Kitabı oku: «Die Einladung: Erotische Novelle»
Lea Lind
Die Einladung: Erotische Novelle
Lust
Die Einladung: Erotische Novelle ÜbersetztKirsten Evers Original InvitationenCopyright © 2018, 2019 Lea Lind und LUST All rights reserved
ISBN: 9788726202069
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
Es ist mein erster Morgen in der neuen Wohnung. Geweckt werde ich vom Sonnenlicht, das mich durch die leichten, fast durchsichtigen Gardinen kitzelt, die noch von der Vormieterin stammen. Ich gähne und strecke mich. Ziehe die Bettdecke bis über meinen Kopf und drehe mich auf die andere Seite, um noch ein wenig weiterzuschlafen. Es ist immerhin Samstag, und ich habe das ganze Wochenende vor mir, um mich richtig einzuleben.
Ein sanftes Brummen von der anderen Seite der Wand bohrt sich in meinen Kopf und stört meinen leichten Schlaf. Ich gähne erneut. Schüttle mein krampfendes Bein ein wenig. Ich spüre die vielen Umzugskartons, die ich gestern getragen habe, im ganzen Körper. Ich winkle das Bein unter mir an, strecke die Hand zur Wade aus und versuche, die gestrige Anstrengung weg zu massieren.
Ein verlockender Kaffeeduft dringt nun durch die Wand und steigt mir in die Nase, und ich komme zu dem Schluss, dass das brummende Geräusch die Kaffeemaschine des Nachbarn sein muss. Ich bekomme selbst Lust auf eine Tasse. Ich wickle mich aus den Laken, steige aus dem Bett und nehme Kurs auf die Küche. Die ungewohnte Schranksituation lässt mich ein wenig suchen, aber nach kurzem Herumwühlen finde ich ein halbleeres Glas Nescafé, das die vorherige Mieterin ebenfalls hinterlassen haben muss. Das muss reichen, bis ich mir ein paar bessere Bohnen gekauft habe. Also befülle ich den Wasserkocher, lasse das Wasser kochen und mische das Getränk in einer Tasse, die ich glücklicherweise in einem meiner noch unausgepackten Kartons finde.
Den Kaffee nehme ich mit ins Wohnzimmer und setze mich aufs Sofa. Der Instantkaffee schmeckt säuerlich-alt. Trotzdem ist es eine der besten Tassen Kaffee, die ich jemals getrunken habe. Wobei das eher an der Umgebung als am Getränk zu liegen scheint.
Ich lasse meinen Blick durch den Raum wandern. Über Flächen und Ecken. Vertiefungen und Erhöhungen. Kleine Schrammen und Reparaturen. In dem ansonsten leeren Bücherregal steht eine kleine, angelaufene Bronzeskulptur von den drei weisen Affen. Die, die sich Augen, Ohren und Mund zuhalten. Sie scheinen mich anzulachen. Ich lache zurück. Proste ihnen mit meinem Kaffee zu, lasse meinen Körper tiefer in den Kissen versinken und spüre, wie sich die Ruhe langsam in meinem Körper ausbreitet. Die rastlose Zeit der verzweifelten Wohnungssuche ist vorbei. Vor Begeisterung beiße ich in eines der Sofakissen. Kann mein Glück gar nicht begreifen. Monatelang hatte meine Suche gedauert, und es war die Hölle gewesen - kaum Möglichkeiten hatte es gegeben, und die wenigen, die sich mir geboten hatten, waren unbezahlbar gewesen. Aber dann war mir dieser kleine Glücksfall in den Schoß geplumpst. Eine Kollegin meiner Tante, die seit einigen Jahren von ihrer Firma aus in Dubai gearbeitet hatte und davon ausgegangen war, bald wieder in die Wohnung zurückzukehren, hatte nun spontan ihren Vertrag in Dubai verlängert und brauchte deshalb einen neuen Mieter. Ihre Mieterin hatte nämlich bereits ein Auslandssemester geplant.
Obwohl sie zusammen arbeiteten, kannte meine Tante die Frau nicht so wirklich. Meine Tante wurde erst in der Firma angestellt, nachdem die Kollegin bereits nach Dubai gezogen war, und ihr Kontakt beschränkte sich größtenteils auf E-Mail-Korrespondenzen.
"Sie wirkt sehr seriös in Bezug auf die Wohnung, und das Wichtigste ist ja sowieso, dass sie eine faire Miete verlangt und sich nicht in deine Angelegenheiten mischt. Sie muss nur die laufenden Kosten reinkriegen, während sie weg ist, und braucht einen verlässlichen Mieter. Darum hat sie eine Rundmail an alle Kollegen geschickt und gefragt, ob wir jemanden kennen, der die Wohnung übernehmen könnte. Sie hat keine Lust auf Anzeigen, weil sie dann ja jeden potenziellen Mieter einem ordentlichen Hintergrund-Check unterziehen müsste, sagt sie. Obwohl die Wohnung bestimmt beliebt wäre. Aber sie hat den Eindruck vermittelt, dass sie selbst sehr gern dort lebt und die nachbarschaftliche Stimmung im Haus soll wohl auch etwas ganz Besonderes sein, und da will sie wohl nicht wahllos jeden dort wohnen lassen", hatte meine Tante gesagt.
Ich hatte ihr mit großer Begeisterung gedankt. Gequietscht hatte ich, wie ein Teenager auf einem Justin-Bieber-Konzert.
"Ist ja gut", hatte sie gelacht, "das Wichtigste ist, dass du dich ordentlich benimmst, damit ich dich am Ende nicht zu Unrecht vor ihr in den höchsten Tönen gelobt habe!"
Ich nehme noch einen Schluck von meinem Rentner-Kaffee. Er schmeckt noch immer himmlisch. Vielleicht, weil er alt genug ist, um eigentlich schon längst in den Himmel zu gehören. Ich kichere albern über meinen Gedankenwitz.
Ich stehe auf und gehe durch die Wohnung. Spüre den Holzfußboden unter meinen nackten Zehen. Meine Tante hat schon recht, denke ich. Die Wohnung wäre mir sofort weggeschnappt worden, hätte ihre Kollegin sie auf dem Wohnungsmarkt angepriesen. Da hätte ich keine Chance gehabt. Aber ich hatte Glück. Ich lege eine dankbare Hand auf die Brust und sende anerkennende Gedanken ins Universum. Wem auch immer sie gebühren mögen.
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.