Kitabı oku: «Mann und Weib», sayfa 35
Julius überlegte noch einmal und machte einen andern Vorschlag. Mit verhängnißvoller Naivität kam er auf den Gedanken, Mrs. Glenarm an keine geringere Person, als an Lady Lundie zu verweisen. »Da ist unsere gute Freundin in Windygates«, sagte er, »Vielleicht, daß Gerüchte von der Sache schon bis zu Lady Lundie’s Ohren gedrungen sind. In diesem Fall würde es sich vielleicht etwas sonderbar machen, sie zur Zeit in einer so ernsten Familiencalamität zu besuchen, indessen das müssen Sie selbst am Besten beurtheilen können. Alles, was ich thun kann, ist, Ihnen die Idee an die Hand zu geben. Windygates ist nicht sehr weit von hier und vielleicht könnte ein Besuch bei Lady Lundie zu etwas führen.«
Der Leser möge sich erinnern, daß Lady Lundie vollkommen im Dunkeln gelassen war, daß Sie an Sir Patrick in einem Ton geschrieben hatte, der deutlich zeigte, wie sehr sie sich in ihrem Selbstbewußtsein verletzt fühlte, daß ihr Argwohn geweckt worden war und daß sie jetzt, Dank Julius Delamayn, wahrscheinlich die erste Kunde von der ersten Verlegenheit, in der sich Arnold Brinkworth befand, aus dem Munde einer entfernten Bekannten zu erhalten im Begriff stand. Dessen möge sich der Leser erinnern und sich dann selbst sagen, zu welchen ernsten Folgen nicht nur in Windygates, sondern auch in Ham Farm diese Mittheilung führen konnte.
»Was meinen Sie dazu Mrs. Glenarm?« fragte Julius Delamayn.
Mrs. Glenarm war entzückt. Das ist die richtige Person sagte sie; wenn ich nicht vorgelassen werde, kann ich leicht schreiben und zu meiner Entschuldigung den Zweck meines Besuches anführen. Lady Lundie ist eine so rechtlich gesinnte und so theilnehmende Frau. Wenn sie Niemand anders sehen will, brauche ich sie nur zur Vertrauten meiner Verlegenheit zu machen und ich bin überzeugt, sie wird mich vorlassen. Sie werden mir einen Wagen leihen, nicht wahr? Ich will gleich morgen nach Windygates!«
Julius nahm seine Violine vom Klavier. »Halten Sie mich nicht zudringlich«, sagte er schmeichelnd, »bis morgen haben wir doch nun nichts weiter zu thun und es ist eine so herrliche Musik, wenn Sie sich ihr einmal hingegeben haben. Haben Sie etwas dagegen, es noch, einmal zu versuchen?«
Mrs. Glenarm war nach dem unschätzbaren Winke, den ihr Julius eben gegeben hatte, bereit, Alles zu thun, um ihre Dankbarkeit an den Tag zu legen. Bei dem zweiten Versuch waren Augen und Hände der schönen Clavierspielerin in vollkommener Harmonie. Endlich rann die liebliche Melodie, welche Violine und Clavier in Ausführung des Adagio’s der fünfzehnten Sonate von Mozart vorzutragen haben, sanft dahin, und Julius Delamayn war in dem siebenten Himmel musikalischen Entzückens.
Am nächsten Tage fuhren Mrs. Glenarm und Mrs. Delamayn zusammen nach Windygate-House.
Das Schlafzimmer
Neuntes Kapitel.
Lady Lundie thut ihre Pflicht
Die Scene spielt in einem Schlafzimmer und enthüllt den Blicken des Zuschauers bei hellem Tageslicht eine Dame im Bett. Leser mit allzu reizbarem Schicklichkeitsgefühl, deren selbstauferlegte Pflicht es ist, bei jeder Gelegenheit Zeter zu schreien, werden gebeten, einen Augenblick inne zu halten, ehe sie auch bei diesem Anblick ihrem Unwillen Luft machen.
Da die Dame, die sich jetzt den Blicken des Zuschauers darbietet, keine geringere Person ist, als Lady Lundie, so ergiebt sich daraus ohne Weiteres, daß den höchstgespannten Forderungen der Schicklichkeit durch die bloße Anführung dieser Thatsache Genüge geschieht. Behaupten, daß daraus, daß Lady Lundie sich, anstatt in einer perpendiculären in einer horizontalen Lage präsentirte, für irgend einen Menschen, der dieses Anblicks theilhaftig wurde, etwas Anderes, als moralischer Vortheil erwachsen konnte, hieße behaupten, daß die Tugend einer Frau durch ihre Positur bedingt sei und daß sie aufhöre respektabel zu sein, sobald sie in einer anderen als einer Tages- oder Abend-Toilette erscheine.
Lady Lundie lag im Bett. Lady Lundie hatte Blanche’s schriftliche Ankündigung von der plötzlichen Unterbrechung der Hochzeitsreise erhalten und hatte an Sir Patrick ihre schriftliche Antwort ergehen lassen, deren Eintreffen in Ham-Farm bereits geschildert worden ist. Nachdem sie das gethan hatte, hielt Lady Lundie es für ihre Pflicht, bis zum möglichen Eintreffen der Antwort Sir Patrick’s, eine angemessene Stellung in ihrem eigenen Hause einzunehmen. Was thut eine rechtschaffene Frau, wenn sie Grund zu glauben hat, daß die Mitglieder ihrer eigenen Familie ihr grausam mißtrauen? Eine rechtschaffene Frau empfindet das so schmerzlich, daß sie krank wird; demgemäß wurde Lady Lundie krank. Da der Fall sehr ernst war, wurde nach einem ausgezeichneten Arzte in der Nachbarstadt Kirkandrew geschickt. Alsbald erschien in einem zweispännigen Wagen der Arzt mit der unerläßlichen Glatze auf dem Kopf und der unvermeidlichen weißen Cravatte. Er fühlte Lady Lundie den Puls und that sanft einige Fragen. Mit feierlich gewichtiger Miene, wie nur ein großer Arzt sie anzunehmen versteht, trat er dann vom Bette zurück und sagte, innerlich fest überzeugt, daß seiner Patientin absolut nichts fehle, im Ton der Unfehlbarkeit: »Es sind Ihre Nerven, Lady Lundie, Ruhe ist unerläßlich, Sie dürfen das Bett nicht verlassen, ich werde Ihnen etwas verordnen.« Und nun verordnete er mit unerschütterlichem Ernste: Aromatischer Amoniak-Spiritus: 10 Tropfen; rother Lavendel-Spiritus: 10 Tropfen; Orangenschaalen-Syrup: 2 Drachmen; Kampher-Julep: 1 Unze. Nachdem er noch unter das Recept geschrieben hatte, »Misce fiat haustus«, will sagen, »mische den Trank«; und ferner: »Ter die sumendus«, will sagen: »Drei Mal täglich zu nehmen«, und nachdem er endlich sein Latein durch seine Anfangsbuchstaben beglaubigt hatte er nur noch seinen Bückling zu machen, zwei Guineen in die Tasche gleiten zu lassen und mit einem völlig beruhigten, ärztlichen Gewissen von dannen zu gehen.
Lady Lundie lag im Bette. Ihr sichtbarer Theil war, der Gelegenheit angemessen, in sehr sorgfältige Toilette gekleidet, eine feine Spitzenhaube umrahmte ihr Antlitz, ein mit Spitzen und rosa Schleifen besetztes entzückendes Jäckchen von weißen Cambrik umhüllte ihre Büste. Der Rest war Bettdecke.
Auf einem Tische neben dem Bette stand die rothe, dem Auge und der Zunge gleich angenehme Lavendel-Medicin, dicht daneben lag ein Buch religiösen Inhalts, hinter dem frommen Buche lagen in bescheidener Entfernung die Hausstandsbücher und der Küchenbericht des Tages. Zelbst Lady Lundie’s Nerven konnten sie von der Erfüllung ihrer Pflichten nicht abhalten. Ein Fächer, ein Riechfläschchen und ein Taschentuch lagen für Lady Lundie’s Hand erreichbar auf der Bettdecke; das geräumige Zimmer war halb dunkel gemacht, eines der untern Fenster war geöffnet, um Lady Lundie den nothwendigen Cubikinhalt frischer Luft zuzuführen. Von der dem Fußende des Bettes gegenüberliegenden Wand blickte der verstorbene Sir Thomas im Bilde auf seine Wittwe herab. Im Zimmer herrschte die peinlichste Ordnung. Kein Stuhl, der nicht an seinem Platze gestanden hätte, keine Spur eines Kleidungsstückes außerhalb der geheiligten Schranken der Garderobe und der Schubladen. In halbdunkler Ferne schimmerten die glänzenden Geräthschaften des Toilettentisches; die Kannen und Schaalen des Waschgeschirrs waren von einem köstlichen, fleckenlosem milchweißen Porzellan. Wohin man den Blick wandte, sah man ein vollkommenes Zimmer, richtete man aber den Blick auf das Bett, so sah man eine vollkommene Frau.
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Es war am Tage nach Anne’s Erscheinen in Swanhaven Lodge, ziemlich spät am Nachmittage. Lady Lundies Kammermädchen öffnete die Thür geräuschlos und näherte sich auf den Fußspitzen dem Bette. Lady Lundie hatte ihre Augen geschlossen; sie öffnete sie plötzlich und sagte: »ich schlafe nicht, Hopkins, ich leide, was haben Sie?«
Hopkins legte zwei Karten auf die Bettdecke »Mrs. Delamayn und Mrs. Glenarm.«
»Man hat ihnen doch gesagt, daß ich krank bin!«
»Ja, Mylady; aber Mrs. Glenarm ließ mich rufen, ging in die Bibliothek und schrieb dieses Billet.«
Hopkins überreichte das zierlich zu einem Dreieck zusammengefaltete Billet.
»Sind sie fort?«
»Nein Mylady, Mrs. Glenarm sagte, ein einfaches ja oder nein als Antwort würde genügen, wenn Sie nur die Güte haben wollten, diese Zeilen zu lesen«
»Wie unüberlegt von Mrs. Glenarm zu einer Zeit zu kommen, wo der Doctor auf die vollständigste Ruhe dringt«, sagte Lady Lundie, »aber gleichviel, auf eine Aufregung mehr oder weniger, kommt es nicht an.«
Sie stärkte sich durch den Gebrauch des Riechfläschchens und öffnete das Billet, das also lautete:
»Es thut mir so leid, zu hören, daß Sie liebe Lady Lundie an Ihr Zimmer gefesselt sind. Ich hatte die Gelegenheit, Ihnen in Mrs. Delamayn’s Begleitung einen Besuch zu machen, in der Hoffnung benutzt, daß es mir möglich sein würde, eine Frage an Sie zu richten. Werden Sie mir in Ihrer unerschöpflichen Güte verzeihen, wenn ich diese Frage schriftlich an Sie richte? Haben Sie kürzlich eine unerwartete Nachricht über Mr. Arnold Brinkworth erhalten? Ich meine, haben Sie irgend etwas über ihn gehört, was Sie sehr überrascht hat? Ich habe sehr ernste Gründe Sie das zu fragen, sobald Sie im Stande sein werden, mich zu sehen, werde ich Ihnen diese Gründe mittheilen. Bis dahin genügt mir ein Wort der Antwort; lassen Sie mir »ja« oder »Nein« sagen. Tausend Entschuldigungen und bitte, seien Sie bald wieder wohl.«
Die sonderbare in diesem Billet enthaltene Frage ließ für Lady Lundie zwei Erklärungen zu. Entweder Mrs. Glenarm hatte von der unerwarteten Rückkehr des jungen Paares nach England gehört, oder sie besaß, was viel wichtiger für Lady Lundie war, einen Schlüssel zu dem Geheimniß das hinter den Vorgängen in Ham-Farm steckte. Der in dem Billet gebrauchte Ausdruck: »ich habe ernste Gründe Sie zu fragen«, schien zu Gunsten dieser letzteren Annahme zu sprechen; so unmöglich es auch schien, daß Mrs. Glenarm etwas über Arnold wissen sollte, wovon Lady Lundie keine Ahnung hatte, so konnte sich doch Lady Lundie’s Neugierde, die bereits durch Blanche’s geheimnißvollen Brief gewaltig erregt worden war, nur in einer sofort durch eine persönliche Zusammenkunft zu erlangenden Auskunft Genüge thun.
»Hopkins«, sagte sie, »ich muß Mrs. Glenarm sprechen.«
Hopkins erhob die Hand mit einer ehrfurchtsvollen aber entsetzten Geberde, »Besuche im Schlafzimmer bei dem gegenwärtigen« Zustand Ihrer Gesundheit Lady Lundie?«
»Es handelt sich hier um die Erfüllung einer Pflicht. Gieb mir den Spiegel.«
Hopkins reichte Lady Lundie einen eleganten Handspiegel. Lady Lundie unterwarf ihre ganze Erscheinung bis an den Rand der Bettdecke einer sorgfältigen Musterung. In jeder Beziehung über jede Kritik erhaben!
»Führen Sie Mrs. Glenarm herauf.«
Eine Minute später rauschte die Wittwe des Eisenwerkbesitzers in das Zimmer, wie gewöhnlich etwas zu reich gekleidet und zu überschwänglich in ihrem Ausdruck der Dankbarkeit für Lady Lundies Güte, und der Besorgniß für Lady Lundie’s Gesundheit.
Lady Lundie ertrug es so lange wie möglich, wehrte ihr dann mit einer Geberde höflichen Protestes und kam zur Sache.
»Nun? Liebes Kind, zu der Frage in Ihrem Billet. – Ist es möglich, daß Sie schon davon gehört haben, daß Arnold Brinkworth und seine Frau von Baden zurückgekehrt sind?«
Mrs. Glenarm machte sehr erstaunte Augen.
Lady Lundie erklärte sich noch näher.
»Sie wissen, sie wollten auf ihrer Hochzeitsreise weiter in die Schweiz reifen, aber sie haben plötzlich ihren Entschluß geändert und sind vorigen Sonntag nach England zurückgekehrt.«
»Liebe Lady Lundie, das ist es nicht. Haben Sie nichts anderes über Mr. Brinkworth gehört, als was Sie eben sagten.«
»Nein, nichts!«
Es entstand eine Pause. Mrs. Glenarm spielte zögernd mit ihrem Sonnenschirm Lady Lundie beugte sich in ihrem Bett vorüber und faßte Mrs. Glenarm scharf in’s Auge. »Was haben Sie denn über ihn gehört?« fragte sie.
Mrs. Glenarm war verlegen. »Es ist so schwer für mich, es auszusprechen, fing sie an.
»Ich kann Alles ertragen, nur keine Ungewißheit«, erwiderte Lady Lundie, »sagen Sie mir auf einmal das Schlimmste.«
Mrs. Glenarm entschloß sich, es auszusprechen: »Haben Sie niemals gehört, daß Mr. Brinkworth sich vor seiner Heirath mit einem andern Frauenzimmer compromittirt hat?«
Lady Lundie schloß entsetzt die Augen und tastete dann blindlings nach dem Riechfläschchen auf der Bettdecke umher.
Mrs. Glenarm reichte es ihr und wartete ab, bis die Kranke es werde ertragen können, weiter zu hören.
»Es giebt Dinge, die wir hören müssen« bemerkte Lady Lundie. »Ich habe hier eine Pflicht zu erfüllen, keine Worte vermögen es auszudrücken, wie sehr mich diese Nachricht in Erstaunen setzt. Wer hat sie Ihnen mitgetheilt?«
»Mr. Geoffrey Delamayn!«
Zum zweiten Mal griff »Lady Lundie nach dem Riechfläschchen. »Der intimste Freund Arnolds« rief sie aus; »wenn irgend Jemand, so muss er es wissen! Das ist ja schrecklich. Warum hat Mr. Geoffrey Delamayn es Ihnen erzählt?«
»Ich bin mit ihm verlobt!« antwortete die junge Wittwe, »und das ist auch meine Entschuldigung dafür, daß ich Sie mit dieser Angelegenheit behellige.«
Lady Lundie öffnete ihre Augen ein klein wenig in einem Zustande fassungsloser Schwäche. »Ich verstehe Sie nicht«, sagte sie, »um des Himmels willen erklären Sie sich deutlicher.«
»Haben Sie etwas von den anonymen Briefen gehört?« fragte Mrs. Glenarm.
Ja. Lady Lundie hatte davon gehört, aber nicht mehr, als das Publikum im Allgemeinen, ohne zu wissen, wer mit der dahinter steckenden Dame gemeint sei, und überzeugt, daß Mr. Geoffrey Delamayn so unschuldig sei, wie ein neugeborenes Kind. War diese Annahme nicht richtig?
»Geben Sie mir Ihre Hand liebes Kind und vertrauen Sie mir die Sache an.«
»Geoffrey ist nicht ganz unschuldig«, begann Mrs. Glenarm, »er hat sich zu einem thörichten Liebeshandel bekannt, an dem natürlich sie die ganze Schuld trug. Ich drang auf eine bestimmte Erklärung, ich wollte wissen, ob sie wirklich einen Anspruch an ihn habe, aber sie hat nicht den Schatten eines Anspruchs. Ich hatte dafür keinen anderen Beweis als sein Wort und erklärte ihm, mich dabei nicht beruhigen zu können. Darauf erwiderte er, er könne es beweisen, er wisse, daß sie bereits heimlich verheirathet sei. Ihr Mann habe sie verleugnet und verlassen, ihre Hülfsmittel seien erschöpft, sie sei desparat genug um Alles zu versuchen. Mir schien das Alles sehr verdächtig, bis Geoffrey mir den Namen des Mannes nannte. Dieser Name war mir die sicherste Bürgschaft dafür, daß der Träger desselben seine Frau verlassen haben mußte, da er kürzlich ein anderes Mädchen geheirathet hatte.«
Lady Lundie richtete sich plötzlich in ihren Kissen auf, diesmal wirklich aufgeregt und wahrhaft beunruhigt. »Mr. Delamayn hat Ihnen den Namen des Mannes genannt?« fragte sie athemlos.
»Ja.«
»Kenne ich denselben?«
»Fragen Sie mich nicht!«
Lady Lundie sank in ihre Kissen zurück.
Mrs. Glenarm stand auf und wollte um Hilfe klingeln, aber noch bevor sie die Klingel berühren konnte, hatte Lady Lundie sich wieder erholt.
»Lassen Sie«, rief sie, »ich kann es selbst bestätigen, es ist wahr, Mrs. Glenarm, es ist wahr. Oeffnen sie die silberne Dose auf dem Toilettentisch, darin werden sie den Aufschluß finden. Bringen Sie mir den obersten Brief. Hier, sehen Sie, das hat mir Blanche geschrieben. Warum haben sie plötzlich ihre Hochzeitsreise aufgegeben? Warum sind sie zu Sir Patrick nach Ham-Farm zurückgekehrt? Warum haben sie mich mit einer elenden Ausflucht als Erklärungsgrund abgespeist? Ich war überzeugt, daß etwas Entsetzliches geschehen sein müsse, jetzt weiß ich, was es ist.« Sie sank wieder mit geschlossenen Augen in ihre Kissen zurück und wiederholte die Worte in einem wilden Geflüster vor sich hin: »Jetzt weiß ich, was es ist!«
Mrs. Glenarm las den Brief. Der für die auffallend plötzliche Rückkehr des jungen Paares angegebene Grund war ersichtlich eine Ausflucht und was noch auffallender war, der Name Anne Silvester’s hing mit dieser Rückkehr zusammen. Mrs. Glenarm ihrerseits wurde sehr aufgeregt. »Das ist eine Bestätigung« sagte sie, »Mr. Brinkworth ist entdeckt, die Person ist mit ihm verheirathet. Geoffrey ist frei! Theure Freundin, welche Sorgenlast nehmen Sie von mir. Die niederträchtige Person!«
Lady Lundie öffnete plötzlich die Augen. »Meinen Sie«, fragte sie, »die Person, die all dieses Unheil angestiftet hat?«.
»Ja, ich habe sie selbst gestern gesehen, sie hatte sich geschickt in Swanhaven einzudrängen gewußt. Sie sprach von ihm als »Geoffrey Delamayn«, sie erklärte, sie sei unverheirathet, und erhob mir in’s Gesicht ihren Anspruch an Geoffrey in der frechsten Weise. Sie brachte es dahin, Lady Lundie, daß sie meinen Glauben an Geoffrey’s Treue erschütterte.«
»Wer ist sie denn, wer ist sie denn?«
»Wer?« wiederholte Mrs. Glenarm, »wissen Sie das nicht einmal? Ihr Name steht ja wenigstens sechs Mal in diesem Briefe!«
Lady Lundie stieß einen durchdringenden Schrei aus.
Mrs. Glenarm sprang auf, das Kammermädchen ließ sich entsetzt an der Thür blicken.
Lady Lundie winkte dem Mädchen mit der Hand, sich augenblicklich zurückzuziehen und wies dann auf Mrs. Glenarm’s Stuhl. »Setzen Sie sich wieder«, sagte sie, »lassen Sie mir ein paar Augenblicke, mich zu fassen, mehr brauche ich nicht.«
Einige Augenblicke herrschte tiefes Schweigen im Zimmer, bis Lady Lundie das Wort ergriff. Sie verlangte nach Blanche’s Brief. Nachdem sie denselben wieder sorgfältig durchgelesen hatte, legte sie ihn bei Seite und versank einige Augenblicke in tiefes Nachdenken. »Ich habe mich gegen Blanche einer Ungerechtigkeit schuldig gemacht; meine arme Blanche!«
»Glauben Sie, daß sie nichts davon weiß?«
»Ich bin davon überzeugt! Sie vergessen Mrs. Glenarm, daß diese schreckliche Entdeckung die Gültigkeit der Ehe meiner Stieftochter zweifelhaft erscheinen läßt. Glauben Sie, daß sie, wenn sie die Wahrheit wüßte, von einer elenden Person, die sie tödtlich beleidigt hat, so schreiben würde, wie sie es hier gethan? Sie haben sie mit derselben Entschuldigung, die sie mir schreibt, abgespeist, ich sehe dass so deutlich vor mir, wie ich Sie sehe. Mr. Brinkworth und Sir Patrick haben sich verbündet uns beide im Dunkeln zu halten. Das arme Kind; ich bin ihr eine Erklärung schuldig. Wenn ihr Niemand anders die Augen öffnet, so will ich es thun. Sir Patrick soll sehen, daß Blanche eine Freundin an mir hat.« Plötzlich überflog ihr Gesicht ein Lächeln, das gefährliche Lächeln einer von Grund aus rachsüchtigen, leidenschaftlich aufgeregten Frau.
Mrs. Glenarm erschrak. Lady Lundies wahres Gesicht, das von ihrem gewöhnlichem Gesicht äußerst verschieden war, war kein sehr angenehmer Anblick. »Bitte beruhigen Sie sich«, sagte Mrs. Glenarm, »beste Lady Lundie, Sie erschrecken mich!«
Die glatte Freundlichkeit Lady Lundie’s legte sich wieder über ihr Gesicht und verhüllte den wahren Ausdruck desselben, der nur in einem flüchtigen Augenblick zum Vorschein gekommen war.
»Verzeihen Sie meine Aufregung«, sagte sie in dem Tone geduldiger Sanftmuth, den sie sich in Zeiten der Prüfung so wunderbar zu bewahren wußte. »Es ist ein wenig hart für eine arme kranke Frau, die nichts Böses ahnt, sich durch die herzloseste Vernachlässigung insultirt zu sehen; aber ich will Sie nicht betrüben, ich werde mich erholen, liebes Kind, ich werde mich erholen. In dieser schrecklichen Calamität, in diesem Abgrund von Verbrechen und Betrug habe ich Niemanden auf der Welt, auf den ich mich verlassen« kann, als mich selbst. Um Blanche’s willen muß die ganze Sache aufgeklärt, ergründet, bis in die Tiefe ergründet werden. Blanche muß aus dieser unwürdigen Lage befreit werden, Blanche muß unter meinem Schutze ihre Rechte geltend machen, gleichviel was ich dabei leide oder was für Opfer ich bringen muß. Ich Aermste habe hier eine Pflicht zu erfüllen und ich will sie erfüllen«, sagte Lady Lundie, indem sie sich mit dem Ausdruck unbeugsamer Entschlossenheit fächelte.
»Aber was können Sie thun, Lady Lundie? Alle Betheiligten sind ja so weit von hier und was die abscheuliche Person anbetrifft —«
Hier berührte Lady Lundie Mrs. Glenarm’s Schulter mit ihrem Fächer.
»Warten Sie, liebe Freundin, jetzt ist die Reihe an mir, Ihnen eine Ueberraschung zu bereiten. Diese abscheuliche Person war als Blanche’s Gouvernante früher hier im Hause. Und das ist noch nicht Alles. Sie verließ uns plötzlich, lief unter dem Vorwande, heimlich verheirathet zu sein, davon. Aber ich weiß, wohin sie gegangen ist, ich kann ihre Spur verfolgen und erfahren, wer mit ihr war, ich kann auch Mr. Brinktworth’s Schritte hinter seinem Rücken controliren, ich kann die Wahrheit herausbringen, ohne mich auf Leute verlassen zu müssen, die in diese häßliche Affaire verwickelt sind und denen daran gelegen sein muß, mich zu betrügen, und das soll noch heute geschehen.«
Sie klappte ihren Fächer mit einer triumphirenden Miene zusammen und rückte sich ihre Kissen zurecht, um sich in ungestörter Behaglichkeit an der Ueberraschung ihrer lieben Freundin weiden zu können.
Mrs. Glenarm rückte vertraulich näher an das Bett heran.
»Wie wollen Sie das anfangen?« fragte sie eifrig. »Glauben Sie nicht, daß ich neugierig bin. Ich habe gleichfalls ein Interesse daran, hinter die Wahrheit zu kommen. Bitte, enthalten Sie mir nichts vor.«
»Können Sie morgen um diese Zeit wieder herkommen?«
»Jawohl, gewiß?«
»Dann kommen Sie her und Sie sollen Alles erfahren.«
»Kann ich Ihnen irgendwie dienen?«
»Augenblicklich nicht.«
»Kann mein Onkel Ihnen behilflich sein?«
»Würden Sie eine Mittheilung an Capitain Newenden gelangen lassen können?«
»O ja, er ist zum Besuch bei Freunden in Sussex.«
»Wir werden seines Beistandes vielleicht bedürfen. Ich kann es noch nicht bestimmt sagen. Jetzt lassen Sie Mrs. Delamayn nicht länger warten, liebes Kind. Auf Wiedersehen morgen zur bestimmten Stunde.«
Sie umarmten sich zärtlich, und Lady Lundie befand sich wieder allein. Mit zusammengezogenen Brauen und festgeschlossenen Lippen überließ sie sich ihren Gedanken. Den Arm auf die Kissen gestützt und den Kopf auf die Hand gelegt, saß sie halb aufgerichtet da und sah ganz so alt, vielleicht noch einige Jahre älter aus, als sie wirklich war. Nachdem sie einmal den Arzt hatte rufen und sich die rothe Lavendelmixtur hatte verschreiben lassen, durfte sie natürlich heute das Bett noch nicht verlassen. Und doch war es von höchster Wichtigkeit, daß die beabsichtigte Untersuchung sofort ins Werk gesetzt werde. War das Problem nicht leicht zu lösen, so war doch auch Lady Lundie nicht die Person, die sich leicht von einem einmal gefaßten Entschluß abbringen ließ. Wie es anzufangen sei nach der Wirthin in Craig-Fernie zu schicken ohne Verdacht oder doch Aufsehen zu erregen, das war die nächste Frage. In weniger als fünf Minuten hatte sie die Ereignisse in Windygates vor ihrem Geiste Revue passiren lassen, und das Problem war gelöst. Sie klingelte ihrer Kammerjungfer.
»Ich fürchte, ich habe Sie vorhin erschreckt, Hopkins. Daran sind meine Nerven Schuld. Mrs. Glenarm überraschte mich etwas zu plötzlich mit einer Nachricht. Es geht mir jetzt besser und ich fühle mich wieder stark genug, mich mit Hausstandsangelegenheiten zu beschäftigen. In der Schlächterrechnung ist ein Fehler. Schicken Sie die Köchin herauf.«
Sie verglich ihr Hausstandsbuch mit den Ausgaben der Köchin, berichtigte die Schlächterrechnung, ermahnte die Köchin zu größerer Vorsicht und beseitigte alle Rückstande in häuslichen Angelegenheiten, bevor sie Hopkins wieder vor sich entbot. Nachdem Sie auf diese Weise geschickt verhindert hatte, daß die Kammerjungfer auf den Gedanken kommen könne, irgend etwas, was ihre Herrin jetzt sage oder thue, hänge mit etwas, das während Mrs. Glenarm’s Besuch vorgekommen sei, zusammen, fühlte Lady Lundie sich ungenirt in der Anbahnung der Untersuchung, die sie noch vor dem Schlafengehen einzuleiten entschlossen war.
»So wären die häuslichen Angelegenheiten beseitigt«, sagte sie. »Sie müssen mein Premierminister sein Hopkins, so lange ich hier hilflos im Bette liege. Verlangen die außerhalb des Hauses wohnenden Leute, der Kutscher, der Gärtner, irgend etwas von mir?«
»Ich habe eben den Gärtner gesprochen, Mylady. Er hat die Rechnung von der letzten Woche gebracht. Ich habe ihm gesagt, daß er Sie heute nicht sprechen könne, Mylady.«
»Ganz recht. Hatte er mir etwas zu melden?«
»Nein, Mylady.«
»Ich wollte ihm oder einem Andern noch etwas sagen, was war es doch? Geben Sie mir einmal mein Notizbuch her, Hopkins. Es liegt da in dem Korb auf dem Stuhl. Warum haben Sie mir den Korb nicht vor’s Bett gestellt?«
Hopkins holte das Notizbuch herbei. Lady Lundie zog mit demselben unerschütterlichen Ernst, mit welchem der Doctor sein ganz überflüssiges Recept geschrieben hatte, das Notizbuch ganz unnöthiger Weise zu Rathe.
»Da habe ich es«, sagte sie, als ob sie ihrem Gedächtniß durch eine in dem Buch befindliche Notiz zu Hülfe gekommen wäre. »Es ist nicht der Gärtner, sondern die Frau des Gärtners. Meine Notiz erinnert mich, daß ich mit ihr wegen Mrs. Inchbare sprechen wollte. Achten Sie auf die Ideenassociation, Hopkins. Mrs. Inchbare hat etwas mit dem Hühnerhof zu thun, der Hühnerhof ist die Domaine der Gärtnersfrau, die Gärtnersfrau hängt sehr natürlich mit dem Gärtner zusammen, und so fiel mir der Gärtner ein. Begreifen Sie? Ich bemühe mich immer, Ihren Verstand zu schärfen. Sie begreifen es? Gut. Jetzt also, was ich von Mrs. Inchbare will. – Ist sie wieder hier gewesen?«
»Nein, Mylady.«
»Ich weiß nicht, Hopkins, ob ich recht gethan habe, die Anfrage von Mrs. Inchbare in Betreff des Hühnerhofs ganz von der Hand zu weisen. Warum sollte sie mir nicht anbieten, mir Hühner, die ich entbehren kann, abzunehmen. Sie ist eine respectable Frau, und es ist wichtig für mich, mit allen meinen Nachbarn, groß oder klein, auf gutem Fuße zu leben. Hat sie einen eigenen Hühnerhof in Craig-Fernie?«
»Ja, Mylady, und zwar einen, wie ich höre, sehr gut gehaltenen.«
»Ich sehe wirklich nicht ein, Hopkins, wenn ich mir’s recht überlege, warum ich nicht mit Mrs. Inchbare ein Geschäft machen sollte. Ich halte es doch nicht unter meiner Würde, das auf meinem Gute geschossene Wild an den Wildhändler zu verkaufen. Was wollte sie doch von mir kaufen? Einige von meinen schwarzen spanischen Hühnern?«
»Ja, Mylady, Ihre schwarzen spanischen Hühner sind in der ganzen Gegend berühmt, Mylady. Niemand hat dergleichen. Und Mrs. Inchbare —«
»Möchte gern den Ruhm, solche Hühner zu haben, mit mir theilen«, ergänzte Lady Lundie. »Ich möchte nicht unfreundlich scheinen. Ich will sie sprechen, sobald ich etwas besser bin und ihr sagen, daß ich meine Meinung geändert habe. Schicken Sie einen der Diener nach Craig-Fernie mit einer Bestellung. Ich kann solche Kleinigkeiten nicht im Kopf behalten; schicken Sie gleich, damit ich die Sache nicht wieder vergesse. Lassen Sie ihr sagen, ich sei bereit, wegen der Hühner mit Mrs. Inchbare zu sprechen, sobald es ihr passen werde, herzukommen.«
»Ich fürchte, Mylady, Mrs. Inchbare trägt ein so sehnliches Verlangen nach schwarzen spanischen Hühnern, daß es ihr passen wird, auf der Stelle herzukommen, so rasch ihre Füße sie tragen.«
»Dann müßten Sie sie zu der Gärtnersfrau bringen. Sagen Sie dieser, sie solle Mrs. Inchbare, natürlich für den richtigen Preis, einige Eier geben.
Lassen Sie mich aber jedenfalls wissen, wenn sie kommt.«
Hopkins ging hinaus. Lady Lundie lehnte sich in ihre bequemen Kissen zurück und fächelte sich sanft. Um ihre Lippen spielte wieder das böse rachsüchtige Lächeln. »Ich denke, ich werde wohl genug sein, Mrs. Inchbare zu sprechen«, dachte sie bei sich. »Und da kann es geschehen, daß die Unterhaltung die Grenzen unserer respectiven Hühnerhöfe überschreitet.«
Nach Verlauf von wenig mehr als zwei Stunden zeigte es sich, daß Hopkins den in Mrs. Inchbares Busen schlummernden Enthusiasmus richtig beurtheilt hatte. Die eifrige Wirthin folgte dem nach Windygates zurückkehrenden Diener auf dem Fuße. Auf der langen Liste menschlicher Schwächen gebührt der Leidenschaft für Federvieh wegen des damit verbundenen praktischen Nutzens in Gestalt von Eiern, der Vorzug vor den mehr im Verborgenen cultivirten Manieen, der Sammlung von Schnupftabacksdosen, Violinen, Autographen und alten Postmarken. Als die Herrin von Craig-Fernie der Herrin von Windygates gebührend gemeldet wurde, gab sich bei Lady Lundie ein bei ihr seltener Anflug von Humor kund. Dank den erheiternden Eigenschaften der rothen Lavendelmixtur entwickelte Lady Lundie alsbald eine ungewöhnlich gute Laune.
»Höchst komisch, Hopkins! Die arme Frau muß an einer Federviehgehirnaffection leiden. Krank wie ich bin, hätte ich nicht geglaubt, daß mich irgend etwas so belustigen könnte. Aber wahrhaftig, der, wie Sie sagen, plötzliche Aufbruch dieser guten Person, die so schnell ihre Füße sie tragen wollten, hergelaufen kommt, hat etwas unwiderstehlich Komisches. Ich glaube wahrhaftig, ich muß Mrs. Inchbare selbst sprechen. Bei meinen thätigen Gewohnheiten ist dieses Eingesperrtsein schrecklich für mich. Ich kann weder schlafen noch lesen. Alles, was mich von meinen eigenen Gedanken abzieht, ist mir willkommen, Hopkins. Und wenn sie mir lästig wird, will ich sie schon wieder los werden. Schicken Sie sie herauf.
Mrs. Inchbare erschien mit sehr tiefen Knixen und konnte sich von dem Erstaunen über die Herablassung, mit welcher ihr der Zutritt zu den geheiligten Räumen von Lady Lundie’s Schlafzimmer gestattet wurde, gar nicht erholen.
»Setzen Sie sich«, sagte Lady Lundie freundlich; »ich bin krank, wie Sie sehen?«
»Wenn Sie auch krank sind Mylady, es ist eine Freude, Sie anzusehen!« erwiderte Mr. Inchbare, auf welche die elegante Toilette, in die sich vornehme Frauen, auch wenn sie krank sind, zu kleiden pflegen, einen tiefen Eindruck machte.
»ich bin eigentlich gar nicht im Stande, irgend Jemanden zu empfangen«, fuhr Lady Lundie fort »aber ich habe einen besonderen Grund, der mich wünschen ließ, Sie zu sprechen, sobald Sie hier wieder in’s Haus kamen. Ich habe es versäumt nuf einen freundnachbarlichen Vorschlag, den Sie mir kürzlich gemacht haben, näher einzugehen, und ich möchte Ihnen mein Bedauern darüber ausdrücken, daß ich die Rücksicht außer Augen gelassen habe, die eine Frau in meiner Stellung einer Frau in der Ihrigen schuldig ist. Ich bin durch Ihre unerwartete Bereitwilligkeit, meiner Aufforderung zu entsprechen, genöthigt, Ihnen das unter sehr ungewöhnlichen Umständen zu sagen«, fügte Lady Lundie mit einem Blick auf ihr prächtiges Schlafzimmer hinzu. »Sie haben keine Zeit verloren, Mrs. Inchbare der Aufforderung, die ich so frei war, an Sie gelangen zu lassen, Folge zu leisten.«
