Kitabı oku: «My Little Pony - Equestria Girls - Die Geschichte von Everfree»
Hasbro
My Little Pony - Equestria Girls - Die Geschichte von Everfree
Sarah Stonso
Saga
My Little Pony - Equestria Girls - Die Geschichte von Everfree übersetzt aus dem Englischen von Sarah Stonso
nach
My Little Pony - Equestria Girls - Legend of Everfree

HASBRO und das Logo MY LITTLE PONY, EQUESTRIA GIRLS sowie alle dazugehörenden Charaktere sind Markenzeichen von Hasbro und werden mit Zustimmung verwendet. © 2019 Hasbro. Alle Rechte vorbehalten.
ISBN: 9788726220636
1. E-Book-Ausgabe, 2019
Format: EPUB 3.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von SAGA Egmont gestattet.
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Für alle Musikschüler von Miss Nunnery. Singt weiter über Freundschaft!
Kapitel 1 – Ein Mitternachtsalbtraum
Twilight Sparkle wälzte sich unruhig im Bett herum und murmelte im Schlaf vor sich hin. „Nein, das kann nicht sein. Das ist nicht wahr.“
Die Sonne erhellte ihr Zimmer, aber sie schlief noch immer tief und fest. Sie hatte einen furchtbaren Albtraum, aus dem sie nicht aufwachen konnte. Sie hörte nicht, dass ihre Freunde vor der Tür standen.
„Twilight“, flüsterte Fluttershy mit sanfter Stimme. „Schläfst du noch?“
„Wenn sie noch schläft, wird sie davon ganz sicher nicht wach!“ Rainbow Dash trommelte gegen die Tür. „Twilight“, rief sie. „Der Bus zum Camp Everfree fährt in zehn Minuten ab!“
Twilight schlug ihre braun-violetten Augen auf. „Oh nein.“ Sie schnappte nach Luft. Sie hatte noch nicht mal gepackt. Was für ein Albtraum! Sie sprang aus dem Bett, stürmte zur Schlafzimmertür und riss sie auf. All ihre Freundinnen standen vor ihr – mit ihren Koffern. „Ich fasse es nicht, dass ich verschlafen habe.“ Ihr Hund Spike gähnte.
Sunset Shimmer schüttelte ungläubig ihren Kopf. „Ich auch nicht. Das sieht dir nicht ähnlich.“
„Hast du nicht so einen supernervigen Wecker, der eh eh eh macht?“, fragte Pinkie und sah sich im Zimmer um.
Twilight hob ihr Kissen hoch. Darunter versteckt lag ihr Wecker und gab ein nerviges eh eh eh von sich.
Sunset Shimmer stellte ihn aus. „Das wird schon“, versicherte sie ihrer Freundin. „Wir helfen dir beim Packen.“
Rarity durchwühlte Twilight Sparkles Kleiderschrank. Sie nahm ein wunderschönes, funkelndes Kleid von der Stange. Sie faltete es vorsichtig und legte es in Twilight Sparkles Koffer.
Applejack traute ihren Augen nicht. „Wir sind da draußen im Wald. Wann soll sie das da bitte brauchen?“
Rarity warf ihr langes, dunkles Haar hinter sich. „Selbst, wenn wir zum Mond fliegen würden, würde ich darauf bestehen, dass sie ein Abendkleid einpackt. Man weiß nie, Liebes!“
Die Mädchen rannten wie wild herum und halfen Twilight Sparkle beim Packen. Pinkie Pie fand einen ungegessenen Cupcake und stopfte ihn in eine Ecke des Koffers. Fluttershy achtete darauf, ein paar von Twilight Sparkles Lieblingskuscheltieren einzupacken. Rainbow Dash nahm ein Foto von sich beim Fußballspielen, das sie sogar signiert hatte, und legte es auf den wachsenden Haufen an Sachen. Spike legte eines seiner Kauspielzeuge dazu.
Applejack verdrehte die Augen. Sie nahm ein paar Hosen, langärmlige Oberteile, einen Badeanzug und eine Taschenlampe. Das stand auch auf der offiziellen Packliste, denn diese Dinge brauchte man im Camp.
Twilight Sparkle war überwältigt von der Situation. Sie fühlte sich erschöpft und müde. Sie war von einem Albtraum in den nächsten gerutscht. „Ich ziehe mich nur noch schnell um“, sagte sie zu den anderen und schnappte sich ein Outfit.
Sie erhaschte einen Blick von sich im großen Spiegel, der an der Kleiderschranktür hing. In einem ihrer Augen funkelte etwas. Etwas Dunkles und Kaltes. Etwas, das ihr Angst machte. Was war das?
Sie starrte ihr Spiegelbild an. Ihre Augen wurden immer dunkler. Ihr violettes Haar mit den pinken Strähnen stand wild ab. Es sah fast aus, als würde es von Flammen erleuchtet werden. Sie veränderte sich. Dunkellila Flügel wuchsen auf ihrem Rücken. Im Spiegel war Twilight Sparkle zu Midnight Sparkle geworden.
Die Equestria Girls wichen ängstlich vor ihr zurück.
Genau in dieses Monster hatte Twilight Sparkles sich auch am Ende der Freundschaftsspiele verwandelt. Sie hatte ein Portal zwischen der verzauberten Welt von Equestria und der Canterlot High geöffnet – und beinahe beide Welten zerstört.
Wie konnte das geschehen? „Sunset Shimmer hat mir geholfen, dich zu besiegen!“, schrie Twilight Sparkle verzweifelt.
Aber Midnight Sparkle übernahm die Kontrolle. Sie zeigte auf den Spiegel. Dort sah sie den furchtbaren Augenblick, als Twilight Sparkle sich in Midnight Sparkle verwandelt hatte und über ihren Mitschülern schwebte. Schwarze Löcher machten sich am Himmel breit. Auf dem Rasen der Canterlot High taten sich Risse im Erdboden auf. Dann war Sunset Shimmer aufgetaucht und hatte Midnight Sparkle mit ihrer Magie verjagt. Sie hatte Twilight Sparkle zurückgeholt. Sie hatte Twilight vor ihrem bösesten Ich gerettet.
Das Spiegelbild der Midnight Sparkle lachte hämisch. „Du und deine Freunde werdet mich nie wirklich besiegen. Midnight Sparkle ist ein Teil von dir.“
Der Spiegel zersplitterte.
Midnight Sparkle lehnte sich aus dem Spiegel heraus zu der angsterfüllten Twilight. „Ich werde immer da sein“, fauchte sie. „Ich lauere im dunkelsten Schatten deines Geistes. Ich komme zurück, Twilight!“
Midnight Sparkle winkte und Magie schoss aus dem Horn auf ihrem Kopf. Wie ein Blitz traf sie auf den Boden des Zimmers, das sich nun langsam auflöste. Das Portal öffnete sich erneut. Die Wirklichkeit verschwand!
Die Mädchen schrien.
Midnight Sparkle triumphierte. „Und dieses Mal höre ich erst auf, wenn alle Magie mir gehört!“ Sie packte Twilight durch den Spiegel an der Hand und sie begannen, miteinander zu verschmelzen. Jetzt begann auch Twilight zu verschwinden.
Was für ein Albtraum!
„Twilight! Twilight!“, bellte Spike.
„Nein! Halt!“, schrie Twilight.
„Twilight, wach auf!“, jaulte Spike.
„Halt!“
Erschrocken fuhr Twilight hoch. Sie hatte geschlafen. Die ganze Zeit. Sie war nicht in ihrem Zimmer zu Hause. Sie war nicht zu spät dran für den Bus zum Camp Everfree. Sie saß schon in dem Bus – und all ihre Freundinnen starrten sie an.
Pinkie Pie kicherte. „Wir können nicht anhalten, Dummerchen! Wir sind doch noch nicht da.“
Twilight Sparkle war außer Atem und zitterte am ganzen Körper. Was für ein schrecklicher Albtraum. Es war nicht wahr, oder? Sie würde sich nicht wieder in Midnight Sparkle verwandeln. Das würde sie nicht. Das konnte sie nicht. Oder doch?
Kapitel 2 – Tagträume im Bus
Sunset Shimmer machte sich Sorgen um ihre Freundin. „Hey, geht’s dir gut?“, flüsterte sie.
Twilight zwang sich zu lächeln. „Mir geht’s gut“, sagte sie.
Aber Sunset Shimmer glaubte ihr nicht. Auch sie hatte sich schon mal in eine Dämonin verwandelt und hatte versucht, die Canterlot High zu beherrschen – genau wie Twilight Sparkle. Auch sie hatte danach Albträume gehabt. Sie hatte lange gebraucht, um sich davon zu erholen. Sie würde Twilight Sparkle im Auge behalten.
Pinkie Pie hüpfte auf ihrem Platz auf und ab und ihre Locken hüpften mit ihr mit. „Wir werden so viel Spaß haben“, quietschte sie. „Wir rösten Marshmallows und essen Marshmallows und schlafen auf Marshmallow-Kissen!“
Rainbow Dash schüttelte den Kopf. „Das werde ich wohl eher nicht tun.“
„Du vielleicht nicht“, kicherte Pinkie Pie. Sie zog ein weiches Marshmallow-Kissen aus ihrem Rucksack.
Vorne im Bus klatschte Direktorin Celestia in die Hände. „Achtung, Schüler! Wir sind fast da, aber bevor wir ankommen, wollte ich nur sagen, wie stolz wir darauf sind, dass ihr das Geld für diesen Klassenausflug gesammelt habt.“
Vizedirektorin Luna strahlte neben ihr. „Als wir in eurem Alter waren, haben wir in diesem Wald die wundervollsten Erinnerungen gesammelt und das werdet ihr ganz sicher auch.“
„Also, wer freut sich auf Camp Everfree?“, rief Direktorin Celestia.
Alle Schüler im Bus jubelten – außer Twilight Sparkle.
Ihr Traum lenkte sie noch immer ab. Sie starrte aus dem Fenster, während der Bus scheppernd immer tiefer in den Wald hineinfuhr. Die Bäume waren üppig bewachsen und grün.
Angeführt von Direktorin Celestia, sangen die Schüler im Bus ein Lied.
Wirst du vergessen oder gehst du in die Geschichte ein?
Wird das alles erzählt oder ein Geheimnis sein?
Singt man ein Lied für dich und verrät, was du getan?
Komm, entscheide dich!
Denn nur darauf kommt es an
Oh-oh-oh-oh-oh
Du bist Teil der Geschichte von Everfree!“
Jedes der Mädchen dachte verträumt an die Campingabenteuer, die ihnen bevorstanden. Fluttershy hoffte, viele Tiere des Waldes kennenzulernen – Eichhörnchen, Kaninchen und Eulen. Applejack wollte wandern und die Wälder erkunden. Sie wollte vom Weg abgehen, sich verlaufen und dann aus eigener Kraft wieder zurück zum Camp finden. Pinkie Pie dachte hingegen an Marshmallows und wie man sie über dem Lagerfeuer von allen Seiten perfekt goldbraun rösten könnte, sodass sie innen noch weich und klebrig wären. Rarity dekorierte in Gedanken schon ihre Hütte, die Bäume und den Steg am See, denn nur weil man in der Wildnis war, musste man ja seinen Sinn für Stil nicht aufgeben. Für alle Fälle hatte sie auch jede Menge Tücher eingepackt. Rainbow Dash stellte sich vor, wie sie durch den Wald flitzte. Sie würde bis zum Gipfel des Berges und zurück sausen. Sunset Shimmer hingegen träumte schon von all den Geschichten, die sie sich am Lagerfeuer erzählen würden, und von den Liedern, die sie gemeinsam singen könnten. Es würde ein ganz wundervoller Aufenthalt werden!
Doch Twilight Sparkle machte sich Sorgen. Der Sonnenschein warf das Spiegelbild ihres Gesichts an das Busfenster. Sie verwandelte sich doch nicht wieder in Midnight Sparkle, oder? Ein Zittern durchlief sie. Sie konnte nicht aufhören, an ihren Albtraum zu denken.
Die anderen Kinder sangen weiter.
„Schönes erlebst du hier. Freu dich darauf und sei dabei!
Finde zu dir selbst und mach dich von Ängsten frei!“
Twilight Sparkle schluckte. Sie wollte nie wieder ein dunkler Stern sein.
Der Bus drang immer tiefer in den Wald vor und die Bäume standen immer dichter beieinander. Sie sahen knorrig und gruselig aus. Die Ranken winkten wie Tentakel. Die Schüler waren aufgeregt und gleichzeitig ein wenig verängstigt. Sie sangen, um sich selbst Mut zu machen.
„Anerkennung kannst du finden
Und Enttäuschung sicherlich
Die Natur lernst du hier kennen
Und du lernst viel über dich
Wirst du vergessen oder gehst du in die Geschichte ein?
Wird das alles erzählt oder ein Geheimnis sein?
Kehrst du zurück nach Haus’
Sind sie alle stolz wie nie
Du warst Teil der Geschichte von Everfree!“
Niemand bemerkte das leuchtende Augenpaar, das sie durch dunkelgrüne Blätter beobachtete. Aber die Augen sahen sie. Sie waren bereit.
„Hurra!“, riefen die Camper, als ein riesiges Schild endlich die Ankunft an ihrem Zielort verkündete. Sie waren im Camp Everfree!
Kapitel 3 – Sonnig und leicht bewölkt
Die Schüler der Canterlot High strömten aus dem Bus. Unter der Aufsicht von Direktorin Celestia luden sie ihre Taschen und Koffer aus. Die Sonne glitzerte auf dem Wasser des Sees, die Vögel zwitscherten und der Wald wirkte nun gar nicht mehr gruselig.
Fluttershy fühlte sich wie im Himmel. „Ist Camp Everfree nicht wunderschön?“, schwärmte sie. „Ich kann es kaum erwarten, meinen ersten Spaziergang durch die Natur zu machen.“
Spike wedelte mit dem Schwanz. „Da will ich auf jeden Fall dabei sein.“
„Willst du auch die vielen zauberhaften Bewohner des Waldes treffen?“, fragte Fluttershy mit lieblicher Stimme.
„Ja!“, bellte Spike freudig. „Besonders die Eichhörnchen. Genauer gesagt freue ich mich darauf, sie zu jagen.“
Applejack stieß einen zufriedenen Seufzer aus. „Ich freue mich darauf, ganz einfach zu leben. Ich baue meinen eigenen Unterschlupf, sammle mein Essen selbst …“
„Du weißt, dass wir Mahlzeiten und Zelte gestellt bekommen, oder?“, lachte Rainbow Dash.
„Jepp“, antwortete Applejack. „Ich gehe trotzdem sammeln.“
Rarity freute sich auf ihre Sonnenbäder. „Ich will mich einfach nur entspannen.“ Sie seufzte. „Das letzte Jahr war für meinen Geschmack ein wenig zu anstrengend.“
„Und ob“, stimmte Pinkie Pie ihr zu. „Wir haben gegen drei böse Sirenen gekämpft, die alle mit ihrem Gesang hypnotisieren wollten, gegen einen irre ehrgeizige Rivalenschule und gegen zwei feindliche Dämonen!“
Upps! Pinkie Pie hielt sich die Hand vor den Mund. Das mit Sunset Shimmer und Twilight Sparkle hatte sie eigentlich nicht erwähnen wollen. „War nicht böse gemeint“, fügte sie hinzu.
„Keine Sorge“, antwortete Sunset Shimmer.
Aber Twilight Sparkle sah bedrückt aus.
„Du gewöhnst dich noch dran“, flüsterte Sunset Shimmer ihr zu.
Applejack mischte sich ein. „Canterlot High ist wirklich zu einem Magie-Magneten geworden. Ich freue mich, mal an einem Ort zu sein, an dem wir uns um all das keine Sorgen machen müssen.“
„Du sagst es!“, bellte Spike. „Hier müssen wir uns ganz sicher keine Sorgen machen, dass etwas Seltsames geschieht.“
Die Equestria Girls sahen den Hund an. Den sprechenden Hund.
Spike zuckte mit den Achseln. „Ich meine, abgesehen von der ganzen Ich-kann-reden-obwohl-ich-ein-Hund-bin-Sache.“
Der gutaussehende Flash Sentry kam zu der Mädchengruppe hinüber. Auf jeder Schulter trug er einen Rucksack.
„Hier bitte, Twilight“, sagte er schüchtern.
Twilight lächelte. „Danke. Du heißt Flash, oder?“
Flash zog ein langes Gesicht. „Ja“, sagte er und versuchte, seine Enttäuschung zu überspielen. „Das bin ich. Und du bist du. Und wir kennen einander nicht so gut.“ Er trat beschämt einen Schritt zurück. „Tolle Geschichte“, murmelte er vor sich hin.
Twilight war verwirrt. Wieso war er verärgert? Was hatte sie denn getan? „Gut. Ich schätze, wir sehen uns dann.“
Sunset Shimmer zog sie zur Seite. „Du weißt noch, dass es da dieses Mädchen gibt, das wie du aussieht, wenn sie hier ist, aber eigentlich in einer anderen Dimension lebt, wo sie eine Ponyprinzessin ist?“
Twilight nickte und hörte weiter zu.
„Flash mochte sie gewissermaßen“, erklärte Sunset Shimmer ihr.
„Oh!“ Twilight riss erstaunt die Augen weit auf.
Da ertönte aus den Lautsprechern ein Knacken. „Hallo, Leute!“, rief eine weiche, entspannte Stimme. „Wenn ihr alle langsam zum Hof kommen könntet, wäre das spitze. Eure beste Campwoche aller Zeiten kann beginnen!“
Zelte und die Kantine lagen um den Haupthof verteilt. Auf der Wiese standen Picknicktische, ein Pavillon, eine Sonnenuhr und ein Totempfahl. Eine Glocke läutete und die Camper liefen zum Pavillon, wo eine junge Frau auf einer Plattform stand.
Gloriosa Daisy sah fröhlich und bodenständig aus. Mit dem Klemmbrett in den Händen wirkte sie außerdem sehr organisiert. „Hi, Leute“, sagte sie. Es war ihre Stimme, die sie eben durch die Lautsprecher gehört hatten. „Willkommen im Camp Everfree. Ich bin Gloriosa Daisy, eure Campleiterin. Seht in mir eure freundliche Camp- und Naturleiterin! Und das ist mein Bruder Timber Spruce!“
Ein süßer, leicht durchgeknallt wirkender Junge trat neben Gloriosa. Er winkte den Campern zu. „Seht in mir den tollen Typen, den ihr immer zu spaßigen Sachen einladen solltet.“
Gloriosa lächelte. „Wir möchten, dass ihr euch amüsiert. Bevor wir also eure Zeltverteilung bekanntgeben, würden wir gern Vorschläge von euch hören. Ihr könnt hier machen, was ihr möchtet …“
„Nur nicht in den Steinbruch wandern“, unterbrach Timber Spruce sie. „Das ist verboten.“
„Ja“, stimmte Gloriosa ihm zu und lächelte etwas weniger ehrlich. „Aber ansonsten habt ihr hier viele Möglichkeiten. Also, welche Aktivitäten würde das hier zu der besten Woche eures Lebens machen?“
Rainbow Dashs Hand schoss in die Höhe. „Klettern“, verkündete sie.
„Geht klar!“, rief Gloriosa.
Wieder fuhr die Hand von Rainbow Dash in die Höhe. Sie wartete nicht darauf, rangenommen zu werden. „Bogenschießen!“
Gloriosa nickte und lächelte. „Natürlich.“
„Tetherball!“, fügte Rainbow Dash hinzu.
„Ganz klar!“, sagte Gloriosa, aber die anderen Mädchen konnten erkennen, dass sie langsam etwas genervt war.
Als Rainbow Dash erneut die Hand hob, zog Sunset Shimmer sie herunter. „Ich weiß, du bist aufgeregt“, flüsterte sie, „aber vielleicht lässt du jemand anderem mal die Chance, einen Vorschlag zu machen.“
Widerwillig ließ Rainbow Dash die Hand sinken.
Gloriosa nahm Bulk Biceps dran. „Malen und Basteln“, sagte er voller Tatendrang. „Meine Mutter braucht neue Topflappen.“
„Ich besorge die Webrahmen“, versprach Gloriosa. Sie zeigte auf Pinkie Pie.
Pinkie Pie sprang freudig auf und ab. „Kekse verzieren!“
Gloriosa lachte. „Ich mache tatsächlich richtig gute Plätzchen.“
Fluttershy war als Nächste dran. „Morgendliche Waldspaziergänge“, schlug sie leise vor.
Gloriosa sah zufrieden aus. „Mit Wanderstöcken für alle.“
„Eine Modenschau, für die ich die märchenhaftesten Camp-Outfits entwerfe, die von den neuesten Trends inspiriert wurden und von meinen Mitschülern in dem wunderschönen Umfeld der Natur präsentiert werden“, platzte es aus Rarity heraus.
Oh-oh, dachten die Mädchen. Würde Rarity enttäuscht werden?
Doch das wurde sie nicht. Gloriosa strahlte vor Glück. „Eine Camptradition“, erklärte sie zur Freude von Rarity.
Timber Spruce kratzte sich verwirrt am Kopf. „Das haben wir doch noch nie gemacht.“
„Die beste Campwoche aller Zeiten, weißt du noch?“, fauchte seine Schwester ihn leise an, während sie weiter freundlich lächelte. Sie schaute wieder zu den Campern. „Solange ihr hier seid, nehme ich weiterhin Vorschläge entgegen. Wenn es also irgendwas gibt, das ihr gern machen möchtet, oder ihr etwas braucht, fragt nur. Ich mach das schon!“
Direktorin Celestia, die hinter ihren Schülern stand, hob die Hand. „Was ist mit dem Campgeschenk? Das war meine liebste Camp-Everfree-Tradition.“
„Das Campgeschenk!“ Gloriosa klatschte in die Hände. „Natürlich!“
Timber Spruce sah noch verwirrter aus. „Wirklich?“
„Ja, wirklich“, flüsterte Gloriosa mit zusammengebissenen Zähnen.
„Ich dachte nur …“
Gloriosa warf ihm einen bösen Blick zu und er brach seinen Satz ab. „Dann hast du falsch gedacht.“
Sunset Shimmer hatte das Flüstern zwischen Bruder und Schwester beobachtet. „Habt ihr auch die Spannungen zwischen Gloriosa und ihrem Bruder bemerkt?“, fragte sie.
Die Mädchen zuckten mit den Achseln. Eigentlich nicht. Sie freuten sich zu sehr auf all die Aktivitäten, die nun vor ihnen lagen.
Gloriosa beendete nun ihre Einführung. „Hier im Camp Everfree lautet unser Motto schon immer: Hinterlasse die Welt besser, als du sie vorgefunden hast. Jedes Jahr arbeiten die Camper zusammen, um etwas Nützliches zu erschaffen. Ein Geschenk für die zukünftigen Camper. Die Arbeit an dem gemeinsamen Ziel ist wichtig für das starke Band, das ihr hier formt und das auch lange nach der Zeit im Camp bestehen bleibt.“ Einen Moment lang blickte sie ihren Bruder Timber Spruce ernst an. „Deshalb ist es so wichtig. Der Pavillon ist das Geschenk der Gruppe vom letzten Jahr. Und der Totempfahl und die Sonnenuhr wurden ebenfalls von Campern gebaut.“
„Die Sonnenuhr war unser Geschenk damals“, erklärte Direktorin Celestia ihren Schülern.
„Auch wenn gewisse Leute fanden, dass sie ein wenig unpraktisch sei, da eine Sonnenuhr nachts nicht benutzt werden kann“, fügte Vizedirektorin Luna mit spitzen Lippen hinzu.
„Das mag sein“, antwortete Direktorin Celestia barsch. „Aber wenn gewisse Leute eine bessere Einstellung dazu gehabt hätten, hätte man sie auch nicht in das Mondstein-Zelt geschickt.“
„Zum Glück wurde gewissen Leuten ihr vorschnelles Verhalten verziehen.“
Die Mädchen hörten mit erstauntem Blick zu, während ihre Lehrerinnen sich ein Wortgefecht lieferten. Zu leicht konnte man vergessen, dass die beiden – genau wie sie – auch einst Camper gewesen waren.
Gloriosa Daisy räusperte sich, um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen. „Ihr wirkt auf mich wie eine wirklich tolle Truppe, daher bin ich sicher, fällt euch etwas Inspirierendes ein, das ihr hinterlassen werdet.“
Die Camper jubelten.
„Ja, das werden wir!“, brüllte Rainbow Dash.
„Verflixt, und ob!“, rief Applejack.
„Das tun wir gewiss!“, stimmte Fluttershy zu.
„Apropos Sachen hinterlassen“, sagte Timber Spruce. „Jetzt ist es an der Zeit, dass ihr eure Zeltzuteilung erhaltet, dann könnt ihr eure Taschen dort … hinterlassen.“
Gloriosa starrte ihn an.
„Was?“, protestierte Timber Spruce. „Das war schon eine meiner besseren Überleitungen.“
„Die Mädchen erhalten ihre Zeltzuteilung von Timber“, erzählte Gloriosa. „Jungs, ihr kommt mit mir.“
Die Schüler drängten aneinander vorbei, um ihre jeweiligen Karten zu erhalten. Auf jeder Karte war ein passender Edelstein abgebildet. Jede Edelsteinfarbe stand für ein besonderes Zelt.
„Ja!“, rief Pinkie Pie fröhlich aus. „Ich bin im Smaragd-Zelt!“
„Ich auch!“, freute sich Rarity.
„Ich ebenso!“ Rainbow Dash schlug mit Pinkie Pie und Rarity ein.
Fluttershy sah etwas enttäuscht aus, als sie ihre Amethyst-Karte hochhielt. Keines der Mädchen war in ihrem Zelt. Aber zumindest würde DJ Pon-3 bei ihr sein. Sie war immer nett – und sie spielte tolle Musik. DJ Pon-3 hielt ihr den hochgereckten Daumen entgegen und Fluttershy lächelte.
Sunset Shimmer war im Saphir-Zelt. Twilight hielt eine blaue Karte hoch.
„Ich auch!“, rief sie erfreut. „Ich meine, ich nehme an, dass ich das bin. Genau genommen, sind Saphire nicht nur blau. Manchmal sind sie auch pink, lila, gelb …“
„Aber meistens sind sie blau“, unterbrach Timber sie, der ihr zufällig zugehört hatte. „Deshalb sind sie nach dem lateinische Wort sapphirus benannt. Das bedeutet blau.“
Twilight Sparkle schaute ihn verblüfft an. Sie traf nicht oft jemanden, der ebenso schlau war wie sie. „Ich weiß“, sagte sie neckisch. „Aber wusstest du auch, dass Saphire eigentlich nur Rubine ohne Chrom sind?“
Timber Spruce lächelte beeindruckt. „Nein, aber wusstest du, dass das Saphir-Zelt das Beste ist?“
„Nein“, antwortete Twilight Sparkle. „Wieso denn das?“
„Weil du darin bist.“
Twilight Sparkle wurde rot. „Ich wette, das sagst du zu allen Campern.“
Timber Spruce schüttelte den Kopf und lachte. „Stimmt nicht.“
Bulk Biceps hielt eine rote Karte hoch und sah verwirrt drein. Timber Spruce ging zu ihm hinüber. „Bist du im Rubin-Zelt? Das ist das schlechteste Zelt!“ Er zwinkerte Twilight zu.
„Oh, Mann!“, seufzte Bulk Biceps.
„Das war nur ein Witz, Kumpel“, sagte Timber Spruce. „Das Rubin-Zelt ist toll. Es ist wie das Saphir-Zelt, nur mit Chrom.“
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