Kitabı oku: «Duisburger Stille - Kurzkrimi»

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Mischa Bach

Duisburger Stille – Kurzkrimi

Saga

Duisburger Stille – KurzkrimiCopyright © 2004, 2019 Mischa Bach und SAGA EgmontAll rights reservedISBN: 9788726086737

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

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Wie erstarrt stand Lisa inmitten der verfallenen Villen, die man in einer anderen Zeit, die sich jetzt fast märchenhaft ausnahm, für die Kruppdirektoren erbaut hatte. Relikte, die es zu erhalten galt und die sich doch, so schien es, niemand leisten konnte. Morgensonne fiel durch das Blätterdach, eine friedliche Idylle trotz des Lkw-Verkehrs, der hinter ihr zum Logport rauschte.

Lisa holte versuchsweise tief Luft und sog nur eine neue Welle lähmender Panik in ihren Körper. Sie wusste, dass sie etwas tun musste. Ewig konnte sie hier nicht stehen bleiben, nicht mit dem blutigen Bündel zu ihren Füßenv Wenn sie nur schreien könnte ..., wenn sie nur Hilfe holen könnte.

Plötzlich sprang sie der Hund an, stieß mit seiner Schnauze gegen das Handy in ihrer Tasche. Während sich das Tier neugierig dem Toten am Boden vor ihr zuwandte, zog sie mit zitternden Fingern das kleine Gerät hervor und tippte unbeholfen eine Nachricht an ihren Bruder.

»Rudi, aus!«, rief es neben ihr, als sie auf Senden drückte, dann brach die Stimme des Rentners. »O mein Gott«, stammelte er nur noch.

»O mein Gott«, entfuhr es auch Tom, als er Lisas SMS las.

Abrupt sprang er auf, wobei er beinahe den Kaffee über die Tastatur des Rechners geschüttet hätte. Eben noch war sein größtes Problem die Frage gewesen, wie die Überführung von Zelle 10 zum Haftrichter vonstatten gehen sollte, wenn sich die Kollegen für die Vernehmung von Zelle 8 weiter verspäteten, jetzt war das alles belanglos. POK Müller, der gerade von der Zellenkontrolle zurückkehrte, sah Tom fragend an.

»Ich muss los«, sagte er nur und hielt Müller sein Handy mit Lisas Nachricht hin, während er seine Uniformjacke anzog und nach den Wagenschlüsseln griff. »Bitte.« Und weg war er.

Ob trügerisch oder nicht, von einer Idylle zwischen Villen und Bäumen konnte keine Rede mehr sein, als Tom auf dem alten Kruppgelände in Rheinhausen eintraf – und das hatte nichts mit der Arbeit der Logport zu tun, die für die Umwandlung des Geländes in ein Logistikzentrum verantwortlich zeichnete. Direkt hinter der Absperrung nahm eine Kollegin, mit der Tom früher Streife gefahren war, die Aussage des Rentners auf, der Lisa samt Leiche entdeckt und die Polizei gerufen hatte. Der alte Kruppianer war so blass wie sein Riesenschnauzer schwarz. Er lehnte an einem Polizeiwagen, daneben standen fein säuberlich aufgereiht Notarztund Leichenwagen sowie zwei Zivilfahrzeuge der Kripo bzw. der Spurensicherung. Die Leiche wurde begutachtet, der Tatort gesichert, Spuren akribisch eingesammelt, gewiss waren bereits Kollegen unterwegs, um bei Logport und den umliegenden Firmen Befragungen durchzuführen. Arbeiten, die er hätte verrichten sollen, dachte Tom grimmig. Mitten in dem Trubel, auf einer halb überwucherten kleinen Mauer, die die Gärten zweier verfallener Villen trennte, saß Lisa, seine Schwester, der Grund, warum er hier professionell nichts zu suchen hatte, denn er versah nun die Tages Schicht im Polizeigewahrsam. Vor ihr stand Hermann, ausgerechnet der!

»Tom, was machst du denn hier?« Hermann hatte ihn entdeckt und unterbrach seinen zum Scheitern verurteilten Versuch, Lisa zu befragen.

Tom fühlte sich plötzlich unendlich müde und deutete auf sie. »Darf ich vorstellen: meine Schwester Lisa.«

Hermann blickte von Lisa zu Tom und begriff: »Die Stumme?«

Lisa registrierte die abfällige Bemerkung kaum. Eben noch hatte sie versucht, den Gesichtsausdruck ihres großem Bruders zu deuten, jetzt verschwamm die Welt um sie herum. Wieder so ein verdammter Nervenzusammenbruch, dachte sie, bevor die Notärztin sie erreichte und der Film im Kopf riss.

Es blieb ihnen nichts übrig, als abzuwarten. Tom stand unschlüssig in Hermanns Büro im Präsidium, wollte helfen und konnte nicht.

»Sie hat das alles sehr mitgenommen«, sagte er schließlich, als der Mordermittler den Hörer auflegte. Tom hätte sich ohrfeigen können, wieder verteidigte er Lisa, wo es nichts zu verteidigen gab. Sie konnte doch nichts dafür, jedenfalls nicht am Anfang. Wenn überhaupt, traf ihn die Schuld. Als ›es‹ vor gut vier Jahren passierte, hatte er mit seiner zehn Jahre jüngeren Schwester, seinem Vater und seiner Stiefmutter auf die Beecker Kirmes gehen wollen. Das hatte Tradition, das dritte Wochenende im August gehörte der Familie und der Kirmes. Nur, die Stiefmutter lag im Krankenhaus und seine damalige Freundin konnte Kirmes nicht ausstehen. Sie hatte, ohne ihn zu fragen, Karten für Elisabeth in Essen besorgt. Nicht dass er auf Musicals stand, aber da der Haussegen zwischen ihm und ihr schon eine Weile schief hing, hatte er sich gefügt. Vater und Tochter brachen allein zur Kirmes auf. Ohne ihn machte es wohl nicht so viel Spaß; sie gingen viel früher als üblich nach Hause. Nur deshalb liefen sie den beiden Einbrechern, die das Kirmeswochenende für ihre Zwecke nutzen wollten, in die Arme.

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Yaş sınırı:
0+
Hacim:
17 s. 1 illüstrasyon
ISBN:
9788726086737
Yayıncı:
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Bookwire
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