Kitabı oku: «Matisses Katze»
Inhaltsverzeichnis
1. Der Beweis
2. Die Verteidigungsrede
Über die Autorin
Über die Buchreihe
Matisses Katze
Ulrike Bliefert
Buch 32 der Katzenreihe
© Ulrike Bliefert 2020
Machandel Verlag Haselünne
Charlotte Erpenbeck
Cover kasyanovart/shutterstock.com
1. Auflage 2020
ISBN 978-3-95959-288-8
1. Der Beweis

2. Die Verteidigungsrede
Verehrte Leserinnen und Leser, ich war‛s nicht!
Ein für alle Mal!
Aber bevor ich Sie mit jenem Vorfall konfrontiere, dessen wahre Begleitumstände seit nunmehr über hundert Jahren tief verborgenen im Dunkel der Geschichte schlummern, möchte ich mich Ihnen zunächst einmal vorstellen: Ich bin nach Ihrer Zeitrechnung 8 und nach unserer Zeitrechnung 2437 Jahre alt, klein, zierlich und dreifarbig getigert, und mein Name ist Gelsomina – italienisch ausgesprochen, also vorne mit „Dsch” wie „Dschingis Khan”. Oder wie „Gin Tonic”.
Ich weiß, was Sie jetzt denken: „Gelsomina? Ach wie süß!”
Wissen Sie was? Das hör ich dauernd! Dabei kann einem das arme Wurm, nach dem ich benannt bin, doch nur leid tun! Erinnert sich denn heutzutage kein Mensch mehr an Fellinis „La Strada”? Und Giulietta Masinas traurige Kulleraugen? Und als ob das nicht reicht, werd ich meist der Einfachheit halber auch noch „Minnie” gerufen. Ich bitte Sie! Gelsomina nach Fellins traurigem Clown und Minnie nach Walt Disneys Mausemädchen?
Aber mit sowas wie Minnie-alias-Gelsomina muss man halt rechnen, wenn sich das Menschenweibchen, das man sich für‛s Zusammenleben ausgesucht hat, als Drehbuchautorin verdingt. Nunja, ob Drehbuchautorinnen zu den bildenden Künstlerinnen – im Sinne von „Bildung” – zählen oder nicht, ist mit Recht umstritten. Monsieur Matisse hingegen war in Sachen Kunst und Künstler ein in jeder Hinsicht herausragendes Exemplar. Und seine Verehrung für unsereins war geradezu sprichwörtlich! Zum Dank dafür hielten an seinem Sterbelager ganze achtundzwanzig Katzen Totenwache. Ich glaube, ich gehe nicht fehl in der Annahme, dass das einmalig ist in der Geschichte des Zusammenlebens von Menschen und Feliden.
Um so schmerzlicher trifft mich jedes Mal der Gedanke an ... Nein! Stopp! Bitte behalten Sie vorerst mein eingangs zitiertes „Ich war‛s nicht!” im Gedächtnis, denn ich muss – bevor ich diesbezüglich ins Detail gehe – zunächst noch etwas weiter ausholen.
Sollten Sie zu den menschlichen Wesen zählen, denen die Gnade zuteil geworden ist, ihr Leben mit einer oder gar mehreren Katzen zu teilen, wird Ihnen das Folgende vertraut vorkommen; anderenfalls wird es Ihnen – womöglich sagen Sie sogar: endlich! – die Augen öffnen.
Beginnen wir mit lateinisch „felidae”, der Bezeichnung für sämtliche unserer Erscheinungsformen. Ist ihnen schonmal aufgefallen, dass hier die weibliche Form – „Katzen” – ausdrücklich die männlichen Vertreter unserer Spezies mit einschließt? – Nun, das resultiert aus der natürlichen Überlegenheit der Katze über den Kater. Sie kennen das Prinzip – allerdings unter umgekehrten Vorzeichen: „Arzt”, „Apotheker”, „Philosoph” oder auch „Autor” schließt bei Euereins „die weiblichen Vertreter mit ein”, signalisiert damit jedoch implizit die Überlegenheit der männlichen Exemplare.
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