Kitabı oku: «Odenwald Reiseführer Michael Müller Verlag»

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Inhaltsverzeichnis

  Unterwegs mit Stephanie Aurelia Staab

  Orientiert im Odenwald Die Region im Profil Erlebnis Kultur Erlebnis Natur Aktiv im Odenwald Odenwald mit Kindern Darmstadt Geschichte Stadtrundgang Mathildenhöhe und Rosenhöhe Stadtteile Bessungen und Eberstadt Weitere Museen und Gärten Vorderer Odenwald Mühltal Traisa Grube Messel Dieburg Wallfahrtskirche St. Maria Gasthaus Zum Reichsadler Museum Schloss Fechenbach Groß-Umstadt Gruberhof Otzberg Veste Otzberg Schloss Nauses in Ober-Nauses Fischbachtal Schloss Lichtenberg Keltischer Ringwall „Heuneburg“ Modautal Das Felsenmeer Fränkisch-Crumbach Burgruine Rodenstein Reichelsheim Schloss Reichenberg Geopark-Pfad und Regionalmuseum Reichelsheim Lindenfels Burgruine Lindenfels Stickelgräber in Schlierbach Bismarckwarte Fürth Der Überwald Besucherbergwerk „Grube Ludwig“ Kloster „Buddhas Weg“ St. Maria in Lichtenklingen Mümlingtal Breuberg Burg Breuberg Skulpturenpark Breuberg-Aue Höchst im Odenwald Villa Haselburg In der Obrunnschlucht Bad König Michelstadt Einhardsbasilika Schloss Fürstenau Vielbrunn und Würzberg Erbach Schloss Erbach Englischer Garten Eulbach Mossautal Oberzent Schöllenbach und Hesselbach Hetzbach und Kailbach Hinterbach und Rothenberg Burgruine Freienstein Beerfelden Mosbach KZ-Gedenkstätte Neckarelz Mudau Das Römermuseum Osterburken Buchen Eberstadter Tropfsteinhöhle Walldürn Wallfahrtsbasilika St. Georg Odenwälder Freilandmuseum Lichtermuseum Wettersdorf Die Bergstraße Seeheim-Jugenheim Burgruine Tannenberg Der Heiligenberg Alsbach-Hähnlein Zwingenberg (Bergstraße) Der Melibokus Bensheim Schloss Auerbach Staatspark Fürstenlager Kloster Lorsch Heppenheim Die Starkenburg Weinheim Heidelberg Geschichte Stadtrundgang Museen und Gärten Auf den Hausberg Königstuhl Die Burgenstraße Neckargemünd Burgfeste Dilsberg Neckarsteinach Hirschhorn Ersheimer Kapelle St. Nazarius und Celsus Eberbach Der Ohrsberg ​Freizeitregion Katzenbuckel Zwingenberg/Neckar Neckargerach Margarethenschlucht Die Minneburg

  Nachlesen & Nachschlagen Mittelgebirge Odenwald Eine kurze Geschichte Literatur & Karten

  Wandern im Odenwald 9 Wanderungen

  Über dieses Buch Impressum Was haben Sie entdeckt?

  Übersichtskarten und Pläne Odenwald Zeichenerklärung Odenwald - Übersicht Darmstadt – Übersicht

  Index

Alles im Kasten

 Wissenschaftsstadt Darmstadt

 Darmstadts „Lilien“

 Magnetismus am Ilbes-Berg

 Der Schinderhannes

 Zuckerrüben für Bionade, Wellness und Klassik für Gäste

 Pfad der Geschichte(n)

 Der Rodensteiner

 Sagenhafte Wildweibchen

 Granitkoloss in Bewegung

 Dem Streuobst auf der Spur

 Michelstadt und die Bienen

 Franz I., die Antike und das Elfenbein

 Der Raubacher Jockel

 Das Lumpenglöckle weist den Weg

 Götz von Berlichingen und der Helle Haufen

 Joseph Martin Kraus und Egon Eiermann – schöpferische Köpfe in Buchen

 Seelennahrung auf Schusters Rappen

 Das Land, aus dem der Grünkern stammt

 Das Blutwunder von Walldürn

 Der fränkische Odenwald

 Schuldorf Bergstraße – der Campus-Gedanke im Odenwald

 Die Herren von Bickenbach

 Die Fraa vun Bensem

 Das Sechs-Mühlen-Tal

 Liselotte von der Pfalz und der Erbfolgekrieg

 Studentenstadt Heidelberg

 Perkeo, der Wein und die Fässer

 Das Rätsel um den eingemauerten Ritter

 Julius Menzer und der griechische Wein

 Der Mythos vom meuchelnden Freier und der Rose vom Dilsberg

 Queen Victoria auf dem Neckar geboren?

 Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

 Der Odenwald und die Nibelungen

Kartenverzeichnis

  Darmstadt Innenstadt

  Vorderer Odenwald

  Groß-Umstadt

  Mümlingtal

  Erbach

  Madonnenländchen und Bauland

  Mosbach

  Die Bergstraße

  Heppenheim

  Weinheim

 Heidelberg

  Die Burgenstraße

  Eberbach

  Übersicht der Wanderungen

  Tour 1: Rund um die Heuneburg

  Tour 2: Von der Neunkircher Höhe zur Ruine Bodenstein

  Tour 3: Zum Siegfriedbrunnen und Olfener Moor

  Tour 4: Von Annelsbach zur Villa Haselburg

  Tour 5: Vom Reußenkreuz zum Haintal-Viadukt

  Tour 6: Rund um den Limes bei Schloßau

  Tour 7: Rund um den Melibokus

  Tour 8: Von der Schauenburg zum Weißen Stein

  Tour 9: Runde auf den Katzenbuckel

 Legende

 Odenwald Übersicht

 Darmstadt Übersicht

Tourenverzeichnis

 Tour 1: Rund um die Heuneburg

 Tour 2: Von der Neunkircher Höhe zur Ruine Bodenstein

 Tour 3: Zum Siegfriedbrunnen und Olfener Moor

 Tour 4: Von Annelsbach zur Villa Haselburg

 Tour 5: Vom Reußenkreuz zum Haintal-Viadukt

 Tour 6: Rund um den Limes bei Schloßau

 Tour 7: Rund um den Melibokus

 Tour 8: Von der Schauenburg zum Weißen Stein

 Tour 9: Runde auf den Katzenbuckel

Unterwegs mit Stephanie Aurelia Staab

Jahrgang 1969, ist Germanistin M. A. und nach langer Selbst­ständig­keit als freiberufliche Redakteurin jetzt verantwortlich für die Presse- und Öffent­lich­keitsarbeit einer Wohl­fahrts­or­ganisation in Darm­stadt. Sie lebt von Kindesbeinen an in Süd­hessen. Das Wandern zählt zu ihren Leidenschaften, ob ent­lang der malerischen Waal­wege in Süd­tirol, durch duf­ten­de Pinien­wäl­der in der Ägäis oder eben durch die schöne Natur des Oden­walds.


Die Welt wandelt sich, und das ist auch in einer Region wie dem Odenwald zu spüren: Altes geht, Neues kommt. Ei­gent­lich nichts Ungewöhnliches. Daran erinnern die vielen sehenswerten Burg­ruinen in der Region, die oft an einem stillen Platz im Wald über einem mun­te­ren Ort thronen. Heute zeigt sich die Veränderung unter anderem am Leer­stand, der sich mancherorts ins Bild drängt. Demgegenüber stehen kreative Konzepte und frischer Wagemut, die für Lebendigkeit sorgen. Auch die Na­tur im Odenwald - vor allem nahe der Berg­straße - bleibt von der Ver­än­de­rung nicht unberührt. Der Klima­wandel rückt den Schutz des Waldes in den Fo­kus. Ebenso wagen immer mehr regio­na­le Bauern den Schritt in den nach­hal­tigen Biolandbau. Zunehmend kommt im Bewusstsein an, wie wichtig ein intak­tes Ökosystem ist. Die Region ist lie­bens­wert schön: Aus Quellen in den Wäl­dern sprudelt Wasser. Auf grü­nen Wie­sen weiden Schafe und Rinder, ge­le­gentlich auch Wasserbüffel. Auf Streu­obstwiesen reift das Obst - die Basis des guten Äbbelwoi‘. Hoffentlich bleibt diese Idylle noch lange so herr­lich. Liebe Leserin, lieber Leser, ich wün­sche viel Spaß bei Entdeckungs­touren.

In eigener Sache

Wegen der andauernden Corona-Pandemie unterliegen touristische Ein­rich­tun­gen und Veranstaltungen auf noch nicht absehbare Zeit einer Reihe von Ein­schrän­kun­gen, die bei der Recherche für diesen Reiseführer noch nicht galten. Und so kann es sein, dass das ein oder andere im Buch beschriebene Museum ver­kürzte Öff­nungs­zeiten hat, dass Restaurants Zugangsbeschränkungen haben, dass Festivals ab­gesagt sind usw. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis, dass nicht alle In­for­ma­tio­nen in diesem Buch auf dem jeweils aktuellen Stand sein kön­nen, und bitten Sie, ge­le­gentlich einen Blick auf unsere Internetseiten zu wer­fen: Dort werden wir Sie mög­lichst engmaschig über die neuesten Entwicklungen in Ihrem Reisegebiet auf dem Laufenden halten.

Schreiben Sie an: Stephanie Aurelia Staab, Stichwort „Odenwald“ c/o Michael Müller Verlag GmbH | Gerberei 19, D - 91054 Erlangen info@michael-mueller-verlag.de


Orientiert im Odenwald

Die Region im Profil

Der Odenwald ist ...

Was für eine Vielseitigkeit! Der Odenwald ist ein land­schaft­liches Gesamtkunstwerk aus ma­lerischen Streu­obst­wiesen, tief zerfurchten und mit Tannen bewachsenen Tälern, reiz­vollen Flusslandschaften und sonnen­verwöhnten Weinhängen. Fachwerk-Orte, Burgen und Schlösser machen die Romantik perfekt - doch statt auf ein Freiluftmuseum treffen Oden­wald-Gäste auf Lebendigkeit und eine Fülle von Frei­zeit­möglichkeiten.


Anteil am Odenwald haben - der Flächengröße nach - die Bundes­länder Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.

... historisch spannend

Früheste Zeugnisse mensch­licher Be­sied­lungen haben die Band­keramiker hin­terlassen: Bauern, die aus der Tür­kei, Ungarn und Rumä­nien einge­wan­dert waren. Auch von den Kelten und vor allem von den Rö­mern gibt es heute noch sichtbare Spu­ren. Später haben Adelsfamilien die architekto­ni­sche Landschaft und die Entwicklung der Region geprägt. Dabei haben auch das englische und das französische Königshaus mitgemischt.

Nördliches und südliches Ein­gangs­tor bilden Darmstadt und Hei­del­berg. Für beide Städte lohnt es sich, mehr als einen Tag für die Highlights ein­zu­planen, um das je­wei­lige stadteigene Flair und die kul­tu­relle Vielfalt zu ent­decken.

... voller Fachwerk und Burgen

Durch den Odenwald verläuft eine Etap­pe der Deutschen Fachwerkstraße: Dieburg, Groß-Umstadt und Walldürn sind u. a. Ziele dieses Abschnitts. Eben­so sind Orte wie Michelstadt, Heppen­heim oder Eberbach am Neckar üppig mit sehens­wertem Fachwerk bestückt. Ins­be­son­de­re an der Berg­straße und im Neckar­tal-Odenwald reihen sich Bur­gen, Ruinen und Schlösser aneinander. Die wohl berühmtesten Ruinen sind das Heidelberger Schloss, ge­folgt von der Burg Fran­kenstein in Mühl­tal.

... Welterbe-reich

Weltweit einzigartig ist die Kö­nigs­hal­le aus karolingischer Zeit auf dem Klos­ter­areal in Lorsch. Ge­mein­sam mit dem Klos­ter zählt der male­ri­sche Bau zum UNESCO-Welt­erbe.

Weitere Titel tragen der Ober­ger­ma­nisch-Raetische Limes, der durch den Oden­wald verläuft, und die Grube Mes­sel. Sie ist eine von drei Welt­natur­erbe­stätten in Deutsch­land.

Außerdem wartet Darm­stadt auf den Be­schluss der UNESCO, ob die Mathildenhöhe mit ihrem ein­zig­ar­ti­gen Jugend­stil­ensemble ebe­n­falls Welt­erbe wird.

... sagenhaft

Eine Zeit lang warb der Odenwald mit dem Prä­dikat „sagenhaft“. Basis da­für ist vor allem das Ni­be­lun­genlied, dessen Schau­plätze am nahen Rhein und eben auch im Oden­wald verortet sind. An einer Quel­le im Ge­birge soll sich das dra­ma­ti­sche Ende des Hel­den Siegfried zu­ge­tra­gen haben. (Gleich mehrere Or­te neh­men dies für sich in Anspruch.) Es gibt eine Nibelungenstraße und eine Siegfried­stra­ße sowie den Nibe­lun­gen­steig, die quer durch den Odenwald ver­laufen.

Die Wildweibchen sind Vor­lage für den gleichna­migen Kinder- und Ju­gend­literaturpreis, der jähr­lich bei den Mär­chen- und Sagentagen in Rei­chels­heim vergeben wird. Preis­träger sind u. a. Ot­fried Preußler und Cornelia Fun­ke.

... süffig

Ebbel­woi ist das Odenwälder Natio­nal­ge­tränk. Klassisch wird er aus mehre­ren Apfelsor­ten gekeltert. Einen Über­blick über die Keltereien gibt der Förder­verein Odenwälder Apfel e.V. (www.odenwaelder-apfel.de). Edler sind sortenreine Jahrgangs­weine oder der Apfelsecco. In den Bren­nereien wer­den außerdem voll­rei­fe Äp­fel und andere Früchte der Streu­obst­wiesen zu Hochprozen­tigem verar­beitet.

Trauben brauchen Sonne und Wär­me. Und die finden sie in der Region vor allem an der Bergstraße - im hessischen und im badischen Teil. In bei­den Abschnitten werden vorwie­gend Weiß­weine wie Riesling, Muska­teller oder auch Chardon­nay angebaut. Die zuneh­mend langen, heißen Som­mer geben auch den roten Trauben feine Aromen. In beiden Regionen ver­markten viele Winzer ihre Weine über die örtlichen Win­zergenossenschaften in Heppenheim (www.bergstraesserwinzer.de), Groß-Umstadt (www.vinum-autmundis.de) und in Schries­heim (www.wg-schriesheim.de).

Bei so viel Ebbelwoi- und Wein-Selig­keit hat es Bier schwer. Die eine oder an­de­re Brauerei gibt es aber doch. Vor allem in Heidelberg finden sich ge­müt­liche Gasthausbrau­ereien mit klas­si­schen Stammtischen, ebenso in Darm­stadt, in Michel­stadt und Mos­sau­tal. Mit dem Craft­beer-Kult ent­stan­den auch junge Mikrobraue­reien wie in Höchst-Erlenbach.

Für die Grundlage sorgen deftige Brot­zeiten wie der heißgeliebte Koch­käse - meist aus Handkäse, Butter, (saurer) Sahne - mit ein paar Schei­ben Bauernbrot, Butter und „Musik“.

Sightseeing und mehr

Erlebnis Kultur

Jazz, Rock, Singer-Song­writer, Theater, Kaba­rett oder Varieté: Ins­besondere in den Städten Darm­stadt und Heidel­berg, aber auch in den ländlichen Regionen bie­ten zahlreiche Bühnen und Festival-Macher das ganze Jahr über ein vielseitiges Kul­tur­angebot. Dazu kommen rei­hen­weise Museen, die beson­de­re Erlebniswelten schaffen. Durch und durch „endemisch“ sind römische Sehens­würdigkeiten und Darmstadts Jugendstil.


Im Staatspark Fürstenlager

Die Sommerresidenz der Groß­herzöge von Hessen-Darmstadt in Bensheim-Auerbach ist unbedingt sehens­wert. Allein der 46 Hektar große englische Garten ist Park-Kunst vom Feinsten. Daneben gibt es eine Fülle architektonischer Spiele­reien wie diesen Freund­schaftstempel.

Römische Antike

Eine Zeitreise in die römische Ver­gan­gen­heit ist im Odenwald an vielen Stellen möglich: Dieburg war einst Haupt­sitz der Civitas Auderiensium. Im Mu­seum Schloss Fechenbach ist diese Epo­che mit zahlreichen Fund­stücken spannend aufbereitet. Nicht weit entfernt befindet sich bei Höchst-Hum­metrhoth die römische Villa Ha­sel­burg, eine sog. villa rustica, die das länd­liche Leben zur Rö­merzeit doku­men­tiert und ei­ne der größten An­la­gen ihrer Art ist. Im Süd­westen am Neckar flo­rierte das römi­sche Leben in Lopodunum, dem heuti­gen Laden­burg. Im örtli­chen Lob­den­gau-Muse­um sind zahlreiche Ausgra­bungs­stücke ausgestellt.

Bei Wanderungen am Limes trifft man immer wieder auf römische Über­reste wie z. B. Fundamen­te von Wach­tür­men oder eines Römerbades. Das Rö­mer­mu­se­um in Osterbur­ken hat u. a. einen Wach­turm originalgetreu wie­der­auf­ge­baut. Auch bei Michel­stadt-Viel­brunn steht die begehbare Re­kon­struk­tion eines Limeswachturms.

Jugendstil

Darmstadt zählt zu den wichtigsten Ju­gend­stil­zentren in Deutschland. Groß­her­zog Ernst Ludwig von Hessen-Darm­stadt, ein En­kel von Königin Vic­to­ria, war es, der Künstler und Ar­chi­tekten des Jugendstils nach Darmstadt hol­te. In der Künstlerko­lonie auf der Mathildenhöhe schufen sie mit zahl­rei­chen Gebäuden und Skulpturen eines der kunsthistorisch bedeutend­sten Ju­gendstil­ensembles.

Vereinzelt finden sich auch an der Bergstraße und im Odenwald Gebäude mit Jugendstilelementen, so z. B. das Hofgut Dippelshof in Mühltal oder die Gustav-Adolf-Kirche in Affol­terbach im Über­wald.

Kirchen und Klöster

Mehr noch als Burgen und Schlösser gibt es sakrale Bauwerke im Odenwald - darunter he­rausragende, kunst­volle Kirchen wie die Abteikirche Amor­bach oder die Wall­fahrts­ba­si­lika St. Georg in Wall­dürn oder auch die Russische Kapelle auf der Darm­städter Ma­thil­denhöhe.

Als archi­tek­to­nische Meis­ter­leis­tung des Klas­si­zis­mus gilt die Rund­kirche St. Ludwig. Sie steht ebenfalls in Darm­stadt. Hei­delbergs Innenstadt wird da­gegen von der prächtigen Heiliggeist­kirche domi­niert. Zu den ältes­ten Bau­werken zählt neben dem UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch mit seiner imposanten Königshalle die Ein­hardsbasilika in Stein­bach-Michel­stadt.

Museen und Kunst

Darmstadt und Heidelberg verfügen über eine richtige Museumsland­schaft: Ein Besuch des Hessischen Landes­museums Darmstadt ist garan­tiert ab­wechs­lungsreich. Denn hier sind die Knochen eines voll­stän­di­gen Mas­to­dons zu sehen sowie Gemälde von Peter-Paul Rubens oder eine um­fas­sende Joseph-Beuys-Samm­lung. Das Kurpfälzische Museum der Stadt Hei­del­berg führt mit vielen Ex­ponaten in die Geschichte der Neckar-Stadt ein. Moderne Kunst prä­sen­tie­ren unter an­de­rem die Kunsthalle Darm­stadt und das Kunstforum der TU Darm­stadt. Sehens­wert sind ebenso die Gemälde der Malerin Heidy Stangenberg-Merck im gleich­namigen Museum Stan­genberg Merck in Jugen­heim. Künst­ler der klassi­schen Moderne ließen sich von der Samm­lung Prinz­horn inspi­rie­ren, die im früheren Hör­saal der Neuro­lo­gi­schen Klinik in Hei­delberg unter­ge­bracht ist .

Die Heidelberger Spartenmuseen wie das Ver­packungs­museum oder das Deutsche Apotheken-Museum bieten thematische Ein­blicke. Weltruf genießt das mitunter kon­trovers diskutierte Körperwelten Museum.

Theater und Musik

Beliebt sind der Erbach-Michelstädter Thea­tersommer, die Schloss­festspiele Zwingenberg, die Hei­del­berger Schloss­fest­spie­le oder die Darmstädter Re­si­denz­fest­spie­le. Jun­ges und jung ge­blie­be­nes Publikum zieht es zu Festivals wie Sound of the Forest, Golden Leaves Festival oder Nonstock Festival.

Berge, Wälder, Seen, Flüsse

Erlebnis Natur

Der Odenwald erhebt sich zwischen Rhein, Main und Neckar. Seine land­schaftliche Vielfalt verdankt er einem geo­logischen Dreiergespann aus vulkanischen Gesteinen, Bunt­sandstein und Muschelkalk.


In der Margarethenschlucht

Zwischen Mosbach und Eberbach bei Neckargerach hat sich der Flursbach in den Odenwälder Buntsandstein gegraben und einen der höchsten Mittelgebirgs­wasser­fälle Deutsch­lands ge­schaffen. In der nur 300 m langen Schlucht überwindet das Wasser in acht Stufen einen Höhen­unterschied von 110 m. Die Mar­garethenschlucht steht schon seit 1940 unter Naturschutz und ist auf einem Wanderweg zu bewundern.

Naturräumliche Gliederung

Der Vordere Odenwald mit seinen lieb­lichen Hü­geln, auch Kristal­liner Oden­wald genannt, ist vul­kanischen Ur­sprungs. Wer hier durch die Wälder wan­dert, stößt immer wieder auf kleine und große Ge­steinskolosse über­wie­gend aus Diorit, Granit oder Gabbro. Ver­mutlich waren es die Kelten, die bei Lichtenberg aus den mächtigen Steinen einen Ringwall gebaut haben.

Der Vordere Odenwald geht in den Buntsandstein-Odenwald über - der Wald­boden ist hier rötlich eingefärbt. Der Buntsand­stein zieht sich im Süden bis zum Neckar und im Osten bis zum Main, dann wechselt der Untergrund und wird zu Muschelkalk. Typisch für den Buntsandstein-Odenwald sind die Täler, die sich wie tiefe Furchen mit Nord-Süd-Gefälle in die Anhöhen ge­graben haben. Der Nadelbaum­bestand nimmt zu und auch das Gefühl, in einem Mittelgebirge zu sein.

Im Osten schließt das Bauland an. Reste einer Muschelkalkschicht bil­den heute den fruchtbaren Bo­den die­ser Region.

Vulkane und Höhlen

Noch heute sind ehema­lige Vulkane gut zu erken­nen: der Otz­berg und der Katzenbuckel, der höchste Berg des Oden­walds, zählen dazu. Auch beim imposanten Felsenmeer bei Lautertal-Reichenbach war Vulkanis­mus an der Entstehung beteiligt. Von der ex­plo­siven vulkanischen Kraft zeugt das UNESCO-Welterbe Grube Messel. Einer Naturkatastrophe ist es zu ver­danken, dass dort gut erhaltene Ver­steine­run­gen Einblick in das Leben vor Mil­lio­nen von Jahren ermöglichen.

Im Bauländer Muschelkalk sind Karst­l­andschaften mit Dolinen ent­stan­den, die zuweilen Bauern vor Ort auf ih­ren Feldern unangenehm über­ra­schen. Gut gesichert ist die Eberstädter Tropf­steinhöhle, in der es fas­zinierende minera­li­sche Ablagerungen zu be­wundern gibt.

Streuobstwiesen

Schafsnase, Gewürz­lui­ken, Brettacher: Das sind die wohlklingen­den Na­men von alten Apfel­sor­ten. Manche von ih­nen sind schon über 250 Jahre alt. Zu­sam­men mit Birnen, Kir­schen oder Zwetsch­gen ge­deihen sie auf den Streu­obst­wie­sen der Re­gi­on. Diese be­son­deren Obstgärten prä­gen weite Teile der Landschaft und bieten einigen geschützten Pflanzen und Tieren ein Zu­hause. Äpfel und Co. sind im Oden­wald aber nicht einfach nur Obst. Sie stif­ten auch Identität. Hier wird die Pomo­logie, die Obst­bau­kunde, gelebt, ge­feiert und gelehrt. Wan­derer können auf speziellen Lehr­pfa­den die Obst­kul­tur auf eigene Faust erkunden. Sie fin­den sie bei­spiels­wei­se bei Albers­bach, in Nieder-Beerbach und bei Rimbach.

Moore, Quellen, Flüsse und Seen

Der Odenwald ist gewässerreich: Zahl­reiche Quellen entspringen hier und mün­den in größeren Fluss­systemen wie der Gersprenz, Müm­ling oder Mo­dau, die ihrerseits dem Main und Rhein zufließen. Eine be­sondere Wert­schät­zung hat das Le­bens­elixier Wasser mit dem Pilgerweg „Quellendank im Oden­wald“ erhalten. Er wurde vom Geo-Na­tur­park Berg­straße-Odenwald ge­mein­sam mit einer Künstlerin ins Leben ge­rufen. Den Flyer finden Sie in der „Info­thek“ auf www.geo-naturpark.net.

Seen gibt es im Vergleich dazu we­ni­ge im Odenwald. Oft sind sie künstlich ge­schaffen wie der Marbach-Stausee oder der Eutersee, die umrahmt von schat­tig­en Wäldern an heißen Tagen Ab­küh­lung bieten.

Eine echte Seltenheit ist das Natur­schutz­gebiet Rotes Wasser, auch „Olfe­ner Moor“ genannt. Dieses Hochmoor be­heimatet Heide­kräuter, Wollgräser, Bir­ken, Wei­den sowie Torfmoose und ist Refugium für seltene Libellen­arten.

Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Der Naturpark setzt sich für den Erhalt der bio­logischen Vielfalt im Odenwald ein und für die achtsame Weiter­ent­wick­lung der Kul­tur­landschaft. Zu sei­nen Aufgaben zählen ebenso Umwelt­bil­dung, sanf­ter Tou­rismus und Klima­schutz. Für seine Arbeit wurde der Geo-Naturpark als „Qualitätsnaturpark“, als „Nationaler Geo­park“, als „Europä­i­scher und Globaler Geopark“ sowie als „UNESCO Global Geopark“ ausge­zeich­net. Mehr auf www.geo-naturpark.net.