Kitabı oku: «Verbotene Orte: das Kino - Erotische Novelle»
Vanessa Salt
Verbotene Orte: das Kino - Erotische Novelle
Übersetzerin: Alina Becker
Lust
Verbotene Orte: das Kino - Erotische Novelle ÜbersetzterAlina Becker Original Förbjudna platser: BiografenCopyright © 2019, 2019 Vanessa Salt und LUST All rights reserved ISBN: 9788726304145
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
„Wir spielen Wahrheit oder Pflicht!“
„Ne, Emma, lass gut sein!“ Ich mustere die Szene vor mir: Den Teppich, die Glasflasche und die drei Mädchen, die mit alkoholvernebeltem Blick zu mir aufschauen. „Wir sind doch keine Zwölf mehr.“
„Ey.“ Emma klopft neben sich auf den Boden. „Komm schon, wir haben alles vorbereitet.“
„Mein Gott, ich war nur eine Minute auf der Toilette ...“
Sie hickst. „Wir sind schnell.“
Ich lasse mich zwischen Emma und Gabriella auf dem Teppich nieder, nehme einen Schluck von meinem hellblauen Drink und lache, als Emma sofort anfängt, die Flasche zu drehen.
Wir sind bei Gabriella in Kungsholmen. Ihre Einzimmerwohnung ist klein, aber gemütlich: An den Wänden hängen bunte Gemälde, die sie selbst gemalt hat, während die Möbel in dunklen Tönen gehalten sind und sich mit den weißen Wänden hinter den Kunstwerken brechen. Überall liegen Pullover und Socken – ja, an der Türklinke zum Bad baumelt sogar ein BH – was darauf hindeutet, in welchem Zustand sich Gabriella gerade befindet. Gegenwärtige Situation: frisch verlassen. Das verlangt nach einem Mädelsabend mit unverschämten Mengen Wodka, Smirnoff Ice und so vielen Marabou-Schokoladenkeksen wie möglich. Dazu mit Zucker getränkte Donuts, Chips und Dips und Schokokuchen – herzlich willkommen in unserer Runde! Dass ein Großteil der Dinge auf dem Wohnzimmertisch übersättigungsbedingt unberührt bleibt, versteht sich vermutlich von selbst?
„Alva“, nuschelt Gabriella und knufft mich leicht. Ihre blonden Haare lösen sich allmählich aus ihrem strengen Pferdeschwanz, und ihr Atem riecht nach Alkohol. „Du bist dran. Wahrheit oder Pflicht?”
Ich verdrehe die Augen. „Pflicht, natürlich.“
„Das ist gewagt. Ich will, dass du das Fenster öffnest und …“
„Nein, nein, nein! Ich weiß was!“ Emma springt auf und gestikuliert wild herum. „Wir sollten eine Erwachsenenversion spielen. Nichts in der Richtung ‚schrei etwas Peinliches aus dem Fenster‘, sondern weniger jugendfreie Aufgaben.“
„Wie zum Beispiel?“, fragt Gabriella.
„Zum Beispiel jemandem bei ICA zu verführen.“
„Herr Gott! So was macht man doch nicht!“
„Sind wir nun Singles oder nicht?“
Ich leere mein Getränk in einem Zug. Die Flüssigkeit brennt im Hals. „Also ... bei ICA? Bin dabei!“
„Das war nur ein Beispiel, Alva.“ Emma seufzt theatralisch. „Ich will, dass du dir einen Mann oder eine Frau in einem Kino suchst.“
Gabriella nickt. „Und verführst?“
„Verführung ist nur der Anfang. Ich will, dass sie Sex haben.“
„Hinterher?“
„Nein, nein. Im Kino. Was sagst du, Alva? Glaubst du, das ist möglich?“
Ich schaue nur zwischen meinen beiden Mädels hin und her und lache. „Ihr seid total verrückt, wisst ihr das? Völlig. Bekloppt.“
„Ich nehme das als ein Ja.“ Emma setzt sich etwas gerader hin. „Ich gebe dir eine Woche.“
***
Chatverlauf
Tags darauf
ALVA: Worauf zum Teufel habe ich mich da eingelassen? Habe ich das geträumt, oder soll ich mit jemandem im Kino Sex haben?
EMMA: Kein Traum, Baby!
GABRIELLA: Komm mal wieder runter, Emma. Weißt du nicht mehr, dass du auch eine suuuuper kleine Herausforderung zu meistern hast?
EMMA: Ich muss zugeben, dass ich unter Gedächtnisschwund leide ... aber es ist nicht schlimmer als das, was Alva tun soll, oder? Haha! Nichts könnte schlimmer sein als das.
ALVA: Kommt darauf an, wie man’s sieht. Vielleicht wird es leichter für dich, weil ihr schon nackt seid? Zumindest fast. ;)
EMMA: Wie, nackt?!?
GABRIELLA: Schwimmbad. Viel Spaß!
ALVA: Und du, Gabbi? Sex mit einem Lehrer! Viel Glück, du hast im Moment doch gar keinen Unterricht?
GABRIELLA: Erinnere mich nicht daran. Ich muss dringend noch in irgendeinen Kurs einsteigen ... Vielleicht beim Malen? Da gibt es wahrscheinlich eine große Auswahl hier in Stockholm.
ALVA: Hört sich gut an. Am Sonntag sehen wir uns bei Gabbi, und alle, die versagt haben, werden bestraft. Hart.
EMMA: Sei doch nicht so stur. Warum bist du so sicher, dass ausgerechnet du Erfolg hast?
ALVA: Selbstvertrauen, Baby! Wir sehen uns. Ich gehe jetzt ins Kino ...
***
Als ich das Rigoletto-Kino in der Kungsgata betrete, fühle ich mich ein bisschen wie ein Spion. Ich bin nicht hier, um einen Film zu sehen, wie alle anderen – nein, ich bin auf einer Mission, einer geheimen Mission. Es riecht nach Butterpopcorn, Schweiß und dem besonderen Duft, den es nur in Kinos gibt. Vielleicht ist es die ganz eigene, charakteristische Essenz der samtigen roten Sitze? Oder ist es der Geruch der Erwartung von denen, die im Dunkeln sitzen und plaudern, bevor auch die letzten Lichter gelöscht werden?
Ein neuer Film und eine Flucht aus dem Alltag. Ein Ort zum Entspannen und einfach ... Genießen. Jeder ist hier, um Spaß zu haben, und niemand hat vor, sich zu bewegen, bis der Film vorbei ist. Das Problem ist nur der Film; wenn er läuft, wird es laut sein und niemand wird mit mir reden wollen – zumindest nicht, wenn der Film interessant ist. Und selbst, wenn ich jemanden finden sollte, der sich unterhalten möchte, könnten sich die anderen Besucher gestört fühlen und sich vielleicht sogar beim Personal beschweren.
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