Kitabı oku: «Die Heilkraft der Liebe in der modernen Medizin»

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Das Buch

Die Biografie von Dr. Vernon M. Sylvest klingt zu Beginn wie ein Ärzteroman: Sylvest ist ein angesehener Mediziner, attraktiv, beliebt, wohlhabend, er hat eine schöne Frau und drei Töchter ... In Wirklichkeit ist er mit seinem Leben todunglücklich, schlimmer noch: Er wird krank und erleidet einen totalen Zusammenbruch.

Sylvest reist von Heiler zu Heiler, er betet um seine Heilung – und wird wieder gesund. Tief erschüttert und dankbar, erwacht sein medizinischer Forschergeist: Er will wissen, wie solche „Wunderheilung“ möglich war. Bald entdeckt er seine „Formel des Heilens“, die er an sich und an anderen ausprobiert – sie funktioniert.

Dr. Sylvest enthüllt uns das „Geheimnis“ des Geistigen Heilens ausführlich und detailliert und zeigt uns, wie wir es nutzen können.

Der Autor

Dr. Vernon Sylvest, Vater von drei Kindern, arbeitete als Internist und Pathologe. Bis zu seiner Heilung von einer als unheilbar geltenden Krankheit und der Entdeckung des Geistigen Heilens als inneren Lebensweg war er oft unglücklich darüber, dass er mit all seinem Wissen vielen Patienten nicht helfen konnte. Nach 36 Jahren klinischer Tätigkeit kehrte er der Schulmedizin den Rücken und gründete das Meditations- und Gesundheitszentrum Healing Waters Lodge in Virginia, USA, das er bis heute leitet.

Vernon M. Sylvest

Die Heilkraft der Liebe

in der modernen Medizin

Übersetzt aus dem Amerikanischen von Gudrun Brug


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Der Autor

Titel

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

Einführung

Kapitel 1 Auf der Suche

Kapitel 2 Selbstfindung

Kapitel 3 Das Leben und seine Herausforderungen

Kapitel 4 Das Wunder

Kapitel 5 Die Macht des Geistes

Kapitel 6 ... und wie zu dem werden, der ich sein will

Kapitel 7 Die Macht des Gebets

Kapitel 8 Die emotionale Energie

Kapitel 9 Hassbeziehungen

Kapitel 10 Liebesbeziehungen

Kapitel 11 Fassaden und Muster

Kapitel 12 Die kulturelle Schuld

Kapitel 13 Die Kraft der Vergebung

Kapitel 14 Der Körper als Symbol für das eigene Bewusstsein

Kapitel 15 Molekulare „Wirklichkeit“ und die Heilkraft der Liebe

Kapitel 16 Der Weg zur Wunsch-Wirklichkeit

Anhang: Inspirierende Schriften

Literatur

Fußnoten

Impressum

Danksagung

Viele Lehrer haben an diesem Buch mitgewirkt. Dazu gehören alle Menschen, die in meinem Leben unmittelbar oder mittelbar eine Rolle spielten. Die Liste ist so lang, dass ich die Namen hier nicht aufzählen kann. Einige habe ich persönlich gekannt, andere kenne ich durch ihr Werk. Sie alle sind wichtig, doch, wenn ich an die Geschichte hinter der Entstehung dieses Buches denke, erhalten einige einen besonderen Stellenwert. Dies gilt für Helen Schucman und William Thetford, deren Bereitschaft (zusammen mit anderen) „Ein Kurs in Wundern“ (ACIM)17 hervorbrachte, der einen ungeheuren Einfluss auf mein Leben hatte; Levi Dowling, dessen Engagement und Inspiration uns die eindeutige Botschaft von „Das Wassermann-Evangelium“ (Ap.G.)23 brachte; Starr Daily, der einmal Al Capones wichtigster Anhänger war, aber bereit war, eine Offenbarung zu erfahren, durch die er zu Heilung und Lernen fand. Dailys Buch „Release“18 bedeutete mir besonders viel. Auch Dr. George Ritchie, der in seinem Buch „Return from Tomorrow“94 - und auch für mich persönlich - die Botschaft seiner Nahtoderfahrung zugänglich machte, gehört zu diesen Menschen. Die Verbindung mit dem Psychiater Dr. Ritchie regte Raymond Moody zu seinen bahnbrechenden Nahtodstudien an, die in „Reflections on Life After Death“65 veröffentlicht wurden. Ich danke Margaret Kean, die durch eine Nahtod-Offenbarung dazu bewegt wurde, als Heilerin tätig zu sein und die einen großen Einfluss auf mein Leben hatte, und Nancy Clark, die durch eine Offenbarung dazu geführt wurde, zu heilen und andere liebevoll zu unterstützen. Die beiden bestätigten viel von dem, was ich durch eigene Erfahrungen gelernt hatte.

Dank auch den vielen Männern und Frauen der Wissenschaft, deren Werk unsere Kultur an einen Punkt gebracht hat, an dem es nun möglich ist, spirituelle Lehren und wissenschaftliche Information mit dem Ziel einzusetzen, unser wahres Wesen besser zu verstehen; und den Studenten und Lehrern der modernen Psychologie, die die unsichtbare Dynamik des Bewusstseins enthüllt haben, damit wir die Blockierungen unserer Erfahrung und unseres wahren Wesens besser verstehen lernen.

Mein aufrichtiger Dank geht an meine Eltern, Vera und Edwin. Ihr Engagement und ihre Beharrlichkeit, die den Grundstein für mich gelegt haben, entsprang ihrer eigenen Erfahrung der Liebe und den Lehren der Bibel, die sie mir als tägliche Nahrung verabreichten - und manchmal mit Gewalt eintrichterten. Mein Dank an die etablierten christlichen Kirchen, die die Geschichte Jesu und seine Lehren durch die Jahrhunderte hindurch bewahrt haben. Auch wenn diese Lehren nicht ganz verstanden und nicht eindeutig überliefert sind, waren sie mir der Halt, der mich vor dem Untergang bewahrte, und das Sprungbrett zu meinem Erfolg.

Mein Dank geht an die zahlreichen Mitglieder meiner Familie - Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins, Cousinen und Bruder. Sie haben eine Spur der Liebe in meinem Leben hinterlassen, die ich nie vergessen werde. Besonderer Dank gilt meinem Bruder Ed, der mir in der Kindheit ein so großartiges Vorbild war. In der sechsten Klasse wurde ich einmal vom Schulleiter wegen meines jähzornigen Verhaltens ermahnt und gefragt: „Warum kannst du nicht so nett sein wie dein Bruder?“ Aus irgendeinem Grund - wahrscheinlich, weil ich so viel Ärger am Hals hatte (in den Tagen der Prügelstrafe war der Besuch beim Schulleiter keine Lappalie), beschloss ich, es zu versuchen. Ich tat gut daran.

Von ganzem Herzen danke ich meinen Töchtern Tara, Rebecca und Vivian, die selbst dann noch zu mir standen, als meine tiefe Verzweiflung auch auf ihr eigenes Leben übergriff. Ich danke meiner früheren Frau, die unsere Töchter geboren hat und deren Aufrichtigkeit und Streben nach Wahrheit Vergebung und klare freundschaftliche Verhältnisse möglich gemacht haben. Ich danke Sharon für die Rolle, die sie in unserem Leben spielt und die mich geprägt hat.

Ich danke von ganzem Herzen meiner Frau Anne, die mich an der Ganzheit, die sie ist, Anteil nehmen lässt. Wir haben zusammen gelernt, dass es Paaren möglich ist, glückliche, dauerhafte Beziehungen zu pflegen. Ich danke ihr für die Unterstützung bei dieser Arbeit und ihrer Familie, die nun auch Teil meiner Familie ist und die mich liebevoll aufgenommen hat.

Meine tiefe Dankbarkeit gilt dem Vater-Tochter-Team George Cruger (Lektorat) und Laura Cruger Fox (Text Design und Produktionskoordinierung), Rodney Charles (Herausgeber) und allen anderen Mitarbeitern von Sunstar sowie Elizabeth Pasco (Text Design), deren Arbeit und Unterstützung dazu beitrugen, dass dieses Buch zustande kam.

Einführung

Vor zehn Jahren erklärte ich einer Nachbarin ein klein wenig von dem, was ich in den zwei vorangegangenen Jahren gelernt hatte. Sie sah mich neugierig an und fragte: „Vernon, schreibst du ein Buch?“ In dem Moment wusste ich, dass ich eins schreiben würde. Allerdings hatte ich keine Ahnung, dass es zehn Jahre dauern würde - nicht das Schreiben selbst, aber der ganze Entstehungsprozess. Dieses Buch enthält einen Teil meiner Erfahrungen, die mich in die Krankheit führten, und die Lernerfahrungen, die mir zur Genesung verhalfen. Da mir mein Lernen Heilung und Freude brachte, hoffe ich, dass dieses Buch auch Heilung und Freude in Ihr Leben und in das Leben der Menschen bringen kann, mit denen Sie in Berührung kommen.

Obwohl mich mein Weg aus dem völligen physischen und psychischen Zusammenbruch zu Gesundheit, Erfolg und Glück führte, will ich nicht unterstellen, dass mein Schmerz größer war als der Ihre. Der eigene Schmerz ist immer der größte. Ich werde meine persönliche Hölle hier nicht in allen Einzelheiten schildern, aber ich habe alle Abgründe emotionalen und physischen Schmerzes kennen gelernt. Ich bin so tief hinabgestiegen, wie es für einen Überlebenden nur möglich ist. Ich hatte meine Reise nicht bewusst gewählt, aber da ich bereit war zu lernen, lernte ich auch, den Schmerz anderer zu verstehen. Ich gewann die Weisheit, anderen dabei zu helfen, den Schmerz hinter sich zu lassen. Als ich litt, sagte man mir, dass die Zukunft gut wird. Ich glaubte nicht daran und fand deshalb keinen großen Trost darin. Doch aus irgendeinem Grund, den ich hier nicht analysieren werde, gab ich nicht auf. Jetzt bin ich in dieser Zukunft, und sie ist gut. Wunder geschehen und warten darauf, auch in Ihrem Leben geschehen zu können. Dieses Buch wird Ihnen helfen, für Wunder bereit zu sein.

Auch die heute verfügbare wissenschaftliche Information, zu der ich geführt wurde, trug zu meiner Bereitschaft bei. Sie öffnete mir die Tür zum Verstehen und zu einer neuen Ebene wissenschaftlicher Erfahrung und war mir bei meinen Bemühungen, anderen zu helfen, von größtem Nutzen. Im Westen haben wir die Wissenschaft auf ein Podest gestellt und ihr die Führungsrolle zugewiesen. Wir lassen gesellschaftliche und wirtschaftliche Zwänge entscheiden, wer die rechtmäßigen Wissenschaftler sind. Doch in der Erfahrung des menschlichen Geistes sind nun die wahren Pioniere auf den Plan getreten. Wenn Sie bereit und willens sind, steht Ihnen diese Hilfe zur Verfügung - so wie dieses Buch jetzt in Ihren Händen ist.

Es ist jetzt möglich, alles zu wissen, was Sie für ein gesundes, glückliches Leben wissen müssen. Es ist jetzt möglich, als ganzer, voll integrierter Mensch zu leben. Sie können sich jetzt von den Fesseln des Unwissens befreien und wissen, wer Sie sind.

Kapitel 1
Auf der Suche

Die Geschichte der Menschheit ist von Krankheit, Krieg und Leid geprägt. Welches sind die Gründe für diese negativen Erfahrungen? Liegt es in unserem Wesen, dass wir ständig durch Schmerz und Leid bedroht werden? Und worin besteht unser Wesen?

Um diese Frage zu beantworten, werden Unmengen von Geld, Zeit und Mühe aufgewendet. Wir geben Milliarden für die wissenschaftliche Forschung in Chemie, Physik und Biologie aus; Gesellschaftswissenschaftler unterschiedlichster Couleur sind auf der Suche nach der Wahrheit, und das gleiche gilt für die Psychologen. Theologen suchen ein Leben lang nach Antworten auf diese Frage. Etwas treibt uns an, und dieses Etwas ist das Gefühl, dass wir entdecken müssen, wer wir sind, wenn wir unsere Lebensbedingungen verbessern und glücklicher werden wollen. Dieses intuitive Gefühl ist in uns allen vorhanden. Schon in jungen Jahren dachte ich, ich hätte den Schlüssel zum Glück in der Hand, sobald ich nur wüsste, wer ich bin. Im Alter von drei Jahren war mir klar, dass ich nicht immer glücklich war, und im Lauf der Jahre wurde mir immer klarer, dass ich unglücklich war. Je größer mein Unglück zu werden schien, desto dringender wollte ich herausfinden, wer ich war.

Da ich davon ausging, dass ich ein physischer Körper bin, entwickelte ich ein lebhaftes Interesse an Biologie. Das Fach reizte meine Neugier, und ich erhoffte mir Erkenntnisse von ihm. Also beschäftigte ich mich am Gymnasium und am College mit Biologie. Dann entschied ich mich für ein Medizinstudium, damit ich mich eingehend mit der Biologie des Menschen befassen konnte. Ich hoffte, auf diese Weise mein Selbst zu entdecken, denn ich war ja ein gesunder Körper und manchmal auch ein kranker Körper. Durch die Sektion des menschlichen Körpers, seine Untersuchung unter dem Mikroskop, seine chemische Analyse und durch das Studium seiner Physiologie und Pathologie glaubte ich mich auch selbst am besten studieren zu können.

Meine Suche war jedoch nicht auf das Studiums des Körpers beschränkt. Ich war mir durchaus bewusst, dass ich auch einen Geist habe, und so studierte ich auch diesen. Schon als Schüler der Mittelstufe versuchte ich, meine Neugier zu stillen, indem ich die Psychologiebücher meines Vaters las. Aber das half mir nicht weiter. Die Bücher befassten sich ausschließlich mit den Anomalien der Psyche, und schließlich zog ich meine eigene Normalität in Zweifel und glaubte mich in einigen der geschilderten Neurosen wiederzuerkennen.

Außerdem studierte ich auch Theologie. Mein Vater war promovierter Theologe, und ich fand in ihm einen bereitwilligen Tutor. Es entging mir jedoch nicht, dass er in seiner stoischen Art nicht glücklich war. Auch am College belegte ich Theologiekurse, doch jede Antwort führte unweigerlich zu einer neuen Frage, bis mir schließlich nur noch Gottvertrauen weitergeholfen hätte. Doch das besaß ich nicht. Und viele meiner Kollegen, die es angeblich besaßen, kamen mir keineswegs glücklich vor.

Ich fand ein paar Leute, die durch persönliche Erfahrungen und unabhängig von einem Studium glücklicher als die meisten anderen geworden waren. Das erregte meine Aufmerksamkeit, und ich suchte die Nähe solcher Menschen. Ich hörte mir an, was sie zu sagen hatten, empfand es aber nicht als unmittelbare Offenbarung. Immerhin speicherte ich diese Information für spätere Zeiten.

Als Medizinstudent hatte ich auch Gelegenheit zu psychiatrischen Studien, die sich meist an Freud orientierten, mich aber nur noch mehr durcheinanderbrachten. Damals kam es mir in meiner beschränkten Sicht vor, als fühlten sich die Psychiater nur deshalb von der Psychiatrie angezogen, weil sie besonders verwirrt waren und herausfinden wollten, was mit ihnen selbst nicht in Ordnung war. Im Grunde suchten sie gerade so wie ich nach der Erkenntnis, wer wir sind.

Ich erinnere mich an eine schwer depressive Patientin in der Poliklinik. Die Schilderung ihrer Lebensumstände - ihr Mann hatte sie verlassen, ihre Kinder hatten sie im Stich gelassen, sie war mutterseelenallein, ohne Familie und Freunde - deprimierten mich selbst. Mir war klar, dass ich ihr nichts zu geben hatte außer einem Rezept für Antidepressiva, die sicherlich nicht viel mehr bewirken konnten, als den Schmerz zu betäuben. Doch obwohl ich nach dieser Begegnung recht niedergeschlagen war, verschrieb ich mir selbst kein Antidepressivum. Ich lenkte mich mit anderen Aktivitäten ab, um die Frau und die Gedanken an mein eigenes Leben zu vergessen, die sie in mir wachgerufen hatte.

Ich gab das Studium des Geistes auf und verlegte mich ausschließlich auf die Molekularmedizin. Ich hatte vorgehabt, Internist zu werden, da sich dieses Fachgebiet mit der „Wirklichkeit“ (dem physischen Körper) beschäftigt und die Erfahrungen des erwachsenen Körpers in den meisten Aspekten erfasst. Dadurch erhoffte ich mir, die Entschlüsselung meines Wesens weiter vorantreiben zu können.

Aber dieses Unternehmen ließ sich nicht besonders gut an. Wenn meine Erkenntnisse tatsächlich aussagekräftig sein sollten, dann befriedigten sie mich nicht sonderlich. Fast meine ganze Ausbildungszeit verbrachte ich auf der Intensivstation, wo hauptsächlich Schwerkranke lagen. Die meisten Patienten, die zum Internisten kamen, hatten chronische, stetig fortschreitende Krankheiten. Bei 80 Prozent der Patienten schien sich der Zustand kontinuierlich zu verschlechtern. Ich konnte die Verschlechterung lediglich hinauszögern und den Menschen das Leben vor ihrem unvermeidlichen Tod etwas erträglicher machen. Manchen schien die Therapie jedoch sogar zu schaden. Studium und Praxis der inneren Medizin standen für mich ganz unter dem Zeichen der Vergeblichkeit und deprimierten mich.

Frustriert suchte ich nach einem anderen Fachgebiet. Während meines Studiums war die Pathologie mein Lieblingsfach gewesen. Pathologie bedeutet wörtlich Lehre von den Krankheiten und ist die Wissenschaft der Medizin. Sie berührt sämtliche Spezialgebiete und ist die Basis für das Verständnis ihrer Praktiken. Somit schien mir die Pathologie die ultimative Herangehensweise zum Verständnis meiner selbst zu bieten, denn sie befasst sich ja höchst unmittelbar mit der anatomischen und molekularen Struktur und Funktion des Körpers. Außerdem bleiben ihr einige der in der inneren Medizin unvermeidlichen Enttäuschungen erspart. Der Pathologe ist immer erfolgreich. Er kann die Krankheit oder den anatomischen Befund benennen und somit eine Diagnose stellen. Wenn es kein Heilmittel für die diagnostizierte Krankheit gibt, muss der Internist damit zurechtkommen.

Die Praxis der Pathologie führte mich aber auch nicht zum ersehnten Ziel. Ich sezierte viele Herzen - und fand kein Gefühl. Ich sezierte und studierte viele Gehirne - und fand keinen Gedanken. Ich brachte einiges über Krankheiten und tote Körper in Erfahrung, aber meine Erkenntnisse waren im besten Fall entmutigend. Die schlimmsten Erfahrungen kamen nicht von den toten Körpern, sondern von den sterbenden. Im Krankenhaus sah ich leidende Menschen mit runzeligen Körpern und kaum bzw. gar nicht mehr funktionierenden Gehirnen. Mir war klar, dass auch sie einmal in ihren „besten Jahren“ gewesen waren - so wie ich es damals hätte sein sollen. Nun waren sie am Ende, und sie litten. Warum? Was für einen Sinn hatte das alles? Das Leben schien mir eine Art grausamer Posse zu sein.

Der Versuch, mich selbst zu entdecken, zeigte keine glücklichen Ergebnisse. Er deprimierte mich nur.

Kapitel 2
Selbstfindung

Während ich noch nicht wusste, wer ich war, beschäftigte ich mich auch damit, mich selbst zu erschaffen. Es genügte mir nicht, einfach nur zu sein. Ich wusste, ich war Vernon Sylvest, der Sohn von Vera und Edwin Sylvest, ein menschliches Wesen männlichen Geschlechts. Aber das war nicht genug. Ich brauchte andere Maßstäbe, mit deren Hilfe ich mich definieren konnte. Ich suchte nach der Definition eines wertvollen, wichtigen und geachteten Selbst, denn im Geheimen glaubte ich nicht daran, wertvoll und achtenswert zu sein. Dies war mit Schuldgefühlen verbunden und diese wiederum mit Ängsten, also keineswegs mit Glücksgefühlen. Wenn ich so werden könnte, dass mich die anderen akzeptierten, würde ich mich dadurch als würdig erweisen. Dann wäre ich endlich glücklich - glaubte ich.

Wenn wir nicht wissen, wer wir sind, werden wir immer auf die eine oder andere Weise versuchen, uns selbst zu definieren oder zu erschaffen. Nachdem ich einen beträchtlichen Teil meines Erwachsenenlebens damit zugebracht habe, mich zu erschaffen, kann ich jetzt sagen, dass dies unmöglich ist. Wir werden damit immer scheitern und enttäuscht werden. Wir können uns nicht erschaffen, weil wir schon erschaffen sind. Doch wir versuchen es, und der Markt profitiert davon. Viele kommerzielle Unternehmungen, die Milliarden von Dollars kosten, kämen sonst nie zustande. Für die Erschaffung des Selbst wird viel mehr Geld ausgegeben als für die Entdeckung des Selbst.

Wir versuchen, uns nach den Maßstäben derer zu erschaffen, die wir achten gelernt haben oder in deren Abhängigkeit wir durch unsere Erziehung geraten sind. Was uns als gut und lohnend erscheint, wird am unmittelbarsten von unserer Familie und unserem Freundeskreis und im weiteren Sinne von unserer Kultur im Allgemeinen bestimmt. Wir lernen, dass wir „jemand“ sind, wenn wir uns auf eine bestimmte Weise verhalten.

Mein Vater war hochgebildet. Er war Doktor der Theologie und Magister der Psychologie, und meine Eltern sprachen oft von seinen Leistungen und vom Wert der Bildung. Über alle, die keine Bildung besaßen, sprachen sie eher herablassend. Es stand von Anfang an fest, dass ich am College und dann noch weiter studieren musste. Ich machte meinen Collegeabschluss mit sämtlichen Auszeichnungen. Dann studierte ich Medizin und schloss auch dieses Studium mit allen Auszeichnungen ab, die man nur erwerben kann. Nach der Promotion ging es weiter mit der Spezialisierung zum Pathologen. Doch richtig glücklich wurde ich dabei nicht. Es gab immer noch etwas, was ich erreichen musste, damit mich meine Selbstzweifel nicht einholten. Ich hatte Schuldgefühle, auch wenn ich oft nur Langeweile empfand. Langeweile ist im Grunde eine subtile Form der Depression, der erste Hinweis auf mangelnde Lebensfreude und damit auf verdrängte Schuldgefühle.

Mein Vater war methodistischer Geistlicher, und ich war bestens vertraut mit den moralischen Prinzipien eines tugendhaften Lebens. Der Wert eines Menschen bestimmte sich nach dessen moralischer Korrektheit. Deshalb führte ich ein diszipliniertes, streng moralisches Leben. Ein Buch über meine Jugend und mein Leben als junger Erwachsener wäre sicherlich nicht besonders aufregend, doch in meiner Phantasie gab es genug Stoff für einen weniger harmlosen Roman.

Das Wichtigste war die Bestätigung durch andere. Wenn es Leute gab, die mit mir befreundet sein wollten, konnte man davon ausgehen, dass ich irgendwie „in Ordnung“ war. Also war es wichtig, ein gesellschaftliches aktives Leben zu führen. Am allerwichtigsten war es, eine Frau zu haben - einen Menschen, der mich mehr als alle anderen liebte. Sie musste mich so sehr lieben, dass sie mir den Rest ihres Lebens anvertraute und Kinder mit mir haben wollte. Dieses Ziel hatte ich mir schon früh gesetzt. Da ich mir meines eigenen Werts nicht sicher war, ging ich im zweiten Collegejahr - ich war damals in einer Verbindung - mit einer Studentin aus dem ersten Studienjahr aus, die so begabt war, dass sie die letzte Klasse in der Highschool überspringen konnte und schon als 16-jährige ins College kam. Damit war mir doppelt gedient: Eine kluge Freundin würde meinen Wert bestätigen, und da sie so jung war, konnte ich ihr noch imponieren. Nach meinem dritten Collegejahr willigte sie in die Heirat ein.

Nachdem ich nun eine Frau hatte, die sich mir anvertraut hatte, brauchte ich Kinder, die mich abgöttisch lieben sollten. Eine derartige Bestätigung musste sicherlich eine Quelle großen Glücks sein. Aus meiner Sicht waren Töchter am besten, da sie den Vater mehr lieben, als Söhne dies können. Wir bekamen drei Töchter.

Es war mir auch wichtig, körperlich fit, männlich, konkurrenzorientiert und erfolgreich zu sein. Dies ließ sich durch sportliche Betätigung erreichen und erwies mir gute Dienste in der Highschool, doch glücklich machte es mich auch nicht. Und da in meiner Familie so viel Wert auf schulische Leistungen gelegt wurde, opferte ich den Sport der Gelehrsamkeit am College. Die Zurschaustellung körperlicher Stärke blieb aber weiterhin eine wichtige Quelle meines persönliches Stolzes.

Natürlich spielten auch Geld und das Materielle eine gewisse Rolle. Gegen diese kulturellen Einflüsse war ich trotz meines streng puritanischen Hintergrunds keinesfalls gefeit. Als Pfarrersfamilie waren wir zwar geachtet, aber arm. Da mir die ständigen Geldsorgen meiner Eltern die Armut nicht als Tugend darstellten, freute ich mich auf die wirtschaftlichen Vorteile einer medizinischen Laufbahn.

Kapitel 3
Das Leben und seine Herausforderungen

Es sah so aus, als würde es mir an nichts fehlen: Ich hatte eine höhere Schulbildung, einen respektablen Beruf und Geld. Ich hatte eine Frau, Kinder und Freunde. Einen kräftigen, männlichen Körper und gute Moralvorstellungen. Mein scheinbar erfolgreicher Versuch, mich selbst zu erschaffen, war in Wirklichkeit jedoch gar nicht so erfolgreich, denn ich war nicht glücklich. Und ständig wurde ich daran erinnert, dass ich alles verlieren konnte. Ich war ein geachteter Pathologe, aber ich fühlte mich unzufrieden. Es gab noch andere Ziele, die ich erreichen musste. Damals leitete ich das Laboratorium noch nicht und war auch nicht landesweit bekannt. Um landesweit Anerkennung zu gewinnen, hätte ich jedoch meine Familie und mein gesellschaftliches Leben opfern müssen, und dazu war ich nicht bereit. Heute weiß ich, dass es auch nicht geholfen hätte, wenn ich diese Ziele erreicht hätte.

Meine Frau war klug und attraktiv, doch sobald ich mir ihrer sicher war, projizierte ich mein eigenes Gefühl der Unzulänglichkeit in sie hinein. Da sie mir gehörte, musste irgendetwas mit ihr nicht in Ordnung sein. Schon bald nach unserer Heirat hatte ich den Eindruck, als sei sie nur noch aus Pflichtgefühl mit mir zusammen. Mir fehlte dieses überwältigende Gefühl der Befriedigung, das mir eine andere, eine neue Frau durch ihre Bestätigung hätte schenken können. Und als ich langsam mit ihren eigenen Selbstzweifeln vertraut wurde, erschien es mir immer fraglicher, dass ich mein Selbstgefühl über sie beziehen konnte.

Bei der Unterminierung unserer Beziehung kam noch ein subtilerer Faktor ins Spiel. Unbewusst „wusste“ ich, dass ich meine Frau benutzte, um mich selbst definieren zu können, dass ich etwas von ihr nahm, um mich als vollständig empfinden zu können, und dass ich ihr herzlich wenig zurückgab. Dies war mit verdrängten Schuldgefühlen verbunden, die in ihrer Gegenwart an die Oberfläche kamen und sofort in Ärger übersetzt wurden. Ohne vernünftigen Grund reizte mich deshalb alles Mögliche an ihr - ihre Frisur, ihre Kleidung, wie sie sprach und was sie tat. Und ihr ging es mit mir genauso. So konnte unsere Ehe nicht glücklich werden, aber meine Moralvorstellungen hielten mich gefangen, und ich erfüllte meine Pflicht, so gut ich es konnte.

Die Kinder waren eine Quelle echter Freude, doch da mir so viel am beruflichen Erfolg lag und ich weniger Zeit mit meiner Frau verbringen wollte, stand ich weniger für Familienaktivitäten zur Verfügung.

Irgendwann ging es dann bergab. Meine Frau hatte die „Farce von einer Ehe“, wie sie es nannte, satt und verließ mich. Am Anfang fand ich das ganz gut. Da sie wieder studieren und Karriere machen wollte, ließ sie die Kinder bei mir zurück, was mir sehr angenehm war. Ich träumte davon, eine bessere Frau zu finden. Doch es gab ein Problem. Ich versuchte, mich auf der Basis meiner moralischen Korrektheit zu erschaffen, aber das hätte eine intakte Familie vorausgesetzt. Aus meiner Sicht kam eine Scheidung nicht in Betracht, doch meine Frau wollte sich scheiden lassen, und ich konnte daran nichts ändern. Ich empfand mich als unmoralisch, und meine Schuldgefühle verstärkten sich noch, weil ich mich über unsere Trennung freute. Meine neue „glückliche“ Situation auszukosten war also ein Ding der Unmöglichkeit.

Zwei der fünf Parameter, an denen ich mich gemessen hatte, hatten sich in Luft aufgelöst: Familie und Moral. Ich hatte meinen Beruf, doch das genügte mir nicht. Körperlich war ich noch immer fit, und auch die materiellen Aspekte meiner Welt genügten meinen Ansprüchen, doch glücklich war ich nicht in meiner Welt. Ich hatte eine akute Depression.

Am 10. April 1977 verlor ich einen weiteren Parameter meiner Selbstdefinition. Wie es der Zufall wollte, geschah es an einem Sonntag. Binnen weniger Stunden wurde aus einem robusten, gesunden Mann ein schmerzgebeutelter Invalider. Beim Aufwachen empfand ich in der Mitte meines Rückens einen merkwürdigen Schmerz, der mir völlig neu war. Im Laufe des Vormittags verflüchtigten sich die Rückenschmerzen allmählich, doch am späten Nachmittag schmerzte mein rechter Fuß. Der Schmerz wurde so übermächtig, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich konnte mich nur noch mit Krücken fortbewegen. Nach tagelangen Untersuchungen und Labortests erhielt ich die wohl niederschmetterndste Nachricht meines Lebens. Ich erfuhr, dass ich an einer Form von chronischer Arthritis litt, die als unheilbar galt. Man hoffte, die Krankheit mit Hilfe von Medikamenten unter Kontrolle bringen zu können, doch das wirksamste Medikament hatte potentiell tödliche Nebenwirkungen. Die Diagnose stand zweifelsfrei fest, als in meinen weißen Blutkörperchen ein anomales Gewebe-Antigen entdeckt wurde. Ich hatte einen genetischen Marker für diese Form von Arthritis. Die Krankheit ließ sich durch Medikamente nicht unter Kontrolle bringen und schritt im Laufe der nächsten Wochen fort, indem sie an verschiedenen Gelenken und Geweben auftrat.

Ich war inzwischen so deprimiert, dass mir meine Kollegen zu einer psychiatrischen Behandlung rieten. Das war der Anfang einer langen Reise, während der ich mich als kranker, chronisch deprimierter Mensch und als Patient der herkömmlichen Medizin und Psychotherapie erfuhr. Im Grunde war ich fast mein ganzes Leben lang deprimiert gewesen, aber jetzt war es mir nicht mehr möglich, vor diesem Gefühl davon zu rennen, auch wenn ich es immer noch verzweifelt versuchte.

Ich hätte gern mit einer anderen Frau eine Ersatzfamilie aufgebaut, aber die nun offen zu Tage liegenden Schuldgefühle ließen es trotz aller meiner Bemühungen nicht zu. Ich probierte sämtliche herkömmlichen medizinischen Heilmittel aus, die man für meine Krankheit kannte, aber keins brachte Linderung. Meiner Arbeit in der Pathologie ging ich jetzt noch eifriger nach, soweit meine Krankheit dies erlaubte. Auch um mein materielles Wohlergehen kümmerte ich mich, indem ich in eine ganze Reihe von Projekten investierte, die zu schnellem Reichtum verhelfen sollen. Viel Zeit widmete ich dem Versuch, meinen Töchtern Mutter und Vater gleichzeitig zu sein. Mit meiner Ex-Frau war ich weiterhin zerstritten, und dadurch versuchte ich, mich von meiner Schuld loszusprechen. Aber es half nichts. Meine Krankheit schritt fort, ich stand ständig unter Schmerzen, und meine Depression verschlimmerte sich, bis ich schließlich im Sommer 1981 damit begann, ein neues tri-zyklisches Antidepressivum an mir auszutesten. Doch seine Nebenwirkungen schienen meinen Körper nur noch mehr zu zerstören.

Meine Angst und meine Depression waren so heftig, dass ich drei Monate lang nicht schlafen konnte. Schlaftabletten zeigten keine Wirkung. Mein Körper fühlte sich an wie Blei, wenn ich mich bewegen wollte. Die Depression verlangsamte die gesamte Psychomotorik meines Körpers. Die einfachsten Aufgaben waren nur durch eine gewaltige Anstrengung zu bewältigten und waren mit großer Furcht verbunden. Das Zusammensein mit anderen Menschen wurde zur Last, und ich vermied es, wann immer ich konnte. Bei der Arbeit bewegte ich mich wie ein rostiger, nicht geölter Roboter.

Kapitel 4
Das Wunder

Der Tod wäre mir willkommen gewesen, und ich hatte mir schon mehrere Selbstmordpläne zurechtgelegt. Allerdings hatte ich gerade meine Lebensversicherung erneuert und bis zum Ablauf der zweijährigen Wartefrist, nach der auch bei Selbstmord gezahlt wird, blieben noch sechs Monate. Dann schien mein Gesundheitszustand meinen Todesgedanken entgegenzukommen. Herzrhythmusstörungen machten eine medikamentöse Behandlung erforderlich, und ich stellte mir vor, dass eine genügend hohe Dosis des Medikaments eine tödliche Herzrhythmusstörung herbeiführen würde, ohne Verdacht zu erregen. Ich trug genug von dem Mittel in meiner Aktentasche herum, so dass ich handeln konnte, wenn meine Situation gänzlich unerträglich würde.

Irgend etwas hielt mich jedoch zurück: meine Kinder, mein Verantwortungsgefühl und ein vager Hoffnungsschimmer, den ich dem religiösen Hintergrund meiner Kindheit verdankte. Ich wusste, dass mich nur ein Wunder gesund und glücklich machen konnte. Da meine Gedanken nicht mehr der Logik gehorchten, fing ich an, auf ein Wunder zu hoffen. Ich begann zu beten und andere darum zu bitten, für mich zu beten - vom charismatischen Geistlichen, der in Zungen sprach, bis hin zum Pfarrer der Episkopalkirche, mit dessen Art zu beten ich besser vertraut war. Mein lieber Onkel Ralph, einer meiner wenigen Verwandten, die nicht zur unmittelbaren Familie gehörten, gab in seiner großen Geduld und Liebe die Hoffnung für mich nie auf. Jeden zweiten Sonntag im Monat brachte er mich zum Heilungsdienst beim Orden des Heiligen Lukas in der Episkopalkirche, der er angehörte. Dort betete oft Reverend Rufus Womble für mich und mit mir.

Was nun folgte, lässt sich nicht in Worte fassen. Binnen neun Monaten war ich von der Krankheit befreit, die ich für unheilbar gehalten hatte, und meine psychische Genesung war in vollem Gange. Das Wunder geschah, wenn auch nicht so schnell, wie ich es mir gewünscht hätte. Mich erwarteten nicht nur phänomenale, sondern auch noch einige qualvolle Erfahrungen, und erst jetzt ist es mir möglich, sie ganz zu verstehen und zu schätzen.

Hier zwei besonders wichtige Erfahrungen: Kurz nach Beginn meiner Gebetstherapie gab mir ein Nachbar ein Buch mit dem Titel „Prison and Praise“10 („Gefängnis und Lobpreis“) von Merlin Carothers, einem Geistlichen. Als junger Erwachsener hatte Carothers eine Krise durchlebt, in der er die Waffen streckte und eine dramatische Verwandlung erfuhr. Er wurde Geistlicher und als solcher Zeuge dramatischer Heilungen bei Menschen, für die er betete. In meinem verwirrten Geisteszustand hoffte ich, er würde auch für mich beten und mich dadurch unmittelbar von meiner Krankheit heilen. Ich erfuhr von einer Veranstaltung mit ihm in Augusta, Georgia, nicht so weit von meinem Wohnort Richmond, Virginia, entfernt. In meinem Zustand war die Reise jedoch nicht so einfach, und in Augusta verbrachte ich die meiste Zeit in meinem Hotelbett. Aber ich schaffte es zu der Veranstaltung. Erstaunlicherweise begann er seinen Vortrag mit der Beschreibung einer Autopsie, wie sie von Pathologen durchgeführt wird. Die ausführliche Beschreibung war wohl mehr für Pathologiestudenten geeignet als für das Publikum, vor dem er sprach. Mir wurde klar, dass irgend etwas Bedeutendes im Gange war. Ich kannte Carl Gustav Jungs Konzept der Synchronizität.50 Hier beschrieb Reverend Carothers eine Autopsie genau so, wie ich sie durchgeführt hätte, ohne zu wissen, dass ich im Publikum war. Er kannte mich ja nicht einmal.

Reverend Carothers wies auf eine Analogie hin. So wie wir den Körper sezieren, um die physischen Veränderungen zu verstehen, die offenbar für die Krankheit ursächlich sind, müssen wir auch unsere spirituelle Natur sezieren, um die Störung zu verstehen, die in Wahrheit die Krankheitsursache ist. Mir war klar, dass der Vortrag ein bedeutendes Ereignis darstellte, aber mir war so elend zumute, dass ich mich nicht auf seine Botschaft konzentrieren konnte. Ich war auf der Suche nach einer Sofortkur. Nach dem Vortrag hielt der Reverend keinen Gottesdienst für die Heilung ab. Um ihn zu sprechen, musste ich ihn an der Hintertür abfangen. Er schien in Eile und schien sich nicht auf ein Gespräch einlassen zu wollen, geschweige denn für mich zu beten. Da ich darauf bestand, tat er es doch, aber nichts geschah. Vermutlich hatte er es vorausgesehen, und dies erklärte seinen Unwillen. Ich flog genauso krank zurück, wie ich gekommen war, und vergaß in meiner Enttäuschung den Vortrag sehr schnell.

Im Frühjahr 1982 beschloss ich, es noch einmal mit der traditionellen Medizin zu versuchen. Ich fuhr zum Duke Medical Center in Durham, North Carolina, um zu sehen, was man für mich tun konnte. Dort hatte ich wieder eine wichtige Begegnung, allerdings nicht im Bereich der medizinischen Therapie. Nach meiner Ankunft brachte ein lokaler Fernsehsender ein Feature von Dr. Alan Whanger, der über seine Untersuchungen zum Turiner Grabtuch berichtete. Erstaunt hörte ich ihn über Fakten sprechen, die darauf hinzudeuten schienen, dass es sich tatsächlich um das Grabtuch von Jesus handelt und dass ihm ein übernatürliches Bildnis aufgeprägt ist. Dies könnte auf die Freisetzung von Energie zurückgehen, die mit dem Auferstehungsprozess in Verbindung gestanden haben mag. Dr. Whanger war Psychiater am Duke Medical Center. Ich suchte ihn auf, und er verwies mich auf die Literatur zur aktuellen Forschung über das Grabtuch. 39,118 Im Herbst 1978 besuchten vierzig amerikanische Wissenschaftler die norditalienische Stadt Turin und untersuchten das Tuch mit modernem Instrumentarium. Ich prüfte ihre Daten mit der größtmöglichen mir zur Verfügung stehenden Objektivität und gewann den Eindruck, dass die Gläubigen Recht haben. (Die mit Hilfe der Karbondatierungsmethode gewonnenen Daten lagen mir damals noch nicht vor.)

Diese Begegnung weckte in mir das Interesse, die Lehren Jesu zu studieren. Ich machte mich über alle Formen des Christentums und dann über alle Weltreligionen kundig. Was ich herausfand, weckte auch mein wissenschaftliches Interesse auf einer tieferen Ebene. Es drängte mich dazu, die neuesten Konzepte der modernen Physik zu studieren. Wie bei meinen Begegnungen mit Merlin Carothers und Dr. Whanger führten auch hier Synchronizitäten zu weiteren Begegnungen wissenschaftlicher und spiritueller bzw. mystischer Natur, die meinem Wissensdrang entgegenkamen. Langsam begann ich, Zugang zu meinem eigenen inneren Wissen zu bekommen. Dank dieser neuen Herangehensweise und meiner Bereitschaft, die Dinge neu zu sehen, entdeckte ich die Antwort auf die unbeantwortbare Frage: Ich entdeckte, wer ich bin. Ich entdeckte, warum ich krank wurde. Ich entdeckte, wie ich gesund werden und gesund bleiben konnte.

Etwa zwei Jahre später sprach ich in einer örtlichen Kirche über meine Erfahrung, als mir plötzlich aufging, dass ich genau das getan hatte, was mir Reverend Carothers gesagt hatte. Ich hatte meine spirituelle Natur seziert und die Ursache meiner Krankheit verstanden, und ich hatte die entsprechenden Veränderungen durchlebt und war gesund geworden.

Ich hatte meine Einstellung verändert. Unsere Wahrnehmungen und die Gefühle, die mit ihnen einhergehen, bestimmen unsere Einstellung. Furcht und Schuldgefühle hatten mich bestimmt, nun war ich von Unschuld, Vertrauen und der Bereitschaft erfüllt, alle Menschen zu lieben, einschließlich meiner selbst.

Ich begann auch zu verstehen, wie sich meine Einstellung auf andere auswirkt. Die Leute fühlten sich nun in meiner Gegenwart getröstet, kamen unangemeldet und suchten meinen Rat. Einige vertrauten mir ihre körperlichen Schmerzen an und baten um Hilfe. Wenn ich sie mit der Bereitschaft zu lieben und mit der Absicht, den Schmerz zu stillen, berührte, verflüchtigte sich dieser in den meisten Fällen. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass ich auch Nadelbiopsien machen konnte, ohne den Patienten Schmerzen zuzufügen und oft, ohne eine Blutung auszulösen. Wenn ich fertig war, fragte ich sie nach ihrem Befinden und hörte oft als Antwort: „Haben Sie es denn schon gemacht?“

Ich stellte fest, dass ich diese Wirkung mit meiner fokussierten Absicht auch aus der Entfernung verstärken konnte, und dies ohne das Wissen der Empfangenden. Zunächst entdeckte ich, dass dies bei Kindern funktionierte. An der Kasse eines Supermarkts standen eine Mutter und ihr zweijähriges Kind etwa zwei Meter vor mir. Das Kind hatte einen Wutanfall, wollte dies und das und brach in lautes Geschrei aus, weil ihm die Mutter nicht nachgeben wollte. Meine spontane Reaktion war gereizte Abwehr, doch beschloss ich, dieses Gefühl loszulassen und die Situation in einem anderen Licht zu sehen. Ich versuchte, die Frustration des Jungen zu verstehen. Ich sah ihn mit der Absicht zu lieben an und wiegte ihn in Gedanken in der Haltung des Gebets. In etwa zwei Minuten wurde der Junge ruhig und hörte auf zu schreien. Er drehte sich um und schaute mich verwundert an. Offenbar spürte er intuitiv, dass etwas aus meiner Richtung kam. Aber ich hatte vergessen, diese Energie der Liebe auch auf die Mutter zu richten. Der Junge war jetzt ruhig, aber sie befand sich noch in der Vergangenheit. Als die beiden den Laden verließen, nahm sie ihn verärgert bei der Hand und stieß ihn dann von sich. Der Junge begann wieder zu weinen.

Damals reiste ich viel und begann mich darauf zu konzentrieren, Kinder in Flughäfen und Flugzeugen zu trösten. Ich merkte, dass es mir fast immer gelang, ein weinendes Kind durch die Kraft meiner Gedanken zu trösten. Meist war es innerhalb weniger Sekunden zufrieden; nie ließ die Wirkung länger als zwei Minuten auf sich warten. Manchmal hielt das Kind mitten im Weinen inne. Früher hatte ich Kinder in geschlossenen Räumen gemieden, besonders in Flugzeugen, weil sie dort gewöhnlich während der Druckveränderungen immer laut und unruhig waren. Einmal bot ich einem kleinen Mädchen in der Wartehalle des Flughafens stillen Trost an. Zu meiner Bestürzung saß es mir dann im Flugzeug auf dem Schoß seiner Mutter direkt gegenüber. Die vorderen Sitzreihen waren umgedreht worden, und die Passagiere saßen entgegengesetzt zur Flugrichtung. Da mir an einem ruhigen Flug gelegen war, konzentrierte ich mich die ganze Zeit auf das Kind mit der Absicht, es zu lieben. Das Kind gab keinen Laut von sich und starrte mich mit großen Augen an.

Ich probierte dieses Verfahren nun auch an Patienten aus, die zu mir ins Krankenhauslabor kamen. Das erste Mal hatte ich es gar nicht geplant. Eine ältere Frau wurde im Rollstuhl ins Wartezimmer gebracht; ihr sollte für eine Laboruntersuchung Blut abgenommen werden. Als sie ihre Beherrschung verlor und in Tränen ausbrach, stand ich gerade im Sekretariat und war durch eine Glaswand von ihr getrennt. Ich hielt kurz inne, blickte auf den Boden, sprach ein kurzes, von Liebe erfülltes Gebet, schaute sie dann einen Augenblick lang an und hüllte sie in Liebe ein. Augenblicklich fand eine völlige Verwandlung mit ihr statt, und sie schien getröstet zu sein. Meine ersten Erfahrungen mit diesem Phänomen erstaunten mich. Seitdem habe ich mich an die gewaltige Wirkung fokussierter Liebe etwas gewöhnt, doch jedes Mal ist diese Erfahrung wieder schön. Wir dürfen nicht vergessen, dass hier immer der freie Wille im Spiel ist. Wir können niemandem Trost aufzwingen, doch nach meinen Erfahrungen nehmen ihn ungefähr 80 Prozent der Kinder und Erwachsenen an.

Der unmittelbare Nutzen der verströmten Liebe beschränkt sich nicht auf diejenigen, denen sie zufließt. Auch der Gebende wird durch sie bereichert. Einmal ging ich durch ein hektisches Einkaufszentrum und empfand Liebe und Mitgefühl für alle Menschen. Fremde lächelten mir zu und sprachen mich an. Als ich in ein Geschäft ging, um mir Teppiche anzuschauen, war der Verkäufer dort gerade mit Inventurarbeiten beschäftigt und wollte nicht gestört werden. Ich sah mich selbst um, und als ich seine Hilfe brauchte, stellte ich mich ganz geduldig hin und schickte ihm Liebe. Sofort kam er zu mir herüber und bot mir sehr liebenswürdig die Hilfe an, die ich brauchte. Seine Laune verbesserte sich zusehends, während er mich bediente. Ich suchte einen kleinen Teppich aus und ging mit ihm zur Kasse. Vor mir stand ein Kunde. Ich hatte nur einen Augenblick gewartet, als mein Verkäufer zu mir herüber kam und mir sagte, ich könnte bei ihm bezahlen. Es war mir klar, dass das nicht in seinen Aufgabenbereich fiel. Eigentlich war er ja mit seinen Inventurarbeiten beschäftigt.

Diese Erfahrungen stachelten meine wissenschaftliche Neugier an. Zusätzlich zu meinen Studien der Quantenphysik widmete ich mich jetzt der Physik des Bewusstseins. Ich lernte, dass Gedanken und Gefühle mächtige, effektive, nicht ortsgebundene Energien sind. Auch meine mehr praktische Neugier war geweckt. Als ich hörte, dass in der Gegend eine Krankenschwester einen Kurs über die „Healing-Touch“-Therapie hielt, schrieb ich mich dafür ein. Da es mir um das theoretische Verständnis ging, wollte ich nicht aktiv, sondern nur als Zuhörer und Beobachter teilnehmen. Schließlich war ich Pathologe, und kein Therapeut der „Healing-Touch“-Schule. Neben der Arbeit im Kurs sollten die Teilnehmer einen freiwilligen Patienten mitbringen, die Therapie anwenden und die Ergebnisse aufzeichnen. Ich hatte nicht vor, diese Aufgabe zu übernehmen, aber dann kam alles anders.

In dieser Zeit nahm ich auch an einer Diskussion und Gebetsgruppe in der methodistischen Kirche teil. Ich hatte seit einigen Monaten eine Gebetsgruppe geleitet, als etwas Ungewöhnliches geschah. Eines Nachts kamen zwei Frauen, die schon seit ein paar Wochen nicht mehr teilgenommen hatten und deren Namen ich vergessen hatte. Da ich sie direkt ansprechen musste, konnte ihnen meine Vergesslichkeit als Mangel an Interesse erschienen. Während ich noch überlegte, was ich tun sollte, schaute ein anderes Gruppenmitglied auf die beiden Frauen und sagte zu einer von ihnen: „Susie, hast du Janet schon kennengelernt?“ Susie antwortete: „Natürlich kenne ich Janet.“ Und als ich gerade mit Dankbarkeit an die göttliche Fügung dachte, die diese Frau dazu gebracht hatte, mir die beiden Namen in Erinnerung zu rufen, wandte sie sich an mich und sagte: „Vernon, mein Arm tut weh. Könntest du ihn bitte berühren und heilen?“ Ich war erstaunt, da sie nicht wissen konnte, dass ich in der „Healing-Touch“-Gruppe war oder, dass ich mich für dieses Gebiet interessierte. Ich berührte ihren Arm, und der Schmerz war gelindert. In diesem Augenblick wusste ich, dass ich den Kurs ernst nehmen und aktiv betreiben musste.

Ein Freund, der davon erfahren hatte, dass ich in dem Kurs war, wollte mein Patient sein. Er war Ende dreißig und Marathonläufer und hatte degenerative Arthritis in seinem linken Fußgelenk. Er konnte nicht mehr laufen, hinkte beim gehen und litt unter ständigen Schmerzen. Bei einer gelenkendoskopischen Untersuchung hatte sich herausgestellt, dass der Gelenkknorpel bis zum Knochen angegriffen war. Beim gehen scheuerte Knochen gegen Knochen. Nach unserer ersten Behandlung, die weniger als fünf Minuten dauerte, war mein Freund schmerzfrei. Nach zwei Behandlungen hinkte er nicht mehr, und nach drei Wochen konnte er wieder laufen. Inzwischen sind neun Jahre vergangen, und er läuft noch immer.

Diese und andere Erfahrungen ermutigten mich, 1988 meine Ganztagsstelle als Pathologe aufzugeben. Ich behandelte meine Patienten nun ärztlich und konnte ihnen die Heilung zuteilwerden lassen, die mit dem traditionellen medizinischen Ansatz allein nicht möglich ist.

Auf den folgenden Seiten werde ich etwas ausführlicher darstellen, was ich gelernt habe und wie dies im Leben nutzbar gemacht werden kann.

Kapitel 5
Die Macht des Geistes

Als ich meine Ganztagsstelle als Pathologe noch hatte, wollte ich Auskünfte über eine Biopsienadel einholen, die der schwedische Radiologe Dr. Björn Nordenström entwickelt hatte. Zusammen mit der Information erhielt ich einen Hinweis auf ein Buch, das Dr. Nordenström über seine zwölfjährige Forschungsarbeit über die Natur des physischen Körpers als energetisches Phänomen geschrieben hatte: „Biologically Closed Electrical Circuits: Clinical, Experimental and Theoretical Evidence for an Additional Circulatory System“.70 Die Nadel bestellte ich nicht, dafür aber das Buch, und die Lektüre faszinierte mich. Hier fand ich eine Dokumentation der biologischen/medizinischen Experimente, die das bestätigten, was ich in der elementaren modernen Physik sowie in den spirituellen Lehren gelernt hatte.

Der Körper ist mit einem Energiefeld verbunden. Dieses Feld existiert innerhalb des Körpers und um den Körper herum. Dr. Nordenström hatte sowohl in vivo (am Körper) als auch in vitro (im Reagenzglas) demonstriert, dass dieses Energiefeld nicht vom Körper produziert wird. Vielmehr produziert das Energiefeld den Körper. Wie die Quantenphysik demonstriert hat, sind alle physischen Phänomene eine Manifestation von Energiefeldern, die miteinander in Wechselwirkung stehen und dadurch die Erfahrung der Substanz produzieren. Dr. Nordenström zeigte die Gültigkeit dieses Konzepts für den menschlichen Körper. Von den subatomaren Partikeln, Atomen, Molekülen, intrazellulären Organellen, Zellen, Geweben und Organen bis hin zu sämtlichen Körperfunktionen und anatomischen Zusammenhängen ist alles eine Manifestation der energetischen Interaktion.

Dr. Nordenström zeigte, dass jeder chemischen und physikalischen Anomalität im Körper eine Störung im Energiefeld vorausgeht, das den Körper produziert. Er untersuchte das Energiefeld des erkrankten Gewebes und verglich es mit dem Energiefeld normalen Gewebes. Dann zeigte er, dass Anomalien - z.B. metastatische Tumorknötchen - durch elektrische und elektromagnetische Veränderung des Energiefelds rückgängig gemacht werden. Am normalen Brustgewebe, das im Reagenzglas lebensfähig gehalten wurde, konnte er durch Reorganisation des Energiefelds die Struktur des Gewebes reorganisieren.

In diesem Buch und in anderen wegweisenden Schriften6 greift die medizinische Wissenschaft auf die Erkenntnisse der Quantenphysik zurück. Die gängige Medizin - und dazu zählt auch der Großteil der medizinischen Forschung - stützt sich jedoch noch immer auf die Newtonsche Physik und beschränkt sich auf die molekulare Ebene der Krankheit, obwohl wir seit Einstein25, 76 und der Entdeckung des Relativitätsgesetzes wissen, dass Newtons Physik keine vollständige oder akkurate Sicht der Realität wiedergibt. Die praktische Anwendung der neuen Informationen hat ein neues Feld eröffnet, das sich mit energetischen Heilmethoden beschäftigt. In „Star Trek“ ging man davon aus, dass wir eine Technologie entwickeln können, die unmittelbar mit dem Energiefeld des Körpers interagiert. Dadurch würden die plumpen molekularen Therapien durch Feldveränderungen und Körperheilungen ersetzt.

Aber es gibt noch eine höhere Ebene des Heilens. Woher stammt das Energiefeld des Körpers? Alles spricht dafür, dass es etwas mit dem Bewusstsein zu tun hat - mit den Gedanken und Gefühlen, die sich auf das Energiefeld auswirken, das den Körper ausmacht. Offenbar ist die Energie, die die molekulare und grobstoffliche Erfahrungsebene des Körpers manifestiert, selbst eine Manifestation des Bewusstseins bzw. der geistigen Energie. Das Energiefeld, das den Körper macht, ist im Geist. Inzwischen liegen uns genügend wissenschaftliche Erkenntnisse vor, die diese Vorstellung stützen. Die unterschiedlichen Wirkungen von Angst und Liebe auf das den Körper umgebende Energiefeld lässt sich mit Hilfe der Kirlianfotografie sichtbar machen.117 Blair Justice untersuchte in seinem Buch „Who Gets Sick“51 die wissenschaftliche Literatur zur Erforschung der Beziehung zwischen Geist und Körper. Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass im Zustand der Angst die DNA-Wiederherstellung in den Körperzellen beeinträchtigt ist.34, 51, 53 DNA ist das Molekül, das unsere Gene ausmacht, die ihrerseits Makromoleküle sind und die Zellen instruieren, was sie zu tun und zu lassen haben: ob sie sterben oder sich regenerieren oder auch anomal regenerieren sollen, was zu einer anomalen Zellfunktion bzw. zu anomalem Zellenwachstum wie bei Krebserkrankungen führt.

Wenn wir Angst haben oder deprimiert sind, lassen sich entsprechende chemische Veränderungen im Gehirn demonstrieren. Diese Neuro-Chemikalien (Gemüts-Chemikalien) werden erwiesenermaßen auch in anderen Körperteilen produziert. Man muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Chemikalien für unsere Gemütsverfassung nicht ursächlich, sondern eher als deren Nebenprodukte anzusehen sind. Wenn wir Chemikalien mit ähnlicher Struktur einnehmen, versetzen sie uns in eine ähnliche Gemütsverfassung, die jedoch synthetisch ist. Bei Entfernen der Chemikalie stellt sich wieder die normale Gemütslage ein.

Die Wirkung des Geistes auf den Körper wurde auch auf der zellulären Ebene demonstriert. Lymphozyten - die Immunzellen, die uns vor Infektionen schützen - werden negativ beeinflusst, wenn wir im Angstzustand sind. Wie erwartet, konnte der schädliche Effekt der Angst auch auf der Ebene der Organe und des ganzen Organismus eindeutig nachgewiesen werden, denn die Organe und der Körper als Ganzes bestehen ja aus Molekülen und Zellen.51

Angst scheint der primäre Verursacher von Krankheiten aller Art zu sein - von der simplen Infektion bis hin zu Erkrankungen des Herzens, Schlaganfall und Krebs.

Angst ist die Erfahrung von Stress auf Gefühlsebene. Mit der Angst gehen immer Schuldgefühle einher, obwohl wir das häufig nicht erkennen. Angst hat ihren Ursprung in einem Gefühl der Bedrohung, das auch mit dem Gefühl des Versagens oder des potentiellen Versagens verbunden ist. Das Gefühl des Versagens ist schuld. Schuld verbirgt sich normalerweise hinter Ärger und wird als solcher projiziert. All dies hängt auch mit dem Gefühl des Verlusts oder des potentiellen Verlusts zusammen. Das Gefühl des Verlusts ist Kummer. Wenn es nicht aufgelöst wird, stellt sich Depression ein. Man könnte jedoch auch sagen, dass der Kummer in Wirklichkeit auf den Verlust des Selbst zurückgeht.

Stress hat seine Ursache nicht in unserer gegenwärtigen Situation. Die Interpretation der Situation löst die Erfahrung auf der Gemütsebene aus. Diese Interpretation basiert auf unseren Wahrnehmungen - unseren Überzeugungen in Bezug auf uns selbst und die Welt. Die Gedanken folgen der Wahrnehmung, und ihre emotionale Energie hat schöpferische Kraft, indem sie unser inneres Erleben ins äußere Erleben projiziert. Unsere Wahrnehmungen werden in dem Maße manifest, in dem sie unseren Glauben oder Glaubenssystem repräsentieren. Diese Behauptungen sollen im Folgenden bewiesen werden.

Eine Korrektur ist dann möglich, wenn sich unsere Wahrnehmung ändert, und darin liegt der Zweck unserer Suche und unserer Versuche, neue Entdeckungen zu machen. Wir haben nun entdeckt, dass wir nicht der Körper sind und nicht durch den Körper gemacht werden. Wir sind ein Energiefeld - ein Energiefeld des Bewusstseins, das die Erfahrung eines Körpers macht. Energiefelder sind die Domäne der Quantenphysik.*1 In Laborversuchen wurde nachgewiesen, dass in dieser Domäne nichts lokal auftritt und nichts voneinander getrennt ist. Alles ist mit allem verbunden und hat eine Wirkung auf alles andere, und dies unmittelbar, ohne Begrenzung durch Raum und Zeit. Diese Feststellungen reflektieren Beers Gesetz der Physik.

Wenn im Experiment die Drehung eines Atoms in einem Standort verändert wird, wirkt sich dies augenblicklich auf die Drehung eines anderen Atoms aus, das im gleichen Augenblick in einiger Entfernung beobachtet wird, und zwar unabhängig von dessen Standort. Bei identischen spiegelbildlichen Photonen, die sich infolge der Wirkung eines gespiegelten Prismas auf einem Lichtstrahl in entgegengesetzte Richtung bewegen, beeinflusst eine Veränderung in der Polarisierung des einen Photons mittels eines polarisierenden Filters auch die Polarisierung des Zwillingsphotons, das sich in einiger Entfernung von dem durch den Filter laufende Photon in entgegengesetzte Richtung bewegt. Die Partikel an einem Standort scheinen also wissen, was mit Partikeln geschieht, die sich in einiger Entfernung befinden.

In einem weiteren Experiment wurden subatomare Partikel, deren Geschwindigkeit sich der Lichtgeschwindigkeit annäherte, in einem linearen Beschleuniger durch einen Filter mit nur einer Öffnung geschickt. Wie zu erwarten war, schufen die sich als Partikel verhaltenden Partikel das Bild einer Öffnung auf dem Detektor am Ende des Beschleunigers. Danach wurden Partikel durch einen Filter mit zwei parallelen Öffnungen geschickt. Anstatt zwei parallele Bilder zu schaffen, wie man hätte erwarten können, wenn sich die Partikel wie Partikel verhalten hätten, wurden mehrere Bilder produziert, von denen keins der Position der Öffnungen im Filter exakt entsprach. Diese Experimente demonstrieren die Kapazität subatomarer Partikel, sich je nach der Methode der Beobachtung sowohl als Wellen als auch als Partikel zu verhalten.

In dem Experiment mit der Doppelöffnung verhielten sich die Partikel wie Wellen, was nicht überrascht, da Partikel aus Energie bestehen und Energie die Eigenschaften von Wellen besitzt. Wenn man zwei Steine nebeneinander in einen Teich wirft, überlagern sich die entstehenden Wellen, wobei sich die phasenverschobenen Wellen gegenseitig auslöschen. Diejenigen, die in Phase sind, verstärken einander, und diejenigen, die in Bezug auf die Phase irgendwo dazwischen sind, haben eine schwächere Wirkung als die anderen. Wo die beiden Wellenmuster zusammen kommen, verbinden sie sich zu einem dritten, neuen Wellenmuster. Wenn die Energie den Detektor am Ende des linearen Beschleunigers trifft, verhält sie sich jedoch wie ein Partikel und produziert das Bild eines neuen Musters - in diesem Fall ein Bild mit mehreren Öffnungen.

Doch das Interessanteste an dem Experiment ist Folgendes: Wenn nur ein Partikel durch den linearen Beschleuniger und den Filter mit der Doppelöffnung geschickt wird, kann er nur durch die eine oder andere Öffnung treten. Man sollte erwarten, dass das Partikel in dem Bereich auf den Detektor auftrifft, der einer der Öffnungen entspricht. In einem solchen Experiment fiel das Partikel jedoch in einen Bereich, der dem Interferenzwellenmuster entsprach, das sich ergeben hätte, wenn die Kammer mit Partikeln überschwemmt worden wäre, die gleichzeitig durch beide Öffnungen treten. Anscheinend weiß ein einzelnes Partikel, der durch eine Öffnung tritt, dass es an einer anderen Stelle eine weitere Öffnung im Filter gibt, und verändert sein Verhalten dementsprechend. Wer oder was bringt aber dieses Wissen zuwege? Könnten unbekannte Aspekte im Denken der Wissenschaftler, die das Experiment durchführen, als nicht-lokales, allgegenwärtiges energetisches Phänomen agieren und deshalb an dem „Wissen“ beteiligt sind? Beeinflusst dieses unbewusste „Wissen“ die Resultate des Experiments?

Der Physiker Helmut Schmidt an der Mind Science Foundation in San Antonio entwarf einige Experimente, um dieser Frage nachzugehen.*2 Dr. Schmidt benutzte eine radioaktive Quelle als Generator für Zufallsereignisse (REG: random-event generator). Das radioaktive Material gab in jeder beliebig kurzen Zeitspanne Partikel A bzw. B ab, doch konnte man nicht voraussagen, welcher es war; für beide war die Wahrscheinlichkeit gleich groß. Über eine längere Zeitspanne war das Verhältnis der freigesetzten Partikel A und B erwartungsgemäß 50:50.

Dr. Schmidt veranlasste Probanden, sich auf den REG in der Absicht zu konzentrieren, die Zufallsergebnisse zu beeinflussen und eines der beiden Partikel verstärkt freizusetzen. Die Ergebnisse waren positiv: Die Abläufe unterlagen nun nicht mehr dem Zufallsprinzip. Der REG reagierte auf die geistige Beeinflussung der Teilnehmer und setzte verstärkt das jeweilige Partikel frei. Die Daten wurden von unbeteiligten, zum Teil auch skeptischen Beobachtern unter die Lupe genommen, und andere Forscher legten ähnliche Arbeiten vor. Schmidt demonstrierte, dass das Bewusstsein eine aktive Rolle für die präphysischen Energiefelder spielt, die die subatomaren Abläufe festlegen. Grobstofflich atomare Ereignisse, wie die physischen Ereignisse in unserem Leben, sind Manifestationen von Ansammlungen subatomarer Abläufe.

Dr. Schmidt zeigte, dass diese beeindruckende Macht des Geistes die Zeit transzendieren und sogar vergangenes Geschehen beeinflussen kann. In einer erweiterten Form des Experiments wurde der radioaktive Zerfall vom Detektor aufgezeichnet, noch bevor der Teilnehmer seine bewusste Aktivität einfließen ließ. Nachdem der Zerfall registriert worden war, konzentrierte sich der Proband auf das erwünschte Ergebnis - die verstärkte Freisetzung eines der beiden Partikel. Wieder waren die Resultate positiv. Die Daten zeigten, dass der Experimentator vergangenes Geschehen beeinflussen kann. Wenn jemand die Resultate des Detektors bereits vor den Bemühungen des Experimentators beobachtete, war die Wahrscheinlichkeit, ein bewusst gewähltes Ergebnis zu erzielen, für den Experimentator jedoch nicht so groß. Es kam dann zu einem geistigen Machtkampf. Die erste Beobachtung schien den Ablauf festzulegen, doch je Fokus der beiden Beteiligten musste dies nicht unbedingt eintreten.

Diese Experimente zeigen, dass im Bereich der präphysischen Energie der Geist als allgegenwärtiges ursächliches energetisches Phänomen existiert, das die subatomaren und damit auch die molekularen Abläufe bestimmt. Die Macht des Geistes ist demnach sehr groß. Parapsychologen studieren in einigen unserer großen Universitäten die telepathische Fähigkeit des Geistes, die Gedanken und Gefühle von Menschen zu beeinflussen, die sich nicht in unmittelbarer Nähe befinden.1, 125 Es stellte sich heraus, dass der Geist die Energie von Pflanzen und die elektromagnetische Energie von Metall beeinflussen kann. Die Psychokinese, das Bewegen von Gegenständen durch geistige Beeinflussung, ist gut dokumentiert. Bei einem Besuch in Moskau hatte ich 1990 die Gelegenheit, mir Videos über psychokinetische Forschungen anzusehen. Meiner Ansicht nach handelte es sich um seriöse Aufzeichnungen von Abläufen, die die Macht des Geistes über die Materie demonstrierten.

Millionen von Menschen, darunter auch westliche Wissenschaftler und Journalisten, waren Zeuge, wie Sai Baba, ein heiliger Mann in Indien, verschiedene Gegenstände materialisierte und Kranke heilte.*3 Ich besuchte Sai Baba 1989 und dann noch einmal 1993 in Indien und sah, wie er Asche, Ringe, Münzen und anderes auf seiner Handfläche materialisierte, die sich so nahe vor meinen Augen befand wie dieses Buch vor den Ihren. Die Anwendung von Tricks war ausgeschlossen. Ich nahm zwei materialisierte Gegenstände mit mir. Sai Baba sagte: „Der einzige Unterschied zwischen mir und dir ist, dass ich weiß, wer ich bin. Du weißt noch nicht, wer du bist.“ Die phänomenalen Manifestationen sind sicherlich nicht Sai Babas größte Leistung, aber sie zeigen die potentielle Unbegrenztheit des menschlichen Geistes, wenn der Mensch eins mit der eigenen Wahrheit ist. Sai Babas größtes Geschenk an die Menschheit ist seine Liebe, und darunter fallen auch seine Lehren und die segensreichen Aktivitäten, die er unterstützt und die so vielen Menschen zugute kommen.

Beobachtungen weisen darauf hin, dass wir nicht-ortsgebundene Energiefelder des Bewusstseins sind und dass der Geist die Macht hat, Ereignisse zu beeinflussen, die außerhalb der Reichweite des Körpers sind. Wenn wir dies zu unserer Wahrnehmung machen könnten, wären wir im Stande, uns von vielen Ängsten in Bezug auf unsere Ohnmacht und Hilflosigkeit zu befreien und damit positiv auf die Ereignisse in unserem Leben einzuwirken. Weil der Geist allgegenwärtig und mächtig ist, werden unsere Ängste leicht zu Prophezeiungen, die sich selbst erfüllen, und unser mangelndes Vertrauen erscheint dann als gerechtfertigt. In der medizinischen Praxis können sich eine physische Diagnose und eine auf vergangenen Erfahrungswerten beruhende Prognose selbst erfüllen und alle Beteiligten in einem negativen Paradigma gefangen halten.

Es gibt aber noch mehr zu entdecken: Woher stammt der Geist letztendlich? Können wir mit seiner Weisheit und mit seinem Wohlwollen als allgegenwärtiger, mächtiger Kraft rechnen? Was ich bisher geschrieben habe, ist wissenschaftlich fundiert. Doch um weiter zu kommen, müssen wir die Wissenschaft hinter uns lassen. Es liegen wissenschaftliche Präzedenzfälle vor, die diesen Schritt möglich machen. Die Wissenschaft konnte sich entwickeln, weil sie bereit war, über sich selbst hinaus zu wachsen. So hatten wir vor Einstein auf wissenschaftlichem Gebiet nur Newtons Konzepte, wenn wir die Physikalität verstehen wollten, und Newtons Gesetze basieren auf dem, was dem physischen Auge zugänglich ist. Bis zu einem gewissen Grad scheinen diese Beobachtungen zu funktionieren. Sie lassen sich mathematisch ausdrücken, doch letztendlich schränken sie unser Denken ein.

Weil Einstein Newtons Physik hinter sich ließ, sah man in ihm denjenigen, der lange gehegte und hoch geschätzte Überzeugungen über Bord warf. Seine unorthodoxen Ansichten verhinderten vermutlich, dass er eine Lehrstelle an der Universität bekam, nachdem er sich habilitiert hatte.76 Als er dann im Schweizer Patentamt am Schreibtisch arbeitete, kam er ganz ohne Labor und Instrumentarium auf das Gesetz der Relativität. Was Einstein beschrieb, ließ sich mit physischen Augen und auch durch die physikalischen Instrumente seiner Zeit nicht sehen. Erst vierzehn Jahre nach der Veröffentlichung seiner Theorie entwickelte die Welt die Technologie, mit der sich beweisen ließ, dass er Recht hatte. Von Einstein wird berichtet, dass er sich bei der Arbeit öfter mal ein Nickerchen gönnte und dann wieder an seine Arbeit ging. Er schloss die Augen zur physikalischen Welt und zog sich in seinen Geist zurück, in die Energie seines Bewusstseins, um unmittelbar aus seiner inneren Weisheit zu schöpfen und um eine mystische Erfahrung zu haben. Die Akkuranz seiner Erkenntnisse bestätigt, dass die Mystik - das innere Wissen - eine Quelle der Weisheit ist.

Wenn wir mit unserem Verständnis vorankommen wollen, müssen wir uns auf die mystische Weisheit verlassen. Diese Information finden wir in den alten Büchern der Weltreligionen, und wir können sie auch aus jüngeren, zeitgenössischen Quellen beziehen (siehe Anhang). Solchen Informationen zufolge existiert ein ursprünglicher Geist, eine allgegenwärtige Energie - die Energie des Bewusstseins, dem alle Energie und damit alle Dinge letztendlich entspringen. Diese universelle, allgegenwärtige Energie besitzt alle Attribute unseres Geistes. Sie weiß. Sie weiß alles, was sich wissen lässt. Sie ist allwissend. Sie denkt, und ihr Denken ist die Bewegung der Energie in ihre Manifestation hinein. Sie ist allmächtig. Sie ist überall, es gibt keinen Ort, an dem sie nicht ist. Sie ist allgegenwärtig. Sie empfindet, das heißt, sie hat eine Erfahrung auf emotionaler Ebene. Sie empfindet Liebe. In ihrem Erleben gibt es nichts als Liebe. Sie empfindet Liebe, weil sie Liebe ist. Liebe ist die Energie und der energetische Zustand des ursprünglichen Geistes. Bei uns nennt man diesen ursprünglichen Geist Gott.

Der ursprüngliche Geist (Gott) ist sich seiner selbst, seines Wissens und Fühlens bewusst. Indem er Liebe empfindet, liebt er. Es ist das Wesen der Liebe zu lieben. Indem die Liebe danach trachtet zu lieben, erweitert sich der ursprüngliche Geist und denkt. Sein Denken ist die Bewegung der Energie in die Manifestation, damit er das lieben kann, was manifest ist. Da das Erleben der Liebe Freude einschließt, vermehrt sich die Freude, indem die Liebe durch das Denken erweitert wird.

Dieser Prozess nennt sich Schöpfung. Der Motor der Schöpfung ist also die Liebe. Was wurde geschaffen? Alles, was existiert - unter anderem wir. Wir wurden durch den ursprünglichen Geist geschaffen, damit er durch seine Liebe zu uns sich selbst erfahren kann. Wir wurden geschaffen, um geliebt zu werden.

Aus zeitgenössischen und aus alten Quellen wissen wir, dass wir nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden. Wir sind Energie des Bewusstseins (des Geistes) und als solche auch allwissend, allgegenwärtig und allmächtig. Wir wurden mit einem Selbstbewusstsein erschaffen, und wenn wir als göttlicher Gedanke ins Dasein hineinplatzen, platzen wir auch in das Bewusstsein des Selbst hinein. Wir existieren nicht außerhalb des göttlichen Geistes, und die Frequenz unserer geistigen Energie ist auch die Frequenz der Energie Gottes. In diesem Zustand sind wir uns Gottes bewusst, der Allwissenheit und der Erfahrung der Liebe, des Geliebtseins, der Freude des Liebens. Wir denken also um der Liebe willen. Wir haben auch die Fähigkeit zu denken. Indem wir die Liebe erfahren, wünschen wir zu lieben. Wir denken also um der Liebe willen. Unsere Gedanken sind die Bewegung der Energie in die Manifestation, damit wir das lieben können, was sich manifestiert hat. Dadurch erfüllen wir unsere Funktion, denn wir wurden geschaffen, um die Liebe zu verbreiten und die Freude des Liebens zu vermehren, indem wir in der Energie der Liebe, der Energiefrequenz Gottes, an der Schöpfung mitwirken. Wir wirken an Gottes Schöpfung mit, indem wir liebevoll denken. So wie wir das lieben, was wir schaffen, liebt auch Gott uns. So wie die geistige Energie aller Geschöpfe im Geist Gottes und auf der göttlichen Frequenz existiert, so kennt und erfährt der Geist aller anderen die Freude unserer Schöpfungen, und wir erfahren das Wissen und die Freude der Schöpfungen aller anderen. Dadurch erhöht sich die Erfahrung der Liebe exponentiell und kommt allen zugute.

Alle Menschen sind Kinder Gottes, Söhne und Töchter. Dem Neuen Testament zufolge war sich Jesus dessen bewusst. Als er verkündete, dass Gott sein Vater und er mit diesem eins sei, beschuldigten ihn die Pharisäer der Blasphemie. Darauf antwortete Jesus: „Steht es nicht geschrieben in eurem Gesetz: ‚Ich habe gesagt, Ihr seid Götter‘.“ (Johannes 10, 34) Er bezog sich auf Psalm 82, in dem Gott die Menschen ermahnt, weil sie sich nicht wie die Söhne Gottes verhalten, die sie sind, sondern wie bloße Menschen.

Ich habe über die Schöpfung gesprochen, als finde sie gegenwärtig statt. Die moderne Physik impliziert, dass Zeit eine Illusion ist, eine variable Erfahrung, die von der Position/Wahrnehmung des Beobachters abhängt. Das Erleben der Zeit ist die Manifestation eines Denkmusters - in unserem Fall eines der Muster kollektiven Denkens. Dies würde die mystischen Schriften bestätigen - die von den alten Veden*4 bis hin zum zeitgenössischen „Ein Kurs in Wundern“ klar und deutlich aussprechen, dass Zeit eine Illusion ist. Die Schöpfung fand also nicht in der Vergangenheit statt. Sie vollzieht sich in diesem Augenblick. Wir werden in diesem Augenblick erschaffen – voll­kommen weise und mächtig, vollkommen liebend, vollkommen freudig. Das hat sich nie geändert und wird sich niemals ändern. Der Unterschied zwischen uns und Gott besteht darin, dass wir uns nicht selbst erschaffen haben, auch wenn wir an der Schöpfung mitwirken können, und dass wir nichts daran ändern können, wie wir erschaffen sind. Natürlich kann es sein, dass uns all das alles nicht mehr bewusst ist, aber ändern können wir es nicht. Verändern können wir also nur unser Bewusstsein; in unserem irdischen, menschlichen Erleben haben wir das Bewusstsein unserer Weisheit, Macht, Liebe und Freude verloren.

Wie konnte das geschehen und wie konnten wir vergessen, wer wir sind? Wenn wir erschaffen werden, erhalten wir die Freiheit, uns für unsere eigenen Gedanken zu entscheiden. Wenn wir einen Gedanken denken, ist unser Bewusstsein in der Energie dieses Gedankens. Unser Bewusstsein macht sich an unseren Gedanken fest. Wir erfahren die Energie des Denkens auch als Emotion. Ein wahrer Gedanke besitzt eine charakteristische Frequenz, die mit der Frequenz der göttlichen Energie, dem ursprünglichen Geist, in Einklang ist. Die Energie der Wahrheit wird als Liebe und Freude erlebt. Indem wir Gedanken der Weisheit (Wahrheit) denken, um die Liebe zu verbreiten und die Freude zu vermehren, ist unser Bewusstsein in der Energie dieser Gedanken. Wir haben die Freiheit, jeden Gedanken in der Energie der Liebe und Wahrheit zu denken, wenn wir uns für sie entscheiden.

Wir haben auch die Freiheit, unwahre Gedanken zu denken, und machen davon Gebrauch. Aus der Zeitperspektive könnten wir fragen, warum wir das getan haben. Richtiger wäre es aber zu fragen, warum wir es auch jetzt noch tun. Und wieder: Aus der Zeitperspektive begann dieser Prozess vor der Erfahrung der Zeit, das heißt jenseits der Zeit. Als ein Geist einen unwahren Gedanken dachte, einen nicht-allwissenden Gedanken, schlossen sich andere an. Es wurde zu einem kollektiven Phänomen, an dem der Geist vieler beteiligt ist.

Bestimmte vorhersehbare Ereignisse treten ein, wenn ein Geist damit anfängt, eine Unwahrheit zu denken. Das Bewusstsein dessen, der den unwahren Gedanken hegt, verändert sich und hat nun andere, niedrigere energetische Eigenschaften (niedrigere Frequenz). Somit beginnt das Bewusstsein des Geistes, der die Unwahrheit denkt, eine niedrigere Frequenz anzunehmen. Diesem Geist ist die Energie der Wahrheit höherer Frequenzen - Liebe und Freude - nicht mehr bewusst, obwohl das wahre Wesen dieses jetzt Höheren Selbst unverändert bleibt. Wenn der Geist die Unwahrheit denkt, empfindet er auf Gefühlsebene die Abwesenheit der Liebe. Diese Erfahrung nennen wir Angst. Indem sein Bewusstsein aus der Wahrheit herausfällt, weiß er nichts mehr von der Weisheit. Er weiß nicht mehr, wer er ist und worin seine Funktion besteht. Er weiß nichts mehr von seinem Einssein mit Gott und von seinem Daseinszweck - zu lieben und geliebt zu werden. Er erlebt keine Freude mehr. Einmal wusste er, aber jetzt weiß er nicht mehr. Was einmal Wissen war, wird nun zu einer bloßen Vorstellung, die mit der Zeit zu einer Erinnerung verschwimmt. Da es sich bei Vorstellungen und Erinnerungen nicht um unmittelbares energetisches Erfahren des Wissens handelt, sind sie Veränderungen und dem Vergessen unterworfen.

Indem sich das Bewusstsein nun in einem Zustand der Unwahrheit und der Angst befindet, spürt der Geist, dass etwas nicht in Ordnung ist. Er erfährt nun das Gefühl des Versagens, bei dem es sich im Grunde um Schuld handelt. Angst ist also mit der Erfahrung von Schuldgefühlen verbunden. Schuld intensiviert die Angst, was wiederum zu mehr Schuldgefühlen führt, was zu mehr Angst führt. Eine sich selbst perpetuierende, sich selbst verstärkende negative energetische Dynamik verankert sich im Geist.

Schuld ist die schlimmste menschliche Erfahrung. Sie ist schlimmer als der physische Schmerz, den sie letztlich verursacht. Wir würden alles dafür tun, sie zu vermeiden. Der Versuch, der Schuld zu entkommen, steht hinter allen negativen Entscheidungen, die in dieser Welt getroffen werden. In seinem negativen Bewusstsein hat der Geist einen zweiten falschen Gedanken, weil er versucht, sich selbst und den anderen zu beweisen, dass der erste falsche Gedanke nicht falsch war, und darauf hofft, dass sich die Schuldgefühle dadurch verflüchtigen werden. Doch da der zweite falsche Gedanke eine Unwahrheit ist, intensiviert er die Angst, was zu mehr Schuld führt, was zu mehr Angst führt... So verankert sich eine weitere negative, sich selbst perpetuierende, sich selbst verstärkende energetische Dynamik im Geist, und die Frequenz des Bewusstseins wird noch niedriger. Weil der Geist nun zu beweisen versucht, dass der zweite falsche Gedanke wahr ist, hat er einen dritten falschen Gedanken und hofft wieder, damit der Schuld zu entgehen. Aber das funktioniert auch diesmal nicht, denn der dritte falsche Gedanke erhöht die Angst, was die Schuld verstärkt. Und so geht es weiter. Eine weitere negative energetische Dynamik entsteht und vergrößert die Entfernung zwischen dem Bewusstsein und der ursprünglichen Energie der Wahrheit. Obwohl die Energie der Wahrheit im Bewusstsein nicht mehr erfahren wird, ist der Geist nicht von ihr getrennt. Vom Schöpfer fließt kontinuierlich höhere Energie. Sie wird vom höheren Aspekt des Geistes angenommen und erreicht die Tiefen des gefallenen Bewusstseins, auch wenn sich das Bewusstsein in seinem veränderten Zustand dessen nicht bewusst ist.

In seinem fortgesetzten falschen Denken versucht der Geist zu leugnen, dass er für seine Erfahrungen selbst verantwortlich ist. Damit glaubt er, den Schuldgefühlen zu entgehen. Die Schuld wird jemand oder etwas Anderem gegeben, und das drückt sich in Ärger aus. Da die Bedrohung nun als dem Selbst äußerlich angesehen wird, beginnen wir mit Vorwürfen, Beklagen, Angriff und Verteidigung, und das Gefühl der Isolation verstärkt sich. Wir basteln uns Wertsysteme zurecht, mit denen wir die Vorwürfe und das Jammern rechtfertigen. Weil wir uns selbst als wertlos erleben, versuchen wir, andere als noch wertloser zu sehen, und glauben, dass wir uns dadurch als wertvoller und damit weniger schuldig empfinden können. Die Wahrnehmung des Mangels entspringt auf emotionaler Ebene der Erfahrung eines Mangels an Liebe und Freude.

In seinem falschen Denken schafft sich der Geist eine Ersatzrealität für das, was er verloren hat. In ihr versucht er, das Selbst als wertvoll zu definieren und eine Ersatzquelle der Freude zu finden. Ersatz funktioniert aber nicht, und da er zu dem System falschen Denkens gehört, wird nun noch mehr Angst und Schuld erzeugt.

In seinem negativen Bewusstseinszustand entscheidet sich der Geist vielleicht dafür, sich selbst zu bestrafen und erhofft sich davon, die Schuldgefühle zu beschwichtigen, indem er sie als Schmerz und Leid freisetzt. Aber auch das funktioniert nicht. Der Angriff auf das Selbst und der Schmerz und das Leid, die damit verbunden sind, führen nur zu mehr Angst und Schuldgefühlen.

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Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
23 aralık 2023
Hacim:
250 s. 1 illüstrasyon
ISBN:
9783946433644
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