Kitabı oku: «Mensch. Maschine. Kommunikation.», sayfa 13
4.2 Teleoperationsmodus
Im Facetrack-Modus vermittelte GHI-1 im Moment der Initiierung einer möglichen Begegnung den Eindruck von sozialer Zugänglichkeit. Diese zeigte sich in seiner Fertigkeit zu a) dem Gebrauch von Gesten (mediale Ebene), zur b) Rekognition anderer Akteure in seiner Umgebung (sozio-kognitiveKognition/kognitiv Ebene) sowie im c) Fremdbezug, d.h. der Fähigkeit, andere Akteure in sein Verhalten einzubeziehen (situative Ebene). Diese drei Punkte sind Bedingungen für das präkommunikative formale Verstehen, das die Grundlage für die Begegnung zwischen sozialen Wesen ist. So simuliert das Zuwenden des Kopfes in die Richtung herannahender Personen zunächst eine potentielle Reaktion auf Akteure und suggeriert die Fertigkeit zu einer situationsbezogenen Wahrnehmung weiterer Personen. Diese momentan situativen Aktionen des RobotersRoboter reichen jedoch nicht aus, um als sozialer AkteurAkteur erfahrbar zu werden. Die obigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die präkommunikativen Grundbedingungen von Sozialität um zusätzliche, kontinuierliche statt temporäre Passungen an die Reaktionsabfrage sowie um die Antwort auf Kommunikationsabfragen ergänzt werden müssen, um den ErwartungshaltungenErwartungshaltung der Besucher gerecht zu werden.
Im Teleoperationsmodus dagegen treffen die Besucher auf GHI-1 als einem sozial-responsivemResponsivität Wesen, das mit seinem sozialen Umfeld interagiert. Anders als im Facetrack wird hier die Blickrichtung und die Positionierung des Torsos durch den (für die Besucher nicht sichtbaren) Steuernden an die Position der Besucher angepasst. Weiter wird das Aktionsspektrum des RobotersRoboter um den symbolischen Gestengebrauch erweitert, so dass ein sprachliches Antwortverhalten auf die Interaktionsanfragen der Besucher möglich ist. GHI-1 beherrscht zudem die Turn-Taking-Regeln und zeigt verstärkte Anteilnahme, erhöhtes Engagement, gesteigerte Aufmerksamkeit und Zugänglichkeit gegenüber den Besuchern. Dies führt zu einer qualitativen Steigerung des interaktiven Umgangs mit dem RoboterRoboter als auch zu veränderten Wahrnehmungen und ErwartungshaltungenErwartungshaltung gegenüber seinen Fähigkeiten als sozialem AkteurAkteur (vgl. dazu Abb. 3). Entsprechend verändert sich auch die Erkundung seiner Reaktions- und Interaktionsfertigkeiten. Da nun die Bedingungen für das formale Verstehen erfüllt scheinen, wird die Ebene des inhaltlichen Verstehens relevant.
Abb. 3:
Interaktionssituationen zwischen Mensch und androidemandroid RoboterRoboter
Sobald die kommunikative Deutung gelingt, wird die präkommunikative Überprüfung der Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit durch das Abfragen weiterer Fertigkeiten auf der inhaltlichen Ebene ersetzt. Die Wesensmerkmale, die im Idling- und Facetrack-Modus körperlich erkundet wurden, werden nun zum Inhalt der Kommunikation. Sie umfassen die drei Kernbereiche a) motorische Fertigkeiten, b) kommunikative Immersionsfähigkeit und c) kognitiveKognition/kognitiv Reichweite. Dies wird im Folgenden anhand von Beispielen dargelegt:
a) Beispiel 2: Motorische Fertigkeiten1
| F(42) | schüttelt den Kopf und guckt zu GHI-1 (…) Darf ich mal ihre Haut berühren? |
| GHI-1 | blickt zu F(42) Ja aber nicht wehtun. |
| F(42) | fasst mit den Fingern der rechten Hand die Finger von GHI-1, blickt GHI-1 an und hält die Hand Ganz kalt – kann die auch warm werden? |
| GHI-1 | guckt zu F(42) Nein |
| F(42) | guckt zu GHI-1 Nicht |
| GHI-1 | guckt zu F(42) Ich bin //immer sehr kalt |
| F(42) | guckt zu GHI-1 und legt die Hand schützend an GHI-1s Hand Die bleibt //die bleibt immer{kalt} |
| legt die Hand auf GHI-1s Hand und blickt ihn nickend an Wenn ich das hiermache spüren sie etwas? Spüren sie eine Berührung? | |
| GHI-1 | guckt zu F(42) Nein, leider nicht |
| F(42) | nickt und zieht die Hand weg |
Wie das Beispiel zeigt, beziehen sich die kommunikativen Interpretationen mit ihren inhaltlichen Referenzen auf die präkommunikativen Fähigkeiten des RobotersRoboter. Im Teleoperationsmodus werden die Aufmerksamkeitshascher, die im Idling- und Facetrack-Modus zur Reaktions- und Interaktionsprüfung dienen, auf den Bereich der symbolischen Gestenkommunikation verlagert. Die kommunikativen Bezugnahmen auf die motorischen Kapazitäten konzentrieren sich hier hauptsächlich auf seine robotische Gestalt und seine Fähigkeiten im Bereich der motorischen Aktivität, Ausdruckshaftigkeit und Beweglichkeit der Gliedmaßen. Zusätzlich betreffen sie das thermische und taktil-sensorische System.
b) Beispiel 3: Kommunikative Immersionsfähigkeit1
| M(57) | blickt auf den Rechner Wie geht es Dir – Guten Morgen |
| GHI-1 | blickt zu M(57) Hallo. Möchten Sie vielleicht eine Broschüre mitnehmen? |
| M(57) | Welche Broschüre denn? |
| GHI-1 | guckt zu M(57) Die links neben mir |
| M(57) | Und was steht da drinnen? blickt GHI-1 an |
| GHI-1 | guckt zu M(57) Das sind Broschüren über Kyoto meiner Heimatsstadt |
| M(57) | Über Kyoto, wo liegt denn Kyoto? |
| GHI-1 | guckt zu M(57) In Japan |
| M(57) | guckt zu GHI-1 Wie viele Einwohner hat das? |
| GHI-1 | guckt zu M(57) Oh das weiß ich nicht |
| M(57) | guckt zum Broschürentisch Warum weißt Du das nicht? |
| GHI-1 | guckt zu M(57) Ich komme selten nach draußen – Ich kann doch nur sitzen |
Die Reichweite der symbolischen Gestennutzung zeigt sich in der kommunikativen Begegnung mit GHI-1. Hier geht es darum, GHI-1 als Hybridwesen mit technischenTechnik und humanoidenhumanoid Eigenschaften zu erkunden. Zu den Themen, über die im Zusammenhang mit dem RoboterRoboter gesprochen wird, gehören alltägliche Kommunikationsinhalte sowie Bezüge auf situative Gegebenheiten, die sich in Fragen zur Person, Form, Funktion, Tagesablauf, Beschäftigung, motorischen Fähigkeiten, Bedeutung der Bewegungen usw. äußern. Weiter zeigen die Videoaufnahmen, dass es zu einer vertieften Kommunikation mit GHI-1 kommt. Diese Begegnungen der immersiven und/oder idealen Kommunikation haben eine weite Gesprächs- und Themenspanne, verlaufen für die NutzerNutzer*in intuitiv und sind an Sprachkonventionen ausgerichtet. Der Interaktionsverlauf erfüllt die ErwartungshaltungenErwartungshaltung einer sinnhaften Tiefenstruktur und vermittelt den Eindruck des RobotersRoboter als eines elaborierten kommunikationsfähigen Akteurs.
c) Beispiel 4: Kognitive KapazitätenKognition/kognitiv 1
| J(13) | guckt GHI-1 an Aehm – can I ask you one more question? |
| GHI-1 | Yes |
| J(13) | guckt lächelnd zu GHI-1 Aehm – what is the fifth root of ( ) thousand? |
| GHI-1 | guckt J(13) an Aehm – sorry I cannot understand – Rachel? |
| R | guckt lachend zu GHI-1 What is the fifth root of seven thousand he asks. |
| Some kind of mathematics | |
| GHI-1 | bewegt den Kopf zw. Rechner und R Ja (laughs) |
| S off | Geminoid – you know you don’t have to answer to that question. And you have to say that in the Turing Test mathematical questions are not allowed |
| GHI-1 | Its too difficult for me hebt den Kopf und guckt zu J(13) |
| S | Do you know the correct answer? |
| J(13) | geht näher Richtung Stefan am Nebentisch Do you know the ( ) |
| R | zu GHI-1 I think you have to look up in the computer – Just the root – you know you know that root sign |
| GHI-1 | blickt in den Rechner I cannot calculate |
Die Sprachfähigkeit des RobotersRoboter ermöglicht nun eine Erkundung seiner kognitivenKognition/kognitiv Fertigkeiten. Die inhaltlich-kommunikative Anschlussfähigkeit dient als Indiz für Wissensbestände und trägt entsprechend zur Prüfung ihrer Reichweite sowie der kognitiven Leistungskapazitäten bei. Die kommunikativen Themen zur Feststellung kognitiver Kapazitäten des RobotersRoboter umfassen sensorische Wahrnehmungsgrade, expressive Mimik, das Verständnis von Konzepten wie Identität, Arbeit, Intelligenz, Fragen zu motorischen und physischen Kapazitäten (wie alternative Energieversorgung) oder zu kognitiven Limitationen bzw. zu computationaler Intelligenz (vgl. Panda et al. 2018) (wie z.B. durch die Abfrage von Rechenaufgaben, elaborierten Sprachcodes oder Wissenskonzepten). In Bezug auf seine Kommunikationsfähigkeit und kognitivenKognition/kognitiv Kapazitäten vermittelt GHI-1 hier den Eindruck eines sozialen Akteurs, der einerseits zu abstrahierter Reflexion in der Lage und andererseits mit der Sinnhaftigkeit alltäglicher Prozesse vertraut ist. Diese Fähigkeiten stellen die grundlegenden Merkmale im Teleoperationsmodus dar, über die GHI-1, im Vergleich zu menschlichen Akteuren, in modifizierter und begrenzter Weise verfügt. Im Gegensatz zu den fehlerhaften reaktiven und interaktiven Rückmeldungen im Idling- und Facetrack-Modus führt das interaktive Feedback nun zu einem erweiterten Fremdbezug der Besucher, der sich in Dauer, Intensität, Emergenz und Eloquenz der Kommunikationsweise widerspiegelt.
5 Fazit
Die Fähigkeit zur InteraktionInteraktion und die damit in Zusammenhang stehenden Ebenen des formalen und inhaltlichen Verstehens sind Grundvoraussetzungen, die ein potentieller AkteurAkteur mitbringen muss, um als sozialer Akteur agieren zu können und anerkannt zu werden. Dies spiegelt sich in den ErwartungshaltungenErwartungshaltung bei sozialen Begegnungen mit speziesfremden Wesen. Wie gezeigt werden konnte, beziehen sich diese Erwartungen beispielhaft am RoboterRoboter auf verschiedene Aspekte. Erwartet werden: autonomeautonom Reaktionen auf Aufmerksamkeitshascher, Autonomieautonom in Bezug auf allgemeine Bewegungs-, Reaktions- und Interaktionsfähigkeiten, interaktive Antworten auf symbolische Gesten, das Erkennen und Erwidern von Interaktionsversuchen, das Verfügen über eine Wirksphäre, adäquate motorische Aktionen, Etablierung von direktem Kontakt. All dies kann einen positiven Einfluss auf den Zuspruch eines Akteursstatus haben.
Wie die Studie auch gezeigt hat, waren die Besucher sehr daran interessiert, die Eigenschaften des RobotersRoboter sowie die Grenzen und Möglichkeiten im motorischen, kommunikativen und kognitivenKognition/kognitiv Bereich zu erfassen. Dabei wurde deutlich, dass die zwischenartliche InteraktionInteraktion durchaus gelingen kann. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Eigenschaften des RobotersRoboter mit denen der menschlichen Personen korrespondieren. Im Laufe der Erkundung des RobotersRoboter wurden vielmehr zentrale Unterschiede zu menschlichen Wesensmerkmalen deutlich, die sich u.a. in Beschränkungen des Ausdrucks der Wahrnehmungsfähigkeit und der Bewegung bemerkbar machten. Diese unübersehbaren Eigenarten können zu Abweichungen in den bisher geltenden ErwartungshaltungenErwartungshaltung hinsichtlich der Eigenschaften eines sozialen Akteurs führen. Im Resultat bilden sich dann möglichweise neue Erwartungshaltungen heraus. So stellte eine Besucherin bei der Erkundung der motorischen Reichweite von GHI-1 fest, dass der RoboterRoboter lediglich einen begrenzten Bereich von Bewegungen aufweist und keine Empfindlichkeit gegenüber taktilen, thermischen oder sensorischen Reizungen zeigt. Die Erwartungshaltung der Besucherin ging also von an zwischenmenschlicher Interaktion orientierten Erfahrungen aus. Sie wurde im Laufe der Begegnung mit dem RoboterRoboter revidiert und GHI-1 wurde als AkteurAkteur wahrgenommen, der in Ansätzen kommunikativ funktioniert, aber im Bereich der Körperresonanz begrenzt ist und dem subtile sensorische und thermische Eindrücke verwehrt sind.
Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich demnach folgern: Es gilt, neue ErwartungshaltungenErwartungshaltung für zukünftig denkbare Mensch-Roboter-Interaktionen zu formulieren und dabei der Tatsache Rechnung zu tragen, dass es sich dabei um verschiedene Arten von Akteuren handelt, die trotzdem in der Lage dazu sind, in vertieften Kontakt miteinander zu treten. Profitieren können davon nicht nur Ingenieure, die RoboterRoboter für zukünftige Interaktionsszenarien konstruieren, sondern auch die Personen, die künftig mit RoboternRoboter interagieren werden.
Bibliographie
Berger, Peter L./Luckmann, Thomas (2001). Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie. 18. Aufl. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.
Bergmann, Jörg (1981). Ethnomethodologische Konversationsanalyse. In: Schröder, Peter/Steger, Hugo (Hrsg.). Dialogforschung. Jahrbuch 1980 des Instituts für Deutsche Sprache. Düsseldorf: Schwann, 9–51.
Bourdieu, Pierre (2012). Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. 22. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft.
Goffman, Erving (1963). The Territories of the Self. In: Goffman, Erving (Hrsg.). Behavior in Public Places. Notes on the Social Organization of Gatherings. New York: The Free Press, 28–61.
Hall, Edward Twitchell (1966). The hidden dimension. New York: Doubleday.
Ishiguro, Hiroshi (2007). Scientific Issues Concerning Androids. The International Journal of Robotics Research 26:1, 105–117.
Lindemann, Gesa (2009). Das Soziale von seinen Grenzen her denken. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft.
Lindemann, Gesa (2013). Handlung, Interaktion, Kommunikation. In: Scherr, Albert (Hrsg.). Soziologische Basics. Eine Einführung für pädagogische und soziale Berufe. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer, 101–109.
Luhmann, Niklas (1987). Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft.
Mead, George Herbert (1998). Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus. 11. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft.
Mondada, Lorenza/Schmitt, Reinhold (2010). Situationseröffnungen. Zur multimodalen Herstellung fokussierter Interaktion. Tübingen: Narr.
Nishio, Shuichi/Ishiguro, Hiroshi/Hagita, Norihiro (2007). Geminoid: Teleoperated Android of an Existing Person. In: de Pina Filho, Armando C. (Hrsg.). Humanoid Robots. New Developments. Wien: Intech Open, 343–352.
Panda, Brajendra/Sharma, Sudeep/Batra, Usha (2018). Innovations in Computational Intelligence. Singapur: Springer Nature.
Plessner, Helmuth (1975). Die Stufen des Organischen und der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie. 3., unveränderte Aufl. Berlin/New York: Walter de Gruyter.
Straub, Ilona (2016). ‘It looks like a human!’ The interrelation of social presence, interaction and agency ascription: a case study about the effects of an android robot on social agency ascription. IAI & SOCIETY 31:4, 553–571.
Straub, Ilona (2020). Zur Sozialität und Entität eines androiden Roboters. Empirische Zugänge zum Objekt- und Subjektstatus. Wiesbaden: Springer VS.
Straub, Ilona (o.J.): Über die Verkörperung einer eigenen Roboter-Identität – Zur kommunikativen Emergenz einer Roboter-Identität über Teleoperierende und Interaktionspartner von sozialen androiden Robotern. Unveröffentlichtes Manuskript.
Straub, Ilona/Nishio, Shuichi/Ishiguro, Hiroshi (2018). At the Café – from an Object to a Subject. In: Ishiguro, Hiroshi/Dalla Libera, Fabio (Hrsg.). Geminoid Studies. Singapur: Springer, 399–411.
Strauss, Anselm L./Corbin, Juliet (1996). Grounded Theory: Grundlagen qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz/PVU.
Takanishi, Atsuo/Ogura, Yu/Itoh, Kazuko (2007). Some Issues in Humanoid Robot Design. In: Thrun, Sebastian/Brooks, Rodney/Durrant-Whyte, Hugh (Hrsg.). Robotics Research, Bd. 28. Berlin, Heidelberg: Springer, 357–372.
Tomasello, Michael (2009). Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft.
Tuma, René/Knoblauch, Hubert/Schnettler, Bernt (2013). Videographie. Einführung in die interpretative Videoanalyse sozialer Situationen. Wiesbaden: Springer VS.
Roboter als Partnerersatz
Streitgespräche in der Mensch-Mensch- und Mensch-Maschine-KommunikationMensch-Maschine-Kommunikation
Jana Seebass
1 Robotisierung der Beziehung
Die Robotisierung unserer Gesellschaft wird ein immer aktuelleres Thema: Von MaschinenMaschine in der HerstellungsindustrieIndustrie über SprachassistentenSprachassistenz wie AlexaAlexa, SiriSiri und Co. zu Robotern in der PflegeSiriAlexa1 – ihr Einsatzgebiet wird immer grösser und die RoboterRoboter immer klüger. Künstliche IntelligenzKünstliche Intelligenz (KI) wird durch fortschrittliche Algorithmen besser, simple Konversationen sind mit RoboternRoboter wie PepperPepper (siehe Carpenter 2017: 264f.) bereits möglich. Auch äusserlich ist immer mehr möglich: Verschiedene Firmen versuchen, humanoidehumanoid RoboterRoboter herzustellen, die dem Menschen optisch möglichst ähnlich sind. Kein Wunder also, wenn diese Thematik auch Einzug in die Literatur, in Filme und Serien findet. Ein Roboter als perfekter Partner – nie wieder Streit – so könnte man sich beispielsweise einen Slogan vorstellen.
Doch funktioniert das wirklich, den Partner durch einen RoboterRoboterPartner- zu ersetzen?2 Im Folgenden wird von der NetflixNetflix-Serie Black Mirror die Episode Be right back (2013 übertragen) genauer untersucht. Eine junge Frau verliert ihren Partner, kann diesen aber durch einen RoboterRoboterPartner- ersetzen, der gleich aussieht wie der verstorbene Mann. Doch wie funktioniert eine solche Kommunikation? Wie viel Konfliktpotenzial entsteht durch einen derartigen Partnerersatz? Um dies überprüfen zu können, muss man einbeziehen, wie die Kommunikation des menschlichen Paares war und wie dieses mit Konfliktpotential umgegangen ist. Im vorliegenden Beitrag werden deshalb zunächst Auszüge aus Gesprächen zwischen der jungen Frau Martha und ihrem Freund Ash untersucht, sodann Gespräche zwischen ihr und dem RoboterRoboterPartner- Ash und im Anschluss daran beide Gesprächskonstellationen miteinander verglichen.
