhys, der Kieran gefolgt war, um Kellans Verletzung in Augenschein zu nehmen. „Oh, ja, die Haut um den Biss verdunkelt sich bereits. Ich denke, wir werden dich zur Notaufnahme bringen müssen.“

Kellans Miene verdüsterte sich. „Ich hasse Krankenhäuser.“

Kieran signalisierte Asher, dass er ab jetzt als Stütze für seinen Bruder fungieren würde.

„Benimm dich nicht wie ein Kind“, stichelte Kieran gegen seinen Bruder. Erwartungsgemäß nahm Kellan sofort eine Verteidigungshaltung ein.

„Jeder, der von der Königlichen Gesellschaft gefangen genommen und viviseziert wurde, würde Ärzte hassen. Es hat einen Monat gedauert, bis du bemerkt hast, dass sie mich festhielten!“, protestierte er.

„Das war Anfang des 17. Jahrhunderts. Zu der Zeit gab es nicht einmal ein richtiges Postsystem. Außerdem ist das vier Jahrhunderte her. Meinst du nicht, es ist an der Zeit, dich deinen Ängsten zu stellen, kleiner Bruder?“

„Kleiner Bruder, dass ich nicht lache“, maulte Kellan, während Kieran ihm nach draußen und auf die Rückbank des Wächter SUVs half. „Mutter hat uns nie verraten, wer zuerst geboren wurde. Du hältst dich nur für überlegen. Hauptsächlich, weil du Wahnvorstellungen erlegen bist.“

Aeric und Rhys setzten sich auf die Vordersitze und Aeric fuhr zum Graumarkt.

„Bedenk doch einfach die Beweise“, sagte Kieran, der das Geplänkel zwischen ihnen aufrecht hielt. Kellans Verletzung begann bestimmt schon zu schmerzen. Eine Ablenkung konnte da nicht schaden. Er zählte seine Gedanken an den Fingern ab. „Ich bin ein Prinz des Lichthofes. Ich kann Feenglanz benutzen, um meine Gestalt zu verändern. Ich habe gelernt, meine Gestalt zu wandeln und mein Bär ist umwerfend. Ich kann starke Elementarmagie wirken, ich kann mühelos zwischen den meisten Existenzebenen hin und her springen – “

„Wir sind Zwillinge, du Knallkopf“, erinnerte Kellan ihn mit einem Augenrollen.

„Ich zähle nur die Tatsachen auf. Kein Grund, eingeschnappt zu sein. Oder geht es hier um die alte Licht versus Dunkelheit Debatte? Bist du immer noch böse, dass du die eindeutig weniger mächtige von zwei großartigen Kräften erhalten hast?“ Kieran zog herausfordernd eine Braue hoch, weil er wusste, dass das Kellan noch weiter auf die Palme bringen würde.

„Werdet ihr zwei endlich mal die Klappe halten?“, fluchte Aeric, als er gerade nördlich des French Quarter vor ein verlassenes Haus fuhr. „Man könnte meinen, wir fahren mit zwei Kindern auf dem Rücksitz herum.“

„Ist das das neue Portal zum Sloane Krankenhaus?“, wollte Kieran wissen, der auf das efeubewachsene, heruntergekommene Haus spähte. Aus Gründen der Zweckmäßigkeit verfügte das Krankenhaus über einen Privateingang, der vom Rest des Graumarktes getrennt war. „Das letzte Mal war es noch drüben in der Holy Cross Nachbarschaft.“

„Zufälligerweise haben die Wächter ihren eigenen Eingang zum Sloane. Tatsächlich sind es sogar mehrere, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Wir scheinen die Notfalldienste häufiger in Anspruch nehmen zu müssen als der Durchschnittsbärengestaltwandler“, erklärte Rhys.

„Schnieke“, scherzte Kellan. Ein Blick auf ihn offenbarte, dass er anfing zu schwitzen. Es musste viel passieren, bis einer der Gray Brüder Anzeichen von Unwohlsein zeigte, weshalb Kieran jetzt aus dem Auto stieg und Kellan ebenfalls rauszog.

„Okay, ich denke, diese Geschichte birgt auch einige Möglichkeiten in sich“, erklärte Kieran ihm, während er und Rhys Kellan halfen, die Betonziegeltreppe des Hauses zu erklimmen. Sie traten durch das Portal, fühlten den kurzen Verlust der Schwerkraft und dann traten sie direkt in einen vertrauten Korridor. Sie waren jetzt nur noch ungefähr neunzig Meter vom Empfangsschalter der Notaufnahme entfernt.

„Und welche wären das?“, fragte Kellan, dessen Kiefer vor Anstrengung, seine Schmerzen zu unterdrücken, ganz angespannt war.

„In diesem Laden gibt es haufenweise heiße Kith-Krankenschwestern. Du könntest ein wenig Pflege gebrauchen, Bruder. Und wahrscheinlich auch, flachgelegt zu werden – “

„Hey, hi“, rief Aeric der Triage-Krankenschwester zu, die hinter dem Anmeldetresen hochsah. „Alpha Wächter. Dieser hier hat einen fiesen Vampirbiss, hohe Giftdosis. Muss zu einem Arzt, sofort.“

₺279,75

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
08 temmuz 2025
Hacim:
131 s. 3 illüstrasyon
ISBN:
9783969698785
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

Benzer kitaplar