Kitabı oku: «Die Sache mit dem Kind, dem Engel und einem schwarzen Kater»
Die Sache mit dem Kind,
dem Engel
und einem schwarzen Kater
Petra Fuhrmann
Buch 34 der Katzenreihe

©Petra Fuhrmann 2020
Machandel Verlag Haselünne
Charlotte Erpenbeck
Cover Croisy/shutterstock.com
Katzen-Illustration: shutterstock.com
Krippe: eigenes Motiv
ISBN 978-3-95959-268-0
Die Sache mit dem Kind, dem Engel und einem schwarzen Kater
Gestatten: mein Name ist Teufel. Ja, Sie lesen richtig! Ich bin der von der heißen Front. Dort, wo die Luft so unverwechselbar das `Eau de Schwefel´ trägt und der Großteil der menschlichen Seelen auf unbestimmte Zeit Asyl und eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt. Aber ich will nicht zu sehr ins Detail meines beruflichen und freizeittechnischen Lebens gehen.
Im Großen und Ganzen bin ich auch ganz zufrieden ... Wenn da nicht dieser eine, unschöne Vorfall gewesen wäre, wegen dem ich seit über zweitausend Jahren regelmäßig viele Stunden auf der Couch meines Psychotherapeuten verbringe. Nun, das war damals aber auch ein einschneidendes Erlebnis. Ich will nicht behaupten, dass es mich grundlegend veränderte, aber seit dem überdenke ich immer wieder die Möglichkeit, einen schönheitschirurgischen Eingriff in Anspruch zu nehmen.
Sie wollen wissen, um was es sich bei dieser, nun sagen wir, etwas delikaten Sache handelte? Kein Problem! Ich erzähle es Ihnen gerne. Mein Psychotherapeut wird Ihnen dankbar sein, wenn er sich die Story einmal nicht anhören muss!
Es begab sich also zu der Zeit, als Präsident August – von Berufs wegen Diktator einer großen, mehr oder weniger freiwillig vereinten Nation – erfahren wollte, wie viele Menschen denn nun eigentlich in seinem Reich lebten. Offiziell verkaufte er diesen Wunsch seinen Untertanen mit reiner Neugierde und Wohlwollen, aber unter uns gesagt: Das waren doch knallharte Steuergründe. Und so nebenbei war er auf der Suche nach fähigen Männern, die den personellen Bestand seiner Armee aufpeppen sollten. Aber ich schweife ab!
So veranlasste August also eine Volkszählung. Aber nicht so eine simple, bei der nur jeder zehnte Haushalt befragt wurde, sondern eine richtige Volkszählung, die Mann und Maus, Frau und Kind umfassen sollte. Und so machten sich Augusts´ Untertanen auf und ein jeglicher ging in seine Stadt. Also in die, in der er geboren wurde.
Da machte sich auch ein junges Ehepaar auf den Weg, um fröhlicher Bestandteil der geplanten Statistik zu werden. Und genau dieses Ehepaar lag mir schon seit einiger Zeit im Magen. Justus und seine schwangere Frau Magarete, kurz Margie. So fromm! So brav! Nie ein falsches Wort oder eine anrüchige Tat! Pfui Teufel aber auch! Und zudem waren sie fanatische Anhänger meines stärksten Kontrahenten. Dem, der da oben über den Wolken die grenzenlose Freiheit und permanent die Vorzüge einer Aircondition genießen darf.
Nun denn. Justus und Margie packten den übersichtlichen Bestand ihrer Habseligkeiten zusammen, verschnürten alles auf dem Rücken eines altersschwachen und halbblinden Esels und marschierten los. Raus aus der Stadt Nazareth – irgend so einer mittelprächtige Kleinstadt im staubigen Galiläa –, und ab ging´s in Richtung Justus´ Heimat.
Ich beobachtete sie von Weitem. Stand auf den felsigen Hügeln oder hinter einem Dornenbusch und vermied es tunlichst, ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Ich kann noch nicht einmal sagen, worauf ich wartete. Wo die doch so etwas wie ein hoffnungsloser Fall für mich waren. Ich meine, ich hatte doch schon ganz andere Frömmigkeitskaliber rumgekriegt. Aber die beiden hatten irgendetwas. Eine Aura umgab sie, die mich unangenehm an den Typen über den Wolken erinnerte. Ja, genau! Das war´s! Frische, klare Luft! Rein und unverdorben. Einfach fürchterlich!
Erstaunlicherweise kamen die beiden fast an ihr Ziel. Genauer gesagt, bis an den Ortsrand von Bethlehem. Es war kalt, es war Nacht. Ein oller Stern blinkte etwas zu hell am schwarzen Himmel auf, da gaben mir die beiden den lang ersehnten Grund für eine Intervention meinerseits.
„Oh, Justus!“, rief Margie aus und schaukelte auf dem Esel unkontrolliert hin und her. „Das Kind kommt!“
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