Kitabı oku: «Spray - Teil 2: Erotische Novelle»

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Vanessa Salt

Spray - Teil 2: Erotische Novelle

Lust

Spray - Teil 2: Erotische Novelle ÜbersetztAlina Becker Original Spray - Del 2Coverbild / Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2019 Vanessa Salt und LUST All rights reserved ISBN: 9788726303902

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

SPRAY- Teil 2

Von

Vanessa Salt

Veronique geht voraus. Mounir hat meine Hand genommen und wir folgen ihr zurück zu dem Ort, an dem alles angefangen hat. Die Tasche mit unseren Sachen bleibt neben der Trittleiter zurück, und Veroniques Hose hängt über der untersten Sprosse der Strickleiter, die sie von ihrem Fenster fallen gelassen hat. Ich habe keine Ahnung, wer auch immer sie dort aufgehängt hat, und sehe mich ein wenig nervös um.

Ganz unten am Eingang zu diesem Platz unter den Häusern sehe ich, wie es anfängt, hell zu werden. Verschiedene Grautöne mischen sich im Gegenlicht über dem nassglänzenden Beton, dringen aber nicht zu uns hinein. Diesen Ort beherrschen noch die verschiedenen hellgelben Schattierungen der Leuchtstofflampen. Die flackernde hat den Geist endgültig aufgegeben.

Veronique betrachtet kurz, was sie zuvor gesprayt hat. Stemmt die Hand in die Hüfte und legt den Kopf schräg. Murmelt etwas auf Französisch und schüttelt den Kopf. Sie ist auf seltsame Weise schön; der Hoodie hängt ihr über das Gesäß und ihre Oberschenkel leuchten weiß im Kunstlicht. Die schwarzen Stiefel reichen fast bis zu ihren Kniekehlen, und die hohen Absätze betonen ihren Hintern unter dem Kapuzenpullover besonders.

Mein Schwanz fängt wieder an zu pochen. Als hätte ich kleine Champagnerblasen im Sack.

So einfach ist das also. Dass sie mich so geil macht.

Mounir berührt mich mit der Hand, als hätte er meine Gedanken gehört. Oder als könnte er meine Erregung riechen.

„Sie ist super. Sexy. Also, für ein Mädchen.”

Ich kann nicht anders, als zu lachen.

„Lachst du mich aus?“ Veronique dreht sich um und versucht, beleidigt auszusehen. Klappt nicht.

„Nein, das war nur mein Partner hier ...“ Ich stoße ihm den Ellbogen in die Seite und schnaufe. „Bald hast du ihn bekehrt.“

„Aber nein, das fände ich wirklich nicht gut.“ Veronique tritt zu uns. „Ich habe ja was, worauf ich mich freuen kann. Und du auch.” Sie pikt Mounir mit einem Finger in den Bauch. „Was hast du da in der Tasche? Außer deinen blöden Sachen?” Sie leckt sich den Mund. „Kein anderes Spielzeug?“

Wir nehmen einen anderen Weg zu ihr nach Hause. Einen, den wir uns im Traum nicht hätten ausmalen können. Sie zeigt nur auf die halbverrottete Treppe, die zur Tür mit der Aufschrift „Atavismus“ führt. Sie nimmt die Tüte mit ihren Sprühdosen und legt sie auf den kleinen Vorsprung über der letzten Stufe. Wir helfen ihr hinauf und ich spüre wieder ihre weiche, warme Haut an meinen Händen. Sie riecht jetzt ein bisschen nach etwas Schweiß.

Ich werde wieder geil!

Veronique zieht einen schmalen Schlüssel aus einem ihrer Stiefel, schließt auf und drückt mit dem Fuß die Tür auf.

„Kommt, beeilt euch, bevor uns jemand sieht.“ Sie streckt eine Hand aus und zieht mich mit sich. Ich mache dasselbe mit Mounir und schon sind wir alle im Haus. Veronique macht schnell die Tür hinter uns zu und schließt ab. Stopft den Schlüssel zurück. Wirkt wie Routine.

Ich frage mich, ob ihr sonst jemand anderes hilft?

Reiß dich zusammen, Patrik, du wirst doch wohl nicht eifersüchtig sein!

„Wie kommst du sonst hinauf?“

Da war es ...

Ich würde mir am liebsten auf die Zunge beißen.

„Sie hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht.“ Mounir ist wirklich ein sensibler Mistkerl. Merkt mehr, als man glaubt. Veronique sieht ihn dankbar an. Ich erröte und schaue auf den Boden.

„Verdammt, sieht das hier aus“, fährt er fort, als wäre nichts gewesen. Und ja, es sieht wirklich schlimm aus. Wir stehen in einem langen Korridor mit Metalltüren rechts und links. Alle Wände sind in einer gelben Farbe gestrichen, die an den Tag nach einem langen Abend in der Taverne erinnert. Hier und da liegt der Putz in staubigen Haufen auf dem nackten Betonboden, wie abgeblätterte Krusten von einer Haut, die nicht heilen will. Es riecht nach Müll und Abwasser.

Veronique scheint das egal zu sein. Vielleicht wird es hinter einer dieser Türen ja auch besser. Sie tritt auf eine davon zu und schließt auf. Den Schlüssel scheint sie in ihrer Kapuzenjacke gehabt zu haben. Es knistert unter den Schuhen, als wir ihr folgen.

„Lebst du wirklich hier?“ Mounir klingt skeptisch. Als würde er sie irgendwie bemitleiden. Er schließt die Tür etwas zu fest hinter uns. Das Geräusch von Metall auf Metall durchschneidet die dicke Luft und hallt im abgedunkelten Treppenhaus wider, in dem wir uns befinden.

Veronique hält eine Hand ans Ohr.

„Entschuldigung“, flüstert Mounir.

Letzte Tür?

Links befindet sich eine normale Wohnungstür. Auf dem Briefkasten hat jemand einen Plastik-Schriftzug mit dem Namen A. Narchy angebracht. Ich grinse Mounir an.

„Das ist ein Netzwerk“, sagt Veronique in einen dunklen Flur hinein. „Für uns Graffitikünstler, die nach St. Martin gegangen sind. Und eventuell Banksy getroffen haben.” Sie kichert und dreht sich um. „Willkommen in meiner Studentenbude. Ich werde nur noch ein paar Tage hierbleiben, dann heißt es: Ab nach Berlin! In den Osten. Dort ist so viel Grau, das wiederbelebt werden muss.” Sie verstummt und schaut auf den Boden. „Du musst die Schuhe nicht ausziehen.“

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