Kitabı oku: «Höllenpfoten»
Inhaltsverzeichnis
1. Kapitel
2. Kapitel
Über die Autorin
Über die Buchreihe
Höllenpfoten
Lisa Dröttboom
Buch 27 der Katzenreihe

Für meine einzig wahre Katze!
© Lisa Dröttboom 2020
Machandel Verlag Haselünne
Charlotte Erpenbeck
Cover kasyanovart/shutterstock.com
1. Auflage 2020
ISBN 978-3-95959-270-3
1. Kapitel
„Ihh! Was ist das?“
Fussel duckte sich ängstlich, versuchte mit der Fensterbank zu verschmelzen. Doch die alte Dame ließ sich nicht täuschen und stimmte ein empörtes Gezeter an. Mit dem Finger zeigte sie auf die Stelle, an der Fussel lag.
Ihr Mann erhob sich mit einem Seufzen, ergriff die Sprühflasche und schlurfte zum Fenster. „Kusch!“ Er spritzte Wasser in Fussels Richtung. „Verschwinde endlich!“
Fussel machte erschrocken einen Satz rückwärts und vergaß dabei, dass sie auf der Fensterbank saß. Sie fiel herunter, überschlug sich und landete mit der Nase voran im Schmutz.
Ein zweiter Sprühnebel rieselte auf sie herab. Fussels Fell stellte sich vor Abscheu auf. Sie kämpfte sich hoch und rannte davon, so schnell ihre Beine sie trugen. In einer schmalen Seitengasse, bei einem heruntergekommenen Müllcontainer, blieb sie stehen und schöpfte Atem.
„Na, sieh mal einer an, was da aus dem Müll gekrochen kommt“, sagte eine arrogante Stimme hinter ihr. „Wenn das nicht Fussel ist!“
Fussel schrumpfte auf die Größe einer Kralle zusammen. Ausgerechnet die Glitzerkatzen mussten sie hier finden. Felipper und ihre Freundin hatten beide strahlend weißes, plüschiges Fell, ein glitzerndes Halsband und einen Besitzer, der sie vergötterte. Gerade um das Letzte beneidete Fussel sie. Und den Glitzerkatzen war das bewusst. Wann immer sie einander über den Weg liefen, ließen die beiden Fussel spüren, wie viel besser sie waren.
„Was guckst du denn so?“, fragte Felipper mit erhobenem Kopf. „Ach richtig, du kannst ja nicht anders.“
Ihre Freundin lachte. „Hast du wieder Fremde beobachtet?“
Ertappt senkte Fussel den Blick. Sie hatte doch nur einen Blick in das Haus werfen wollen. Sich ausgemalt, wie es wäre, bei dieser Familie zu wohnen und gestreichelt zu werden. Warum musste die olle Frau sie auch entdecken, als sie gerade so schön geträumt hatte?
„Hoffst du immer noch darauf, dass jemand dich haben will?“, fragte Felipper und umrundete sie. Hochnäsig ließ sie ihren Blick über Fussels Körper schweifen. „So, wie du aussiehst, wird das nicht passieren.“ Sie zupfte an Fussels Schwanz. „Was soll das hier sein? Ein fünftes Bein? Lang genug für einen Schwanz ist es jedenfalls nicht.“
Fussel zog ihren Schwanz ein, legte die Ohren an, machte sich noch kleiner und wich zurück. Sie wusste, dass ihr Schwanz etwas kurz war. Deshalb konnte sie auch nicht so gut balancieren oder klettern wie die anderen Katzen und verlor immer wieder das Gleichgewicht.
Die andere Glitzerkatze bemerkte ihr Unbehagen. „Na guck mal, jetzt haben wir diesen kleinen Flohbeutel völlig verschreckt. Ist wohl zu zart besaitet, was?“
„Wir sagen nur die Wahrheit“, schnurrte Felipper und stieß gegen Fussels Bein. „Sieh dich an. Du bist krumm und … fusselig. Soll das Fell sein?“ Sie rümpfte die Nase. „Da ist jede Kiwi hübscher.“
Fussel nieste und flüchtete unter den Müllcontainer, um den bohrenden Blicken zu entkommen. Sie wich in die hinterste Ecke zurück. Zwischen einer zerdrückten Dose und einem halb gegessenen Burger rollte sie sich zu einer Kugel zusammen. Sie legte den Kopf auf die Pfoten, während sie am ganzen Körper zitterte.
„Jetzt hockst du da, wo du hingehörst“, sagte Felipper hämisch.
„Ja, jetzt müssen wir dich wenigstens nicht mehr sehen!“ Die weißen Grazien stolzierten vor dem Container hin und her und lachten sich kringelig. Leise knurrend hielt Fussel sich die Ohren zu, doch das Lachen der beiden Glitzerkatzen verfolgte sie.
Erst das aufgeregte Bellen einer Meute Hunde vertrieb die Lästertanten. Fauchend flohen sie aus der Gasse. Fussel spannte sich ängstlich an, als das Kläffen näher kam. Und stutzte.
Ein Tennisball rollte durch die Gasse, zu ihr unter den Container. Vier Pfoten jagten ihm hinterher, blieben winselnd stehen. Fussel standen die Haare zu Berge. Ängstlich beobachtete sie, wie eine schwarze Pfote nach dem Ball tastete.
Ein leises Fauchen entwich ihr, während sie sich eng an die Wand presste. Der Hund verstummte abrupt. „Hallo?“, fragte er. Etwas schepperte gegen den Container, gefolgt von einem „Autsch!“. Dann tauchte ein Kopf in seltsamem Winkel neben den Pfoten auf. Seine Augen durchsuchten den Müll und fanden Fussel, die den Labrador wie einen Dämon anstarrte. „Oh, hallo“, rief er, begleitet von einem aufgeregten Kläffen. „Kannst du mir eventuell meinen Ball …?“
Fussel zitterte schon wieder am ganzen Körper. Der Labrador wirkte eigentlich nett, doch sie hatte bislang keine guten Erfahrungen mit Hunden gemacht. Die meisten jagten sie auf den nächsten Baum und lachten sie dann aus, weil sie so schlecht kletterte.
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