Kitabı oku: «Lone in Italien»

Yazı tipi:

Poul Nørgaard

Lone in Italien

Saga

Lone in Italien ÜbersetztAlbrecht Leonhardt Original Lykke i ItalienCopyright © 1957, 2019 Poul Nørgaard und SAGA Egmont All rights reserved ISBN: 9788711578469

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von SAGA Egmont gestattet.

SAGA Egmont www.saga-books.com und Lindhardt og Ringhof www.lrforlag.dk

– a part of Egmont www.egmont.com

1

Lone schlüpfte in ihren Morgenrock und öffnete die Balkontür. Im ersten Augenblick stand sie überwältigt da, dann rief sie: „Kirsten! Komm mal schnell!“

„Was ist denn?“ fragte Kirsten schläfrig vom Bett her. Sie erhielt keine Antwort. Lone war stumm vor Entzücken über den hinreißenden Anblick, der sich ihren Augen bot: In strahlender Morgensonne hoben sich die schneebedeckten Gipfel der Alpen gegen den wolkenlos blauen Himmel ab.

Kirsten kletterte widerwillig aus dem Bett und ging auf bloßen Füßen zu ihrer Freundin hinaus. „Was ist denn los? Warum jagst du mich aus dem Bett?“ Sie rieb sich die Augen. — „Du meine Güte!“

„Ist das nicht herrlich?“

„Jaja, sehr schön, aber so entsetzlich hoch! Wie in aller Welt kommen wir über diese Berge?“ Kirsten schüttelte sich und unterdrückte ein Gähnen.

„Na, du hast aber komische Vorstellungen“, antwortete Lone, enttäuscht über die nüchterne Bemerkung der Freundin. „Wir fahren natürlich nicht über die Gipfel, sondern über die Pässe, und die liegen viel tiefer. Da gibt es richtige Straßen und Wege. — Aber siehst du denn überhaupt nicht, wie zauberhaft schön das Gebirge ist? Sieh doch nur die Farben. Angefangen von den kalten blauen Schatten bis zu einem warmen rosenroten Schimmer. Schau mal dort . . .“ Doch Kirsten war schon wieder auf dem Weg in ihr molliges Bett.

Wenig später ging die Tür auf, und Kirstens Mutter trat ein. „Na, jetzt hört sich aber alles auf, Kinder! Seid ihr noch nicht angezogen?“

„Wie spät ist es denn?“ fragte Kirsten.

„Gleich halb acht. — Hat man euch nicht geweckt?“

„Doch“, gab Lone zu. „Aber ich war von der herrlichen Aussicht so angetan, und da . . .“

„Und da hast du die Zeit vergessen“, lächelte Frau Winge. „Das kann ich noch verstehen. Aber was ist mit dir, Kirsten? Du liegst ja noch immer in den Federn! — Beeilt euch jetzt wenigstens ein bißchen. Wir haben doch gestern abend verabredet, daß wir um acht Uhr fahren wollen. Und frühstücken wollt ihr ja wohl auch noch.“

Jetzt kam Bewegung in die beiden Mädchen. Sie zogen sich in Windeseile an, denn Kirstens Vater, Gutsbesitzer Winge, wartete nicht gern, und das Frühstück wollten sie sich bestimmt nicht entgehen lassen. So ein richtig leckeres Frühstück mit dampfend warmem Kaffee und Semmeln und Hörnchen, Marmelade und Honig; ach, das war eigentlich der größte Genuß, wenn man im Hotel wohnte, fanden sie; und hier war sicher auf der Terrasse gedeckt, wo sie auch gestern Abendbrot gegessen hatten. Allerdings war es schon so dunkel gewesen, daß man die Aussicht nicht mehr genießen konnte. Am Frühstückstisch wurde dann immer die Tagesroute endgültig festgelegt, und man einigte sich darüber, welche Sehenswürdigkeiten besichtigt werden sollten. Es war richtig spannend, mit zu Rate gezogen zu werden, während alle interessiert über die Autokarte gebeugt waren.

Heute gab es allerdings nicht viel zu besprechen, das wußten sie. Man hatte im Hotel „Paradies“ in Weggis übernachtet, und von dort über den Sankt-Gotthard-Paß gab es nur einen Weg.

„Es ist beinahe nicht zu fassen, daß wir heute schon nach Italien kommen sollen“, sagte Lone, als sie mit Kirsten die Treppe hinunterlief.

Die Fahrt durch Nordwestdeutschland, Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich und die Schweiz hatte nur vier Tage gedauert, und vor nur acht Tagen hatten sie noch auf Ravenstrup gesessen und sich die Zeit nicht zu vertreiben gewußt, weil es in einem fort regnete. Um die Vorfreude waren sie daher betrogen worden. Alles war so schnell gegangen, daß sie kaum Zeit gehabt hatten, ihre Siebensachen zusammenzusuchen.

Wie das zuging, ist schnell erzählt: Lone war, wie schon so oft, eingeladen worden, ihre Sommerferien bei ihrer besten Freundin, Kirsten Winge, auf Ravenstrup zuzubringen. Aber als die Ferien anfingen, war das Wetter geradezu miserabel, der Himmel unentwegt grau, und es regnete Tag für Tag. Das Barometer stand tief und zeigte nicht die geringste Lust, sich auch nur einen Millimeter vom Fleck zu bewegen. Wahrscheinlich war dies auch die Ursache für Herrn Winges schlechte Laune, denn er pflegte sonst immer gut aufgelegt zu sein. Selbst sein Jugendfreund, Magister Jochumsen, der während der Ferien ebenfalls zu Besuch war, vermochte ihn nicht aufzuheitern.

Am vierten Abend nach Lones Ankunft spielten Kirsten und der Magister Rommé. Der Wind hatte sich gedreht und blies nun so kalt aus dem Osten, daß Frau Winge das Dienstmädchen gebeten hatte, im Kamin Feuer zu machen. Dort saß sie nun vor den knisternden Holzscheiten, hatte sich eine Decke um die Beine geschlagen und strickte, als ihr Mann zusammen mit dem Verwalter von einem Abendrundgang durch die Felder heimkehrte.

„Hat man je einen ähnlichen Sommer erlebt? Und auf diese Zeit freut man sich nun das ganze J — Ja — tschi! — Hatschi! — Verfl ... hatschii!“

„Du wirst dich doch nicht erkältet haben, Paul?“ fragte seine Frau, ohne von ihrem Strickzeug aufzusehen.

Der Gutsbesitzer putzte sich dröhnend die Nase. „Das ist leicht möglich, bei der Kälte! Man lechzt ja geradezu nach einem Sonnenstrahl.“ Er setzte sich und streckte die Beine zum Kamin hin. „Wirklich allerhand, daß man Ende Juni gezwungen ist, Feuer zu machen.“

Seine Frau begnügte sich mit einem Nicken, sie war gerade beim Maschenzählen.

„Fährst du morgen früh in die Stadt?“ fragte Herr Winge.

„Acht — neun — zehn, nein, elf — zwölf.“

„Warum denn nicht?“

„Sechzehn — siebzehn, weil es regnet.“

„Hast du vielleicht vor, zu warten, bis es aufhört?“

„Einundzwanzig — zweiundzwanzig, da, jetzt bin ich durcheinandergekommen.“

„Das ist doch nicht weiter verwunderlich, wenn du beim Stricken gleichzeitig eine Illustrierte liest.“

„Illustrierte? Das ist eine Strickanweisung zu einem Pullover für Kirsten.“

„Sieht er nicht prima aus, Vater?“ Kirsten erhob sich und reichte ihm das Heft.

„Reizend, wirklich reizend. Ja, so gut müßte man es auch haben.“ Sein Blick war auf ein farbenfreudiges Ferienbild gefallen, das neben der Strickvorlage abgedruckt war. Es zeigte einen italienischen Weinbauern, der rittlings auf einem Esel saß und in der brütenden Sonne gemächlich einen idyllischen Bergweg hinunterritt, während seine Frau, mit einem großen Korb Weintrauben auf dem Kopf, hinter ihm drein trottete.

Von diesem Moment bis jetzt, wo sie sich am Fuße der schweizerischen Hochalpen nördlich der italienischen Grenze befanden, war nicht viel mehr als eine Woche vergangen.

Es war alles wie ein Sturmwind gekommen. Noch am gleichen Abend hatte Herr Winge Lones Vater angerufen, um ihn in die Pläne einzuweihen und seine Einwilligung zu erhalten. Außerdem sollte er ihren Paß schicken. Und dann gab es mehr als genug zu tun. Herr Winge mußte seinen internationalen Führerschein erneuern lassen, Devisen kaufen, den Wagen von A bis Z nachsehen lassen. Die

Kleider mußten in Ordnung gebracht und die Koffer gepackt werden, und zwischendurch wurde die Karte studiert und der Reiseweg besprochen.

Als Lone und Kirsten an diesem Morgen auf die Terrasse hinunterkamen, waren Herr Winge und Magister Jochumsen schon mit ihrem Frühstück fertig und rauchten bereits ihre Zigarren.

„Aha, die Siebenschläfer.“ Der Magister schielte über seine Brille. „Ihr seht mir so verschlafen aus. Hört mal her, was ich mir überlegt habe, während ihr auf euren grünen Ohren geschnarcht habt.“

„Nein“, unterbrach ihn der Gutsbesitzer und erhob sich. „Komm du nur mit, Jochumsen, du hältst die Mädchen bloß auf. Es wird langsam Zeit, fortzukommen. Ich werde die Hotelrechnung bezahlen, und dann wären wir wohl soweit.“

Die Mädchen beeilten sich sehr mit ihrem Frühstück, und Lone biß gerade in ihr zweites Brötchen, als Jochumsen wieder auf der Terrasse erschien. „Die Fahrgäste werden gebeten, ihre Plätze einzunehmen. Wir halten erst wieder bei der Teufelsbrücke.“ Und von den guten Wünschen des lächelnden und dienernden Hotelwirtes begleitet, setzte man sich im Wagen zurecht, und fort ging es, der italienischen Grenze entgegen.

2

Von früheren Auslandsreisen her kannte Herr Winge die Schwierigkeiten der Gepäckunterbringung im Wagen, die besonders dann auftauchten, wenn man zu mehreren Personen reiste, und erst recht, wenn die meisten von ihnen Damen waren. Er hatte deshalb auf das Dach des Wagens eine Unterlage montieren lassen, auf der die Koffer festgeschnallt und zum Schutz gegen Staub und Regen mit einer Plane bedeckt wurden. Aus diesem Grunde hatte man im Wagen reichlich Platz zum Sitzen und konnte die Beine ordentlich ausstrecken. Lone und Kirsten saßen auf dem Rücksitz, entweder zusammen mit Frau Winge oder dem Magister, die sich abwechselnd vorn neben Herrn Winge erholten.

Der Weg stieg gleichmäßig, und erst bei dem Städtchen Andermatt begann es ernstlich aufwärts zu gehen.

„Jetzt muß es sich ja zeigen, ob das Fahrzeug wirklich etwas taugt“, murmelte Herr Winge, als er in die erste Haarnadelkurve einbog.

„Ja, und das gleiche gilt für den Chauffeur“, fügte Jochumsen mit einem etwas besorgten Blick nach oben hinzu, denn dort schlängelte sich der Weg im Zickzack am Berg in die Höhe, um die Steigung zu mildern.

Weiter oben wurde die Straße schmaler und unebener. Man konnte nur bis zur nächsten scharfen Wegkrümmung sehen, denn auf der Innenseite der Straße erhob sich die steile Bergwand, während man auf der anderen Seite . . . Lone fühlte einen kühlen Schauer, als sie in den Abgrund hinunterguckte, wo sie ein grünes Tal gewahrte und einen Flußlauf, der wie ein schmales Silberband heraufblinkte. Wie schön es hier war! Aber es wäre doch beruhigend gewesen, wenn die Straße ein klein wenig breiter gewesen wäre.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Tales waren die Berghänge mit großen dunklen Nadelbäumen bestanden. Hin und wieder gab es Lichtungen, auf denen Almhütten sichtbar wurden und das gelbliche Schweizer Vieh weidete. Auf den Dächern der kleinen Hütten wuchs Gras, und aus den Schornsteinen stieg bläulicher Rauch; ein idyllischer Anblick.

Jenseits der Baumgrenze war der Berg steinig und nackt, und dort — Lone wurde geblendet, als sie den Kopf zurücklegte und zu den leichten Wolken hinaufblickte, die zwisehen den Gipfeln dahintrieben —, dort lag der ewige Schnee und glitzerte in der Sonne. Sie konnte sich an all der fremdartigen Naturschönheit gar nicht satt sehen. Hoch oben rieselte ein kleiner Bergbach, es sah beinahe aus, als entspränge er der Felswand.

„Das ist Schmelzwasser“, erklärte der Magister.

Etwas weiter unten stießen mehrere Bäche dazu, und plötzlich stürzte er sich von einem Absatz in den leeren

Raum hinaus, wo er schnell zerstäubte und zu einem grauen Schleier wurde, der sich im Winde bewegte. Dann stieß er erneut auf die Bergwand und sammelte sich zu einem größeren Sturzbach, der schäumend und brausend in die Tiefe schoß, bis er schließlich als ein kleiner Fluß ruhig durch das lächelnde und üppige Tal am Fuße des Berges glitt.

„Plang — plang. Plang — plang.“ Lone drehte den Kopf in die Richtung, aus der das Geräusch kam, und sah einige Kühe, die auf einer kleinen Alm unterhalb des Weges bedächtig grasten. Unbegreiflich, daß ihnen nicht schwindelig wurde und sie nicht abstürzten!

„Gute Reise! Gute Reise!“ Ein Hirtenmädchen in ihrem Alter stand am Wege und winkte ihnen zu.

„Was tust du, Winge, wenn dir plötzlich ein anderer Wagen entgegenkommt?“ fragte Jochumsen auf einmal.

„An die Seite fahren und Platz machen.“

„Glaubst du, der Weg ist hier breit genug, daß zwei Wagen aneinander vorbeifahren können?“

„Das wird sich ja zeigen“, antwortete Herr Winge etwas bissig, als in diesem Augenblick vor ihnen ein heiseres, energisches Hupen ertönte.

„Hat man so was schon erlebt?“ Der Magister drehte sich empört nach einem roten Sportwagen um, der wie ein Strich an ihnen vorbeigesaust war, so daß der Kies unter den Rädern wegspritzte. „Natürlich ein Italiener. Die fahren immer, als ob sie den Wagen gestohlen hätten. Und je mehr Krach sie machen können, desto wohler fühlen sie sich.“

„Das mußt du ja am besten wissen.“

„Eine herrliche Zeit.“ Der Magister schloß die Augen und dachte an seinen fast einjährigen Aufenthalt in Rom als junger Wissenschaftler zurück. „Ich freue mich wie ein Kind darauf, das schöne Land wiederzusehen und die klingende, ausdrucksvolle Sprache wieder zu sprechen.“

„Ja“, nickte der Gutsbesitzer, „ich hoffe sehr, daß deine Sprachkenntnisse in Ordnung sind. Sonst wären wir übel dran.“

Kirsten tippte ihm auf die Schulter. „Ich glaube, Lone ist hungrig, Vater.“

„Das ist gar nicht wahr“, widersprach Lone. „Davon habe ich kein Wort gesagt.“

Kirsten blinzelte ihr zu. „Ich sah, wie Vater vor der Abfahrt vom Hotel eine große Tafel richtige Schweizer Schokolade kaufte.“

„Aha, darauf seid ihr aus?“ fragte Herr Winge lächelnd.

„Wir müssen eigentlich gleich an der Teufelsbrücke sein“, warf der Magister zu Kirstens Ärger ein, „und dort wollten wir ja ohnehin essen, wenn ich recht verstanden habe.“

„Dann braucht ihr euch den Appetit jetzt nicht mit Schokolade zu verderben“, sagte Frau Winge mit Bestimmtheit, und so steckte ihr Mann die Schokolade wieder in die Tasche.

„Teufelsbrücke — das klingt vielversprechend“, sagte Lone. „Warum heißt sie eigentlich so?“

„Ich glaube, der Name geht auf eine alte Sage zurück, die aus einer Zeit stammt, wo die Ingenieurkunst noch nicht so hoch entwickelt war wie heute“, erläuterte der Magister. „An der Teufelsbrücke ist ein Wasserfall, und man sagt, als die Brücke gebaut werden sollte, sei sie immer wieder eingestürzt, noch ehe sie ganz fertig war. Der Baumeister war schon nahe daran, den Mut zu verlieren, als eines Nachts der Teufel bei ihm erschien und seine Hilfe anbot. Er stellte nur eine einzige Bedingung: der erste, der über die Brücke ging, sollte ihm zufallen. Die Brücke wurde fertig, aber niemand wagte es, sie zu überschreiten. Als armer Bauer verkleidet, saß der Teufel, tagaus, tagein geduldig wartend, mitten auf der Brücke. Er hatte Zeit genug, und eines schönen Tages sah er auch wirklich einen kleinen Jungen mit einer Ziegenherde auf die Brücke zugewandert kommen.

Der Junge wußte offenbar nichts von der Abmachung zwischen dem Baumeister und dem Teufel, denn er wollte die Brücke gerade ganz arglos betreten, als der Baumeister, der reuevoll und unglücklich auf einem Fels stück saß, ihn gewahrte. Mit einem Schrei sprang er auf, und der Junge blieb stehen und wandte sich um. Aber ein großer Ziegenbock war schon auf die Brücke gelaufen, und der Baumeister sah den Teufel sich erheben, um dem Tier den Weg zu versperren. Der Bock blieb stehen und starrte ihn an, ging ein paar Schritte rückwärts und senkte die Hörner.

Der Teufel stampfte böse mit dem Pferdefuß, um ihn zurückzujagen, aber der Bock rannte ihn um, und im nächsten Augenblick flog der Teufel kopfüber in den Wasserfall.

Der Bock stand einen Augenblick siegesbewußt da und sah ihm nach, dann setzte er seinen Weg auf die andere Seite der Brücke ruhig fort, und auf diese Weise wurde der Teufel um seine Bezahlung betrogen.“

„Und der Junge bekam vom Baumeister einen großen Beutel Gold und lebte glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage“, lachte Lone. „So enden alle Märchen.“

„Sind wir jetzt nicht bald da?“ fragte Kirsten. „Ich habe einen Bärenhunger.“

„Das trifft sich ja großartig“, antwortete der Magister, als der Wagen in diesem Moment um die nächste Kurve bog, „denn dort seht ihr die Teufelsbrücke.“

Hier war endlich einmal Platz genug zum Parken. Herr Winge fuhr den Wagen an die Seite, und alle stiegen aus. Es tat richtig gut, sich nach der langen Fahrt mal wieder die Beine zu vertreten; aber in dieser Höhe blies ein ziemlich scharfer Wind, der ab und zu Spritzer vom Wasserfall her über die Brücke trug. Der Wasserfall selbst war nicht sehr tief, aber das Wasser brauste mit so gewaltsamer Heftigkeit über einige Felsblöcke dahin, daß ein wirbelnder weißer Schaum entstand.

„Schön, nicht wahr?“ Der Magister stand mitten auf der Brücke, wo der Wind die Mantelschöße um seine langen, dünnen Beine wickelte. Er machte eine ausladende Handbewegung. „Das erinnert mich nicht wenig an ...“ Woran die Gegend erinnerte, das erfuhr man nicht, denn in diesem Augenblick blies ihm ein Windstoß den Hut vom Kopf. Er griff nach seiner kostbaren Kopfbedeckung, aber zu spät, denn schon war sie in den Wirbeln verschwunden.

Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.

₺279,44

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
05 mayıs 2025
Hacim:
60 s. 1 illüstrasyon
ISBN:
9788711578469
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi: