Kitabı oku: «Leidenschaft im Spiegel: Erotische Novelle»
Malin Edholm
Leidenschaft im Spiegel: Erotische Novelle
Lust
Leidenschaft im Spiegel: Erotische Novelle ÜbersetztMareike ZoegeOriginal Passion i spegelglasetCopyright © 2018, 2019 Malin Edholm und LUSTAll rights reservedISBN: 9788726111330
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
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Mist, Mist, Mist, Mist. Ich bin mal wieder zu spät dran. Warum passiert mir das immer? Jetzt renne ich hier die Straße runter. Die große Reisetasche auf dem Rücken zieht mich nach hinten und zwei Stoffbeutel flattern mir links und rechts an den Armen. Das Haar klebt mir im Gesicht und die Leute starren mich an, während ich in peinlich langsamem Tempo an ihnen vorbeihaste. Es ist Herbst und das Wetter ist völlig unvorhersehbar, aber jetzt gerade hätte ich auch nackt hier lang rennen können und wäre trotzdem in Schweiß gebadet. Immerhin duftet mein Schweiß süßlich, mein Duschgel und mein Parfüm dampfen von meinem Körper, als wäre ich ein Ei in der Bratpfanne. Aber statt einem würzigen, nicht unbedingt so angenehmen Bratendunst sondere ich Kokosduft aus, als wäre ich direkt aus einer Kokosnuss geboren. Alle sagen mir ständig, ich würde überdosieren, aber es riecht einfach so schön lieblich.
Verschwitzt und außer Atem springe ich im letzten Augenblick in den Zug, bevor er aus dem Gleis herausrollt. Ich verfluche mich dafür, immer so schwere Taschen zu packen und nie das Richtige anzuziehen, egal bei welchem Wetter. Als ich meine Sachen auf die Gepäckablage gehievt und mich aus dem dicken Pullover befreit habe, bemerke ich, dass jemand auf dem Platz neben meinem sitzt. Und dass ich mich gerade quasi über ihn gestreckt habe, um mein Gepäck hoch zu bekommen, und dann beim Pullover ausziehen vermutlich auch noch meinen Bauch entblößt habe. Sein Gesicht muss sich genau vor meinem Bauchnabel befunden haben, als ich mir den Pulli über den Kopf gezogen habe. Oder vielleicht in Höhe meiner Brüste. Kann dieser Tag noch peinlicher werden?
Mit roten Flecken im Gesicht und verklebtem Haar teile ich ihm mit, dass ich den Platz neben ihm habe. Er sieht zu mir auf und unsere Blicke treffen sich. Der Blick fühlt sich sehr intensiv an und es kribbelt in meinem Körper. Ein Blick, in dem man sich verlieren kann. Oh, was für ein Klischee!
Nachdem er aufgestanden ist und mich zum Fensterplatz durchgelassen hat, fühle ich mich zwischen dem Fenster und seinem Körper ein wenig eingeklemmt. Sein Arm liegt auf der gemeinsamen Armlehne, die unsere Sitze voneinander abgrenzt. Ich versuche, ihn nicht anzustarren, seine sehnigen Arme mit den ausgeprägten Venen und seinen großgewachsenen, schlaksigen Körper, der in den etwas engen Sitz gequetscht ist. Sein Körper strahlt Wärme aus und die Nähe zu meinem Körper wird deutlich spürbar. Ich kann sehen, wie der Abstand zwischen uns schimmert. Es ist, als zuckten elektrische Schläge zwischen uns. Er duftet wie frisch geduscht und nach einem Hauch von Vanille. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen.
Er merkt, dass ich ihn anstarre, und ich drehe schnell meinen Kopf weg. Aber sein Profil ist wie auf meine geschlossenen Augenlider gebrannt. Sein dunkles Haar sieht lang aus, aber reicht nicht ganz bis auf die Schultern herunter, eine undefinierbare Länge Locken. Seine große, markante Nase erinnert an das Porträt eines Offiziers, Adelsmanns oder dergleichen. Was weiß ich? Aber es ist eine schöne Nase. Eine maskuline Nase an einem ansonsten recht femininen Körper. Seine Bartstoppeln machen ihn in meinen Augen nicht im Geringsten maskuliner. Der kurze Bart sieht gut gepflegt und ästhetisch aus und rahmt gemeinsam mit den dunklen Augenbrauen das Gesicht ein. Ich sehe seine schmalen Handgelenke mit ein paar Flecken Malerfarbe und einem Dutzend Festivalbänder. Die langen Beine stecken in einer dunklen Jeans und das schwarze T-Shirt, das seinen breiten Brustkorb bedeckt, will ich ihm am liebsten herunterreißen. Ich sehe ihn ohne T-Shirt vor mir und stelle mir vor, dass er leicht behaart ist, aber ansonsten vollkommen glatt und weich. Nicht rasiert, sondern einfach natürlich kahl. Er sitzt etwas zusammengekrümmt da, wie so viele große Menschen es tun. Er ist das Sinnbild von schlaksig. Obwohl er dünn ist, hat er Muskeln, kleine und sehnige Muskeln. Hat er vielleicht den Körper eines Schwimmers oder Läufers? Oder ist er einfach ein Musiker mit diesem Körper? Sein Bein wippt auf und ab, als ob er mit dem Fuß den Takt hält. Er sitzt da neben mir und liest in einem Buch. Ist er intelligent? Ich stehe wirklich auf Intelligenz. Hätten wir viel gemeinsam? Mein Blick ist zurückgewandert und ich starre ihn wieder an.
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