Kitabı oku: «Als Zivilist und Mann im Frauenknast der Deutschen Demokratischen Republik», sayfa 2
Der Umgang mit den Strafgefangenen
Es passierte schon mal, dass die Wäsche nicht ordnungsgemäß gewaschen oder gerollt war, da mussten die Strafgefangenen ihre Fehler selber ausbessern. Kam es im Produktionsprozess mit den inhaftierten Frauen zu Problemen, waren natürlich sofort Angestellte des Strafvollzuges vor Ort, und halfen uns, die anstehenden Probleme sofort zu lösen bzw. in den Griff zubekommen. In der Regel haben sich die Strafgefangenen untereinander geholfen, und auch verurteilt, denn es gab in jeder Schicht eine Brigadierin und eine Ordnerin die jede Situation beherrschten.
In einer Großwäscherei wie bei uns benutzte man zum Wäschetransport meist Europaletten aus Metall und die dazugehörenden Gabelstapler. Nur kleinere Pakete wurden mit der Hand bewegt. Die Paletten wurden an die jeweiligen Maschinen gestellt, und wenn kein Gabelstapler bereit stand halfen sich die Frauen auch mal mit einem Hubwagen weiter. Mit diesem konnte man die Paletten genauso gut auch von A nach B bewegen, weil wir ja überall Fliesen hatten.
Diese Fliesen waren aus Metall und sind immer wieder ausgewechselt wurden wenn sie defekt waren. Da gab es einen Fliesenleger der zugelassen war, und kleine Reparaturen durchführte. Meistens wurden Reparaturen an Wochenenden durchgeführt, damit es keine Produktionsausfälle geben musste. Wenn der Fliesenleger mal während der Produktion gekommen ist, waren die inhaftierten Frauen wie die läufigen Hunde und wollten immer in seiner Nähe sein, da es ja auch ein gutaussehender Mann gewesen war. Wir hatten da immer so unsere Probleme mit außenstehenden und noch gutaussehenden Handwerkern oder Monteuren. In der Regel stand immer einer von uns bei ihnen, damit sie nicht von den inhaftierten Frauen angesprochen oder belästigt wurden.
Kleinere Pakete wurden zum Beispiel in den Annahmestellen der Wäscherei und deren Umgebung angenommen und dann später in der Wäscherei von den Strafgefangenen gekennzeichnet, da man ja beim Waschen und Bügeln die Wäsche auch mal verwechseln konnte und so jeder seine eigene Wäsche wieder zurückbekam. Dieser Ablauf, gleicht der Abgabe der Wäsche in einer Reinigung, die Wäsche wird gekennzeichnet und die Kunden erhalten dafür einen Beleg.
Zu den Pausenzeiten gingen wir in den Speiseraum der den Strafvollzugsangestellten und zivilen Mitarbeitern der Wäscherei vorbehalten war. Dort nahmen wir gemeinsam unsere Mahlzeiten ein. Das warme Mittagessen wurde uns in Kübeln aus einer Leipziger Großküche angeliefert, diese Kübel transportierten meistens die zivilen Männer oder auch mal die Uniformierten aus der Wache in den Imbiss, und das Essen wurde dann von zivilen Mitarbeitern im Imbiss ausgeteilt. In dem Imbiss gab es Kaffee und auch mal Würstchen zum Frühstück, man bereitete uns auch auf Wunsch sogar auch mal Spiegeleier, wenn man sie vorher bestellte. Von dem Speiseraum der sich im ersten Stock befand konnte man über den Hof die Strafgefangenen in ihren Verwahrräumen sehen, diese waren natürlich hinter Gittern. Heute spricht man von Verwahrräumen aber früher waren es einfach Gefängniszellen die noch mit Dreistockbetten ausgestattet waren Diese wurden dann später durch Doppelstockbetten ersetzt. Ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob diese Festlegung nur für den offenen Vollzug bestimmt war, dieser war für den Strafvollzug in Markkleeberg festgelegt. Die abgebauten Betten, die meistens aus Rohren bestanden wanderten auf den Hof und wurden dem Schrott zugeführt.
In den Räumen konnten sich die Strafgefangenen auch frei bewegen. Jeder Bereich hatte so ungefähr vier bis sechs Verwahrräume und waren vom nächsten Bereich wieder durch eine Gittertür getrennt. Die Verwahrräume waren so verteilt, dass jede Schicht oder das entsprechende Kommando und jeder Betriebsabschnitt voneinander getrennt waren. So gab es bei frühzeitigem Schichtbeginn, keine organisatorischen Probleme mehr. Disziplin und Ordnung herrschten nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch zum Zwecke der „Erziehung“ die eine Grundpflicht im Strafvollzugssystem war. Hier war der Tagesablauf vom Wecken bis zur Nachtruhe exakt geregelt.
Es gab aber auch die berüchtigten Einzelzellen, man sprach auch vom Bunker. Diese Einzelhaft bekamen nur Strafgefangene, die überhaupt keine Lehre annahmen und sich dem Strafvollzugspersonal widersetzten. Man musste schon grobe Fehler begangen haben, bevor man so weggesperrt wurde. Waren Strafgefangene mal extrem unvernünftig, mussten sie ihre Strafe in der Kästnerstraße in Leipzig absitzen, da sie bei uns nur ca. zwei Tage lang in Einzelhaft bleiben durften. Am langen Hebel saßen eben die Leute vom Strafvollzug, die diese Maßnahme als Erziehung von Strafgefangenen für richtig hielten. Dort hatten sie dann alle Zeit, um über ihre Fehlauftritte gegenüber dem Vollzugspersonal, den Zivilisten oder aber auch über den Umgang mit anderen Häftlingen nachzudenken. Dort gab es nur ein Klappbett, ein Waschbecken und eine Toilette, sonst nichts, nicht mal ein Fenster, sondern nur eine Klappe, durch die man Essen und Getränke durchgab. Die Essensration ist dort auch kleiner gewesen, mit dieser schlechten Behandlung sollte mehr staatsbürgerliche Erziehung erreicht werden. Der Schließer oder Betreuer musste im Tagdienst die Arrestzelle wie sie genannt wurde alle drei Stunden kontrollieren, und im Nachtdienst stündlich nach dem Rechten schauen.
Auf unserem Betriebsgelände bzw. in den Verwahrräumen des Strafvollzuges saßen auch Strafgefangene ein, die nicht für die Wäscherei gearbeitet haben, sondern nur unsere „Untermieter“ waren. Diese wurden mit den dafür extra bereitgestellten Bussen zu jeder Schicht transportiert. Es wurde genau abgewogen, welche Strafgefangene mit dem Bus fahren durfte und wer in der Wäscherei, also vor Ort, bleiben musste. Diese Busse fuhren in eine separat gebaute Schleuse hinein, diese war mit einem hohen Zaun und Toren umgeben und wurde außerdem vom Strafvollzugspersonal jeweils noch mit Hunden bewacht. Die Frauen wurden zur Arbeit in andere Großbetriebe mitten durch Leipzig gefahren, der eine Bus in die eine Richtung, der andere in die andere Richtung. Da diese Frauen immer die gleiche Kleidung trugen sagte man in der Stadt: „Jetzt kommt das Fernsehballett angefahren.“
Als Begleitpersonal waren Strafvollzugsangestellte an jeder Tür dafür verantwortlich, dass die Frauen ja nicht winken oder ähnliche Gesten aus dem Busfenster machten. Da sich die Leute in der Stadt immer nach den Bussen umdrehten, wagte sogar eine Strafvollzugsangestellte den Strafgefangenen zu erlauben, während der Fahrt die Kopftücher abzulegen. Wenn dann mal eine andere mit den Bussen mitfuhr, die das nicht zuließ, gab es immer Theater unter den Strafgefangenen, da sie es bei anderen Strafvollzugsmitarbeitern ja durften. Die Gefangenen merkten sich eben, welcher Mitarbeiter die Gesetze nicht so ernst nahm und sie von etwas befreite. Die Begleiter des Strafvollzuges mussten auch für Ruhe und Ordnung während der Fahrt sorgen, besonders die in den Leipziger Betrieben wieder ausstiegen. Für die Gefangenen wurde extra ein Sicherheitszaun an den Betrieben angebracht, damit sie, wenn sie aus dem Bus ausstiegen, nicht ausbrechen konnten. Wenn also der Bus in den Sicherheitsbereich einfuhr, schlossen sich die Tore im Zaun, die Begleiter öffneten die Sicherheitsschleuse und die Gefangenen konnten zur Arbeit in den Betrieb ablaufen. Und genau so ging es auch wieder zurück nach Markkleeberg ins Frauengefängnis.
Es gab ab und zu auch mal eine Ausnahme, wenn die Schokoladenfabrik in Delitzsch bei Leipzig mal Not an Personal hatte, oder zu viele Leute im Betrieb krank waren, oder die Planerfüllung in Gefahr war, dann mussten die Strafgefangenen Frauen zur Aushilfe dorthin gefahren werden und das ohne zusätzliche Sicherheitseinrichtungen. So war das auch, als wir zum Sondereinsatz auf das Land gefahren sind und dort aushelfen mussten. Dieser Einsatz erfolgte auf besonderen Befehl nur am Wochenende wenn die Strafgefangenen sowieso frei hatten. Da meldeten sich Freiwillige und die, die wurden genau geprüft, ob sie auch für diesen Einsatz geeignet und auch zuverlässig waren. Ein anderes Mal ging es aufs Feld zum Sondereinsatz da gab es aus einem Kofferradio von den Strafvollzugsmitarbeitern laute Musik das war natürlich was für die Frauen und so arbeiteten sie ohne einen Gedanken an eine Flucht. Da wir über die Stadtgrenze fahren mussten war auf einmal der Landkreis Leipzig zuständig um für die vorgeschriebene Sicherheit zu sorgen hatten. Da das meistens nicht so schnell organisiert werden konnte, musste für diesen Einsatz halt mehr Personal des Strafvollzuges eingesetzt werden.
So war das später auch der Fall, als inhaftierte Frauen in den Leipziger Schlachthof gefahren wurden. In jeder Schicht mussten die Frauen die Därme der getöteten Tiere reinigen. Sie wurden einfach in die Darmabteilung abkommandiert wo es auch richtig gestunken hatte. Das waren eben Arbeiten, die Zivilisten nicht gern gemacht haben, da die Arbeit recht geruchsintensiv gewesen ist.
Es war auch manchmal komisch, Strafgefangene Frauen die gestern noch mit einliefen, waren auf einmal nicht mehr da. Strafvollzugsmitarbeiter hatten dann abends einen Zettel in die Hand gedrückt bekommen mit Namen der Strafgefangenen die morgen früh um vier Uhr zu wecken sei und sich fertig zumachen habe. Sie wurde dann mit dem Auto nach Karl-Marx Stadt, dem heutigen Chemnitz, transportiert und gegen andere Ostdeutsche, die im Westen Deutschlands eingesperrt waren, oder einfach als „freie Ware“ getauscht. Später hörte man vom Strafvollzugspersonal dass diese oder diese Strafgefangene vom Westen freigekauft worden sei. Für Westgeld konnte man alles haben, sogar die Abschiebung in den Westen Deutschlands die BRD. Es gab nämlich Organisationen die sich um Strafgefangene kümmerten wenn ein großes Interesse an den Personen bestand. Frauen und Männer, sogar Ehepaare fuhren extra mit dem Interzonenzug, also mit dem Zug der in den Westen der Bundesrepublik Deutschlands gefahren ist, nur damit man sie erwischte und als Republikflüchtige nach § 319 des DDR-Gesetzes einsperren konnte. Man hörte am nächsten Tag von den Strafvollzugsangestellten, das während der Nacht ein Fahrzeug da gewesen sei, es war die berüchtigte Graue Minna, die die Strafgefangenen auch woandershin transportierten.
Es gab auch Strafgefangene die suizidgefährdet waren, was sich schnell in den Verwahrräumen herumsprach. Deshalb mussten die Strafvollzugsmitarbeiter höllisch aufpassen, dass so etwas nicht in ihrer Schicht passierte. Ich habe des Öfteren miterlebt, wie so ein Transport im Strafvollzug ablief. Die Strafgefangenen kamen aus ihren Verwahrräumen Kommandoweise heraus, und mussten sich im Gang in Reih und Glied zwischen den Gittertüren aufstellten. Ein Schließer des Strafvollzuges rief nacheinander die Familiennamen und Vornamen der Strafgefangenen auf, und die Strafgefangenen antworteten mit ihrem Geburtsdatum. Die Schließer hatten die Daten auf ihrer gelben Karte der KP 17, so nannten sie die Kartei mit den Personalien, dort stand auch die Straftat und wie lange die Strafgefangene noch einsitzen musste. Wenn das gerufene Geburtsdatum mit der gelben Karte übereinstimmte, verglichen sie beides miteinander und die Strafgefangenen konnten ablaufen. Ein Betreuer, der mit dem Bus mitfuhr, übernahm die Gefangenenliste mit den Namen. Die gefangenen Frauen konnten nun im Gleichschritt zum Bus gehen. Wichtig war für das Personal, dass sie immer hinter den Gefangenen liefen. Keine von den Strafvollzugsangestellten vertraute den Insassinnen deshalb gab es die Vorschrift immer hinter den Strafgefangenen zu laufen. Man merkte bei diesen Transporten genau dass militärische Umgangsformen herrschten. Jede Strafgefangene wusste genau, wohin sie sich zu stellen hatte, denn jeder Bus fuhr in eine andere Richtung und demzufolge auch in einen anderen Betrieb.
Diese Prozedur erfolgte ja zwei oder dreimal pro Arbeitstag, denn die Frauen arbeiteten ja im zwei bzw. im Dreischichtbetrieb. Das Gleiche erfolgte auch bei den Strafgefangenen die in unsere Produktionsräume, also zur Schicht in die Wäscherei, im Gleichschritt einliefen.
Die Strafgefangenen wurden zweimal in der Woche gezählt, und zwar immer an Wochenenden oder an Feiertagen. Dazu mussten sich die Strafgefangenen im Gang aufstellen. Es wurde gezählt, und wenn alles stimmte konnte man wieder gemeinsam in die Verwahrräume zurück. Hinter ihnen machten die Schließer die Gittertüren wieder dicht. Wenn der nächste Arbeitstag mit einer Frühschicht begann, dann war abends um acht Nachtruhe angesagt, denn allen Strafgefangenen standen laut Gesetz der DDR acht Stunden Schlaf zu. Um vier Uhr am Morgen weckte die zuständige Brigadierin die Strafgefangenen wieder. Da sollte man auch nicht so laut machen, da ja die Strafgefangenen die Spätschicht hatten, noch Nachtruhe hielten. Sollte es die Brigadierin der Strafgefangenen einmal verschlafen haben, so wurde sie von der jeweiligen Schichtbesatzung des Strafvollzuges geweckt. Die Brigadierinnen waren auch die Einzigen unter den Strafgefangenen die den ganzen Tag eine Armbanduhr tragen durften.
Die so genannten Schließer des Strafvollzuges hatten zwischen den Bereichen ihren Schutz – bzw. Aufenthaltsraum der natürlich jeweils durch Gitter geschützt war. Wenn Strafgefangene mal Probleme hatten, riefen sie durch die Gitter nach dem Schließer der ihnen helfen sollte.
In jeder Schicht, egal wo gearbeitet wurde, gab es unter den Strafgefangenen Verantwortliche, so zum Beispiel die Brigadierin oder die Ordnerin. Diese waren für Ruhe, Ordnung und Sicherheit in ihrer Brigade verantwortlich. In der Regel funktionierte jede Brigade ruhig und gelassen, denn man wollte ja nicht unbedingt auffallen in der Hoffnung, vielleicht eher entlassen zu werden.
Wenn man sich überlegt, dass die Strafgefangenen nur einen Tagessatz von vier Mark der DDR zur Verfügung gestellt bekamen. Nach dem Wecken wurde gewaschen und dann gab es Frühstück, das natürlich gemeinsam eingenommen wurde, denn der Innendienst der Strafgefangenen war ja für die Sauberkeit und Ordnung im Speiseraum der Strafgefangenen verantwortlich. Die Tische waren sauber hergerichtet und das Essen konnte eingenommen werden, dann schnell noch eine Zigarette für die Raucherinnen, die sich mitunter die Selbstgedrehten oder auch mal die Geschnorrten schmecken ließen. Nach dem Frühstück stellte man sich zum Zählen im Gang auf, und bereitete sich auf die Abfahrt vor. Unsere Strafgefangenen bereiteten sich auch auf das Einlaufen in die Produktion vor. Jetzt wurden noch die Sachen verpackt bzw. bereitgestellt, die mit in die Wäscherei genommen werden mussten. Hier gab es auch Verantwortliche vom Innendienst der Strafgefangenen die für die Bereitstellung der Leibwäsche oder die Bettwäsche usw. sorgen mussten. Die Brigadierin der Strafgefangenen übernahm die Wäsche der anderen Schichten. Aber hier wusste jede Frau, dass Unterwäsche, die wegen der monatlichen Regel blutig oder beschmiert war, nur im nassen und ausgewaschenen Zustand mit in die Wäscherei genommen werden durfte.
Es gab also eine Ordnung, an die sich die Strafgefangenen im Laufe der Zeit gewöhnen mussten. Es gab aber auch Strafgefangene die das alles schon kannten, denn sie sind aus dem Kinderheim gleich in den Jugendwerkhof gekommen. Dort sollten sie alle nach den „Prinzipien des Sozialismus“ erzogen werden, denn der Jugendwerkhof war sogar dem Kulturminister unterstellt. Der Jugendwerkhof war eine Einrichtung der DDR, die auf schwererziehbare Kinder und Jugendliche mit krimineller Herkunft ausgerichtet war. Später landeten manche aus dem Jugendwerkhof auch gleich wieder im Knast, weil sie die Bedingungen außerhalb der Gefängnismauern gar nicht kannten oder nicht kennen wollten und sich automatisch straffällig gemacht hatten. In das Kinderheim wiederum sind auch Kinder gekommen, deren Eltern zu jung waren oder einen Ausreiseantrag gestellt hatten. Die Kinder sind den Eltern einfach weggenommen wurden und zu anderen fremden Familien gekommen.
Und so lief das in der Regel Tag für Tag ab, man könnte auch sagen, es läuft wie ein Uhrwerk, oder auch es lief wie geschmiert. Obwohl es menschenunwürdig war, in der DDR eingesperrt gewesen zu sein erreichte der Strafvollzug doch, dass aus den Strafgefangenen etwas geworden ist. Frauen, die bis zu diesem Tag keine Ordnung in ihren Tagesablauf bringen konnten, haben das hier lernen müssen. Es gab fast keine Strafgefangene, die sich mit dem Prozedere nicht gleich zurechtfand. Und sollte es einmal nicht klappen, sprang sofort die Ordnerin oder die Brigadierin ein, bevor ein Schließer des Strafvollzuges einschreiten musste. Man merkte es den Strafgefangenen gleich an, wer noch keine Erfahrungen hinter Gittern hatte. Denn wer schon im Jugendwerkhof oder in einem anderen Gefängnis eingesessen hatte, kannte die Gepflogenheiten. Da gab es auch keine Bilder an den Wänden, die zur Verschönerung gedacht waren.
Wenn also alles in Ordnung war, gingen die einen zum Bus, und die anderen wurden dem Schichtleiter mit Arbeits- und Namensliste in die Wäscherei übergeben Die meisten Strafgefangenen kannten ihren Arbeitsplatz, an dem sie täglich eingesetzt waren. Es gab aber auch Tage, an denen der Schichtleiter die Arbeitsplätze tauschen bzw. eine Änderung vornehmen musste, da die Strafgefangenen nicht zum Dienst erschienen sind. Sie mussten kurzfristig ihre Schicht tauschen da sie einen Gerichtstermin wahrnehmen mussten. Da kamen wieder die zivilen Mitarbeiter der Wäscherei zum Einsatz, indem sie die neue Arbeitskraft wieder in ihre Arbeit einwiesen.
Jetzt musste das richtige Handwerkszeug für die jeweilige Arbeit in Empfang genommen werden. Die Strafgefangenen, die in der Wäscheannahme waren und die Wäschestücke kennzeichnen mussten, erhielten gegen ihre Unterschrift eine Schere oder ein kleines Messer. Sie nahmen die Wäsche aus der Palette oder dem Wäschepaket, und kennzeichneten jedes Stück einzeln mit einem Stoffteil und einer Lotmaschine, die Wärme und Druck erzeugte, und den Klebstoff damit erwärmte. Es gab aber auch Wäschestücke an denen das alte Kennzeichen noch vorhanden war. Dieses konnte mittels Azeton vom Kleber gelöst werden. Es wurde also jedes Wäschestück gekennzeichnet, damit es am Ende wieder zugeordnet werden konnte.
Die Frauen an der Waschmaschine mussten sich das Waschpulver selbst in der Großverpackung aus einem Lagerraum holen, und zur Waschmaschine bringen. Der Lagerraum der unter der Kontrolle der Zivilisten stand, war einer der wenigen Räume in der Wäscherei, die nicht mit einer Kamera bestückt war und Bilder zum Strafvollzug lieferte.
Die inhaftierten Frauen mussten auch für zwei Stahlhebel unterschreiben die sie erhielten um die großen Wäscheschleudern zu öffnen und zu schließen. Die Waschmaschinen wurden durch einen Sicherungshebel in ihre Füllposition gebracht und aufgeklappt und waren natürlich auch zu sichern. Jetzt konnte die Waschmaschine gefüllt, der Deckel geschlossen und wieder gesichert werden und der Waschgang konnte beginnen. Das Wasser wurde mittels Dampf in der Waschmaschine solange erhitzt, bis das Thermometer die gewünschte Temperatur erreicht hatte. Hier mussten die Wäscherinnen vorsichtig sein, da der Dampf direkt eingeführt wurde und es ab und zu, zu Wasserschlägen kam. Wasserschläge entstehen, wenn Dampf auf kaltes Wasser prallt. Dieser Zusammenstoß macht auch einen höllischen Lärm. Die Umstehenden erschraken stets gehörig. Es war also eine Gefühlssache den Dampf so leicht wie nur möglich in die Maschinen zu lassen.
Jetzt hatte die Wäsche Zeit um richtig sauber zu werden. Je nach dem Verschmutzungsgrad der Wäsche wurde eine Zeitschaltuhr eingestellt, die sich nach einer gewissen Zeit mit einem Klingelton bemerkbar machte. Nach dem Waschgang wurde das Seifenwasser über ein großes Tretventil wieder abgelassen. Nun gelangte über eine andere Leitung durch ein anderes Ventil das Weichwasser in die Waschmaschine zum Spülen. Weichwasser ist enthärtetes Wasser, so wie es auch Regenwasser ist. Nach Beendigung dieses Vorganges wurden die Wäschestücke per Hand in die Trockenschleudern umgeladen. Die Technologie war so organisiert, dass mit einem kleinen Kran, auch Aufzug genannt, die Wäsche in die Wäscheschleuder eingeladen wurde. Das hatte seinen Grund, denn die Menge der Wäsche war so groß dass man sie anders nicht bewegen konnte. Die Schleudern hatten bestimmt einen Durchmesser von anderthalb Metern. Man hatte den Kran zwischen Waschmaschine und Schleuder fest installiert, damit die Wäscherinnen diesen Arbeitsgang allein durchführen konnten. Die Wäsche mit dem Schleuderring, der an einem Gehänge befestigt war, musste jetzt auf die Schleuder aufgesetzt werden. Anschließend waren die zwei Stahlhebel zu benutzen um den Schleuderring an den Rändern fest zu verankern. Sie mussten deutlich hörbar in die dafür vorgesehenen Löcher einrasten. Dann legten die Wäscherinnen noch ein Schleudertuch über die verknüpften Unterteile. Wenn dies ordnungsgemäß erfolgt war, konnten sie den beweglichen Kran mit dem Gehänge beiseite fahren, und den Hebel der Druckluft betätigen mit der der Deckel der Schleuder verschlossen wurde. Vorher lief diese nicht an. Wenn sie mal nicht anlief, dann hatte man den Schleuderring nicht richtig befestigt und musste den Vorgang in umgekehrter Reihenfolge wiederholen, was unnötige Zeit kostete. Es gab aber auch Defekte an den Endschaltern, da mussten sofort die Elektriker gerufen werden, damit die Wäsche fertig geschleudert werden konnte.
Das Schleudern war für die Strafgefangenen eine richtige Kraftprobe, diese Arbeit war mit am schwersten. An die Waschmaschinen und Schleudern kamen daher auch nur Frauen, die nicht zimperlich waren und auch noch Kraft in den Armen hatten.
Die Schleuder lief also, und wenn die Wäsche einigermaßen trocknen geschleudert war, das heißt nach der Zeit die vorher eingestellt wurde, stoppte die Schleuder.
Jetzt wiederholte sich der Ablauf andersherum. Die Frauen packten die Wäsche mit der Hand wieder auf einen Wäschewagen um sie zu einem anderen Arbeitsplatz zu transportieren.
Diese Arbeitsplätze in der Wäscherei waren natürlich ganz schön warm und nass, doch vor allem verlangten sie Schwerstarbeit. Die Frauen an den Waschmaschinen erhielten Gummischürzen und Gummistiefel, weil sie viel mit kaltem und warmem Wasser hantierten. Es gab auch immer mal wieder Strafgefangene, die das Waschmittel nicht vertragen hatten. Diese bekamen noch Gummihandschuhe dazu. Vertrugen sie es trotzdem während der ganzen Schicht nicht, wurden sie vom Schichtleiter nach Rücksprache mit dem Strafvollzug gegen andere Strafgefangene ausgetauscht. Der Strafvollzug sorgte manchmal bei ausgewählten Strafgefangenen absichtlich für erschwerte Arbeit, zum Beispiel Arbeiten bei extremer Hitze. Waren diese aber gesundheitlich nicht vertretbar, änderte man eben das Konzept. Hier musste der medizinische Dienst oder der Doktor ein Attest ausstellen, damit die Strafgefangene diese Arbeit nicht auszuführen brauchte.
Im zivilen Leben kommt mit der Wäsche der richtige Weichspüler in die Maschine. Da es aber keinen Weichspüler gab, musste Weichwasser eingesetzt werden. Dieses wurde im Heizhaus über Rohrleitungen in die Produktion geliefert bzw. bereitgestellt und bis zu den Waschmaschinen geführt. Für die richtige Qualität war das Heizhaus zuständig, das natürlich auch von der TKO geprüft wurde. Die TKO stellte dabei den Härtegrad des Wassers sprich den pH-Wert fest. Weichwasser ist, das sagt schon der Name so etwas ähnliches wie Regenwasser, auch sehr weich. Für einen angenehmen Geruch setzte man Duftstoffe ein.
Andere Frauen mussten an eine große Wäschemangel, wo sie jeweils zu zweit standen und versuchten, die Wäsche auszuschlagen. So nennt man das Entfitzen der Wäsche. Nach dem Waschen musste man die Wäsche faltenfrei in die Wäschemangel eingegeben werden. Am anderen Ende der Mangel standen wieder zwei Strafgefangene. Sie nahmen nun die gerollte Wäsche ab und legten sie ordentlich zusammen. Da die große Mangel ca. zweieinhalb Meter breit war, mussten unbedingt zwei Frauen die Wäsche eingeben bzw. abnehmen. Wir hatten neben den großen noch kleinere Wäschemangeln die auch von jeweils einer Strafgefangenen bei der Eingabe bzw. bei der Abnahme bedient werden konnten. Die Mangeln wurden ebenfalls mit Dampf beheizt damit die Wäsche trocken und faltenfrei die Mangel verlassen konnte.
Die nasse Wäsche wurde von den Gabelstaplerfahrern exakt zu den bereitstehenden Mangeln gefahren damit auch die Frauen an den kleineren Mangeln die ja jeweils allein waren sie bewältigen konnten und auf ihre vorgeschriebene Norm kamen. Diese Arbeitsplätze waren ganz schön warm. An der Seite einer Mangel war ein großes Thermometer angebracht auf das die Maschinenführerin also eine Strafgefangene, immer ein Auge darauf werfen musste, damit die Mangel nicht zu warm wurde, und die Wäsche keinen Schaden nahm. Um die Feuchtigkeit und die auftretenden Flusen auch Fusseln genannt, loszuwerden, war natürlich auch eine Absaugung notwendig, die die feuchte Luft und auch die Flusen über das Dach herauspusteten und ins Freie brachten. Hier kam es tatsächlich auch manchmal zu einem Feuer, wenn sich Flusen, bedingt durch die Wärme, im Absaugrohr selbst entzündeten. Da kam man wieder auf uns zu sprechen. Die Handwerker hätten bestimmt das Absaugrohr lange nicht gereinigt, sonst wäre es nicht durch Überhitzung und Wärmestau zur Selbstentzündung gekommen.
Dasselbe Prinzip gab es auch an den Bügelmaschinen, dort wurden das Ober – und das Unterteil mittels Dampf auf die notwendige und richtige Bügeltemperatur gebracht. Danach konnte man die Wäsche einlegen oder spannen, bevor die Bügelmaschine mittels Druck – oder Pressluft die Wäsche glättete. Die Technologie funktionierte folgendermaßen. Zuerst war das Oberteil anzuheben dann musste man die Wäsche darauf legen, und wieder das Oberteil nach unten bewegen damit die Wäsche gebügelt bzw. faltenfrei gepresst wurde. Es gab auch beheizte Puppen, die zum Bügeln von Oberhemden genutzt wurden. Man zog der Puppe ein Hemd über und durch die entsprechende Wärme und die Zufuhr von Pressluft, die zur Faltenbeseitigung notwendig war, wurde das Hemd sozusagen gebügelt. So konnte das Kleidungsstück unter Pressdruck in Form gebracht werden. Die Strafgefangenen, die mit Hitze oder Wärme zu tun hatten, erhielten eine Kittelschürze damit sie nicht mehr als notwendig ins Schwitzen kamen.
Die Handwerker und ich waren auch nur Männer. Natürlich haben wir auch schon mal inoffiziell nach den mitunter sehr hübschen einsitzenden Frauen gesehen. Das nutzten natürlich auch manche Strafgefangenen ungeniert aus, indem sie sich nach unten bückten und die Beine breit machten, so dass man zwangsläufig alles sehen musste, wenn sie keine Schlüpfer anhatten, was durchaus vorkam. Ich sage heute Schlüpfer zu diesen Dingern, es waren aber im Sprachgebrauch aber nur Liebestöter, die alle Strafgefangenen als Arbeitskleidung tragen mussten. Zur Ablenkung verwiesen uns die Ungenierten Strafgefangenen auf angebliche defekte Maschinenteile oder irgendwelche ungeklärten Geräusche im Arbeitsablauf und baten uns um Überprüfung der Apparaturen. Hier waren natürlich auch Frauen dabei, die uns provozieren wollten, oder auch Gefallen daran fanden, uns alles zu zeigen. Da merkte man eben, dass es Frauen waren, die das schon früher gern gemacht hatten, und auch weiter machen wollten. Es wäre fatal, wenn ich jetzt sagen würde, wir hätten da als Männer weggeschaut, wenn sich so etwas angeboten hatte. Man merkte es gleich, dass die Strafgefangenen ihren Spaß dabei hatten, uns Männer in Verlegenheit zu bringen bzw. die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Wenn ich heute überlege, was die inhaftierten Frauen alles unternommen hatten, um im Vordergrund zu stehen, und uns Männer mit ihren Reizen zu Fehlern zu bewegen. Wichtig war, dass wir als Männer uns gegenüber den Frauen, zumal es Strafgefangene waren, korrekt verhielten. Und das wollten wir auch. Schließlich hatten wir uns dazu auch verpflichtet. Man durfte auch im Beisein von inhaftierten Frauen nicht mit den Fingern oder Händen artikulieren bzw. erzählen, weil einen ja so viele Augen zu diesem Zeitpunkt anschauten und beobachteten. Es war auch wichtig, nicht unbedingt mit Insassinnen zu lachen, da es viele Strafgefangene gab, die nicht verstehen konnten was es bei dieser Erzählung zu lachen gab, und dann konnte es schnell zu Eifersuchtszenen kommen. Am Ende kam dann eine Strafgefangene noch auf die Idee zu behaupten: „Der Mann hat mich sexuell belästigt“, nur damit sie im Mittelpunkt stehen durfte, denn jede andere hätte sich ja auch gern mal mit einem Mann unterhalten. Es war also besser, man hatte die Hände in dem Kittel oder der Tasche, um nicht Gefahr zu laufen, dass man angeblich einer Insassin an die Brust gefasst hätte. Es gab viele Frauen darunter die richtiggehend auf Männer fixiert waren und gern mit uns die tollsten Sachen gemacht hätten. Wenn die Strafgefangenen Frauen einen also ärgern wollten konnte es schon mal zu so einem Zwischenfall kommen. Das wurde aber nur veranstaltet, weil diese Frauen den einen oder anderen Zivilisten auf dem Kiecker hatten. Man konnte sich nicht sicher sein, ob die Leute im Strafvollzug den einsitzenden Frauen mehr glaubten als uns. Es war uns klar, dass Frauen in dieser Zeit sehr mit den Hormonen zu kämpfen hatten. Hier konnte man merken, dass die Strafgefangenen im Ernstfall alle zusammenhielten. Dann waren sie sich alle einig, dass es so und nicht anders geschehen war. Es war schwer für uns alle, wenn viele Augen zusahen und dann gesagt wurde, dass sie etwas gesehen hatten, obwohl das gar nicht der Fall war.
Wir hatten so einen Fall mit einer zivilen Wäschereimitarbeiterin, die angeblich was mit einer Strafgefangenen gehabt haben sollte. Die Inhaftierte sagte später aus, dass sie Zigaretten und andere Dinge von der Zivilistin bekommen hätte, was aber gar nicht wahr gewesen ist. Die Zivilistin wurde zur Strafe sofort aus der Wäscherei mit den Strafgefangenen herausgenommen und außerhalb eingesetzt. An diesem Beispiel sieht man einmal mehr dass es für uns Zivilisten sehr schwer war, das Gegenteil zu beweisen, wenn sich die Strafgefangenen einig waren.
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