Kitabı oku: «Versöhnung, Gesänge und Psalmen»
Oskar Schürer
Versöhnung, Gesänge und Psalmen

Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2020
EAN 4064066112790
Inhaltsverzeichnis
I.
II.
III.
IV.
Flucht und Zuflucht
I.
II.
III.
IV.
Nacht
Frühling Eine Trilogie
I. Elegie
II. Bacchanale
III. Ode
Orphischer Psalm
Gotischer Psalm
I.
Inhaltsverzeichnis
Frühe spaltet die Mauer, die Mauer Nacht.
Flammender Riß in der Ewigkeit: Tag erwacht.
Nachttiefen schleudern schon schwanke blaugoldne Gefilde
an meine rasenden Fenster. Dämongebilde.
Höhlen und Hallen aufdämmern, draus donnert ein Urgesang.
Schaukelnde Wände noch stauen den schütternden Morgendrang.
Ewigkeit schäumt über Deine Erden und Welten,
Schöpfer Du, trunkene Deines erhabenen Gesichts,
nun die geschäftigen Menschen in Hütten und Zelten
verkrochen noch harren des deutenden flachenden Lichts.
Teile mit mir, Deinem Einsamen, göttliche Stunde!
Jauchzenden Urbeginn pflück ich aus Deinem Munde.
Einziger Quell ich im Weiten! Jetzt finde ich rauschenden Chor
in Deiner stummen Geschöpfe ewigem Hymnen.
Erdschollen schwer aus der Finsternis rollen hervor,
Wälder schon gischtend im Morgenschaum jubelnd erglimmen.
Türme, ein königlich Bruderpaar, stürmen herein,
Edelwild, kühn aus den Träumen von schlafenden Städten.
Flammenden Himmel sie tragen auf goldnen Geweihn
zum Strome und huldigend beugen sich Hügelketten.
Rasender Schnellzug! Mein zischender Pfeil durch die Nacht,
splitterst du? Schmilzst an des Morgens glühenden Rändern?
Schreit ein Getöse auf. Plötzlich ein Ungetüm lacht,
reißt alle Sichten zu tanzenden jagenden Bändern.
Hetzt alle Bilder gegen mich an, fordert Gestalt.
Werdenden Tages Begehren aus blauer Frühe!
Alles Lebendige hat sich in mich verkrallt,
fordert Leben und Sinn. O marternde Mühe!
Taumel der Schöpfung in mir! Fieber des Werdens!
Schädel ist nicht mehr Schädel! durchrissene Schau.
Lauschend zerstiebt mein Gehirn, zertümmelt von wütenden Herden,
brandende Morgennot taumelt um neues Vertraun.
Schlürfe ich — werd ich geschlürft von rasenden Schwingen?
Stürzendes Einfallstor unausgedachtem Verlauf!
Ungeheueres, werdender Tag, wirst Du bringen!
Läutet, ihr Berge, aufdampfende Meere! Menschen, wacht auf!
II.
Inhaltsverzeichnis
Hoher Tag schwingt in Kristallen auf mich zu.
Reife Stunde ruft: o du! o du!
An mir vorüber wild jagen
Bilder aus vorigen Tagen.
Gebirge vor mir her
Mein Wünschen rast.
Doch über allem donnerschwer
wuchtet Gesang dieses Tags:
Mensch, o daß du dem Rhythmus der Welten genast,
ertrag’s! Ertrag’s!
Stunde ist geladen mit brechender Magie:
Rühr mich nicht an!
Aufspritzender See seine Wogen spie,
Sphären saugen wie Vampyrn sich an.
Schicksale schreien wild sich entgegen,
Fernen sich aufgetan regen
von unerhörten Tumulten des werbenden Tags.
Geheimnis aller Symbole stob hin
entsetzt solchen Taumeln. Gedanke, Gedanke muß fliehn.
Ertrag’s! Ertrag’s!
Jetzt press’ ich nackte Welt an nackte Brust.
O rasender Pulse Ineinanderhämmern.
Wirf einen Haß, eine Liebe, Raserei in diese Brust,
mich in die Endlichkeiten einzudämmern!
Wie trag ich solches? Furchtbar schwillt mein Tanz,
Kampf mit Unendlichem, den ich wage!
Götter, herunter zerr ich euern Kranz.
Ich Träger des Lebens!
des Heute und seiner ewigen Lust!
Mein ist der Tag!
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