Kitabı oku: «Rituale im Jahreskreis», sayfa 2

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Dein Bewusstsein heilt Körper, Seele, Erde und Universum

Bewusstes Handeln heißt zunächst einmal, stopp zu sagen zu den Stress erzeugenden Beschleunigungen, die durch das Massenbewusstsein gefördert werden. Das (unbewusste) Handeln der meisten Menschen in der westlichen Welt ist geprägt von den Informationen, die ohne Pause durch Massenmedien, Internet und andere technische Medien auf uns einrieseln (deswegen habe ich meinen Fernseher schon seit Langem abgeschafft). Deren Botschaften verführen uns zu der Illusion, wir seien machtlos und könnten die Armut der Welt und den ständigen Überlebenskampf ohnedies nicht ändern. Unterbewusstsein und Ego halten uns durch diese scheinbar bestätigenden Botschaften, wie das Leben nun einmal sei, in einer Angstschwingung fest, die wiederum negative Wirklichkeiten für uns und unsere Umgebung erschafft.

Angst und negative Glaubenssätze über uns selbst und andere führen aber leider zu einer ausgesprochen kräftezehrenden Lebensweise, in der wir immer schneller und hektischer durchs Leben rennen, um das vermeintlich Lebensnotwendige zu ergattern und uns abzusichern: den Job, das Auto, den Partner, die Rente … Diese Beschleunigung, dieser Stress und diese Hektik schwächen uns immer mehr, die Spitze des Getriebenseins ist längst erreicht! Circa die Hälfte der Einwohner in Deutschland ist ausgebrannt (Burn-out) und auf dem besten Weg zu Lethargie und Depression.

Fragen Sie einmal in Ihrem Bekanntenkreis, wer wirklich ein glückliches und zufriedenes Leben führt! Wollen Sie tatsächlich so weiterleben?

Wie innen so außen, wie oben so unten – unsere Gedanken, Ideen und Taten treffen auf Resonanz im gesamten Universum und in der kleinsten Zelle unseres Seins. Unsere Gedanken werden zur Wahrheit und bilden unsere Realität, ob wir das im positiven, heilenden Sinne einsetzen oder nicht. Unsere Aktionen zur Heilung der Erde und ihrer Geschöpfe sind wesentlich wirkungsvoller, als wir glauben. Allein die Absicht zu helfen hat bereits eine Wirkung, auch wenn wir diese nicht sehen können.

Dennoch sind positive Informationen im feinstofflichen Feld bereits vorhanden und warten auf Abruf. So können wir jederzeit darum bitten, dass wohlwollende und lichtvolle Helfer in Form oder Gestalt von Engeln, Meistern, Krafttieren, Erdwesen, Naturwesen, Tönen, Farben, Symbolen uvm. unsere Kräfte beim Ritual verstärken und um ein Vielfaches potenzieren. Sie werden deren Anwesenheit spüren, hören oder sehen können, nachdem Sie sie eingeladen haben, dabei zu sein. Auch aus diesem Grund sind Sie nie allein, selbst wenn Sie das Ritual tatsächlich ohne Gruppe, also all-ein vollziehen.

Kann einer allein wirklich nichts bewirken?

Um zur Erdheilung mit Hilfe von Zeremonien oder Ritualen beizutragen, braucht es nicht unbedingt eine Gruppe. Wir leben in einer ganz besonderen Zeit, in der jeder Einzelne von uns immens viel Schöpferkraft geschenkt bekommen hat. Ein eindrucksvolles Beispiel habe ich im Jahr 2011 bei einer Reise nach Jordanien erlebt. Eine Kollegin erzählte mir, kurz bevor wir zu einer Tour an den weltberühmten archäologischen Ausgrabungsort Petra aufbrachen, dass sie im Jahr vorher bereits einmal an diesem Ort gewesen sei. Besonders erschreckt und betroffen hätte sie dabei der überaus erbärmliche Zustand der Pferde, mit denen Touristen von einheimischen Kutschern die rund drei Kilometer ins Zentrum von Petra gefahren wurden. Die Tiere seien so schlecht ernährt gewesen, dass man die Rippen gesehen habe. Unter den Sätteln seien sie wund gewesen, und die Reiter haben sie mit Peitschenhieben erbarmungslos angetrieben, alles sei wohl nur auf Profit ausgerichtet. Daraufhin habe sie zu Hause regelmäßig zu einem aufgestiegenen Meister gebetet, er möge diesen armen Tieren helfen.

Während wir so sprachen, näherten wir uns zu Fuß dem Platz, an dem die Reiter ihre Kutschdienste anboten. Viele Pferde standen dort mit und ohne Sattel, und wir waren sehr erstaunt über den unerwarteten Anblick. Alle Pferde waren bestens genährt, kein einziges Tier war abgemagert. Niemand peitschte auf die Tiere ein, um sie anzutreiben. Meine Kollegin war höchst erstaunt, hatte sich doch nur ein Jahr vorher ein ganz anderes Bild gezeigt. Wir liefen rund einen Kilometer weiter zum Eingang des Gebietes, während etliche mit Touristen besetzte Kutschen an uns vorbeifuhren, rasch zwar, aber nicht übermäßig rasant. Am Eingang angelangt, sahen wir eine große, neu aufgestellte Holztafel, auf der stand, dass es in diesem Gebiet eine Tierschutzpolizei gebe, und wenn jemandem auffallen sollte, dass die Tiere nicht gut behandelt würden, dann sollte man das in einem extra dafür aufgestellten Häuschen melden. Ist das nicht wunderbar? Da soll einer sagen, allein hätten wir keine Chance!

Der richtige Zeitpunkt, uns selbst und die Erde zu heilen, ist jetzt

Wie das Beispiel mit den Pferden und ihren Besitzern zeigt, können wir ziemlich sicher sein: Rituale im echten Bewusstsein haben Wirkung! Sie können sich selbst damit kraftvolle Heilimpulse für Körper, Seele und Geist geben, ebenso für Mutter Erde und alle Geschöpfe, die auf ihr leben, sowie dem ganzen Universum, mit dem jeder Einzelne auf eine Weise verbunden ist, die wir vorerst nur erahnen können. Zumindest weiß man heute von der Quantenphysik, dass dies nicht nur Spekulation ist. Vielmehr ist alles Illusion, was wir mit unseren relativ beschränkten physischen Sinnen wahrnehmen.

Diese Welt aus Bildern, Farben, Tönen, Gedanken und Gefühlen ist in Wahrheit eine Welt der Frequenzen, Schwingungen, Bewegungen und vor allem Möglichkeiten. So bilden die allerkleinsten Teilchen der Materie wie Quanten, Quarks oder Photonen nicht regelmäßig feste Materie, sondern vielmehr einen Raum der Möglichkeiten, aus dem jederzeit Wirklichkeit bzw. Materie werden kann. Welche der zahllosen universellen Möglichkeiten dann tatsächlich zu einer sichtbaren und spürbaren Realität für uns wird, unterliegt hauptsächlich den gestaltbildenden Kriterien unseres Bewusstseins, unserer Gedanken, Erwartungen und Gefühle. Ob bewusst oder unbewusst – wir selbst entscheiden in jedem Augenblick neu, welche Realität sich aus dem morphogenetischen (Form gebenden) Feld als Nächstes herausbilden wird. Es ist besser, bewusster vorzugehen, damit es eine schöne harmonische Wirklichkeit für die Erde und uns Menschen, ihre Kinder, die Tiere und Pflanzen wird.

Erdheilungsrituale im Rhythmus und kreisförmigen Verlauf des Lebens zu zelebrieren, bedeutet, das Leben selbst als Manifestation des göttlichen Seins zu ehren, samt aller Geschöpfe, die eben diese Schöpfung hervorgebracht hat, ganz gleich, ob es sich um den Dalai Lama handelt oder um den Maulwurf, der gerade Ihren Garten umgräbt.

Alle Lebewesen sind berechtigte Lebewesen, die ihren Körper und ihre Seele von einem höheren göttlichen Bewusstsein geschenkt bekommen haben. Sie alle sind vom Funken des Lichtes und von universeller Liebe beseelt und durch eben dieses Licht und diese Liebe miteinander verbunden. Unsere Liebe und Achtung der Schöpfung und der Mutter Erde in Ritualen auszudrücken setzt voraus, dass wir in vollkommener Selbstliebe bei uns angekommen sind! Das ist das erste Ziel eines (neuen) achtsamen und ganzheitlichen Umgangs mit uns selbst. Aus dieser Grundschwingung heraus wird es zu einem ganz selbstverständlichen und alltäglichen Akt, die Erde und ihre Lebewesen zu achten und sie zu jeder Zeit und an jedem Ort mit Respekt zu behandeln. Diese innere Grundhaltung gilt es neu zu erleben und zu leben, und es bedarf vielleicht einiger sanfter Übung, bis wir fühlen können, was diese Energie der Liebe und Verbindung zu allem, was ist, wirklich bedeutet.

Erde und Himmel in einem Erdheilungsritual zu danken, zu ehren und unsere Liebe und Achtsamkeit darzubieten, ist Dienst am universellen großen Ganzen. Und wenn wir mit lauterer Absicht unser Bewusstsein aktivieren und fokussieren, um Umweltverschmutzungen zu reinigen oder um die Verankerung und Dynamik von Ungerechtigkeiten, Profitgier und Kriegen im morphogenetischen Feld zu durchbrechen, dann werden wir von Himmel und Erde große Geschenke zurückerhalten – in Form von Gesundheit an Körper, Seele und Geist, in Form von Frieden, Glück und Zufriedenheit.

In jedem Ritual kommen starke Energien zum Fließen, da die Gedanken fokussiert sind und zu Trägern des Lichtes und der Liebe werden können. Es entstehen sofort Resonanzen mit anderen Mitgeschöpfen bzw. zu den Lebewesen, mit denen wir in heilenden Kontakt treten wollen. Als Lebewesen bezeichne ich auch schwingende Energien bzw. Frequenzen, aus denen letztlich alles Materielle besteht, zum Beispiel auch Verschmutzungen wie Ölteppiche oder genmanipuliertes Saatgut. Wir können meditativ in deren Energie eintauchen und uns sagen lassen, von welcher Art unsere Hilfe für dieses Thema zum Wohle aller Beteiligten sein kann. In einer Gruppe kann die fokussierte Liebes-Licht-Energie aufgebaut werden und zu einem tragenden stabilen Feld werden, in dem der Heilungsprozess sehr stark wirken kann, um letztlich dem Ganzen und allen daran Beteiligten zu dienen.

Das Jetzt ist immer der richtige Zeitpunkt, mit Hilfe von Ritualen unser Bestes zu geben.

Den richtigen Zeitpunkt für Rituale finden

oder: Welchen Kalender hätten Sie gern?

Stellen Sie sich eine Telefonkonferenz vor: Es verabreden sich ein Deutscher, ein Österreicher, ein Inder, ein Chinese, ein Araber, ein Jude und einer der wenigen Verbliebenen des Maya-Volkes aus Yukatan, um zu Beginn des neuen Jahres ein Begrüßungsritual für einen guten Start und Verlauf des neuen Jahres zu zelebrieren. Der Ort ist klar, an dem man sich hierzu treffen will, und auch schnell vereinbart. Und jetzt raten Sie: Wie viele Personen werden sich zum vereinbarten Termin einfinden? Und welche Personen werden kommen? Wenn Ihre Antwort richtig ist, erhalten Sie als Preis einen Kalender. Aber welchen?

Die Zählung der Zeit mit Jahren, Monaten, Wochen, Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden ist uns so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir meist nicht mehr darüber nachdenken, ob dies sinnvoll und richtig ist. Wir takten mit dem Rhythmus eines künstlich festgelegten Systems nach dem sogenannten gregorianischen Kalender, den Papst Gregor XIII. im Oktober 1582 durchsetzte und den die meisten katholischen Staaten Europas alsbald übernahmen. Die protestantischen Länder hatten mit dieser katholisch verfügten Regelung naturgemäß zunächst Probleme. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts hielt der gregorianische Kalender auch in allen evangelischen Gebieten des Deutschen Reiches Einzug. Die gregorianische Zeitrechnung wurde nach und nach von einem Großteil der Welt übernommen, zuletzt 1926 von der Türkei und 1949 von China. Die orthodoxe Kirche machte diese Reform allerdings nicht mit, weshalb sie heute noch Weihnachten am 6. Januar feiert.

Sonnen-, Mond- und Sternenkalender

Obwohl der gregorianische Kalender als sogenannter Sonnenkalender (Orientierung am Lauf der Erde um die Sonne als Zentrum) heute weltweit verbreitet und gebräuchlich ist, dürfen wir nicht vergessen, dass es Kulturen gibt, die sich an einem ganz anderen Kalendersystem orientieren. So befinden wir uns 2014 nach dem jüdischen Kalender bereits im Jahr 5774/75 und nach dem islamischen Kalender erst im Jahr 1435/36. Der 4. Dezember 2013 war nach der Zählung des julianischen Kalenders, der lang vor dem gregorianischen Kalender galt, der 21. November 2013.


Steinkreis in Schottland: Der Sonnenstand zeigte die Zeit an.

Die ersten bekannten Kalender sind etwa 5.000 Jahre alt und stammen von den ägyptischen und mesopotamischen Hochkulturen. Später fügten die Babylonier die siebentägige Woche hinzu. Wenn sich also die Damen und Herren der Telefonkonferenz zum Neujahrsritual treffen wollen, brauchen sie zunächst einmal eine Übereinkunft darüber, nach welchem Kalendersystem bzw. nach welcher Zeitrechnung dies geschehen soll.

Die Zeitrechnung vieler Völker und Kulturen geht auf die Beobachtung von Himmelskörpern zurück, vor allem von Sonne, Mond und Sternen. Mondkalender (lunares Kalendersystem) berechnen den Monat und das Jahr anhand der Mondphasen und gehören zu den ältesten Kalendern der Menschheit. Der Mond lieferte die einfachste und eindeutigste Orientierungshilfe für eine Kalenderrechnung, da der neue Monat begann, wenn das neue Licht, also der Neumond, wieder am Himmel erschien. Das Mondjahr besteht aus zwölf Monaten, ist jedoch elf Tage kürzer als das Sonnenjahr, weshalb es auch nicht so genau stimmt; eigentlich sind es einmal 12, einmal 13 Monde. Das Mondjahr lässt sich eben nicht in das 12er-Schema des gregorianischen Kalenders pressen, es ist ein bewegliches, nicht starres System, ein urweibliches Prinzip, das keine Fesseln verträgt, weshalb wir auch durch Mondrituale mit der ungebändigten weiblichen Kraft in Verbindung treten können. Sie ist nicht manipulierbar, daher versuchte die katholische Kirche seit jeher, sie zu zähmen bzw. auszurotten.

Die Zeit ist nur ein leerer Raum, dem Begebenheiten, Gedanken und Empfindungen erst Inhalt geben.

Wilhelm von Humboldt

Die Sonnenkalender (solares System) orientieren sich am Lauf der Erde um die Sonne. Sein klassischer Vertreter ist der gregorianische Kalender. Die Erde benötigt zwischen 365 und 366 Tagen, um die Sonne zu umkreisen, und etwa 24 Stunden, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen.

Der Lunisolarkalender (Luna = Mond, Sol = Sonne) stellt eine Mischform dar. Seine Monate richten sich nach dem Mond, das Jahr wird allerdings nach der Sonne festgelegt. Das bedeutet, es wird zum Beispiel von einem Frühlingsanfang bis zum nächsten oder von einer Sonnenwende bis zur nächsten gerechnet. Es gibt zwei Sonnenwenden innerhalb eines Jahres: Die Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember (= Winteranfang) und die Sommersonnenwende am 21. Juni (= Sommeranfang). An diesen Tagen erreicht die Sonne ihren größten Abstand zum Himmelsäquator, von da an ändert sie ihre Bewegungsrichtung und nähert sich wieder dem Äquator an.

Der Stellare (=Sternen-)Kalender orientiert sich an dem jeweiligen Stand verschiedener Sterne, wobei Sonne wie Mond eine untergeordnete Rolle spielen. Ein Jahr beginnt hier zum Beispiel nicht mit dem Wiedererscheinen des Mondes, sondern eines bestimmten Sternes. Solche Kalendersysteme verwendeten die alten Ägypter, die Maya und andere alte Kulturen. Die berühmten mystischen und vielfach noch völlig unverstandenen Maya-Kalender waren der Sonne stark verbundene Rechensysteme, die aber nicht in unser Verständnis klassischer Kalender passen. Sie sind eher universelle Codes, die wohl die Schöpfungsprinzipien des Lebens abbildeten und übersetzten.

Auf den folgenden Seiten werden die beiden Kalender vorgestellt, die unsere westliche Kultur in besonderem Maße geprägt haben.

Julianischer Kalender

Gaius Julius Caesar machte sich nicht nur einen Namen als römischer Feldherr und Diktator, sondern er verewigte sich auch als Reformator der Zeitrechnung, indem er 46 v. Chr. den julianischen Kalender einführte. Dieser löste den altrömischen Kalender ab, der mit Schaltmonaten versucht hatte, die Differenz zwischen Mondjahr und Sonnenjahr zu überbrücken. Der julianische Kalender besteht aus einem System von 12 Monaten, wie wir es kennen, von Januar bis Dezember. Jeder Monat zählt 30 oder 31 Tage, mit Ausnahme des Monats Februar. Zunächst bezogen die Römer den julianischen Kalender auf den Zeitpunkt der Gründung Roms, die wir in unserem modernen Kalender auf das Jahr 753 v. Chr. datieren. Mit dem politischen Sieg des Christentums wurde der Nullpunkt des Kalenders jedoch mit dem Geburtsjahr Christi identifiziert. Neueste Korrekturen veränderten das Geburtsjahr Jesu Christi geringfügig. Die Vermutung, dass Jesus wahrscheinlich vier Jahre vor Beginn der christlichen Zeitrechnung geboren wurde, bleibt jedoch ohne Einfluss auf die Form des heutigen Kalenders. In diesem System folgt auf das Jahr 1 v. Chr. unmittelbar das Jahr 1 n. Chr., das heißt in der christlichen Zeitrechnung gibt es kein Jahr 0. Das zeigt uns erneut, wie willkürlich die Kalendarien und Zeitrechnungen angelegt wurden.

Der julianische Kalender führte alle vier Jahre ein Schaltjahr mit 366 Tagen ein; das durchschnittliche Jahr hatte dadurch 365,25 Tage (also 365 Tage und sechs Stunden) und entsprach damit fast genau dem Sonnenjahr – fast, denn die Erde braucht, um genau zu sein, für ihren Umlauf um die Sonne 365,24219878 Tage und damit etwas weniger, als der julianische Kalender festgelegt hatte. Im 16. Jahrhundert hatte sich dieser kleine Fehler auf zehn Tage addiert. Die Tagundnachtgleiche, die auf dem Konzil von Nizäa im Jahr 325 auf den 21. März festgelegt worden war, fiel im Jahr 1582 auf den 10. März. Das julianische Jahr ist also gegenüber dem Sonnenjahr um elf Minuten und 14 Sekunden zu lang, sodass sich die Abweichung im 14. Jahrhundert schon auf mehr als sieben Tage belief. Wieder war es also mehr schlecht als recht gelungen (oder misslungen), den natürlichen Lauf der Erdenbahn um die Sonne in eine rechnerische, von Menschen gemachte Form pressen zu wollen.

Gregorianischer Kalender

Die durchschnittliche Jahreslänge des julianischen Kalenders mit 365,25 Tagen bedeutete in Bezug auf das astronomische, mittlere Sonnenjahr eine Abweichung von 0,0078 Tagen. Das Kalenderjahr verschob sich zum Sonnenjahr also relativ langsam, aber stetig. Bis zum 16. Jahrhundert war die Diskrepanz zur jahreszeitlichen Ordnung so groß geworden, dass Papst Gregor XIII. kurzerhand eine Kalenderreform im Stil der katholischen, machthabenden Kirche durchführte:

► Er ließ die zehn Tage zwischen dem 4. und dem 15. Oktober 1582 einfach ausfallen, um die Abweichung zum Sonnenjahr auszugleichen. Nach dem 4. Oktober 1582 wurde direkt mit dem 15. Oktober 1582 weitergezählt. Damit wurden zehn Tage zum Zweck der Angleichung einfach eliminiert.

► Gregor XIII. führte Schaltjahre mit bestimmten Regeln ein, um Abweichungen auszugleichen: Nur noch diejenigen Jahre am Ende eines Jahrhunderts sollten Schaltjahre sein, die sich durch 400 teilen ließen (1600, 2000 usw.). Damit dauert ein Durchschnittsjahr 365,2425 Tage; danach wird erst nach knapp 3320 Jahren wieder eine Korrektur von einem Tag notwendig sein. Der Beginn des neuen Jahres wurde offiziell auf den 1. Januar gelegt. Der Name des Monats stammt vom lateinischen Wort „ianua“ (= Tür, Eingang, Durchgang). Diese Festlegung hat vermutlich mit der Wintersonnenwende sowie der Geburt Jesu Christi zu tun.

► Es wurden neue Regeln zur Berechnung des Osterfestes eingeführt.

Der gregorianische Kalender ist in unserer Zeit bis auf Ausnahmen internationaler Standard geworden. Seit Gregor XIII. hat es Versuche gegeben, den Kalenderstandard unter verschiedenen Gesichtspunkten zu ändern. So gelang es zum Beispiel dem Maya-Spezialisten José Argüelles, eine Papst-Audienz zu bekommen, um sein neues Denken zur Zeit- und Lebensqualität vorzustellen – allerdings erfolglos. Wir können uns von alten Gewohnheiten nur sehr schwer trennen, selbst wenn sie nicht mehr wirklich „zeitgemäß“ sind.

Auch wenn die meisten Menschen auf den gregorianischen Kalender „getaktet“ sind, sollten wir uns bewusst machen, dass dies nicht unserem natürlichen Rhythmus entspricht.

Die 12er-Taktung der Uhr

Ich konnte Uhren am Handgelenk nie leiden. Sie erschienen mir immer wie eine Fessel. Bis heute habe ich ein gutes Zeitgefühl, ohne ständig eine Uhr bei mir tragen zu müssen. Die Uhr am Handgelenk taktet uns den ganzen Tag auf eine fiktive Zeit ein und auf die damit verbundene Botschaft: „Zeit ist Geld“ Direkt am Puls sitzend, der eigentlich Ausdruck unseres individuellen Rhythmus ist, beeinflusst der künstliche 60-Sekunden-Takt permanent wichtige Meridiane (= Licht- und Lebensbahnen), die direkt hier unter der Haut und in unserem angrenzenden feinstofflichen Feld der Aura liegen. Unsere Uhren repräsentieren eine Druck erzeugende manipulierende Energie, denn sie behaupten, der natürliche Rhythmus sei die 12 (12 Stunden habe ein Tag, 12 Monate ein Jahr). Wir haben aber nicht immer genau 12 Mondphasen pro Jahr, manchmal sind es auch 13! Und so werden wir letztlich in ein ungenaues Schema hineingepresst, das unserem eher chaotischen, aber lebendigen System nicht entspricht.

Unser Körper, unser Zellgedächtnis und unsere Seele wissen jedoch um dieses flexible, fließende Lebensprinzip, weshalb die künstliche Taktung Stress erzeugt. Ein Beispiel sind die Stechuhren in den Fabriken. Könnte der Grund für das in der westlichen Welt weitverbreitete Gefühl der Sinnlosigkeit nicht in diesem unmenschlichen Zeit(erfassungs)-System liegen? Mit dem reinen Messen der Zeit nach dem willkürlichen (gregorianischen) Kalender wachsen unser Stress und unser Getriebensein und das Bedürfnis nach Erholung am Ende der vermeintlich abgelaufenen Zeit. So ist die Zeit während der Woche weniger wert als das Wochenende, weil damit meist Arbeit assoziiert wird, während das Wochenende Lebensqualität bedeutet. Das Wochenende ist aber schnell vorbei, sodass hier wiederum nur die Quantität im Vordergrund steht. Wir warten darauf, dass es endlich Frühling wird, statt die Qualität des Winters wertzuschätzen und genießen zu lernen. Wir warten auf das Rentenalter, weil es uns da endlich besser gehen wird. Denken Sie immer noch in Vergangenheit und Zukunft und vergessen dabei, im Hier und Jetzt zu leben?

Was den Maya-Kalender auszeichnet

2012 geriet bei vielen Menschen weltweit ein einzigartiges Kalendersystem in den Mittelpunkt des Interesses, das mystisch, prophetisch und unverstanden zugleich anmutet: Der Kalender der Mayas sollte am 21. Dezember 2012 zu Ende gehen, was bei zahllosen Menschen Panik und Weltuntergangsszenarien auslöste und nebenbei den Propheten des Zeitenendes einen riesigen Umsatz bescherte. Sollte es einen Leser geben, der dies nicht mitbekommen hat, so möge er sich bitte bei mir melden (dagegen gibt es bestimmt Leser, die noch nie etwas vom julianischen Kalender gehört haben). Wenn wir jetzt nicht alle völlig unbemerkt in eine andere Dimension katapultiert worden sind, dann scheint dieses Ende der Zeit oder der Welt zumindest hinausgeschoben worden zu sein.

Das ungewöhnlich exakte Astronomie- und Kalenderwissen der Maya erstaunt uns Mitteleuropäer sehr, hat es doch mit seiner Genauigkeit bis heute nicht seinesgleichen gefunden. Obwohl die Maya rund 20 verschiedene Kalender besaßen, die natürliche, planetare, solare und galaktische Zyklen abbildeten, wurden vor allem drei Kalendersysteme näher erforscht und interpretiert: der Tzolkin als heiliger Kalender mit einem Zyklus von 260 Tagen, der Haab als ziviler Kalender, der mit seinen 365 Tagen dem Sonnenjahr entspricht und der deshalb unserem Denken am nächsten kommt, ferner die lange Zählung im System des Long Count mit 1.872.000 Tagen, was ungefähr 5.125 Sonnenjahren entspricht. Die Kombinationen von Tzolkin- und Haab-Daten wiederholen sich nach einer 52 Jahre dauernden Kalenderrunde.

Das für uns sehr komplizierte Kalendersystem bestimmte den Alltag und die Mythologie der Maya, aber es war viel mehr: ein universeller Code, der die Gesetze des Lebens und ebenso die kosmischen Rhythmen und Gesetzmäßigkeiten abbildete. Die Mayas hatten ein weit tieferes Verständnis vom Wesen und den Gesetzmäßigkeiten der Zeit, als es unsere heutige Wissenschaft hat. Sie betrachteten die Zeit nicht als etwas Lineares und quantitativ Zählbares, sondern vielmehr als eine mehrdimensionale Energie, die in ihrer innersten Natur qualitativ und fraktal ist. Es ging also nicht um das Fortschreiten einer künstlich getakteten Zeit in Sekunden, Minuten, Stunden usw., sondern um Zeitzyklen, die sich im Kleinen wie im Großen periodisch und rhythmisch wiederfinden und so das Grundprinzip der Schöpfung in allen Dingen widerspiegeln.


Maya-Ruinen in Tulum, Mexiko.

Haab

Der Haabkalender umfasst 365 Tage und ist damit die beste ganzzahlige Näherung an das mittlere Sonnenjahr von 365,2422 Tagen. Mit dem Haab teilten die Maya ein Sonnenjahr in 18 Monate mit jeweils 20 Tagen auf. Dazu kam ein zusätzlicher Monat mit nur fünf Tagen, damit das Sonnenjahr mit 365 Tagen voll wurde. Die fünf Sondertage bilden den Monat Uayeb, was namenlos bedeutet. Die Tage des Monats Uayeb galten offenbar bei den Mayas als Unglückstage. Der Haab diente den Maya zu zivilen Zwecken, zum Beispiel zur Berechnung der Saat- und Erntezeiten.

Tzolkin

Innerhalb dieses Kalendersystems ist der Tzolkin, der sogenannte Heilige Kalender der Mayas der wichtigste, da er die Grundlage für die meisten anderen Kalender bildet. Er zählte 260 Tage, aufgeteilt in 20 Monate mit je 13 Tagen, bei dem jeder Tag (Kin) durch eine Kombination einer Zahl (Ton) von 1 bis 13 mit dem Namen einer von 20 Schutzgottheiten (oder Tagesnamen) näher definiert wird. Die 20 Monate sind eher „Wellen“ mit bestimmten Bewusstseinsinhalten bzw. Qualitäten, nicht quantitativ, wie wir die Zeit üblicherweise verstehen. Sie heißen auch 20 solare Siegel bzw. Solar-Glyphen, und diese sind kombiniert mit 13 galaktischen Tönen, die vom Zentrum unserer Galaxis ausgehen. Die 20 Solar-Glyphen stellen Archetypen bzw. Aspekte der menschlichen Evolution dar. Im Tzolkin-Rad sind diese 20 solaren Siegel im äußersten Ring dargestellt. Die 13 galaktischen Töne bzw. Zahlen sind in der Maya-Schreibweise im zweiten Ring von außen dargestellt.

Die Anordnung der 20 Maya-Siegel in Kreisform bildet die Idee der Ganzheit ab. Jeder Mensch ist zwar seit dem Tag seiner Geburt mit einem bestimmten Archetypen verbunden, es bestehen aber zahlreiche Beziehungen zu anderen Siegeln. Jeder Einzelne ist damit immer auch mit der Gesamtheit der Schöpfung verbunden.

Innerhalb des Tzolkin werden die 20 solaren Siegel mit den 13 galaktischen Tönen in bestimmter Weise kombiniert. Es ergeben sich daraus 260 (= 13 mal 20) verschiedene Kombinationen aus je einem Siegel mit je einer Zahl (= einem bestimmten galaktischen Ton). Eine solche Kombination von einem Siegel mit einem Ton bezeichnet man als Kin. Es gibt also 260 verschiedene Kins (Kin = mayan. Sonne bzw. Tag; Tzolkin = das Zählen der Tage). Mit Kin 260 endet die letzte, die 20. Welle eines Tzolkin, und einen Tag später beginnt die erste Welle des nächsten Tzolkin wieder mit Kin 1, das heißt es beginnt ein neuer 260-Tage-Zyklus, was bedeutet, dass die nächst höhere Drehung der Evolutionsspirale beginnt.

Der Tzolkin wird von vielen Forschern als Ritualkalender interpretiert, mit dem vermutlich religiöse Zeremonien und Feiern festgelegt wurden. Einige Wissenschaftler nehmen an, dass die Länge der menschlichen Schwangerschaftsperiode mit 260 Tagen hier als Grundlage gedient haben könnte. Aus astrologischer Sicht ist der Tzolkin wahrscheinlich ein Venuskalender, steht aber auch mit der Begegnung zwischen Erd- und Sonnenmagnetfeld in Verbindung. Die Sonne und das Zentrum der Galaxie Hunab Ku spielten jedenfalls bei den Maya eine entscheidende Rolle. Die spirituelle Entschlüsselung und Interpretation der Zeitgesetze nach dem Tzolkin ist vor allem José Argüelles, dem Autor des Buches „Der Maya-Faktor“, zu verdanken, der sich sehr für eine globale Umschaltung auf den 13-Monde-Kalender einsetzt.

Haab und Tzolkin wurden parallel genutzt. Durch die unterschiedliche Größe der Kalender waren sie erst nach einem Durchlauf von 52 Jahren wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen. Man vermutet, dass ein solcher Neustart für die Maya so bedeutend war wie für uns ein Jahrhundert- oder Jahrtausendwechsel.

Die Erde hat keine ęxakte Kugelform, sondern weist einen zusätzlichen Äquatorwulst von 21 km auf. Dadurch bewirken die Gezeitenkräfte von Mond und Sonne ein Drehmoment, welches die Erdachse aufzurichten versucht und zur Präzession der Erdachse führt. Präzession wird die Lagevėränderung der Achse eines rotierenden Kreisels genannt, wenn äußere Kräfte auf ihn einwirken. Für eine volle Kegelbewegung benötigt die Erdachse etwa 26.000 Jahre. Der Maya-Kalender bezeichnet 26.000 Jahre als die Länge einer Langen Zählung (engl. long count), die im Jahr 2012 ihr Ende fand und den Beginn eines neuen Bewusstseinszeitalters markierte.

Long Count

Der Long Count Kalender teilte die Zeit nicht in wiederkehrende Abschnitte wie Wochen oder Jahre auf, sondern bestand aus einer langen Zählung, beginnend mit einem Tag, der nach unserer Zeitrechnung dem 13. August 3114 v. Chr. entspricht. Von da an wurde jeder Tag fortlaufend nummeriert. Warum gerade jener 13. August für die Maya Tag 1 war, bleibt ein Rätsel. Dieser long count erstreckt sich auf einen Zeitraum von 5.125 Jahren; und genau dieser Kalender endete am 20. Dezember 2012. Nicht mehr und nicht weniger – mit oder ohne Weltuntergang.

Astronomisch stand jedenfalls am 21. Dezember 2012 unsere Sonne in direkter Konjunktion mit dem galaktischen Zentrum, also dem Zentrum unserer Milchstraße. Dies geschieht nur alle 26.000 Jahre. Das Besondere am 21. Dezember 2012 war allerdings, dass zum gleichen Zeitpunkt noch weitere Maya-Kalender-Zyklen zum Abschluss kamen, sodass das Ende des long count auch das Ende der bisherigen Zeitqualität markierte.

Aus spiritueller Sicht bedeutet das etwas ganz Entscheidendes für alle Seelen, die sich bewusst in eben dieses Leben inkarniert haben: Das Ende der Zählung bedeutet vor allem den Übergang in eine deutlich andere Zeitqualität und einen Quantensprung des Bewusstseins, der wiederum unsere planetare und menschliche Evolution prägen wird. Nicht zufällig beschäftigen sich immer mehr Menschen weltweit nicht nur mit dem Wohl der Erde und dem damit zusammenhängenden Ende der Ausbeutung, sondern auch mit der Galaxis und ihren großartigen und unerschöpflichen Energien.

Der 21. Dezember 2012 war der Zeitpunkt einer astronomischen und bewusstseinsmäßigen Synchronisation des Menschen und aller Lebensformen mit der Galaxis, insbesondere mit dem galaktischen Zentrum! Und genau um diese Synchronisation geht es, wenn wir unser Bewusstsein von einer künstlich erschaffenen Taktung abziehen, die unsere Uhren uns eintrichtern wollen, um uns in Unfreiheit zu halten.

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327 s. 162 illüstrasyon
ISBN:
9783863741709
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