Kitabı oku: «Chinchillas»

Yazı tipi:

Chinchillas

Chinchilla lanigera

Manuela Laabs


Bildnachweis:

Titelbild: Foto: K. Aretz

Bild S. 1: Foto: S. Grelck

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eISBN: 978-3-86659-428-9

Auflage 2020

© 2010 Natur und Tier - Verlag GmbH

An der Kleimannbrücke 39/41

48157 Münster

www.ms-verlag.de

Geschäftsführung: Matthias Schmidt

Lektorat: Kathrin Aretz & Kriton Kunz

Layout: Ludger Hogeback - hohe birken

Inhalt

Vorwort

Einige Anmerkungen zur Biologie

Verwandtschaft

Verbreitung und Lebensweise

Erwerb

Vor der Anschaffung

Woher bekomme ich meine Chinchillas?

Transport und Eingewöhnung

Die Haltung

Käfig

Einstreu

Einrichtung

Vergesellschaftung

Pflegearbeiten

Ernährung und Wasser

Heu und Kräuter

Futterpellets

Frischfutter

Leckereien

Wasser

Vitamin- und Mineralstoffversorgung

Achtung: schädlich!

Gesunderhaltung

Woran erkenne ich kranke Chinchillas?

Chinchillas im Alter

Laut- und Körpersprache

Zähmung

Beschäftigung

Freilauf

Nachwuchs

Zuchtvoraussetzungen

Aufzucht und Entwicklung der Jungtiere

Weitere Informationen

Verwendete und weiterführende Literatur

Internet

Weitere Titel dieser Reihe

Vorwort

Chinchillas sind „in“ – und wer die liebenswerten, knopfäugigen „Fellbälle“ einmal hautnah erlebt hat, weiß auch, warum. Leider birgt der Trend zum Chinchilla zahlreiche Gefahren, vor allem für die Tiere selbst. Unzureichende Literatur für den Heimtierhalter und oftmals mangelhafte Beratung durch die Anbieter der Nager begünstigen Fehlhaltung und -ernährung. Daraus wiederum resultieren Erkrankungen, die vermeidbar wären und Tier wie Halter – so sie nicht gar zum Tod des Pfleglings führen – einiges an Kraft, Zeit und Geld abverlangen. Seit einigen Jahren helfe ich ratlosen Haltern bei der Versorgung schwer erkrankter Tiere, und vielfach sind eben diese Erkrankungen durch fehlende Sachkenntnis entstanden. Dabei lässt sich mit einigen konsequent befolgten Grundregeln ein langes und gesundes Chinchillaleben sichern. Dieses Buch soll dazu dienen, den Leserinnen und Lesern besagte Grundlagen übersichtlich und nachvollziehbar an die Hand zu geben und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass diese wundervollen Geschöpfe artgerecht gehalten werden können.

Manuela Laabs, Itzehoe, im Frühjahr 2010


Chinchillas sind possierliche und liebenswerte Heimtiere.

Foto: K. Götz

Einige Anmerkungen zur Biologie

Chinchillas werden in Deutschland seit etwa 30 Jahren als Haustiere gehalten. Sie entstammen den Gebirgsregionen Südamerikas und sind mit unseren Meerschweinchen verwandt. Zur Herkunft des Namens gibt es verschiedene Deutungen (K. KUNZ, schrift. Mittlg.): Er könnte von einer vor den Inkas existierenden Andenkultur herrühren, die auf die Ethnie der Chinchas zurückgeht, und würde dann einfach „Kleiner Chincha“ bedeuten, oder auf „chinche“, „übel riechendes Tier“ – in Anlehnung an den Duft, den erschreckte Wild-Chinchillas verströmen. Eine weitere Theorie spielt auf die spanische Stadt „Djindjala“ an, die für ihre Wollerzeugnisse berühmt war. Wieder andere Deutungen bringen die Quechua-Sprache ins Spiel, in der „chin“ „leise“ bedeutet, „shinchi“ sich auf „Stärke“ und „Mut“ bezieht. Zusammen mit der Verkleinerungsform „lla“ wäre ein Chinchilla dann ein „kleines, leises, starkes und mutiges Tier“. Und schließlich bedeutet „chilla“ in der Mapuche-Sprache „Füchslein“ – auch davon könnte sich der Name herleiten.


Auch wenn äußerlich keine Ähnlichkeit besteht: Chinchillas sind mit Meerschweinchen verwandt.

Foto: S. Grelck

Verwandtschaft

Verwandt sind die possierlichen Nager mit den Meerschweinchen, auch wenn äußerlich keine Ähnlichkeit besteht. Die oft verwendete Bezeichnung „Hasenmaus“ mag das Äußere einigermaßen zutreffend beschreiben, biologisch jedoch gehören Hasen und Kaninchen zur Ordnung der Hasenartigen, während Chinchillas zu den Nagetieren zählen.

Die ursprüngliche Fellfarbe der Chinchillas ist grau meliert und dient dadurch bestens der Tarnung im natürlichen Lebensraum. Durch Zucht sind außerdem zahlreiche Mutationsfarben entstanden, sodass heute auch schwarze, braune, weiße, beige, violettfarbene, grau-bläuliche und gescheckte Tiere erhältlich sind.


Chinchillas zählen zu den Nagetieren.

Foto: S. Grelck

Systematik


Überklasse: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Meerschweinchenartige (Caviomorpha)
Familie: Chinchillas (Chinchillidae)
Gattung: Chinchillas (Chinchilla)
Art: Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera)

Anatomische und physiologische Daten


Körpergröße: 20–26 cm Rumpflänge plus 10–20 cm Schwanzlänge
Körpergewicht: 400–700 g bei ausgewachsenen Tieren (Zuchttiere mehr)
Körpertemperatur: 37,7–39,5 °C
Atemfrequenz: 40–80–120 pro Minute
Pulsfrequenz: 40–100–240 pro Minute
Lebensalter: 18–22 Jahre
Dauer bis zur Geschlechtsreife: 20–24 Wochen beim Weibchen, 20–26 Wochen beim Böckchen
Zuchtreife: 9–12 Monate beim Weibchen, 9–10 Monate beim Böckchen
Tragzeit: 111 Tage
Wurfgröße: 1–4 Jungtiere (durchschnittlich 2–3)
Wurfanzahl: 2–3 Würfe pro Jahr
Geburtsgewicht: 30–60 g
Augen geöffnet: zur Geburt
Säugezeit: 4–8 Wochen
Absetzalter: ca. 12. Lebenswoche, Mindestgewicht 250–300 g


Chinchillas sind nachtaktiv und ziehen sich tagsüber in Höhlen zurück.

Foto: S. Grelck

Verbreitung und Lebensweise

Als Gebirgsbewohner Südamerikas ist das Langschwanz-Chinchilla für Chile endemisch, kommt also nur dort vor. Anatomisch und physiologisch sind die Tiere bestens an das Leben in bis zu 4.000 m Höhe angepasst: Ihr dichtes Fell schützt sie vor Kälte, die kräftigen Hinterbeine ermöglichen das Springen zwischen Felsvorsprüngen, die großen Ohren nehmen feine Geräusche wahr, sodass die Nager rechtzeitig vor Feinden fliehen können, die kräftigen Zähne zerkleinern mühelos faserreiche Nahrung, und das Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, aus dieser nährstoffarmen Nahrung die nötige Energie zu gewinnen.

Chinchillas leben als nachtaktive Tiere in gebirgigen Höhen. Tagsüberziehen sie sich in Felsspalten und Höhlen zurück, die ihnen neben Ruhe auch Schutz vor Feinden bieten. Als soziale Tiere leben sie in Gruppenverbänden zusammen, deren Größe zahlenmäßig stark variieren kann. Die wilden Bestände wurden aufgrund der Beliebtheit des Felles bis Anfang des 20. Jahrhunderts stark dezimiert. Die Wiederansiedlung der Tiere in ihrem Heimatgebiet erweist sich heute als schwierig.

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