Kitabı oku: «Begierde 3 - Coming-out: Erotische Novelle»
Malva B
Begierde 3 - Coming-out: Erotische Novelle
Übersetzt
Gertrud Schwarz
Lust
Begierde 3 - Coming-out: Erotische Novelle ÜbersetztGertrud Schwarz
Original
Begär 3: Komma utCoverbild / Illustration: Shuttertostock Copyright © 2013, 2020 Malva B. und LUST All rights reserved ISBN: 9788726454680
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 2.0
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„Wäre es nicht langsam Zeit fürs Coming-out?“ Ich schrie nicht, sprach aber laut genug, dass es mehrere von Andreas Arbeitskollegen im ICA-Supermarkt hören konnten. Jetzt warteten sie neugierig auf die Auflösung des Dramas.
Es war lang genug über uns getuschelt worden. Andrea und Frida, das Lesbenpaar vom Dorf. Würden sie endlich die Wahrheit erfahren? Der Lagerarbeiter streckte seinen Kopf unter dem Milchkühlschrank hervor. Der Obsttyp spähte hinter dem Kartoffelkarton hervor. Die alte Frau Jansson ließ sich zweihundert Gramm Leberpastete über die Fleischtheke reichen und blieb mit dem angehobenen Paket stehen.
„Was ist daran so wichtig, dass alle es wissen sollen?“, flüsterte Andrea. „Reicht es nicht, dass ich dich liebe?“
Wie immer. Es war nicht das erste Mal, dass ich der Welt unsere Liebe zeigen wollte. Skåne und Anderslöv. Ich wollte nicht mehr Andreas beste Freundin sein. Ich wollte ein Geständnis. Sie war doch mein Ein und Alles! Aber Andrea ließ mich mitten im Laden stehen. Allein. Erniedrigt. Zugrunde gerichtet. Sie ging ruhig zur Kasse, um eine Kollegin abzulösen. Als ob es mich nicht gab.
„Jetzt weiß ich, wie sich alle fühlen“, sagte Andrea, als wir uns das erste Mal küssten.
Sie zögerte drei Sekunden zu lange. Der weiße Volvo des Nachbarn hielt auf der anderen Straßenseite, als unsere Lippen gerade kurz davor waren, sich zu treffen. Vier aufgedrehte Spätteenager quollen heraus, grüßten grölend und winkten, waren aber zu betrunken, um sich am nächsten Tag an mich zu erinnern, als ich aus Andreas Haus stolperte.
Wir tanzten die ganze Nacht. Gegen Morgen zog Andrea sich ihr Baumwollhemdchen aus. Ich streichelte ihren nackten, schmalen Rücken. Spürte jede Rippe unter meinen Fingerspitzen. Andrea kitzelte mit ihren langen Nägeln meinen Unterarm. Ein abgebrochener Nagel hinterließ einen weißen Streifen auf meiner rötlichen Haut. Ich legte mich auf den Bauch und Andrea setzte sich auf meinen Po. Sie strich an meinen verspannten Halsmuskeln entlang. Massierte all die Sorgen fort, die sich an meinem linken Schulterblatt festgesetzt hatten. Suchte an meiner Wirbelsäule nach Verhärtungen. Ich spürte ihre warme Muschi durch den dünnen Rock. Andreas spitze Brüste, die sich gegen meinen nackten Rücken drückten, als sie sich hinlegte und mich umarmte. Ich verschwand in ihrer Umarmung. Wir lagen still da. Die Zeit setzte aus. Mit aufgewühlten Körpern. Eine Ewigkeit her.
Seit Andrea und ich den Film Gorillas im Nebel mit Sigourney Weaver gesehen hatten, träumten wir davon, die Berggorillas an der Grenze zwischen Ruanda und Uganda zu beobachten. Monatelang planten wir die Reise. Sparten und geizten. Bis zum allerletzten Moment hoffte ich, dass Andrea mich am Flughafen treffen würde. Dass sie mich mit offenen Armen empfangen und mir darlegen würde, dass alles nur ein Missverständnis war. Erst, als das Flugzeug abhebt, gebe ich die Hoffnung auf. Andrea kommt nicht. Sie hat ihre Reise tatsächlich storniert. Hat mich für immer verlassen.
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